{"id":11769,"date":"2011-09-13T11:30:00","date_gmt":"2011-09-13T09:30:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/publikation\/fortschritt-in-zeiten-des-klimawandel\/"},"modified":"2021-08-30T15:41:10","modified_gmt":"2021-08-30T13:41:10","slug":"fortschritt-in-zeiten-des-klimawandel","status":"publish","type":"publikation","link":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/vorgaenge\/195-vorgaenge\/publikation\/fortschritt-in-zeiten-des-klimawandel\/","title":{"rendered":"Fortschritt in zeiten des Klimawandel"},"content":{"rendered":"<p>Drei Szenarien<\/p>\n<p>aus: Vorg&auml;nge 195 ( Heft 3\/2011), S.70-78<\/p>\n<p>Fortschritt ist ein normativer Begriff. Er unterstellt das Vorhandensein eines objektiven Prozesses gesellschaftlicher Ver&auml;nderung, indem er gewisse in der Vergangenheit beobachtete Entwicklungsmuster in die Zukunft projiziert. Das, was fortschreitet, ist ein gesellschaftliches &#8222;Werden&#8221;, die Aktualisierung eines in der Vergangenheit angelegten Potenzials, oder, platonisch formuliert, einer wie auch immer vagen, aber sozial manifesten &#8222;Idee&#8221; von Gesellschaft.<\/p>\n<p>Jenes Potenzial, das der Fortschrittsbegriff seit gut zweihundert Jahren zu aktualisieren sucht, ist das der so genannten &#8222;Moderne&#8221;. Obwohl es keinen sozialwissenschaftlichen Konsens dar&uuml;ber gibt, was denn diese Moderne eigentlich sei, k&ouml;nnen nach Joseph Huber einige wichtige Kernkomponenten identifiziert werden, wie etwa die industrielle Produktion von Konsumg&uuml;tern und deren massenhafter Verbrauch; die ungebrochene Fortentwicklung von Technologien und Naturwissenschaften; die Existenz komplexer oder gar globaler M&auml;rkte auf der Basis eines hochleistungsf&auml;higen Geld- und Kreditwesens; die Dominanz des Nationalstaats als politischer Organisationseinheit, die Entwicklung einer &#8222;rationalen&#8221; B&uuml;rokratie und die Vorherrschaft rechtsstaatlicher Ordnung.[1]&#8222;Modernisierung&#8221; ist demnach der Prozess der fortdauernden Weiterentwicklung und Ausdifferenzierung dieser gesellschaftlichen Strukturen und Funktionen auf immer h&ouml;heren Komplexit&auml;tsniveaus[2]F&uuml;r marxistisch geschulte Systemtheoretiker wie etwa Immanuel Wallerstein ist die Moderne mit der Herausbildung des kapitalistischen Weltsystems seit dem f&uuml;nfzehnten Jahrhundert gleichzusetzen.[3] Fortschritt bedeutet demnach die zyklische Expansion dieses Systems und die Integration immer neuer Gesellschaften in die globale Arbeitsteilung kapitalistischer Produktions- und Handelssysteme. Der zeitgen&ouml;ssische Begriff f&uuml;r diesen horizontalen Aspekt des Fortschritts hei&szlig;t &#8222;Globalisierung&#8221;.<\/p>\n<p>Zu keiner Zeit jedoch blieb der Fortschritt kapitalistischer Modernisierungsprozesse unwidersprochen oder friktionsfrei. Die durch ihn ausgel&ouml;sten technologischen und sozialen Umw&auml;lzungen waren mitverantwortlich f&uuml;r die Franz&ouml;sische Revolution und das aus ihr erwachsene egalit&auml;re Weltbild und riefen zahlreiche Gegenbewegungen wie die Maschinenst&uuml;rmer, den Romantizismus und die Arbeiterbewegungen des neunzehnten Jahrhunderts sowie die Demokratie- und Friedensbewegungen des zwanzigsten Jahrhunderts auf den Plan, um nur einige Beispiele zu nennen. Systemtheoretisch betrachtet waren diese Gegenbewegungen jedoch keine Stolpersteine, sondern notwendige Bedingungen f&uuml;r den Fortschritt. Sie f&uuml;hrten zur Demokratisierung der liberalen Nationalstaaten und zur Herausbildung umfangreicher sozialstaatlicher Strukturen sowie letztlich zum Entstehen kaufkr&auml;ftiger Mittelschichten, die dem System neues Wachstum und neue Innovationssch&uuml;be verliehen. Die negativen Energien des Protests werden durch die politischen Ausgleichsmechanismen in das System integriert und zu positiven Energien des Systemwandels transformiert. Solange das moderne Weltsystem die F&auml;higkeit beh&auml;lt, neues Wirtscharts-und Wohlstandswachstum zu generieren, wird diese Art von gesellschaftlichem &#8222;Energiehaushalt&#8221; daher aufrecht bleiben und werden Protest und Kritik nicht zum Ende des Systems sondern zu seiner weiteren Ausdifferenzierung f&uuml;hren. So zumindest lautet eine der empirisch robusten Grundhypothesen der soziologischen Systemtheorie.[4]<\/p>\n<p>Sp&auml;testens in den siebziger Jahren des zwanzigsten Jahrhunderts stellte sich die Erkenntnis ein, dass diese F&auml;higkeit des Systems, neues Wachstum und mehr Wohlstand zu generieren, k&uuml;nftig weniger an der &#8222;sozialen Frage&#8221; als an der Begrenztheit der Biosph&auml;re und ihrer nat&uuml;rlichen Ressourcen scheitern k&ouml;nnte. Erneut war es eine Protestbewegung, die &#8211; diesmal im Verein mit Naturwissenschafter\/innen &#8211; die destruktive Dynamik des industriellen Fortschritts aufzeigte und somit die politischen, wissenschaftlichen und &ouml;konomischen Funktionssysteme f&uuml;r eine neue Herausforderung sensibilisierte. Und erneut entfaltete der gesellschaftspolitische Stoffwechsel seine Inkorporationsdynamik und wandelte die Protestenergie in Probleml&ouml;sungsenergieunl somit in neues Wachstumspotential um.[5] Es wurde schnell klar, dass die Industriemoderne, will sie sich nicht ihrer eigenen Existenzgrundlage berauben, einen selbstkritischen Blick auf ihre Produktionssysteme werfen und deren &ouml;kologische Nebeneffekte kontrollieren und reduzieren wird m&uuml;ssen.[6] Der Fortschritt konnte nicht mehr als lineare Projektion der Vergangenheit in die Zukunft, als autonomer Prozess technologischer Entwicklung verstanden werden, sondern musste von nun an das Ideal der gesellschaftlichen Zielsteuerung in sich aufnehmen. Der Begriff der &#8222;nachhaltigen Entwicklung&#8221; wurde somit sp&auml;testens mit dem so genannten Brundtland-Bericht an die <i>World<\/i> <i>Commission<\/i> <i>on Environment and Development <\/i>1987 zum neuen Fortschrittsideal, zur vagen Idee einer von ihren inneren Widerspr&uuml;chen geheilten Moderne.[7] Der Kapitalismus von morgen wurde als eine sozial gerechte und &ouml;kologisch neutrale Gesellschaftsform vorgestellt, die es durch geschickte politische Steuerung und demokratische Partizipation aller <i>stakeholder<\/i> zu erreichen gilt.<\/p>\n<p>In den fr&uuml;hen Neunziger Jahren wurde f&uuml;r diesen neuen Typus des Fortschritts der Begriff der &ouml;kologischen Modernisierung gepr&auml;gt. Martin J&auml;nicke, einer der Begr&uuml;nder der &ouml;kologischen Modernisierungstheorie, hielt bereits 1993 fest: &#8222;<i>The essence of this changed modernity perspective is that progress is not a linear development of an existing phenomenon. Rather, it includes a fundamental break or transition and an Innovation of the direction of change<\/i>.&#8220;[8] Doch diese Ver&auml;nderung der Fortschrittsrichtung hlgibt auf die Modernisierung mit einer &#8222;Flucht nach vorne&#8221; gleichzusetzen: eine Beschleunigung und gleichzeitige Richtungskorrektur des technologischen Fortschritts[9] Es geht um die &ouml;kologische Anpassung und Optimierung bestehender Technologien und um die Forcierung technologischer Innovation. So konnten seit den 1980er Jahren in vielen Industrienationen die Fl&uuml;sse entgiftet, das Waldsterben gestoppt oder gebremst, die Abgase von Autos und Fabriken gereinigt und die giftigsten Pestizide und Chemikalien aus der Nahrungskette verbannt werden. Die Energie- und Materialintensit&auml;t vieler Produkte konnte verringert und die Effizienz von Maschinen und Motoren gesteigert werden. Doch all diese Modernisierungserfolge basier(t)en auf der Grundannahme, dass sich &ouml;konomische und &ouml;kologische Zielsetzungen im Rahmen der Industriemoderne verein-baren lassen.[10] &Ouml;kologische Modernisierung zielt somit nicht auf einen radikalen Wandel der (kapitalistischen) Industriegesellschaft, sondern auf ihre &ouml;kologische Optimierung innerhalb der marktwirtschaftlichen und sozialstaatlichen Rahmenbedingungen. Es gilt nicht, die Moderne zu verwinden sondern sie zu radikalisieren. Demnach besteht die einzige M&ouml;glichkeit um die Systembedrohung durch die negativen Effekte des technologischen Fortschritts zu bannen in mehr und zielgerichtetem technologischen Fortschritt.<\/p>\n<p>Der Erfolg des &ouml;kologischen Modernisierungsparadigmas gibt dieser Strategie bislang in einigen Bereichen Recht: so hat die politisch gesteuerte Neuausrichtung technologischer Entwicklung in den vergangenen drei&szlig;ig Jahren massiv dazu beigetragen, die Zentren des modernen Weltsystems sauberer, sicherer, gr&uuml;ner und ges&uuml;nder zu machen. Doch wie sieht die Bilanz dieser Systemkorrektur auf planetarischer Ebene aus? Vieles deutet darauf hin, dass die &ouml;kologische Reparatur der kapitalistischen Zentren wenig daran &auml;ndert, dass die Biosph&auml;re des Planeten in ihrer Gesamtheit immer st&auml;rkere Zerfallserscheinungen zeigt. Die Artenvielfalt sinkt rapide, W&auml;lder und nat&uuml;rliche &Ouml;kosysteme verschwinden, W&uuml;sten dehnen sich aus und die Atmosph&auml;re erw&auml;rmt sich unaufh&ouml;rlich. Aus diesem Blickwinkel erscheint die &ouml;kologische Modernisierung bisher nicht mehr erreicht zu haben als auf einem sinkenden Schiff noch schnell das Deck zu schrubben und die Kapit&auml;nskabine aufzur&auml;umen. Dieser Eindruck dr&auml;ngt sich vor allem im Zusammenhang mit dem dringendsten aller gegenw&auml;rtigen globalen Umweltprobleme auf, dem Klimawandel.<\/p>\n<p>In seinem vierten Arbeitsbericht aus dem Jahr 2007 schlug das <i>Intergovernmental <\/i>Panel on<i> Climate Change <\/i>(IPCC) ein Stabilisierungsziel f&uuml;r die Erderw&auml;rmung vor, demzufolge verhindert werden soll, dass sich die Atmosph&auml;re um mehr als zwei Grad Celsius im Vergleich zum vorindustriellen Temperaturniveau erw&auml;rme. Wird dieses Ziel verfehlt, so k&ouml;nnten sehr leicht Kettenreaktionen in Gang kommen, die zu einem unkontrollierbaren und katastrophalen Klimawandel (mit Temperaturanstiegen bis zu 6 Grad und einem Anstieg des Meeresspiegels um bis zu vierzig Metern) Uhren w&uuml;rden. Um das Stabilisierungsziel zu erreichen, m&uuml;ssten die globalen Treibhausgasemissionen bis 2050 um 50 bis 85 Prozent des Niveaus des Jahres 2000 reduziert werden [11] Eine Halbierung des Kohlendioxidaussto&szlig;es in den n&auml;chsten 38 Jahren klingt auf den ersten Blick nach einer machbaren Aufgabe: mit etwas mehr Ehrgeiz beim technologischen Fortschritt k&ouml;nne das schon gel&ouml;st werden, so denken wohl viele Fortschrittsoptimisten. Manche hoffen auch, dass das nahende Ende des Erd&ouml;lzeitalters den Innovationsdruckerh&ouml;hen und damit die Aufgabe vereinfachen werde. Doch derlei Optimismus l&auml;sst drei entscheidende Faktoren au&szlig;er Acht: erstens hat sich der globale Aussto&szlig; an&nbsp; Treibhausgasen seit dem Jahr 2000 stark erh&ouml;ht (alleine zwischen 2000 und 2005 um satte 15 Prozent! [12]) und eine allgemeine Trendumkehr ist trotz technologischer Fortschritte bisher nicht in Sicht; mit jedem neuen Jahr wird die Aufgabe somit noch monumentaler statt einfacher. Zweitens wird die Weltbev&ouml;lkerung bis zum Jahr 2050 nach Sch&auml;tzungen der iJNO um rund ein Drittel auf neun Milliarden Menschen anwachsen, was bedeutet, dass die Pro-Kopf-Emissionen weit radikaler gesenkt werden m&uuml;ssen, als das bei Bev&ouml;lkerungsstabilit&auml;t der Fall w&auml;re. Und drittens muss auch davon ausgegangen wer-den, dass die Weltwirtschaft und somit das globale Pro-Kopf-Einkommen bis zum Jahr 2050 weiter wachsen. Selbst bei einem moderaten durchschnittlichen Jahreswachstum von zwei Prozent w&uuml;rde sich das Bruttoglobalprodukt zwischen 2000 und 2050 beinahe verdreifachen.<\/p>\n<p>Der &Ouml;konom Tim Jackson hat die vom IPCC definierte Aufgabe im Auftrag der britischen Regierung in &ouml;konomische Ma&szlig;st&auml;be &uuml;bersetzt: er berechnete zun&auml;chst, dass die &#8222;Kohlenstoffintensit&auml;t&#8221; der Weltwirtschaft im Jahr 2007 bei 768 Gramm Kohlendioxid pro US-Dollar lag. Um das Stabilisierungsziel von zwei Grad Temperaturanstieg zu er-reichen, m&uuml;sste dieser Wert bis zum Jahr 2050 &#8211; unter der Annahme moderaten Bev&ouml;lkerungs- und Einkommenswachstums &#8211; auf blo&szlig;e 36 Gramm reduziert werden.[13] Vereinfacht ausgedr&uuml;ckt: jeder erwirtschaftete Dollar darf im Jahr 2050 nur ein Zwanzigstel der Treibhausgasemissionen verursachen, die er im Jahr 2007 verursacht hatte. Eine Halbierung des Treibhausgasaussto&szlig;es bis zum Jahr 2050 bedeutet also in Wahrheit, dass die Weltwirtschaft bis dahin mehr oder weniger vollst&auml;ndig auf den Aussto&szlig; von Treibhausgasen wird verzichten m&uuml;ssen.<\/p>\n<p>Doch ist diese monumentale Aufgabe innerhalb des heute herrschenden Fortschrittsparadigmas erf&uuml;llbar? Kann die &#8222;&ouml;kologische Modernisierung&#8221; der Weltwirtschaft einen solchen Komplettumbau der Industriegesellschaften in weniger als vierzig Jahren leisten? Und wie k&ouml;nnten m&ouml;gliche Alternativen dazu aussehen? Ich m&ouml;chte mich diesen Fragen ann&auml;hern, indem ich jene drei Szenarien vorstelle, die das M&ouml;glichkeitsspektrum aus meiner Sicht weitgehend abdecken. Das erste Szenario m&ouml;chte ich in Anlehnung an das viel beachtete Buch von Peter Newell und Matthew Paterson &#8222;Klimakapitalismus&#8221; nennen.[14] Es geht davon aus, dass die Aufgabe der &#8222;Dekarbonisierung&#8221; des Wirtschaftssystems innerhalb der gegebenen Rahmen- bedingungen von globalem Kapitalismus, langfristigem Wirtschaftswachstum und &ouml;kologischer Modernisierung gel&ouml;st werden muss. Klimakapitalismus ist also das fortschrittsoptimistische Szenario einer radikalisierten Moderne, einer &Uuml;berwindung der &ouml;kologischen Begrenztheit menschlicher Produktivkraft durch Technologie, Markt und Innovation. Es sieht den modernen Kapitalismus als alternativloses System, das gewisserma&szlig;en zum Erfolg verdammt ist: nur durch mehr Wachstum k&ouml;nnen die n&ouml;tigen Technologien entstehen, um die &ouml;kologischen Barrieren des Systems zu &uuml;berwinden. Klimakapitalismus bedeutet die ultimative &#8222;Flucht nach vorne&#8221;, da Stillstand den Zusammenbruch des Wirtschaftssystems und somit der modernen politischen Ordnungen bedeuten w&uuml;rde. Wachstum bleibt nach diesem Modell das Primat jeder k&uuml;nftigen Wirtschafts- und Klimapolitik.<\/p>\n<p>In Szenario Zwei hingegen wird gerade der Zwang zu unaufh&ouml;rlichem Wirtschaftswachstum als das zentrale Hindernis f&uuml;r die Erreichung des Stabilisierungsziels erkannt und stattdessen eine &#8222;station&auml;re Wirtschaft&#8221; angestrebt. Das Hauptaugenmerk liegt hier nicht auf technologischem Fortschritt, sondern auf der Entwicklung eines Wirtschaftsmodells, das gem&auml;&szlig;igten Wohlstand f&uuml;r alle ohne nennenswertes Wachstum generiert. Dieses Modell einer &#8222;steady state economy&#8221; wurde erstmals vor &uuml;ber drei&szlig;ig Jahren von Herman Daly vorgeschlagen[15] und erlebt neuerdings ein Comeback unter einigen Umwelt&ouml;konomen, allen voran Tim Jackson.[16] Selbstverst&auml;ndlich sind auch in diesem Szenario technologischer Fortschritt und enorme Effizienzsteigerungen vonn&ouml;ten, um die Treibhausgasemissionen um die H&auml;lfte zu reduzieren. Im Gegensatz zum Klimakapitalismus, der aufgrund seiner Wachstumsdynamik eine komplette Dekarbonisierung bereits bis 2050 erreichen muss, hat ein station&auml;res Wirtschaftsmodell jedoch etwas mehr Zeit, um seine Abh&auml;ngigkeit von fossilem Kohlenstoff zu beenden. Ein System, das nicht w&auml;chst, braucht sich nicht um k&uuml;nftige Emissionen zu sorgen, sondern kann sich voll darauf konzentrieren, seine bestehenden Emissionen zu reduzieren.<\/p>\n<p>Weitgehend unklar bleibt jedoch, wie ein solches station&auml;res Wirtschaftsmodell langfristig stabil gehalten werden kann und wie es gen&uuml;gend Wohlstand generieren kann, um sich die politische Unterst&uuml;tzung der Menschen zu sichern. Denn obwohl der-artige Modelle selbstverst&auml;ndlich dazu tendieren, Wohlstand nicht mehr nur materiell sondern in den Begrifflichkeiten von pers&ouml;nlicher Entfaltungsfreiheit, Gemeinschaft, Lebensqualit&auml;t und Zeitgewinn zu definieren, muss ein Gesellschaftssystem, wenn es langfristig stabil sein soll, Perspektiven bieten k&ouml;nnen, die nicht als &#8222;Stillstand&#8221; empfunden werden. Der Knackpunkt dieses Szenarios ist also ein politischer: welche Perspektive kann der breiten Masse der Bev&ouml;lkerung geboten werden, wenn die disziplinierende Ideologie des Wachstums nicht mehr zur Verf&uuml;gung steht, um soziale Aufstiegstr&auml;ume zu n&auml;hren? Wie kann eine station&auml;r wirtschaftende Gesellschaftsform politisch organisiert werden, ohne sie ideologisch zu schlie&szlig;en und autorit&auml;re Formen der Disziplinierung anzuwenden? Ist das &Uuml;berleben der Demokratie in einer solchen Gesellschaft wahrscheinlich?<\/p>\n<p>Diese letzte Frage wird vielen Verfechtern der station&auml;ren Wirtschaft als geradezu absurd erscheinen, da diese Form der Gesellschaft oft als Ideal einer partizipatorischen, demokratischen und von den Zw&auml;ngen des Kapitalismus befreiten Gesellschaft vorgestellt wird. Doch es muss klar sein, dass eine station&auml;re Wirtschaft ein hohes Ma&szlig; an politischer Steuerung und Planung erfordert und somit ein enormes Konfliktpotential birgt. W&auml;hrend im Kapitalismus der Markt die epistemische Funktion eines opaken Schleiers erf&uuml;llt, der Kausalzusammenh&auml;nge ausblendet und die resultierende Wirklichkeit als schicksalhaft gegeben erscheinen l&auml;sst, m&uuml;ssen in einer station&auml;r wirtschaftenden Gesellschaft die Konturen der Wirklichkeit transparent und politisch entschieden werden. Die &#8222;gef&uuml;hlte&#8221; Hierarchie in einer solchen Gesellschaftsform ist trotz aller Partizipationsmechanismen mitunter weit h&ouml;her als im marktgesteuerten Kapitalismus, da die Wirklichkeit als Resultat menschlicher Entscheidungen erscheint. Schon kleine soziale Ungleichgewichte k&ouml;nnen in diesem Szenario zu gro&szlig;en politischen Schieflagen f&uuml;hren. Naiv ist daher, wer glaubt, dass eine wachstumsfreie Gesellschaft notwendigerweisefriedlicher oder stabiler ist als eine kapitalistische. Ich werde diese Frage weiter unten noch einmal aufgreifen.<\/p>\n<p>Das dritte Szenario, schlie&szlig;lich, ergibt sich, wenn die ersten beiden Szenarien scheitern: wenn also das Stabilisierungsziel bis zum Jahr 2050 weder durch die &ouml;kologische Hypermodernisierung des Klimakapitalismus noch durch die Etablierung einer neuen station&auml;ren Wirtschaftsweise erreicht werden kann. Was dann bleibt, ist das Szenario der Anpassung und der Krisenwirtschaft. Schon heute verschiebt sich der Schwerpunkt des politischen und wissenschaftlichen Klimadiskurses merklich von <i>mitigation<\/i> (Linderung\/Vermeidung) zu <i>adaptation<\/i> (Anpassung) und <i>resilience<\/i> (Widerstandsf&auml;higkeit). Wir befinden uns bereits mitten in der Klimaerw&auml;rmung und die Extremwetterereignisse nehmen zu. Es m&uuml;ssen Vorkehrungen getroffen werden, um unsere Gesellschaften vor den Folgen des Klimawandels zu sch&uuml;tzen: Die politischen Systeme m&uuml;ssen etwa auf massiv steigende Lebensmittelpreise und zunehmenden Migrationsdruck vorbereitet werden und ganze Regionen ihre landwirtschaftlichen Praktiken neuen klimatischen Gegebenheiten anpassen. Ganze Wirtschaftsbranchen m&uuml;ssen sich auf ge&auml;nderte Rahmenbedingungen einstellen. Doch all diese Anpassungsma&szlig;nahmen m&uuml;ssen auch dann getroffen werden, wenn das Stabilisierungsziel von zwei Grad Celsius eingehalten werden kann. Zwei Grad werden die Weltwirtschaft vor enorme Herausforderungen stellen, aber sie werden die menschliche Zivilisation in ihrer Gesamtheit voraussichtlich nicht bedrohen.<\/p>\n<p>Wird das Ziel jedoch verfehlt, droht ein unkontrollierbarer Klimawandel, dem nur noch mit beinhartem Krisenmanagement begegnet werden kann: Wirtschaftssysteme werden kollabieren und Millionen Menschen zur Migration gezwungen sein. Kriege werden um Wasser und urbares Land gef&uuml;hrt werden und jene Menschen, die beg&uuml;nstigte Zonen bewohnen, werden sich gegen die Begehrlichkeiten ihrer Nachbarn verteidigen. Es ist schwer vorherzusehen, welche politischen Systeme unter diesen Bedingungen &uuml;berleben oder neu entstehen w&uuml;rden. Vielleicht w&uuml;rde die Demokratie untergehen, vielleicht w&uuml;rden aber auch neue Formen der Demokratie entstehen. Eine Zeit des Improvisierens, Experimentierens und Reagierens w&uuml;rde anbrechen und politische Stabilit&auml;t w&auml;re wohl auf geraume Zeit eine Ausnahmeerscheinung. Und wenn neun oder zehn Milliarden Menschen auf einem hei&szlig;en, zunehmend s&uuml;&szlig;wasserarmen und unfruchtbaren Planeten um ihr &ouml;konomisches und physisches &Uuml;berleben k&auml;mpfen m&uuml;ssen, dann muss davon ausgegangen werden, dass viele von ihnen diesen Kampf nicht &uuml;berleben werden.<\/p>\n<p>Dieses dritte Szenario ist also nicht nur das des Scheiterns der Klimapolitik, sondern im Extremfall auch jenes des Scheiterns der Moderne als Menschheitsepoche. Ihr Potenzial k&ouml;nnte nicht l&auml;nger aktualisiert und die daf&uuml;r notwendige Ordnung nicht l&auml;nger stabilisiert werden. Dem Fortschritt w&uuml;rde sein <i>Telos<\/i> abhanden kommen und die Zukunft w&auml;re nicht mehr die lineare Projektion der Vergangenheit. Bei allem Schrecken, der dieser Vorstellung innewohnt, k&ouml;nnte dieses Szenario jedoch auch seine positiven Seiten haben: wenn der Begriff des Fortschritts seinen Sinn verliert, ergibt sich die M&ouml;glichkeit des Neubeginns. Vielleicht w&uuml;rde der Moderne eine Epoche folgen, deren Fortschrittsbegriff die Menschheit nicht erneut in den Abgrund f&uuml;hren w&uuml;rde.<\/p>\n<p>Doch zum Abschluss m&uuml;ssen wir uns die Frage stellen, welches dieser drei Szenarien das wahrscheinlichste ist, und welche Handlungsanleitungen wir aus unserer Analyse ziehen sollen. Der Vorteil am Szenario des Klimakapitalismus ist, dass es ohne politische Revolutionen und ohne die komplette Neuerfindung der modernen Gesellschaft auskommt: es verl&auml;sst sich auf die gewohnten St&auml;rken des Kapitalismus und hofft, dass diese in der Lage sind, seine Schw&auml;chen zu besiegen. Der Nachteil an diesem Szenario ist, dass es derart stark von der Entwicklung neuer Technologien abh&auml;ngt, dass sein Er-folg aus heutiger Sicht &auml;u&szlig;erst unwahrscheinlich erscheint. Um eine weiter wachsende Weltwirtschaft vollst&auml;ndig zu entkarbonisieren, bed&uuml;rfte es einer wundersamen neuen Energiequelle, die zugleich hoch konzentrierte Energie liefert, als auch kosteng&uuml;nstig und massenhaft verf&uuml;gbar ist. Die heute bekannten erneuerbaren Energiequellen sind bisher nicht in der Lage, die Rolle der fossilen Energietr&auml;ger im Industriekapitalismus auch nur ann&auml;hernd zu ersetzen. In Ermangelung einer derartigen Wundertechnologie ist jedoch davon auszugehen, dass die verf&uuml;gbaren fossilen Energiespeicher (vor allem Kohle und Erdgas) im Dienste des Wirtschaftswachstums auch k&uuml;nftig gnadenlos aus-gebeutet werden. Klimakapitalismus wird sich stets zuerst um den Kapitalismus und erst dann um das Klima k&uuml;mmern. Gegen den Klimakapitalismus spricht au&szlig;erdem, dass die Klimaerw&auml;rmung ja nicht das einzige auf Dauer System bedrohende Problem ist: selbst wenn eine Dekarbonisierung der Weltwirtschaft gel&auml;nge, w&uuml;rde eine konstant wachsende Wirtschaft schnell an andere &ouml;kologische Grenzen sto&szlig;en &#8212; wie etwa die begrenzte Verf&uuml;gbarkeit nat&uuml;rlicher Ressourcen und landwirtschaftlich nutzbarer Fl&auml;chen. Selbst hartn&auml;ckige &ouml;kologische Modernisierungstheoretiker wie Martin J&auml;nicke sind sich dar&uuml;ber im Klaren, dass technologischer Fortschritt alleine letztlich nicht ausreicht:<br \/>&#8222;<i>In the end, the question of economic growth [&#8230;]can no longer be ignored<\/i>&#8222;.[17]<\/p>\n<p>Das Szenario einer station&auml;ren Wirtschaft wiederum hat den Vorteil, dass es technologische mit sozialer und politischer Innovation kombinieren kann. Die Last wird damit auf verschiedene Subsysteme verteilt. Sein gro&szlig;er Nachteil jedoch besteht in seiner ungewissen politischen Durchsetzbarkeit. Eine station&auml;re Wirtschaft ben&ouml;tigt demokratische Steuerungsinstrumente, die erst entwickelt und getestet werden m&uuml;ssten, und selbst mit diesen w&auml;re ihre politische Stabilit&auml;t ungewiss. Das Modell der liberalen, repr&auml;sentativen Demokratie ist f&uuml;r diese Aufgabe nicht ger&uuml;stet: es ist als demokratisches Verwaltungssystem wachsender kapitalistischer &Ouml;konomien entstanden und ben&ouml;tigt eine dynamische und wachsende Wirtschaft als opake Wirklichkeitsquelle. Parlamentarische Demokratie funktioniert nur dann stabil, wenn Repr&auml;sentanten und Repr&auml;sentierte auf eine als beiden von au&szlig;en &#8222;gegebene&#8221;, scheinbar unabh&auml;ngige Wirklichkeit rekurrieren k&ouml;nnen. Der kapitalistische Markt generiert genau diese Art von Wirklichkeit. Sobald die Konturen der Gesellschaftswirklichkeit jedoch innerhalb des Verh&auml;ltnisses von Repr&auml;sentierten und Repr&auml;sentanten auf transparente Weise stets aufs Neue entschieden werden m&uuml;ssen, entsteht eine strukturelle Opposition zwischen beiden Teilen des Repr&auml;sentationsverh&auml;ltnisses, die schnell zum Zerfall des demokratischen Systems f&uuml;hren kann.[18] Daraus muss geschlossen werden, dass eine station&auml;re Wirtschaft nicht nur ein neues Verst&auml;ndnis f&uuml;r Begriffe wie Wohlstand und Fortschritt voraussetzt, sondern auch eine neuartige Form demokratischer Organisation, deren Funktionsweise heute noch unbekannt ist.<\/p>\n<p>Was also sollte getan werden, um das dritte Szenario, jenes der Anpassung und der Krisenwirtschaft, nach M&ouml;glichkeit zu vermeiden? Ich glaube, dass jede Antwort auf diese Frage zun&auml;chst damit beginnen muss, dass wir uns von der Vorstellung einer selbstl&auml;ufigen, quasi evolution&auml;ren Modernisierung und somit von unserem linearen Fortschrittsbegriff trennen m&uuml;ssen. Egal, ob wir einen Klimakapitalismus oder eine neuartige Gesellschaftsform anstreben, die Monumentalit&auml;t der Aufgabe zwingt uns, weit reichende politische Entscheidungen zu treffen. Zun&auml;chst bedarf es technologischer Systembr&uuml;che und deren mutiger politischer Durchsetzung. Der Markt wird das nicht f&uuml;r uns erledigen. Demokratisch legitimierte, politische Steuerung von Produktionsmethoden und Konsummustern ist unabdingbar. Gewisse Produkte m&uuml;ssen schlicht und einfach durch politische Entscheidung vom Markt genommen werden. Zugleich sollten Forschungen und Experimente zur demokratischen Steuerung alternativer Wirtschaftssysteme betrieben werden. Solange jedoch selbst die Gr&uuml;nen von einem &#8222;Green New Deal&#8221; im Sinne des Klimakapitalismus sprechen, sind die Chancen gering, dass neue Fortschrittsideale rechtzeitig mehrheitsf&auml;hig werden. Dann hilft nur noch beten, dass irgendjemand beizeiten die wundersame klimaneutrale Energiequelle erfindet.<\/p>\n<p>[1] Vgl. Huber, Joseph (2010 [1991]): Ecological Modernization: Beyond Scarcity and Bureaucracy, in: Arthur P.J. Mol, David A. Sonnenfeld; Gert Spaargaren (Hg.), The Ecological Modernisation Reader. London, Routledge, S. 56.<br \/>[2] Siehe ebd.<br \/>[3] Wallerstein, Immanuel (1986): Das moderne Weltsystem &#8212; Die Anf&auml;nge kapitalistischer Landwirtschaft und die europ&auml;ische Welt&ouml;konomie im 16. Jahrhundert. Frankfurt\/Main, Syndikat.<br \/>[4] Vgl. etwa Niklas Luhmann (1996): Protest. Frankfurt\/Main: Suhrkamp; sowie ders. (1986): &Ouml;kologische Kommunikation. Wiesbaden, Verlag f&uuml;r Sozialwissenschaften.<br \/>[5] Vgl. Hausknost, Daniel (2005): Weg ist das Ziel. Zur Dekonstruktion der &Ouml;kologiebewegung. M&uuml;nster\/Wien, LIT Verlag.<br \/>[6] Dieser Anspruch ist in Ulrich Becks Begriff der reflexiven Modernisierung ausgedr&uuml;ckt. Siehe Beck, Ulrich (1986): Risikogesellschaft. Auf dem Weg in eine andere Moderne. FrankfurdMain: Suhrkamp; sowie Beck, Ulrich; Giddens, Anthony; Lash, Scott (1996): Reflexive Modernisierung: Eine Kontroverse. Frankfurt\/Main, Suhrkamp.<br \/>[7] World Commision on Environment and Development (1987): Our Common Future. Oxford, Oxford University Press.<br \/>[8] J&auml;nicke, Martin (2010 [1993]): &#8222;On Ecological and Political Modernization&#8221;, in: Arthur P.J. Mol, David A. Sonnenfeld; Gert Spaargaren (Hg.), The Ecological Modernisation Reader. London, Routledge, S. 29-30.<br \/>[9] Vgl. ebd., S. 30.<br \/>[10] Vgl. Baker, Susan (2007): `Sustainable Development as Symbolic Commitment: Declaratory Politics and the Seductive Appeal of Ecological Modernisation in the European Union&#8216;, in: Environmental Politics, Vol. 16, No. 2, S. 299.<br \/>[11] IPCC (2007): Climate Change 2007: Mitigation Contribution of Working Group III to the Fourth Assessment Report of the Intergovernmental Panel on Climate Change. Cambridge, Cambridge University Press.<br \/>78&nbsp;vorg&auml;nge Heft 3\/2011, S. 70&#8212;78<br \/>[12] Vgl.: <a href=\"http:\/\/ec.europa.eu\/dgs\/jrc\/downloads\/jrc_090525_newsrelease_edgar.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">http:\/\/ec.europa.eu\/dgs\/jrc\/downloads\/jrc_090525_newsrelease_edgar.pdf<\/a>, Zugriff am 19. Oktober 2011.<br \/>[13] Jackson, Tim (2009): Prosperity Without Growth: Economics for a Finite Planet. London, Earthscan. S. 79 ff.<br \/>[14] Newell, Peter; Paterson, Matthew (2010): Climate Capitalism: Global Warming and Transformation of the Global Economy. Cambridge, Cambridge University Press.<br \/>[15] Daly, Herman (1992 [1977]): Steady-state economics. London, Earthscan.<br \/>[16] Jackson, a.a.O.<br \/>[17] J&auml;nicke, a. a. 0., S. 31.<br \/>[18] Ich habe diesen Gedanken n&auml;her ausgef&uuml;hrt in: Hausknost, Daniel (2011): Die Kunst des Unm&ouml;glichen: Zivilgesellschaftliche Organisationen und die Grenzen demokratischen Wandels, in: Wissenschaft &amp; Umwelt Interdisziplin&auml;r, Nr. 14\/2011, S. 124-134.<\/p>\n","protected":false},"featured_media":0,"template":"","categories":[],"tags":[667],"autoren":[2158],"publikationen":[1445],"class_list":["post-11769","publikation","type-publikation","status-publish","hentry","tag-vorgaenge-artikel","autoren-daniel-hausknost","publikationen-195-vorgaenge"],"acf":[],"yoast_head":"<!-- This site is optimized with the Yoast SEO plugin v28.5 - https:\/\/yoast.com\/product\/yoast-seo-wordpress\/ -->\n<title>Fortschritt in zeiten des Klimawandel - Humanistische Union<\/title>\n<meta name=\"robots\" content=\"index, follow, max-snippet:-1, max-image-preview:large, max-video-preview:-1\" \/>\n<link rel=\"canonical\" href=\"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/vorgaenge\/195-vorgaenge\/publikation\/fortschritt-in-zeiten-des-klimawandel\/\" \/>\n<meta property=\"og:locale\" content=\"de_DE\" \/>\n<meta property=\"og:type\" content=\"article\" \/>\n<meta property=\"og:title\" content=\"Fortschritt in zeiten des Klimawandel - Humanistische Union\" \/>\n<meta property=\"og:description\" content=\"Drei Szenarien aus: Vorg&auml;nge 195 ( Heft 3\/2011), S.70-78 Fortschritt ist ein normativer Begriff. 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