{"id":11416,"date":"2006-12-01T11:40:00","date_gmt":"2006-12-01T10:40:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/publikation\/ausgeschlossen-aber-nicht-draussen\/"},"modified":"2021-08-24T21:49:23","modified_gmt":"2021-08-24T19:49:23","slug":"ausgeschlossen-aber-nicht-draussen","status":"publish","type":"publikation","link":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/vorgaenge\/176-vorgaenge\/publikation\/ausgeschlossen-aber-nicht-draussen\/","title":{"rendered":"Ausgeschlossen, aber nicht drau\u00dfen"},"content":{"rendered":"<p>Zum gesellschaftstheoretischen Aussagewert der Kategorien Inklusion und Exklusion. aus: vorg\u00e4nge Nr. 176 (Heft 4\/2006), S. 23-31<\/p>\n<p>Kaum eine Unterscheidung der soziologischen Theorie ist in den letzten Jahren mehr diskutiert worden, als diejenige der sozialen Inklusion und Exklusion. Es ist besonders die Vokabel der Exklusion, die zunehmend prominent in einer sowohl wissenschaftlichen als auch \u00f6ffentlichen Debatte um Fragen neuer sozialer Ungleichheit, Armut und Ausgrenzung Verwendung findet. Umstritten ist dabei in der sozialwissenschaftlichen Diskussion der analytische Gewinn der neuen Kategorie gegen\u00fcber etablierten Ans\u00e4tzen der Ungleichheits- oder Ausgrenzungsforschung. Wird mit dem Begriff der Exklusion unbesehen eine Dramatisierungsvokabel aus dem \u00f6ffentlich-politischen Diskurs kopiert? Oder entspricht die scheinbar auf eine eindeutige Grenze verweisende Unterscheidung von Inklusion und Exklusion einer zunehmenden gesellschaftlichen Spaltung, die in eine vertikale oben\/unten Ordnung der gesellschaftlichen Positionen sprengt? Die Diskussionen um diese Fragen sind, wie man an der Vielzahl der aktuellen Publikationen zur Thematik leicht ablesen kann (zuletzt Bude\/Willisch 2006), in vollem Gange und werden immer wieder durch aktuelle tagespolitische Debatten &#8211; zuletzt \u00fcber die Frage nach der Existenz einer &#8222;neuen Unterschicht&#8220; &#8211; eingeholt.<br \/>Der vorliegende Beitrag m\u00f6chte die zentralen Herausforderungen dieser Debatte verdeutlichen, die zwischen theoretischem und sozialpolitischem Anspruch schwankt. F\u00fcr eine (noch immer eingeforderte, vgl. Steinert 2006) sozialtheoretische Ausarbeitung sozialer Exklusion ist dabei entscheidend, inwiefern es gelingt, Exklusion als einen stets \u00fcber die ihn konstituierende inklusive Ordnung der Gesellschaft verlaufenden Prozess zu theoretisieren. Denn nur in dieser konsequent paradoxen Anwendung kann vermieden werden, Exklusion als einen au\u00dfergesellschaftlichen Sachverhalt auszuweisen und damit die soziologisch kaum zu rechtfertigende Rede von Parallelgesellschaften oder Exklusionszonen jenseits von Gesellschaft zu reproduzieren.<br \/>Im Folgenden soll daher zun\u00e4chst kurz in die diese Spannungen begr\u00fcndende Begriffsgeschichte der Unterscheidung von sozialer Inklusion und Exklusion eingef\u00fchrt werden, um dann die gesellschaftstheoretischen Ans\u00e4tze zu einer Ausarbeitung der Exklusionskategorie\u00a0 vorzustellen. Kritisch zu bewerten ist dabei besonders die aktuelle Tendenz der Debatte, die prozessorientierte Kategorie der Exklusion mit einer sozialen Gruppe der &#8222;\u00dcberfl\u00fcssigen&#8220; kurzzuschlie\u00dfen und zu personalisieren, wie abschlie\u00dfend gezeigt wird.\u00a0<\/p>\n<h2 class=\"auto-created\"><span id=\"soziale-inklusion-und-soziale-exklusion-zur-karriere-eines-begriffspaares\">Soziale Inklusion und soziale Exklusion:&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; zur Karriere eines Begriffs&shy;paares<\/span><\/h2>\n<p>Unter sozialer Inklusion fasst man in der Soziologie seit Talcott Parsons einen Prozess zunehmender Partizipation aller Gesellschaftsmitglieder an allen Subsystemen der Gesellschaft. Als eine Grundlage der Evolution moderner Gesellschaften sichert Inklusion dem Einzelnen soziale, politische und rechtliche Teilhabem\u00f6glichkeiten ungeachtet seines sozialen Status zu und l\u00f6st damit eine schichtspezifische Ordnung dieser Teilnahmerechte ab (Parsons 1976, S. 146). Niklas Luhmann kn\u00fcpft an dieses evolutionstheoretische Konzept von Inklusion im Rahmen seiner Theorie funktionaler Differenzierung an und l\u00f6st es aus der Anbindung an das nationalstaatliche Rahmenmodell, das Parsons Konzept bestimmt (Luhmann 1975). Aus beiden Modellen kann man plausibel begr\u00fcnden, warum soziale Exklusion in der Moderne zum gesellschaftlichen Problem wird, sobald sie als dauerhafte und nicht funktional legitimierte Verwehrung von Teilnahmem\u00f6glichkeiten identifiziert wird, da sie den Kern der gesellschaftlichen Forderung nach Partizipation und Chancengleichheit trifft. <br \/>Umso \u00fcberraschender ist es, dass in beiden Ans\u00e4tzen kein korrespondierender Begriff der Exklusion Verwendung findet. Weder Parsons noch &#8211; zumindest anf\u00e4nglich &#8211; Luhmann besch\u00e4ftigt die Frage nach Exklusion unter modernen Bedingungen, da das Problem der Exklusion in dieser evolution\u00e4ren Logik temporalisiert werden kann. Zunehmende gesellschaftliche Differenzierung ist dann gleichzusetzen mit zunehmender Inklusion aller in alle Funktionssysteme. Damit wird deutlich, dass das Konzept der sozialen Inklusion aller analytischen Sch\u00e4rfe zum Trotz erhebliche modernisierungsoptimistische und normative Erwartungen transportiert, die den gesamtgesellschaftlichen Vorstellungen \u00fcber soziale Integration in den westlichen Wohlfahrtsstaaten nach dem\u00a0 2. Weltkrieg entsprechen. <br \/>Erst im Moment der Entt\u00e4uschung dieser Erwartungen tritt der Begriff der Exklusion als &#8222;Krisensymptom par excellence&#8220; aus dem Schattendasein und verdeutlicht, wie stark &#8211; selbst im Fall der &#8222;n\u00fcchternen&#8220; Systemtheorie &#8211; Inklusion mit Integration gleichgesetzt und positiv bewertet wird (Nassehi 2006, S. 47). [1]<br \/>Das Schlagwort der sozialen Exklusion geh\u00f6rt seit ungef\u00e4hr 15 Jahren zu den zentralen Begriffen einer soziologischen Debatte um Fragen sozialer Ungleichheit oder Ausgrenzung in der modernen Gesellschaft. Anders als im Fall des Gegenbegriffs der Inklusion handelt es sich bei Exklusion also um ein relativ neues Konzept, das sich zudem nicht aus einer genuin fachlichen Begriffsgeschichte entwickelt. Als Erstbelege werden in der einf\u00fchrenden Literatur zuerst au\u00dferwissenschaftliche Quellen genannt, die der politisch-\u00f6ffentlichen Sph\u00e4re entspringen; Stichweh (2005, S. 47) verweist auf einen 1972 in Frankreich erschienen Band unter dem Titel &#8222;Les exclus. Un Francais sur dix&#8220;, der von einem &#8222;Secretaire d&#8217;\u00c9tat \u00e0 l&#8217;Action Sociale&#8220; namens Ren\u00e9 Lenoir verfasst wurde. Bude (2004, S. 7) verfolgt die (franz\u00f6sischen) Wurzeln des Begriffs als &#8222;Appellwort im republikanischen Diskurs&#8220; zur\u00fcck bis in die Tage der franz\u00f6sischen Revolution und Steinert (2006, S. 561) nennt als entscheidende Ereignisse zur Durchsetzung des Exklusionsbegriffs die Aufnahme eines Forschungsfeldes &#8222;Soziale Exklusion&#8220; in das f\u00fcnfte EU Rahmenprogramm der Europ\u00e4ischen Forschung (1994-98) sowie die Einrichtung einer &#8222;Social Exclusion Unit&#8220; durch die Regierung Tony Blair in Gro\u00dfbritannien 1997 (dazu detailliert: Fairclough 2000, S. 51-65).\u00a0 <br \/>Aus diesem normativ hoch aufgeladenen Kontext einer politisch-\u00f6ffentlichen Debatte um Fragen der sozialen Partizipation und Integration wird der Begriff dann schlie\u00dflich in den 1990er Jahren in den sozialwissenschaftlichen Diskurs \u00fcbernommen, zun\u00e4chst in der franz\u00f6sischen Soziologie (Castel 2000a; Paugam 1996), dann auch verst\u00e4rkt in Deutschland (Berger\/Vester 1998). Ohne sich von diesem Hintergrund zu l\u00f6sen, besetzt er dort sehr erfolgreich die Funktion einer unscharfen Sammelkategorie, welche die Schnittstelle zwischen \u00f6konomischen Armuts-, sozialen Ungleichheits- und soziologischen Marginalisierungstheorien besetzt. <br \/>Exklusion bezeichnet einen integrierten Ausschluss einzelner Personen oder Personengruppen aus verschiedenen gesellschaftlichen Kontexten. Entscheidend ist, dass Exklusion dabei immer als mehrdimensionaler Prozess konzipiert wird und nicht durch einzelne Mechanismen definiert werden kann. Nicht allein Arbeitslosigkeit, nicht allein \u00f6konomische Armut f\u00fchren zu Exklusion, sondern die wechselseitige Verkettung und Verst\u00e4rkung verschiedener Faktoren, zu denen ebenso Aspekte famili\u00e4rer und schulischer Einbindung sowie politische und rechtliche Einfl\u00fcsse z\u00e4hlen (Kronauer 2002,\u00a0S. 9 ff.). Im Fahrwasser einer &#8222;Wieder-Entdeckung&#8220; der sozialen Frage (Volkmann 2002) innerhalb westlicher Sozial- und Wohlfahrtsstaaten entwickelt die neue Kategorie der Exklusion eine erstaunliche Gravitationskraft: Langzeitarbeitslose, Migranten, Behinderte, Alleinerziehende oder Drogens\u00fcchtige sind von sozialer Exklusion bedroht oder betroffen. Ihre Lage ist nicht durch eine ung\u00fcnstige Platzierung innerhalb einer wie auch immer strukturierten vertikalen sozialen Ordnung gekennzeichnet, sondern gleichsam horizontal abzulesen. Sie befinden jenseits jeder sozialen Hierarchie und verschwinden in &#8222;schwarzen L\u00f6chern&#8220; (Stichweh 2005, S. 48). Als eine Population von &#8222;Unsichtbaren&#8220; treten sie in den Wahrnehmungsbereich der Soziologie, nachdem sie aus dem Relevanzbereich der Gesellschaft ausgeschlossen wurden (Bude 1998).<br \/>Bereits in dieser knappen Einf\u00fchrung wird deutlich, dass die sozialwissenschaftliche Besch\u00e4ftigung mit dem Konzept der Exklusion stark durch das Dramatisierungs- und Politisierungspotential der urspr\u00fcnglich \u00f6ffentlichen Debatte gepr\u00e4gt ist (Nassehi 2000). Das hat mehrfach zu dem Vorwurf gef\u00fchrt, dass mit sozialer Exklusion lediglich eine bestimmte Auspr\u00e4gung gesellschaftlicher Selbstwahrnehmung mit soziologischen Mitteln rekonstruiert w\u00fcrde, ohne dass analytische Gewinne gegen\u00fcber etablierten Ans\u00e4tzen der Ungleichheitsforschung vorzuweisen w\u00e4ren (Bude 2004). Zum anderen wird angemerkt, dass eine gesellschaftstheoretische Anbindung und Ausarbeitung des Begriffs der sozialen Exklusion noch nicht hinreichend fortgeschritten ist (Schwinn 2000). <br \/>Besonders in diesem Punkt zeigt sich die zentrale Herausforderung einer Theorie sozialer Exklusion: der stets auf seinen (positiven) Gegenbegriff der Inklusion verweisende Begriff der Exklusion suggeriert eine eindeutige Grenzziehung zwischen einem Innen- und einem Au\u00dfenbereich der Gesellschaft (Castel 2000 b). Soziale Exklusion ist aber kein au\u00dfergesellschaftlicher Tatbestand, sondern ein direktes Resultat der inklusiven Ordnung der Gesellschaft. Dieser vielleicht zentralste &#8222;Fallstrick&#8220; des Exklusionsbegriffs stellt die gesellschaftstheoretische Ausarbeitung sozialer Inklusion und Exklusion vor erhebliche Schwierigkeiten. Denn auch wenn im strikten Sinne kaum von Exklusionszonen au\u00dferhalb des Sozialen gesprochen werden kann, f\u00fchrt die Rede von sozialer Exklusion stets den impliziten Verweis auf &#8222;die Gesellschaft&#8220; als Referenzwert sozialer Exklusion mit (Hark 2005).<\/p>\n<p>\u00a0<br \/><b>(Gesellschafts-)Theorie der Exklusion?<\/b><\/p>\n<p>In der deutschsprachigen Diskussion um eine angemessene Theorie sozialer Exklusion lassen sich seit Anfang der Debatte zwei Hauptstr\u00e4nge unterscheiden: zum einen eine an der kritischen Gesellschaftstheorie und soziologischen Ungleichheitsforschung orientierte Richtung, in der Exklusion als Konsequenz fortgeschrittener kapitalistischer Wirtschafts- und Arbeitsarrangements gedacht wird (Kronauer 2002, Steinert 2000). Zum anderen eine systemtheoretisch orientierte Konzeptualisierung, die Exklusion als Folge funktionaler Differenzierung entwirft (Luhmann 1996, Stichweh 2005). In beiden F\u00e4llen bezeichnet der Exklusionsbegriff die Kopplung und wechselseitige Verst\u00e4rkung vielschichtiger Erfahrungen sozialer Ausgrenzung und Irrelevanz, mit denen sich Individuen im Verlauf von &#8222;Exklusionskarrieren&#8220; konfrontiert sehen. Im Folgenden soll nun zun\u00e4chst aufgezeigt werden, auf welche Weise die genannten Ans\u00e4tze sich der Problematik stellen, Exklusion als einen innerhalb der Gesellschaft stattfindenden Prozess zu theoretisieren, also letztlich als Teil einer gesellschaftlichen Inklusionsordnung zu begr\u00fcnden. <br \/>In Anlehnung an die franz\u00f6sische Diskussion um die Kategorie der Exklusion, die stark am Leitbild einer nationalen Koh\u00e4sion gepr\u00e4gt ist, unterscheidet Kronauer (2002) zun\u00e4chst zwei zentrale Dimensionen der Inklusion: zum einen die Zugeh\u00f6rigkeit durch Interdependenz, die auf formalisierten (gesellschaftliche Arbeitsteilung) und informellen (soziale Netze) wechselseitigen Beziehungsverh\u00e4ltnissen beruht, sowie zum anderen die Zugeh\u00f6rigkeit durch Partizipation, die sich aus (sozialstaatlich garantierten) politischen, materiellen und sozialen Teilhaberechten zusammensetzt. Anhand dieser beiden Dimensionen bestimmt Kronauer den Prozess der Exklusion als eine zunehmende Ausgrenzung der Gesellschaftsmitglieder von zentralen Teilhabem\u00f6glichkeiten. Solche Ausgrenzungen k\u00f6nnen dann sowohl als Situationen individueller Macht- und Chancenlosigkeit erfahren werden als auch &#8211; solange sie etwa auf einzelne Aspekte beschr\u00e4nkt bleiben &#8211; durch die Inklusion in anderen Dimensionen kompensiert werden. Erst die Kumulation von Ausgrenzungserfahrungen f\u00fchrt zu einer schrittweisen Exklusion der Einzelnen. Diesen Prozess der gesellschaftlichen Degradierung, der innerhalb der Gesellschaft verschiedene Grade der Exklusion sichtbar werden l\u00e4sst, strukturiert sich als ein Kontinuum von Positionen, die vom Zentrum der Gesellschaft auf deren Rand verweisen. Das so aufgespannte Kontinuum unterteilt Kronauer in Anschluss an Castel (2000a, S. 13 ff.) in die Zone der Integration, der Verwundbarkeit und schlie\u00dflich der Entkopplung. Diese Aufteilung verdeutlicht die inklusive Ordnung, durch die das Zentrum der Gesellschaft mit dem Rand, der Zone der Entkopplung, verbunden ist. Ungekl\u00e4rt bleibt dabei die Frage der Zuordnung und des \u00dcbergangs von einer Zone in die andere sowie das Verh\u00e4ltnis der verschiedenen Achsen (Kronauer 2006, S. 37). Deutlich wird aber, dass die Erfahrung der Entkopplung auf gesellschaftlichen Inklusionsidealen beruht, die in der Zone der Integration formuliert werden. Exklusion bezieht sich dann nicht auf einen objektiven Ausschluss (die Aberkennung gesellschaftlicher Zugeh\u00f6rigkeit), der dann eine positive soziale Identit\u00e4t begr\u00fcnden k\u00f6nnte, sondern auf die subjektive Erfahrung, den eigenen und gesellschaftlichen Anspr\u00fcchen an ein &#8222;gutes&#8220; Leben nicht mehr gen\u00fcgen zu k\u00f6nnen.\u00a0 <br \/>W\u00e4hrend in dieser kritischen Tradition zumeist die Prekarisierung der Bedingungen von Erwerbsarbeit als Ausl\u00f6ser zunehmender Exklusionserfahrungen benannt wird, setzt die systemtheoretische Konzeption sozialer Exklusion auf Ebene der allgemeinen Theorie funktionaler Differenzierung ein(2). Ganz in der Tradition Parsons beschreibt Luhmann die Inklusionsordnung der Moderne zun\u00e4chst als eine universale Zugangsoption aller Gesellschaftsmitglieder zu dem Kommunikationszusammenhang der funktionalen Teilsysteme, die \u00fcber die Ausdifferenzierung generalisierter Publikumsrollen wie W\u00e4hler, Patient oder Konsument gesichert wird (Luhmann 1975, S. 160). <br \/>Diese Vollinklusionssemantik auf Ebene der gesellschaftlichen Selbstbeschreibung schrumpft jedoch f\u00fcr Luhmann mit Blick auf Ph\u00e4nomene extremer Armut und Ungleichheit unter modernen Bedingungen in seinen sp\u00e4ten Schriften zum reinen &#8222;Postulat&#8220; zusammen (Luhmann 1995c, S. 148). Exklusion, so Luhmann, sei gekennzeichnet durch den integrierten Ausschluss von Personen aus dem Relevanzbereich der Funktionssysteme. <br \/>Eine solche Definition ger\u00e4t nicht nur in Konflikt mit der systemtheoretischen Grundannahme der autopoietischen Operationslogik von Systemen, sondern suggeriert auch eine klare Innen-\/Au\u00dfen- Spaltung der Gesellschaft. Luhmanns Beschreibung von &#8222;Exklusionsbereichen&#8220; als r\u00e4umlich umgrenzte Sektoren v\u00f6lliger Abkopplung von funktionssystemischer Kommunikation entspringen einem solchen Zwei-Welten-Denken (Luhmann 1995 b, S. 261).<br \/>Beide Aspekte, darauf haben Systemtheoretiker in Anschluss an Luhmann wiederholt hingewiesen, lassen sich vermutlich auf die implizite normative \u00dcberforderung des Inklusionsbegriffs zur\u00fcckf\u00fchren, der st\u00e4rker der parsonschen Tradition verhaftet\u00a0 ist, als Luhmann selbst offen legt (Nassehi 2004). Der komplette Ausschluss einzelner Personen aus den teilsystemischen Kommunikationszusammenh\u00e4ngen ist theoretisch als &#8222;Spezialfall&#8220; zwar denkbar, trifft jedoch nicht den Kern der Ph\u00e4nomene, auf die Luhmanns Exklusionsbegriff zielt (Stichweh 2004, S. 355). Denn die bin\u00e4re Codierung der Kommunikationssysteme ist nicht gleichzusetzen mit der Unterscheidung von Inklusion und Exklusion: auch Armut ist eine Form der Inklusion in das Wirtschaftssystem und dessen Codewert zahlen\/nicht-zahlen, auch die Negativ-Karriere eines Schulabbrechers verl\u00e4uft innerhalb des Bildungssystems und nach dessen Gesetzm\u00e4\u00dfigkeiten (Nassehi 2000, S. 21). So kann gerade die von Luhmann beschriebene Mehrdimensionalit\u00e4t als zentrales Kennzeichen sozialer Exklusion als Akkumulation spezifischer Inklusionsformen der Funktionssysteme beschrieben werden. Durch diese paradoxe Definition, die Exklusion auf der Inklusionsseite der Unterscheidung von Inklusion\/Exklusion verortet, k\u00f6nnen verschiedenste sozial Ungleichheitslagen als Resultat multipler inklusiver Arrangements in einer funktionalen Differenzierungsordnung analysiert werden. <br \/>Ab wann eine solche Inklusionsordnung als gesellschaftliche Exklusion wahrgenommen wird und sich f\u00fcr die Betroffenen in der Erfahrung der Irrelevanz niederschl\u00e4gt, ist dann abh\u00e4ngig von herrschenden Normalit\u00e4tsmustern und kann theoretisch &#8211; wie im Fall der Zuordnung zu den drei Zonen Castells &#8211; nicht beantwortet werden.<br \/>In dieser kurzen Zusammenfassung wird der wesentliche Gewinn einer Umstellung von traditionellen Armuts- und Ungleicheitskategorien auf eine Theorie sozialer Inklusion und Exklusion deutlich. Sie sch\u00e4rft den Blick f\u00fcr die multiplen Dimensionen, in denen soziale Ausgrenzungsprozesse als Bestandteil inklusiver Ordnungen verlaufen und sensibilisiert f\u00fcr die Kontingenz gesellschaftlicher Normalit\u00e4tsfiktionen. Zugleich zeigt sich aber in den angesprochenen Schwierigkeiten auch die Gefahr eines Exklusionsmodells, in dem die konstitutive Verkn\u00fcpfung von Inklusion und Exklusion sowie der prozesshafte Charakter von Exklusionsverl\u00e4ufen aus dem Blick geraten. Anstelle einer Rekonstruktion verschiedener Ereignisse, in denen sich die Selbst- oder Fremdzuschreibungen der Individuen als sozial irrelevant oder ausgegrenzt ablesbar zu einem Exklusionsprozess verdichten, wird die analytische Kategorie der Exklusion umgewandelt in eine Topologie der Exklusionsbereiche und deren Bewohner. Dadurch gerinnen Dynamik und Verkn\u00fcpfung von Inklusions- und Exlusionskarrieren in der Diskussion zu einer Quasi-Ph\u00e4nomenolgie der &#8222;\u00dcberfl\u00fcssigen&#8220;, wie im Folgenden verdeutlicht werden soll.<\/p>\n<h2 class=\"auto-created\"><span id=\"die-ueberfluessigen\">Die &Uuml;berf&shy;l&uuml;s&shy;sigen<\/span><\/h2>\n<p>Die bisherige Argumentation hat gezeigt, dass gesellschaftstheoretisch abgesichert nicht von Exklusion im Sinne eines strukturellen Ausschlusses aus der sozialen Ordnung gesprochen werden kann. Jedoch ist es genau die Erfahrung einer solchen Ausgrenzung, die sich in der gesellschaftlichen Wahrnehmung und Beschreibung neuer sozialer Ungleichheiten durchsetzt. Im Anschluss an die differenzierungstheoretischen \u00dcberlegungen im letzten Abschnitt k\u00f6nnte man formulieren, dass die etablierten und sozial abgesicherten Formen des Individuum-Gesellschafts-Arrangements zunehmend br\u00fcchig werden und traditionelle sinnstiftende Inklusionsordnungen errodieren (Nassehi 2006). Gerade dieser Aspekt der Exklusionsdebatte f\u00fchrt jedoch h\u00e4ufig zu einem &#8222;Kurzschluss&#8220; zwischen der analytischen Kategorie der Exklusion und der Personalisierung der vermeintlich &#8222;Exkludierten&#8220;. Die Rede ist dann von &#8222;Ausgegrenzten, Entbehrlichen, \u00dcberfl\u00fcssigen&#8220;, die in einer paradoxen Figur zugleich sozial unsichtbar und dennoch super &#8211; evident erscheinen (Bude\/Willisch 2006). Zum einen beschreiben die betreffenden theoretischen Arbeiten h\u00e4ufig einfach das &#8222;Personal&#8220; des Exklusionsbereichs, zum anderen werden gerade dadurch Analogien zu vormodernen Ungleichheitsformen evoziert, obwohl die Diskussion doch gerade beansprucht, auf neue Qualit\u00e4ten sozialer Ausgrenzung in hochmodernen Kontexten zu reagieren (Hark 2005).<br \/>Anstelle einer gesellschaftstheoretischen Angabe des sozialen Ortes von Exklusion oder einer Rekonstruktion der Prozesse, die in Exklusionslagen f\u00fchren, fungieren fiktive Beispiele und Einzelfallbeschreibungen als Repr\u00e4sentanten f\u00fcr Exklusionsph\u00e4nomene. Luhmann schreibt von einer &#8222;(&#8230;) aufs K\u00f6rperliche reduzierte(n) Existenz, die den n\u00e4chsten Tag zu erreichen sucht.&#8220; (Luhmann 1995 b: 228). Bude formuliert: &#8222;Der Nachbar, der vom vielen Wei\u00dfbrot, der fettigen Wurst und den gezuckerten Getr\u00e4nken au\u00dfer Fasson ger\u00e4t, weil er die meiste Zeit des Tages vor dem Fernsehger\u00e4t verbringt, ist die Figur des &#8218;\u00dcberfl\u00fcssigen&#8216;, an welcher der deutschen Gesellschaft das andere ihrer selbst vor Augen tritt.&#8220; (Bude 2004: 15). <br \/>Auff\u00e4llig ist dabei in vielen Texten, dass als eigentliches Kriterium f\u00fcr Exklusion ein auf den K\u00f6rper des Exkludierten fixiertes Beobachtungsverh\u00e4ltnis angegeben wird. \u00c4hnlich wie Luhmann formuliert auch Bude, dass f\u00fcr den Ausgegrenzten ein &#8222;bestimmter ph\u00e4nomenologischer Befund entscheidend (sei), der etwas mit einem K\u00f6rperausdruck von M\u00fcdigkeit, Abgestumpftheit und Apathie&#8220; zu tun habe (Bude 1998: 377) Damit wird soziale Exklusion nicht als analytische Kategorie eingef\u00fchrt, die gesellschaftsstrukturelle Ver\u00e4nderungen fasst, sondern vielmehr als ein heterogen besetzter Bereich konstruiert, in dem sich &#8222;die Gesellschaft&#8220; ihrem Au\u00dfen in Verk\u00f6rperung von paradigmatischen Einzelfiguren oder Gruppen gegen\u00fcbersieht (Hark 2005). Anstatt eine theoretischen Analyse von Ausgrenzungsprozessen anzusto\u00dfen verbleiben die Texte so h\u00e4ufig bei einer &#8222;Diagnostik der \u00dcberfl\u00fcssigen&#8220;, (Steinert 2000) indem sie die Aufmerksamkeit von der &#8222;Innenseite&#8220; gesellschaftlicher Ordnungs- und Zuschreibungsmechanismen auf die Seite der exkludierten Subjekte oder Gruppen lenken.<br \/>Diese Tendenz zur Personalisierung er\u00f6ffnet einen Assoziationskontext, der die geschilderten Ph\u00e4nomene in ein Bezugsverh\u00e4ltnis zu vor- oder fr\u00fchmodernen Ausgrenzungsfiguren setzt. So wird h\u00e4ufig auf Marx&#8217; Schilderungen der &#8222;Surplusarbeiterpopulation &#8220; bzw. des &#8222;Lumpenproletariats&#8220; als analoge Figuren zu den heutigen &#8222;Exkludierten&#8220; verwiesen, ohne dieselben Mechanismen kapitalistischer Akkumulation f\u00fcr deren Lage verantwortlich machen zu k\u00f6nnen, die Marx an diesen Gruppen ablas (Kronauer 2002:86). Auch mittelalterliche und fr\u00fchneuzeitliche Exklusionsfiguren wie die Vogelfreien oder die Vaganten werden herangezogen, um an ihnen die aussichtslose soziale Lage der aktuell &#8222;Ausgegrenzten&#8220; zu verdeutlichen (Fuchs 1997: 2001). Konsequent wird dann ein Ph\u00e4nomen, dass zun\u00e4chst als radikal neue Herausforderung f\u00fcr die moderne Gesellschaftswissenschaft auftritt &#8211; n\u00e4mlich die Zunahme von sozialen Ausgrenzungserfahrungen oder &#8211;wahrnehmungen in hochmodernen Kontexten &#8211; umformuliert zu einer &#8222;R\u00fcckkehr der \u00dcberfl\u00fcssigen&#8220; (Kronauer 2002: 96). Nicht was soziale Exklusion ist scheint in diesen Texten beantwortet, sondern wer exkludiert ist. Gesellschaftstheoretisch entt\u00e4uschen diese Argumentationsmuster. Sie zeugen eher von der massenmedial-politischen Instrumentalisierung eines Sozial-Voyeurismus mit Hang zum Spektakel als von wissenschaftlicher Analysekompetenz und leisten damit einen Beitrag zur Reproduktion \u00f6ffentlicher Stereotype. <br \/>Die bisherigen Ans\u00e4tze, einen gesellschaftstheoretisch informierten Begriff der sozialen Exklusion zu entwickeln, sind also in zweifacher Weise herausgefordert: zum einen muss die analytische Kapazit\u00e4t des Exklusionsbegriffs in Abgrenzung zu allt\u00e4glicher oder massenmedialer \u00dcberbietungsrhetorik verdeutlicht werden, zum anderen muss das eindeutige Grenzverl\u00e4ufe suggerierende Begriffspaar Inklusion\/Exklusion in eine Gesellschaftstheorie jenseits jeder Zwei-Welten-Metaphorik integriert werden.<br \/>\u00a0<br \/>\u00a0<br \/>1\u00a0\u00a0\u00a0 Dabei kennt die Soziologie sp\u00e4testens seit den Analysen von Goffmann zu den totalen Institutionen des Strafvollzugs oder der Psychatrie die Problematik einseitiger und vereinnahmender Inklusionsformen. Vgl. Goffmann 1972.<br \/>2\u00a0\u00a0\u00a0 Bereits in fr\u00fcheren Arbeiten entwickelt Luhmann das Konzept der Exklusionsindividualit\u00e4t, auf das hier nicht eingegangen, sondern nur verwiesen werden kann. Zur Rekonstruktion der beiden (teilweise widerspr\u00fcchlichen) Aspekte sozialer Exklusion im systemtheoretischen Verst\u00e4ndnis vgl. Farzin 2006.<\/p>\n<h2 class=\"auto-created\"><span id=\"literatur\">Literatur&nbsp;&nbsp;<\/span><\/h2>\n<p>Berger, Peter\/Michael Vester (Hrsg.) (1998): Alte Ungleichheiten, neue Spaltungen. Opladen. <br \/>Bude, Heinz (1998): Die \u00dcberfl\u00fcssigen als transversale Kategorie. In: Peter A. Berger\/ Michael Vester (Hrsg.): Alte Ungleichheiten, neue Spaltungen. Opladen, S. 363-382. <br \/>Bude, Heinz (2004): Das Ph\u00e4nomen der Exklusion. Der Widerstreit zwischen gesellschaftlicher Erfahrung und soziologischer Rekonstruktion. In: Mittelweg 36, H. 4, S. 3-15.<br \/>Castel, Robert (2000a): Die Metamorphosen der sozialen Frage: eine Chronik der Lohnarbeit. Konstanz.<br \/>Castel, Robert (2000b): Die Fallstricke des Exklusionsbegriffs. In: Mittelweg 36, H. 3, S. 11-25.<br \/>Fairclough, Norman (2000): New Labour, New Language? London.<br \/>Farzin, Sina (2006): Inklusion\/Exklusion. Entwicklungen und Probleme einer systemtheoretischen Unterscheidung. Bielefeld.<br \/>Fuchs, Peter (1997): Weder Herd noch Heimstatt &#8211; Weder Fall noch Nichtfall. Doppelte Differenzierung im Mittelalter und in der Moderne. In: Soziale Systeme 3, S. 413-437.<br \/>Fuchs, Peter (2001): Von Jaunern und Vaganten &#8211;\u00a0 Das Inklusions-\/Exklusions-Schema der &#8211;Sozialit\u00e4t unter fr\u00fchneuzeitlichen Bedingungen und im Dritten Reich. In: Soziale Systeme 7, S. 350-369.<br \/>Goffman, Ervin (1972): Asyle. Frankfurt a. M.<br \/>Hark, Sabine (2005): \u00dcberfl\u00fcssige. Deutungsbegriff f\u00fcr neue gesellschaftliche Gef\u00e4hrdungen? In: Transit &#8211; Europ\u00e4ische Revue, Nr. 29, S. 125-141.<br \/>Kronauer, Martin (2002): Exklusion. Die Gef\u00e4hrdung des Sozialen im hoch entwickelten Kapitalismus. Frankfurt a. M..<br \/>Kronauer, Martin (2006): &#8222;Exklusion&#8220; als Kategorie einer kritischen Gesellschaftsanalyse. Vorschl\u00e4ge zu einer anstehenden Debatte. In: Heinz Bude \/ Andreas Willisch (Hg.): Das Problem der Exklusion. Ausgegrenzte, Entbehrliche, \u00dcberfl\u00fcssige. Hamburg, S. 27-45.<br \/>Luhmann, Niklas (1975): Evolution und Geschichte. In: ders.: Soziologische Aufkl\u00e4rung 2. Opladen, S. 150-169.<br \/>Luhmann, Niklas (1995a): Soziologische Aufkl\u00e4rung 6. Die Soziologie und der Mensch. Opladen.<br \/>Luhmann, Niklas (1995b): Inklusion und Exklusion. In: Ders.: Soziologische Aufkl\u00e4rung 6. Die Soziologie und der Mensch. Opladen. S. 237-265.<br \/>Luhmann, Niklas (1995c): Jenseits von Barbarei. In: Ders.: Gesellschaftsstruktur und Semantik, Band 4, S. 138-150.<br \/>Nassehi, Armin (2000): \u00bbExklusion\u00ab als soziologischer oder sozialpolitischer Begriff? In: Mittelweg 36, S. 18-31.<br \/>Nassehi, Armin (2004): Inklusion, Exklusion, Ungleichheit. Eine kleine theoretische Skizze. In: Thomas Schwinn (Hrsg.): Differenzierung und soziale Ungleichheit. Die zwei Soziologien und ihre Verkn\u00fcpfung. Frankfurt a. M., S. 323-352.<br \/>Nassehi, Armin (2006): Die paradoxe Einheit von Inklusion und Exklusion. Ein systemtheoretischer Blick auf die &#8222;Ph\u00e4nomene&#8220;. In: Heinz Bude \/ Andreas Willisch (Hg.): Das Problem der Exklusion. Ausgegrenzte, Entbehrliche, \u00dcberfl\u00fcssige. Hamburg, S. 46-69.<br \/>Paugam, Serge (Hrsg.) (1996): L&#8217;exclusion, l&#8217;etat des savoirs. Paris.<br \/>Parsons, Talcott (1976): Zur Theorie sozialer Systeme. Opladen.<br \/>Schwinn, Thomas(2000): Inklusion und soziale Ungleichheit. In: Berliner Journal f\u00fcr Soziologie, S. 471-483.<br \/>Steinert, Heinz (2000): Die Diagnostik der \u00dcberfl\u00fcssigen, in: Mittelweg 36, Heft 5\/2000, S. 9-17.<br \/>Steinert, Heinz (2006): Social Inclusion and social exclusion, in: Austin Harrington \/ Barbara L. Marshall \/ Hans-Peter M\u00fcller: Encyclopedia of Social Theory. New York, S. 561-562.<br \/>Stichweh, Rudolf (2004): Zum Verh\u00e4ltnis von Differenzierungstheorie und Ungleichheitsforschung: Am Beispiel der Systemtheorie der Exklusion. In: Thomas Schwinn (Hrsg.): Differenzierung und soziale Ungleichheit. Die zwei Soziologien und ihre Verkn\u00fcpfung. Frankfurt a. M., S. 353-367.<br \/>Stichweh, Rudolf (2005): Inklusion und Exklusion. Studien zur Gesellschaftstheorie. Bielefeld.<br \/>Volkmann, Ute (2002): Soziale Ungleichheit: Die &#8222;Wieder-Entdeckung&#8220; gesellschaftlicher Ungerechtigkeit. In: Ute Volkmann \/ Uwe Schimank (Hrsg.): Soziologische Gegenwartsdiagnosen II &#8211; Vergleichende Sekund\u00e4ranalysen. Opladen, S. 227-256.<\/p>\n","protected":false},"featured_media":0,"template":"","categories":[],"tags":[667],"autoren":[2027],"publikationen":[1437],"class_list":["post-11416","publikation","type-publikation","status-publish","hentry","tag-vorgaenge-artikel","autoren-sina-farzin","publikationen-176-vorgaenge"],"acf":[],"yoast_head":"<!-- This site is optimized with the Yoast SEO plugin v28.6 - https:\/\/yoast.com\/product\/yoast-seo-wordpress\/ -->\n<title>Ausgeschlossen, aber nicht drau\u00dfen - Humanistische Union<\/title>\n<meta name=\"robots\" content=\"index, follow, max-snippet:-1, max-image-preview:large, max-video-preview:-1\" \/>\n<link rel=\"canonical\" href=\"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/vorgaenge\/176-vorgaenge\/publikation\/ausgeschlossen-aber-nicht-draussen\/\" \/>\n<meta property=\"og:locale\" content=\"de_DE\" \/>\n<meta property=\"og:type\" content=\"article\" \/>\n<meta property=\"og:title\" content=\"Ausgeschlossen, aber nicht drau\u00dfen - Humanistische Union\" \/>\n<meta property=\"og:description\" content=\"Zum gesellschaftstheoretischen Aussagewert der Kategorien Inklusion und Exklusion. aus: vorg\u00e4nge Nr. 176 (Heft 4\/2006), S. 23-31 Kaum eine Unterscheidung der soziologischen Theorie ist in den letzten Jahren mehr diskutiert worden, als diejenige der sozialen Inklusion und Exklusion. Es ist besonders die Vokabel der Exklusion, die zunehmend prominent in einer sowohl wissenschaftlichen als auch \u00f6ffentlichen Debatte [weiterlesen]\" \/>\n<meta property=\"og:url\" content=\"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/vorgaenge\/176-vorgaenge\/publikation\/ausgeschlossen-aber-nicht-draussen\/\" \/>\n<meta property=\"og:site_name\" content=\"Humanistische Union\" \/>\n<meta property=\"article:modified_time\" content=\"2021-08-24T19:49:23+00:00\" \/>\n<meta name=\"twitter:card\" content=\"summary_large_image\" \/>\n<meta name=\"twitter:site\" content=\"@humunion\" \/>\n<meta name=\"twitter:label1\" content=\"Gesch\u00e4tzte Lesezeit\" \/>\n\t<meta name=\"twitter:data1\" content=\"17\u00a0Minuten\" \/>\n<script type=\"application\/ld+json\" class=\"yoast-schema-graph\">{\"@context\":\"https:\\\/\\\/schema.org\",\"@graph\":[{\"@type\":\"WebPage\",\"@id\":\"https:\\\/\\\/www.humanistische-union.de\\\/publikationen\\\/vorgaenge\\\/176-vorgaenge\\\/publikation\\\/ausgeschlossen-aber-nicht-draussen\\\/\",\"url\":\"https:\\\/\\\/www.humanistische-union.de\\\/publikationen\\\/vorgaenge\\\/176-vorgaenge\\\/publikation\\\/ausgeschlossen-aber-nicht-draussen\\\/\",\"name\":\"Ausgeschlossen, aber nicht drau\u00dfen - Humanistische Union\",\"isPartOf\":{\"@id\":\"https:\\\/\\\/www.humanistische-union.de\\\/#website\"},\"datePublished\":\"2006-12-01T10:40:00+00:00\",\"dateModified\":\"2021-08-24T19:49:23+00:00\",\"breadcrumb\":{\"@id\":\"https:\\\/\\\/www.humanistische-union.de\\\/publikationen\\\/vorgaenge\\\/176-vorgaenge\\\/publikation\\\/ausgeschlossen-aber-nicht-draussen\\\/#breadcrumb\"},\"inLanguage\":\"de\",\"potentialAction\":[{\"@type\":\"ReadAction\",\"target\":[\"https:\\\/\\\/www.humanistische-union.de\\\/publikationen\\\/vorgaenge\\\/176-vorgaenge\\\/publikation\\\/ausgeschlossen-aber-nicht-draussen\\\/\"]}]},{\"@type\":\"BreadcrumbList\",\"@id\":\"https:\\\/\\\/www.humanistische-union.de\\\/publikationen\\\/vorgaenge\\\/176-vorgaenge\\\/publikation\\\/ausgeschlossen-aber-nicht-draussen\\\/#breadcrumb\",\"itemListElement\":[{\"@type\":\"ListItem\",\"position\":1,\"name\":\"Publikationen\",\"item\":\"https:\\\/\\\/www.humanistische-union.de\\\/publikationen\\\/\"},{\"@type\":\"ListItem\",\"position\":2,\"name\":\"vorg\u00e4nge\",\"item\":\"https:\\\/\\\/www.humanistische-union.de\\\/publikationen\\\/vorgaenge\\\/\"},{\"@type\":\"ListItem\",\"position\":3,\"name\":\"vorg\u00e4nge Nr. 176: Die fragmentierte Gesellschaft\",\"item\":\"https:\\\/\\\/www.humanistische-union.de\\\/publikationen\\\/vorgaenge\\\/176-vorgaenge\\\/\"},{\"@type\":\"ListItem\",\"position\":4,\"name\":\"Ausgeschlossen, aber nicht drau\u00dfen\"}]},{\"@type\":\"WebSite\",\"@id\":\"https:\\\/\\\/www.humanistische-union.de\\\/#website\",\"url\":\"https:\\\/\\\/www.humanistische-union.de\\\/\",\"name\":\"Humanistische Union\",\"description\":\"\",\"publisher\":{\"@id\":\"https:\\\/\\\/www.humanistische-union.de\\\/#organization\"},\"potentialAction\":[{\"@type\":\"SearchAction\",\"target\":{\"@type\":\"EntryPoint\",\"urlTemplate\":\"https:\\\/\\\/www.humanistische-union.de\\\/?s={search_term_string}\"},\"query-input\":{\"@type\":\"PropertyValueSpecification\",\"valueRequired\":true,\"valueName\":\"search_term_string\"}}],\"inLanguage\":\"de\"},{\"@type\":\"Organization\",\"@id\":\"https:\\\/\\\/www.humanistische-union.de\\\/#organization\",\"name\":\"Humanistische Union e.V.\",\"url\":\"https:\\\/\\\/www.humanistische-union.de\\\/\",\"logo\":{\"@type\":\"ImageObject\",\"inLanguage\":\"de\",\"@id\":\"https:\\\/\\\/www.humanistische-union.de\\\/#\\\/schema\\\/logo\\\/image\\\/\",\"url\":\"https:\\\/\\\/www.humanistische-union.de\\\/wp-content\\\/uploads\\\/2023\\\/09\\\/HU-LOGO-blau_RGB-high-scaled-e1704725806773.jpg\",\"contentUrl\":\"https:\\\/\\\/www.humanistische-union.de\\\/wp-content\\\/uploads\\\/2023\\\/09\\\/HU-LOGO-blau_RGB-high-scaled-e1704725806773.jpg\",\"width\":1000,\"height\":536,\"caption\":\"Humanistische Union e.V.\"},\"image\":{\"@id\":\"https:\\\/\\\/www.humanistische-union.de\\\/#\\\/schema\\\/logo\\\/image\\\/\"},\"sameAs\":[\"https:\\\/\\\/x.com\\\/humunion\",\"https:\\\/\\\/mastodon.social\\\/@humunion\",\"https:\\\/\\\/bsky.app\\\/profile\\\/humanistischeunion.bsky.social\"]}]}<\/script>\n<!-- \/ Yoast SEO plugin. -->","yoast_head_json":{"title":"Ausgeschlossen, aber nicht drau\u00dfen - Humanistische Union","robots":{"index":"index","follow":"follow","max-snippet":"max-snippet:-1","max-image-preview":"max-image-preview:large","max-video-preview":"max-video-preview:-1"},"canonical":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/vorgaenge\/176-vorgaenge\/publikation\/ausgeschlossen-aber-nicht-draussen\/","og_locale":"de_DE","og_type":"article","og_title":"Ausgeschlossen, aber nicht drau\u00dfen - Humanistische Union","og_description":"Zum gesellschaftstheoretischen Aussagewert der Kategorien Inklusion und Exklusion. aus: vorg\u00e4nge Nr. 176 (Heft 4\/2006), S. 23-31 Kaum eine Unterscheidung der soziologischen Theorie ist in den letzten Jahren mehr diskutiert worden, als diejenige der sozialen Inklusion und Exklusion. Es ist besonders die Vokabel der Exklusion, die zunehmend prominent in einer sowohl wissenschaftlichen als auch \u00f6ffentlichen Debatte [weiterlesen]","og_url":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/vorgaenge\/176-vorgaenge\/publikation\/ausgeschlossen-aber-nicht-draussen\/","og_site_name":"Humanistische Union","article_modified_time":"2021-08-24T19:49:23+00:00","twitter_card":"summary_large_image","twitter_site":"@humunion","twitter_misc":{"Gesch\u00e4tzte Lesezeit":"17\u00a0Minuten"},"schema":{"@context":"https:\/\/schema.org","@graph":[{"@type":"WebPage","@id":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/vorgaenge\/176-vorgaenge\/publikation\/ausgeschlossen-aber-nicht-draussen\/","url":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/vorgaenge\/176-vorgaenge\/publikation\/ausgeschlossen-aber-nicht-draussen\/","name":"Ausgeschlossen, aber nicht drau\u00dfen - Humanistische Union","isPartOf":{"@id":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/#website"},"datePublished":"2006-12-01T10:40:00+00:00","dateModified":"2021-08-24T19:49:23+00:00","breadcrumb":{"@id":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/vorgaenge\/176-vorgaenge\/publikation\/ausgeschlossen-aber-nicht-draussen\/#breadcrumb"},"inLanguage":"de","potentialAction":[{"@type":"ReadAction","target":["https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/vorgaenge\/176-vorgaenge\/publikation\/ausgeschlossen-aber-nicht-draussen\/"]}]},{"@type":"BreadcrumbList","@id":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/vorgaenge\/176-vorgaenge\/publikation\/ausgeschlossen-aber-nicht-draussen\/#breadcrumb","itemListElement":[{"@type":"ListItem","position":1,"name":"Publikationen","item":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/"},{"@type":"ListItem","position":2,"name":"vorg\u00e4nge","item":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/vorgaenge\/"},{"@type":"ListItem","position":3,"name":"vorg\u00e4nge Nr. 176: Die fragmentierte Gesellschaft","item":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/vorgaenge\/176-vorgaenge\/"},{"@type":"ListItem","position":4,"name":"Ausgeschlossen, aber nicht drau\u00dfen"}]},{"@type":"WebSite","@id":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/#website","url":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/","name":"Humanistische Union","description":"","publisher":{"@id":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/#organization"},"potentialAction":[{"@type":"SearchAction","target":{"@type":"EntryPoint","urlTemplate":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/?s={search_term_string}"},"query-input":{"@type":"PropertyValueSpecification","valueRequired":true,"valueName":"search_term_string"}}],"inLanguage":"de"},{"@type":"Organization","@id":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/#organization","name":"Humanistische Union e.V.","url":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/","logo":{"@type":"ImageObject","inLanguage":"de","@id":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/#\/schema\/logo\/image\/","url":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/wp-content\/uploads\/2023\/09\/HU-LOGO-blau_RGB-high-scaled-e1704725806773.jpg","contentUrl":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/wp-content\/uploads\/2023\/09\/HU-LOGO-blau_RGB-high-scaled-e1704725806773.jpg","width":1000,"height":536,"caption":"Humanistische Union e.V."},"image":{"@id":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/#\/schema\/logo\/image\/"},"sameAs":["https:\/\/x.com\/humunion","https:\/\/mastodon.social\/@humunion","https:\/\/bsky.app\/profile\/humanistischeunion.bsky.social"]}]}},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/hu-json\/wp\/v2\/publikation\/11416","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/hu-json\/wp\/v2\/publikation"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/hu-json\/wp\/v2\/types\/publikation"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/hu-json\/wp\/v2\/media?parent=11416"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/hu-json\/wp\/v2\/categories?post=11416"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/hu-json\/wp\/v2\/tags?post=11416"},{"taxonomy":"autoren","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/hu-json\/wp\/v2\/autoren?post=11416"},{"taxonomy":"publikationen","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/hu-json\/wp\/v2\/publikationen?post=11416"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}