{"id":11379,"date":"1993-12-15T20:40:00","date_gmt":"1993-12-15T19:40:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/publikation\/antifaschismus-als-grundtorheit-unserer-eoche\/"},"modified":"2021-08-24T21:47:51","modified_gmt":"2021-08-24T19:47:51","slug":"antifaschismus-als-grundtorheit-unserer-eoche","status":"publish","type":"publikation","link":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/vorgaenge\/124-vorgaenge\/publikation\/antifaschismus-als-grundtorheit-unserer-eoche\/","title":{"rendered":"Antifaschismus als Grundtorheit unserer Epoche?"},"content":{"rendered":"<p>Zu Risiken und Nebenwirkungen der &#8222;wehrhaften Demokratie&#8221;<\/p>\n<p>aus: vorg\u00e4nge Nr. 124 (Heft 4\/1993), S. 38-53<\/p>\n<p>Da schreibt jemand \u00fcber Rechtsextremismus: \u00bbHier entwickelt sich ein potentieller politischer Faktor, der von vielen als unheimlich empfunden wird. Allerdings gibt es bestimmte Interessengruppen, denen daran liegt, die &#8218;faschistische Gefahr&#8216; aufzubauschen. Hierher sind vor allem linksradikale Kreise zu rechnen.&#8220; (1967: 87) [1] Man stutzt. Irgendwie ist das Thema verrutscht. Neuer Versuch. Wenn der Rechtsextremismus heute Chancen hat, so deswegen, weil er auf nicht demokratische Traditionen zur\u00fcckgreifen kann. Aber auch in einer anderen Hinsicht kann er Bedeutung gewinnen. Feinde der freiheitlich-demokratischen Grundordnung machen sich die rechtsextremen Erscheinungen zunutze, um unter dem Vorwand des Antifaschismus die Bundesrepublik und ihre Ordnung zu bek\u00e4mpfen.&#8220; (1988a: 94) Letzter Anlauf: &#8222;Der Rechtsextremismus ist organisatorisch schwach und hat seit 1968 bei Wahlen nur minimale Erfolge erzielen k\u00f6nnen. Seine Bedeutung scheint nur in den Vorstellungen seiner Gegner zu liegen, die sich aber des rechtsextremen Schreckbildes oft nur zur Ablenkung bedienen.&#8221; (1992a: 92)<\/p>\n<p>Da hat offenbar ein ehemaliger Rechtsextremismusforscher &#8212; Hans-Helmuth Kn\u00fctter &#8212; sein eigentliches Lebensthema gefunden. Nach dem Zusammenbruch des &#8222;Realsozialismus&#8221; und inmitten marodierender, dem Neonazismus nicht fernstehender fremdenfeindlicher Banden, folgt die v\u00f6llige Konzentration des Autors auf Publikationen, die die &#8222;Reparatur der geistig-moralischen Verheerungen&#8221; durch den Antifaschismus anstreben.<\/p>\n<h2 class=\"auto-created\"><span id=\"antifaschismus-als-destabilisierung-der-bundesrepublik\">Antifa&shy;schismus als Desta&shy;bi&shy;li&shy;sie&shy;rung der Bundes&shy;re&shy;pu&shy;blik<\/span><\/h2>\n<p>Kn\u00fctter ist nicht der erste und einzige K\u00e4mpfer gegen den &#8222;l\u00e4hmenden, selbstm\u00f6rderischen Antifaschismus&#8221; (1988b: 138) &#8212; er nimmt die F\u00e4den der traditionellen rechtsradikalen und ultrakonservativen Kritik an der &#8222;Vergangenheitsbew\u00e4ltigung&#8221; auf, aber verkn\u00fcpft sie auf eine spezifische Weise und in geradezu obsessiver Beharrlichkeit mit Antikommunismus, Ressentiments gegen die Weltkriegs-Alliierten und den Frustrationen \u00fcber liberale Str\u00f6mungen in den Unionsparteien. Die Hauptthesen der seit Mitte der achtziger Jahre unz\u00e4hligen Aufs\u00e4tze und Kommentare Kn\u00fctters in Sachen &#8222;Antifaschismus&#8221; lauten: Die Linke \u00fcbertreibt die rechtsradikale Gefahr &#8212; durch Gro\u00dfreden kleiner Zirkel sowie durch exzessive Vorw\u00fcrfe gegen konservative Personen und Positionen. Im systematischen Faschismusverdacht gegen Demokraten und Demokratien wird stillschweigend eine sozialistische Position mit popularisiert. Die antitotalit\u00e4re Ausrichtung der Bundesrepublik und des Grundgesetzes wird umgebogen zu einer einseitig antifaschistischen Interpretation; durch diese Umwertung zu einem \u00bbideologischen Volksfrontkitt&#8220; (W. Rudzio) wird die Gemeinsamkeit der Demokraten zersetzt. Antifaschisten spielen damit auch das Spiel ausw\u00e4rtiger M\u00e4chte, die Deutschland aus interessenpolitischen Gr\u00fcnden auf Dauer gern &#8222;im Schatten des Nationalsozialismus&#8221; halten wollen und nationale Normalit\u00e4t zu verhindern trachten &#8212; der Rechtsradikalismus in anderen europ\u00e4ischen L\u00e4ndern wird verharmlost. Weil die antifaschistische Linke intelligenter, selbstbewu\u00dfter, besser organisiert und medienpr\u00e4senter als die Rechte ist, ist die Linke gef\u00e4hrlicher &#8212; die Destabilierungsversuche treffen auf\u00a0 \u00bbVerfall, Feigheit, Konzeptionslosigkeit, Wertunsicherheit&#8220; (1987b: 68). Diese Gefahr wird str\u00e4flich untersch\u00e4tzt, weil nach 1968 eine allgemeine \u00bbAufweichung&#8220; und Verunsicherung in Gesellschaft und Institutionen eingesetzt hat, die die subversiven Absichten der antifaschistischen Linken ignorieren.<\/p>\n<p>Kn\u00fctters neuere Ausf\u00fchrungen zum Problem des Antifaschismus in Deutschland sind vom Zusammenbruch der DDR inspiriert, von der Verlogenheit ihrer Staatsideologie und von den Versuchen, auf historischem und aktuellem Antifaschismus minimale Legitimationen und R\u00fcckzugspositionen kommunistischer ldeen und stalinistischer Herrschaftstechniken zu begr\u00fcnden. Zur Erinnerung: auch die undogmatischste West-Linke war bis mindestens 1989 stets bereit, der DDR den Kredit des \u00bbImmerhin mit dem Faschismus haben sie gr\u00fcndlich aufger\u00e4umt&#8220; einzur\u00e4umen &#8212; eine Einsch\u00e4tzung, die der Empirie stalinistischer Repression und Indoktrination in der DDR sowie der Ereignisse in der Nach-Wende-Zeit nicht gerecht wird. Und: Die PDS, Nachfolgeorganisation der SED, hat in der Tat den sehr durchsichtigen Versuch gemacht, schon die leisen Regungen neonazistischer oder neonazistisch kost\u00fcmierter Provokationen Ende 1989 auf die M\u00fchlen ihres wenig ver\u00e4nderten Politikverst\u00e4ndnisses zu lenken. (1991a: 18f)\u00a0 In der Kritik solcher Tendenzen, in denen sich der Antifaschismus in Deutschland allerdings nicht ersch\u00f6pfte, hat Hans-Helmuth Kn\u00fctter ohne jeden Zweifel recht; auch das Problem leichtfertiger Faschismus-Rhetorik bei Teilen der Linken ist nicht seiner Phantasie entsprungen. [2]<\/p>\n<p>Doch sind ihm die politischen Gewichte und Ma\u00dfst\u00e4be im Laufe seines Forscherlebens heftig durcheinander geraten. Schlimmer noch: Eine in Terminologie und Argumentationsfiguren zutage tretende Ann\u00e4herung an die von ihm selbst fr\u00fcher zutreffend analysierten Muster rechtsradikalen Denkens ist un\u00fcbersehbar. So pflegt er im Gegenangriff auf die von ihm bek\u00e4mpfte &#8222;Kulturrevolution&#8221; nach 1968 auf eine dichotomische Begrifflichkeit zur\u00fcckzugreifen; sein \u00dcbergang von der Schelte der intellektuellen Linken hin zur These, da\u00df seit 1984 \/ 85 &#8222;ein ununterbrochener Strom &#8218;antifaschistischer&#8216; Bew\u00e4ltigungspropaganda auf die B\u00fcrger der Bundesrepublik Deutschland&#8221; einprassele (1991b: 8) [3] , verr\u00e4t einen auff\u00e4lligen Schwund an Ber\u00fchrungs\u00e4ngsten. Vielerlei Anzeichen sprechen f\u00fcr eine Desensibilisierung als professionelle Deformation, aber der Reihe nach &#8230;<\/p>\n<h2 class=\"auto-created\"><span id=\"zur-anamnese-einer-immunschwaeche\">Zur Anamnese einer Immun&shy;schw&auml;che<\/span><\/h2>\n<p>Hans-Helmuth Kn\u00fctter, geboren 1934, hat sich nach seiner Studienzeit in Berlin an der Schule des Bonner Zeithistorikers und Politologen Bracher orientiert und seine ersten wissenschaftlichen Meriten mit Arbeiten zur Geschichte und Ideologie politischer Parteien\u00a0 und Ideologien erworben. So bot z.B. seine Dissertation eine materialreiche und kundige Analyse der verqueren Lernprozesse Rechtsradikaler im ersten Nachkriegsjahrzehnt, ihrer halben und taktischen Abgrenzungen vom Nationalsozialismus, der Mentalit\u00e4ten und Argumentationsweisen der beteiligten Generationen. Sein damaliges Fazit: der Rechtsradikalismus habe mangels eines angemessenen Verst\u00e4ndnisses moderner Gesellschaften keine Theorie, sondern lediglich antidemokratisches Ressentiment zu bieten; durch Aussterben der vom Nationalsozialismus gepr\u00e4gten Generation werde sich das Problem gr\u00f6\u00dftenteils von selbst erledigen, und zuk\u00fcnftiges Unbehagen in der moderner Gesellschaft werde andere Ausdrucksformen finden. (1961)<\/p>\n<p>Neben Arbeiten zum Verh\u00e4ltnis von Linksparteien und Judentum wie Antisemitismus (1965, 1971) folgen immer wieder Berichte, \u00dcberblicksdarstellungen und Einzelanalysen zu diesem Feld. Er diagnostiziert zutreffend die antiliberalen und antipluralistischen Z\u00fcge rechtsextremen Denkens, den Hang zu Intellektfeindlichkeit<br \/>und Elitismus; auch die ersten &#8222;Modernisierungen&#8221; des rechten Lagers in den sechziger Jahren entgehen ihm nicht. (1966b, 1967, 1981) Besonders bemerkenswert angesichts heutiger Positionen ist eine Analyse von 1966: die rechtsradikale Kritik demokratischer Institutionen fu\u00dfe auf der Angst vor Chaos und Labilit\u00e4t; &#8222;parteipolitischer Kuhhandel und egoistische Einstellung\u00ab, die &#8222;\u00dcberbetonung der Freiheit&#8221; w\u00fcrden als Ph\u00e4nomene der Aufl\u00f6sung interpretiert, und die Ursache der autorit\u00e4ren Rezepte dagegen sei \u00bbeine tiefgehende Unsicherheit angesichts des komplizierten und dem einzelnen unverst\u00e4ndlichen politischen Geschehens\u00ab<br \/>(1966a). Diese Topoi kehren sp\u00e4ter wieder\u00a0 &#8212;\u00a0 allerdings nicht als kritische Einw\u00e4nde, sondern als Gegenwartskritik des Autors. Aus heutiger Sicht ist allerdings auch erw\u00e4hnenswert, da\u00df die Kritik des Rechtsradikalismus bei Kn\u00fctter damals in der (Bonner) Tradition eines &#8222;ausgewogenen&#8221; Antitotalitarismus verblieb, also die &#8222;linke Gefahr\u00ab nie mitzunennen verga\u00df, und da\u00df diese Kritik objektive Wirkungen rechtsradikaler Forderungen ins Visier nahm, um gleichzeitig subjektiv lautere Motive mindestens als m\u00f6glich zu unterstellen.<\/p>\n<h2 class=\"auto-created\"><span id=\"totalitarismus-und-kaempferische-demokratie\">Totali&shy;ta&shy;rismus und k&auml;mpfe&shy;ri&shy;sche Demokratie<\/span><\/h2>\n<p>Das argumentative Bindeglied zwischen den Themen &#8222;Rechtsextremismus\u00ab und &#8222;linksextremistischer Antifaschismus&#8221; ist f\u00fcr Kn\u00fctter das Totalitarismus-Paradigma. Problematik und Geschichte dieses Begriffs sollen hier nicht diskutiert werden, die in den vergangenen zwanzig Jahren vorherrschende Tabuisierung kann aber als erledigt gelten. In der Nachfolge Karl-Dietrich Brachers und antifaschistischen Interpretationen etwa Wolfgang Abendroths entgegentretend insistiert Kn\u00fctter in vielen Publikationen (z.B. 1989) auf dem antitotalit\u00e4ren und streitbaren Gehalt des Grundgesetzes; neben der seines Erachtens vernachl\u00e4ssigten geistigen Auseinandersetzung bedarf die bundesdeutsche Demokratie auch ihrer wenig genutzten praktischen Abwehrinstrumente. Nun ist unbezweifelbar, da\u00df die Mitglieder des Parlamentarischen Rates ihrer \u00dcberzeugung, da\u00df der Legalit\u00e4tstaktik von Demokratiegegnern begegnet werden m\u00fcsse,\u00a0 im Grundgesetz Ausdruck verliehen haben, indem sie z.B. die Grundrechte in ihrem &#8222;Wesensgehalt&#8221; den Parlamentarischen Mehrheitsentscheidungen entzogen und Instrumente der Grundrechtsverwirkung sowie des Parteien- und Organisationsverbots schufen. Aber es hie\u00dfe die Geschichte der westdeutschen Republik verf\u00e4lschen, wollte man\u00a0 verkennen, da\u00df diese Regelungen immer im Kontext anderer verfassungspolitischer Grundentscheidungen und tagesaktueller Opportunit\u00e4ten interpretiert wurden. &#8222;Jenseits der Frage der Praktikabilit\u00e4t erhebt sich das begriffliche Dilemma, eine Demokratie zu denken, die die ihr wesenseigenen Rechte und Freiheiten gleichsam unter Ansehung der Person gew\u00e4hrt oder versagt, eine Demokratie also zu denken, die ihrem Elementargrundsatz, der Mehrheitsentscheidung des Volkes, aus Selbsterhaltungsgr\u00fcnden die Anwendung zu versagen bereit ist. Weitgehende Handhabung der Schutzbestimmungen k\u00f6nnte eine Erstarrung des politischen Lebens zur Folge haben. Ja, es k\u00f6nnte einmal eine bestimmte Herrschafts- und Gesellschaftsform in begriffsverengender, zweckbetonter Selbstidentifizierung mit &#8218;freiheitlich-demokratischer Grundordnung&#8216; sich stabilisieren und verabsolutieren.&#8220; [4]<\/p>\n<p>Von solchen Zweifeln und Selbstbegrenzungen\u00a0sind Kn\u00fctters politische Forderungen nicht angekr\u00e4nkelt &#8212; die Konfliktlinien zwischen Wehrhaftigkeit, Demokratiegebot und Rechtsstaatlichkeit werden von ihm entweder ignoriert oder lediglich als Demokratiegef\u00e4hrdung durch die antifaschistische Linke wahrgenommen: &#8222;In der Gegenwart erleben wir, da\u00df unter dem Vorwande des Antifaschismus durchaus Tendenzen vorhanden sind, die durch einen vermeintlichen &#8218;Faschismus&#8216; bedrohte Freiheit einzuschr\u00e4nken, da den angeblichen &#8218;Faschisten&#8216; Versammlungsfreiheit,\u00a0 Meinungsfreiheit und die Freiheit der Berufswahl nicht gew\u00e4hrt werden sollen.&#8220; (1989: 73)\u00a0 Die moralische, wenig fa\u00dfbare &#8222;Fundamentalnorm&#8220; des Antifaschismus sei zum &#8222;Ausufern&#8221; pr\u00e4destiniert: &#8222;Statt zu reinigen, vergiftet sie die politische Atmosph\u00e4re, so wie ein im \u00dcberma\u00df eingenommenes Medikament statt Heilung Krankheit bewirkt.&#8220; (1987a: 365)<\/p>\n<p>Die &#8222;streitbare Demokratie&#8220; sei &#8212; so lautet die Analyse &#8212; untergegangen in einem Sturm entfesselter Liberalit\u00e4t: Seit 1950 gebe es eine &#8222;fortlaufende Entwicklung vom Bilde des starken, selbstbewu\u00dft demokratischen Staates hin zu mehr Individualrechten&#8221;, Rigorosit\u00e4t und Extensit\u00e4t seien im Staatsbewu\u00dftsein und Staatsschutz der Bundesrepublik seit den Anfangsjahren bis zur Selbstaufgabe geschrumpft &#8212; den Zeiten, als &#8222;Angriffe gegen den seinerzeitigen Verteidigungsminister Strau\u00df als Verunglimpfung\u00a0eines Staatsorgans&#8221; galten, trauert der Autor kaum verhohlen nach. (so 1987a. 83, 1989: 86, 1991c: 33) Seit den sechziger Jahren werde diese Tendenz immer st\u00e4rker\u00a0 &#8212;\u00a0 der Einflu\u00df der APO-Revolte habe die Gemeinsamkeit der Demokraten weitgehend zersetzt. &#8222;W\u00e4hrend man bis dahin der Regierung nichts \u00dcbles zugetraut hatte, gab es nunmehr nichts \u00dcbles mehr, was man ihr nicht zugetraut h\u00e4tte.&#8220; Und in einer Reihung von Notstands-Opposition, Studentenbewegung, Anti-AKW Bewegung, Startbahn-West-Auseinandersetzung, Widerstand gegen maschinenlesbare Personalausweise und Volksz\u00e4hlung und NATO-Kritik passieren im trauten B\u00fcndnis mit dem RAF-Terror fast alle politischen und sozialen Bewegungen der BRD-Geschichte Revue\u00a0 &#8212;\u00a0 als Ph\u00e4nomene des Zerfalls und Instrumente der Unterwanderung, versteht sich (1989a: 28f). In der Fassungslosigkeit \u00fcber all die Entgrenzungen, die ihm aus diesen Milieus entgegenschlagen, und im absurden Versuch, solche Potentiale auf die alten staatssch\u00fctzerischen Flaschen von Organisationen, Einflu\u00dfpolitik und Blockkonfrontation zu ziehen, \u00e4u\u00dfert sich m\u00f6glicherweise die Kr\u00e4nkung, die der Verlust des Parteienmonopols auf\u00a0 Politik auch f\u00fcr manche Politologen enthielt; im R\u00fcckgriff auf\u00a0die dichotomischen Extremismus-Schemata liegt der notd\u00fcrftige Halt einer solchen &#8222;wissenschaftlich drapierten innerstaatlichen Feinderkl\u00e4rung&#8220;. [5]<\/p>\n<p><b>&#8222;Der Hedonismus ist das gelebte Nein zum Kollektiv&#8220;<\/b> (1992b: 76)<\/p>\n<p>Der Zeitgeist, dem das Zur\u00fcckweichen vor all diesen Herausforderungen laut Kn\u00fctter geschuldet ist, ist also im wesentlichen an der Chiffre &#8222;1968&#8220; festzumachen: &#8222;in Folge der kulturrevolution\u00e4ren Bewegung der sp\u00e4ten 60er Jahre&#8220; (1989: 79) werden Rechtsbr\u00fcche geduldet, verfassungsfeindliche Organisationen unbehelligt gelassen, das Strafrecht durchl\u00f6chert und Begriffe umgepolt. Es entzieht sich unserer Kenntnis, welche biografischen Schocks H.H. Kn\u00fctter um 1968 im einzelnen ereilt haben, aber da\u00df er von diesem Datum aus s\u00e4mtliche Feindbilder seiner politischen Publizistik neu gruppiert, da\u00df die hier ausgemachte Ver\u00e4nderung der Bonner Republik zu einem seiner &#8222;heimlichen Themen&#8220; wurde &#8212; gleichg\u00fcltig wor\u00fcber Kn\u00fctter gerade schreibt &#8212;&#8218; ist an allen seinen Ver\u00f6ffentlichungen seit den siebziger Jahren zu belegen: ohne eine Philippika gegen &#8222;hedonistische Lebenseinstellung&#8221;, Psychoanalyse und sexuelle Enthemmung, den fundamentalen &#8222;Wertewandel &#8212; fort von harten, asketischen, Opfer und Verzicht fordernden Werten hin zu hedonistischen, auf Selbstverwirklichung gerichteten Vorstellungen&#8221; geht es nirgendwo mehr ab. Linke Intellektuelle, deren Denken und Psyche er feinf\u00fchlig von denen der sozialistischen Organisationen unterscheidet und die aus seiner Sicht eine Meinungsf\u00fchrerschaft gegen das Volk beanspruchen, provozieren ihn zu folgendem Ausfall: &#8222;Alles, was mit Nation, Staat, Volk, Reich, Preu\u00dfen, Obrigkeit, Opfermut, Hingabe, Ordnung, Disziplin zu tun hat, erscheint als rechts bis zum &#8218;Faschismus&#8216;. Der ganze Widerwille einer hedonistisch auf Selbstverwirklichung und Individualrechte eingestellten Schicht richtete sich gegen diese Mentalit\u00e4t.&#8221; (1991c: 153f)<\/p>\n<p>Wie schon bei den Rechtsradikalismus-Analysen verschwimmt hier manches &#8212; immer \u00f6fter passiert Kn\u00fctter die &#8222;Jenninger-Grenze&#8221;, wieder und wieder fragt man sich, wer da gerade wie von &#8222;Volk&#8221;, &#8222;Reich&#8221;, &#8222;auf straffe Staatsdisziplin Opfer bis hin zum Tod beruhenden Werten&#8221; usf. spricht: \u00a0Rollenprosa und eigene Positionen werden ununterscheidbar. Die Rage geht so weit, da\u00df ihm regelm\u00e4\u00dfig die Positionen und Experimente der APO-Generation mit denen der Werbewirtschaft (&#8222;Genu\u00df ohne Reue&#8221;) durcheinander purzeln und notfalls auch Slogans der Neuen Linken \u00e1\u00a0 la &#8222;Eigennutz geht vor Gemeinnutz&#8221;schlecht imaginiert werden. (vgl. 1988a: 84 und 1992a: 83)\u00a0 An der vom &#8222;Gegner&#8221; betriebenen Ideologiekritik allerdings &#8212; ansonsten auch ein beliebter Gegenstand konservativer 68er-Schelte &#8212; findet Kn\u00fctter mehr Gefallen: ein vom ihm mitverantwortetes Schulbuch versucht sich an einer Gebrauchsanweisung und Popularisierung, und im Rahmen seiner Auseinandersetzung mit dem Delikt der &#8222;Deutschfeindlichkeit&#8220; exerziert der Autor vor, wie man die staatstragenden Ideen der V\u00f6lkerfreundschaft und B\u00fcndnistreue anhand des sonst (z.B. im Kontext der angeblichen &#8222;Konfliktp\u00e4dagogik&#8221;) als zersetzend eingesch\u00e4tzten Kriteriums &#8222;cui bono?&#8220; destruieren kann. [6]<\/p>\n<p><b>&#8222;Ein ununterbrochener\u00a0 Strom antifaschistischer Bew\u00e4ltigungspropaganda&#8221;<br \/><\/b>(1991b: 8)<\/p>\n<p>Auch die Kritik an der &#8222;Bew\u00e4ltigung&#8221; der nationalsozialistischen Verbrechen ist zum Generalba\u00df der Kn\u00fctterschen Melodien geworden; nach seiner Lesart gab es nach 1945 mehrere &#8212; meist von ausl\u00e4ndischer Kritik und DDR-Regie inspirierte &#8212; Wellen \u00fcbertriebener Selbstkritik. &#8222;Angesichts mancher widerw\u00e4rtiger Begleiterscheinungen des Jahres 1985&#8243; [7] (was sonst als die Weizs\u00e4cker-Rede zum Jahrestag des Kriegsendes kann hier gemeint sein?) und mit dem Historikerstreit erkennt er einen neuen Aufschwung des &#8222;Nationalmasochismus&#8221;, der Politik und Parteien der Bundesrepublik vielf\u00e4ltiger Manipulation und Erpressung aussetzt, den \u00bbGef\u00fchlssozialisten&#8221; die moralische Hegemonie sichert und den abgehalfterten DDR-Eliten einen Rest-Schutz vor Verfolgung einbringt. Da\u00df LokalhistorikerInnen und Institutionen wie die Bundesbahn das &#8222;dunkle Kapitel&#8221; der deutschen Geschichte nunmehr nicht l\u00e4nger verstecken, sichert ihnen Kn\u00fctters H\u00e4me. (vgl. 1988a: 72ff und 1991b: 8f) Ausdr\u00fccklich wird diese Kritik auch in die gesamte bundesrepublikanische Geschichte zur\u00fcck projiziert &#8211; er bem\u00fcht sich um die Wiederbelebung der Ende der vierziger Jahre in der CDU noch vorhandenen \u00bbEinsicht, da\u00df der Linken Antifaschismus und Entnazifizierung als Vorwand f\u00fcr gesellschaftspolitische Ziele dienten&#8220; (1992a: 86)\u00a0 Die Versuche der Bundesregierungen der f\u00fcnfziger Jahre, &#8222;deutschfeindliche&#8221; Filmproduktionen im Ausland zu verhindern und die 1956 diplomatisch erpresste Absetzung des Alain Resnais-Films &#8222;Nacht und Nebel&#8221; auf den Filmfestspielen von Cannes werden als durchaus diskutable, wenn nicht angemessene Mittel zur Bek\u00e4mpfung antifaschistischer Stereotype referiert. [8]<\/p>\n<p>Mit dem 68er-Trauma und der Kritik der &#8222;Vergangenheitsbew\u00e4ltigung&#8221; geht bei Kn\u00fctter auch eine explizite Revision seiner Rechtsextremismus-Analyse einher: Kulturpessimistisch-irrationale Positionen, Elitebewusstsein und Kritik der Mehrheitsentscheidungen seien heutzutage nicht l\u00e4nger Charakteristika rechter Einstellungen, sondern ebenso auf der Linken anzutreffen. (1992a.: 86) Womit wohl auch ein \u00bbDispens&#8220; von allen fr\u00fcheren damit verbundenen Einw\u00e4nden und Bef\u00fcrchtungen gemeint ist: nichts kennzeichnet Kn\u00fctters heutige Diagnosen der Gegenwart treffender als die Begriffs-Trias Kulturpessimismus, kritische Einstellung zur Rationalit\u00e4t und Elite-Orientierung! Die Besch\u00e4ftigung Rechtsextremismus wird immer offensichtlicher zum blo\u00dfen Vorwand, sich dessen Gegner in aller denkbaren Pauschalit\u00e4t vorzunehmen. Mit einer sprachlichen Enthemmung und der \u00dcbernahme von Stichworten der alten und neuen Rechten gehen bei Kn\u00fctter alle Klischees einher, die die Untersuchung antidemokratischer Ideologien der Rechten seit den f\u00fcnfziger Jahren zutage gefordert hat: die Wahrnehmung gesellschaftliche Komplexit\u00e4t als &#8222;Wirrwarr\u00ab, der Ruf nach viel mehr Stabilit\u00e4t politischer Institutionen, Intellektuellenfeindlichkeit und pejorative Besetzung des Begriffs &#8222;Aufkl\u00e4rung&#8221;, die Furcht vor dem &#8222;Massenwahn&#8220; und die Begrenzung von politischen Hoffnungen auf Wenige, die rabiate Zur\u00fcckweisung einer Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus und nicht zuletzt eine geh\u00f6rige Portion innen- und au\u00dfenpolitischen Verschw\u00f6rungsdenkens. (vgl. u.a. 1992a, 1992b) Neben dem hilflosen (weil theorielosen) liberalen und christlichen Antifaschismus und den &#8222;rational kalkulierenden politischen Gesch\u00e4ftemachern&#8221; kann er nur zwei Motivlagen des Antifaschismus ausmachen: Sadismus und Masochismus. &#8222;Die einen haben ein Vergn\u00fcgen an der psychischen Terrorisierung anderer, erfreuen sich an deren Angst, W\u00fcrdelosigkeit, ihrem Winden und Kriechen &#8230; Beispiele f\u00fcr Masochisten findet man bei den Kindern ehemaliger Nationalsozialisten, die ihre eigene und die Vergangenheit ihrer Eltern diffamierend bew\u00e4ltigen.&#8221; (1992b. 68f) Solche Ausfl\u00fcge in psychologische Gefilde enden allerdings<br \/>regelm\u00e4\u00dfig in der Banalit\u00e4t sowie der Anthropologisierung vorfindlicher Bed\u00fcrfnisse: Jedem sein Feindbild, weil es sich ohne Abgrenzungen und Komplexit\u00e4tsreduktion nun einmal nicht leben l\u00e4\u00dft!<\/p>\n<p>Die pers\u00f6nlichen und organisatorischen Ber\u00fchrungspunkte des Autors zu Rechtsextremen m\u00f6gen bescheiden sein (den &#8222;Persilschein&#8221; zu Publikationen im Mut-Verlag liefert er vorsichtshalber\u00a0 selbst ab [9]) &#8212; seine Ver\u00f6ffentlichungen haben mittlerweile eine Schwelle zur aggressiven Propaganda \u00fcberschritten. Ein bisher wirksamer bundesrepublikanischer Minimalkonsens immerhin scheint n\u00e4mlich da verletzt, wo die seit dem 40. Jahrestag der deutschen Kapitulation intensivierte Auseinandersetzung mit der Nazi-Geschichte Deutschlands ausschlie\u00dflich als &#8222;Bew\u00e4ltigungspropaganda&#8221; und Kotau vor dem Ausland interpretiert wird, wo die Politik der Weltkriegs-Alliierten und die UNO (mittels der ber\u00fcchtigten &#8222;Feindstaatenklauseln&#8221;) als Knebelung der Bundesrepublik interpretiert werden, wo von der Bundesrepublik im Stahlhelm \/ Nazi-Jargon als &#8222;System&#8221; gesprochen wird [10] &#8212; oder auch hier noch nicht? Ganz im Stil der auf den &#8222;Baustellen des Revisionismus&#8221; (Claus Leggewie) \u00fcblichen pseudonaiven Fragetechnik &#8222;Man wird ja wohl wenigstens noch fragen d\u00fcrfen?&#8221;) kommen Kn\u00fctters dreiste, immer wieder scheinbar unmotiviert eingestreute Bemerkungen \u00fcber Juden daher: Sie seien in der intellektuellen Linken \u00fcberrepr\u00e4sentiert, die Rede von &#8222;unseren j\u00fcdischen Mitb\u00fcrgern&#8221; ist f\u00fcr ihn ein herausragendes Beispiel sachlich unzutreffender positiver Vorurteile und die Frage treibt ihn um, wieso eigentlich das Feindbild des Antisemitismus moralisch anders bewertet wird als dasjenige des Antifaschismus. (vgl. 1992a: 80, 1992b. 67ff). Nebenbei werden auch die Drahtzieher der &#8222;Deutschfeindlichkeit&#8221; im Ausland (am Beispiel der USA) enth\u00fcllt: &#8222;Neben Juden sind es vor allem Schwarze, die Bewohner der Ostk\u00fcste, mit besonderer H\u00e4ufung im Raum New York und der Neuenglandstaaten, aber auch in Georgia.&#8220; [11]\u00a0 Die M\u00f6glichkeit, da\u00df er mit solchen kleinen Tabuverletzungen die deadline politischer Protektion passiert, wird ihn vermutlich in seiner wahnhaft werdenden Weltsicht best\u00e4rken &#8212; der Anti-Antifaschismus ist mindestens so &#8222;selbstreferentiell&#8221; wie der dogmatische Antifaschismus.<\/p>\n<h2 class=\"auto-created\"><span id=\"rueckhalt-und-ausstrahlung\">R&uuml;ckhalt und Ausstrah&shy;lung<\/span><\/h2>\n<p>Die wissenschaftliche Karriere Kn\u00fctters spielte sich fast vollst\u00e4ndig an der Universit\u00e4t Bonn ab. Wir begegnen ihm 1970 in der Position eines Akademischen Rats, zur gleichen Zeit ist er politischer Mitarbeiter einer von Bonner Politologen im Auftrag der Bundeszentrale f\u00fcr Politische Bildung erstellten und\u00a0 verbreiteten &#8222;Bibliographie zur Politik in Theorie und Praxis\u00ab. Die Debatten der siebziger Jahre um die politische Bildung an Schulen f\u00fchren ihn an die Seite der Kritiker der hessischen Rahmenrichtlinien und anderer emanzipatorischer Aufbr\u00fcche, die gegen BildungspolitikerInnen und die damals vorherrschenden Tendenzen der P\u00e4dagogik das B\u00fcndnis mit der &#8222;positiv&#8221; eingestellten Mehrheit der Bev\u00f6lkerung suchen [12] &#8212; im Parteienstreit um die sogenannte Konfliktp\u00e4dagogik wird er auch zum Mitautor einer Brosch\u00fcre &#8222;Ihr Kind &#8212; morgen ein fanatischer Klassenk\u00e4mpfer?&#8221; Seit 1972 Professor f\u00fcr Politikwissenschaft, im Jahre 1993 Gesch\u00e4ftsf\u00fchrender Direktor und Vorstandsmitglied des Seminars f\u00fcr Politische Wissenschaft, handeln seine Lehrveranstaltungen, wie man es erwarten mu\u00df, von Demokratie und Parlamentarismus sowie z.B. &#8212; schon etwas individueller &#8212; von der Renaissance des Nationalen, der multikulturellen Gesellschaft und S\u00fcdafrika.<\/p>\n<p>Neben dieser unspektakul\u00e4ren Laufbahn hat er aber im Schatten der Regierungszentrale auch Funktionen \u00fcbernommen, die eine au\u00dferakademische Relevanz haben.\u00a0 So ist er Anfang der achtziger Jahre\u00a0 Dauergast in den Publikationen des Bundesinnenministeriums\u00a0 &#8212; kein Wunder: Es sind seine Themen, die dort nach dem Regierungswechsel Konjunktur haben, es ist sein Ziel: Restabilisierung der &#8222;Streitbarkeit&#8220;, das hier verfolgt wird. Die Reihe &#8222;Texte zur Inneren Sicherheit&#8221;, in der Regel Aufsatzsammlungen von Vertretern der Exekutive und der Wissenschaft, kommt ohne ihn nicht aus. Dieses unendliche Recycling derselben schlichten Thesen k\u00f6nnte ignoriert werden, wenn sich in der Publikation und ihrer &#8222;Ausstrahlung&#8221; nicht eine Anerkennung und Unterst\u00fctzung artikulieren w\u00fcrde, die zu denken gibt.<\/p>\n<p>Mit Ausstrahlung\u00a0 ist z.B. gemeint, da\u00df der Bundesverfassungsschutzbericht, jene j\u00e4hrlich ver\u00f6ffentlichte Ansammlung von &#8222;hoheitlichen Verrufserkl\u00e4rungen&#8220; (J\u00fcrgen Seifert), sich seit ca. 1983 f\u00fcr den Antifaschismus interessiert und seit 1987 die entsprechenden Stichworte von Kn\u00fctter &amp; Co. aufnimmt; unter &#8222;linksextremistischen Bestrebungen&#8221; finden wir seither Daten \u00fcber kommunistische, autonome und andere Aktionen in antifaschistischer Absicht.\u00a0 &#8222;Ein wesentliches Ziel der kommunistischen &#8218;Antifaschismus-Kampagne&#8216; ist es, das antitotalit\u00e4re, gleicherma\u00dfen gegen rechts- wie linksextremistische Bestrebungen gerichtete Demokratieverst\u00e4ndnis des Grundgesetzes auf einen nur &#8218;antifaschistischen&#8216; Gehalt zu reduzieren und damit den Kommunismus hoff\u00e4hig zu machen.&#8220; [13] Neben Antimilitarismus, Antiimperialismus und den anderen Objekten der amtlichen Begierde wird damit ein neues Arbeitsfeld der\u00a0 Verfassungsschutzbeh\u00f6rden definiert, in dem Informationen gesammelt,\u00a0 \u00fcber das &#8222;Erkenntnisse weitergegeben und das nicht zuletzt auch von erheblicher au\u00dfenpolitischer Relevanz ist. B\u00fcndnisse, Kooperationen und Kontakte in diesem Themengebiet schaffen damit neue M\u00f6glichkeiten der &#8222;Kontaktschuld&#8221; &#8212; die entsprechenden Formulierungen des Verfassungsschutzberichts lesen sich wie Extrakte der referierten Kn\u00fctter-Thesen. Zwar hat die angesichts des &#8222;Realsozialismus&#8221; kritische Neue Linke immer eine gewisse Rest-Naivit\u00e4t gegen\u00fcber den stalinistischen Strategien in Europa und der Bundesrepublik bewahrt, doch die Schaubilder aus dem Bundesinnenministerium, die wie die Zwangsvorstellungen stalinistischer Apparate jegliche Grauzonen vermissen lassen, &#8222;Spinnennetz&#8220;-Schemata, in deren Zentrum selbstverst\u00e4ndlich das Zentralkomitee der KPdSU sitzt (und an deren Rand eine wie auch immer bestimmte &#8222;Antifaschismus-Kampagne&#8221; angesiedelt ist [14]), sollten weiterhin im Gebiet der politischen Neurosen abgehandelt werden.<\/p>\n<p>In der Reichweite des Bundesinnenministeriums residiert auch eine Bonner Institution, die in Publikationen und anderen Dienstleistungen eine der wenigen Kompetenzen des Bundes im Bildungswesen artikuliert und gelegentlich als Einrichtung eines &#8222;positiven Verfassungsschutzes&#8221; bezeichnet wird: die Bundeszentrale f\u00fcr politische Bildung. Hier tobten seit den siebziger Jahren viele der Schlachten um kritische und staatsnahe Erwachsenenbildung, und die meisten dieser Kontroversen hatten auch eine personalpolitische Seite. Einen H\u00f6hepunkt der Auseinandersetzung bildete die Kritik der popul\u00e4ren Massenzeitschrift &#8222;PZ&#8221;; die inhaltliche Kritik wurde im April 1974 flankiert durch Enth\u00fcllungen des Bundes Freiheit der Wissenschaft, genauer gesagt des Bonner Politikwissenschaftlers Kn\u00fctter: Vier Extremisten seien in der Redaktion der Zeitschrift besch\u00e4ftigt, was ein schlagendes Beispiel f\u00fcr den Marsch der APO durch die Institutionen sei. Angesichts der Wolkigkeit der meisten Vorw\u00fcrfe (amnestierte Demonstrationsdelikte, Mitgliedschaft in sozialistischen Studentenzirkeln, Wohngemeinschaften) kam es zur K\u00fcndigung nur eines Beschuldigten, aber auch zur \u00dcberpr\u00fcfung aller 386 zu dieser Zeit laufenden Werkvertr\u00e4ge der Bundeszentrale. [15] Der Verdacht, da\u00df dieser Vorgang auf universit\u00e4re Kontroversen zwischen den Beteiligten zur\u00fcckging, wird auch durch andere Mitteilungen \u00fcber den Diskurs am Bonner Seminar f\u00fcr politische Wissenschaft gest\u00fctzt: Kn\u00fctter scheint zu jener Sorte Hochschullehrer zu geh\u00f6ren, die mit einem Elefantenged\u00e4chtnis sozialistische Studentenpolitiker von der universit\u00e4ren Lehrt\u00e4tigkeit fernzuhalten bem\u00fcht sind und Strafanzeigen f\u00fcr angemessene Reaktionen auf Sit-ins und Vorlesungsrezensionen halten.[16] Die Aktion von 1974 war anscheinend eine Berufung zu H\u00f6herem wert: In den achtziger Jahren begegnen wir H.-H. Kn\u00fctter als Herausgeber mehrerer Sammelb\u00e4nde der Bundeszentrale f\u00fcr politische Bildung, 1985 wird er &#8212; im Kontext umfassender &#8222;Wende&#8221; -Man\u00f6ver und anstelle des manchmal etwas zu unabh\u00e4ngigen Konservativen Manfred H\u00e4ttich &#8212; in den Wissenschaftlichen Beirat der Bundeszentrale berufen, dem er bis 1990 angeh\u00f6rte.&#8221; Aber erw\u00e4hnenswert ist auch, da\u00df die neueren &#8212; von seinem Verein &#8222;Werkstatt f\u00fcr Politische und Soziale Bildung&#8221; ver\u00f6ffentlichten &#8212; Kampfschriften in einer Reihe erscheinen, die offizi\u00f6s &#8222;Studien und Berichte aus dem Seminar f\u00fcr Politische Wissenschaft der Universit\u00e4t Bonn&#8221; hei\u00dft.<\/p>\n<p>Kn\u00fctter ist &#8212; wie schon angedeutet &#8212; nicht der einzige gestandene Politikwissenschaftler, der beim Thema &#8222;Antifaschismus&#8221; das Ma\u00df politischer Einsch\u00e4tzungen vollends verliert; sein Weggef\u00e4hrte Klaus Hornung, Hochschullehrer in Hohenheim und Reutlingen, ebenfalls bei der Hanns-Seidel-Stiftung der CSU und in vielen rechten Zirkeln und Zeitschriften pr\u00e4sent\u00a0und dem Dunstkreis des Filbinger-Studienzentrums Weikersheim zuzurechnen, sah 1989 die alte Bundesrepublik kurz vor dem Untergang, weil alle politischen Funktion\u00e4re &#8212; die der Union eingeschlossen &#8212; dem Antifa-Denken aufs\u00e4\u00dfen: &#8222;Der Wind jahrzehntelanger volksp\u00e4dagogischer Vergangenheitsbew\u00e4ltigung . . . hat diese K\u00f6pfe leergeblasen, so da\u00df sie darauf wie der Pawlowsche Hund reagieren. Wieder einmal ist das &#8218;b\u00fcrgerliche Lager&#8216; dabei, die politische Macht zu verspielen, und die Bundesrepublik droht zu einem Reduit zu werden, in dem die letzten ,antifaschistischen&#8216; und gr\u00fcnen Marxisten und Leninisten als die vielleicht doch besseren Demokraten geh\u00e4tschelt und antitotalit\u00e4re Konservative und Liberale als ,Faschisten&#8216; verunglimpft werden.&#8220; [18] Allerdings mu\u00df Hornungsich wegen seiner These, da\u00df der Antifaschismus ein &#8222;Instrument geistiger Besatzungsherrschaft&#8221; gewesen sei, von der FAZ in der dortigen feinen Manier bescheinigen lassen,da\u00df sich der Ideologiekritiker dem Ideologen n\u00e4here. [19]<\/p>\n<p>Am gleichen Ort ist es selbstverst\u00e4ndlich aber auch weiterhin m\u00f6glich, &#8222;den&#8221; Antifaschismus als Intellektuellenverschworung und Destabilislerungsideologie zu verstehen &#8212; dies hat offenbar seinen Reiz f\u00fcr die verschiedensten konservativen Zeitgenossen: Erwin K. Scheuch schl\u00e4gt vor, den Rechtsradikalismus als eine Chim\u00e4re aufzufassen &#8212; &#8222;durch den gr\u00f6\u00dferen Teil der Kulturintelligenz immer am Leben erhalten&#8221;, und Ende August 1991 raunt ebenda der Extremismus-Papst Jesse, die fr\u00fchen neunziger Jahre w\u00fcrden sp\u00e4ter m\u00f6glicherweise einmal als Inkubationszeit eines &#8222;Anti Antifaschismus&#8220; gelten. [20]<\/p>\n<p>Das Thema weckt aber nicht nur bei etablierten Medien und staatstragenden Institutionen wie dem Innenministerium Interesse, auch die Neue Rechte wittert selbstverst\u00e4ndlich Morgenluft: Die Kritik der vermeintlich von Linksintellektuellen und Stasi angezettelten &#8222;Vergangenheitsbew\u00e4ltigung&#8221; im Insiderjargon gern als &#8222;VB&#8220; verk\u00fcrzelt) &#8212; schon immer das\u00a0 Thema der alten Rechten \u00e1\u00a0 la National- und Soldatenzeitung &#8212; wird in ihrer etwas verfeinerten Form geradezu zum Vereinigungsparteitag von etablierten ultra- konservativen Denkern wie Hornung, Unions-Rand-Strategen \u00e1\u00a0 la Heinrich Lummer und der Neuen Rechten,\u00a0 z.B. w\u00e4hrend der &#8222;Sommeruniversit\u00e4t 1993 \u00ab der Zeitung &#8222;Junge Freiheit&#8220;.[21] Die eindeutigen Motive der \u00e4u\u00dfersten Rechten sollen in diesem Zusammenhang nicht weiter interessieren, aber wo die Wurzeln der Perseveranz und Aggressivit\u00e4t liegen, mit der ehemals Liberalkonservative diese Revisionen (oder wie sie formulieren w\u00fcrden : Rekonstruktionsversuche eines versch\u00fctteten antitotalit\u00e4ren Konsenses) betreiben, mu\u00df gefragt werden: Die &#8222;Gemeinsamkeit der Demokraten&#8221; hat jahrzehntelang als sch\u00fctzende Decke \u00fcber den Konstellationen der drei\u00dfiger Jahre gelegen &#8212; ein Harzburg-Trauma des Konservatismus scheint mir am Werk zu sein, die Kr\u00e4nkung, im Gegensatz zu anderen demokratischen Partei-Str\u00f6mungen keine unangefochtene Traditionslinie vorweisen zu k\u00f6nnen. An dieses Trauma ist in der Geschichte der Bundesrepublik erstaunlich selten ger\u00fchrt worden. [22]<\/p>\n<h2 class=\"auto-created\"><span id=\"staatlich-gefoerderte-bruecken\">Staatlich gef&ouml;rderte &bdquo;Br&uuml;cken&rdquo;<\/span><\/h2>\n<p>Mu\u00df einen das\u00a0interessieren? Was ist aus diesem Fall eines wankelmutigen S\u00e4ngers der wehrhaften Demokratie abzulesen f\u00fcr die politische Entwicklung der Bundesrepublik? Gibt es Grunde, diese Publizistik, die einem im wesentlichen in Brosch\u00fcren des Innenministeriums, marginalen Postillen und im Selbstverlag begegnet, ernstzunehmen?<\/p>\n<p>Die Kn\u00fctterschen Fanfarensto\u00dfchen &#8212; da\u00df nun auch er das Joch der Nachkriegstabus, des Opportunismus und der &#8222;Bekenntnisse der Gesinnungst\u00fcchtigkeit&#8221; absch\u00fctteln wolle (1991b: 6) &#8212; sind epigonal, all dies ist fr\u00fcher, elaborierter, intelligenter (und unterhaltsamer) von den Mohlers,\u00a0 Schrenck-Notzings und Kaltenbrunners geschrieben worden. Es ist die sich verst\u00e4rkende Koinzidenz der Themen, Thesen und Motive mit denen des rechtsextremistischen Lagers sowie der institutionelle R\u00fcckhalt und Einflu\u00df Knutters, die derlei bedeutsam deutsam machen. \u00dcber das Br\u00fccken-Spektrum zwischen Neonazis und Konservativen erschienen in den letzten Jahren vielfaltige Analysen und Warnungen [23] &#8212; sie haben zur Eind\u00e4mmung der Entwicklung wenig beigetragen. In der Frage des Antifaschismus schie\u00dfen so viele Motiv- und Argumentationsstr\u00e4nge der zerstrittenen rechten Zwerge zusammen, da\u00df Kn\u00fctters Ausf\u00e4llen in all ihrer Schlichtheit eine strategische Schl\u00fcsselrolle zuf\u00e4llt: Die schleichende Enttabuisierung der Judenfeindlichkeit, die Reduzierung der bundesdeutschen &#8222;Vergangenheitsbew\u00e4ltigung&#8221;- Skandale auf DDR-gelenkte Destabilisierung (als habe es auf diesem Gebiet nur Stasi-F\u00e4lschungen gegeben), die Hetze gegen &#8222;nationalmasochistische\u00ab Intellektuelle, der beil\u00e4ufige Faschismus-Verdacht gegen die Partei der Gr\u00fcnen, die Rehabilitierung des Gef\u00fchls als ausreichende Orientierungsbasis f\u00fcr die &#8222;Massen&#8221;, die aggressive Zur\u00fcckweisung linker Liberalit\u00e4tsforderungen, die Bem\u00fchung um kulturelle und sprachliche Hegemonie im Sinne eines rechten Gramscianismus &#8212; all dies eint die Weikersheimer Christnationalen, die Lesezirkel der &#8222;Jungen Freiheit\u00ab, die Deutschland-Stiftung und die REP Intellektuellen sowie die pensionierten Gener\u00e4le, die als Ersatz-Remers durch die Wirtshaus-S\u00e4le ziehen. Und mit der Revision des Perspektivenwechsels, den Weizs\u00e4cker 1985 im Hinblick auf das Kriegsende artikulierte, d.h. mit einer spezifisch. &#8222;deutschen\u00ab Sicht auf den 2. Weltkrieg und der Ausblendung seiner nichtdeutschen Opfer, mit Antiamerikanismus, &#8222;Antiwestlertum&#8220; und dem Absch\u00fctteln der l\u00e4stigen &#8222;moralisierenden Volksp\u00e4dagogen&#8221;, mit der Beschw\u00f6rung &#8222;kultureller kultureller Fremdheiten&#8221; als Hindernis des Multikulturalismus, mit dem Lob der Sekund\u00e4rtugenden und der Verachtung des Feminismus bewegen sich all diese Gr\u00fcppchen auf einen subkutanen Konsens mit nennenswerten Teilen der politischen Eliten und der Bev\u00f6lkerung zu, die aus den verschiedensten Gr\u00fcnden nach dem Kitt f\u00fcr die beiden Gesellschaften in einem Staat und sicheren Eckchen m der &#8222;Risikogesellschaft&#8221; suchen. Nicht nur f\u00fcr Ideologie- und MedienkritikerInnen sind diese \u00dcberg\u00e4nge vom &#8222;Unbehagen in der Moderne&#8221; zu Ha\u00dftiraden von Belang &#8212; wahlpolitische und andere Folgen stehen vor der Haust\u00fcr.<\/p>\n<p>Das &#8222;Geheimnis&#8221; von Kn\u00fctters Argumentation hegt in der gezielten Vermischung und Verwischung mehrer, miteinander zusammenh\u00e4ngender Themen: der DDR-Staatsreligion &#8222;Antifaschismus&#8221;, die gegen Alt- und Neurechte gerichteten B\u00fcndniskonzeptionen von Kommunisten und Sozialisten sowie die Auseinandersetzungen um den Stellenwert der Nazi-Vergangenheit f\u00fcr heutige politische Identit\u00e4ten und Konzepte in Deutschland. Trotz der stereotypen Beteuerung, die Lage nach 1989 besonders zu w\u00fcrdigen, sind die skizzierten Argumentationen ein Musterbeispiel alter, der Blockkonfrontation verhafteter Reflexe; die neue Chance, die Schwierigkeiten der DDR und der BRD im Umgang mit den NS-Verbrechen nunmehr gerade in ihrer wechselseitigen Verklammerung zu erhellen, hat dieser Wissenschaftler nicht einmal als Herausforderung wahrgenommen &#8212; geschweige denn diese bestanden.<\/p>\n<p>Ungeachtet aller verquetschten Dementis, der Rechtsextremismus solle nicht kleingeredet werden (vgl. 1988a: 96 und 1992a: 97ff), tr\u00e4gt Kn\u00fctter durch seine Publikationen gezielt zur Eingemeindung rechtsradikaler Argumente in den Kreis demokratischer Positionen bei. Da\u00df Hans-Helmuth Kn\u00fctter unter Zuhilfenahme von Freund-Feind-Schemata und Pathologisienzng ein letztes Gefechtgegenden Antifaschismus als &#8222;Schrumpfform&#8221; des Kommunismus herbeiphantasiert, da\u00df er seiner Kritik linker Torheiten und Wahrheiten implizit und explizit eine manich\u00e4ische Weltsicht und vormoderne Sehns\u00fcchte zugrundelegt, und nicht zuletzt seine rabiaten Ausgrenzungsversuche markieren eine un\u00fcbersehbare &#8212; intellektuelle wie moralische &#8212; Regression unter das Niveau liberaler Kommunismuskritik und auch mehr als die R\u00fcckkehr eines k\u00e4mpferischen Konservatismus; die &#8222;ausgewogene Streitbarkeit&#8221; ist angesichts un\u00fcbersichtlicher und instabiler Verh\u00e4ltnisse zu empirieresistenten Einkreisungsgef\u00fchlen, Bedrohungsszenarien und Feinderkl\u00e4rungen fr\u00fcherer Jahrzehnte zur\u00fcckgekehrt. Jeder Schrecken \u00fcber die Realit\u00e4t nationalsozialistischer Mordherrschaft und aktueller barbarischer Anwandlungen ist hier im tagespolitischen Eifer abhanden gekommen, Konventionalismus und starker Staat sollen die Einkehr in den Kreis normaler Nationen gegen irritierende Erinnerungen und Vergleiche sch\u00fctzen.<\/p>\n<p>&#8222;Antifaschistische Appelle sind geeignet, B\u00fcndnisse zu begr\u00fcnden, die ohne das Argument, es gelte den Anf\u00e4ngen zu wehren, ehe es &#8212; wie schon einmal in der deutschen Geschichte &#8212; zu sp\u00e4t sei, nie zustande k\u00e4men. Unter dem gro\u00dfen moralischen Deckmantel des Antifaschismus bem\u00fcht sich der verfassungsfeindliche Linksradikalismus, salonf\u00e4hig zu werden. Die geringen rechtsradikalen Aktivit\u00e4ten sind somit geeignet, eine Grauzone zu schaffen, in der Demokraten und Demokratiefeinde in eine Verbindung treten, die auf die Dauer das geistig-politische Klima der Bundesrepublik negativ ver\u00e4ndern kann: &#8220; (1981: 248) Wenn dieser Kritik ein partieller Realit\u00e4tsgehalt zugestanden werden mu\u00df, wenn das Thomas Mann zugeschriebene Wort vom Antikommunismus als &#8222;Grundtorheit unserer Epoche&#8221; auch einen Schatten politischer Naivit\u00e4t geworfen hat, in dem (weit \u00fcber die Zeiten der Anti-Hitler-Koalition hinaus) zuviel Toleranz gegen\u00fcber dem Stalinismus m\u00f6glich war, so ist doch die Erfahrungssubstanz dieses vielzitierten Satzes (und damit die Antithese zu Kn\u00fctters Bef\u00fcrchtungen), die seit den drei\u00dfiger Jahren vorliegende Geschichte &#8222;antibolschewistischer&#8221; B\u00fcndnisse in Europa, nicht zu vernachl\u00e4ssigen: die Angstpropaganda gegen Liberalit\u00e4t, Grundrechte und Pluralismus, die &#8222;Gemeinsamkeit der Antikommunisten&#8221; k\u00f6nnen Demokratiezerst\u00f6rend sein. Diese Wiederkehr deutschnationaler Stimmungslagen ist, ohne in \u00dcbersch\u00e4tzungen und spiegelbildliche Verschw\u00f6rungstheorien zu verfallen [24], ernstzunehmen. Eine linke Kopie demokratie- und grundrechtsverk\u00fcrzender &#8222;Wehrhaftigkeit&#8221; und &#8222;Pr\u00e4vention&#8221; sowie ihrer \u00fcber simples Strafrecht hinausgehenden Instrumente Benennungsverbote, Sippenhaft, R\u00e4delsf\u00fchrer-Konstruktionen, Berufsverbote z.B. f\u00fchrt da nicht weiter, weil die auf Verwaltung, politische Justiz und ausgrenzende Etikettierung institutionell verengte &#8222;Streitbarkeit&#8221; diesen Ausfransungen nicht Einhalt gebieten kann &#8212; eben sowenig wie der Antifaschismus des Modells &#8222;Stra\u00dfenschlacht&#8221;. &#8222;Demokratische Streitbarkeit ist kein Verwaltungsakt, sondern eine Angelegenheit lebendiger Kommunikation\u00ab [25] und daher sind landauf, landab Hunderttausende in Vereinen und Initiativen, Gewerkschaften, politischen Vertretungen und Medien gefragt, ihre Argumente und Konfliktbereitschaft gegen\u00fcber kleinen, einflussreichen Pressure groups zu \u00fcberpr\u00fcfen &#8212; unter welchem Etikett, ist zweitrangig.<\/p>\n<p>1 Die Nachweise &#8212; so nicht anders ausgewiesen &#8212; beziehen sich auf Schriften von Hans-Helmuth Kn\u00fctter.<\/p>\n<p>2 Zur seri\u00f6sen Kritik des DDR-Gedenkens an den Nationalsozialismus vgl. etwa: Michael Zimmermann,<br \/>Der antifaschistische Mythos der DDR, in: Mythos Antifaschismus, Ein Traditionskabinett wird kommentiert, hg. vom Kulturamt Prenzlauer Berg und dem Aktiven Museum Faschismus und Widerstand in Berlin e.V., Berlin 1992, 135-142, sowie Olaf Groehler, Antifaschismus &#8212; vom Umgang mit einem Begriff, in: Ulrich Herbert\/ders. , Zweierlei Bew\u00e4ltigung, Hamburg 1992, 29-40. Zur(Selbst-)Kritik antifaschistischer P\u00e4dagogik vgl. : Peter Dudek, Antifaschismus: Von einer politischen Kampfformel zum erziehungstheoretischen Grundbegriff, in: Zeitschrift f\u00fcr P\u00e4dagogik, 36.Jg., Heft 3\/ Mai 1990, 353-370 (und fr\u00fchere Arbeiten des Autors!). Zum Problem der Reflexe von \u00dcbertreibern und Verharmlosern ge gen\u00fcber rechten Jugendlichen s. z.B. Bodo Morsh\u00e4user, Hauptsache Deutsch, Frankfurt\/M. 1992, bes. 117ff. Zur allgemeinen Kritik antifaschistischer Ideologie: Antonia Grunenberg, Antifaschismus &#8212; ein deutscher Mythos, Reinbek 1993<\/p>\n<p>3 \u00c4hnlich schon in &#8222;Mut&#8221; Nr. 278 (1990). Kn\u00fctter geh\u00f6rt selbstredend zu den Menschen, die unser Staatswesen nie unziemlich als &#8222;Bundesrepublik&#8221; oder gar als\u00a0\u00a0\u00a0 \u00bbBRD&#8221; ansprechen w\u00fcrden. <br \/>4 Friedrich Karl Fromme, Von der Weimarer Verfassung zum Bonner Grundgesetz, T\u00fcbingen 1960, 176f.-Auch Praktikern des Verfassungsschutzes sind solche Skrupel nicht v\u00f6llig fremd, vgl. H. Joachim Schwagerl, Verfassungsschutz in der Bundesrepublik Deutschland, Heidelberg 1985, S. 22ff. Zur Kritik einer substantialisierten Wehrhaftigkeit des Grundgesetzes, die alle verfassungsrechtlichen Strukturprinzipien \u00fcberw\u00f6lbt, vgl. mit unterschiedlichen Akzentuierungen: Ulrich K. Preu\u00df , Legalit\u00e4t und Pluralismus, Frankfurt\/ M. 1973, bes. 21ff. und J\u00fcrgen Seifert, Haus oder Forum. Wertsystem oder offene Verfassung, in: J\u00fcrgen Habermas (Hg.), Stichworte zur ,Geistigen Situation der Zeit&#8216;, Bd. 1, Frankfurt\/M. 1979, 321-339. Als Problem-\u00dcberblick:<br \/>Hans-Gerd Jaschke, Streitbare Demokratie und innere Sicherheit, 0pladen 1991, bes. 112ff. und 298ff.<\/p>\n<p>5 Jaschke, a.a.O. , S. 45<\/p>\n<p>6 vgl. Hans Fisch \/Hans-Hedmuth Kn\u00fctter\/Christoph Rothkegel, Sozialwissenschaften, Bd.II und Kn\u00fctter 1991c: 7ff. und 87ff, (\u00e4hnlich auch in &#8222;Mut&#8221; Nr. 278, Oktober 1990, 45-52). V\u00f6llig m\u00fchelos \u00fcberspringt Kn\u00fctter hier den von Leggewie ausgemachten &#8222;Rubikon&#8221; zwischen konservativer West-B\u00fcndnistreue und echten deutschnationalen Positionen, der den meisten Unions-Dissidenten und Vierte-Partei-Aspiranten so viel Bauchschmerzen bereitet (vgl. Claus Leggewie, Der Geist steht rechts, Berlin 2\/1989, 228f.). Laut Mut -Verlagsprospekt bescheinigte der &#8222;Eichholz-Brief &#8222;, Zeitschrift der Konrad-Adenauer-Stiftung f\u00fcr politische Bildung, dem B\u00e4ndchen, den Zusammenhang von deutschfeindlichen \u00c4u\u00dferungen und Interessenkalk\u00fclen &#8222;n\u00fcchtern und sachlich&#8221; herauszuarbeiten.<\/p>\n<p>7 Kn\u00fctter 1988b:135. Der kontextbewu\u00dfte Autor l\u00e4\u00dft in diesem Satz&gt; wenn sein Schreibautomat ihn in einen vom Innenministerium gesponsorten Text einf\u00fcgt, vorsichtshalber das Wort &#8222;widerw\u00e4rtig&#8221; aus &#8212;<\/p>\n<p>8 Kn\u00fctter 1990: 103f. (Zum Skandal um &#8222;Nacht und Nebel&#8221; vgl. auch: Wolfgang Kraushaar, Aus der Protest-Chronik, in: Mittelweg 36, Heft 4\/1993, 62-64)<\/p>\n<p>9 Dort schreiben &#8222;demokratische Politiker, konservative Publizisten und Hochschullehrer&#8221; und bedeutende Vertreter von CDU, SPD und Regierung, so da\u00df die &#8222;Ber\u00fchrungs\u00e4ngste&#8221; abnahmen, die &#8222;Anpassung an einen gewandelten Zeitgeist gelungen&#8221; ist und &#8222;nationalkonservative Positionen diskussionsw\u00fcrdig&#8221; wurden; vgl. Kn\u00fctter 1988a, 68f. und Andreas Zehnter, Antifaschismus im politischen Tageskampf, in: Kn\u00fctter (Hg.), 1991 &#8212; s. Anm.4, 24-76, hier: S. 55ff. &#8212; daran ist richtig, da\u00df das Autoren-Spektrum mittlerweile neben Unionsvertretern und Ex-Liberalen wie Scheuch und Wassermann auch Politiker wie EPPler, von Oertzen und Jens Reich umfa\u00dft. Was pers\u00f6nliche Aktivit\u00e4ten angeht, so \u00e4u\u00dfern ein Offener Brief aus Bonn und eine Kleine Anfrage des Abgeordneten Appel (Gr\u00fcne) im nordrhein-westf\u00e4lischen Landtag den Verdacht, ein von Kn\u00fctter betreuter studentischer Arbeitskreis an der Bonner Universit\u00e4t habe bis 1991 systematisch rechtsextremistische Referenten wie David Irving und Hans-Dietrich Sander eingeladen &#8212; wovon sich Kn\u00fctter distanziert hat (vgl. Frankfurter Rundschau vom 15.7.1993 und 30.9.1993 sowie Landtags-Drucksache 11 \/5899 vom 20.8.1993).<\/p>\n<p>10 vgl. Kn\u00fctter 1991c, insbesondere 150;\u00a0 Kn\u00fctter 1992a, 80. Kn\u00fctter hat sich \u00fcber aus dem Zusammenhang gerissene Zitate beklagt (s. seinen Leserbrief an die Frankfurter Rundschau in der Ausgabe vom 30.9.1993 sowie Heinz Lang, Einer gegen alle Linksextremisten, m; die tagesze&gt;.tung vom 7.9.1993) &#8212; hier ist es der deutschnationale Kontext, der die Rede vom &#8222;System&#8221; eindeutig macht als Propaganda, nicht als soziologischen Jargon.<\/p>\n<p>11 vgl. Kn\u00fctter 1991c, 80f. &#8212; In der Schw\u00e4che f\u00fcr originelle Quellen (hier ein Typoskript des Bundespresseamts \u00fcber eine Meinungsumfrage in den USA 1969) n\u00e4hert sich Kn\u00fctter seinen zweifelhaften B\u00fcndnispartnern an. Was von der Methode solcher scheinbar sachlichen Mitteilungen zu halten ist (&#8222;Niemand kann behaupten, da\u00df in dieser Notiz ein antisemitisches Wort steht: &#8222;), ist nachzulesen bei Kn\u00fctter 1966b, 5 und 16.<\/p>\n<p>12 Im Auftrag der Hanns-Seidel-Stiftung wurden von Kn\u00fctter u.a. mitherausgegeben: Der Streit um die politische Bildung, Was man von Staat und Gesellschaft wissen und verstehen sollte, M\u00fcnchen 1975; Die realistische Wende in der Politischen Bildung, M\u00fcnchen 1979<\/p>\n<p>13 Verfassungsschutzbericht 1987, hg. vom Bundesminister des Innern, Bonn 1988, 41<\/p>\n<p>14 Der Bundesminister des Innern, Kommunistische Frontorganisationen im ideologischen Klassenkampf, Bonn 3\/ 1985, nach 5.32<\/p>\n<p>15 vgl. Benedikt Widmaier, Die Bundeszentrale f\u00fcr politische Bildung, Frankfurt\/M. 1987, 130ff., eine andere Version der Geschichte erz\u00e4hlt: Giselher Schmidt, Demontage der Freiheit, Hamburg 1976, 75ff.<\/p>\n<p>16 so wenigstens die Zeitung der Bonner Fachschaft Politologie ,Politicum&#8220;, Ausgaben 4181, 1\/82 und 6\/83<\/p>\n<p>17 vgl. Widmaier, a.a.O. &#8212; Knutter verantwortete f\u00fcr die Bundeszentrale u.a. die Bande &#8222;Politische Bildung in der Bundesrepublik Deutschland&#8221; (1984) und &#8222;Bibliographie zur Politischen Bildung&#8221; (1985).<\/p>\n<p>18\u00a0 in: Criticon Nr. 113 (1989), 105<\/p>\n<p>19 s. Diethard Hennig, Messianismus und Totalitarismus (eine Rezension des Hornung-Buchs &#8222;Das totalit\u00e4re Zeitalter&#8221;) in: Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 21.7.1993, 9<\/p>\n<p>20 vgl. Erwin K. Scheuch, Niemand will gern zur Minderheit geh\u00f6ren. Rechtsradikalismus und Fremdenha\u00df &#8212; zwei deutsche Chim\u00e4ren, in: Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 10.2.1993, 29, sowie: Eckhard Jesse, Streitbare Demokratie im Wandel, in: FAZ vom 28.8.1991,12f.<\/p>\n<p>21 Lummer greift das Stichwort auf in: Criticon Nr. 115 (1993), 181f. . Hornung referierte auf der l. J. F.-Sommer-Universit\u00e4t in Ravensburg \u00fcber die Gef\u00e4hrlichkeit der &#8222;linkstotalit\u00e4ren Ideologie&#8221; Antifaschismus am Beispiel des Filbinger-Sturzes &#8212; vgl. Friedrich von Lodenitz, Konservative Genossenschaft, in: Junge Freiheit, September 1993, 6<\/p>\n<p>22 Eine Ausnahme war die als Entgleisung gewertete \u00c4u\u00dferung des damaligen Bundesfinanzministers Alex Moller 1970 im &#8218; Bundestag, die zum rororo-B\u00e4ndchen &#8222;17 Millionen beleidigte Deutsche&#8221; f\u00fchrte (vgl. Imanuel Gei\u00df, Alex M\u00f6ller und die historischen Tatsachen, in: Frankfurter Rundschau vom 18.10.1970<\/p>\n<p>23 vgl. als \u00dcberblicke: Franz Gre\u00df, Neue Rechte. Zur ideologischen Erneuerung der Rechten in Europa in: Forschung Frankfurt. Wissenschaftsmagazin der J.W.Goethe-Universit\u00e4t Frankfurt\/M., Heft 1 \/ 1993, sowie Leggewie, a.a.O.<\/p>\n<p>24 Wie um solche Ideen eines offensiven Ideologiekartells zu bef\u00f6rdern, hat das Lektorat des von Habermas und Hans Mommsen als Generalstab des neueren Geschichts-Revisionismus ausgemachte Lektorat des Ullstein Verlags f\u00fcr den Oktober 1993 ein &#8222;neues&#8221; Werk von H.H. Kn\u00fctter angek\u00fcndigt: &#8222;Die Faschismuskeule. Das letzte Aufgebot der deutschen Linken&#8221;! &#8212; vgl. Otto K\u00f6hler, Ein deutscher Verlag, in: Konkret, Heft 1011993, 57-59<br \/>Jaschke a.a.0, S. 305<\/p>\n<h2 class=\"auto-created\"><span id=\"nachweise\">Nachweise<\/span><\/h2>\n<p>Kn\u00fctter 1961: Ideologien des Rechtsradikalismus im Nachkriegsdeutschland, 1961<br \/>Kn\u00fctter 1965: Die Linksparteien, in; Werner E. Mosse (Hg.) Entscheidungsjahr 1932. Zur Judenfrage in der Endphase der Weimarer Republik, T\u00fcbingen, 323-345<br \/>Kn\u00fctter 1966a: Demokratische Institutionen in der Sicht rechtsradikaler Kreise, in: Politische Vierteljahresschrift, VII. Jg., 189-207<br \/>Kn\u00fctter 1966b: Die Deutsche National- und Soldaten-Zeiteng 1965 \/66, hg. vom Deutschen Gewerkschaftsbund, o.0.,o.J.<br \/>Kn\u00fctter 1967: Der Rechtsradikalismus, in: Neue Politische Literatur, 12. Jg., 86-95<br \/>Kn\u00fctter 1971: Die Juden und die deutsche Linke in der Weimarer Republik, D\u00fcsseldorf<br \/>Kn\u00fctter 1981: Hat der Rechtsradikalismus in der Bundesrepublik Deutschland eine Chance?, in: Der Bundesminister des Innern (Hg.), Verfassungsschutz und Rechtsstaat. Beitr\u00e4ge aus Wissenschaft und Praxis, K\u00f6ln, 237-253<br \/>Kn\u00fctter 1984 (Hg.): Politische Bildung in der Bundesrepublik Deutschland, Bonn<br \/>Kn\u00fctter 1985 (HS.): Bibliographie zur Politischen Bildung, Bonn<br \/>Kn\u00fctter 1987a: . Antifaschismus und Politische Kultur m der Bundesrepublik Deutschland m. Manfred Funke\/Hans-Adolf Jacobsen \/Hans-Helmuth Kn\u00fctter\/ Hans-Peter Schwarz (Hg.), Demokratie und Diktatur. Festschrift f\u00fcr Karl-Dietrich Bracher D\u00fcsseldorf, 365-382<br \/>Kn\u00fctter 1987 b: Antifaschismus als Mittel der Destabilisierung der Bundesrepublik Deutschland in: Fragen zur Zeit. Aus dem Vortagsprogramm 1986187. Staats- und Wirtschaftspolitische Gesellschaft, Hamburg , 51-68<br \/>Kn\u00fctter 1988a: Hat der Rechtsextremismus Inder Bundesrepublik Deutschland eine Chance? Bonn Kn\u00fctter 1988b: CDU\/CSU und Antifaschismus. Eine Partei in Verlegenheit in: Criticon Nr.107, 135-138 Kn\u00fctter 1989: Das Instrumentarium der ,streitbaren Demokratie&#8216; am Beispiel der Bundesrepublik<br \/>Deutschland, in: Der Bundesminister des Innern (Hg.), Demokratie und politisch motivierte Gewalt, Bonn, 69-92<br \/>Kn\u00fctter 1990: Internationale Antifaschismuskampagnen und ihre R\u00fcckwirkungen auf die Bundesrepublik Deutschland, in: Bundesministerium des Innern (Hg.),Bedeuteng und Funktion des Antifaschismus, Bonn, 83-111<br \/>Kn\u00fctter 1991a: Antifaschismus und Politische Kultur in Deutschland nach der Wiedervereinigung, in: aus Politik und Zeitgeschichte B 9191, 17-28<br \/>Kn\u00fctter 1991b: Antifaschismus als innen- und au\u00dfenpolitisches Kampfmittel, in: ders. (Hg:) Antifaschismus als innen- und au\u00dfenpolitisches Kampfmittel, Bornheim, 7-23<br \/>Kn\u00fctter 1991c: Deutschfeindlichkeit. Gestern, heute und morgen..:?, Asendorf<br \/>Kn\u00fctter 19914: Rationalit\u00e4t und Irrationalit\u00e4t in unserer Zeit &#8212; Ein Beitrag zur Ortsbestimmung in der Gegenwart, in: Siegfried Schiele\/Herbert Schneider (Hg. ),Rationalit\u00e4t und Emotionalit\u00e4t in der politischen Bildung, Stuttgart 25-36<br \/>Kn\u00fctter 1992a: Die Linke und der Rechtsextremismus, in: Der Bundesminister des Innern (Hg.), Verfassungsschutz &#8212; Rechtsentwicklung &#8212; Bek\u00e4mpfung des Extremismus, Bonn, 77-99<br \/>Kn\u00fctter 1992b: Sozialpsychologie des Antifaschismus, in: Hans Filbinger, Heinz Karst (Hg.), Identit\u00e4t und Zukunft der Deutschen. Klaus Horneng zum 65. Geburtstag, Frankfurt\/ M., 67-77<br \/>Fisch \/Kn\u00fctter: Freiheit? Aber sicher! Wege zur wehrhaften Demokratie, hg. vom Bundesminister des Innern, Bonn 1989<\/p>\n","protected":false},"featured_media":0,"template":"","categories":[],"tags":[667],"autoren":[396],"publikationen":[1238],"class_list":["post-11379","publikation","type-publikation","status-publish","hentry","tag-vorgaenge-artikel","autoren-norbert-reichling","publikationen-124-vorgaenge"],"acf":[],"yoast_head":"<!-- This site is optimized with the Yoast SEO plugin v28.5 - https:\/\/yoast.com\/product\/yoast-seo-wordpress\/ -->\n<title>Antifaschismus als Grundtorheit unserer Epoche? - Humanistische Union<\/title>\n<meta name=\"robots\" content=\"index, follow, max-snippet:-1, max-image-preview:large, max-video-preview:-1\" \/>\n<link rel=\"canonical\" href=\"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/vorgaenge\/124-vorgaenge\/publikation\/antifaschismus-als-grundtorheit-unserer-eoche\/\" \/>\n<meta property=\"og:locale\" content=\"de_DE\" \/>\n<meta property=\"og:type\" content=\"article\" \/>\n<meta property=\"og:title\" content=\"Antifaschismus als Grundtorheit unserer Epoche? - Humanistische Union\" \/>\n<meta property=\"og:description\" content=\"Zu Risiken und Nebenwirkungen der &#8222;wehrhaften Demokratie&#8221; aus: vorg\u00e4nge Nr. 124 (Heft 4\/1993), S. 38-53 Da schreibt jemand \u00fcber Rechtsextremismus: \u00bbHier entwickelt sich ein potentieller politischer Faktor, der von vielen als unheimlich empfunden wird. 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