{"id":11433,"date":"1992-08-31T21:00:00","date_gmt":"1992-08-31T19:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/publikation\/berlin-metropole-der-frauenarmut\/"},"modified":"2021-08-24T21:47:48","modified_gmt":"2021-08-24T19:47:48","slug":"berlin-metropole-der-frauenarmut","status":"publish","type":"publikation","link":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/vorgaenge\/118-vorgaenge\/publikation\/berlin-metropole-der-frauenarmut\/","title":{"rendered":"Berlin: Metropole der Frauenarmut?"},"content":{"rendered":"<p>aus: vorg\u00e4nge Nr. 118 (Heft 4\/1992), S. 25-35<\/p>\n<p>Seit der Wiedervereinigung beider Stadth\u00e4lften ist Berlin einem rasanten Proze\u00df des Umbaus unterworfen. Nach dem Willen der CDU\/SPD-Regierung soll die Stadt zu einer international ausgerichteten Wirtschaftsmetropole und zum Regierungssitz aus- und umgebaut werden. Die Chancen daf\u00fcr stehen gut: Die Entscheidung f\u00fcr Berlin als Regierungssitz ist gefallen, und im Innenstadtbereich zeigen u.a. die Gro\u00dfprojekte von Daimler-Benz, Sony und Hertie \u00fcberdeutlich, da\u00df die Stadtregion national wie international an Standortattraktivit\u00e4t gewonnen hat. Kurzum: Berlin hat einen enormen Bedeutungszuwachs in der bundesdeutschen St\u00e4dtehierarchie erhalten. Auf Grund der polyzentralen Struktur des deutschen St\u00e4dtesystems wird sich Berlin anders als die national zentralisierten europ\u00e4ischen Metropolen wie London oder Paris entwickeln. Mit ihnen jedoch teilt Berlin die Perspektiven ausgepr\u00e4gter \u00f6konomischer, sozialer, kultureller wie r\u00e4umlicher Br\u00fcche &#8212; Polarisierungen, die sich auch und vor allem f\u00fcr Frauen als nachteilig erweisen werden. Ohne massive Gegensteuerung seitens der Politik steht zu bef\u00fcrchten, da\u00df der Umbau Berlins zur internationalen Wirtschaftsmetropole zu einer vertieften Spaltung des st\u00e4dtischen Arbeitsmarktes und des inneren sozial-r\u00e4umlichen Gef\u00fcges der Stadt f\u00fchren wird &#8211; und zwar in einer Weise, die die Marginalisierungstendenzen f\u00fcr viele Frauen verst\u00e4rkt.<\/p>\n<p><b>Stadtentwicklung und<br \/>\u00f6konomische Restrukturierung<\/b><\/p>\n<p>Die tiefgreifenden Ver\u00e4nderungen seit Mitte der siebziger Jahre in Ordnung und Struktur des sozialen, wirtschaftlichen und politischen Lebens pr\u00e4gen sich sowohl auf globaler, wie auf regionaler und lokaler Ebene aus. So ist seit den achtziger Jahren in allen gro\u00dfen St\u00e4dten &#8212; insbesondere in den Metropolen der westeurop\u00e4ischen L\u00e4nder und der USA &#8212; eine Entwicklung in Richtung auf eine ausgepr\u00e4gte Polarisierung der Erwerbs- und Sozialstrukturen und eine verst\u00e4rkte Ausdifferenzierung lokaler Arbeits- und Lebensverh\u00e4ltnisse zu verzeichnen, die sich auch in neuen Formen sozialr\u00e4umlicher Ungleichheit widerspiegelt.<br \/>Der in den siebziger Jahren einsetzende \u00f6konomische Umbau mit wachsender Internationalisierung von Gro\u00dfunternehmen, neuen Technologien, zunehmender Flexibilisierung von Produktion und Arbeitsmarkt und der Deregulierung herk\u00f6mmlicher politisch-institutioneller Steuerungsmechanismen f\u00fchrte zu einer &#8222;Rehierarchisierung&#8221; des St\u00e4dtesystems. Ehemals bedeutende Zentren industrieller Produktion in den hochindustrialisierten L\u00e4ndern stagnieren oder geraten in eine Baisse, w\u00e4hrend sich andere St\u00e4dte und Regionen zu neuen Wachstumszentren entwickeln (Kr\u00e4tke 1991a).<br \/>Im Rahmen der neuen internationalen Arbeitsteilung produzieren transnationale Unternehmen an weltweit verstreuten Standorten f\u00fcr den Export, w\u00e4hrend bedeutende \u00fcberregionale Kommando- und Kontrollfunktionen der kapitalistischen Weltwirtschaft in bestimmten Gro\u00dfst\u00e4dten &#8211; den sogenannten global Cities oder Metropolen &#8212; selektiv konzentriert werden. Diese werden zu &#8222;geographischen Knotenpunkten&#8221; einer transnational organisierten \u00d6konomie, zum Standort wirtschaftlicher, finanzieller und politischer Entscheidungszentren mit einer Vielzahl dazugeh\u00f6riger unternehmens- und konsumorientierter Dienstleistungsbetriebe (Sassen 1991).<br \/>Mit dem gesellschaftlichen Strukturwandel in Osteuropa werden die St\u00e4dte und Regionen dieser L\u00e4nder in den weltweiten Trend zur Neuverteilung von Wachstumspotentialen miteinbezogen. \u00d6konomische, soziokulturelle und politische Umbauprozesse w\u00e4lzen die Bedingungen f\u00fcr die Nutzung des st\u00e4dtischen Raums gr\u00fcndlich um und n\u00e4hern ihn rapide den Verh\u00e4ltnissen in den westlichen Agglomerationszentren an. In gleichem Ma\u00dfe nehmen die hiermit verbundenen \u00f6konomischen, sozialen, kulturellen und r\u00e4umlichen Spaltungen zu. Die \u00f6konomische Restrukturierung im Osten Deutschlands hat auch auf regionaler Ebene Gewinner und Verlierer hervorgebracht. W\u00e4hrend etlichen Zentren im Westen (z.B. Hamburg und Frankfurt a.M.) neue Wachstumsimpulse verliehen wurden, wurden viele St\u00e4dte im Osten Deutschlands zu Krisenregionen herabgedr\u00fcckt. Eine Sonderstellung nimmt Berlin ein: Hier prallen auf engstem Raum Wachstums- und Degradationsprozesse aufeinander. Berlin wurde zu einem Brennpunkt der mit der Wiedervereinigung verbundenen Restrukturierungsprozesse.<\/p>\n<h2 class=\"auto-created\"><span id=\"arbeitsmarktspaltungen\">Arbeitsmarktspaltungen<\/span><\/h2>\n<p>Der Gro\u00dfraum Berlin &#8212; mit 4,3 Mio Einwohnern nach Paris, London und Madrid die viertgr\u00f6\u00dfte Metropole Europas &#8212; kann von seiner wirtschaftlichen Struktur her zur Zeit noch nicht als metropolitanes Dienstleistungszentrum gelten. Die Stadtregion stellt sich eher als ein Industriezentrum dar, in dem bislang Betriebsst\u00e4tten mit geringer Fertigungstiefe dominieren. Der \u00f6ffentliche Sektor wurde im Vergleich zu anderen westdeutschen Gro\u00dfst\u00e4dten stark ausgebaut, w\u00e4hrend privatwirtschaftliche Dienstleistungen eine weit geringere Rolle spielen. Das Fehlen von Hauptquartieren \u00fcberregional t\u00e4tiger Unternehmen (Ausnahme: der Chemiekonzern Schering und der B\u00fcroartikelhersteller Herlitz) sowie die vergleichsweise geringe Verbreitung produktionsorientierter Dienstleistungen wird als die strukturelle Schw\u00e4che des Wirtschaftsraums angesehen. Umso gr\u00f6\u00dfer sind deshalb auch die Belastungen, die mit dem schockartigen Umbau der Stadt einhergehen und die mit einem enormen Verlust an Arbeitspl\u00e4tzen im verarbeitenden Gewerbe, aber auch im \u00f6ffentlichen Dienstleistungssektor verbunden sind. Trotz der starken Expansion, die der Dienstleistungssektor &#8212; insbesondere der Bereich produktionsorientierter Dienste &#8212; im Westteil der Stadt seit 1990 erfahren hat (1991 betrug der Besch\u00e4ftigtenzuwachs 12 Prozent), wird die Vernichtung von Arbeitspl\u00e4tzen dadurch auf absehbare Zeit nicht ausgeglichen. In ganz Berlin waren im Mai 1992 rund 200000 Personen arbeitslos gemeldet; die Arbeitslosenquote betrug 12 Prozent. Im Osten vollzieht sich ein dramatischer Proze\u00df der Deindustrialisierung, der den in Westberlin schon lange vorherrschenden Trend des Abbaus industrieller Arbeitspl\u00e4tze \u00fcberformt.<br \/>In Berlin ist die Mehrheit der Frauen im Alter von 18 bis 65 Jahren erwerbst\u00e4tig: in Westberlin 60, in Ostberlin 80 Prozent. Vor allem in den sechziger und siebziger Jahren fand in beiden Teilen der Stadt &#8212; haupts\u00e4chlich \u00fcber die Ausweitung des Dienstleistungssektors &#8212; eine verst\u00e4rkte Integration von Frauen in das Erwerbssystem statt: In Westberlin sind fast 80, in Ostberlin ca. 70 Prozent der erwerbst\u00e4tigen Frauen in sogenannten frauentypischen Dienstleistungsberufen mit vergleichsweise geringer Bezahlung besch\u00e4ftigt.<br \/>Die asymmetrische Verteilung der Geschlechter auf unterschiedlich bewertete berufliche Positionen ist eine der Ursachen f\u00fcr fortbestehende geschlechtsspezifische Einkommensunterschiede, die in beiden Teilen der Stadt bei 25 Prozent liegen. Ostberliner Frauen tragen jedoch weit h\u00e4ufiger und st\u00e4rker (\u00fcber 40 Prozent) zum Haushaltseinkommen bei.<br \/>Seit den sechziger Jahren findet in Westberlin durch Betriebsstilllegungen, Betriebsverlagerungen in sogenannte Billiglohnl\u00e4nder und Einsatz neuer, arbeitssparender Technologien ein drastischer Arbeitsplatzabbau statt, von dem bisher relativ mehr Frauen als M\u00e4nner betroffen sind. Durch den Abbau der Berlin-F\u00f6rderung und die Expansion des Dienstleistungssektors werden auch in Zukunft viele un- und angelernte Arbeiterinnen ihre Anstellung verlieren. W\u00e4hrend die Arbeitsplatzverluste f\u00fcr Industriearbeiterinnen in der ersten H\u00e4lfte der achtziger Jahre nicht mehr vollst\u00e4ndig durch eine Besch\u00e4ftigungsausweitung im Dienstleistungssektor kompensiert werden konnten, entstanden in der zweiten H\u00e4lfte in diesem Sektor wieder vermehrt Arbeitspl\u00e4tze f\u00fcr Frauen, in der Mehrzahl jedoch sogenannte ungesch\u00fctzte Besch\u00e4ftigungsverh\u00e4ltnisse.<br \/>In allen hochindustrialisierten L\u00e4ndern wird seit einigen Jahren die Flexibilisierung von Produktion und Arbeitsmarkt angestrebt. Sie erfolgt durch die Einf\u00fchrung von flexiblen Arbeitszeiten und Teilzeitarbeit, von befristeten Arbeitsvertr\u00e4gen, von Leiharbeit und von neuen Besch\u00e4ftigungsverh\u00e4ltnissen ohne die bisher \u00fcbliche soziale Absicherung, unterst\u00fctzt durch gesetzgeberische Ma\u00dfnahmen wie z.B. das Arbeitsf\u00f6rderungsgesetz, das befristete Arbeitsverh\u00e4ltnisse erm\u00f6glicht. Flexibilisierung und Deregulierung von Besch\u00e4ftigungsverh\u00e4ltnissen wurden im Dienstleistungssektor am st\u00e4rksten durchgesetzt, die Grenzen der Erwerbschancen von Frauen werden wieder deutlicher.<br \/>Von dieser Erosion des Normalarbeitsverh\u00e4ltnisses sind Frauen weit mehr als M\u00e4nner betroffen. \u00c4hnlich wie in Westdeutschland wurden auch in Westberlin in vielen Bereichen des Dienstleistungssektors Vollzeitarbeitspl\u00e4tze zugunsten von Teilzeitarbeitspl\u00e4tzen und befristeten Besch\u00e4ftigungsverh\u00e4ltnissen abgebaut. Ende der achtziger Jahre war fast ein Drittel der sozialversicherungspflichtig besch\u00e4ftigten Frauen in West- und ein F\u00fcnftel in Ostberlin teilzeitbesch\u00e4ftigt. Zu \u00fcber 90 Prozent ist Teilzeitarbeit Frauenarbeit, die den Betroffenen in der Regel jedoch keine \u00f6konomisch selbst\u00e4ndige Existenz verschafft. So betrug der monatliche Nettoverdienst von Teilzeitbesch\u00e4ftigten in Westdeutschland 1987 durchschnittlich nur 847 DM (Kurz-Scherf 1989). W\u00e4hrend die Erwerbst\u00e4tigkeit von Frauen mit Kindern im Ostteil der Stadt bis zur W\u00e4hrungsunion selbstverst\u00e4ndlich war, waren Ende der achtziger Jahre in Westberlin 50 Prozent aller M\u00fctter mit Kindern unter 6 Jahren und 60 Prozent aller M\u00fctter mit Kindern unter 18 Jahren erwerbst\u00e4tig. 80 Prozent der vollzeitbesch\u00e4ftigten Frauen in Westberlin (50 Prozent in Ostberlin) hatten jedoch keine Kinder zu versorgen. Unter den Bedingungen eines eklatanten Mangels an Kinderbetreuungsm\u00f6glichkeiten werden (bei weitgehender &#8222;Verhaltensstarre&#8221; von M\u00e4nnern, was die gleichgewichtige Aufteilung der Hausarbeit und der Kinderbetreuung angeht) viele M\u00fctter auf die Erwerbst\u00e4tigkeit in flexiblen und ungesch\u00fctzten Formen beschr\u00e4nkt. So betrug Ende der achtziger Jahre der Versorgungsgrad der Kinder der entsprechenden Altersgruppe mit Krippenpl\u00e4tzen in Westberlin 19 Prozent, in Ostberlin 60 Prozent. Bei Hortpl\u00e4tzen betrug der Versorgungsgrad in Westberlin 25 Prozent, in Ostberlin 90 Prozent. Mit Kindergartenpl\u00e4tzen waren zwei Drittel der 3- bis 6j\u00e4hrigen in Westberlin und alle Kinder dieser Altersgruppe in Ostberlin versorgt.<br \/>Frauen stellen mit 70 Prozent den Hauptanteil jener Besch\u00e4ftigten, deren monatliches Einkommen unter der Sozialversicherungsgrenze von 480 DM liegt. In Westdeutschland hat sich die Anzahl dieser sogenannten geringf\u00fcgigen Besch\u00e4ftigungsverh\u00e4ltnisse innerhalb dreier Jahre verdreifacht (von 2,3 Mio 1987 auf auf 6,3 Mio 1990). Vor allem im Einzelhandel, im Reinigungs- und Gastst\u00e4ttengewerbe, in der Altenbetreuung und in Privathaushalten sind viele Frauen ohne Anspruch auf Arbeitslosengeld oder Rentenzahlungen besch\u00e4ftigt. Sozialwissenschaftlerinnen sprechen in diesem Zusammenhang von einer Tendenz zur &#8222;Hausfrauisierung&#8221; der Arbeit, die tendenziell auch M\u00e4nner erfa\u00dft.<br \/>Eine andere Form der &#8222;Hausfrauisierung&#8221; findet im Ostteil der Stadt statt: Im Zuge der Wirtschafts- und W\u00e4hrungsunion wurde ein Gro\u00dfteil der industriellen Arbeitspl\u00e4tze vernichtet. Auch in staatlichen Einrichtungen und gesellschaftlichen Organisationen haben viele Besch\u00e4ftigte ihren Arbeitsplatz verloren oder wer-den ihn noch verlieren. In den \u00f6stlichen Stadtbezirken und in Brandenburg ging in nur zwei Jahren jeder zweite Arbeitsplatz verloren. In Ostberliner Industriebetrieben wurden gar zwei Drittel der Arbeitspl\u00e4tze abgebaut. Die forcierte Ansiedlung von hochrangigen Dienstleistungskomplexen und Unternehmenszentralen wird die Entwertung der &#8222;\u00e4lteren&#8221; industriellen Basis der Stadt noch beschleunigen. Sch\u00e4tzungen gehen dahin, da\u00df im Vergleich zu 1989 schon Ende 1993 nur noch jeder f\u00fcnfte bis siebente Arbeitsplatz in der Industrie im Ostteil der Stadt \u00fcbrig sein wird. Ohne arbeitsmarktpolitische Ma\u00dfnahmen w\u00e4ren hier gegenw\u00e4rtig statt 100000 mehr als doppelt so viele Menschen arbeitslos. Die Ostberliner Arbeitslosenquote von 15 Prozent im April 1992 w\u00fcrde noch h\u00f6her ausfallen, w\u00e4ren nicht ca. 150000 \u00fcberwiegend junge Leute w\u00e4hrend der letzten zwei Jahre in den Westen abgewandert.<br \/>Die bisherige Entwicklung in Berlin und in den Regionen der ehemaligen DDR zeigt deutlich, da\u00df Frauen \u00fcberdurchschnittlich von Arbeitslosigkeit betroffen sind. Im Januar 1992 stellten sie in den neuen Bundesl\u00e4ndern \u00fcber 60 Prozent, in Ostberlin 54 Prozent der registrierten Erwerbslosen. Neben der \u00fcberproportionalen Arbeitslosigkeit mu\u00dften Frauen in Ostdeutschland eine starke Entwertung ihrer bisherigen Qualifikation hinnehmen. Nach der W\u00e4hrungsunion wurden sie in weit h\u00f6herem Ma\u00dfe als M\u00e4nner aus qualifizierten T\u00e4tigkeitsbereichen verdr\u00e4ngt. W\u00e4hrend der Anteil von Frauen und M\u00e4nnern in niedrig qualifizierten beruflichen Positionen nach der W\u00e4hrungsunion fast konstant blieb, hatte sich bis April 1991 der von Frauen in Leitungspositionen um \u00fcber 80 Prozent, der der M\u00e4nner um 60 Prozent reduziert. Im gleichen Zeitraum war die Anzahl von Frauen in hochqualifizierten Angestelltenpositionen um ein Drittel (bei M\u00e4nnern um ein F\u00fcnftel) und bei Facharbeiterinnen um ein Viertel (bei M\u00e4nnern um ein Zehntel) gesunken. Bei der Neueinstellung werden Frauen diskriminiert. So lag 1991 der Anteil von Frauen bei der Vermittlung in neue Stellen in Ostberlin bei nur einem Drittel. Sch\u00e4tzungen, wonach die vormals hohe Frauenerwerbsquote von \u00fcber 90 Prozent im Osten Deutschlands sinken und sich der im Westen von derzeit 50 bis 60 Prozent ann\u00e4hern d\u00fcrfte, k\u00f6nnen als realistisch gelten.<br \/>Zusammenfassend l\u00e4\u00dft sich sagen, da\u00df der \u00f6konomische Strukturwandel in beiden Teilen der Stadt auf mehr Frauen als M\u00e4nner negative Auswirkungen hat. Durch die Wiedervereinigung wird der Verdr\u00e4ngungswettbewerb enorm versch\u00e4rft. Die Besetzung von bisher \u00fcber 140000 Arbeitspl\u00e4tzen in Westberlin mit Pendlern aus dem Ostteil der Stadt und dem Umland indiziert, da\u00df die Chancen der weit \u00fcber 100000 Arbeitslosen im Westteil der Stadt auf einen neuen Arbeitsplatz gesunken sind. Inzwischen machen M\u00e4nner den Frauen auch in Dienstleistungsbereichen, die fr\u00fcher als weibliche Dom\u00e4ne galten (wie Sparkasse, Post, Verkehrswesen), Konkurrenz. Vor allem bei &#8222;frauentypischen&#8221; Arbeitspl\u00e4tzen im B\u00fcro- und Verkaufsbereich ist zu vermuten, da\u00df auch unter Frauen die Konkurrenz um diese Arbeitspl\u00e4tze zunimmt. Insbesondere weniger Qualifizierte, \u00c4ltere, Frauen mit kleinen Kindern und Immigrantinnen d\u00fcrften dem versch\u00e4rften Konkurrenzkampf zum Opfer fallen. Anhaltende Massenarbeitslosigkeit, Lohndiskriminierung und die Ausweitung ungesch\u00fctzter Besch\u00e4ftigungsverh\u00e4ltnisse verst\u00e4rken die Marginalisierungstendenzen. Frauen werden zunehmend ausgegrenzt und manche Frauen st\u00e4rker als andere.<br \/>Der Gewaltcharakter der kapitalistischen und patriarchalen Modernisierung zeigt sich im &#8222;Aussortieren des Erwerbspotentials&#8221; nach Alter, Geschlecht und Leistungsf\u00e4higkeit besonders deutlich. Die geschlechtshierarchische Aufspaltung der gesellschaftlichen Gesamtarbeit in gut bezahlte, schlecht bezahlte und unbezahlte Arbeit verursacht die Armut von Frauen &#8212; und sie gef\u00e4hrdet l\u00e4ngerfristig auch das &#8222;Normalarbeitsverh\u00e4ltnis&#8221; der M\u00e4nner.<br \/>Wie die Entwicklung anderer Metropolen zeigt, wird der Ausbau Berlins zu einer international ausgerichteten Wirtschaftsmetropole und zum Regierungssitz die f\u00fcr Frauen nachteilige Spaltung des st\u00e4dtischen Arbeitsmarktes weiter vorantreiben. Auf der einen Seite entstehen hochrangige und hochbezahlte Arbeitspl\u00e4tze in den Bereichen Unternehmensf\u00fchrung, Organisation und Marketing, Finanzen und Versicherungen, Immobilienhandel, Medien, Rechts-und Unternehmensberatung, EDV-Dienste, Weiterbildung, Forschung und Entwicklung; auf der anderen Seite wachsen zugleich die &#8222;niederen&#8221; Dienstleistungsjobs, entstehen massenhaft gering entlohnte, wenig qualifizierte und meist ungesch\u00fctzte Arbeitspl\u00e4tze im Bereich von B\u00fcrohilfst\u00e4tigkeiten, Reinigungs- und Botendiensten, in der Gastronomie, in Hotels und urbanen Freizeiteinrichtungen. Illegale Leih- und Schwarzarbeit werden enorm zunehmen, der DGB rechnet bereits heute mit \u00fcber 100000 solcher Arbeitsverh\u00e4ltnisse. Im Zuge der weiteren Deindustrialisierung werden sich die Arbeitspl\u00e4tze f\u00fcr dauerhaft besch\u00e4ftigte ArbeiterInnen reduzieren. Eine doppelte Spaltung des st\u00e4dtischen Arbeitsmarktes entsteht: einmal zwischen Besch\u00e4ftigten und Arbeitslosen, zum anderen zwischen &#8222;hochrangigen&#8221; und &#8222;niederen&#8221; Arbeitspl\u00e4tzen.<br \/>Unter den Bedingungen einer geschlechtshierarchischen Gliederung des Besch\u00e4ftigungssystems bleiben leitende Positionen und hoch qualifizierte T\u00e4tigkeitsbereiche \u00fcberwiegend M\u00e4nnern vorbehalten, w\u00e4hrend f\u00fcr wenig qualifizierte, schlecht entlohnte Hilfs- und Versorgungst\u00e4tigkeiten im Dienstleistungsbereich (genau wie im industriellen Sektor) Frauen &#8212; darunter viele Arbeitsmigrantinnen &#8212; das flexible Hauptreservoir darstellen.<br \/>Entlang geschlechtsbezogener Trennungslinien entsteht eine polarisierte Besch\u00e4ftigtenstruktur, die die Flexibilisierung und Deregulierung des Arbeitsmarktes weiter voranschreiten l\u00e4\u00dft.<br \/>Mit dem Wachstum produktions- und unternehmensorientierter Dienstleistungen sowie der Ansiedlung von Regierungsbeh\u00f6rden (derzeitiger Frauenanteil 27, im h\u00f6heren Dienst 14 Prozent) und Verb\u00e4nden in der Stadt werden sich f\u00fcr Frauen qualifiziertere T\u00e4tigkeitsfelder ausweiten, ihr Anteil an F\u00fchrungspositionen in der Wirtschaft &#8212; in Westdeutschland derzeit nur vier Prozent &#8212; wird steigen. Auf dem Hintergrund eines prognostizierten Mangels an F\u00fchrungskr\u00e4ften werden vor allem von kleineren Firmen hochqualifizierte Frauen zunehmend als Begabungsreserve f\u00fcr Positionen im mittleren Management entdeckt und als anerkannte Marktteilnehmerinnen aufgewertet. Der Aufstieg ins mittlere Management oder gar in einige Spitzenpositionen der Wirtschaft wird jedoch jenen vorbehalten bleiben, die von ihrer Erwerbsbiographie, ihrem Alter und ihren famili\u00e4ren (Nicht-)Bindungen her in der Lage sind, sich 10 bis 12 Stunden am Tag den beruflichen Aufgaben zu widmen.<br \/>Das Beispiel anderer Metropolen zeigt indes, da\u00df der Zugewinn an h\u00f6her qualifizierten, gut bezahlten und sicheren Arbeitspl\u00e4tzen mit Aufstiegsm\u00f6glichkeiten f\u00fcr Frauen durch die Zunahme unsicherer, gering qualifizierter und schlecht entlohnter &#8222;Frauenarbeitspl\u00e4tze&#8221; mehr als ausgeglichen wird.<br \/>Die st\u00e4rkere Teilhabe von Frauen an h\u00f6heren Positionen und die wachsende Besch\u00e4ftigung von Frauen in prek\u00e4ren Arbeitsverh\u00e4ltnissen wird eine zunehmende Differenzierung und Polarisierung in ihren Lebensverh\u00e4ltnissen zur Folge haben.<\/p>\n<h2 class=\"auto-created\"><span id=\"wohnungsnoete\">Wohnungsn&ouml;te<\/span><\/h2>\n<p>Der Wohnungsmarkt und das sozialr\u00e4umliche Gef\u00fcge Berlins ist mit der Vereinigung unter gewaltigen Ver\u00e4nderungsdruck geraten, der noch ansteigen wird, da der Region f\u00fcr die kommen-den zwanzig Jahre ein Zuwachs von rund 1 Million Einwohnern prognostiziert wird. Einerseits wird mit dem Zuzug gutverdienender Haushalte aus dem Westteil Deutschlands gerechnet. Andererseits wird eine weit gr\u00f6\u00dfere Armutswanderung aus den \u00f6stlichen Regionen erwartet. Der bereits in den achtziger Jahren beobachtete Trend einer immer ungleicheren Einkommensverteilung wird sich fortsetzen. Die Mieten wer-den explodieren und die Armut dadurch rapide zunehmen. Die Wohnungsnot wird immer mehr auch Mittelschichten betreffen und selbst Normalverdiener aus der Stadt vertreiben. Schon 1991 waren &#8212; bei durchschnittlich 17 DM Kaltmiete je qm Wohnfl\u00e4che bei Neuvermietungen &#8212; preiswerte Mietwohnungen Mangelware, neu abgeschlossene Mieten lagen durchschnittlich um 40 Prozent \u00fcber den Werten des damals g\u00fcltigen Mietspiegels. In ganz Berlin rechnet man derzeit mit weit \u00fcber 100000 Wohnungssuchenden; der Senat spricht gar von 150000 fehlenden Wohnungen in der Stadtregion. Bereits 1990 gab es nach Angaben des Diakonischen Werks zwischen 16.000 und 20.000 Obdachlose.<\/p>\n<p>Frauen-Haushalte sind vom dieser Situation st\u00e4rker betroffen, da sie auf Grund ihrer im Vergleich zu M\u00e4nnern schlechteren Einkommenssituation bei der Wohnungssuche benachteiligt sind: Lohndiskriminierung, Teilzeitarbeit und andere Formen ungesch\u00fctzter Besch\u00e4ftigungsverh\u00e4ltnisse f\u00fchren oftmals zu einem Einkommen, das ein materiell abgesichertes, eigenst\u00e4ndiges Leben kaum erm\u00f6glicht. Bei nicht erwerbst\u00e4tigen Frauen kommt die mangelhafte Absicherung durch soziale Sicherungssysteme hinzu, die auf die Merkmale m\u00e4nnlicher Erwerbsarbeit &#8212; wie Kontinuit\u00e4t und ausreichend hohe Entlohnung &#8212; zugeschnitten sind. Die<br \/>staatlicherseits gef\u00f6rderte &#8222;Absicherung&#8221; der Frauen durch die Institution der Ehe ist hinf\u00e4llig geworden: In Gro\u00dfst\u00e4dten wie Berlin wird inzwischen jede zweite Ehe geschieden. Beide Faktoren &#8212; die Diskriminierung von Frauen auf dem Arbeitsmarkt und die mangelhafte soziale Absicherung &#8212; tragen zur &#8222;Feminisierung der Armut&#8221; bei.<br \/>Es gibt zahlreiche Belege daf\u00fcr, da\u00df die Armut unter Frauen steigt. Seit den achtziger Jahren nimmt in westdeutschen Gro\u00dfst\u00e4dten die Anzahl der Sozialhilfeempf\u00e4ngerinnen kontinuierlich zu; in den neuen Bundesl\u00e4ndern gar sprunghaft: In Ostberlin hat sie sich innerhalb eines Jahres verdoppelt. Besonders heikel ist die Lebenssituation alleinerziehender und \u00e4lterer Frauen. Armut im Alter ist vor allem ein Frauenschicksal. Im Durchschnitt erreichen Frauen nur knapp 40 Prozent der &#8222;m\u00e4nnlichen&#8221; Versichertenrente. In Berlin macht der Anteil alleinlebender Frauen \u00fcber 65 Jahre fast 15 Prozent aller Haushalte aus. Auch die Situation alleinerziehender Frauen ist in den meisten F\u00e4llen \u00e4u\u00dferst prek\u00e4r. Einer neueren Studie zufolge m\u00fcssen in Westdeutschland \u00fcber 75 Prozent der Alleinerziehenden mit einem Einkommen unterhalb der Sozialhilfegrenze auskommen. F\u00fcr Berlin gab das Diakonische Werk an, da\u00df zwei Drittel der alleinerziehenden Frauen am Rande der Armutsgrenze leben. Unter den Haushalten mit Kindern betrug der Anteil Alleinerziehender in Berlin fast 30 Prozent, davon 90 Prozent Frauen.<br \/>Ein \u00fcberdurchschnittlicher Anteil benachteiligter Frauen lebt bisher in Sozialwohnungen oder in preisg\u00fcnstigen Altbauwohnungen. Verglichen mit dem Beginn der achtziger Jahre, wird jedoch im Westen Deutschlands und in Westberlin der Sozialwohnungsbestand durch auslaufende Preis- und Belegungsbindungen bis Mitte der neunziger Jahre auf die H\u00e4lfte geschrumpft sein. Auch der Bestand an preiswerten Altbauwohnungen ist zunehmend durch das Ansteigen des Mietniveaus, die Umwandlung von Miet- in Eigentumswohnungen oder mietsteigernde Modernisierungsma\u00dfnahmen gef\u00e4hrdet. Wie andere Metropolen zeigen, besteht vor allem in zentral gelegenen, gut ausgestatteten Altbauwohnvierteln f\u00fcr diese Gruppe von Frauen die Gefahr, von der wachsenden Zahl gut bezahlter Fach- und F\u00fchrungskr\u00e4fte, zu denen auch immer mehr Frauen geh\u00f6ren, verdr\u00e4ngt zu werden.<br \/>Auch in Berlin k\u00f6nnten in den n\u00e4chsten ein bis zwei Jahrzehnten verarmte und sozial diskriminierte Bev\u00f6lkerungsgruppen an den Stadtrand abgedr\u00e4ngt werden. In den Trabantenst\u00e4dten des sozialen Wohnungsbaus war schon w\u00e4hrend der achtziger Jahre eine \u00fcberdurchschnittliche Zunahme von ImmigrantInnen, von Arbeitslosen und Sozialhilfeempf\u00e4ngerInnen, wie von allein-erziehenden Frauen zu verzeichnen. Wohnungspolitische Weichenstellungen und die nachlassende Akzeptanz dieser Wohn- und Siedlungsformen hatten die Gro\u00dfsiedlungen am Stadtrand immer mehr zu einem Auffangbecken von Wohnungsnotf\u00e4llen und damit von \u00f6konomisch und sozial diskriminierten Bev\u00f6lkerungsgruppen werden lassen.<br \/>Vor allem die weit \u00fcber dem Durchschnitt liegende Zunahme alleinerziehender Frauen und die wachsende Konzentration \u00e4lterer Frauen l\u00e4\u00dft den Schlu\u00df zu, da\u00df sich die &#8222;Feminisierung der Armut&#8221; und die damit verbundene Ausgrenzung der betroffenen Frauen auf stadtr\u00e4umlicher Ebene in den Gro\u00dfsiedlungen des sozialen Wohnungsbaus am Stadtrand zeigt. Gegenw\u00e4rtig wohnt jeder zweite Ost- bzw. jeder zehnte Westberliner in solchen Gro\u00dfsiedlungen. W\u00e4hrend die in den sechziger und siebziger Jahren gebauten Siedlungen im Westen einem staatlich subventionierten &#8222; Nachbesserungs&#8221; &#8211; Programm unterzogen wurden, stellt sich die Lage in Ostberlin ziemlich desolat dar: bauliche M\u00e4ngel, M\u00e4ngel in der Infrastrukturausstattung und in der architektonischen Gestaltung k\u00f6nnen nur zu hohen Kosten und keinesfalls kurzfristig beseitigt werden. Trotzdem wird bei Umfragen von den meisten BewohnerInnen eine hohe Zufriedenheit mit der eigenen Wohnung ge\u00e4u\u00dfert. Den Ostberliner Gro\u00dfsiedlungen blieb bislang trotz aller baulichen und st\u00e4dtebaulichen Mi\u00dfst\u00e4nde ein sozialer Abstieg erspart. Noch verhindert der dramatische Wohnraummangel in Berlin den Wegzug h\u00f6herer Einkommensschichten. Mit den drastischen Mieterh\u00f6hungen im Oktober des letzten Jahres um zum Teil mehr als das Vierfache der fr\u00fcheren Miete im Ostteil der Stadt wurden auch vermehrt Erwartungen an Leistungsverbesserungen in den Wohnsiedlungen geweckt. Unterbleiben diese und l\u00e4\u00dft die Lage auf dem Wohnungsmarkt es zu, werden junge und mobile Haushalte mit h\u00f6herem Einkommen als erste aus den Gro\u00dfsiedlungen wegziehen. Erh\u00f6ht sich dadurch der Anteil materiell und sozial diskriminierter Bev\u00f6lkerungsgruppen und wird die Arbeitslosigkeit vieler BewohnerInnen der Gro\u00dfsiedlungen zur Dauererscheinung, sind Verfallstendenzen zu erwarten.<br \/>Vor allem im Nordosten Berlins ist der Bau neuer Gro\u00dfsiedlungen mit bis zu 100000 Einwohnern vorgesehen. An der Spandauer Oberhavel wird derzeit eine &#8222;Wasserstadt&#8221; mit 18000 neuen Wohnungen geplant. Diese Neubauten werden einen Suburbanisierungs- Schub ausl\u00f6sen, der durch die Entwicklung neuer Eigenheimsiedlungen am Stadtrand noch verst\u00e4rkt wird. Vor allem bei Westberliner Kleinfamilien-Haushalten mit \u00fcberdurchschnittlichem Einkommen besteht &#8212; bei einer Wohneigentumsquote von derzeit nur 10 Prozent &#8212; gro\u00dfer Nachholbedarf. Die Zersiedelung des Umlands und anwachsende Pendlerstr\u00f6me werden eine Folge sein.<\/p>\n<p><b>Innerst\u00e4dtische Wohnviertel:<br \/>Auf- und Entwertung der Lebensr\u00e4ume<\/b><\/p>\n<p>Neben der Spaltung des Arbeitsmarktes wird sich in der Metropole Berlin die sozialr\u00e4umliche Spaltung der Wohnquartiere in bisher nicht gekanntem Ausma\u00df vertiefen und vervielfachen. Eine entscheidende Triebkraft zur Ausdifferenzierung des sozialr\u00e4umlichen Gef\u00fcges wird die Zuwanderung gut bezahlter Besch\u00e4ftigtengruppen sein, die zum gro\u00dfen Teil das Wohnen in der Innenstadt bevorzugen. Diese Gruppierung wird einen in seinen Ausma\u00dfen bisher nicht gekannten Gentrifizierungs &#8211; Schub in Berlin ausl\u00f6sen. Gentrifizierung bedeutet Aufwertung innenstadtnaher Wohnquartiere bei gleichzeitiger Verdr\u00e4ngung geringerer Einkommensgruppen. Die Aufwertung innerst\u00e4dtischer Altbauviertel wird \u00fcberwiegend von der Nachfrage j\u00fcngerer, qualifiziert erwerbst\u00e4tiger Ein- oder Zwei-Personen-Haushalte mit h\u00f6herem Einkommen getragen. Die neuen BewohnerInnen geh\u00f6ren \u00fcberdurchschnittlich h\u00e4ufig den qualifizierten und gut bezahlten Besch\u00e4ftigtengruppen an, die sich im Zuge des wirtschaftlichen Strukturwandels in den expandierenden gro\u00dfst\u00e4dtischen Kontroll-, Finanz- und Dienstleistungszentren konzentriert haben.<br \/>Zur zahlungskr\u00e4ftigen Nachfrage, die sich auf zentral gelegene Altbauwohnviertel gehobener Qualit\u00e4t richtet, z\u00e4hlt auch jene Gruppe von Frauen, die sich eine Teilhabe an h\u00f6her qualifizierten und entlohnten Erwerbsbereichen erk\u00e4mpft haben.<br \/>Als Singles oder mit einem Partner zusammenlebend, f\u00fchren sie ein ausgesprochen berufsbezogenes und wenig familienzentriertes Leben. Hohes Einkommen, Kinderlosigkeit und stark individualisierte Lebensf\u00fchrung mit knappen Zeitbudgets sind weitere Charakteristika der Lebensweise dieser sozialen Gruppe. Teile der Hausarbeit werden durch eine ganze Palette spezialisierter Waren und kommerzieller oder pers\u00f6nlicher Dienstleistungen ersetzt. Da\u00df haushalts- und konsumorientierte Dienstleistungen \u00fcberwiegend von Frauen in meist ungesch\u00fctzten Besch\u00e4ftigungsverh\u00e4ltnissen erbracht werden, unterstreicht die Tendenzen der sozialen Polarisierung. Gentrifizierung erscheint in diesem Zusammenhang als eine Entwicklung, die die Ver\u00e4nderungen in der Lebenslage von Frauen widerspiegelt &#8212; im Sinne der qualifizierten Erwerbst\u00e4tigkeit, der Verbreitung nicht &#8211; kleinfamiliarer Lebensformen und einer weniger ausgepr\u00e4gten internen Rollendifferenzierung in nicht-traditionellen Beziehungsformen (Borst 1990).<br \/>Auch die Ver\u00e4nderung der Konsummuster ist f\u00fcr die Hinwendung zur Innenstadt als Wohnort bedeutsam. Die &#8222;neuen Mittelschichten&#8220; bevorzugen nicht &#8211; massenproduzierte, sich den Anschein des Individuellen gebende Waren und exklusive Dienstleistungen.<br \/>Diese &#8222;neue Mittelklasse&#8221; bildet eine Konsumentenschicht, die mit ihrer Nachfrage nach Luxuskonsumg\u00fctern, privaten Dienstleistungen und &#8222;Erlebniseink\u00e4ufen&#8221; den Aufwertungsproze\u00df bestimmter innerst\u00e4dtischer Viertel noch beschleunigt: Bestehende Gesch\u00e4fte oder Kneipen werden von Investoren aufgekauft und den neuen Nachfragestrukturen gem\u00e4\u00df &#8222;umgewandelt&#8221;. In den Gro\u00dfst\u00e4dten bilden sich &#8222;neue R\u00e4ume der Konsumtion&#8221; (Smith 1987), die im Rahmen des allgemeinen gesellschaftlichen Strukturwandels eine aktive Rolle bei der Ausdifferenzierung und Hierarchisierung von Konsummustern spielen.<br \/>Gentrifizierungsprozesse verlaufen \u00fcber die Hochmodernisierung oder Umwandlung von Altbaumiet- in Eigentumswohnungen. Sie beinhalten auch die Umwandlung bestehender Gesch\u00e4fte und Kneipen in jene kulturelle, kulinarische und konsumorientierte Infrastruktur, die den Bed\u00fcrfnissen der &#8222;neuen Mittelschichten&#8221; entspricht. Aufwertungsprozesse verlaufen meist kleinr\u00e4umig selektiv, erfassen vorrangig solche innerst\u00e4dtischen Quartiere, die sich durch eine gute Wohnlage, gute Ausstattung mit privaten und \u00f6ffentlichen Dienstleistungen und gute Wohnumfeldqualit\u00e4ten auszeichnen. In Berlin werden sich zu Charlottenburg, Wilmersdorf so-wie Teilen von Sch\u00f6neberg und Tiergarten zus\u00e4tzliche Inseln der Gentrifizierung vor allem in jenen Quartieren herauskristallisieren, die durch die Vereinigung beider Stadth\u00e4lften wieder zu citynahen Altbau-Wohnquartieren geworden sind, so die Bezirke Kreuzberg und Prenzlauer Berg oder auch Teile von Pankow.<br \/>Neben diesen &#8222;Inseln des Luxus&#8221; werden in der Innenstadt &#8222;Inseln der Armut&#8221; bestehen bleiben oder sich neu bilden. Nicht alle der herabgewirtschafteten Altbauwohnungen in Berlin werden in den n\u00e4chsten Jahren instandgesetzt oder modernisiert werden. Im innerst\u00e4dtischen Bereich Ostberlins steht die Reprivatisierung von 70 bis 80 Prozent des Altbauwohnungsbestands durch R\u00fcck\u00fcbertragung an. Rund 70000 Wohnungen weisen erhebliche Modernisierungs- und Instandhaltungsm\u00e4ngel auf. In ganz Berlin wird der Bestand an erneuerungsbed\u00fcrftigen Wohnungen auf 170000 Wohneinheiten gesch\u00e4tzt. F\u00fcr die privaten Hausbesitzer zahlen sich Instandsetzungs &#8211; und Modernisierungsma\u00dfnahmen vor allem in den innenstadtnahen Altbauwohngebieten aus, in denen eine zahlungskr\u00e4ftige Nachfrage zu erwarten ist. Weniger attraktive Altbauwohnviertel k\u00f6nnten Verfallsschwerpunkte bleiben oder sich zu solchen ausbilden; erst recht, wenn ein hoher Anteil der BewohnerInnen dieser Wohnquartiere von Arbeitslosigkeit und Armut erfa\u00dft wird. Die Anzahl von Frauen, die sich in den &#8222;Inseln der Armut&#8221; wiederfinden werden, wird die in den &#8222;Inseln des Luxus&#8221; wohl weit \u00fcbertreffen.<\/p>\n<p><b>Das Stadtzentrum: Tummelplatz f\u00fcr<br \/>Gro\u00dfinvestoren und Immobiliengesellschaften<\/b><\/p>\n<p>F\u00fcr die innerst\u00e4dtische Entwicklung Berlins wird nicht nur das Nebeneinander von Gentrifizierungs &#8211; und Verfallsprozessen typisch sein. Zur Metropolisierung geh\u00f6rt zudem die Expansion zentraler Unternehmensfunktionen und entsprechender Dienstleistungen &#8212; und damit von B\u00fcrokomplexen. Der &#8222;Terti\u00e4risierungs&#8221; &#8211; Schub richtet sich auf die beiden City-Bereiche und andere attraktive Standorte in der N\u00e4he des &#8222;inneren Rings&#8221; (alter S-Bahn-Ring und Stadtautobahn). Zu den treibenden Kr\u00e4ften z\u00e4hlt das &#8222;Immobilienkapital&#8221; in Gestalt international agierender Immobilienunternehmen oder auch in Form einer &#8222;Unterabteilung&#8221; einer Anlagesph\u00e4re bedeutender Gro\u00dfunternehmen.<br \/>Der Umbau Berlins zur Dienstleistungsmetropole kommt auf dem Immobilienmarkt besonders deutlich zum Ausdruck. Die Nachfrage nach B\u00fcrofl\u00e4chen expandiert, die Preise ebenso: Seit 1989 haben ich die Grundst\u00fcckspreise fast vervierfacht; innerhalb eines Jahres stiegen die Gewerbemieten um das Doppelte. F\u00fcr die kommenden zwanzig Jahre wird ein Bedarf an 10 bis 12 Millionen qm B\u00fcrofl\u00e4che erwartet. Die \u00fcbergro\u00dfe Nachfrage nach Gewerbefl\u00e4chen verst\u00e4rkt den Druck zur Umwandlung von Wohnungen in B\u00fcrofl\u00e4chen. Zur Zeit sind 70 Gro\u00dfprojekte in Planung. Wo ausgedehnte B\u00fcrokomplexe entstehen, wird jedoch die bisher f\u00fcr Berlin typische und vor allem f\u00fcr Frauen vorteilhafte Verkn\u00fcpfung von Wohnungen und Arbeitspl\u00e4tzen beseitigt. In dieselbe Richtung wirken die allt\u00e4glich stattfindenden drastischen Erh\u00f6hungen von Gewerbemieten im gesamten Innenstadtraum. Die &#8222;Berliner Mischung&#8221; &#8212; das Nebeneinander von Wohnungen, unterschiedlichsten Gewerbe- und Dienstleistungsbetrieben, wie von sozialen und k\u00fcnstlerischen Initiativen &#8212; ist bedroht.<\/p>\n<h2 class=\"auto-created\"><span id=\"stadtpolitik-im-zeichen-der-metropolisierung\">Stadt&shy;po&shy;litik im Zeichen der Metro&shy;po&shy;li&shy;sie&shy;rung<\/span><\/h2>\n<p>Der Umbau zur Metropole wird stadtpolitisch von einer neuen Wachstums-Koalition getragen. Die CDU\/ SPD-Regierung versucht in Partnerschaft mit bedeutenden Unternehmen, Privatinvestoren und Immobiliengesellschaften eine konsequente Wirtschafts- und Wachstumsf\u00f6rderung zu betreiben. Mit der Einheit und den neuen Perspektiven der west- und osteurop\u00e4ischen Wirtschaftsverflechtung sind die Standortzentren in Deutschland in einen verst\u00e4rkten Konkurrenzkampf getreten. Er richtet sich vor allem auf die Ansiedlung von Produktionspotentialen, auf die Anziehung kaufkr\u00e4ftiger Konsumentenschichten und auf die Niederlassung bzw. Expansion unternehmerischer Direktionszentralen und hochrangiger Regierungs- und Verwaltungsinstitutionen. Zu dieser Strategie geh\u00f6rte in Berlin vor allem der Kampf um die reale Hauptstadtfunktion, um den Regierungssitz. Die Entscheidung f\u00fcr Berlin hat die Konkurrenzposition der Stadt in entscheidender Weise gest\u00e4rkt. Besonders \u00f6ffentlichkeitswirksam wirft sich Berlin in den Konkurrenzkampf mit anderen Metropolen durch seine Bewerbung als Olympia-Stadt. Mehr als ein sportliches Gro\u00dfereignis sind Olympiaden heutzutage Imageproduzenten.<br \/>Die versch\u00e4rfte Konkurrenz um &#8222;mobiles&#8221; Kapital und &#8222;gehobene&#8221; Konsumentenschichten f\u00fchrt tendenziell zu einer Entdemokratisierung der kommunalen Politik. Wie das Beispiel Potsdamer Platz zeigt, besteht auf gesamtst\u00e4dtischer Ebene die Gefahr, Anspr\u00fcche von Gro\u00dfinvestoren und des Immobilienkapitals ohne R\u00fccksicht auf \u00f6ffentlichen Diskussionsbedarf und sorgf\u00e4ltige planerische Vorbereitung durchzusetzen. Es mehren sich die Stimmen, die in einer Wirtschaftsmetropole Berlin f\u00fcr die Ans\u00e4tze einer Stadtplanung, die auf kleinteilige Entwicklung, \u00f6ffentliche Diskussion und fr\u00fchzeitige Beteiligung von Betroffenen am Planungsverfahren setzt, kein Platz mehr sehen. Den \u00c4u\u00dferungen des Daimler-Benz-Chefs Edzard Reuter, Berlin k\u00f6nne sich keine zeitaufwendigen Planungsdiskussionen leisten, stimmten viele Politiker und Planer zu.<br \/>Zur St\u00e4rkung der Metropolenfunktion der Stadt scheint nichts zu teuer. Auf dem Hintergrund nur begrenzter kommunaler Haushaltsmittel soll jedoch &#8222;\u00fcberfl\u00fcssiger&#8221; Luxus im Sozial-, Bildungs- und Kulturbereich eingespart werden. Die Elternbeitr\u00e4ge f\u00fcr Kindertagesst\u00e4tten werden drastisch erh\u00f6ht, der \u00f6ffentliche Nahverkehr verteuert. Ganz im Gegensatz zu diesen Bem\u00fchungen werden finanzkr\u00e4ftige Gro\u00dfunternehmen hoch subventioniert. So verzichtete das Land Berlin auf Einnahmen von sch\u00e4tzungsweise 400 Millionen DM bei der Vergabe von fast 100000 qm Grund und Boden im Zentrum Berlins an Sony und Daimler-Benz. Von der \u00d6ffentlichkeit weitgehend unbeachtet, wird das historische Zentrum Berlins einer kleinen Gruppe von Gro\u00dfinvestoren \u00fcberlassen, die hier eine monofunktionale Kauf- und B\u00fcrostadt errichten wollen. Ohne viel st\u00e4dtebauliche oder soziale R\u00fccksichten wird von Neuinvestoren und Alteigent\u00fcmern im Verein mit Makler &#8211; und Anwaltsb\u00fcros um blockgro\u00dfe Grundst\u00fccke mit der Treuhandanstalt und dem Koordinierungsausschu\u00df des Senats gepokert. Der Investorenstadt benachbart soll ein Regierungsviertel anwachsen, das &#8212; so steht zu bef\u00fcrchten &#8212; als politisches Machtzentrum von der Reststadt durch Umgehungsstra\u00dfen abgeschirmt, durch massive Polizeipr\u00e4senz abgesichert wird. In den bevorzugten innerst\u00e4dtischen Stadtvierteln wird die Aufwertung geeigneter Wohnquartiere f\u00fcr neue Fachkr\u00e4fte von der Politik wohl in Kauf genommen. Allenfalls ist zu erwarten, da\u00df Verdr\u00e4ngungsprozesse durch den Bau neuer Stadtrandsiedlungen kompensatorisch gesteuert werden. Bezeichnend ist, da\u00df in Berlin kaum noch jemand vom Bau preiswerter Mietwohnungen im innerst\u00e4dtischen Bereich spricht. Stattdessen werden \u00dcberlegungen angestellt, Parlamentarier sowie Fach-und F\u00fchrungskr\u00e4fte mit angemessenem Wohnraum zu versorgen. Auch die Sicherung eines preiswerten Altbauwohnungsbestandes und der Verhinderung von Gentrifizierungsprozessen sind bei Politikern und vielen Planern aus der Mode gekommen, wohnungspolitische Steuerungsmechanismen, die diesen Zielen dienen k\u00f6nnten, sind weitgehend der forcierten Liberalisierung des Wohnungsmarktes zum Opfer gefallen.<\/p>\n<p>Zum Umbau Berlins zur Dienstleistungsmetropole geh\u00f6rt auch der Ausbau leistungsf\u00e4higer Verkehrsinfrastrukturen (z.B. eines neuen Gro\u00df-Flughafens im S\u00fcden Berlins, dreispuriger Ausbau des Berliner Rings), die mittels des sogenannten Beschleunigungsgesetzes in Zukunft rasch realisiert werden k\u00f6nnen. In der sich bereits heute abzeichnenden Gestalt wird die international ausgerichtete Wirtschaftsmetropole Berlin einer gro\u00dfen Anzahl von Frauen nicht die Entfaltungsm\u00f6glichkeiten bieten k\u00f6nnen, die die Visionen von Planern und Politikern suggerieren. Noch mehr ungesch\u00fctzte Besch\u00e4ftigungsverh\u00e4ltnisse, noch mehr Autoverkehr und Luftverpestung, noch mehr Wohnraummangel und explodierende Mieten, noch mehr unbezahlte Arbeit im \u00f6ffentlichen und im privaten Bereich und eine fortschreitende Entmischung von Wohnungen und Arbeitspl\u00e4tzen werden zusammen mit einer wachsenden R\u00fccksichtslosigkeit und Intoleranz noch mehr Frauen als bisher an den Rand der geplanten Glitzermetropole dr\u00e4ngen. Zu fordern ist eine sozial orientierte Stadtpolitik, die die Raumanspr\u00fcche des internationalen Kapitals und der ebenfalls international orientierten st\u00e4dtischen Eliten nicht auf Kosten breiter Schichten der Stadtbev\u00f6lkerung bedient. Dazu sind seit vielen Jahren in Berlin und andernorts Konzepte, Instrumentarien und praktische Ans\u00e4tze in den verschiedenen Bereichen der Stadtpolitik erarbeitet und teilweise erprobt worden. Sie m\u00fc\u00dften &#8222;nur&#8221; systematisch angewendet, erweitert und dauerhaft verankert werden.<\/p>\n<h2 class=\"auto-created\"><span id=\"literatur\">Literatur<\/span><\/h2>\n<p>Borst, R. u.a. 1990 (Hg.): Das neue Gesicht der St\u00e4dte. Theoretische Ans\u00e4tze und empirische Befunde aus der internationalen Debatte. Basel \/Boston\/ Berlin<br \/>Borst, R. 1990: Die zweite H\u00e4lfte der Stadt. Suburbanisierung, Gentrifizierung und frauenspezifische Lebenswelten. In: Dies. u.a. (Hg.): Das neue Gesicht der St\u00e4dte. Basel\/Boston\/Berlin<br \/>Herlyn, U. \/v Saldern, A. \/Tessin, W. 1987 (Hg.): Neubausiedlungen der 20er und 60er Jahre. Ein historisch-soziologischer Vergleich. Frankfurt a. M \/ New York<br \/>Kr\u00e4tke, S. 1991a: Strukturwandel der St\u00e4dte. St\u00e4dtesystem und Grundst\u00fccksmarkt in der &#8222;postfordistischen&#8221; \u00c4ra. Frankfurt a.M. \/New York<br \/>Kr\u00e4tke, S. 1991b: Berlins Umbau zur Metropole, in: Leviathan Heft 3. 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Berlin<br \/>Winkler, G. 1990 (Hg.): Frauenreport 90. Berlin<\/p>\n","protected":false},"featured_media":0,"template":"","categories":[],"tags":[815,818,667],"autoren":[421],"publikationen":[1244],"class_list":["post-11433","publikation","type-publikation","status-publish","hentry","tag-armut","tag-frauen","tag-vorgaenge-artikel","autoren-renate-borst","publikationen-118-vorgaenge"],"acf":[],"yoast_head":"<!-- This site is optimized with the Yoast SEO plugin v28.6 - https:\/\/yoast.com\/product\/yoast-seo-wordpress\/ -->\n<title>Berlin: Metropole der Frauenarmut? - Humanistische Union<\/title>\n<meta name=\"robots\" content=\"index, follow, max-snippet:-1, max-image-preview:large, max-video-preview:-1\" \/>\n<link rel=\"canonical\" href=\"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/vorgaenge\/118-vorgaenge\/publikation\/berlin-metropole-der-frauenarmut\/\" \/>\n<meta property=\"og:locale\" content=\"de_DE\" \/>\n<meta property=\"og:type\" content=\"article\" \/>\n<meta property=\"og:title\" content=\"Berlin: Metropole der Frauenarmut? - Humanistische Union\" \/>\n<meta property=\"og:description\" content=\"aus: vorg\u00e4nge Nr. 118 (Heft 4\/1992), S. 25-35 Seit der Wiedervereinigung beider Stadth\u00e4lften ist Berlin einem rasanten Proze\u00df des Umbaus unterworfen. Nach dem Willen der CDU\/SPD-Regierung soll die Stadt zu einer international ausgerichteten Wirtschaftsmetropole und zum Regierungssitz aus- und umgebaut werden. 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