{"id":11685,"date":"2013-07-24T09:00:00","date_gmt":"2013-07-24T07:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/publikation\/stellungnahme-des-fiff-zur-datenschutz-grundverordnung-vom-25-januar-2012\/"},"modified":"2021-08-30T15:41:38","modified_gmt":"2021-08-30T13:41:38","slug":"stellungnahme-des-fiff-zur-datenschutz-grundverordnung-vom-25-januar-2012","status":"publish","type":"publikation","link":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/vorgaenge\/201-202\/publikation\/stellungnahme-des-fiff-zur-datenschutz-grundverordnung-vom-25-januar-2012\/","title":{"rendered":"Stellungnahme des FIfF zur Datenschutz-Grundverordnung vom 25. Januar 2012"},"content":{"rendered":"<p>mit &Auml;nderungsvorschl&auml;gen des Berichterstatters vom 17. Dezember 2012. Aus: vorg&auml;nge Nr. 201\/202 (1\/2-2013), S. 120-125<\/p>\n<p>Derzeitiger Regelungsstandard f&uuml;r den Datenschutz auf europ&auml;ischer Ebene ist die EU-Richtlinie 95\/46\/EG aus dem Jahr 1995. Ihr Modernisierungsbedarf ist unbestritten &ndash; wie diese auszusehen h&auml;tte, dagegen sehr. Seitdem die Kommission im Januar 2012 ihren Vorschlag vorgestellt hat, wird in der Politik wie unter Datensch&uuml;tzern heftig darum gestritten, welches der richtige Weg sei (Vollharmonisierung oder Mindeststandards), welcher Regelungsweg (Grundverordnung oder Richtlinie) vorzugsw&uuml;rdig sei und wie viel Spielraum f&uuml;r nationale Sonderw&uuml;nsche wie bspw. das deutsche Recht auf informationelle Selbstbestimmung verbleiben soll.<br \/>Das Forum InformatikerInnen f&uuml;r Frieden und gesellschaftliche Verantwortung (FIfF) konzentriert sich in der vorliegenden Stellungnahme allein auf die materiellen Vorschl&auml;ge des Kommissionsentwurfs f&uuml;r ein europ&auml;isches Datenschutzrecht und l&auml;sst die formalen bzw. kompetenzrechtlichen Fragen au&szlig;en vor. Die Humanistische Union hat sich dieser Stellungnahme angeschlossen .<\/p>\n<p>Das FIfF bef&uuml;rwortet den vorgelegten Entwurf der EU-Kommission zur Modernisierung des Datenschutzes &ndash; eine solche Initiative war &uuml;berf&auml;llig! Wir bef&uuml;rworten ebenfalls eine Reihe von &Auml;nderungsvorschl&auml;gen des Berichterstatters, insbesondere die Grundrechte-Schutzklausel: &bdquo;Die Mitgliedstaaten sind nach der Europ&auml;ischen Konvention zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten (EMRK) verpflichtet, daf&uuml;r Sorge zu tragen, dass solche Datenstr&ouml;me angemessen reguliert werden.&ldquo;<br \/>Durch die Einf&uuml;hrung europaweit einheitlicher Standards wird &ndash; trotz noch bestehendem &Auml;nderungsbedarf &ndash; endlich das EU-weite Datenschutzniveau etabliert. Wir treten f&uuml;r eine weitere Verbesserung ein und fordern, dass die Verordnung nicht wegen wirtschaftlicher Interessen eingeschr&auml;nkt wird.<\/p>\n<h2 class=\"auto-created\"><span id=\"1-fuer-eine-weitere-praezisierung-der-einwilligung\">1 F&uuml;r eine weitere Pr&auml;zi&shy;sie&shy;rung der Einwil&shy;li&shy;gung<\/span><\/h2>\n<p>Das FIfF begr&uuml;&szlig;t ausdr&uuml;cklich die Pr&auml;zisierung der Einwilligung, insbesondere die explizite und eindeutige Einwilligung und das Recht auf Widerruf und Widerspruch.<br \/><b>Das FIfF fordert<\/b>: Wie auch im &Auml;nderungsvorschlag des Berichterstatters vorgesehen, d&uuml;rfen Voreinstellungen, die die betroffene Person ver&auml;ndern muss, um der Verarbeitung zu widersprechen (optout), keine freie Zustimmung ausdr&uuml;cken. Da sich die technischen Bedingungen st&auml;ndig &auml;ndern, fordern wir eine Begrenzung der G&uuml;ltigkeit einer Einwilligung auf maximal vier Jahre . Beim Auslaufen ist die verarbeitende Stelle verpflichtet, die Daten unverz&uuml;glich zu l&ouml;schen. Die wirksame Einwilligung Minderj&auml;hriger erfordert die Zustimmung der gesetzlichen Vertreter des einsichtsf&auml;higen Minderj&auml;hrigen. Die Einwilligung muss immer gegen&uuml;ber der verantwortlichen Stelle abgegeben werden. Die Verordnung muss hier pr&auml;zise Festlegungen treffen.<\/p>\n<h2 class=\"auto-created\"><span id=\"2-fuer-die-bevorzugung-der-betroffenen-gegenueber-den-datenverarbeitern\">2 F&uuml;r die Bevorzugung der Betroffenen gegen&uuml;ber den Daten&shy;ver&shy;a&shy;r&shy;bei&shy;tern<\/span><\/h2>\n<p>Das FIfF begr&uuml;&szlig;t ausdr&uuml;cklich die Erg&auml;nzungen zur Unterrichtungspflicht der betroffenen Person durch den f&uuml;r die Verarbeitung Verantwortlichen, wobei die Gr&uuml;nde f&uuml;r den Vorrang seiner Interessen offenzulegen sind.<br \/><b>Das FIfF fordert<\/b>: Die F&auml;lle, in denen &bdquo;berechtigtes Interesse&ldquo; angenommen wird, sind auf drei einzuschr&auml;nken: Die Aus&uuml;bung von Grundrechten, insbesondere des Rechts auf freie Meinungs&auml;u&szlig;erung und der Freiheit der Medien und der K&uuml;nste, die Durchsetzung von berechtigten Rechtsanspr&uuml;chen &ndash; insbesondere der Strafverfolgung &ndash; oder bei gewerblichen Beziehungen zwischen Unternehmen, wenn die Daten mit Kenntnis des Betroffenen f&uuml;r diesen Zweck erhoben wurden. Nutzung zur Direktwerbung ist an die ausdr&uuml;ckliche Zustimmung der Betroffenen zu binden. Der &Auml;nderungsvorschlag bietet noch zu viele M&ouml;glichkeiten f&uuml;r eine Datenverarbeitung ohne Zustimmung.<\/p>\n<h2 class=\"auto-created\"><span id=\"3-fuer-verbesserte-dokumentationspflichten\">3 F&uuml;r verbesserte Dokumen&shy;ta&shy;ti&shy;ons&shy;pflichten<\/span><\/h2>\n<p>Das FIfF begr&uuml;&szlig;t ausdr&uuml;cklich die Vorschl&auml;ge des Berichterstatters zur Straffung der Dokumentationspflichten, die Zusammenf&uuml;hrung mit den Informationsrechten der Betroffenen und die Pflicht zur Dokumentation technischer und organisatorischer Ma&szlig;nahmen und Verfahren.<\/p>\n<h2 class=\"auto-created\"><span id=\"4-fuer-die-beschraenkung-von-profiling-und-ausweitung-der-informationspflicht\">4 F&uuml;r die Beschr&auml;n&shy;kung von Profiling und Ausweitung der Infor&shy;ma&shy;ti&shy;ons&shy;pflicht<\/span><\/h2>\n<p>Die Definition von Profiling und die engere Fassung des Erlaubnisvorbehalts werden zu mehr Rechtssicherheit f&uuml;hren. Die erweiterten Auskunftspflichten st&auml;rken die informationelle Selbstbestimmung der Betroffenen.<\/p>\n<p><b>Das FIfF fordert<\/b>: Logik und Algorithmus von Profiling-Ma&szlig;nahmen sind offen zu legen. Besondere Kategorien personenbezogener Daten d&uuml;rfen nicht zur Auswertung verwendet werden, es sei denn, sie fallen unter die explizit genannten Ausnahmen. Durch Profiling entstandene Bewertungen sind nie vollst&auml;ndig und auch eine menschliche Beurteilung kann Vorurteile oder Fehlinterpretationen enthalten. Deshalb m&uuml;ssen Betroffene eine zweite Meinung zur Bewertung einholen k&ouml;nnen . Die Kosten hat der Verantwortliche f&uuml;r die Datenverarbeitung zu tragen.<br \/><b>Das FIfF fordert au&szlig;erdem<\/b>: Ein generelles Verbot von Profiling-Ma&szlig;nahmen, die zu Diskriminierung f&uuml;hren. Das gilt auch f&uuml;r das Zusammenwirken einzelner Profiling-Ma&szlig;nahmen.<\/p>\n<h2 class=\"auto-created\"><span id=\"5-fuer-die-orientierung-an-schutzzielen-und-datenschutzfreundlichen-voreinstellungen\">5 F&uuml;r die Orien&shy;tie&shy;rung an Schutz&shy;zielen und daten&shy;schutz&shy;freund&shy;li&shy;chen Vorein&shy;stel&shy;lungen<\/span><\/h2>\n<p>Das FIfF begr&uuml;&szlig;t die Verpflichtung zu datenschutzfreundlicher Technikgestaltung bei Verarbeitung und Erhebung personenbezogener Daten. Die Betroffenen m&uuml;ssen ihre Verbreitung kontrollieren k&ouml;nnen.<br \/><b>Das FIfF fordert<\/b>: Die erweiterten Schutzziele sind in die Verordnung aufzunehmen: Diese sind Transparenz, Zweckbindung und Intervenierbarkeit (neben den vom Berichterstatter bereits bekr&auml;ftigten Schutzzielen Vertraulichkeit, Integrit&auml;t und Verf&uuml;gbarkeit). Auch sie sind in technischen und organisatorischen Prozessen umzusetzen.<br \/><b>Das FIfF fordert au&szlig;erdem<\/b>: Hersteller sind zu Datenschutz durch Technik und datenschutzfreundliche Voreinstellungen zu verpflichten, etwa durch verpflichtende Zertifizierung. Diese ist durch eine EU-Institution zu kontrollieren und f&uuml;r alle Prozesse sicherzustellen (Systementwicklungsprozesse, Datenschutzprozesse und fachliche Gesch&auml;ftsprozesse). Zertifizierungen sollten besonders dann verpflichtend sein, wenn besondere Kategorien personenbezogener Daten oder solche von Kindern verarbeitet werden oder wenn Profile erstellt werden.<\/p>\n<h2 class=\"auto-created\"><span id=\"6-fuer-angemessene-garantien-beim-grenzuebertritt-mit-mobilen-geraeten\">6 F&uuml;r angemessene Garantien beim Grenz&shy;&uuml;ber&shy;tritt mit mobilen Ger&auml;ten<\/span><\/h2>\n<p>Das FIfF begr&uuml;&szlig;t ausdr&uuml;cklich Ortsbindung (Orientierung am Unternehmensort der meisten Dienste-Nutzer), Zweckbindung, Transparenz und die Bindung an die europ&auml;ische Gesetzgebung. Wir lehnen mit dem Berichterstatter die Anerkennung von Verarbeitungssektoren in Drittstaaten ab. Drittl&auml;nder oder Gebiete ohne angemessenen Datenschutz m&uuml;ssen von der &Uuml;bermittlung personenbezogener Daten ausgeschlossen werden k&ouml;nnen. Wir begr&uuml;&szlig;en die Forderung finanzieller Entsch&auml;digungsleistungen bei nicht genehmigter Verarbeitung von Daten in Drittstaaten. Das FIfF begr&uuml;&szlig;t die Rechenschafts-und Nachweispflicht.<br \/><b>Das FIfF fordert<\/b>: Mobile Dienste-Anbieter m&uuml;ssen einen Sitz in dem Land haben, in dem mehrheitlich die Vertragsnehmer ans&auml;ssig sind. Verlagert sich diese Mehrzahl der Vertragsnehmer w&auml;hrend der Dauer von zwei Jahren in einen anderen Mitgliedstaat, ist der Sitz dorthin zu verlegen. Die Speicherorte der personenbezogenen Daten sind transparent zu machen. Wir fordern ein Widerspruchsrecht, wenn die personenbezogene Daten an Dienste-Anbieter au&szlig;erhalb der EU &uuml;bermittelt werden, die nicht der Verordnung unterliegen. Ein Recht auf Einsichtnahme in &uuml;bermittelte personenbezogene Daten und ein Einspruchsrecht bei Zu- und Abschaltung von Wirknetzen international kooperierender Dienste-Anbieter ist vorzusehen. Mobile Ger&auml;te m&uuml;ssen zum Schutz personenbezogener Daten auf Antrag unbrauchbar gemacht werden.<\/p>\n<h2 class=\"auto-created\"><span id=\"7-fuer-eine-grundsaetzliche-verpflichtung-zu-anonymisieren-oder-zu-pseudonymisieren\">7 F&uuml;r eine grund&shy;s&auml;tz&shy;liche Verpflich&shy;tung zu anony&shy;mi&shy;sieren oder zu pseud&shy;ony&shy;mi&shy;sieren<\/span><\/h2>\n<p>Das FIfF unterst&uuml;tzt, den Begriff der anonymen Daten zu spezifizieren und den Geltungsbereich der Verordnung auf pseudonyme Daten und IP-Adressen auszuweiten.<br \/><b>Das FIfF fordert<\/b>: Die grunds&auml;tzliche Verpflichtung zur Anonymisierung oder Pseudonymisierung personenbezogener Daten ist in angemessenem Rahmen vorzuschreiben. Wenn die Identit&auml;t nicht relevant ist, muss anonymisiert werden, wenn sie relevant ist, pseudonymisiert. Der Schutz pseudonymisierter Daten ist dem von personenbezogenen Daten gleichzustellen. Anbieter d&uuml;rfen die Funktionen bei anonymer Nutzung nicht einschr&auml;nken und nicht vorgeben, anonyme oder pseudonyme Nutzung sei nicht m&ouml;glich.<\/p>\n<h2 class=\"auto-created\"><span id=\"8-zur-ausnahme-von-polizei-und-justiz-von-der-verordnung\">8 Zur Ausnahme von Polizei und Justiz von der Verordnung<\/span><\/h2>\n<p>Das FIfF teilt die Kritik des Berichterstatters, dass die Zusammenarbeit bei der Strafverfolgung im Vorschlag der Kommission nicht geregelt wird.<br \/><b>Das FIfF fordert<\/b>: Angemessene Festlegungen f&uuml;r F&auml;lle wie den Zugriff von Strafverfolgungsbeh&ouml;rden auf gesch&auml;ftliche Daten sind in die Verordnung aufzunehmen und dadurch einheitlich in Europa zu regeln.<\/p>\n<h2 class=\"auto-created\"><span id=\"9-fuer-eine-verpflichtende-folgenabschaetzung\">9 F&uuml;r eine verpflich&shy;tende Folge&shy;n&shy;ab&shy;sch&auml;t&shy;zung<\/span><\/h2>\n<p>Das FIfF begr&uuml;&szlig;t ausdr&uuml;cklich die Forderungen nach einer verpflichtenden Folgenabsch&auml;tzung. Diese sollten f&uuml;r alle Profiling-Ma&szlig;nahmen gelten.<br \/><b>Das FIfF fordert<\/b>: Je nach Art der Datenverarbeitung ist eine angemessene Absch&auml;tzung auch der l&auml;ngerfristigen Folgen (&uuml;ber die Dauer der Datenverarbeitung hinaus) f&uuml;r die Rechte und Freiheiten der Betroffenen verpflichtend vorzusehen. Die Folgenabsch&auml;tzung sollte m&ouml;glichst vollst&auml;ndig ver&ouml;ffentlicht und den Betroffenen vor der Einwilligung zur Verf&uuml;gung gestellt werden, soweit sie nicht Auskunft &uuml;ber vertrauliche interne Vorg&auml;nge enth&auml;lt.<\/p>\n<h2 class=\"auto-created\"><span id=\"10-fuer-eine-begrenzung-der-delegierten-rechtsakte\">10 F&uuml;r eine Begrenzung der delegierten Rechtsakte<\/span><\/h2>\n<p>Das FIfF begr&uuml;&szlig;t ausdr&uuml;cklich die Ersetzung des Berichterstatters von delegierten Rechtsakten der EU-Kommission durch Regelungen des Europ&auml;ischen Datenschutzausschusses. Die urspr&uuml;nglich vorgesehenen Befugnisse der Kommission w&uuml;rden zu einer gro&szlig;en Zahl an Detailregelungen f&uuml;hren, die der parlamentarischen Kontrolle entzogen sind. Diese Rechtsunsicherheit gef&auml;hrdet die effektive Durchsetzung von B&uuml;rgerrechten und birgt wirtschaftliche Risiken. Sinnvoll sind delegierte Rechtsakte, wenn technischer Fortschritt h&auml;ufige Anpassungen der Regelungen erfordert.<br \/><b>Das FIfF fordert<\/b>: Um die parlamentarische Kontrolle sicherzustellen, sind delegierte Rechtsakte und Entscheidungen des Europ&auml;ischen Datenschutzausschusses innerhalb von sechs Monaten vom Parlament zu best&auml;tigen. Ein Aufweichen von Regelungen, Demokratiedefizit und Rechtsunsicherheit muss verhindert werden, dazu ist ein enger Rahmen f&uuml;r die verbleibenden Befugnisse vorzugeben. Alle durch Rechtsakte vorgenommenen Konkretisierungen m&uuml;ssen den anerkannten, verbindlichen Schutzzielen folgen. Alle Prozesse sind bei Entwicklung und Nutzung der IT-Systeme an diesen Schutzzielen auszurichten.<\/p>\n<h2 class=\"auto-created\"><span id=\"11-fuer-eine-staerkere-unabhaengigkeit-der-aufsichtsbehoerden-und-datenschutzbeauftragten\">11 F&uuml;r eine st&auml;rkere Unabh&auml;n&shy;gig&shy;keit der Aufsichts&shy;be&shy;h&ouml;rden und Daten&shy;schutz&shy;be&shy;auf&shy;tragten<\/span><\/h2>\n<p>Das FIfF begr&uuml;&szlig;t ausdr&uuml;cklich die Sicherstellung der Unabh&auml;ngigkeit der Aufsichtsbeh&ouml;rden, den Vorschlag, dass die bei der Angemessenheit die Bev&ouml;lkerungszahl und der Umfang der zu verarbeitenden personenbezogenen Daten zu ber&uuml;cksichtigen ist, und die Klarstellung der Rechenschaftspflicht gegen&uuml;ber den nationalen Parlamenten. Weitere Vorgaben sind zur Sicherstellung der Unabh&auml;ngigkeit zu erg&auml;nzen.<br \/><b>Das FIfF fordert<\/b>: Die Befugnis zu Ernennung der Mitglieder der Aufsichtsbeh&ouml;rden sollte ausschlie&szlig;lich beim Parlament als den gew&auml;hlten Vertreterinnen und Vertretern der Bev&ouml;lkerung liegen. Genauere Vorgaben f&uuml;r die Finanzkontrolle m&uuml;ssen die Unabh&auml;ngigkeit sicherstellen; die Aufsichtsbeh&ouml;rden m&uuml;ssen finanziell so ausgestattet werden, dass sie ihren Aufgaben effektiv nachkommen k&ouml;nnen. Die Unabh&auml;ngigkeit der betrieblichen Datenschutzbeauftragten sollte durch einen mindestens einj&auml;hrigen K&uuml;ndigungsschutz gest&auml;rkt werden.<\/p>\n<h2 class=\"auto-created\"><span id=\"12-fuer-die-verpflichtung-eines-datenschutzbeauftragten-auch-in-kleineren-unternehmen\">12 F&uuml;r die Verpflich&shy;tung eines Daten&shy;schutz&shy;be&shy;auf&shy;tragten auch in kleineren Unternehmen<\/span><\/h2>\n<p>Das FIfF begr&uuml;&szlig;t ausdr&uuml;cklich, den Einsatz eines Datenschutzbeauftragten von der An zahl der Betroffenen abh&auml;ngig zu machen und die Profilerstellung sowie die Verarbeitung besonderer Kategorien von Daten explizit in den Katalog der T&auml;tigkeiten aufzunehmen, die einen Datenschutzbeauftragten erfordern.<br \/><b>Das FIfF fordert<\/b>: Die Bestellung eines Datenschutzbeauftragten muss verpflichtend sein, wenn personenbezogene Daten erhoben, verarbeitet oder genutzt werden und damit in der Regel mindestens 10 Personen besch&auml;ftigt sind. Die im Entwurf der Kommission vorgesehene Zahl von 250 Besch&auml;ftigten ist zu hoch, auch wenn die Situation von kleinen und mittleren Unternehmen ber&uuml;cksichtigt werden muss.<\/p>\n<h2 class=\"auto-created\"><span id=\"13-gegen-die-erhebung-politischer-einstellungen-durch-parteien\">13 Gegen die Erhebung politischer Einstel&shy;lungen durch Parteien<\/span><\/h2>\n<p>Nach Erw&auml;gungsgrund 44 d&uuml;rfen politische Parteien im &ouml;ffentlichen Interesse Daten &uuml;ber die politische Einstellung von Personen sammeln.<br \/><b>Das FIfF fordert<\/b>: Die Ausnahme ist zu streichen. Ein Missbrauch dieser Daten kann niemals mit hinreichender Sicherheit ausgeschlossen werden. Die drohenden Eingriffe in die Pers&ouml;nlichkeitsrechte der Betroffenen sind nicht hinnehmbar.<\/p>\n<h2 class=\"auto-created\"><span id=\"14-fuer-die-regelung-des-beschaeftigten-datenschutzes-durch-die-mitgliedstaaten\">14 F&uuml;r die Regelung des Besch&auml;f&shy;tig&shy;ten-&shy;Da&shy;ten&shy;schutzes durch die Mitglied&shy;s&shy;taaten<\/span><\/h2>\n<p>Das FIfF begr&uuml;&szlig;t ausdr&uuml;cklich die M&ouml;glichkeit, spezielle Gesetze zu detaillierten Regelungen des Besch&auml;ftigungssektors zu erlassen oder beizubehalten.<br \/><b>Das FIfF fordert<\/b>: Die Einschr&auml;nkung der EU-Kommission, dass dies nur in den Grenzen dieser Verordnung erfolgen darf, muss entfallen. Wir unterst&uuml;tzen die Auffassung des Berichterstatters, dass der Besch&auml;ftigungssektor ein hochkomplexer Bereich ist, der auf einzelstaatlicher Ebene detailliert geregelt ist, und dort am besten geregelt werden kann.<\/p>\n<p><i>Vorstand: Stefan H&uuml;gel (Vorsitzender), Prof. Dr. Dietrich Meyer-Ebrecht (stv. Vorsitzender), Sylvia Johnigk, Prof. Dr. Hans-J&ouml;rg Kreowski, Kai Nothdurft, Jens Rinne, Raffael Rittmeier, Prof. Dr. Britta Schinzel, Ingrid Schlagheck<\/i><\/p>\n<p><i>Eine ausf&uuml;hrliche Begr&uuml;ndung der einzelnen Forderungen enth&auml;lt die Langfassung der Stellungnahme, abrufbar unter: <\/i><a href=\"http:\/\/fiff.de\/themen\/Stellungnahme%20des%20FIfF%20zur%20EU-DSGVO%20an%20die%20Ausschuesse.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><i>http:\/\/fiff.de\/themen\/Stellungnahme%20des%20FIfF%20zur%20EU-DSGVO%20an%20die%20Ausschuesse.pdf<\/i><\/a><\/p>\n<p><b>LITERATUR<br \/><\/b>Zweite Stellungnahme der Art. 29-Gruppe zur EU-Datenschutz-Grundverordnung vom 5. Oktober 2012, abrufbar unter <a href=\"http:\/\/ec.europa.eu\/justice\/data-protection\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">http:\/\/ec.europa.eu\/justice\/data-protection\/<\/a> article-29\/documentation\/opinion-recommendation\/files\/2012\/wp199_ en.pdf.<\/p>\n","protected":false},"featured_media":0,"template":"","categories":[],"tags":[666,667],"autoren":[515],"publikationen":[1435],"class_list":["post-11685","publikation","type-publikation","status-publish","hentry","tag-datenschutz-als-grundrecht","tag-vorgaenge-artikel","autoren-forum-informatikerinnen-fuer-frieden-und-gesellschaftliche-verantwortung","publikationen-201-202"],"acf":[],"yoast_head":"<!-- This site is optimized with the Yoast SEO plugin v28.5 - https:\/\/yoast.com\/product\/yoast-seo-wordpress\/ -->\n<title>Stellungnahme des FIfF zur Datenschutz-Grundverordnung vom 25. 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