{"id":11679,"date":"2013-07-24T20:00:00","date_gmt":"2013-07-24T18:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/publikation\/entscheidend-ist-fuer-mich-dass-man-dieses-v-leute-unwesen-abschafft\/"},"modified":"2021-08-30T15:41:38","modified_gmt":"2021-08-30T13:41:38","slug":"entscheidend-ist-fuer-mich-dass-man-dieses-v-leute-unwesen-abschafft","status":"publish","type":"publikation","link":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/vorgaenge\/201-202\/publikation\/entscheidend-ist-fuer-mich-dass-man-dieses-v-leute-unwesen-abschafft\/","title":{"rendered":"\u201eEntscheidend ist f\u00fcr mich, dass man dieses V-Leute-Unwesen abschafft\u201c"},"content":{"rendered":"<p>Klaus Hahnzog fordert eine Reform des Verfassungsschutzes &#8211; und sieht Gefahren bei einer Abschaffung des Dienstes. Aus: vorg&auml;nge Nr. 201\/202 (1\/2-2013), S. 89-94.<\/p>\n<p>DR.&nbsp;KLAUS&nbsp;HAHNZOG&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; <br \/>Jahrgang 1936, ist Rechtsanwalt, langj&auml;hriges Mitglied der SPD-Landtagsfraktion<\/p>\n<p>(1990-2003) und nichtberufsrichterliches Mitglied des Bayerischen Verfassungsgerichtshofs. Er hatte im Laufe seines<\/p>\n<p>Berufslebens zahlreiche Ber&uuml;hrungspunkte mit dem Verfassungsschutz: w&auml;hrend seiner T&auml;tigkeit beim<\/p>\n<p>Bundesverfassungsgericht, als Kreisverwaltungsreferent der Stadt M&uuml;nchen, durch seine parlamentarische T&auml;tigkeit im<\/p>\n<p>Ausschuss f&uuml;r Verfassungs-, Rechts- und Parlamentsfragen, und zuletzt als Mitglied des gewerkschaftlich initiierten<\/p>\n<p>Arbeitskreises &#8222;Rettet die Grundrechte&#8220;, der vom Verfassungsschutz mit einem Spitzel &uuml;berwacht wurde. Im Interview<\/p>\n<p>spricht er dar&uuml;ber, warum der Verfassungsschutz trotz aller Fehlleistungen gebraucht werde, und warum der Einsatz<\/p>\n<p>von V-Leuten mit einer Demokratie unvertr&auml;glich ist. Zur &Uuml;berwachung durch das bayerische Landesamt f&uuml;r<\/p>\n<p>Verfassungsschutz publizierte Hahnzog bereits im aktuellen Grundrechte-Report: Unglaubliche Bespitzelungsaktion des<\/p>\n<p>Bayerischen Verfassungsschutzes, in: Grundrechte-Report 2013, Fischer Taschenbuch, S. 174-178.<\/p>\n<p>&#8222;Entscheidend ist f&uuml;r mich, dass man dieses V-Leute-Unwesen abschafft&#8220;<br \/>Klaus Hahnzog fordert eine Reform des Verfassungsschutzes &#8211; und sieht Gefahren bei einer Abschaffung des Dienstes<br \/>Herr Hahnzog, die Frage nach Reform oder Abschaffung des Verfassungsschutzes ist wohl die Frage danach, wie man die<\/p>\n<p>Aufgaben und Zust&auml;ndigkeiten dieser Beh&ouml;rde beurteilt. Welche Aufgaben des Verfassungsschutzes sind aus Ihrer Sicht<\/p>\n<p>verzichtbar, welche k&ouml;nnten besser von anderen &uuml;bernommen werden?<br \/>Heute machen die Verfassungsschutzbeh&ouml;rden ja alles m&ouml;gliche. Die Beobachtung der Scientologen oder der<\/p>\n<p>organisierten Kriminalit&auml;t zum Beispiel sind Erweiterungen, die mit dem urspr&uuml;nglichen Auftrag nichts zu tun haben.<\/p>\n<p>Das ist verzichtbar. Die Beobachtung verfassungsfeindlicher Bestrebungen im Vorfeld von Gefahren ist meines<\/p>\n<p>Erachtens absolut n&ouml;tig. Da gibt es zahlreiche Beispiele daf&uuml;r, hier in M&uuml;nchen etwa der geplante Anschlag<\/p>\n<p>anl&auml;sslich der Grundsteinlegung f&uuml;r das j&uuml;dische Zentrum. (1) Andere Beispiele finden sich im Buch von Thomas<\/p>\n<p>Kuban. (2) Das sind Bereiche, wo man allein mit kritischen B&uuml;rgern nicht weiterkommt und wo auch wissenschaftliche<\/p>\n<p>Institute nicht helfen. Zur Beobachtung solcher Aktivit&auml;ten brauchen wir einen Verfassungsschutz, der darauf<\/p>\n<p>beschr&auml;nkt bleiben muss. Dieser kleinere Kern eines Verfassungsschutzes verf&uuml;gt nat&uuml;rlich &uuml;ber bestimmte Mittel:<\/p>\n<p>keine V-Leute, aber verdeckte Ermittler, also Beamte; und er hat Beobachtungsinstrumente im Internetbereich, die<\/p>\n<p>man nat&uuml;rlich rechtsstaatlich regeln muss. Eine &Uuml;berwachung dieses Umfeldes, aus dem solche Gewalttaten heraus<\/p>\n<p>geplant werden, halte ich f&uuml;r absolut n&ouml;tig.<br \/>Lassen sich konkrete Anschlagsvorbereitungen nicht mit polizeilichen Mitteln vereiteln?<br \/>Vielleicht, aber gerade darin sehe ich das Problem: Ich bef&uuml;rchte ja, dass wenn man den Verfassungsschutz<\/p>\n<p>abschaffen w&uuml;rde, dann die notwendige Vorfeldbeobachtung auf die Polizei &uuml;bergeht. Das w&auml;re in meinen Augen fatal,<\/p>\n<p>wie ich schon in einem fr&uuml;heren Beitrag ausgef&uuml;hrt habe, (3) denn es w&uuml;rde das Trennungsgebot zwischen<\/p>\n<p>Verfassungsschutz und Polizei wegfallen. Die Polizei w&uuml;rde viele Aufgaben und Befugnisse des Verfassungsschutzes<\/p>\n<p>erhalten, das w&auml;re ein gro&szlig;er Schritt auf dem unseligen Weg zu einer Geheimpolizei a la Staatssicherheit oder<\/p>\n<p>Gestapo. In der gleichen Richtung argumentiert auch Burkhard Hirsch: das BKA w&uuml;rde allm&auml;hlich ein<\/p>\n<p>Bundessicherheitshauptamt. Dem Verbot des Verfassungsschutzes k&ouml;nnte ich deshalb nicht zustimmen. Wir haben jetzt<\/p>\n<p>schon die Situation, dass die Polizei immer weiter in das Gefahrenvorfeld eindringt. Bei einer Abschaffung des<\/p>\n<p>Verfassungsschutzes bek&auml;me die Polizei etwa die pr&auml;ventive Telekommunikations&uuml;berwachung &uuml;bertragen. Diese Befugnis<\/p>\n<p>sollte vor einigen Jahren schon einmal ins bayerische Polizeigesetz eingef&uuml;hrt werden. Dann w&auml;re schon die<\/p>\n<p>Vorbereitung auf Vorbereitungshandlungen zu konkreten Gef&auml;hrdungen ein ausreichender Anlass f&uuml;r die Polizei, um<\/p>\n<p>Telefone abh&ouml;ren zu d&uuml;rfen. Dagegen habe ich seinerzeit eine Verfassungsbeschwerde in Karlsruhe gef&uuml;hrt, mit<\/p>\n<p>Erfolg. Die Vorschrift zum pr&auml;ventiven Abh&ouml;ren wurde wieder abgeschafft.<br \/>Sie haben vorgeschlagen, den Verfassungsschutz als eigene K&ouml;rperschaft neu zu gr&uuml;nden. Steigert das nicht die<\/p>\n<p>Gefahr, dass der Geheimdienst ein noch st&auml;rkeres Eigenleben entwickelt?<br \/>Also, aus meiner Sicht nicht. Ich habe ja bewusst eine Parallele zum Datenschutzbeauftragten gezogen. Es geht mir<\/p>\n<p>dabei nicht nur um die eigene K&ouml;rperschaft, sondern auch um die Spitze dieser K&ouml;rperschaft. Der Pr&auml;sident des<\/p>\n<p>Verfassungsschutzes soll vom Landtag gew&auml;hlt werden. Das w&uuml;rde dazu f&uuml;hren, dass da andere Personen t&auml;tig sind.<\/p>\n<p>Wenn die sich dem Parlament zur Wiederwahl stellen wollen &#8211; was ja m&ouml;glich ist &#8211; m&uuml;ssten sie sich entsprechend den<\/p>\n<p>demokratischen Grunds&auml;tzen darstellen.<br \/>Aber es geht Ihnen nicht nur um die Leitungsspitze des Amtes?<br \/>Auch institutionell w&auml;re das etwas ganz anderes. Ein Verfassungsschutz beim Innenministerium, das zeigt ja unsere<\/p>\n<p>Erfahrung mit der eigentlich unglaublichen Bespitzelung k&uuml;nftiger Prozessgegner vor dem Bundesverfassungsgericht,<\/p>\n<p>da wird der Bock zum G&auml;rtner gemacht. Aus dem Innenministerium stammen viele Gesetze, die selbst verfassungswidrig<\/p>\n<p>sind und gegen die politische Initiativen mobilisieren. Dieser Protest wird dann von einer Beh&ouml;rde aus dem gleichen<\/p>\n<p>Verantwortungsbereich &uuml;berwacht &#8211; das geht nicht. Deshalb also eine eigene K&ouml;rperschaft, die nur einer<\/p>\n<p>Rechtsaufsicht unterliegt und keiner Fachaufsicht, damit auf diesem Weg nicht hineingewirkt werden kann. <br \/>Sie haben vorgeschlagen, die parlamentarische Kontrolle des Verfassungsschutzes zu verbessern. Wie k&ouml;nnte eine<\/p>\n<p>effektive Kontrolle aussehen?<br \/>Es f&auml;ngt schon bei der parlamentarischen Kontrollkommission an. Dort haben einzelne Mitglieder bisher kaum<\/p>\n<p>M&ouml;glichkeiten, vieles geht nur &uuml;ber Mehrheitsbeschl&uuml;sse. Das m&uuml;sste ge&auml;ndert werden. Die Mitglieder der<\/p>\n<p>parlamentarischen Kontrollkommission brauchen feste Mitarbeiter, damit sie der Kontrollaufgabe neben ihren anderen<\/p>\n<p>Aufgaben nachkommen k&ouml;nnen. Und wenn sie dabei Defizite feststellen, dann haben sie bisher keine M&ouml;glichkeit, sich<\/p>\n<p>dar&uuml;ber &ouml;ffentlich zu &auml;u&szlig;ern. Das geht nat&uuml;rlich nicht. Es gibt &Uuml;berlegungen, diese Kontrollkommissionen<\/p>\n<p>grunds&auml;tzlich &ouml;ffentlich tagen zu lassen und sie nur dann zu schlie&szlig;en, wenn wirklich vertrauliche Sachen behandelt<\/p>\n<p>werden. Au&szlig;erdem schlage ich &#8211; wie auch Professor Geiger [s. Beitrag auf S.&nbsp;29&nbsp;ff.] &#8211; einen<\/p>\n<p>Verfassungsschutzbeauftragten vor, der den Dienst viel effektiver kontrollieren kann.<br \/>Wenn die Beratungen der Kontrollgremien &ouml;ffentlich stattfinden, w&uuml;rde das nicht dazu f&uuml;hren, dass die Beh&ouml;rde dort<\/p>\n<p>noch weniger Informationen preisgibt, als dies derzeit der Fall ist?<br \/>Da setze ich auf einen Mentalit&auml;tswandel in der Beh&ouml;rde. Es gibt Entwicklungen in anderen staatlichen<\/p>\n<p>Einrichtungen, wenn ich an Informationsgesetze und &Auml;hnliches denke, die irgendwann auch beim Verfassungsschutz<\/p>\n<p>ankommen. Das ist ein langer Weg, aber wir m&uuml;ssen damit anfangen. Au&szlig;erdem geh&ouml;rt f&uuml;r mich zum Verfassungsschutz<\/p>\n<p>auch ein Beirat, in dem b&uuml;rgerschaftliche Organisationen vertreten sind, z.B. Pro Asyl, a.i.d.a. oder die<\/p>\n<p>Ausl&auml;nderbeir&auml;te. Solche Organisationen sind oft sehr gut informiert und k&ouml;nnen positiv dazu beitragen, Probleme<\/p>\n<p>fr&uuml;hzeitig zu erkennen. Leider werden manche dieser Gruppen, etwa im Verfassungsschutzbericht von Bayern, als<\/p>\n<p>linksextremistisch bezeichnet. Das ist ein Widerspruch, aber da setze ich auf mehr &Ouml;ffentlichkeit &uuml;ber einen<\/p>\n<p>Beirat, &uuml;ber den Verfassungsschutzbeauftragten, die parlamentarischen Kontrollgremien. <br \/>W&auml;re ein zivilgesellschaftlicher Beirat f&uuml;r den Verfassungsschutz nicht ein Versuch, das zu kompensieren, was der<\/p>\n<p>Beh&ouml;rde bisher fehlt: die politikwissenschaftliche, aber auch die sicherheitsanalytische Kompetenz? Immer wieder<\/p>\n<p>h&ouml;ren wir von Beispielen wie der Bespitzelung des M&uuml;nchner B&uuml;ndnisses zur Versammlungsfreiheit, der &Uuml;berwachung des<\/p>\n<p>Berliner Sozialforums oder von Abgeordneten der Linkspartei, bei denen keine Gef&auml;hrdung unserer &#8222;freiheitlich-<\/p>\n<p>demokratischen Grundordnung&#8220; erkennbar ist. <br \/>Der Verfassungsschutz weist bisher weder Kompetenz noch Sensibilit&auml;t auf, wenn es um die Auswahl seiner<\/p>\n<p>Beobachtungsobjekte geht. Das wird nach meiner Auffassung nur besser, wenn sich der Verfassungsschutz selbst nicht<\/p>\n<p>mehr sozusagen als verl&auml;ngerter Arm der Sicherheitsbeh&ouml;rden versteht, der hier Sicherheit schaffen m&uuml;sse. Die<\/p>\n<p>Verfassungssch&uuml;tzer sollten ihre Aufgabe darin sehen, Bestrebungen gegen unsere freiheitliche Grundordnung<\/p>\n<p>fr&uuml;hzeitig zu erkennen, damit der Staat reagieren kann. Deswegen bin ich ja auch dagegen, dass man den<\/p>\n<p>Verfassungsschutz generell abschafft. Entscheidend ist f&uuml;r mich, dass man dieses V-Leute-Unwesen abschafft &#8211; keine<\/p>\n<p>V-Leute mehr!<br \/>Der Verzicht auf die V-Leute ist Teil Ihres Reformvorschlags. Warum?<br \/>Die V-Leute haben sich eigentlich generell als verfassungssch&auml;dlich erwiesen, und nicht nur in Einzelf&auml;llen. Auf<\/p>\n<p>der rechten Seite stellt sich immer mehr heraus, soweit das &uuml;berhaupt transparent wird, dass V-Leute mit<\/p>\n<p>staatlichem Geld Neonaziszenen aufbauen. Und auf der linken Seite sind die V-Leute auch nicht an der Leine zu<\/p>\n<p>halten gewesen. Wenn ich an unseren Fall in M&uuml;nchen denke: Da hat dieser V-Mann zun&auml;chst eine Veranstaltung mit dem<\/p>\n<p>M&uuml;nchner Ehrenb&uuml;rger und Tr&auml;ger des alternativen Nobelpreises Prof. D&uuml;rr bespitzelt. Und sp&auml;ter hat er diese<\/p>\n<p>uns&auml;gliche Bespitzelung k&uuml;nftiger Prozessgegner vor dem Verfassungsgericht betrieben. Grunds&auml;tzlich kann man sagen:<\/p>\n<p>wenn man V-Leute einsetzt, dann bedeutet das unter rechtsstaatlichen Gesichtspunkten eine massive Einsch&uuml;chterung<\/p>\n<p>von demokratischen Aktivit&auml;ten. Und es ist auch unverst&auml;ndlich, warum beim technischen Abh&ouml;ren von Telefonaten oder<\/p>\n<p>Wohnr&auml;umen ein richterlicher Beschluss n&ouml;tig sein soll, wenn der Verfassungsschutz dagegen eine &#8222;lebende Wanze&#8220;<\/p>\n<p>reinschickt, jedoch nicht. <br \/>Sie haben Ihre eigenen Erfahrungen mit der Bespitzelung durch V-Leute gerade angesprochen: Ein B&uuml;ndnis gegen das<\/p>\n<p>neue bayerische Versammlungsrecht, an dem Sie beteiligt waren, wurde vom Verfassungsschutz &uuml;berwacht. Was haben Sie<\/p>\n<p>daraus gelernt? <br \/>Nachdem das bekannt wurde, habe ich mich beim Verfassungsschutzamt und beim Ministerium um Auskunft bem&uuml;ht. Da<\/p>\n<p>erhielt ich vom Landesamt folgende Antwort: &#8218;Das Bayerische Landesamt f&uuml;r Verfassungsschutz nimmt aber auch<\/p>\n<p>Kontakte seiner Beobachtungsobjekte wahr. Insofern muss derjenige, der sich bewusst in ein Aktionsb&uuml;ndnis mit<\/p>\n<p>Organisationen begibt, von denen er wei&szlig; bzw. von denen bekannt ist, dass es sich um Beobachtungsobjekte des<\/p>\n<p>Bayerischen Landesamtes f&uuml;r Verfassungsschutz handelt, damit rechnen, dass unter die Beobachtung von Extremisten<\/p>\n<p>auch deren B&uuml;ndniskontakte fallen.&#8216; In dieser Stellungnahme kommt f&uuml;r mich eine Grundeinstellung dieser &Auml;mter zum<\/p>\n<p>Ausdruck: in ihren Augen ist jeder ein potentielles Beobachtungsobjekt, kann jeder verd&auml;chtig sein. Das ist die<\/p>\n<p>Einstellung dieser Leute, die da t&auml;tig sind, und die muss ge&auml;ndert werden. Kein Mensch darf nur ein<\/p>\n<p>Beobachtungsobjekt sein. <br \/>Sch&uuml;ren solche Aussagen des Verfassungsschutzes nicht das Misstrauen gegen&uuml;ber politischen Mitstreitern?<br \/>In unserem M&uuml;nchner B&uuml;ndnis waren &uuml;ber 40 Leute von verschiedenen Organisationen. F&uuml;r uns alle war das Thema: Was<\/p>\n<p>k&ouml;nnen wir gegen ein neues, undemokratisches Gesetz zu einem zentralen Grundrecht wie der Versammlungsfreiheit<\/p>\n<p>machen? Auf unseren Antrag hat das Bundesverfassungsgericht mit einer einstweiligen Anordnung wesentliche<\/p>\n<p>Bestandteile des Gesetzes beanstandet. Es kann doch nicht sein, wenn ich mich in ein solches B&uuml;ndnis begebe, dass<\/p>\n<p>ich dann als erstes fragen muss: &#8218;Wer seid ihr? Wo kommt ihr her? Wer von Euch wird eigentlich vom<\/p>\n<p>Verfassungsschutz beobachtet?&#8216; Die anderen sagen einem das ja nicht unbedingt, vielleicht wissen sie es selbst<\/p>\n<p>nicht. Oder der Verfassungsschutz schickt jemanden mit einer Legende in ein solches B&uuml;ndnis &#8211; dann bringt meine<\/p>\n<p>Nachfrage auch nichts.<br \/>Vielen Dank f&uuml;r das Gespr&auml;ch!<br \/>Das Interview f&uuml;hrte Sven L&uuml;ders.<\/p>\n<p>Anmerkungen<\/p>\n<p>1 Sprengstoff in M&uuml;nchen. Martin Wiese, Kameradschaft S&uuml;d, NPD. Eine Brosch&uuml;re der antifaschistischen informations-dokumentations &amp; archivstelle m&uuml;nchen e.V. (AIDA) in Kooperation mit dem Kurt-Eisner-Verein f&uuml;r politische Bildung in Bayern e.V. M&uuml;nchen 2005, abrufbar unter <a href=\"http:\/\/www.aida-archiv.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">www.aida-archiv.de<\/a>.<\/p>\n<p>2 Thomas Kuban: Blut muss flie&szlig;en. Undercover unter Nazis. Campus-Verlag, Frankfurt am Main 2012.<\/p>\n<p>3 Klaus Hahnzog, &Uuml;berlegungen zur dringend erforderlichen Reform des Bayerischen Verfassungsschutzes. Mitteilungen Nr. 217 (Heft 2\/2012), S. 8-10.<\/p>\n","protected":false},"featured_media":0,"template":"","categories":[],"tags":[704,667],"autoren":[572],"publikationen":[1435],"class_list":["post-11679","publikation","type-publikation","status-publish","hentry","tag-geheimdienste-bfv","tag-vorgaenge-artikel","autoren-interview","publikationen-201-202"],"acf":[],"yoast_head":"<!-- This site is optimized with the Yoast SEO plugin v28.5 - https:\/\/yoast.com\/product\/yoast-seo-wordpress\/ -->\n<title>\u201eEntscheidend ist f\u00fcr mich, dass man dieses V-Leute-Unwesen abschafft\u201c - Humanistische Union<\/title>\n<meta name=\"robots\" content=\"index, follow, max-snippet:-1, max-image-preview:large, max-video-preview:-1\" \/>\n<link rel=\"canonical\" href=\"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/vorgaenge\/201-202\/publikation\/entscheidend-ist-fuer-mich-dass-man-dieses-v-leute-unwesen-abschafft\/\" \/>\n<meta property=\"og:locale\" content=\"de_DE\" \/>\n<meta property=\"og:type\" content=\"article\" \/>\n<meta property=\"og:title\" content=\"\u201eEntscheidend ist f\u00fcr mich, dass man dieses V-Leute-Unwesen abschafft\u201c - Humanistische Union\" \/>\n<meta property=\"og:description\" content=\"Klaus Hahnzog fordert eine Reform des Verfassungsschutzes &#8211; und sieht Gefahren bei einer Abschaffung des Dienstes. 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