{"id":11060,"date":"2008-03-01T17:30:00","date_gmt":"2008-03-01T16:30:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/publikation\/immer-noch-68\/"},"modified":"2008-03-01T12:00:00","modified_gmt":"2008-03-01T11:00:00","slug":"immer-noch-68","status":"publish","type":"publikation","link":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/vorgaenge\/181-vorgaenge\/publikation\/immer-noch-68\/","title":{"rendered":"Immer noch 68"},"content":{"rendered":"<p>aus: vorg\u00e4nge Nr. 181, Heft 1\/2008, S. 79-86<\/p>\n<p>Ich stehe hier und kann nicht anders, als eine Fahne hochzuhalten. Diese Fahne ist ein bisschen abgewetzt, sie ist da und dort auch mit einigem Blut bespritzt, sie sieht sch\u00e4big aus, und ich &#150; sicher ein bisschen auch l\u00e4cherlich &#150; halte diese 68er Fahne hoch. Wenn einem doch etwas an 68 \u00fcberhaupt nicht gefallen kann, etwas so gar keinen Sexappeal besitzt, dann die 68er, die \u00dcberlebenden dieser Revolte. Jammerlappen, die nicht merken, dass sie gesiegt haben. Aber wie jede historische Bilanz: eindeutig f\u00e4llt sie nicht aus. Eine Geschichte hochfahrender Irrt\u00fcmer, aber auch gro\u00dfartiger Momente, vermischt in der R\u00fcckschau mit einer unertr\u00e4glichen Sentimentalit\u00e4t, was man denn damals gewagt habe und Tolles erlebt. Dass 68 bei vielen J\u00fcngeren in keinem guten Ruf steht, ich verstehe es, daran sind die 68er Schuld, nicht aber 68.<\/p>\n<p><i>Going home<\/i> von den Rolling Stones dauerte 11 Minuten und ein paar Sekunden mehr, das erste St\u00fcck popul\u00e4rer Musik, das das Format einer 2-Minuten-Single \u00fcberschritt und damit direkt zu 68 f\u00fchrte. Die \u00dcberschreitung des Vorgegebenen, das ist 68, die Langspielplatte das 68er Medium, 68 nicht politisch allein, sondern auch und wahrscheinlich sogar in der Hauptsache eine Kulturrevolution, eine Umw\u00e4lzung in den Sitten, den Formen des Zusammenlebens, eine Rebellion gegen das, was Staaten sich alles zu regeln anma\u00dften, und darin eine Erfolgsgeschichte. Deshalb doch auch die sexuelle Befreiung, deshalb doch auch 68 als der Beginn des Feminismus. Hier kam vieles zusammen. Als der Teufel, Fritz, von einem Hohen Gericht aufgefordert wurde, sich f\u00fcr seine Aussage als Angeklagter von seinem Platz zu erheben, antwortete er: &#132;Wenn es denn der Wahrheitsfindung dient&#147;, und damit hatte sich der Teufel nat\u00fcrlich unsere Sympathie erworben, auch in der Gestalt von Fritz Teufel. Wenn sie denn so b\u00f6se auf uns waren, die anerkannten Autorit\u00e4ten, dann waren wir eben b\u00f6se und gr\u00f6lten bei den Rolling Stones und ihrer <i>Sympathy for the devil <\/i>mit. Und noch einmal die Rolling Stones und nachdem ihr so friedliches, und nat\u00fcrlich kommunistisch freies free-concert im Hyde-Park zur Katastrophe von Altamont f\u00fchrte mit einem ein paar wenige Meter von der B\u00fchne entfernt erstochenen Schwarzen, da hatte die 68er Kulturrevolution ihren schwarzen Tag. Und wir hatten doch gleich auch unseren Charlie mit dabei, den Beatles-Fan Manson, den Manson, den b\u00f6se gewordenen Menschensohn und seine J\u00fcnger, die family, seine M\u00f6rderbande. Wir hatten nicht nur unsere eigenen Toten zu beklagen, die Springer-Presse wegen des Attentates auf Rudi Dutschke anzuklagen, wir hatten auch unsere Opfer und unseren Terror. &#132;Gewalt hat sehr viel mit Harmonie zu tun&#147;, so Charles Manson sehr viel klarer, als dies ein \u00fcberideologisierter Andreas Baader h\u00e4tte sagen k\u00f6nnen, und weiter: &#132;Man kann die Intelligenz nicht erreichen, also greift man zu ihr, greift man zur Gewalt.&#147;<\/p>\n<p>Die stalinistische Tonnenideologie \u00fcberwinden, vom Schwermetall zur Software &#150; diesen technologischen Schritt und sicher auch Fortschritt mit zu vollziehen, reden wir gar nicht davon, ihm avantgardistisch voranzugehen, das war diesem Sozialismus nicht m\u00f6glich, in den ich hineingeboren wurde, in dem ich heranwuchs, dessen Widerspr\u00fcche mich zu einem 68er werden lie\u00dfen. Sein Ende ganz klassisch marxistisch dann damit zu erkl\u00e4ren, dass auch hier wieder mal die Entwicklung der Produktivkr\u00e4fte die Produktions- und damit auch Eigentumsverh\u00e4ltnisse revolution\u00e4r sprengte. Wobei wir nat\u00fcrlich nicht vom Volkseigentum reden, dessen VEB nur an den Fabriktoren stand, nicht aber dem entsprach, wer allein in diesen Fabriken das Sagen hatte. Das, was dem tschechischen und auch unserem DDR-68 vorangegangen war, diese Reformbestrebungen, die es \u00fcberall in den sozialistischen Staaten gegeben hatte, dabei ging es doch um das, was in dem Titel dieses bemerkenswerten Buches Programm wurde, bei dem der Schriftsteller Gy\u00f6rgy Konr\u00e1d mitgeschrieben hat, der sp\u00e4tere Pr\u00e4sident der Akademie der K\u00fcnste in Berlin:<i> Die Intelligenz ergreift die Macht.<\/i> Aber nein, sie hat es nicht geschafft, die Intelligenz, die Macht zu ergreifen, sie wurde daran von den obersten Parteib\u00fcrokraten gehindert. Versucht man sich, wiederum marxistisch, an einer Klassenanalyse dieser auch im Osten 68 kulminierenden Entwicklung, dann wird man auf die Intelligenz als die sie tragende Schicht sto\u00dfen, auf die Intelligenz als Klasse eines etwas erweiterten Klassenbegriffs. Das war doch nicht Sache der Arbeiter, der Arbeiterklasse, im Osten wie im Westen nicht, wir wenigen Ost-68er nicht ohne soziologischen Grund Kinder genau dieser Intelligenz &#150; auch deshalb gibt es hier diesen inneren Zusammenhang zwischen 68 im Osten und im Westen. In Polen, das immer der DDR ein bisschen voraus war, auch dort gab es doch einen, nat\u00fcrlich brutal niedergeschlagenen Studentenaufstand, einen also der Intelligenz, der zuk\u00fcnftigen, der werdenden, die allein den Schritt in das Computer-Zeitalter h\u00e4tte gehen k\u00f6nnen. 68, das Scheitern von 68, das ist, auch so gesehen, der Anfang vom Ende des Sozialismus.<\/p>\n<p>Wenn es 68 in San Francisco gegeben hat, in Chicago, Paris und in Warschau, in Prag, Florenz und Mailand und in Frankfurt und West-Berlin, dann wird es doch wohl auch ein 68 in Ost-Berlin gegeben haben &#150; noch nie davon geh\u00f6rt? Wir waren eine so kleine radikale Minderheit, wir mussten gar nicht gro\u00df radikal sein. Ihr wart zu dritt? Nein, wir waren zu siebent, wie sich herausstellte, aber doch eigentlich ein paar mehr. Gesch\u00e4tzte 300, wenn`s hoch kommt, nach oben hin aufgerundet. Wir h\u00e4tten uns ohne weiteres in einem Kulturhaus versammeln k\u00f6nnen. Ihr h\u00e4ttet es tun sollen, dabei h\u00e4tte sich sicher vieles kl\u00e4ren lassen. Aber das ging doch gar nicht, ein Ding der Unm\u00f6glichkeit, sich da im Osten der Verbote unter Gleichgesinnten in einem Kulturhaus zu versammeln. Da h\u00e4tte doch die Stasi gut ein Auge auf euch haben k\u00f6nnen, alle auf einen Haufen. So ein bisschen ein Auge hatte die Stasi auf uns, sie nannte uns den <i>Diskussionsclub <\/i>in ihren Akten. Aus denen das ja dann heute zu entnehmen sein m\u00fcsste, onsclub in ihren Akten. Aus denen das ja dann heute zu entnehmen sein m\u00fcsste, wie viele ihr wart. Da stehen ja dann nicht alle drin, eine Aufstellung der 68-Verd\u00e4chtigen findet sich dort nicht. Und ihr habt nat\u00fcrlich auch keine Mitgliederlisten gef\u00fchrt. Niemals, das war ein rein informeller Zusammenhang. Wir haben Party gemacht. Also doch keine Diskussionen? Am Rande, und das \u00e4rgerte mich ja, der ich f\u00fcr Diskussionen war. Gib es zu, du warst der einzige 68er im ganzen Osten. Du allein. Alles nur Einbildung. Ich erwache aus einem Alptraum.<\/p>\n<p>Gut, sprechen wir ein paar S\u00e4tze lang auch \u00fcber diese Marginalie, \u00fcber die 68er im Osten. Wir waren zu siebent damals, waren im Osten nur sieben 68er, mehr nicht. Jedenfalls sieben wahre 68er &#150; sehen Sie, wenn Sie mir dies auch nur einen Moment abgenommen haben, dann sind Sie mir schon auf den Leim gegangen, und dies nicht nur wegen den sieben, den glorreichen Sieben, wegen dem von mir behaupteten F\u00e4hnlein der sieben Aufrechten, die damals gegen den Einmarsch in die Tschechoslowakei protestiert haben, daf\u00fcr ins Gef\u00e4ngnis gingen, wegen staatsfeindlicher Hetze verurteilt wurden, denn nat\u00fcrlich waren wir schon ein paar wenige mehr (und es waren auch ein paar mehr, die in der DDR deswegen im Knast gesessen haben), sondern auch weil Sie sich zumindest gedanklich auf diesen Irrsinn mit den wahren 68ern eingelassen haben. Denn nat\u00fcrlich gibt es das nicht, ist auch im Osten dieser Unterschied nicht zu machen, zwischen wahren und dann unwahren, zumindest nur halbgaren 68ern. Kein 68 war ein wahrer 68er und k\u00f6nnte dies von sich behaupten, ein wahrer 68er gewesen zu sein. Trotz aller Unterscheidungen, die nat\u00fcrlich zu machen w\u00e4ren, zumindest akademisch. Wussten Sie eigentlich, dass wir 68er gar nicht wussten, 68er zu sein? Das scheint banal, ist es aber nicht ganz, denn als 68er dachten wir doch, mit 68 beginne etwas, das weit \u00fcber 68 hinausgeht und niemals ende. Wie endlich zum Beispiel diese DDR sein w\u00fcrde, und damit der real existierende Sozialismus auf deutschem Boden und russischen Bajonetten, das ahnten wir doch nicht, wir nahmen doch sicher an, das dauert ewig und dauert nur deshalb nicht ewig, weil aus dem real existierenden doch noch der wahre Sozialismus werde, dank unseres Dazutuns zum Sozialismus, und aufgrund unserer permanenten Revolution dann auch noch der Kommunismus bis in alle Ewigkeit der Geschichte.<\/p>\n<p>Hineingeboren in den Sozialismus, und das machte schon mal einen entscheidenden Unterschied zum Westen, den West-68ern, die sich ihren Sozialismus selber erfunden oder doch mehr akademisch in den damals angesagten B\u00fcchern vorgefunden und sich angeeignet haben. F\u00fcr uns gegeben, nicht etwas, auf das wir von selber gekommen w\u00e4ren. Ausgangspunkt, starting point, keine Errungenschaft, nichts, das auf unserem eigenen Mist gewachsen w\u00e4re. Die Regierenden: Genossen, die Unterdr\u00fccker von 68: Genossen, Sozialisten wie wir. Wenn auch andere Sozialisten, aber Sozialisten. Und keine alten Nazis, gegen die wegen ihrer braunen Vergangenheit aufzubegehren gewesen w\u00e4re. Alles andere als Nazis, Anti-Nazi, Antifaschisten mit einer insoweit sauberen, keiner kackbraunen Vergangenheit, von der wir uns h\u00e4tten reinwaschen m\u00fcssen. Mit einer allerdings stalinistischen Vergangenheit, die aber doch auch unsere Vergangenheit war. Selber nur gel\u00e4uterte Stalinisten, aber immer noch Enthusiasten und damit irgendwie doch immer noch Stalinisten, denen es nun zu lasch geworden war, nicht mehr revolution\u00e4r und radikal genug zuging, die auf den neuen Menschen hin marschierten.<\/p>\n<p>Ein 68er Ost-West-Unterschied: Bildung, zum ersten Mal genossen, berauscht, steigt einem zu Kopfe, versetzt in einen Begeisterungstaumel, der einem zu dem Irrglauben verleitet, man k\u00f6nne eben mal die Welt ver\u00e4ndern und das dann gleich ganz grunds\u00e4tzlich. Die erste Dr\u00f6hnung Bildung hat doktrin\u00e4res Denken zur Folge, etwas, das schlimmer noch ist als die alte Unbildung mit ihrem naiven Charme. Die Naivit\u00e4t bleibt, der Charme des ungebildeten, aber geraden oder verschlagenen Charakters verschwindet, Fanatiker entstehen, Leute, die an das Erstbeste oder Allerschlechteste zu glauben bereit sind, was ihnen bei dem Abenteuer Bildung, mehr oder minder zuf\u00e4llig oft, als Erstes begegnet ist. Die Naivit\u00e4t bleibt erst bestehen, sie verwandelt sich in Gewaltt\u00e4tigkeit, der des die komplexe Welt vergewaltigenden, des sie allzu vereinfachenden Gedankens. Von der Doktrin zur Propaganda der Tat, von der Propaganda der Tat zur Tat, zur Aktion. Hirngespinste, die dann des Nachts wirklich als Gespenster umgehen, um im Namen der Befreiung der Menschheit irgendwelche Polizisten-Schweine umzubringen, Polizisten, die der Gedanke erst einmal entmenscht und zu Schweinen gemacht hat. Ich vereinfache das, aus meiner elit\u00e4ren Ost-Perspektive heraus, denn nat\u00fcrlich schickten die alteingebildeten Bildungsb\u00fcrger weiterhin ihre S\u00f6hne und zunehmend auch ihre leicht von der Militanz angesteckten T\u00f6chter zur Universit\u00e4t. Aber es dr\u00e4ngten nun ganz andere junge Leute da massenhaft hinein, die Kinder bisher bildungsferner Klassen und Schichten, die der h\u00f6heren, der dann akademischen Bildung \u00fcber mehrere Generationen langsam n\u00e4her gekommen waren. Die Universit\u00e4ten drohten zu platzen, die Massenuniversit\u00e4t entstand, und f\u00fcr 68 im Westen gilt das, was Mao f\u00fcr ganz andere Verh\u00e4ltnisse und Menschen als Losung ausgegeben hatte: Die Idee wird zur materiellen Gewalt, wenn sie die Massen ergreift. Wir dagegen im Osten, wir Ost-68er, wir waren ein ganz elit\u00e4rer Club, die Kinder von Familien, die schon \u00fcber mehrere Generationen Bildung hinter sich hatten, die doktrin\u00e4re Phase sp\u00e4testens in uns \u00fcberwanden. Wir wollten das Doktrin\u00e4re hinter uns lassen, den Dogmatismus des Denkens \u00fcberwinden, wir wollten im Denken frei sein, wir wollten den unfertigen Gedanken denken. Wir zweifelten, bezweifelten, was uns an Doktrin vorgesetzt worden war, wir wollten keine alte durch eine neue Doktrin ersetzen. Auch nicht durch eine von uns selber zu schaffende. Ein weiterer 68er Ost-West-Unterschied, der hierher geh\u00f6rt: wir sind in den Sozialismus hineingeboren, wir haben ihn nicht f\u00fcr uns entdeckt. F\u00fcr uns war das keine Welterkl\u00e4rungstheorie mehr, die stimmte, wir sahen, was an ihr nicht stimmte, nicht mit unserer eigenen Erfahrung \u00fcbereinstimmte. Nat\u00fcrlich waren wir Sozialisten, das war unser Ausgangspunkt, aber wir waren kritische Sozialisten, den Sozialismus kritisierende Sozialisten.<\/p>\n<p>Dass es sich bei diesem ganzen Ost-68 um ein Oberschicht-Ph\u00e4nomen gehandelt hat, worauf ich ja immer wieder bei Gelegenheit hinweise, wozu ich mich als beteiligter DDR-Oberschicht-Bubi, der dann sp\u00e4ter und in Folge von 68 andere Schichten und Klassen kennen gelernt hat, auch offen bekenne, das erkennt man ganz gut daran, dass wir, die wir doch in diesem Knapp-Land DDR mit seiner immer wieder an der Katastrophe vorbei schlitternden Mangelwirtschaft lebten, unsere westlichen Kampf- und Gesinnungsgenossen in ihrer Abwehr der Konsumgesellschaft, ihrem Ekel vor dem blo\u00dfen materiellen Wohlstand, der geistlosen Verschwendung sehr wohl verstehen konnten. Auch uns erschien dies kein lohnendes Ziel, da in der Hauptsache materielle Bed\u00fcrfnisse befriedigen zu wollen, die Gier nach Konsumg\u00fctern war auch f\u00fcr uns absto\u00dfend und es gefiel uns gar nicht, dass sich dieser Sozialismus, der in unserem Sozialismus von der Sozialistischen Einheits-und Staatspartei propagiert wurde, in diesem entscheidenden Punkte so wenig von den Zielen des westlichen Kapitalismus zu unterscheiden schien. Aber, wie gesagt: Oberschicht, wir litten ja diesen Mangel nicht, der der nominell herrschenden Arbeiterklasse, der dem die volkseigenen Betrieben besitzenden Volk das Leben in diesem Staat, der unser war, nicht ihrer, so schwer und sauer machte. Wir litten daran, nicht alle B\u00fccher, die wir gern gelesen, die Schallplatten, die wir gern geh\u00f6rt h\u00e4tten, kaufen zu k\u00f6nnen, und das eben nicht, weil wir sie uns nicht h\u00e4tten leisten k\u00f6nnen, sondern weil verboten, verp\u00f6nt und nicht zu haben, nur aus dem Westen zu besorgen. Woran wir litten, das war der Mangel an Freiheit in diesem Staate.<\/p>\n<p>Sie erinnern sich an das <i>Manifest der 2000 Worte? <\/i>Ich meine, wenn man nicht mehr zu sagen hat, endlich frei sprechen kann &#150; aber genau dies war doch genau der Inhalt dieses Manifests, deshalb auch sein Titel, der nur zu verstehen ist, wenn man an dieses andere Manifest denkt, das von Marx und Engels in der Nachfolge von 1848 verfasste und in den Staaten des Ost-Blocks allein als Manifest geltende <i>Kommunistische Manifest<\/i>. Keine Ideologie, Anti-Ideologie. Kein wirkliches Gegenprogramm. An ein Gegenprogramm war nicht zu denken, und es war auch besser, an keines zu denken, da dies nur auf eine Utopie hinausgelaufen w\u00e4re, die sch\u00f6ne Vorstellung von einem Sozialismus, den es im Sozialismus gar nicht h\u00e4tte geben k\u00f6nnen. Politisch waren wir 68er im Osten Anh\u00e4nger des demokratischen Weges, etwas Besseres fiel auch uns nicht ein. Also Sympathisanten der Prager Entwicklung, der Prager Fr\u00fchling auch f\u00fcr uns ein Aufbruch. Wir konnten uns da politisch nur dranh\u00e4ngen. Aber um dies klarzustellen: 1968 in Prag und auch uns, die wir diese Entwicklung dort verfolgten, ging es um einen demokratisierten Sozialismus, nicht um den demokratischen Sozialismus, den viele in der Linken der sich jetzt erneuernden Partei noch einmal ins Programm schreiben wollen. Dieser demokratisierte Sozialismus, der 1968 m\u00f6glich schien, er ist mit dem so wenig demokratischen, so sehr aber realen Sozialismus untergegangen. Da gibt es nichts wieder zu beleben, nichts, woran anzukn\u00fcpfen w\u00e4re, das geh\u00f6rt alles in eine abgeschlossene historische Epoche.<\/p>\n<p>Ansonsten sage ich hier nur soviel dazu: Aus der Entwicklung in Prag, dem Prager Fr\u00fchling und dem Einmarsch dann im August, aus beidem zusammengenommen waren f\u00fcr einen sozialistischen Oppositionellen drei m\u00f6gliche Schlussfolgerungen zu ziehen, wenn wir au\u00dfen vor lassen, welche Schl\u00fcsse die Parteioberen daraus gezogen haben m\u00f6gen. Die erste m\u00f6gliche Schlussfolgerung war die, und mein Bruder hat sie gezogen, der mit mir wegen unserem Protest gegen den Einmarsch im Gef\u00e4ngnis gesessen hat, und mit ihm auch viele andere: man m\u00fcsse, da die ganze Entwicklung in Prag von der Partei ausgegangen war, selber in die Partei eintreten, um sie, die einzige politische Wirklichkeit, von innen heraus zu ver\u00e4ndern, in ihr auf eine der Prager Entwicklung vergleichbare Ver\u00e4nderung hinwirken. Ich war damals strikt gegen diese Schlussfolgerung, in der Meinung auch, dass eher die Partei diejenigen ver\u00e4ndern, weil zur Anpassung zwingen w\u00fcrde, die in sie eintreten, um die Partei zu ver\u00e4ndern. Im Nachhinein wei\u00df auch ich, dass es gut war, dass damals so viele eigentlich kritische Geister zu Genossen der SED wurden, an der sie dann so sehr verzweifelten. Denn dies hat mitgeholfen, dass diese Staatspartei, ohne ihre Macht wirklich anzuwenden, 1989 abgetreten ist, von der Macht gelassen hat. Die zweite der m\u00f6glichen Schlussfolgerungen setzte, im Unterschied von der von mir hier zuerst genannten, nicht daran an, welche Kr\u00e4fte denn die Prager Entwicklung in Gang gesetzt hatten, sondern daran, wer sie so brutal beendet hatte: die sowjetischen Genossen mit ihrer Breschnew-Doktrin. Eine solche Entwicklung wie die in Prag m\u00fcsse also in Moskau, in der Sowjetunion stattfinden, im Zentrum des sozialistischen Blocks, soll ein solcherart demokratisierter Sozialismus eine Chance haben, denn sonst k\u00e4men immer die imperialen Interessen der Sowjetunion ins Spiel, ihre Furcht im Kalten Krieg, in der Konfrontation mit dem so starken Westen einen Verb\u00fcndeten zu verlieren, einen vorgeschobenen Posten auch f\u00fcr die Rote Armee. Dies war die Schlussfolgerung, die mein Vater gezogen hat, dies war auch die gedankliche, die vision\u00e4re Vorwegnahme dessen, was Gorbatschow mit Glasnost und Perestroika wollte. Nur, wie sich herausstellte, war es da l\u00e4ngst zu sp\u00e4t f\u00fcr einen demokratisierten Sozialismus. Zum Gl\u00fcck vielleicht f\u00fcr meinen Vater hat er diese Entt\u00e4uschung nicht mehr erleben m\u00fcssen. Die dritte Schlussfolgerung, und das war meine Schlussfolgerung, war die, dass sich ein Einsatz f\u00fcr einen demokratisierten Sozialismus nicht mehr lohne und dass es sich schon gar nicht mehr lohne, in der DDR wegen seiner abweichenden politischen Meinung noch einmal ins Gef\u00e4ngnis zu gehen. Denn dies h\u00e4tte doch nicht ausbleiben k\u00f6nnen, oder es w\u00e4re statt des Gef\u00e4ngnisses die Irrenanstalt gewesen, in die sie einen gesteckt h\u00e4tten. Mit Prag, mit dem Prager Fr\u00fchling habe der Sozialismus seine letzte Chance gehabt, mit dem Einmarsch in Prag, der Niederschlagung dieses Versuchs, den Sozialismus zu demokratisieren, sei diese letzte Chance verspielt worden. So das, was ich mehr gef\u00fchlsm\u00e4\u00dfig als wirklich durchdacht, in vielen kleinen Schritten mir langsam dar\u00fcber klarwerdend, aus dem Prager Jahr 1968 schloss, nachdem ich aus dem Gef\u00e4ngnis entlassen worden war. Mich noch einmal f\u00fcr diesen Sozialismus zu engagieren, dem ich keine Zukunft mehr gab, das wollte ich nicht, wegen eines solchen Einsatzes noch einmal ins Gef\u00e4ngnis kommen, schon gar nicht. Da ich sicher in diesem Staat DDR, der immer wieder die opportunistische Anpassung von seinen B\u00fcrgern verlangte, angeeckt w\u00e4re, blieb eigentlich nur die Flucht &#150; nicht die in den Westen, die aus dem Osten weg. Ich war ja dann nicht der einzige, der diese Schlussfolgerung gezogen hat, f\u00fcr die es, im Unterschied zu den beiden anderen m\u00f6glichen, keine wirklich rationalen Argumente gab. Die Geschichte hat uns recht gegeben &#150; leider, denn mir zumindest w\u00e4re doch lieber gewesen, ich h\u00e4tte mich da geirrt.<\/p>\n<p>68 endete ja nicht wie ein normales Jahr am 31. Dezember und am Silvesterabend. 68 war kein normales Jahr und am Silvesterabend sahen wir die <i>Beatles <\/i>im Fernsehen mit ihrem Abgesang auf die Revolution, den Song, der nur <i>Revolution <\/i>hie\u00df, aber Evolution predigte. Sp\u00e4testens da wussten wir, dass wir l\u00e4ngst schon in einer anderen Epoche lebten, nach diesem kurzen Zwischenspiel 68. In Paris endete 68 wohl schon Ende Mai, wenn ich dies so aus der Ferne einsch\u00e4tzen kann, dort, im revolutionserprobten Paris dauerte das ganze 68 wohl gar nicht l\u00e4nger als nur diesen Mai lang. In West-Deutschland, in West-Berlin ganz besonders, endete 68 am Tag des Attentats auf Rudi Dutschke. Und f\u00fcr uns im Osten endete 68 definitiv am 21. August, am Tag des Einmarsches in die Tschechoslowakei. An diesem Tag endete unser Ost-68, wurde es brutal beendet &#150; dies jedoch nicht, weil der Prager Fr\u00fchling so sehr auch unser Ost-Berliner Fr\u00fchling und wenigstens Fr\u00fchlingstraum gewesen w\u00e4re.<\/p>\n<p>Wir nahmen das nat\u00fcrlich wahr, was da in Prag geschah, insoweit man dies von Ost-Berlin aus \u00fcberhaupt wahrnehmen konnte, sehr eingeschr\u00e4nkt n\u00e4mlich nur. Wir sympathisierten auch mit dieser Entwicklung dort und staunten nicht schlecht, dass ein Mann wie Dubcek einfach so dort in Prag auf der Stra\u00dfe herumging, ganz spontan von der Leuten angesprochen wurde, gefeiert wurde &#150; keiner unserer Oberen h\u00e4tte dies gewagt. Aber unser 68er Ding war doch etwas anderes, etwas sicher sehr viel nebul\u00f6seres als dieser konkrete Prager Versuch, den Sozialismus zu demokratisieren. Wir wollten alles, alles auf einmal, eine andere Art von Politik, von Opposition auch, nicht mehr diese Trennung zwischen dem Politischen, dem Privaten, eine andere Art des Zusammenlebens, die wirklichen, weil freiwilligen Kollektive und Kooperationen, Zusammenarbeit, Freundschaft, Liebe und nat\u00fcrlich eine andere, eine freiere Art der Sexualit\u00e4t, eine andere Kunst, besonders diese andere, diese berauschende Musik, andere R\u00e4usche auch &#150; also viel zu viel auf einmal und deshalb kam aus unserem 68, f\u00fcr das wir ein halbes Jahrhundert gebraucht h\u00e4tten, nat\u00fcrlich so viel erst einmal gar nicht heraus. Dieser Einmarsch aber, der den Prager Fr\u00fchling am 21. August beendete, er zwang uns eine Reaktion auf, eine deutliche Stellungnahme dagegen. So nicht. Nicht mehr. Aber dass wir zu reagieren glauben m\u00fcssten, schon dies war unser Ende von 68, wo unser 68 doch bedeuten sollte, endlich selber zu agieren, aus der Passivit\u00e4t herauszukommen, einer blo\u00dfen Meinungsopposition auch. Nun mussten wir diese Entscheidung unser Oberen parieren, mussten wir diese Herausforderung annehmen. Ohne das 68 davor h\u00e4tten wir dies nicht getan, aber es beendete unser 68. Es beendete unser 68 ganz brutal auch deshalb, weil von den wenigen Ost-68ern dann nur ein paar wenige, zu wenige diese Herausforderung annahmen, die meisten von uns sich doch feige verdr\u00fcckten. Damit, dass wir wenigen von den wenigen ins Gef\u00e4ngnis kamen, war die Party vorbei, und da half dann auch keine Silvesterparty mehr, die das Jahr 1968 ganz regul\u00e4r beendete.<\/p>\n<p>Aber nat\u00fcrlich endete 68 gar nicht mit dem Jahr 68. 68 ging doch weiter, und geht weiter bis in unsere Gegenwart, wir leben in der Nach-68er-Epoche, und eigentlich begann 68 erst richtig nach 68. Das, was 68 angelegt und begonnen worden war, fruchtete sehr viel sp\u00e4ter. Eine Erfolgsgeschichte, nur sah es direkt nach 68 gar nicht danach aus. Und 68 begann auch, genauso wenig wie 68 mit 68 endete, im Jahre 68. Ohne einen Vorlauf h\u00e4tte es doch dazu gar nicht kommen k\u00f6nnen, dass in diesem Jahr die Dinge so sehr kulminierten und auch ins Politische eskalierten. Die Kulturrevolution, die 68 eigentlich gewesen ist, sie begann fr\u00fcher, sie dauerte auch viel l\u00e4nger als 68. Weil eine Kulturrevolution, eine Umw\u00e4lzung der Sitten eben l\u00e4nger braucht. Nicht nur das Betreten des Rasens war doch vor 68 verboten, was eine rebellische Jugend nat\u00fcrlich dazu verleiten musste, den Rasen zu betreten (heute betreten ihn alle), es gab auch noch ein paar mehr dieser Empfehlungen, auf die sich jeder ordnungsliebende B\u00fcrger als freiwilliger Hilfspolizist berufen konnte. <i>Fasse Dich kurz!, <\/i>stand in der Telefonzelle und nat\u00fcrlich wollten wir uns nicht kurz fassen, weder in der Telefonzelle, noch in anderen Zellen, auch der kleinsten des Staates nicht, der Familie. Und am Revers packen lassen, das wollten wir noch weniger, wir trugen ja auch deshalb keine Jacken mehr, an deren Kragen man uns h\u00e4tte packen k\u00f6nnen. Unendliches Gelaber, nicht auf den Punkt kommen, kein politisches Programm, blo\u00df nicht &#150; unser Ost-68 dauerte so kurz, dass wir da nichts fabriziert haben, dessen wir uns heute sch\u00e4men m\u00fcssten, unser 68 im Osten, das war 68 quasi in der Nuss-Schale und alles in einem, nicht ausdifferenziert, eine Sache der Provinz, aber nat\u00fcrlich der Hauptstadt dieser Provinz, von ein paar jungen Leuten, die sich etwas Besseres d\u00fcnkten. Gegen die Normen ihrer Kleingartenanlage aufbegehrten. Aber auch bei einer Revolte, nicht erst bei einer Revolution, gibt es immer Gewinner und Verlierer, auch bei einer solchen halbwegs und erstmal gescheiterten, auf l\u00e4ngere Sicht dann aber doch erfolgreichen. Und es gibt die, die erst als Verlierer dastehen, dann aber doch auf lange Sicht gewinnen, und zu denen geh\u00f6re ich wohl, Verfassungsrichter nun, zum Gl\u00fcck aber auch immer noch umstrittener Buchautor. Und es gibt sie, die Akademiker, die am Ende immer gewinnen, f\u00fcr die sich irgendein Job, ein Auskommen aus dem ergibt, was andere getan, gewagt haben.<\/p>\n<p>The year of the clown. Keine Angst davor zu haben, sich l\u00e4cherlich zu machen, das war 68. In den Augen der Angepassten, der Opportunisten unvern\u00fcnftig zu sein, sich unglaublich wichtig nehmen, das war 68, ein nach allen ansonsten geltenden Ma\u00dfst\u00e4ben hypertrophes Selbstwertgef\u00fchl. Sich selber endlich wichtiger nehmen als die Sache, den Sozialismus im Osten, und die vielen Sachen, die materiellen G\u00fcter im Westen. In der Befriedigung der materiellen Bed\u00fcrfnisse noch keine Befriedigung finden, das war 68. Mit einem Sinn f\u00fcr H\u00f6heres in einem Wolkenkuckucksheim leben, jenseits der Banalit\u00e4t des Alltagslebens. Der Ausnahmezustand, der friedliche, der dann leider doch nicht f\u00fcr immer die Regel au\u00dfer Kraft setzte. Die Rebellion nun nicht mehr ohne Grund. Die Revolte mit so vielen Gr\u00fcnden, das sich bald niemand mehr mit ihnen auskannte, sie viele vollkommen durcheinander brachten, sich in ihren Fallstricken verhedderten. Die Zeit von Marx und den Marx-Brothers. Eine Linke, die neu sein wollte. Menschen, die mehrdimensional werden wollten. Das gro\u00dfe ideologische Durcheinander. Das Chaos der Weltreligionen. Jesusfreaks und andere Erl\u00f6ser. Lesben, die zu predigen begannen. Die Frauen, die sich zu bewegen anfingen. Studentinnen, die ihren Professor mit dem blanken Busen in die Flucht schlugen. Sch\u00f6ne junge Frauen, die sich h\u00e4ssliche Nietenhosen anzogen. Anti-Mode. Akademiker in Arbeitsklamotten. Die Emanzipation des Kleinb\u00fcrgers vom Kleinb\u00fcrger. Das Ende aller Ordnung. Junge M\u00e4nner, die sich nicht scheuten, mit ihren hohen Stimmchen nette Lieder zu tr\u00e4llern. Die sich die Haare weibisch lang wachsen lie\u00dfen. Sich mit Ketten beh\u00e4ngten, sich in Blumenmuster kleideten. Die nur noch m\u00e4rchenhafte Phantasieuniformen anziehen wollten. Die Verweiblichung der bis dahin so forcierten M\u00e4nnlichkeit. Nackend im Park. Auf der Betreten-verboten-Wiese. Die Verbote, die mit einem Mal nur dazu da schienen, \u00fcbertreten zu werden. Die Befreiung der Sexualit\u00e4t von ihren kleinb\u00fcrgerlichen Fesseln und Tabus. Tanzen, ohne eine Tanzschule besucht zu haben. Die wilden Zuckungen, der Taumel. Die Erfindung der Luftgitarre. Das erste aus \u00f6kologischen Gr\u00fcnden gegessene M\u00fcsli. Der erste Horrortrip. Halluzinationen und neue chemische R\u00e4usche. Die Ekstase. Das Rumh\u00e4ngen und Nichtstun, die Gammelei. Die verdreckte Wohnk\u00fcche. Die Kommunarden im Schlafzimmer. Das beginnende Kindergewimmel. Eine Jugend, die jung sein wollte. Die Zukunft, die uns geh\u00f6rte. Aber dann: The carneval is over, die Party war vorbei.<\/p>\n","protected":false},"featured_media":0,"template":"","categories":[],"tags":[667],"autoren":[1943],"publikationen":[2818],"class_list":["post-11060","publikation","type-publikation","status-publish","hentry","tag-vorgaenge-artikel","autoren-florian-havemann","publikationen-181-vorgaenge"],"acf":[],"yoast_head":"<!-- This site is optimized with the Yoast SEO plugin v28.6 - https:\/\/yoast.com\/product\/yoast-seo-wordpress\/ -->\n<title>Immer noch 68 - Humanistische Union<\/title>\n<meta name=\"robots\" content=\"index, follow, max-snippet:-1, max-image-preview:large, max-video-preview:-1\" \/>\n<link rel=\"canonical\" href=\"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/vorgaenge\/181-vorgaenge\/publikation\/immer-noch-68\/\" \/>\n<meta property=\"og:locale\" content=\"de_DE\" \/>\n<meta property=\"og:type\" content=\"article\" \/>\n<meta property=\"og:title\" content=\"Immer noch 68 - Humanistische Union\" \/>\n<meta property=\"og:description\" content=\"aus: vorg\u00e4nge Nr. 181, Heft 1\/2008, S. 79-86 Ich stehe hier und kann nicht anders, als eine Fahne hochzuhalten. 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