{"id":11625,"date":"2014-04-07T19:30:00","date_gmt":"2014-04-07T17:30:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/publikation\/wie-man-vom-dienstleister-erst-zum-helden-und-dann-zum-laestigen-uebel-wird-1\/"},"modified":"2021-08-30T15:41:45","modified_gmt":"2021-08-30T13:41:45","slug":"wie-man-vom-dienstleister-erst-zum-helden-und-dann-zum-laestigen-uebel-wird-1","status":"publish","type":"publikation","link":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/vorgaenge\/204-vorgaenge\/publikation\/wie-man-vom-dienstleister-erst-zum-helden-und-dann-zum-laestigen-uebel-wird-1\/","title":{"rendered":"Wie man vom \u201eDienstleister\u201c erst zum Helden und dann zum l\u00e4stigen \u00dcbel wird"},"content":{"rendered":"<p>Die Hamburger Polizei im Jahreswechsel 2013\/2014. Gleichzeitig eine Kritik der Hamburger Gefahrengebiete. Aus: vorg&auml;nge Nr. 204 (4-2013), S. 74-81<\/p>\n<p><i>Die Ausrufung der Hamburger Gefahrengebiete zum Jahreswechsel 2013\/ 2014 hat erneut gezeigt, dass die Entstehungsbedingungen von Gewalt beispielsweise zwischen Demonstrant_innen und Polizeibeamt_innen nicht analysiert, sondern strategisch ausgeblendet werden. Damit nimmt eine Selbstinszenierung als &bdquo;Law-and-Order&ldquo;-Polizei dramatische Z&uuml;ge an, vor allem wenn sie dann noch politische R&uuml;ckendeckung erh&auml;lt.<\/i><\/p>\n<p>Der einigerma&szlig;en wache Souver&auml;n, der sich nicht einlullen lassen will vom Pathos der politischen Rechtfertigungsrede, von medialem Alarmismus und gewerkschaftlicher Larmoyanz, fragt sich, auch nach des Innensenators eindringlichen Worten zu Beginn dieses Jahres, die dieses Nachdenken geradezu l&auml;cherlich erscheinen lassen: Muss es ein Gefahrengebiet geben, um (zuallererst) Polizist_innen zu sch&uuml;tzen? Sind wir schon im B&uuml;rgerkrieg? Brauchen wir &bdquo;Sonderzonen&ldquo;, in denen die Unschuldsvermutung suspendiert ist und die Metapher von der &bdquo;Disziplinargesellschaft&ldquo;, die zur &bdquo;Kontrollgesellschaft&ldquo; mutiert ist (vgl. Lindenberg\/Schmidt-Semisch 1995), nunmehr polizeiliche Wirklichkeit wurde?<\/p>\n<p>Ich habe in meinem fr&uuml;heren Leben als Polizeisch&uuml;ler noch den Grundsatz aus der &bdquo;Polizeidienstvorschrift&ldquo; (PDV) gelernt: &bdquo;Die Polizei sichert sich selbst und sch&uuml;tzt andere&ldquo;. Damit waren Grunds&auml;tze der Eigensicherung gemeint, die man nat&uuml;rlich schon immer zu beachten hatte. Heute amalgamiert &bdquo;Eigensicherung&ldquo; mit &bdquo;Besatzungszone&ldquo; und das scheint mir kein &bdquo;Unfall der Geschichte&ldquo; zu sein, sondern eine folgerichtige Konsequenz aus der im Wesentlichen durch die Berufsvertretungen gesch&uuml;rten Hysterie, dass Polizist_innen heute immer mehr zu Opfern werden. In dieser Mischung aus eigenartiger Lagebeurteilung und Opfer-Mythos entstehen W&uuml;nsche nach einer Wiedererstarkung, die nur erreicht werden kann, wenn eine vollst&auml;ndige Kontrolle des &ouml;ffentlichen Raumes sichergestellt ist. Das wirft ein eigenartiges Bild auf die Polizei und deshalb muss man als Polizeikulturforscher diese Vorg&auml;nge kommentieren.<\/p>\n<h2 class=\"auto-created\"><span id=\"worueber-reden-wir\">Wor&uuml;ber reden wir?<\/span><\/h2>\n<p>Eine Demonstration am 21. Dezember 2013 in Hamburg lief fr&uuml;h aus dem Ruder, es gab Verletzte auf beiden Seiten, einige Tage sp&auml;ter wurde noch ein Polizeibeamter in der N&auml;he der &bdquo;Davidwache&ldquo; schwer verletzt und in dieser Zeit wurden polizeiliche Helden kreiert[1]. Die Verantwortlichen f&uuml;r die Gewalt waren schnell ausgemacht, nicht nur vom zust&auml;ndigen Senator und der Polizei nebst ihren Gewerkschaften. Auch die Medien &ndash; namentlicher eine gro&szlig;e Hamburger Tageszeitung &ndash; die viel sp&auml;ter erst erkannten, dass sie, besonders in den ersten Tagen der Berichterstattung, wohl doch eher die Sicht der polizeilichen Presse- und &Ouml;ffentlichkeitsarbeit &uuml;bernommen hatten, als eine eigene journalistische Position dazu zu suchen, pr&auml;sentierten sehr schnell ein T&auml;ter_innenprofil; es war nicht besonders differenziert, aber es eignete sich, um Menschen und Gruppen zu markieren, die offenbar &bdquo;anders&ldquo; waren als die anderen (Hamburger_innen, Deutschen, Demokrat_innen). Dies nannte in der taz vom 18. Januar 2014 ein Teilnehmer an den demonstrativen Aktionen im Nachhinein &bdquo;Pickelhauben-Journalismus&ldquo;.<\/p>\n<p>Auch f&uuml;r den obersten Dienstherrn der Polizei schien v&ouml;llig klar zu sein, dass die Gewalt ausschlie&szlig;lich von den Teilnehmer_innen der Demonstration ausging[2]. Zwischen dem 21. Dezember 2013 (dem Tag der Demonstration mit dem Titel &bdquo;Selbstorganisierung statt Repression! Refugee-Bleiberecht, Esso-H&auml;user und Rote Flora durchsetzen!&ldquo; und f&uuml;r und gegen alles M&ouml;gliche) und dem 04. Januar 2014 (dem Tag der Ausrufung der Gefahrengebiete[3]) gab es im Wesentlichen nur noch zwei Positionen im Koordinatensystem der b&uuml;rgerlichen Parteien Hamburgs, des Hamburger Abendblatts, der Polizeigewerkschaften und vieler anderer auch: &bdquo;gewaltbereite Chaoten&ldquo; auf der einen und &bdquo;verletzte Polizisten&ldquo; auf der anderen Seite. Das Themenfeld &bdquo;Gewalt von und an der Polizei&ldquo; wurde dabei ebenso strategisch ausgeblendet wie die Suche nach Kausalbeziehungen und den Entstehungsbedingungen von Gewalt.<\/p>\n<h2 class=\"auto-created\"><span id=\"wie-schnell-aus-held-innen-der-oeffentlichen-sicherheit-wieder-law-and-order-polizist-innen-und-aus-buerger-innen-wieder-herrschaftsunterworfene-werden-das-gefahrengebiet-als-lackmustest-fuer-die-idee-einer-polizei-in-der-gesellschaft\">Wie schnell aus &bdquo;Held_innen der &ouml;ffent&shy;li&shy;chen Sicherheit&ldquo; wieder &bdquo;Law-an&shy;d-Or&shy;der-&shy;Po&shy;li&shy;zist_innen&ldquo; und aus &bdquo;B&uuml;rger_innen&ldquo; wieder &bdquo;Herr&shy;schafts&shy;un&shy;ter&shy;wor&shy;fene&ldquo; werden: das &bdquo;Gefah&shy;ren&shy;ge&shy;biet&ldquo; als Lackmustest f&uuml;r die Idee einer &bdquo;Polizei in der Gesell&shy;schaft&ldquo;<\/span><\/h2>\n<p>Unmittelbar nach der Demonstration am 21. Dezember 2013 wurden zun&auml;chst 120 Polizeibeamt_innen als Opfer von &bdquo;linker&ldquo; bzw. &bdquo;autonomer&ldquo; bzw. &bdquo;Chaoten&ldquo;-Gewalt gez&auml;hlt[4], sp&auml;ter wurde die Zahl zun&auml;chst mit 158 verletzten Beamt_innen angegeben[5], zum Schluss waren es schlie&szlig;lich 169 bzw. 171 registrierte Verletzte[6]. Fortan war, wer die Verletztenzahl entweder in Frage stellte oder sie mit Verletztenzahlen auf der Demonstrant_innenseite in Verbindung brachte, quasi vom &ouml;ffentlichen Diskurs ausgeschlossen, schon weil der Innensenator sagte, dass sich die Schuldfrage f&uuml;r die Gewalt nicht stelle. Es gab also f&uuml;r einige Zeit quasi eine Teilung in &bdquo;gute Verletzte&ldquo;, denen das &ouml;ffentliche Mitgef&uuml;hl geh&ouml;rte, und weniger gute Verletzte, deren Existenz in Frage gestellt wurde (der stellvertretende Polizeipr&auml;sident sprach einige Wochen danach noch davon, dass das v&ouml;llig unbewiesene Zahlen seien) oder deren Schmerz ihnen selbst zugeschrieben wurde und deshalb &ouml;ffentlich nicht thematisiert werden musste.<\/p>\n<p>Die hohe Zahl an Verletzten alleine reichte aber f&uuml;r eine &ouml;ffentliche Emp&ouml;rung noch nicht g&auml;nzlich aus. Dazu kam ein Vorfall am 28. Dezember 2013 vor der sogenannten &bdquo;Davidwache&ldquo; auf der Hamburger Reeperbahn. Mit diesem Tag &auml;nderte sich die &ouml;ffentliche Meinung. Denn jetzt war von einem Angriff auf ein Polizeikommissariat die Rede, und von drei schwerverletzten Polizisten. Danach brachen alle D&auml;mme der Zur&uuml;ckhaltung. Die Wirkung wurde erzielt, weil nun psychologisch eine Kausalbeziehung zwischen dem schwer verletzten Polizisten an der Davidwache und den 169 (oder 171) verletzten Polizist_innen rund um die Demonstration hergestellt werden konnte. Es bedurfte keiner dramatisierenden, aber auch keiner relativierenden Bilder mehr: der Nasenbeinbruch und andere Verletzungen bei einem Polizisten waren nun &uuml;bertragbar und standen sinnbildlich f&uuml;r die verbrecherische Energie der &bdquo;autonomen Chaoten&ldquo; und f&uuml;r das Leid aller verletzten Polizist_innen. Der Heldenmythos speiste sich dieses Mal aus der selbst erlebten oder der berichteten Gefahr und den selbst erlebten oder berichteten Verletzungen. Die Verletzbarkeit der Polizist_innen (und damit die der Polizei) geriet ins Zentrum des Heroismus-Diskurses. Das heroische &bdquo;Opfer bringen&ldquo; und das blo&szlig;e &bdquo;Opfer sein&ldquo; fielen zusammen.<\/p>\n<p>Die Stilisierung von Polizist_innen als blo&szlig;e Opfer von Gewalt bleibt eine &ndash; zwar gut gemeinte, aber dennoch kontraproduktive &ndash; Zuschreibung, die auf Mitleid zielt, w&auml;hrend im Zentrum der Selbstzuschreibung von <i>street-cops <\/i>das Heroische (Wagener 2012) steht, f&uuml;r das man im Idealfall Bewunderung, mindestens aber Anerkennung erwarten kann (oft verwechselt mit &bdquo;Respekt&ldquo;, aber das ist ein anderes Thema). Das polizeilich-gesellschaftliche Dilemma dieser Tage bestand darin, dass Polizist_innen gleichzeitig als Vertreter des staatlichen Gewaltmonopols und als verletzbare Menschen erschienen.<\/p>\n<p>&bdquo;Gefahrengebiete&ldquo; zum Schutz der Polizei einzurichten, halte ich f&uuml;r absurd. Worin besteht die &bdquo;Gefahr&ldquo;? Geht von dem Gebiet, also von der Topographie, eine Gefahr aus und wenn ja, f&uuml;r wen? F&uuml;r die Bev&ouml;lkerung, f&uuml;r die Polizei, f&uuml;r die Freiheit, f&uuml;r den Frieden? Oder geht von den Menschen in diesem Gebiet eine Gefahr aus, und wenn ja, von wem genau? Menschen, die dort wohnen oder Menschen, die sich dort aufhalten? Oder besteht nun eine gr&ouml;&szlig;ere Gefahr, weil das Gebiet &bdquo;Gefahrengebiet&ldquo; genannt wird? Was ist die Botschaft an diejenigen, die nicht im Gefahrengebiet zuhause sind? Meiden oder hingehen? Meine Nichte, zugegebenerma&szlig;en Soziologiestudentin und als solche geradezu verpflichtet, sozialen Protest und seine Folgen dort zu erleben, wo er real stattfindet, verabredete sich in diesen Tagen mit ihrem Freund in Hamburg, um sich den <i>&bdquo;event in der danger zone&ldquo; <\/i>anzuschauen. Kann man es ihr verdenken?<\/p>\n<p>Die im Gefahrengebiet gefundenen Utensilien (Masken, B&ouml;ller, Stichwerkzeuge) machten nicht den Eindruck, als seien sie geeignet, das staatliche Gewaltmonopol substanziell anzugreifen. Immer unter der Pr&auml;misse, es gibt keine weiteren Geheiminformationen, bin ich sicher, dass die Einrichtung eines Gefahrengebietes in Hamburg-Billstedt, in bestimmten Gegenden von Harburg\/Wilhelmsburg oder anderen weniger gut beleumundeten Stadtteilen Hamburgs, sehr viel mehr Waffen und verbotene Dinge zutage gef&ouml;rdert h&auml;tte, als im Schanzenviertel.<\/p>\n<p>Das Gefahrengebiet ver&auml;ndert das Verh&auml;ltnis Polizei &#8211; Bev&ouml;lkerung. Nunmehr m&uuml;ssen Polizist_innen eine Kontrolle nicht mehr begr&uuml;nden, auch nicht &bdquo;pro forma&ldquo;. Sie k&ouml;nnen nun kontrollieren, weil sie es d&uuml;rfen, nicht weil sie einen Verdacht haben. Im Gefahrengebiet kommt es quasi zu einer Umkehr polizeilicher Kontrolllogik: die Kontrolle wird zum Normalfall, die Nicht-Kontrolle wird zur Ausnahme. Jeder Polizist und jede Polizistin kann eine Kontrolle damit begr&uuml;nden, dass er oder sie es kann und darf. Alle Menschen, die nicht augenscheinlich durch das Raster fallen (Kleinkinder, Greise, M&uuml;tter mit Kinderwagen, Menschen mit Designerkleidern etc.), k&ouml;nnen nun einer optischen Kontrolle unterzogen werden. Dieser radikale Zuwachs an Kontrollm&ouml;glichkeit f&uuml;hrt zur Hybris, was die Einschreitschwelle betrifft. Die Gewissheit, jeden Menschen zu jeder Zeit kontrollieren zu d&uuml;rfen, macht Omnipotenzgef&uuml;hle, ob die Einzelnen wollen oder nicht. Und zwar nicht nur individuell oder in Kleingruppen, sondern auch institutionell.<\/p>\n<p>Der Kompetenzzuwachs auf der Handlungsebene erh&ouml;ht den Kontrolldruck und damit die Disposition zu Fehleinsch&auml;tzung und &Uuml;bergriffigkeit (man stellt z.B. bei gefundenen Toilettenb&uuml;rsten einen Zusammenhang zur Gewalt her und pr&uuml;ft deren Sicherstellung, darauf reagiert die Bev&ouml;lkerung und die Klob&uuml;rste wird zum Symbol der Ver&auml;chtlichmachung der Polizei). Man braucht als Polizist_in im Gefahrengebiet weder polizeilich-kriminalistische Erfahrung noch eine professionelle Begr&uuml;ndung f&uuml;r Verdachtssch&ouml;pfung. Das eigentlich Gef&auml;hrliche am Gefahrengebiet liegt m.E. in dem Umstand, dass die Polizei (fast) jede Person kontrollieren kann und damit das Verh&auml;ltnis B&uuml;rger_in &#8211; Polizei ruiniert. Wichtiger finde ich die Folgen auf der Strukturebene: die Einsatzleitung der Polizei f&uuml;hlt sich in der Lage, ganze Stadtteile (nicht nur Vergn&uuml;gungsviertel, die schon immer Gefahrengebiete sind) unter ihre Kontrolllogik zu bringen. Man muss lediglich die Politik davon informieren, dass es nicht ohne Steigerung des Kontrolldrucks geht. Das hat die Hamburger Polizeif&uuml;hrung vorexerziert.<\/p>\n<p>Die B&uuml;rger_innen geraten in diesem gesellschaftlichen Klima vom Souver&auml;n zu &bdquo;St&ouml;rer_innen&ldquo;. In der Gefahrenzone wird schon die Frage nach dem Grund der Kontrolle zur Provokation und Provokation dokumentiert in der schlichten Denkfigur einiger &bdquo;Die-Gewalt-wird-immer-schlimmer&ldquo;-Protagonist_innen Respektlosigkeit. Respektverlust ist identisch mit Beleidigungen und Beleidigungen sind (zumindest in der Terminologie der Polizei-Gewerkschaften) Gewalt. Aus der Reform&auml;ra der 1990er Jahre haben sich Ideale eines &bdquo;Polizierens aus der Mitte der Gesellschaft&ldquo; bis heute &ndash; zumindest rhetorisch &ndash; hin&uuml;bergerettet. Die Bev&ouml;lkerung wurde als &bdquo;Kunde&ldquo; einer Polizei betrachtet, die nicht mehr Herrschaftssicherung betreibt, sondern ein &bdquo;Dienstleistungsunternehmen f&uuml;r &ouml;ffentliche Sicherheit&ldquo; geworden ist; in einigen Bundesl&auml;ndern wurde der Begriff &bdquo;B&uuml;rgerpolizei&ldquo; sehr hoch besetzt.<\/p>\n<p>Und heute? Mit dem Gefahrengebiet wird sichtbar, dass diese bem&uuml;hte Freundlichkeit sofort suspendiert werden kann. Statt einer &bdquo;Polizei in der Gesellschaft&ldquo; erleben wir eine &bdquo;Polizei ohne Gesellschaft&ldquo;. Sie verzichtet auf den Konsens, auch auf Auseinandersetzung, auch auf Kommunikation. Es ist ihr genug, wenn ihre Berufsvertretungen die Imagekampagnen erledigen und wenn das konservativ-b&uuml;rgerliche Milieu klatscht.<\/p>\n<p>&bdquo;Gesellschaft&ldquo; ist dann nur noch, wer ihr zustimmt und ihr Handeln guthei&szlig;t. Ganze Stadtteile werden dagegen als &bdquo;gef&auml;hrlich&ldquo; eingestuft, als fremd allemal, und die Menschen dort sind alle potentielle &bdquo;Gef&auml;hrder_innen&ldquo; und &bdquo;St&ouml;rer_innen&ldquo;.<\/p>\n<h2 class=\"auto-created\"><span id=\"wie-polizeiliche-vulnerabilitaetsrhetorik-zum-anstieg-von-gewalt-fuehrt-und-warum-man-grund-hat-den-1990er-jahren-hinterher-zu-trauern\">Wie polizei&shy;liche Vulne&shy;ra&shy;bi&shy;li&shy;t&auml;ts&shy;r&shy;he&shy;torik zum Anstieg von Gewalt f&uuml;hrt und warum man Grund hat, den 1990er Jahren hinterher zu trauern<\/span><\/h2>\n<p>Zwei Effekte hat die &bdquo;Vulnerabilisierungskampagne&ldquo; der Polizeigewerkschaften: 1. Die eigene Gewaltsamkeit ger&auml;t v&ouml;llig aus dem Blick (es gibt Zeiten, da darf man auch als Au&szlig;enstehende_r nicht &uuml;ber die Gewalt der Polizei sprechen, ohne sofort als Sympathisant_in der Gewaltt&auml;ter_innen zu gelten). 2. Die Gesellschaft wird &ndash; trotz zahlreicher Aufkleber, die bezeugen, dass man gegen Gewalt sei &ndash; zunehmend als feindlich gesinnt wahrgenommen, weil diejenigen, die sich mit Solidarit&auml;tsaufklebern versehen oder auf Facebook angeklickt haben, dass sie mit der Polizei solidarisch sind, eben nicht zur &bdquo;Konfrontationsklientel&ldquo; geh&ouml;ren, sondern lediglich virtuelle &bdquo;Kunden&ldquo; der Polizist_innen darstellen. Zu Gesicht bekommen die Polizist_innen aber, besonders in Zeiten der politischen Spannungen, diejenigen, die es noch wagen, gegen die Politik (und gegen die Polizei) auf die Stra&szlig;e zu gehen oder sich sonstwie polizeilichen Weisungen zu widersetzen. Und diejenigen haben oft wenig Sympathie und unterliegen zudem einer &bdquo;Radikalisierungsdynamik&ldquo; (was im &Uuml;brigen f&uuml;r alle Akteur_innen gilt). Polizist_innen ziehen sich in der Auseinandersetzung mit kritischer &Ouml;ffentlichkeit zunehmend auf Positionen und auf soziale Kontakte zur&uuml;ck, die ihnen Sicherheit suggerieren. Das sind vor allem die Kolleg_innen, die selbst verunsichert &uuml;ber ihre Wertsch&auml;tzung in der Bev&ouml;lkerung sind. So rauft man sich zusammen und in diesen Zeiten entwickelt sich so etwas wie eine &bdquo;Tribalisierung&ldquo; der Polizei, besonders unter j&uuml;ngeren Polizist_innen ist das zu beobachten. Es ist mehr als nur &bdquo;defensive Solidarit&auml;t&ldquo;, wie es Thomas Ohlemacher (2006) nennt, es ist schon eine Art &bdquo;R&uuml;ckzug in den eigenen Stamm&ldquo;.<\/p>\n<p>Die Polizei wird zur Ersatz-Familie und verspricht den jungen Polizist_innen im Innen Ordnung, wo im Au&szlig;en nur Unordnung und Ablehnung zu bekommen ist. Das ist ein typisches Anzeichen einer Entfremdung von der Zivilgesellschaft. Ich will nicht behaupten, dass das durchg&auml;ngig so ist und so bleibt, aber mich hat erstaunt, wie schnell es geht.<\/p>\n<p>Das hohe Ansehen der Institution Polizei in der Bev&ouml;lkerung resultierte bislang gerade nicht aus St&auml;rke- und Gewaltdemonstrationen, sondern aus deren Verzicht. Denn nicht Angst vor einer gewaltt&auml;tigen Polizei f&uuml;hrt zu Ansehen, sondern Akzeptanz und\/oder Wertsch&auml;tzung f&uuml;r ein Handeln mit Augenma&szlig;. Darauf k&ouml;nnte die deutsche Polizei mit Recht stolz sein, sie riskiert aber diese Wertsch&auml;tzung durch ein zu rustikales Auftreten als &bdquo;Staatsmacht&ldquo;.<\/p>\n<p>Ich bin eigentlich mit dem ma&szlig;vollen Einsatz staatlicher Gewalt im Gro&szlig;en und Ganzen zufrieden und sage auch meinen Studierenden oft, dass es eine demokratische Polizei ausmacht, dass sie nicht alles das, was technisch geht, auch tut &ndash; &bdquo;nicht alles, was man tun k&ouml;nnte, soll man auch tun d&uuml;rfen&ldquo;.<\/p>\n<h2 class=\"auto-created\"><span id=\"eine-richtige-polizei-in-einer-falschen-gesellschaft\">Eine &bdquo;richtige&ldquo; Polizei in einer &bdquo;falschen&ldquo; Gesell&shy;schaft?<\/span><\/h2>\n<p>Man h&auml;tte sich ja durchaus eine Position der Gewerkschaften vorstellen k&ouml;nnen, die kritisch mit der Frage der polizeilichen Einsatzkonzeption umgeht. Man h&auml;tte z.B. fragen k&ouml;nnen, ob es tats&auml;chlich klug und f&uuml;rsorglich war, Beweissicherungs- und Festnahmeeinheiten (BFE) in die aufgebrachte Menge zu schicken, kurz nachdem die Demonstration verboten wurde, und zwar direkt in den sogenannten &bdquo;Schwarzen Block&ldquo;. Es waren Widerstand und Gegengewalt zu erwarten. H&auml;tte man der BFE nicht zutrauen m&uuml;ssen (oder k&ouml;nnen), dass sie Straft&auml;ter_innen verfolgt, bis es eine weniger martialische Machtdemonstration braucht? Doch werden solche Einsatzfragen nie kritisch hinterfragt. Wenn es den Gewerkschaften nur um das Wohl der Kolleg_innen gehen w&uuml;rde, h&auml;tten sie das Verhalten der Einsatzleitung genauso distanziert-kritisch beurteilen m&uuml;ssen wie die Aktionen auf Demonstrant_innenseite.<\/p>\n<p>Das Umgekehrte war der Fall. Mit der &bdquo;Co-Expertise&ldquo; der Gewerkschaften, die quasi eigene Interpretationen des Einsatzablaufs lieferten und auch schon k&uuml;nftige polizeiliche Ma&szlig;nahmen andeuteten &ndash; Herr Kirsch von der GdP &bdquo;warnte&ldquo; vor einer Situation in der Polizist_innen von der Schusswaffe Gebrauch machen m&uuml;ssten &ndash; , erh&ouml;hte sich der moralische Impetus in der Debatte. Der Innensenator gerierte sich als der Senator seiner Polizist_innen.<\/p>\n<p>Auf dem Fu&szlig;ballfeld w&uuml;rde man sagen, die Gewerkschaften wurden zu den &bdquo;Ultras&ldquo; in der Polizei, die die Wut- und Schlachtenges&auml;nge gegen &bdquo;linke Chaoten&ldquo; anstimmten, in die die Medien und zahlreiche B&uuml;rger_innen der Stadt gern mit einstimmten. In alter Manier wurden alle, die nicht f&uuml;r die Polizei waren, zu deren Gegner_innen stilisiert. Das Get&ouml;se um verletzte Polizist_innen entz&uuml;ndete sich an drei Verletzten an der &bdquo;Davidwache&ldquo; und schlug sofort als Stimmung in die gesamte Berichterstattung um.<\/p>\n<p>Die Frage nach den genauen Zahlen, nach den Ursachen und den Schweregraden der Verletzten war genauso unmoralisch wie der Hinweis, dass es auch auf der Aktivist_innenseite zahlreiche Verletzte gegeben hat &ndash; die sich oft nicht mehr wagen eine Anzeige zu erstatten, weil sie mit Gegenanzeigen &uuml;berzogen werden. Die Medienpr&auml;senz der Gewerkschaften f&uuml;hrte dazu, dass jede Kritik an der Einsatzstrategie der Polizei und eine Kritik der Einsatzleitung unterblieb. Das nenne ich das polizeilich-gewerkschaftliche Arbeitsb&uuml;ndnis bei der Sicherung der Deutungshoheit der Polizei. Wie so oft zeigte sich, dass Polizeigewerkschaften in erster Linie Lobbyisten sind, die nicht nur die Interessen ihrer Mitglieder vertreten, sondern auch sehr wirkungsvoll Stimmungspolitik betreiben.<\/p>\n<p>Wir haben allen Grund, die vielen Unsicherheiten, denen sich gerade junge Polizist_innen ausgesetzt sehen, ernst zu nehmen und durch eine ad&auml;quate Berufsvorbereitung bzw. Berufsbegleitung zu bearbeiten. Und man wird die vielen kleinen und gro&szlig;en Konflikte um Wertsch&auml;tzung in der Polizei selbst und durch Polizist_innen (auf der Ausf&uuml;hrungs- und auf der F&uuml;hrungsebene) beheben m&uuml;ssen, um einen Ausweg aus dem Respekt-Dilemma zu finden. Es reicht jedenfalls nicht aus, Respekt von der Bev&ouml;lkerung einzufordern und zu postulieren, dass man als Polizei alles richtig macht, aber die Gesellschaft das leider nicht einsieht. Es reicht auch nicht, immer wieder &bdquo;Keine Gewalt gegen Polizist_innen&ldquo; zu fordern, ohne &uuml;ber die eigene Gewalt nachzudenken.<\/p>\n<p>In der Konsequenz bedeutet das Selbstaffirmation in jeder Beziehung. Wir h&auml;tten dann n&auml;mlich eine richtige (und in der Folge: unantastbare) Polizei und eine falsche Gesellschaft. Folgerichtig m&uuml;sste sich die Gesellschaft &auml;ndern, nicht die Polizei. So absurd das auch klingt, so ernst wird diese Forderung in einigen K&ouml;pfen der Polizei und insbesondere in den Gewerkschaften bewegt. Das eine d&uuml;rfte schwer werden, das andere &ndash; die Ver&auml;nderung der Polizei &ndash; aber auch. F&uuml;r einen Ver&auml;nderungswillen gibt es nach den Hamburger Ereignissen keine Anzeichen. F&uuml;r Selbstaffirmation und Legitimation des eigenen Handelns daf&uuml;r umso mehr. Es gibt nach meiner Wahrnehmung wieder Grund zur Sorge, dass die Hamburger Polizei(f&uuml;hrung) recht autonom bestimmt, was polizeipolitisch sinnvoll ist und was nicht. Wenn es stimmt, dass die Entscheidung, ein Gefahrengebiet einzurichten, vom rangh&ouml;chsten Einsatzleiter der Hamburger Polizei getroffen wurde, der das mit dem stellvertretenden Polizeipr&auml;sidenten abgestimmt und dieser den Staatsrat informiert hat, dann deutet das auf einen zu hohen Machtfaktor der Exekutive hin. Wenn die politische &bdquo;erste Reihe&ldquo; (Polizeipr&auml;sident und Innensenator) erst im Nachhinein informiert worden ist und das schon Vollzogene, wenn man den Medien glauben darf, nur noch politisch legitimieren konnte, dann stimmt etwas nicht im Stadtstaat Hamburg.<\/p>\n<p><b>RAFAEL&nbsp;BEHR&nbsp;&nbsp; <\/b><i>Jg. 1958, ist seit 2008 Professor f&uuml;r Polizeiwissenschaften am Fachhochschulbereich der Akademie der Polizei Hamburg. Nach 15 Jahren Dienst bei der Hessischen Polizei studierte er Soziologie in Frankfurt am Main und arbeitet u.a dort als Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Fachbereich Erziehungswissenschaften. Promotion &uuml;ber den &bdquo;Alltag des Gewaltmonopols&ldquo; (erschienen als &bdquo;Cop Culture&ldquo; in der 2. Auflage 2008) und zahlreiche Ver&ouml;ffentlichungen zu Themen der Organisationskultur im Sicherheitsbereich.<\/i><\/p>\n<h2 class=\"auto-created\"><span id=\"anmerkungen\">Anmerkungen<\/span><\/h2>\n<p>[1] Einen informativen und sachlichen &Uuml;berblick &uuml;ber die Geschehnisse gibt Wikipedia unter<br \/><a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Demonstrationen_in_Hamburg_am_21._Dezember_2013\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Demonstrationen_in_Hamburg_am_21._Dezember_2013<\/a> (25.1.14).<\/p>\n<p>[2] &bdquo;Die Schuldfrage stellt sich &uuml;berhaupt nicht&ldquo;, sagte Innensenator Neumann vor dem Innenausschuss am 4.1.14, vgl. <a href=\"http:\/\/www.abendblatt.de\/hamburg\/article123609171\/Innensenator-Neumann-nimmt-Polizei-in-Schutz.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">http:\/\/www.abendblatt.de\/hamburg\/article123609171\/Innensenator-Neumann-nimmt-Polizei-in-Schutz.html<\/a> (06.01.14).<\/p>\n<p>[3] Vgl. <a href=\"http:\/\/www.presseportal.de\/polizeipresse\/pm\/6337\/2632317\/pol-hh-140103-3-wiederholteangriffe-auf-polizeibeamte-und-polizeiliche-einrichtungen-polizei\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">http:\/\/www.presseportal.de\/polizeipresse\/pm\/6337\/2632317\/pol-hh-140103-3-wiederholteangriffe-auf-polizeibeamte-und-polizeiliche-einrichtungen-polizei<\/a> (01.02.14)<\/p>\n<p>[4] So etwa von Spiegel Online berichtet, vgl. <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/panorama\/gesellschaft\/rote-flora-in-hamburg-dutzende-verletzte-nach-krawallen-a-940508.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">http:\/\/www.spiegel.de\/panorama\/gesellschaft\/rote-flora-in-hamburg-dutzende-verletzte-nach-krawallen-a-940508.html<\/a> (22.12.13)<\/p>\n<p>[5] Vgl. <a href=\"http:\/\/www.abendblatt.de\/hamburg\/altona\/article123344316\/Zahl-der-verletzten-Polizistenauf-158-erhoeht.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">http:\/\/www.abendblatt.de\/hamburg\/altona\/article123344316\/Zahl-der-verletzten-Polizistenauf-158-erhoeht.html<\/a> (2.2.14)<\/p>\n<p>[6] Vgl. Anm. 1.<\/p>\n<h2 class=\"auto-created\"><span id=\"literatur\">Literatur<\/span><\/h2>\n<p><i>Rafael Behr, &bdquo;Gewalt&ldquo; und &bdquo;Zwang&ldquo; &ndash; &Uuml;berlegungen zum Diskurs &uuml;ber Polizei, in: Schmidt-Semisch, Henning\/Henner Hess (Hrsg): Die Sinnprovinz der Kriminalit&auml;t. Zur Dynamik eines sozialen Feldes, Wiesbaden, 2014, S.203-218.<\/i><\/p>\n<p><i>ders., Die Polizei als Dramatisierungsgewinner oder: Wem der &bdquo;Die-Gewalt-wird-immer-schlimmer&ldquo;-Diskurs wirklich etwas bringt, in: Ellen Bareis \/Christian Kolbe\/Marion Ott\/Christian Sch&uuml;tte-B&auml;umer (Hrsg.): Episoden sozialer Ausschlie&szlig;ung: Definitionsk&auml;mpfe und widerst&auml;ndige Praktiken: Festschrift zum 65. Geburtstag von Helga Cremer-Sch&auml;fer, M&uuml;nster, 2013, S. 210-223.<\/i><\/p>\n<p><i>ders., Cop Culture &#8211; Der Alltag des Gewaltmonopols. M&auml;nnlichkeit, Handlungsmuster und Kultur in der Polizei, Opladen, 2. Auflage 2008<\/i><\/p>\n<p><i>ders., Polizeikultur. Routinen &ndash; Rituale &ndash; Reflexionen. Bausteine zu einer Theorie der Praxis der Polizei, Wiesbaden, 2004<\/i><\/p>\n<p><i>ders., Polizei und sozialer Wandel. Ergebnisse einer teilnehmenden Beobachtung bei der Schutzpolizei in Th&uuml;ringen, Holzkirchen, 1993<\/i><\/p>\n<p><i>Michael Lindenberg\/Henning Schmidt-Semisch, Sanktionsverzicht statt Herrschaftsverlust: Vom &Uuml;bergang in die Kontrollgesellschaft, in: Kriminologisches Journal, 27. Jg. 1\/1995, S. 2-17.<\/i><\/p>\n<p><i>Herfried M&uuml;nkler, Heroische und postheroische Gesellschaften, in: Merkur 61, 8\/9, Stuttgart, 1997, S. 742-752.<\/i><\/p>\n<p><i>Thomas Ohlemacher, Folgen einer fahrl&auml;ssigen Etikettierung? Wahrgenommene Fremdwahrnehmung und Selbstbild der Polizei, in: Birgit Menzel\/Kerstin Ratzke (Hrsg.): Grenzenlose Konstruktivit&auml;t? Standortbestimmung und Zukunftsperspektive konstruktivistischer Theorien abweichenden Verhaltens, Oldenburg, 2004, S. 160 ff.<\/i><\/p>\n<p><i>Ulrike Wagener, Heroismus als moralische Ressource rechtserhaltender Gewalt? Ethische Reflexionen zu heroischen und postheroischen Elementen in der polizeilichen Organisationskultur, in: Thorsten Meireis (Hrsg.): Gewalt und Gewalten. Zur Aus&uuml;bung, Legitimit&auml;t und Ambivalenz rechtserhaltender Gewalt, T&uuml;bingen, 2012, S. 133-160.<\/i><\/p>\n","protected":false},"featured_media":0,"template":"","categories":[],"tags":[667],"autoren":[2098],"publikationen":[1087],"class_list":["post-11625","publikation","type-publikation","status-publish","hentry","tag-vorgaenge-artikel","autoren-rafael-behr","publikationen-204-vorgaenge"],"acf":[],"yoast_head":"<!-- This site is optimized with the Yoast SEO plugin v28.5 - https:\/\/yoast.com\/product\/yoast-seo-wordpress\/ -->\n<title>Wie man vom \u201eDienstleister\u201c erst zum Helden und dann zum l\u00e4stigen \u00dcbel wird - Humanistische Union<\/title>\n<meta name=\"robots\" content=\"index, follow, max-snippet:-1, max-image-preview:large, max-video-preview:-1\" \/>\n<link rel=\"canonical\" href=\"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/vorgaenge\/204-vorgaenge\/publikation\/wie-man-vom-dienstleister-erst-zum-helden-und-dann-zum-laestigen-uebel-wird-1\/\" \/>\n<meta property=\"og:locale\" content=\"de_DE\" \/>\n<meta property=\"og:type\" content=\"article\" \/>\n<meta property=\"og:title\" content=\"Wie man vom \u201eDienstleister\u201c erst zum Helden und dann zum l\u00e4stigen \u00dcbel wird - Humanistische Union\" \/>\n<meta property=\"og:description\" content=\"Die Hamburger Polizei im Jahreswechsel 2013\/2014. Gleichzeitig eine Kritik der Hamburger Gefahrengebiete. Aus: vorg&auml;nge Nr. 204 (4-2013), S. 74-81 Die Ausrufung der Hamburger Gefahrengebiete zum Jahreswechsel 2013\/ 2014 hat erneut gezeigt, dass die Entstehungsbedingungen von Gewalt beispielsweise zwischen Demonstrant_innen und Polizeibeamt_innen nicht analysiert, sondern strategisch ausgeblendet werden. Damit nimmt eine Selbstinszenierung als &bdquo;Law-and-Order&ldquo;-Polizei dramatische Z&uuml;ge [weiterlesen]\" \/>\n<meta property=\"og:url\" content=\"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/vorgaenge\/204-vorgaenge\/publikation\/wie-man-vom-dienstleister-erst-zum-helden-und-dann-zum-laestigen-uebel-wird-1\/\" \/>\n<meta property=\"og:site_name\" content=\"Humanistische Union\" \/>\n<meta property=\"article:modified_time\" content=\"2021-08-30T13:41:45+00:00\" \/>\n<meta name=\"twitter:card\" content=\"summary_large_image\" \/>\n<meta name=\"twitter:site\" content=\"@humunion\" \/>\n<meta name=\"twitter:label1\" content=\"Gesch\u00e4tzte Lesezeit\" \/>\n\t<meta name=\"twitter:data1\" content=\"18\u00a0Minuten\" \/>\n<script type=\"application\/ld+json\" class=\"yoast-schema-graph\">{\"@context\":\"https:\\\/\\\/schema.org\",\"@graph\":[{\"@type\":\"WebPage\",\"@id\":\"https:\\\/\\\/www.humanistische-union.de\\\/publikationen\\\/vorgaenge\\\/204-vorgaenge\\\/publikation\\\/wie-man-vom-dienstleister-erst-zum-helden-und-dann-zum-laestigen-uebel-wird-1\\\/\",\"url\":\"https:\\\/\\\/www.humanistische-union.de\\\/publikationen\\\/vorgaenge\\\/204-vorgaenge\\\/publikation\\\/wie-man-vom-dienstleister-erst-zum-helden-und-dann-zum-laestigen-uebel-wird-1\\\/\",\"name\":\"Wie man vom \u201eDienstleister\u201c erst zum Helden und dann zum l\u00e4stigen \u00dcbel wird - Humanistische Union\",\"isPartOf\":{\"@id\":\"https:\\\/\\\/www.humanistische-union.de\\\/#website\"},\"datePublished\":\"2014-04-07T17:30:00+00:00\",\"dateModified\":\"2021-08-30T13:41:45+00:00\",\"breadcrumb\":{\"@id\":\"https:\\\/\\\/www.humanistische-union.de\\\/publikationen\\\/vorgaenge\\\/204-vorgaenge\\\/publikation\\\/wie-man-vom-dienstleister-erst-zum-helden-und-dann-zum-laestigen-uebel-wird-1\\\/#breadcrumb\"},\"inLanguage\":\"de\",\"potentialAction\":[{\"@type\":\"ReadAction\",\"target\":[\"https:\\\/\\\/www.humanistische-union.de\\\/publikationen\\\/vorgaenge\\\/204-vorgaenge\\\/publikation\\\/wie-man-vom-dienstleister-erst-zum-helden-und-dann-zum-laestigen-uebel-wird-1\\\/\"]}]},{\"@type\":\"BreadcrumbList\",\"@id\":\"https:\\\/\\\/www.humanistische-union.de\\\/publikationen\\\/vorgaenge\\\/204-vorgaenge\\\/publikation\\\/wie-man-vom-dienstleister-erst-zum-helden-und-dann-zum-laestigen-uebel-wird-1\\\/#breadcrumb\",\"itemListElement\":[{\"@type\":\"ListItem\",\"position\":1,\"name\":\"Publikationen\",\"item\":\"https:\\\/\\\/www.humanistische-union.de\\\/publikationen\\\/\"},{\"@type\":\"ListItem\",\"position\":2,\"name\":\"vorg\u00e4nge\",\"item\":\"https:\\\/\\\/www.humanistische-union.de\\\/publikationen\\\/vorgaenge\\\/\"},{\"@type\":\"ListItem\",\"position\":3,\"name\":\"vorg\u00e4nge Nr. 204: (Un)Kontrollierbar? Probleme der Steuerung von Polizeihandeln\",\"item\":\"https:\\\/\\\/www.humanistische-union.de\\\/publikationen\\\/vorgaenge\\\/204-vorgaenge\\\/\"},{\"@type\":\"ListItem\",\"position\":4,\"name\":\"Wie man vom \u201eDienstleister\u201c erst zum Helden und dann zum l\u00e4stigen \u00dcbel wird\"}]},{\"@type\":\"WebSite\",\"@id\":\"https:\\\/\\\/www.humanistische-union.de\\\/#website\",\"url\":\"https:\\\/\\\/www.humanistische-union.de\\\/\",\"name\":\"Humanistische Union\",\"description\":\"\",\"publisher\":{\"@id\":\"https:\\\/\\\/www.humanistische-union.de\\\/#organization\"},\"potentialAction\":[{\"@type\":\"SearchAction\",\"target\":{\"@type\":\"EntryPoint\",\"urlTemplate\":\"https:\\\/\\\/www.humanistische-union.de\\\/?s={search_term_string}\"},\"query-input\":{\"@type\":\"PropertyValueSpecification\",\"valueRequired\":true,\"valueName\":\"search_term_string\"}}],\"inLanguage\":\"de\"},{\"@type\":\"Organization\",\"@id\":\"https:\\\/\\\/www.humanistische-union.de\\\/#organization\",\"name\":\"Humanistische Union e.V.\",\"url\":\"https:\\\/\\\/www.humanistische-union.de\\\/\",\"logo\":{\"@type\":\"ImageObject\",\"inLanguage\":\"de\",\"@id\":\"https:\\\/\\\/www.humanistische-union.de\\\/#\\\/schema\\\/logo\\\/image\\\/\",\"url\":\"https:\\\/\\\/www.humanistische-union.de\\\/wp-content\\\/uploads\\\/2023\\\/09\\\/HU-LOGO-blau_RGB-high-scaled-e1704725806773.jpg\",\"contentUrl\":\"https:\\\/\\\/www.humanistische-union.de\\\/wp-content\\\/uploads\\\/2023\\\/09\\\/HU-LOGO-blau_RGB-high-scaled-e1704725806773.jpg\",\"width\":1000,\"height\":536,\"caption\":\"Humanistische Union e.V.\"},\"image\":{\"@id\":\"https:\\\/\\\/www.humanistische-union.de\\\/#\\\/schema\\\/logo\\\/image\\\/\"},\"sameAs\":[\"https:\\\/\\\/x.com\\\/humunion\",\"https:\\\/\\\/mastodon.social\\\/@humunion\",\"https:\\\/\\\/bsky.app\\\/profile\\\/humanistischeunion.bsky.social\"]}]}<\/script>\n<!-- \/ Yoast SEO plugin. -->","yoast_head_json":{"title":"Wie man vom \u201eDienstleister\u201c erst zum Helden und dann zum l\u00e4stigen \u00dcbel wird - Humanistische Union","robots":{"index":"index","follow":"follow","max-snippet":"max-snippet:-1","max-image-preview":"max-image-preview:large","max-video-preview":"max-video-preview:-1"},"canonical":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/vorgaenge\/204-vorgaenge\/publikation\/wie-man-vom-dienstleister-erst-zum-helden-und-dann-zum-laestigen-uebel-wird-1\/","og_locale":"de_DE","og_type":"article","og_title":"Wie man vom \u201eDienstleister\u201c erst zum Helden und dann zum l\u00e4stigen \u00dcbel wird - Humanistische Union","og_description":"Die Hamburger Polizei im Jahreswechsel 2013\/2014. Gleichzeitig eine Kritik der Hamburger Gefahrengebiete. Aus: vorg&auml;nge Nr. 204 (4-2013), S. 74-81 Die Ausrufung der Hamburger Gefahrengebiete zum Jahreswechsel 2013\/ 2014 hat erneut gezeigt, dass die Entstehungsbedingungen von Gewalt beispielsweise zwischen Demonstrant_innen und Polizeibeamt_innen nicht analysiert, sondern strategisch ausgeblendet werden. Damit nimmt eine Selbstinszenierung als &bdquo;Law-and-Order&ldquo;-Polizei dramatische Z&uuml;ge [weiterlesen]","og_url":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/vorgaenge\/204-vorgaenge\/publikation\/wie-man-vom-dienstleister-erst-zum-helden-und-dann-zum-laestigen-uebel-wird-1\/","og_site_name":"Humanistische Union","article_modified_time":"2021-08-30T13:41:45+00:00","twitter_card":"summary_large_image","twitter_site":"@humunion","twitter_misc":{"Gesch\u00e4tzte Lesezeit":"18\u00a0Minuten"},"schema":{"@context":"https:\/\/schema.org","@graph":[{"@type":"WebPage","@id":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/vorgaenge\/204-vorgaenge\/publikation\/wie-man-vom-dienstleister-erst-zum-helden-und-dann-zum-laestigen-uebel-wird-1\/","url":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/vorgaenge\/204-vorgaenge\/publikation\/wie-man-vom-dienstleister-erst-zum-helden-und-dann-zum-laestigen-uebel-wird-1\/","name":"Wie man vom \u201eDienstleister\u201c erst zum Helden und dann zum l\u00e4stigen \u00dcbel wird - Humanistische Union","isPartOf":{"@id":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/#website"},"datePublished":"2014-04-07T17:30:00+00:00","dateModified":"2021-08-30T13:41:45+00:00","breadcrumb":{"@id":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/vorgaenge\/204-vorgaenge\/publikation\/wie-man-vom-dienstleister-erst-zum-helden-und-dann-zum-laestigen-uebel-wird-1\/#breadcrumb"},"inLanguage":"de","potentialAction":[{"@type":"ReadAction","target":["https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/vorgaenge\/204-vorgaenge\/publikation\/wie-man-vom-dienstleister-erst-zum-helden-und-dann-zum-laestigen-uebel-wird-1\/"]}]},{"@type":"BreadcrumbList","@id":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/vorgaenge\/204-vorgaenge\/publikation\/wie-man-vom-dienstleister-erst-zum-helden-und-dann-zum-laestigen-uebel-wird-1\/#breadcrumb","itemListElement":[{"@type":"ListItem","position":1,"name":"Publikationen","item":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/"},{"@type":"ListItem","position":2,"name":"vorg\u00e4nge","item":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/vorgaenge\/"},{"@type":"ListItem","position":3,"name":"vorg\u00e4nge Nr. 204: (Un)Kontrollierbar? Probleme der Steuerung von Polizeihandeln","item":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/vorgaenge\/204-vorgaenge\/"},{"@type":"ListItem","position":4,"name":"Wie man vom \u201eDienstleister\u201c erst zum Helden und dann zum l\u00e4stigen \u00dcbel wird"}]},{"@type":"WebSite","@id":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/#website","url":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/","name":"Humanistische Union","description":"","publisher":{"@id":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/#organization"},"potentialAction":[{"@type":"SearchAction","target":{"@type":"EntryPoint","urlTemplate":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/?s={search_term_string}"},"query-input":{"@type":"PropertyValueSpecification","valueRequired":true,"valueName":"search_term_string"}}],"inLanguage":"de"},{"@type":"Organization","@id":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/#organization","name":"Humanistische Union e.V.","url":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/","logo":{"@type":"ImageObject","inLanguage":"de","@id":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/#\/schema\/logo\/image\/","url":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/wp-content\/uploads\/2023\/09\/HU-LOGO-blau_RGB-high-scaled-e1704725806773.jpg","contentUrl":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/wp-content\/uploads\/2023\/09\/HU-LOGO-blau_RGB-high-scaled-e1704725806773.jpg","width":1000,"height":536,"caption":"Humanistische Union e.V."},"image":{"@id":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/#\/schema\/logo\/image\/"},"sameAs":["https:\/\/x.com\/humunion","https:\/\/mastodon.social\/@humunion","https:\/\/bsky.app\/profile\/humanistischeunion.bsky.social"]}]}},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/hu-json\/wp\/v2\/publikation\/11625","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/hu-json\/wp\/v2\/publikation"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/hu-json\/wp\/v2\/types\/publikation"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/hu-json\/wp\/v2\/media?parent=11625"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/hu-json\/wp\/v2\/categories?post=11625"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/hu-json\/wp\/v2\/tags?post=11625"},{"taxonomy":"autoren","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/hu-json\/wp\/v2\/autoren?post=11625"},{"taxonomy":"publikationen","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/hu-json\/wp\/v2\/publikationen?post=11625"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}