{"id":11770,"date":"2011-09-13T11:20:00","date_gmt":"2011-09-13T09:20:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/publikation\/die-neue-grosse-transformation\/"},"modified":"2011-09-13T12:00:00","modified_gmt":"2011-09-13T10:00:00","slug":"die-neue-grosse-transformation","status":"publish","type":"publikation","link":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/vorgaenge\/195-vorgaenge\/publikation\/die-neue-grosse-transformation\/","title":{"rendered":"Die neue &#8220; Gro\u00dfe Transformation&#8220;"},"content":{"rendered":"<p>Der \u00dcbergang zu einem sozial\u00f6kologischen und solidarischen Entwicklungspfad<\/p>\n<p>aus: Vorg\u00e4nge 195 ( Heft 3\/2011), S.79-88<\/p>\n<h5><span id=\"1-die-diagnose-gesellschaft-im-umbruch\">1. Die Diagnose: Gesell&shy;schaft im Umbruch<\/span><\/h5>\n<p>Selten zuvor gab es so viel und so rasant sich vollziehenden Wandel wie heute: technologischen, sozialen, demographischen, kulturellen und nicht zuletzt Wandel im globalen Machtgef\u00fcge. Das Neue aber ist, dass sich l\u00e4ngerfristige Trends und Br\u00fcche abzeichnen, die als &#132;Historischer \u00dcbergang&#148; und &#132;Gesellschaft im Umbruch&#148; gedeutet werden k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Der Kern dieser neuen \u00dcbergangs- und Umbruchsituation besteht darin, dass das \u00fcber mehr als zwei Jahrhunderte hegemoniale Entwicklungs-, Wachstums- und Fortschrittsmodell an seine nat\u00fcrlichen und gesellschaftlichen Grenzen gesto\u00dfen und auf den Pr\u00fcfstand gestellt ist. Dieses Modernisierungsmodell des Westens, das einst beachtlichen wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Fortschritt bewirkte, wird nun mit seinen Folgen zum &#132;Weltuntergangsmodell&#148; (Ulrich Beck) &#8211; vom ungebremsten Ressourcen-verbrauch \u00fcber den Klimawandel bis zur Versch\u00e4rfung der sozialen Ungleichheiten und Spaltungen weltweit. Bereits seit den 1970er Jahren zeichnete sich diese &#132;system\u00fcbergreifende Krise europ\u00e4ischer Industriegesellschaften&#148; ab, die die kapitalistischen des Westens ebenso traf wie die realsozialistischen des Ostens (Steiner 2006: 1). Es ist dies der Beginn eines &#132;fundamentalen gesellschaftlichen Strukturwandels&#148; und einer &#132;strukturellen Transformation&#148; (Jarausch 2006: 4). Erforderlich wurde ein neuer Typ nachhaltiger wirtschaftlicher Entwicklung, sozialer Teilhabe und demokratischer B\u00fcrgerbeteiligung; ein alternativer Typ gesellschaftlichen Fortschritts.<\/p>\n<p>Die staatssozialistisch-fordistischen Gesellschaften des Ostens fanden &#8211; aufgrund ihrer strukturellen Reformunf\u00e4higkeit &#8211; darauf keine \u00fcberzeugende Antwort. Die Folge war die schleichende Erosion, die schlie\u00dflich die Implosion ihres Gesellschafts- und Wirtschaftsmodells bewirkte. Die Antwort in den kapitalistisch-fordistischen Gesellschaften hie\u00df schlie\u00dflich Neoliberalismus und Marktfundamentalismus, hie\u00df restaurative Transformation. Damit verbunden war die Freisetzung von neuen Anpassungskapazit\u00e4ten, Stabilit\u00e4ts- und Innovationspotenzialen. Die Grenzen des bisherigen Pfades aber konnten nicht \u00fcberwunden werden. Im Gegenteil. Das neoliberale Projekt, das 30 Jahre lang weltweit die Vorherrschaft innehatte, erodierte. Der Traum, Kapitalverwertung k\u00f6nne auf Kosten von Lohnarbeit, Sozialstaat, anderen Konkurrenten und gegen Gemeinwohl und \u00d6ffentlichkeit auf Dauer gew\u00e4hrleistet werden, zerplatzte (vgl. Land 2009, Rei\u00dfig 2009a: 136-139).<\/p>\n<p>Die postsozialistischen Transformationen nach 1989\/90 waren doch nicht &#8211; wie damals im konservativen Mainstream prognostiziert &#8211; das &#132;Ende der gro\u00dfen Gesellschaftsalternativen&#148; (Bell 1989), und wurden nicht zum Ende der tief greifenden Wandlungsprozesse in Europa und der globalen Welt, sondern zu deren markantem Auftakt. Die Versuche, diese Transformation nach dem alten fordistisch-industriellen Wachstums- und Entwicklungsmodell zu vollziehen, konnten schon nicht mehr erfolgreich sein. Inzwischen sind auch die westlichen Gesellschaften in diese \u00dcbergangs- und Umbruchsituation unmittelbar involviert. Nach der (postsozialistischen) Transformation ist vor der Transformation (der gesamten Moderne). Der Ausgang dieser historischen und globalen Transformation aber ist offen.<\/p>\n<h5><span id=\"ii-der-diskurs-zwischen-kontinuitaet-und-systembruch\">II. Der Diskurs: Zwischen Kontinuit&auml;t und Systembruch<\/span><\/h5>\n<p>Diskurse widerspiegeln nicht nur gesellschaftliche Verh\u00e4ltnisse, sondern bereiten oft deren Ver\u00e4nderungen vor. Die aktuelle Situation des \u00dcbergangs, des Umbruchs hat die Debatte um den Zustand der Gesellschaften, um ihre Stabilit\u00e4t und Br\u00fcchigkeit, um ihre Zukunftsf\u00e4higkeit neu belebt und zu einem vielf\u00e4ltigen gesellschaftlichen Suchprozess gef\u00fchrt. Es gibt unterschiedliche strategische Vorstellungen, konzeptionelle \u00dcberlegungen, vielf\u00e4ltige Hoffnungen und W\u00fcnsche, aber &#8211; anders noch als 1989\/90 &#8211; kaum geltende Gewissheiten. Stellen sich doch angesichts der neuen Herausforderungen grundlegende Fragen gesellschaftlicher Entwicklung und Gestaltung neu.<\/p>\n<p>Die Atomkatastrophe von Fukushima hat die Frage nach dem Ende des Atomzeitalters schlagartig in den Mittelpunkt ger\u00fcckt. In Deutschland wurden der Ausstieg aus der Kernenergie und die Einleitung einer Energiewende beschlossen. Ein Vorgang, der auch weltweit Zeichen setzt. Doch ist ein gesellschaftliches &#132;Weiter so&#148;, nun &#132;nur&#148; mit erneuerbaren Energien, wie es konservativ-wirtschaftsliberale Kreise betonen, wirklich m\u00f6glich? Die Energiewende, der \u00dcbergang zu erneuerbaren Energien wie auch die Eind\u00e4mmung des Klimawandels w\u00fcrden jedoch die Art und Weise des Wirtschaftens und Lebens nachhaltig ver\u00e4ndern und h\u00e4tten Konsequenzen f\u00fcr den gesamten Pfad sozio\u00f6konomischer und soziokultureller Entwicklung. Die damit verbundenen Fragen nach ungebremstem Wachstum und nachhaltiger Entwicklung, nach freiem Markt, sozialer Macht und gestaltendem Staat, nach Globalisierung und st\u00e4rkerer Regionalisierung, nach liberaler Demokratie und neuer B\u00fcrgergesellschaft, nach weiterer Individualisierung und mehr Gemeinschaftlichkeit, nach alten Konsum- und neuen Lebensstilmustern sind gestellt. Letztlich geht es um die Frage, wie wollen und wie k\u00f6nnen wir k\u00fcnftig leben? Und &#8211; welcher Gesellschaftsvertrag, welches Entwicklungsmodell sind daf\u00fcr am ehesten geeignet? Fragen, die in einer Demokratie legitim sind und \u00f6ffentlich debattiert werden sollten.<\/p>\n<p>Was in der gegenw\u00e4rtigen Debatte jedoch auff\u00e4llt ist, dass es zwar &#132;harte Daten der Klimaforschung und Energieprognostik gibt&#148;, aber &#132;bisher kaum ,weiche&#8216; Szenarienzur sozialen, politischen, \u00f6konomischen und normativen Entwicklung in den verschiedenen Weltregionen&#148; (Leggewie 2010: 41). Dies ist umso problematischer, als es sich bei der neuen Transformation vor allem um eine Gesellschafts-Transformation handelt.<\/p>\n<p>Im zeitgen\u00f6ssischen Diskurs um gesellschaftlichen Wandel und \u00dcbergang treten neben gemeinsamen auch recht unterschiedliche Positionen zutage:<\/p>\n<ul>\n<li>\u00dcbergang &#8211; noch immer interpretiert &#8211; als Fortf\u00fchrung des traditionellen Modernisierungs- und Fortschrittsmodells und Implementation des westlichen Wachstumsmodells im &#132;Rest&#148; der Welt (u, a. Bertelsmann Stiftung [Hrsg.] 2005: 41 ff.).<\/li>\n<li>\u00a0\u00dcbergang als &#132;reflexive Modernisierung&#148; und &#132;Zweite Moderne&#148; (Beck 2007) oder als neue, langwierige, widerspruchsvolle Evolution des Kapitalismus (u. a. in Anlehnung an Schumpeters theoretischem Evolutionsmodell) und m\u00f6gliche Herausbildung eines &#132;\u00d6ko-Kapitalismus&#148;, eines &#132;Green New Deal&#148; (vgl, auch WBGU 2011, Land 2009). Mittels systemspezifischer Innovationen und Reformen soll eine \u00f6kologisch-industrielle Revolution ausgel\u00f6st werden, die zu einer neuen Phase dauerhaften Wirtschaftswachstums f\u00fchren w\u00fcrde. Es spricht viel daf\u00fcr, dass dies mittelfristig zum dominanten Diskurs und zum neuen hegemonialen Projekt in einer post-neoliberalen Entwicklungsphase des Kapitalismus wird.<\/li>\n<li>\u00dcbergang als beginnendes Ende der Formation und des Weltsystems Kapitalismus, der seine inneren Konflikte und Krisen &#8211; darunter die \u00d6kokrise &#8211; nicht mehr l\u00e4nger kanalisieren und beherrschen kann, und Herausbildung eines neuen Weltsystems in den n\u00e4chsten 50 Jahren (Wallerstein 2002).<\/li>\n<li>\u00dcbergang als offene Scheidewegsituation, als Entscheidungssituation, als ein Prozess der Evolution und Transformation, des Ringens um die \u00dcberwindung des fordistisch-industriellen Wachstums- und Fortschrittsmodells und des Suchens nach einem neuen, zukunftsf\u00e4higen sozio\u00f6konomischen und soziokulturellen Gesellschafts- und Entwicklungsmodell (u. a. Rei\u00dfig 2009a).<\/li>\n<\/ul>\n<p>Idealtypisch verallgemeinert lassen sich in diesem Diskurs also drei grundlegende Positionen unterscheiden: Wandel (1.) als Fortf&#8217;~ihrung des traditionellen Wachstums-und marktliberalen Entwicklungsmodells bei begrenzter Anpassung der gegebenen Strukturen an neue, u. a, \u00f6kologische Gegebenheiten und Erfordernisse. Wandel (2.) als radikaler Systembruch, als Ende des Kapitalismus und der Etablierung eines ganz neu-en, ganz anderen Systems. Und Wandel (3.) als Reform, Evolution und Transformation der Moderne, als Suche nach einem neuen, zukunftsf\u00e4higen Pfad wirtschaftlicher, sozialer, kultureller Entwicklung.<\/p>\n<p>Transformation wird zu einem neuen Such- und Leitbegriff unserer Zeit. Das erfordert, ihn inhaltlich zu f\u00fcllen und das klassische Konzept sozialen Wandels auch theoretisch neu zu justieren und durch ein modernes Transformationskonzept zu qualifizieren. Hierauf kann in diesem Beitrag nicht weiter eingegangen werden (vgl. aber dazu Rei\u00dfig 2009a: 15-66). Es sei lediglich angemerkt, dass der Begriff &#132;Transformation&#148; nur seinen Sinn erf\u00fcllt, wenn er als Synonym f\u00fcr \u00dcberg\u00e4nge, Umformungen, Umgestaltungen und als Destruktion und Neukonstitution von Gesellschafts- und Entwicklungsmodellen bzw. sozialen Formationen gedacht und verstanden wird. Transformation ist ein besonderer Typ sozialen Wandels; ein intendierter, eingreifender Prozess gesellschaftlicher Ver\u00e4nderungen mit stark eigendynamischen, evolution\u00e4ren und nicht vorhersehbaren Komponenten.<\/p>\n<h5><span id=\"iii-die-alternative-der-sozialoekologische-entwicklungspfad\">III. Die Alter&shy;na&shy;tive: Der sozia&shy;l&shy;&ouml;ko&shy;lo&shy;gi&shy;sche Entwick&shy;lungs&shy;pfad<\/span><\/h5>\n<p>Der gesamte bisherige Pfad wirtschaftlicher und sozialer Entwicklung ist, wie gesagt, an seine Grenze gesto\u00dfen und k\u00f6nnte nur um den Preis irreversibler Sch\u00e4den f\u00fcr Mensch, Natur und Gesellschaft fortgef\u00fchrt werden. Die Alternative in dieser \u00dcbergangs- und Umbruchsituation hei\u00dft, das gesellschaftliche Naturverh\u00e4ltnis und die sozialen Verh\u00e4ltnisse in ihrem Zusammenhang neu zu gestalten durch den \u00dcbergang zu einem sozial-\u00f6kologischen, vor allem energie- und ressourceneffizienten und umweltkonsistenten, sowie solidarisch-kooperativen Entwicklungspfad. Es ist die konstruktive Antwort auf die beiden zentralen Konfliktlinien unserer Zeit: die Zerst\u00f6rung der \u00f6kologischen Grundlagen menschlichen Lebens, der nat\u00fcrlichen Gemeing\u00fcter (Ressourcen, Klima, Wasser, Landschaft, Meere) und die soziale Zerkl\u00fcftung und tendenzielle Zerst\u00f6rung der Welt-Gesellschaft, der sozialen Gemeing\u00fcter (Arbeit, Bildung, Gesundheit, Vertrauen, sozialer Zusammenhalt der Gesellschaft).<\/p>\n<p>Es handelt sich hierbei um den am tiefsten greifenden Struktur- und Gesellschaftswandel seit Beginn des Industriezeitalters, um den grundlegenden Wandel und Umbauprozess in der Geschichte der Moderne. Worum es also geht, kann man getrost als die neue &#132; Gro\u00dfe Transformation&#148; bezeichnen. Hinsichtlich der Tiefe des Wandels vergleichbar mit den beiden fundamentalen Transformationen der Weltgeschichte: der Neolitischen Revolution, der Erfindung und Verbreitung von Ackerbau und Viehzucht sowie der Industriellen Revolution (WBGU 2011: 5).<\/p>\n<p>Karl Polanyi hat den Prozess der Herausbildung der modernen Industriegesellschaften, der kapitalistischen Marktwirtschaften, der rund 300 Jahre umfasste, grundlegend analysiert und beschrieben und als &#132;Great Transformation&#148; (1944) bezeichnet. Er unter-suchte vor allem das Spannungsverh\u00e4ltnis von Markt &#150; Gesellschaft &#150; Natur, die dabei besonders mit der &#132;Entbettung&#148; des Marktes aus seinen institutionellen Zusammenh\u00e4ngen verbundenen Gefahren f\u00fcr Mensch, Gesellschaft und Natur. Diese selbstregulierende wie selbstzerst\u00f6rende Dynamik des freien Marktes m\u00fcsse und k\u00f6nne durch einen neuen institutionellen Rahmen und demokratische Gegenbewegungen wieder eingehegt und eingebettet werdend. Polanyi sprach in diesem Zusammenhang vom &#132;Doppelcharakter&#148; der Transformation und er begr\u00fcndete die Notwendigkeit einer &#132;Neuen Demokratie&#148;, in der erst das soziale und \u00f6kologische Gleichgewicht der Gesellschaft wieder-hergestellt werden k\u00f6nne. Ein theoretisch-analytisches Konzept, an das auch die neue Transformationsforschung, aber auch die neue Transformationspolitik des 21. Jahrhunderts ankn\u00fcpfen kann <br \/>(Rei\u00dfig 2009b: 33-36).<\/p>\n<p>Zugleich stellen sich mit dieser heutigen Gro\u00dfen Transformation viele neue Fragen, die zugleich neue Antworten verlangen. Das betrifft u. a. das Verh\u00e4ltnis von Evolution und Transformation, von Gesellschaft und Natur, von Transformation &#150; Wachstum &#150; Fortschritt. Waren z. B. die beiden gro\u00dfen Transformationen der Vergangenheit eher das Ergebnis evolution\u00e4ren Wandels, so geht es bei dieser neuen Gro\u00dfen Transformati-on st\u00e4rker um einen eingreifenden, um einen gestaltenden Wandel, in dem aber zugleich evolution\u00e4re und selbstgesteuerte Elemente wirksam werden.Sozial\u00f6kologische und solidarische Entwicklung &#150; das sind die beiden miteinander verbundenen S\u00e4ulen, sind der Kern dieser Gesellschafts-Transformation im 21. Jahr-hundert. Dieser Pfadwechsel erfordert einen nachhaltigen Wandlungs- und Umbauprozess von Produktions- und Lebensweisen und damit ein neues Verst\u00e4ndnis von Fortschritt. Ohne dass es f\u00fcr diese Transformation einen Masterplan gibt, sind mit einem solchen Pfadwechsel drei Erfordernisse gesellschaftlichen Wandels verbunden:<\/p>\n<p>Zum einen der \u00dcbergang von der alles beherrschenden, inzwischen Natur und Gesellschaft gef\u00e4hrdenden Wachstums\u00f6konomie zu einem alternativen, zu einem neuen <i>Wachstumspfad<\/i>, genauer <i>Entwicklungspfad,<\/i> der nachhaltig ist und zugleich auf neue Art Potenziale gesellschaftlicher, sozialer, kultureller Entwicklung kombiniert und freisetzt. Die Alternative hei\u00dft nicht Wachstum oder kein Wachstum, sondern prim\u00e4r destruktives Wachstum oder nachhaltige Entwicklung, hei\u00dft vor allem &#132;menschliche Entwicklung&#148; (UN-Bericht 2010). Denn kapitalistisches Wachstum als ungebremste &#132;Evolutionsmaschine&#148; schl\u00e4gt immer \u00f6fter um in &#132;soziale Regression&#148;, geht einher mit zerst\u00f6rerischen Folgen f\u00fcr Mensch, Natur, Gesellschaft (D\u00f6rre 2010: 57). In diesem neuen Transformationsprozess tritt der &#132;Entwicklungsgedanke&#148; als konstruktive Alternative zur traditionellen &#132;Wachstumslogik&#148; in den Mittelpunkt. Die Transformation steht vor der Aufgabe, diese Wachstums\u00f6konomie schrittweise in ein nichtfossiles Wirtschaftssystem und einen neuen Typ nachhaltiger Entwicklung umzubauen (vgl. auch Land 2011: 99 ff ).<\/p>\n<p>Zum anderen verlangt die neue Gro\u00dfe Transformation den \u00dcbergang zu einem alternativen, <i>neuen Modell sozialer und demokratischer Teilhabe<\/i> statt zunehmenden und weltweiten Ausschlusses gro\u00dfer sozialer Gruppen und Regionen. Der \u00dcbergang zu einem nachhaltigen Wirtschaftspfad kann nur gelingen, wenn es zugleich zu neuen Formen sozialer und demokratischer Teilhabe der B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrger kommt. Die konkreten Wege zu dieser Teilhabe sind in den verschiedenen Weltregionen (z. B. Industrie- bzw. Schwellenl\u00e4nder) nat\u00fcrlich unterschiedlich und m\u00fcssen erst noch gefunden und schrittweise durchgesetzt werden. Letztlich geht es jedoch um gleiche Teilhabe aller an Arbeit, Bildung, Gesundheit, Daseinsvorsorge, Kultur und \u00f6ffentlichen Leben.Nachhaltige Entwicklung als soziale Teilhabe stellt die Frage nach dem &#132;Guten Leben&#148; (in westlichen Gesellschaften) neu, schon weil diese mit Umweltkompatibilit\u00e4t und Ressourceneffizienz vereinbar sein muss. Die Qualit\u00e4t des Lebens h\u00e4ngt &#150; wie die Erfahrungen der modernen Industriegesellschafien zeigen &#150; nicht allein vom Kaufen und Nutzen von Waren und Diensten (Massenkonsumtion) ab, sondern zu einem wesentlichen Teil von sinnvollem Tun, von gesunder Umwelt, guten Bildungschancen, ausreichender Gesundheitsvorsorge, Pflege menschlicher Beziehungen, zivilgesellschaftlicher T\u00e4tigkeit. Das alles ist nicht zuerst nur eine Frage des Geldes (Wohlstand), sondern vor allem auch der Zeit und der gleichberechtigten Teilhabe als Voraussetzung f\u00fcr Wohlfahrt (Scherhorn 2011: 97 ff., Etzioni 2011:328 ff.).<\/p>\n<p>So oder so &#150; der sozial\u00f6kologische, solidarische Pfadwechsel geht mit \u00c4nderungen der bisherigen Lebensweiseformen und Lebensstile einher. D. h. ohne kulturellen Wandel ist der \u00f6konomische nicht realisierbar und umgekehrt.<\/p>\n<p>Schlie\u00dflich erfordert diese neue Transformation den \u00dcbergang zu einem globalen Modell nachhaltiger Entwicklung und zu einem alternativen, neuen Finanz-, Weltwirtschafts- und Sicherheitssystem, zu friedlichem, kooperativen Zusammenwirken und -leben der Menschen statt Konfrontation, marktradikaler Konkurrenz und globaler Ausbeutung.<\/p>\n<p>Nationalstaatliche Pfade und gar Pfadwechsel sind heute mehr denn je global eingebettet und letztlich nur unter g\u00fcnstigen internationalen Bedingungen m\u00f6glich. Diese zweite Gro\u00dfe Transformation ist daher im wahrsten Sinne des Wortes nur als eine Gesellschafts-Transformation und eine <i>globale <\/i>Transformation vorstellbar. Eine Transformation, die ein hohes Ma\u00df an Steuerung bedingt und die auf ein neues Wachstums-, Entwicklungs- und Fortschrittsmodell abzielt. Geht es doch um den \u00dcbergang zu einem anderen Wirtschaften, anderen Arbeiten, anderer Teilhabe und anderer Lebensqualit\u00e4t. Diese Transformation kann und wird jedoch nicht nach einem Muster, nicht in eine Richtung verlaufen, sondern ist nur als vielf\u00e4ltiger Diskurs, als unterschiedlicher, widerspr\u00fcchlicher Such- und Lernprozess, als Selbstorganisation und Partizipation denkbar. Dennoch ist sie nicht beliebig, da ihr Rahmen mit &#132;\u00f6kologisch&#148;, &#132;sozial&#148;, &#132;solidarisch&#148; abgesteckt ist.<\/p>\n<p>Die Funktions- und Zukunftsf\u00e4higkeit der Gesellschaften wie der sich herausbilden-den Weltgesellschaft h\u00e4ngt im 21. Jahrhundert ganz offensichtlich vor allem von Entwicklungen ab, die sich st\u00e4rker durch &#132;Nachhaltigkeit&#148;, &#132;Ressourceneffizienz und Umweltkompatibilit\u00e4t&#148;, durch &#132;Teilhabe&#148;, &#132;Gleichheit&#148; und &#132;demokratische Solidarit\u00e4t&#148; auf der Grundlage von Eigeninitiative, Selbstorganisation und individueller Freiheit aus-zeichnen. Darin widerspiegeln sich wichtige und neue Universalien einer zukunftsf\u00e4higen Entwicklung im 21. Jahrhundert.<\/p>\n<h5><span id=\"iv-die-normative-zielorientierung-solidarische-teilhabegesellschaft\">IV. Die normative Zielo&shy;ri&shy;en&shy;tie&shy;rung: Solida&shy;ri&shy;sche Teilha&shy;be&shy;ge&shy;sell&shy;schaft<\/span><\/h5>\n<p>Das Ziel dieses Pfadwechsels, dieser Gesellschafts-Transformation ist eine \u00f6kologisch-nachhaltige und solidarische Gesellschaft, eine \u00f6kologisch-nachhaltige und solidarische Weltgesellschaft und Weltwirtschaft. Als normatives Leitbild ist eine nachhaltige, plurale &#132;Solidarische Teilhabegesellschaft&#148; die Alternative zur grundlegend gescheiterten staatssozialistischen &#132;Einheitsgesellschaft&#148;, aber auch zum fr\u00fcheren (fordistischen) Teilhabekapitalismus, besonders jedoch zur gegenw\u00e4rtigen marktliberalen\/-radikalen Konkurrenzgesellschaft. Solidargesellschaft ist in diesem Sinne auch nicht als Neuauflage eines klassischen &#132;Dritten Weges&#148; zu verstehen, sondern als eine grundlegende Transformation und Neukonstituierung der Moderne hin zu einem Pfad sozial\u00f6kologischer und solidarischer Entwicklung. Umfangreiche Untersuchungen und Vergleichsstudien zu den modernen kapitalistischen Gesellschaften belegen schon jetzt, dass eher egalit\u00e4r und gerechter strukturierte Gesellschaften sowohl besser funktionieren als auch die Menschen zufriedener machen (Wilkinson\/Pickett 2010).<\/p>\n<p>Aber ohne strukturelle Eingriffe in die Logik kapitalistischer Akkumulation, ohne sozial- und umweltvertr\u00e4gliche Bindung des Eigentums, ohne neues wirtschaftliches und gesellschaftliches Regulationssystem, ohne dass vor allem die demokratische Ge-sellschaft die Macht und den Primat (wieder oder neu) erlangt, ist die Herausbildung einer nachhaltigen, solidarischen Teilhabegesellschaft schwer vorstellbar.<\/p>\n<p>Eine solche Gesellschaftsform muss, da es in modernen pluralen Gesellschaften immer unterschiedliche Pr\u00e4ferenzen gibt, ausgehandelt und ausgek\u00e4mpft werden. Sie kann nur auf demokratische Art und Weise und nur im demokratischen Konsens breiter gesellschaftlicher und politischer Akteurskoalitionen entstehen und sich entwickeln. Diese Gesellschaftsform w\u00fcrde weder Systembruch im klassischen Sinne bedeuten, noch Anpassung und Fortschreibung der traditionell-fordistischen oder gar der marktliberalen, finanzmarktgetriebenen Entwicklungslogiken.<\/p>\n<p>Ein neues Transformationsverst\u00e4ndnis verabschiedet sich auch vom alten Fortschrittsdenken und -glauben sowie dem ihnen zugrunde liegenden kausalen Entwicklungsmodell; zumindest in zweifacher Hinsicht. Zum einen: Statt Determinismus und Gesetzesfetischismus Entscheidungssituation, statt Logik der Fortschreibung Logik der Alternative (Schulze 2004: 193). Alternative und Zukunft gibt es wie Gesellschaft jedoch nur im Plural. Geschichte und Gesellschaft werden als offener Entwickl\u00fcngs- und Ver\u00e4nderungsprozess und fern vom Bild einer konfliktfreien und harmonischen (Zukunfts-)Gesellschaft, die es so nie geben kann, interpretiert. Fortschritt in diesem Sinne ist m\u00f6glich, aber nicht sicher.<\/p>\n<p>Zum anderen: Fortschritt selbst ist vor allem neu zu definieren, denn was traditionell als Fortschritt &#150; schneller, h\u00f6her, weiter &#150; verstanden wurde, erweist sich heute immer mehr als Bremsklotz, ja als Gef\u00e4hrdung der Zivilisation. Fortschritt nicht mehr l\u00e4nger als Fortsetzung des alten Steigerungsspiels und als quantitatives Wachstum des BIP, sondern vor allem als Substanzerhalt und nachhaltige Entwicklung, als Gestaltung einer gerechten und solidarischen Gesellschaft, als Zugewinn individueller Freiheit und Selbstbestimmung, als neue soziale und humane Lebensqualit\u00e4t. Eine Entwicklung, die sich nicht auf Kosten der zuk\u00fcnftigen Generationen vollzieht und globale Dimensionen erfordert. Deshalb muss auch Gelingen oder Misslingen von Transformation in diesem Sinne neu &#132;vermessen&#148; werden.<\/p>\n<h5><span id=\"v-strategien-und-wege\">V. Strategien und Wege<\/span><\/h5>\n<p>Ob sich ein solcher aus den Konflikten und neuen Herausforderungen abgeleiteter und theoretisch als \u00fcberlegen konzipierter wirtschaftlicher und sozialer Pfad im Evolutionsund Transformationsprozess praktisch auch durchsetzen wird, ist keineswegs sicher. Mehr noch: im Grunde soll etwas entstehen, was letztlich gar nicht entstehen kann (vgl. Brie 2011: 71). Dieses Paradoxon der Transformation zu bearbeiten bzw. aufzul\u00f6sen, ist die eigentliche Herkulesarbeit in dieser neuen Transformation.<\/p>\n<p>Diese st\u00f6\u00dft auf enorme objektive und subjektive Blockaden und H\u00fcrden. Sie ist konfrontiert mit der institutionellen Verfestigung des alten Entwicklungspfades und mit der Machtf\u00fclle und Anpassungsf\u00e4higkeit des dominierenden und eher am Gegebenen orientierten konservativ-wirtschaftsliberalen Blocks, aber auch mit der Langwierigkeit des Wandels von verinnerlichten Werten, Konsummustern und Lebensstilen selbst bei denen, die diesen Wandel eigentlich bejahen. Nicht zuletzt ist die Frage nach der Steuerung dieses gesellschaftlichen Wandels und der Herausbildung neuer, hegemonialer Akteurskoalitionen bis heute offen. In einer solchen historischen Scheidewegsituation sind deshalb stets verschiedene Entwicklungsszenarien m\u00f6glich.<\/p>\n<p>Die M\u00f6glichkeit eines Pfadwechsels ergibt sich nicht so sehr aus theoretischen Konzepten, f\u00fcr die hinreichende Argumente und Wahlmehrheiten gefunden werden, sondern vor allem aus den K\u00e4mpfen und Arrangements der gro\u00dfen gesellschaftlichen Interessensgruppen und g\u00fcnstigen internationalen Bedingungen (Vester 2011: 39\/40). Dies l\u00e4sst sich sowohl am Beispiel des &#132;New Deal&#148; in den USA und der Herausbildung des fordistischen Pfades in den kapitalistischen Industriel\u00e4ndern nach dem Zweiten Welt-krieg aufzeigen wie gerade auch am Aufstieg des neoliberalen Pfadmodells seit Mitte der 70er Jahre.<\/p>\n<p>Die Moderne enth\u00e4lt &#8211; wie die Geschichte zeigt &#8211; auf jeden Fall unterschiedliche, gestaltbare und auch alternative Entwicklungspfade. Die neuen sozialen und politischen Spannungen, die \u00f6kologischen Katastrophen wie die von Fukushima, der fortschreiten-de Klimawandel f\u00fchren heute zu neuen Interessenkonstellationen und gesellschaftlichen Arrangements. Verschiedene gesellschaftliche Bewegungskr\u00e4fte, Intellektuelle, kritische Eliten, aber auch Teile des Unternehmertums und aufgeschlossene Kreise im politisch-administrativen System suchen nach sozial\u00f6kologischen Alternativen und Entwicklungswegen. Dabei verlangt eine &#132;Gro\u00dfe Transformation&#148; keine Politik gro\u00dfer Transformationsprojekte, sondern konkrete Schritte, konkrete Alternativen und konkrete Einstiegsprojekte &#8211; zur Erweiterung der Demokratie, der Freiheitsrechte der B\u00fcrgerInnen, zur St\u00e4rkung von Gleichheit und Solidarit\u00e4t in der gegebenen Gesellschaft. Forderungen und Alternativen, die von den spezifischen Lebenswelten, Interessen, W\u00fcnschen und Hoffnungen der Menschen getragen sind und diese zu selbstt\u00e4tigen Handeln veranlassen. Schon heute ist ein solcher Transformationsprozess praktisch sichtbar:<\/p>\n<p>Transformation &#8211; als Weg zu <i>sozial\u00f6kologischem Umbau <\/i>und nachhaltiger Entwicklung: z. B. durch autonome Energie-D\u00f6rfer, -Regionen; durch \u00f6kologische Netzwerke, die das Regionale und Gemeinschaftliche wiederentdecken; durch Genossenschaften, durch Formen solidarischer \u00d6konomie.<\/p>\n<p>Transformation &#8211; als Weg zu <i>sozialer Teilhabe<\/i>: z. B. &#132;gute Arbeit&#148;, &#132;gute Bildung&#148;, repressionsfreies Grundeinkommen, B\u00fcrgerversicherung.Transformation &#8211; als Weg zur<i> Demokratisierung <\/i>von Gesellschaft und Wirtschaft: z. B. \u00f6ffentliche Kontrolle \u00fcber \u00f6ffentliche G\u00fcter, Erweiterung der liberalen Demokratie durch St\u00e4rkung der Parlamente, durch Weiterentwicklung der sozialen und demokratischen Grundrechte, durch neue Formen der B\u00fcrgerbeteiligung und durch spezifische Formen von Wirtschaftsdemokratie.<\/p>\n<p>Transformation &#8211; als Weg zu neuer <i>Wohlfahrt<\/i>, in der saubere Umwelt, Bildungschancen f\u00fcr alle, gute Gesundheitsf\u00fcrsorge, Vielfalt sozialer Beziehungen, mehr Zeit f\u00fcr Mu\u00dfe und Kultur eine wichtige Rolle spielen. Nur in einem solchen Prozess &#8211; und das ist entscheidend -kann sich die &#132;Transformationsf\u00e4higkeit&#148; der Gesellschaft und die &#132;Handlungsf\u00e4higkeit&#148; der Akteure heraus-bilden und st\u00e4rken. Dieser Wandel und Umbau vollzieht sich &#8211; wie historische und aktuelle Erfahrungen zeigen &#8211; sowohl auf der Grundlage der bestehenden Institutionen als auch durch deren Symbiose wie schlie\u00dflich durch das Entstehen neuer Institutionen.<\/p>\n<p>Ziel und Mittel fallen in dieser Transformation nicht mehr l\u00e4nger auseinander, sondern bedingen sich wechselseitig. Im Ringen um solche Alternativen, Projekte, Netzwerke kommt es &#8211; wie empirische Studien belegen &#8211; zu Wandlungen auf lokaler und regionaler Ebene. Hier entsteht ein gewisses Wir-Gef\u00fchl, ein Wandel von Einstellungen (&#132;Ja, Ver\u00e4nderungen sind m\u00f6glich&#8220;), Lebensstilen, kulturellen Identit\u00e4ten. Es wird &#132;Insell\u00f6sungen&#148; geben, die f\u00fcr sich genommen absorbierbar sind, in ihrer Kombination und be= sonders in historischen und gesellschaftlichen Umbruchphasen aber eine spezifische Eigendynamik und transformatorische Wandlungsprozesse auszul\u00f6sen verm\u00f6gen. Gesellschafts-Transformation, auch das belegen historische Beispiele, kann sich erfolgreich nur als Wandel von &#132;Unten&#148; und von &#132;Oben&#148; vollziehen. Ob aus diesen heutigen &#132;kleinen Transformationen&#148; morgen einmal die &#132;Gro\u00dfe Transformation&#148; erw\u00e4chst, kann nicht vorausgesagt werden. Nur was vorausgesagt werden kann, ist, dass es ohne diese konkreten Alternativen, Projekte und Transformationsschritte die erforderliche &#132;Gro\u00dfe Transformation&#148; nicht geben wird.<\/p>\n<p>Wenn erfolgreiche Gesellschafts-Transformation also hier und heute beginnt, beginnen muss, dann kann sie aber auf Dauer auch nur erfolgreich sein, wenn sie am Ziel des Richtungs- und Pfadwechsels orientiert ist. Notwendig ist deshalb ein gesellschaftliches Narrativ, ein <br \/>ZukunftsKonzept (keine Endziel-Projektion) von einer besseren, gerechteren und freieren Gesellschaft. Dies gilt es positiv zu kommunizieren, d. h. Wandel und Transformation auch als Anstrengung und M\u00fchen, aber nicht als Zumutung und Bedrohung, sondern als berechtigte Hoffnung f\u00fcr die Menschen. Hoffnung ist, wie Sartre es nannte, eine Triebkraft gesellschaftlicher Ver\u00e4nderungen.<\/p>\n<p>Entscheidend wird letztlich sein, ob die gewachsenen demokratisch-emanzipativen Potenziale in der Gesellschaft zu einer Selbsterm\u00e4chtigung der B\u00fcrgerInnen, zu einer B\u00fcrgergesellschaft, zu einer neuen &#132;Soziale Macht&#148; (Wright 2010) f\u00fchren, die schlie\u00dflich die wirtschaftliche und staatliche Macht demokratisch kontrolliert und den sozial-\u00f6kologischen und solidarischen Umbau im breiten demokratischen Konsens initiiert und vorantreibt.<\/p>\n<p>Das Schl\u00fcsselwort, das Schl\u00fcsselkonzept gesellschaftlichen Wandels hei\u00dft heute also weder Reform noch Revolution, sondern &#132;emanzipative Transformation&#148;; hei\u00dft heute konkret Pfadwechsel mit neuen Wegweisern, hei\u00dft \u00dcbergang zu einem Gesellschaftsund Fortschrittsmodell, das eine neue sozial\u00f6kologische und solidarische Entwicklungsund Lebensweise generiert.<\/p>\n<p><b>Literatur<\/b><\/p>\n<p>Baethge, Martin\/Bartelheimer, Peter (2005): Deutschland im Umbruch, in: Berichterstattung zur sozio\u00f6konomischen Entwicklung in Deutschland. 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