{"id":11772,"date":"2011-09-13T10:26:00","date_gmt":"2011-09-13T08:26:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/publikation\/die-interventionsgesellschaft-afghanistans\/"},"modified":"2021-08-30T15:41:11","modified_gmt":"2021-08-30T13:41:11","slug":"die-interventionsgesellschaft-afghanistans","status":"publish","type":"publikation","link":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/vorgaenge\/195-vorgaenge\/publikation\/die-interventionsgesellschaft-afghanistans\/","title":{"rendered":"Die Interventionsgesellschaft Afghanistans"},"content":{"rendered":"<p>Die F&auml;hrnisse milit&auml;risch  erzwungenen Fortschritts<\/p>\n<p>aus: Vorg&auml;nge 195 ( Heft 3\/2011), S.98-110<\/p>\n<p>Die F&auml;hrnisse milit&auml;risch erzwungenen Fortschritts<br \/>Dieser Text enth&auml;lt eine F&uuml;lle von Anschlussfeldern, die nicht ausgearbeitet und entfaltet sein k&ouml;nnen. Es handelt sich nicht um einen wissenschaftlichen Aufsatz mit vollst&auml;ndigen Belegen und einem Themenrahmen, aus dem heraus Afghanistan besser zu verstehen w&auml;re oder mit dessen Hilfe man verschiedene Ph&auml;nomene der Gewalt in diesem Land besser erkl&auml;ren k&ouml;nnte. Immerhin, einige dieser Erkl&auml;rungen versuche ich zu liefern. Vor die Klammer ziehen m&ouml;chte ich drei Aspekte: Afghanistan ist f&uuml;r uns in Deutschland und im &ouml;ffentlichen Diskurs ein <i>Konstrukt, das sich mit der Empirie von Beobachtung und Klassifizierung nicht deckt<\/i>; Afghanistan ein Schauplatz von komplexen Dynamiken, aus denen neue <i>Gesellschaftsformen<\/i>, vielleicht auch ein neuer Staat entstehen kann, &uuml;ber den wir noch wenig aussagen k&ouml;nnen; umso wichtiger ist es, diese Dynamiken zu untersuchen. Und schlie&szlig;lich geht es um Menschen, die sich zwischen dem &Uuml;berlebensbed&uuml;rfnis und dem Haben, vielleicht sogar Planen einer Zukunft aufgespannt sehen, und es geht mehr um die Interessen dieser Menschen als unsere deutsche Befindlichkeit. Das kann zwar auch zum Gegenstand wissenschaftlicher Untersuchung gemacht werden, sollte aber nicht zu einem Verzicht auf Empathie und Solidarit&auml;t f&uuml;hren. Ich danke meinem Freund und Kollegen Jan Koehler f&uuml;r Kritik und wichtige Aspekte an diesem Text.<\/p>\n<h5><span id=\"1-statt-einer-einleitung\">1. Statt einer Einleitung<\/span><\/h5>\n<p>Der preisgekr&ouml;nte Film <i>Winter&#8217;s Bone<\/i>[1] spielt in den USA von heute. Mitten in Missouri, im Ozark-Gebirge, leben Menschen in h&ouml;chst merkw&uuml;rdigen Verh&auml;ltnissen. F&uuml;r die Bewohner, die nicht einfach arm oder zur&uuml;ckgeblieben sind, gelten offensichtlich die Spielregeln zweier Gesellschaften gleichzeitig: der durch Recht und Gesetz strukturierten amerikanischen Staatsgesellschaft und einer unscharf abgegrenzten lokalen Gesellschaft, die weder ein ethnisch noch sozial definierter Stamm ist noch einfach als Milieu, etwa als Prekariat oder drogen&ouml;konomische Randgruppe bezeichnet werden kann. In dieser zweiten Gesellschaft spielt Verwandtschaft eine gro&szlig;e, aber nicht ausschlie&szlig;liche Rolle, auch die Distanz zum Rechtsstaat und die partielle Opposition gegen seine Sanktionen sind wichtig. Aber die Schnittstellen sind nicht exakt markiert, es gibt Crossovers und Seitenwechsel. Ich muss die Geschichte hier nicht nacherz&auml;hlen, man kann sie filmografisch leicht nachvollziehen. Ich m&ouml;chte nur darauf hinweisen, dass die Regeln dieser zweiten Gesellschaft stark <i>lebensweltlich<\/i> bestimmt sind, dass also Traditionen, auch tradierte Konfliktregulierungen, und starke pers&ouml;nliche Bindungen jenseits emotiver Anziehung und bestimmte Positionen zur Aus&uuml;bung von Gewalt vorherrschen, die den formalen Institutionen des Systems nicht entsprechen.<\/p>\n<p>Das <i>System<\/i>, im Gegensatz zur <i>Lebenswelt,<\/i> markiert den Raum der <i>formalen Institutionen<\/i>, also von gesetztem Recht, Gesetzen, Sanktionen vor allem des Staates in Aus&uuml;bung seines Gewaltmonopols. Die Lebenswelt ist hingegen gekennzeichnet von<i> informellen Institutionen<\/i>, Regeln, Werten, Ritualen, die genealogisch begr&uuml;ndet sein k&ouml;nnen und jedenfalls auf bestimmte Gemeinschafts-Strukturen verweisen, die von den formalen Institutionen nicht oder nur ungenau erfasst werden, z.B. Schweigegeboten, Kooperationsverboten, Recht oder Verweigerung des Rechts auf physische Gewalt innerhalb der eigenen Konfliktregulierung. Eine Schnittstelle zwischen den beiden Gesellschaftsmodi ist ihre Diachronizit&auml;t, also Ungleichzeitigkeit. Im Clan herrschen Regeln, die wir vorschnell als anachronistisch, unzeitgem&auml;&szlig; abtun k&ouml;nnten, ginge es nicht auch um das Kochen von ChristalMeth und Drogenhandel, um Mord mit modernen Waffen und die Frage moderner Kommunikation und Forensik. Gerade an der Nebenrolle eines Sheriffs, der sich der zweiten Gesellschaft nicht ganz entzieht, wird deutlich, worin sich Konfliktlinien entwickeln. Umgekehrt sind die Regeln innerhalb der Clangesellschaft <i>funktional<\/i>, haben ihre eigene Rationalit&auml;t und Logik und sind, im Effekt, &uuml;berraschend &#8222;human&#8221; mit einer L&ouml;sung der Probleme, die der Rechtsstaat so einfach nicht zustande br&auml;chte. Es geht aber immerhin um eine Familie mit drei minderj&auml;hrigen Kindern, einer dementen Mutter, dem mittlerweile toten Vater, der Ausl&ouml;ser und Projektionsfl&auml;che f&uuml;r das ganze ansonsten einfache Geschehen ist. Innerhalb dieser zweiten Gesellschaft sind die Konflikte sozial <i>eingebettet<\/i>, d. h, alle halten sich mehr oder weniger an dieselben Spielregeln, auch wenn sie Antagonisten oder gar Feinde sind. Ein sehr realistisches Beispiel ist, dass die siebzehnj&auml;hrige Protagonistin zur Warnung von Frauen der Familie sehr brutal geschlagen wird, aber die &#8222;M&auml;nner sie nicht anr&uuml;hren&#8221;.<\/p>\n<p>Dieser Film zeigt beispielhaft, dass gesellschaftliche Strukturen unterhalb und neben der Staatlichkeit existieren k&ouml;nnen und dass Staatlichkeit niemals vollst&auml;ndig ist. Man darf daraus nicht vorschnell den Schluss ziehen, dass au&szlig;erhalb dieser Staatlichkeit Opposition oder Anomie herrschen m&uuml;ssen. Es kann auch autonomisierte Strukturen geben, deren Parallelit&auml;t sich der Staatlichkeit nicht g&auml;nzlich entzieht.<\/p>\n<p>Diese Erz&auml;hlung ist kein Ornament. Sie zeigt nur, dass vieles, das wir in Afghanistan beobachten, auch anderswo stattfindet. Ich habe den Begriff der eingebetteten Konflikte eingef&uuml;hrt; er spielt vor allem bei der Frage von Gewalt eine gro&szlig;e Rolle [2] Die Theorien, auf die ich mich st&uuml;tze, sind zun&auml;chst sozial-anthropologisch und ethnologisch der Schule von Eiwert entnommen, vor allem der Begriff der eingebetteten Konflikte in Bezug auf Gewaltanwendung.[3] Deren konflikttheoretischer Rahmen wiederum ergibt sich aus der Linie Simmel-Coser-Dahrendorf, also aus der Grundannahme, dass Konflikte unabdingbar zur Konstituierung und Dynamisierung von Gesellschaft geh&ouml;ren und nicht Abweichungen von einer vorgegebenen Norm sind, die immer wieder hergestellt werden muss.<\/p>\n<p>Nun gilt die Faustregel, dass dort, wo die Rule of Law wenig ausgebildet ist, die lebensweltlichen informellen Institutionen eine gr&ouml;&szlig;ere Rolle spielen, ohne dass sie im Rechtsstaat v&ouml;llig verschwinden. Das beste Beispiel hierf&uuml;r ist die <i>Ehre<\/i> als regulatives Prinzip. Pionierarbeit f&uuml;r diesen Sachverhalt hat u. a. Bourdieu im Algerienkrieg 1960&#8211;1962 geleistet.[4] Es gilt aber auch, was Habermas zum Verh&auml;ltnis von System und Lebenswelt anmerkt, dass n&auml;mlich das System zunehmend die Lebenswelt kolonisiert.[5] Das will besagen, dass die Lebenswelt mit ihren Traditionen und Ritualen, aber auch mit ihren nicht im Staat gleichm&auml;&szlig;ig verankerten Regeln immer mehr unter Druck ger&auml;t &#8211; und bestenfalls anti-kolonialen Widerstand leistet, um im Bild zu bleiben. <i>Winter&#8217;s Bone <\/i>gibt einen Einblick in ein Kultur &uuml;bergreifendes Ph&auml;nomen, das in Afghanistan eine gro&szlig;e Rolle spielt.<\/p>\n<p>Auch wer die angesprochenen Theorien noch nicht kennt, wird eines verstehen: Herrschaftstheorien mit einem Hang zur Staatsteleologie, die also Gesellschaft immer staatlich zusammengefasst verstehen, sind oft nicht weit genug gegangen im Einbezug von Kategorien wie Macht, Konflikt und Gewalt. Wenn also bei Staatsgr&uuml;ndungen oder Nation-Building wie in Afghanistan der lebensweltliche und damit auch mikrosoziale Unterbau vernachl&auml;ssigt wird, muss das Verst&auml;ndnis der Gewaltszenarien an der Basis der Gesellschaft beschr&auml;nkt bleiben. Zu Beginn unserer Interventionstheorie anl&auml;sslich des Kosovo-Konflikts ca. 2003 habe ich das einmal das &#8222;Surfen&#8221; des Systems &uuml;ber der Lebenswelt genannt, d. h. dort, wo die formalen Institutionen verhandelt werden, also die allgemeinen Regeln aufgestellt werden, ist man unter sich und nicht mit den allt&auml;glichen und verankerten Konfliktregulierungen der gesellschaftlichen Basis konfrontiert. Im Falle Afghanistans kann man diese Auffassung in praktisch allen Geberkonferenzen und politischen Vereinbarungen auf Regierungsebene best&auml;tigt sehen &#8211; sie haben so gut wie keine Auswirkung auf den Gewaltmarkt und die Konflikteinbettung auf gesellschaftlicher Ebene.[6]<\/p>\n<h5><span id=\"ii-afghanistan\">II. Afghanistan<\/span><\/h5>\n<p>Ich werde im Folgenden zu einigen Aspekten der Konfliktsituation in Afghanistan Stellung nehmen. Damit impliziere ich folgende Rahmensetzungen:<\/p>\n<ul>\n<li>Afghanistan ist eine Interventionsgesellschaft; damit sind viele der jetzt vor-herrschenden auch gewaltsamen Konflikte solche, die durch die Intervention bedingt sind und nicht solche, die zur Intervention gef&uuml;hrt haben.[7] Bei allen Formen von State- und Nationbuilding spielt die Interventionsgesellschaft eine entscheidende Rolle, auch und weil sie sich nicht auf die Staatsform und die Wechselwirkung mit Staatlichkeit konzentriert, sondern davon ausgeht, dass die Gesellschaft der Intervenierten durch die Intervention irreversibel ver&auml;ndert wird und dass die Interventionsgesellschaft entscheidend zur Formgebung neuer Staatlichkeit beitr&auml;gt. Dieser Aspekt wurde bei den meisten humanit&auml;ren Interventionen und Friedenseins&auml;tzen weitgehend vernachl&auml;ssigt, weil der Fokus auf der Systemebene und damit den Staats- und Herrschaftsformen der Makro-Ebene lag und liegt. Das ist eine Ursache partiellen Versagens dieser Interventionen<\/li>\n<li>Jede Intervention erzeugt eine<strong> Interventionsgesellschaft<\/strong>.<\/li>\n<li>Alle Interventionsgesellschaften sind strukturell einander &auml;hnlich und vergleichbar, unabh&auml;ngig von ihren h&ouml;chst unterschiedlichen <strong>kulturellen<\/strong> Erscheinungsformen.<\/li>\n<li>Interventionsgesellschaftlichen sind bestimmt durch die dynamische Beziehung von Intervenierenden und Intervenierten. Diese Beziehung f&uuml;hrt zu teil-weisen Verschmelzungen, kollusiven Verh&auml;ltnissen und zur Entwicklung neuer <strong>Gesellschaftsstrukturen<\/strong>, die nicht einfach Kompromisse zwischen den Strukturen der beiden Gruppen sind. Diese neuen Strukturen sind weitgehend irreversibel.<\/li>\n<li>&nbsp;Die <strong>Systemebene <\/strong>dieser neuen Interventionsgeselischaft steht in einem besonderen Spannungsverh&auml;ltnis zur <strong>Lebenswelt<\/strong> der <strong>Intervenierten<\/strong>. Damit werden unmittelbar die Institutionen (Spielregeln) dieser Gesellschaft und alle Aspekte von <strong>Governance <\/strong>auch auf der mikro-sozialen Ebene betroffen (Konfliktregelungen, Traditionen, Werte, Habitus).<\/li>\n<li>Daraus ergibt sich zwingend die Entstehung einer Interventionskultur in der Interventionsgesellschaft.<\/li>\n<li>Bei der Steuerung der Beziehung zwischen <strong>Intervenierenden <\/strong>und Intervenierten spielt vor allem der <strong>Heimatdiskurs <\/strong>der ersteren eine entscheidende Rolle.<\/li>\n<li>Die Verschmelzung bzw. kollusive Verbindung von intervenierten Afghanen und intervenierenden internationalen Akteuren ist nicht vollst&auml;ndig und nicht gleichm&auml;&szlig;ig.[8] Sie erh&auml;lt durch den bevorstehenden Teilr&uuml;ckzug von ISAF eine besondere Dynamik.<\/li>\n<li>Es gibt einen Gewaltmarkt[9] in Afghanistan, d. h, viele Gewaltunternehmer profitieren davon, dass Gewaltanwendung nicht deeskaliert wird; ob andere Gewalt mit genau dem Ziel der De-Eskalation oder des milit&auml;rischen Sieges anwenden, l&auml;sst sich weniger denn je mit Sicherheit sagen.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Das Rationale der internationalen Intervention und der supranationalen Vereinbarung &uuml;ber Afghanistan ist die Hinterlassung funktionierender Institutionen mit einer starken Zentralregierung und weitgehend geschw&auml;chten Insurgenten (Taliban w&auml;re ein verk&uuml;rzter Begriff). Dieses Ziel ist zurzeit zwar nicht in Reichweite, ihm dienen aber auch die meisten milit&auml;rischen Aktivit&auml;ten und nicht nur die zivile Aufbau- und Entwicklungszusammenarbeit (EZ).[10] Der Sachstand &uuml;ber die Situation in Afghanistan kann am besten &uuml;ber die seri&ouml;sen Analytiker und Beobachter vor Ort aktualisiert werden und wird hier nicht weiter ausgebreitet [11] Denn die prinzipiellen Probleme, die ich heute anspreche, sind teilweise relativ unabh&auml;ngig von aktuellen Zeitpunkten und eher &uuml;ber Zeitlinien zu erfassen.<\/p>\n<h5><span id=\"iii-kein-staat-wie-alle-anderen\">III. Kein Staat wie alle anderen?<\/span><\/h5>\n<p>Afghanistan ist ein Staat, dessen Staatsgrenzen relativ lange bestehen und dessen Territorium seit Langem nicht ernsthaft von Spaltungen oder Separatismen bedroht ist. Gleichwohl ist es kein Nationalstaat im europ&auml;ischen, traditionellen Sinn, auch kein ethnischer Volksstaat, sondern ein durch seine fragile Staatlichkeit gekennzeichneter Staat im permanenten Versuch sich &uuml;ber das Gewaltmonopol zu stabilisieren. Das ist jedenfalls seit dem Ende der Monarchie der Fall; vorher waren die Herrschaftsverh&auml;ltnisse oberhalb der lokalen und regionalen Strukturen weniger fraglich, auch hat der Au&szlig;endruck gro&szlig;er internationaler Akteure, vor allem der Briten, die Frage der Grenzregime anders bewerten lassen als heute.<\/p>\n<p>Es ist hier nicht der Platz, die Geschichte der tribalen, ethnischen, soziogeographischen und politischen Differenzierungen des Landes vorzustellen. Wichtig ist an dieser Stelle anzumerken, dass die Vorgeschichte des drei&szlig;igj&auml;hrigen Krieges seit 1978 durch diesen Krieg und die damit verbundenen Zerst&ouml;rungen, Modernisierungen und Umstrukturierungen in gewissem Sinnausgel&ouml;scht bzw. verzerrt wurde [12] und heute in verschiedenen narrativen Konstruktionen wieder auflebt, die empirisch mehr mit kollektivem Ged&auml;chtnis und Erinnerungskultur, auch mit einer gewissen Amnesie und Faktenarmut belebt werden; und ebenso wichtig ist, dass die Intervention nach 2001 und die afghanische Regierung keinen Zustand von fr&uuml;her, also vor dem sowjetischen Einmarsch, wieder herstellen k&ouml;nnen und wollen, dass es aber auch kein vordringliches Eroberungs- oder Kolonisierungsinteresse der Intervenierenden gibt.<\/p>\n<h5><span id=\"iv-nachkriegsgewalt\">IV. Nachkriegs&shy;ge&shy;walt<\/span><\/h5>\n<p>Wir haben es mit typischen und keineswegs einzigartigen Ph&auml;nomen von gesellschaftlicher Umstrukturierung zu tun, die f&uuml;r <i>Nachkriegsgesellschaften<\/i> kennzeichnend sind. Gleichzeitig mischen sich Kriegserfahrungen, Fl&uuml;chtlings- und Entwurzelungsph&auml;nomene, Aufbauaktionen, eine gewisse Ausdifferenzierung der Gesellschaft und die Folgen fast v&ouml;llig fehlender rechtsstaatlicher, sozialstaatlicher und sicherheitsorientierter Governance. Das hei&szlig;t nat&uuml;rlich nicht, dass nicht regiert wird, sondern es wird fragmentiert regiert, uneinheitlich oft antagonistisch und jedenfalls nicht in den Bahnen idealtypisch gestaltender Staatlichkeit. Wenn alle Akteurs-Konflikte immer auf Differenzen &uuml;ber Ressourcen, Prestige und Macht zur&uuml;ckgef&uuml;hrt werden k&ouml;nnen (Coser), dann ist leicht einzusehen, dass eine fragmentierte Gesellschaft in einer durchaus gewaltaffinen Situation kein einheitliches Konflikt-Mapping zul&auml;sst. Norm- und Sinnkonflikte (konkurrierende Muster von Lebensstilen und Zukunftskonstruktionen) sind noch schwieriger zu kartieren. Diese Kartierung wird, wenn &uuml;berhaupt, pauschal auf der Systemebene transportiert, um die Intervention und verschiedene milit&auml;rische Gewalthandlungen zu legitimieren. Ich halte mich nicht mit den Schw&auml;chen der Konstruktion und Implementation des sog. <i>Liberal State-Building <\/i>auf, und auch nicht damit, wie fatal inkompetent und inkonsequent es vor allem durch die USA als F&uuml;hrungsmacht der Intervention umzusetzen versucht wurde.[13] Die Policy ist nicht mein Thema, aber sie gibt den Rahmendaf&uuml;r ab, was sich an Konflikten an der gesellschaftlichen Basis abspielt. Wenn wir bei den zwei Gesellschaften aus der Einleitung bleiben, dann kann man jedenfalls sagen, dass die erste Gesellschaft noch weit weniger als die im Film agiert, und die zweite Gesellschaft ihre Konflikte mit h&ouml;chst unterschiedlichen Widerst&auml;nden reguliert. Afghanistan hat keine fragile oder beschr&auml;nkte Staatlichkeit, sondern einen Staat, der zum einen defizient, aber real entsteht, zum anderen an seiner Stabilisierung massiv durch Wider-stand von innen und au&szlig;en behindert wird.<\/p>\n<p>Die Reorganisation des Spielfelds und der Regeln wurde immerhin deutlich durch die neue Strategie unter Obama und das Konzept der vernetzten Sicherheit und Aufstandsbek&auml;mpfung durch Gen. McChrystal (COIN = Counterinsurgency) seit 2009 sichtbar[14], ein zweiter Fixpunkt wurde durch das v&ouml;llig unrealistische Abzugsdatum 2014 gesetzt. In diesem volatilen &Uuml;bergangsrahmen zu einem instabilen, aber &uuml;berlebensf&auml;higen Staat befinden wir uns.<\/p>\n<p>Ich will nun einige Gewaltaspekte aus mehreren deutlicher darstellen. Ich will die Differenzen dieser Aspekte in der Spannung von System und Lebenswelt betonen. Wir brauchen nicht nur wissenschaftliche Methoden, um zu verstehen, was wir wahrnehmen, wir brauchen daf&uuml;r auch Empathie und eine Vorstellung von den Lebensumst&auml;nden der betroffenen Menschen:<\/p>\n<ul>\n<li>Wir h&ouml;ren ja allenthalben vom Krieg, der nicht milit&auml;risch gewonnen werden.. kann. Wer f&uuml;hrt gegen wen Krieg, wer hat ihn erkl&auml;rt, was w&uuml;rde ein Sieg in diesem Krieg bedeuten?<\/li>\n<li>Wir h&ouml;ren von den radikal-islamischen Taliban und setzen sie oft mit Terroristen, oft mit Al-Qaida gleich.<\/li>\n<li>Wir h&ouml;ren von Drogen&ouml;konomie und damit verbundener gewaltsamer Verhinderung wirtschaftlichen Aufbaus in &#8222;unserem Sinne&#8221;, zugleich aber ist die &Ouml;konomie in manchen Landesteilen die Bedingung f&uuml;r Wohlstand und damit ein Gewalt mindernder Faktor. An dieser Ambivalenz kann man studieren, wie wenig der Blick von der Systemebene Klarheit verschafft.<\/li>\n<li>Wir h&ouml;ren von Warlords, lokalen Kommandos, Kriegsherrn und autonomen &#8222;Mezzanin&#8220;-Potentaten auf Provinzebene, die ihre Herrschaft gewaltsam stabilisieren.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Die Dekonstruktion dieser Wahrnehmungen (&#8222;wir h&ouml;ren &#8230;) ist kompliziert, erfordert sowohl wissenschaftliche Analyse als auch empirische Differenzierung &#8211; und steht unter dem Zeitdruck, dass sie w&auml;hrend der &Uuml;bergangszeit noch schneller geleistet werden musste, als sie bereits vers&auml;umt wurde. Aber aus meinen Formulierungen wird bereits deutlich, dass die Distanz zwischen der Wahrnehmung und objektiven Tatbest&auml;nden jeweils beachtlich ist. Das Gleiche gilt nat&uuml;rlich f&uuml;r internationale Streitkr&auml;fte, deren Konfliktregulierung in vielen F&auml;llen v&ouml;llig entbettet gegen&uuml;ber der sozialen Struktur der Intervenierten erfolgt, in anderen F&auml;llen intern wenig konsistent ist, obwohl man vom Milit&auml;r konsistente Handlungsmuster erwarten sollte. Dass Milit&auml;r, auch wenn es zur Konfliktminderung entsandt wurde, selbst Konflikte produziert und in sich konflikttr&auml;chtig ist, wird niemanden verwundern. Mein Augenmerk ist aber auch darauf gerichtet, welche Gewaltstrukturen diese Konflikte mobilisieren.<\/p>\n<p>Aus all dem ziehe ich das Zwischenfazit, dass Gewaltanwendung nur in den wenigen F&auml;llen eindeutig klassifizierbar ist, in denen die Gewalt manifest ist. Strukturelle Gewalt, wenn man diesen m. E. hohl gewordenen Begriff verwenden m&ouml;chte, tritt oft camoufliert, oder gar im Gewand von Ordnung und Tradition oder aber Sachzwang auf und wird oft anders wahrgenommen als sie erscheinen muss, wenn ihre diskursiven und materiellen Schleier entfernt sind. Struktureller Zwang, also Handlungen gegen die eigenen Interessen unter gewaltsamem Einfluss, k&ouml;nnen hingegen sehr wohl beschrieben werden (z.B. als Drogenkuriere zu dienen, wenn Leistungen vom Gewaltakteur erwirkt wurden; oder in bestimmten Produktionsmethoden zu verharren, obwohl andere angestrebt werden etc.).<\/p>\n<h5><span id=\"v-gewalt\">V. Gewalt<\/span><\/h5>\n<p>Selbst ein durchstrukturierter Rechtsstaat mit aller Legitimation schafft noch nicht Gerechtigkeit, aber immerhin Erwartungssicherheit, Legitimit&auml;t, Verfahrensgleichheit usw. Ein interessanter Nebengedanke, der unmittelbar forschungsrelevant ist: Wenn der Rechtsstaat von der Lebenswelt der Betroffenen abgekoppelt ist, dann ist f&uuml;r diese immerhin noch die Hoffnung, dass Legitimation durch Verfahren sie zum &#8222;Mitmachen&#8221; bewegt, ohne dass dies strategisch oder taktisch gemeint ist.<\/p>\n<p>Wenn nun der Rechtsstaat erst in den Anf&auml;ngen ist, konkurrieren verschiedene Regelsysteme, und viele davon sind durch echte oder behauptete Tradition und genealogische Authentizit&auml;t ausgewiesen. Wenn also in einem Kriminalfall die lokale Polizei korrupt, die Rechtslage unsicher und die Verfahren zur Konfliktregulierung, also z. B. Bestrafung der Schuldigen und R&uuml;ckbringung gestohlenen Eigentums, unabsehbar sind, ist es kein Wunder, wenn sich lokale und oft auch internationale Petenten an die lokal herrschenden Gewaltakteure um Hilfe wenden. Wenn diese zur Herstellung von &#8222;Gerechtigkeit&#8220;[15]&nbsp; Gewalt anwenden, wird dies billigend in Kauf genommen, und wenn der Preis illegitime Gefolgschaft ist, vielfach ebenso. (Hier geht es darum, dass der individuelle Petent oder die betroffene Gruppe gerade nicht das &#8222;Allgemeinwohl&#8221; oder &#8222;die Gesellschaft&#8221; im Auge hat, sondern ihre aktuellen Interessen. Ich wei&szlig; schon um die Differenz zwischen diesen beiden normativen Ebenen, aber ich wei&szlig; auch, wie schwer sie in den Erscheinungsformen und vor allem den &Auml;u&szlig;erungen der Betroffenen getrennt wahrnehmbar sind. Wenn es sich zum Beispiel um Taliban handelt, die diese Position in einem Dorf haben, dann setzen diese die Spielregeln, wo die Staatlichkeit fehlt oder defekt ist. Es kann sein, dass diese Spielregeln eingebettet werden oder diese soziale Einbettung fehlt. Man versteht, warum die Systemebene gewaltsam gegen diese Praxis vorgeht, es ist eine Kernszene der gewaltsamen Konflikte.<\/p>\n<p>Sie fehlt z. B. dort, wo es um Durchsetzung von Interessen &#8211; Macht, Ressourcen, Prestige &#8211; geht, obwohl diese Durchsetzung nur mit &auml;u&szlig;erster Gewalt oder Gewaltdrohungen m&ouml;glich ist, also im fundamentalen Sinn unpolitisch und nicht verhandelbar ist. Dabei wird z. B. im Normendiskurs von St&auml;mmen oft auf Ehrcodes zur&uuml;ckgegriffen, die den Rechtsstaat ersetzen oder gar &uuml;bertreffen sollen (&Auml;hnliches gilt f&uuml;r religi&ouml;se Auslegungen, die sich im quasi Privateigentum der Gewaltakteure als Exegeten befinden).<\/p>\n<p>Man darf nicht vergessen, dass Ehre ein handelbares, verhandelbares Gut ist, das bestehende Ordnungsstrukturen repr&auml;sentiert und vor allem Machtstrukturen sch&uuml;tzen hilf (streng zu unterscheiden von der nichtverf&uuml;gbaren Menschenw&uuml;rde). Dies gilt f&uuml;r dif Taliban weniger, weil sie dem alten Fehderecht und der Stammesordnung entgegenwir ken Aber wo das alte Recht (vermindert) weiterwirkt, z.B. im Pashtunwali, kann mal das Ph&auml;nomen beobachten. Man kann das bei der Mannes- und Familienehre gut &#8218;be obachten, wo die W&uuml;rde der beschuldigten Frau mitnichten gewahrt wird, wenn die Ehre des Mannes oder des Clans wiederhergestellt werden soll, wie auch immer sie besch&auml;digt oder beleidigt worden ist.'[6] Wenn man dann liest, dass die Bev&ouml;lkerung bei einer Steinigung Beifall gespendet hat, dann wird das oft missverstanden als Billigung de;Gewaltaktes an sich; es geht vielmehr um ein an der Basis der Gesellschaft oft anzutref fendes Motiv, <i>besser diese Ordnung als keine<\/i>, anzuerkennen. Die letzte Bemerkung is allerdings eine Analogie zu empirisch notierten Feststellungen eben dieses Satzes um seiner Geltung bei den klatschenden Menschen, die einer Steinigung zusehen. Die &#8222;eth nologische L&uuml;cke&#8221; ist nat&uuml;rlich schwer zu schlie&szlig;en, d. h. die Beobachtungen und Inter pretationen von lokalem Verhalten reichen nicht aus f&uuml;r eine direkte &Uuml;bertragung in eii Modell der sozialen und politischen Struktur.<\/p>\n<p>Ein Wort zu den Taliban. Wir wissen heute so viel &uuml;ber die so genannten Gruppen dass ihre pauschale Gleichsetzung mit Terroristen so falsch ist wie ihre Kennzeichnunl als radikal-islamisch, wie die deutsche offizielle Mediensprachregelung es m&ouml;chte. Ta liban kann man am besten nach dem Grad ihrer politischen Zielsetzung kategorisieren nach ihren Interessen, an der politischen Macht teilzuhaben und mitzuregieren, an ihrei Ressourcen, Quellen, Legitimationsverfahren. Und dabei kann man sehr wohl Muste erkennen. Manche Taliban handeln terroristisch, andere nicht, manche versuchen, ihre mangelnde Anerkennung durch taktische Moderation zu kompensieren, wie etwa be Angriffen auf Schulen[17], andere &uuml;ben Gewalt durch eingel&ouml;ste Drohungen aus (Koehler spricht hier von &#8222;Verl&auml;sslichkeit&#8220;). Dementsprechend breit ist ihre Bereitschaltung<br \/>zur Anerkennung von Spielregeln, die auch f&uuml;r andere Akteursgruppen gelten. DiSpielregel f&uuml;r eine lokale Gemeinschaft kann etwa lauten: Schulen greift man nicht an ebensowenig wie Stromleitungen oder Staud&auml;mme. F&uuml;r Schulen hat das lange Zeit voi Seiten der Taliban nicht gegolten, jetzt erfolgt die Anerkennung aus vielleicht nur taktischen Gr&uuml;nde, aber die Motive sind nicht das Wichtigste. Und gerade daran k&ouml;nnen wi lernen, dass Anerkennung von Zielsetzungen und die Unterwerfung unter gewaltsar gesetzte Regeln nicht dasselbe ist. Wenn aus der blo&szlig;en Unterwerfung, die z. B. durch milit&auml;rischen Zwang herbeigef&uuml;hrt wird &#8211; oder durch den besonders wirksamen Schut der Schule &#8211; noch keine Internalisierung der (neuen) Normen erfolgt, bleibt die sozial Struktur volatil, kann jederzeit ge&auml;ndert oder aufgebrochen werden.<\/p>\n<p>&Auml;hnliches gilt f&uuml;r Gewaltregime zur Absicherung ihrer Herrschaft in einem be stimmten begrenzten, oft kleinen Territorium. Solche Herrschaft kann z. B. dann auch recht erhalten werden, wenn der im Prinzip vorhandene Staat bis ganz zur Spitze hin f&uuml; bestimmte Gewalthandlungen Freiheit von Strafverfolgung oder Straffreiheit gew&auml;hrt.[18]<\/p>\n<h5><span id=\"vi-eine-hypothese-mit-forschungsbedarf\">VI. Eine Hypothese mit Forschungs&shy;be&shy;darf<\/span><\/h5>\n<p>Eine noch nicht voll ausgearbeitete Annahme besteht darin, dass sich die Gewalteskalation vor allem auf die untersten und obersten Schichten einer sich ausdifferenzierenden Gesellschaft konzentriert: auf die ganz Armen, die von Demokratisierung und &ouml;ffentlichem Raum keine Verbesserung ihrer Lebensumst&auml;nde erwarten d&uuml;rfen, und auf viele Eliten, die an einer Schm&auml;lerung ihres Eigentums und ihrer Machtpotenziale kein Interesse haben und als Patrone von Gewalt agieren, mehr als dass sie diese unmittelbar aus&uuml;ben. Die damit verbundenen Untersuchungen k&ouml;nnten u. U. ergeben, dass die Entwicklungszusammenarbeit an verschiedenen Schichten unterschiedlich ansetzen muss, und die Governance nach unten sich mehr auf Wohlfahrt konzentrieren muss, w&auml;hrend die <i>Rule of Law <\/i>f&uuml;r die entstehenden Mittelschichten eher mit Sicherheit verbunden werden muss; f&uuml;r die Eliten gilt es, sich der Herausforderung der verhandelbaren Legitimit&auml;t des Staates in einem zu erweiternden &ouml;ffentlichen Raum zu stellen, was Gewalt mindernd auch die Rolle der Zivilgesellschaft als das Andere von Staatlichkeit betont. Allen drei Ebenen w&auml;re gemeinsam, dass sich eine gemeinsame Kultur von Konfliktre-gelungen, also der Einbettung, erst entwickeln muss. Dies ist, zugegeben, erst eine plausible Vermutung, noch nicht mehr: sie aber empirisch zu belegen kann von hoher Bedeutung f&uuml;r weitere wissenschaftliche Analysen werden. Das Ausdifferenzieren von Gesellschaft in solche Klassen und Schichten ist nicht ungew&ouml;hnlich; es ist stark an das Verhalten von R&uuml;ckkehrern, an die Landflucht und Verst&auml;dterung und an den Arbeitsmarkt durch die Internationalen gebunden. Aber der kulturelle Kontext und sehr feinteilige Spezifika lassen unterhalb eines sehr allgemeinen Musters in Interventionsgesellschaften keine festen &Uuml;bertragungsregeln von einem Land ins andere zu.<\/p>\n<h5><span id=\"vii-militaerische-gewalt\">VII. Milit&auml;&shy;ri&shy;sche Gewalt<\/span><\/h5>\n<p>Nun sind wir aber in einer Interventionsgesellschaft und betrachten nicht einfach einen Staatsgr&uuml;ndungsprozess mit einem Krieg der sich konsolidierenden Staatlichkeit gegen Insurgenten und Separatisten. Es gibt &uuml;ber 130.000 ausl&auml;ndische Soldaten im Rahmen der mandatierten ISAF und jede Menge Special Operations der USA ohne jedes Mandat, die ebenso mit den Gewaltakteuren interagieren wie sie teilweise selbst solche sind. Dies ist in Deutschland ein ebenso sensibles Thema wie in Afghanistan. Die ehemals als OEF (=Operation Enduring Freedom) benannte Racheoperation nach 9\/11[19] und der Wunsch nach Sanktionen gegen die konkret Schuldigen am Attentat hat einen Feind (Enemy) klar im Rahmen des War on Terrorism benannt. Die Operation sollte zur Ver&ouml;dung von R&uuml;ckzugsr&auml;umen f&uuml;r Al Qaida und Osama bin Laden f&uuml;hren. Dieser Feind der USA, des Westens, der zivilisierten internationalen Gemeinschaft ist ebenso unscharf konturiert wie abstrakt und wird nach der Golden Hour, also nach 2005, zunehmend in militant operierenden Insurgents, Aufst&auml;ndischen, unterschiedlicher Zielsetzung gesehen. Dieser Feind ist nur teilweise deckungsgleich mit den Gegnern des Staates im Aufbau mit seinen defizienten Regierungsapparaten und seiner unvollkommen Demokratie und Justiz. Aber er ist der &#8222;Enemy&#8221;, der in den USA den langen fortdauernden Krieg auch unter Obama rechtfertigt, obwohl er im Memorandum von McChrystal bereits differenziert zu einem (weitgehend!) integrationsf&auml;higen Gegner umformuliert wurde [20] Die Assistance Forces der ISAF sollten ja nationale Sicherheit mit aufbauen und helfen, das Gewaltmonopol des neuen Staates herzustellen. Dass das nicht ohne Gewalt abgehen w&uuml;rde, war abzusehen, wurde aber hierzulande lange Zeit verdr&auml;ngt. Sehr gewaltt&auml;tige Angriffe der Insurgenten auf die eigene Bev&ouml;lkerung, vor allem auch auf die Polizei, sowie Massenfluchten aus Gef&auml;ngnissen und andere Provokationen gegen die Staatsgewalt lassen, mehr noch als Selbstmordattentate, den Stand dieser Aufbauarbeit als m&auml;&szlig;ig erfolgreich erscheinen. Das n&uuml;tzt dem Gewaltmarkt.<\/p>\n<p>Die im Zusammenhang mit der zivil-milit&auml;rischen Koordination (CIMIC) und der vernetzten Strategie ausgeweiteten Aufgaben der ISAF sind jedenfalls weit von der Feindsetzung entfernt; was man in einem aus dem Ruder gelaufenen, auch innermilit&auml;rischen, Konflikt, wie dem Bombardement des Tanklasters unter Oberst Klein am 4.9.2009 nicht merkt[21]: an diesem Beispiel kann man Gewaltanwendung seitens der Intervenierenden nach Regeln beobachten, an denen die Intervenierten nicht beteiligt und nicht gefragt wurden, die sie also schwerlich anerkennen k&ouml;nnen &#8211; umso interessanter, dass der Gewaltakt von einigen interessierten Gruppen von Afghanen gebilligt, von an-deren scharf kritisiert wurde. Noch komplizierter ist die Situation bei Special Operations, die nur teilweise unter dem Kommando von ISAF bzw. des US-Oberbefehlshabers stehen, teilweise direkt von Washington aus gesteuert werden. Sie sind auf den Feind fixiert, als w&auml;ren sie an der Front in einem traditionellen Stellungskrieg[22]; sie arbeiten teilweise mit der lokalen Bev&ouml;lkerung zusammen und stellen dazu Regeln beschr&auml;nkter Reichweite und Geltungsdauer auf, die sie aber in bestimmten F&auml;llen selbst au&szlig;er Kraft setzen k&ouml;nnen; sie integrieren sich mit einem Teil der lokalen Bev&ouml;lkerung um einem anderen Teil, z. B. einem anderen Dorf oder Clan, zu schaden, weil dieser mit dem &#8222;Feind&#8221; kollaboriert[23] Junger stellt fest, dass diese Truppen unter uns&auml;glichen Bedingungen, die ich &#8222;Quagmire&#8221; nenne nach dem Vietnamtrauma, nicht mehr wissen, in welchem Kontext sie eigentlich k&auml;mpfen. Ihre Gewaltanwendung ist unmittelbar physisch und folgt irgendwann nur mehr einem Motiv: den &#8222;Feind&#8221; zu t&ouml;ten, weil dann einer weniger da ist, der einen selbst t&ouml;tet. [24]<\/p>\n<p>Verregelung von Konflikten w&uuml;rde gerade unter dem Abzugsdiktat bedeuten, dass das Verh&auml;ltnis von Intervenierenden und staatlicher Governance gemeinsam und unter zunehmender Haftung der Afghanischen Regierungsorgane geregelt w&uuml;rde. Das aber ist aus verschiedenen Gr&uuml;nden schwer m&ouml;glich und jederzeit br&uuml;chig. Diese Gr&uuml;nde zu untersuchen, w&auml;re ein n&auml;chster Schritt als Konsequenz aus diesen Darlegungen, den ich in folgenden Bereichen mit Priorit&auml;t vorzunehmen rate:<\/p>\n<ul>\n<li>Untersuchung der Entstehung von Staatlichkeit von unten, mit dem Shura Komplex und neuen Konstellationen auf Distriktebene; sicherlich Gewalt de-eskalierend, aber auch abh&auml;ngig von bestimmten &#8222;life-lines&#8221; zum (Zentral-) Staat und zu den komplexen Beziehungen von Sicherheit und Entwicklung.<\/li>\n<li>Analyse der Rolle von jenen Provinzgouverneuren und regionalen Machtakteuren, die ohne allzu gro&szlig;e Perspektiven auf Kabul ihre Territorien autorit&auml;r mit einem halb-autonomen Kanon von Regeln regieren (Ich verwende den Begriff der Mezzanine-Rulers, den ich aber nicht statisch festgelegt wissen m&ouml;chte) [25]<\/li>\n<li>Konsequenzen aus der Verschiebung &ouml;konomischer Elitenkorruption zur politischen Patronage weiter &#8222;unten&#8221; angesiedelter Gewalt.<\/li>\n<li>Ausdeutung und politische Evaluation von verschiedenen Gewaltpotenzialen, die nicht unmittelbar oder immer kausal zusammenh&auml;ngen: demographische Verschiebungen mit entprivilegierten Studenten als Gewaltpotenzial; Anti-Okkupationsrhetorik am beliebigen Beispiel, z. B. Gewaltexzesse im April 2011 bei den Protesten gegen die Koran-Verbrennung in den USA, in Mazar und Kabul; Schaffung von &ouml;ffentlichem Raum als demokratische Basisbewegung unter Bezug auf &#8222;&Auml;gypten&#8221; etc.<\/li>\n<li>Dazu kommen noch die Gewaltpotenziale der Drogen&ouml;konomie und der Machtvakua unter den erwarteten &Uuml;bergabema&szlig;nahmen von Territorien an die afghanische Oberhoheit.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Man kann nicht alle Probleme auf einmal beschreiben und deuten, geschweige denn L&ouml;sungsvorschl&auml;ge unterbreiten. Es ist aber m&ouml;glich, durch die mikrosoziale Empirie die Prozesse an der Gesellschaftsbasis zu beobachten, die Aufschluss &uuml;ber die Regelungs- und Einbettungspotenziale von Konflikten und damit die De-Eskalation von Gewalt geben.<\/p>\n<h5><span id=\"viii-ausblicke-und-zusammenfassung\">VIII. Ausblicke und Zusam&shy;men&shy;fas&shy;sung<br \/><\/span><\/h5>\n<ul>\n<li>Der Staat ist vielen Bereichen der zweiten Gesellschaften durchaus wichtig. Das Eingangs herangezogene Filmbeispiel konnte sich auf eine Kollusion zweier Gesellschaften beschr&auml;nken, in Afghanistan ist das viel komplizierter, folgt aber &auml;hnlichen Mustern. Entscheidend sind einige Einsichten, die sich quer zu allzu glatten Modellen legen:<\/li>\n<li>&nbsp;Wo es den Staat stark und wo es ihn schwach und wo es ihn so gut wie nicht<br \/>gibt &#8211; es wird immer regiert, Governance findet statt, mit h&ouml;chst ungleicher<br \/>Verteilung ihrer Komponenten Herrschaft, Wohlfahrt, Sicherheit.<\/li>\n<li>Die gesellschaftlichen Bestimmungen lokaler Machtverh&auml;ltnisse lassen unter-schiedliche Schnittstellen mit der aktuellen Staatlichkeit erkennen; aber auch &#8222;Pockets&#8221;, die sich gerade durch deren Abwesenheit auszeichnen.<\/li>\n<li>Das Wechselspiel zwischen eingebetteten und entbetteten Konflikten findet nicht nach Regeln, gar durchgesetzten Mustern statt, in denen sich eine neue, von der Intervention gewollte Staatlichkeit repr&auml;sentiert. Noch sind gen&uuml;gend gewaltoffene R&auml;ume vorhanden, die mit der durchgesetzten Staatsgewalt konkurrieren; es gibt Gewaltm&auml;rkte, es gibt territorial beschr&auml;nkte Zonen von intern h&ouml;herer Sicherheitsgovernance mit entsprechenden Folgen f&uuml;r andere Governance-Bereiche, und es gibt Zonen, wo das Gegenteil der Fall ist.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Eine ganzheitliche Betrachtung des Konflikts in Afghanistan (und in seinem weiteren Umfeld) muss also dann in die Irre gehen, wenn sie die fragmentierte Totalit&auml;t nicht<br \/>zum Ausgang ihrer Analyse nimmt. Wenn sich der Wissenschaftler die politische Kritik<br \/>anma&szlig;en darf, dann ist das der Grund, warum die Politik gegen&uuml;ber und in Afghanistan<br \/>so defizit&auml;r ist wie ihre Vermittlung in unsere eigene Gesellschaft.<\/p>\n<p>[1] Winter&#8217;s Bone (2010): Film von Debrah Granik, basierend auf dem Roman von Daniel Woodrell.<br \/>[2] Karl Polanyi (1866-1964) und Marshall Sahlin (*1930) waren die gro&szlig;en Anreger Elwerts: Vgl. auch KZfSS 1980: Georg Elwert: Die Elemente der traditionellen Solidarit&auml;t. Nr. 32\/4, 681&#8211;704. Der Gesamtaspekt dieser &#8222;skeptischen Schule der Sozialanthropologie&#8221; ist beschrieben bei H&uuml;sken, T. (2004). Georg Eiwert und die Berliner Schule der skeptischen Sozialanthropologie. Anthropologie der Konflikte. J. Eckert. Bielefeld, Transcript.<br \/>[3] Elwert, G. F., Stephan; Neubert, Dieter, Ed. (1999). Dynamics of Violence. Sociologus. Berlin, Duncker &amp; Humblot, Eckert, J., Ed. (2004). Anthropologie der Konflikte. Bielefeld, Transcript, Zuercher, C. (2004). Einbettung &#8211; Entbettung: Empirische institutionszentrierte Konfliktanalyse. Anthropologie der Konflikte. J. Eckert. Bielefeld, Transcript: 102&#8211;121.<br \/>[4] Bourdieu, P. (1976). Entwurf einer Theorie der Praxis auf der Grundlage der kabylischen Gesellschaft. Frankfurt am Main, Suhrkamp, Bourdieu, P. (2003). In Algerien. Graz, Camera Austria, Free, J. H. (2009). Was bringt Bourdieus Soziologie der Analyse von Postkonfliktgesellschaften? Tagungsband 34. Kongress der DGS. Deutsche Gesellschaft f&uuml;r Soziologie. Wiesbaden, VS Verlag f&uuml;r Sozialwissenschaften (in press).<br \/>[5] Habermas, J. (1995 (1981)). Theorie des kommunikativen Handelns. Blumenberg, H. (1986). Das<br \/>Lebensweltmi&szlig;verst&auml;ndnis. Lebenszeit und Weltzeit. Frankfurt am Main, Suhrkamp: 7-68.<br \/>[6] Im Mai 2011 erschien ein Working Paper von Jan Koehler und Michael Daxner im SFB 700, das<br \/>diesen Sachverhalt genauer in der politischen Rahmensetzung darstellt.<br \/>[7] Eine &Uuml;bersicht &uuml;ber den Forschungsstand bietet Bonacker, Daxner, Free, Z&uuml;rcher (Hrsg.) (2010): Interventionskultur, VS Wiesbaden.<br \/>[8] Die Begrifflichkeit &#8222;Intervenierte\/Intervenierende&#8221; war f&uuml;r uns bewusst in Absetzung von psychologisierenden Bezeichnungen gew&auml;hlt worden, um den soziopolitischen Zusammenhang an-zugeben. Konkurrierend steht der gebr&auml;uchlichere Begriff der &#8222;Penetrierten\/Penetrierenden&#8221;, im speziellen Fall (ohne jede Ironie) Fortnas &#8222;Peacekept\/Peacekeepers&#8221;.<br \/>[9] Vgl. Eiwert, G. (1999). Markets of Violence. Eiwert, Feuchtwang, Neubert (Hg.) (1999):Dynamics of Violence. Sociologus. Supplement 1. Duncker und Humblot (Berlin).85&#8211;102.<br \/>[10] Bundesregierung (2010). Fortschrittsbericht Afghanistan. Ausw&auml;rtiges Amt. Berlin.<br \/>[11] Vgl. dazu die Aussendung des <a href=\"http:\/\/www.aan-afghanistan.org\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">www.AAN-Afghanistan.org<\/a> (Afghan Analysts Network); Daxner, M. (2011) &#8222;Frieden durch Gewalt, Verhandlungen und Gewinnung der Herzen &#8211; 2010 wieder ein verlorenes Jahr f&uuml;r den Frieden in Afghanistan.&#8220; <a href=\"http:\/\/www.epd.de\/documentation\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">www.epd.de\/documentation<\/a>. (Nr.13\/14).<br \/>[12] Das ist zum Teil kleinfl&auml;chig unterschiedlich: Patronage, indirect rule und andere Herrschaftskonstrukte sind in bestimmten Orten und Regionen hochaktuell, anderswo nicht. Es gibt hier einen Primat der empirischen Forschung, bevor Schl&uuml;sse auf Gesamtstrukturen gezogen werden k&ouml;nnen.<br \/>[13] Rashid, A. (2008): Descent into Chaos. London (Allan Lane).<br \/>[14] Ein wichtiger Aspekt der Wahrnehmung. McChrystal hat formuliert und gefordert, was bereits aus-gearbeitet vorlag: Vgl. The U.S. Army &#8211; Marine Corps (2007): The Counterinsurgency Field Manual (Chicago UP), mit Vorworten von Gen. Petraeus und John Nagl. Letzterer hat das wegweisen-de Buch verfasst: Learning to Eat Soup with a Knife. Westport 2002 (Praeger). Vgl. David Kilcullen: Counterinsurgency. New York 2010 (Oxford UP).<br \/>[15] Eher im Sinn von Recht haben und bekommen als im Sinn von Harmonie und Frieden durch Konfliktregulierung zu erlangen.<br \/>[16] Die Differenz von Ehre und Menschenw&uuml;rde ist fundamental, wiewohl sie im Alltagssprachgebrauch of&#8217;t unter dem Oberbegriff der Ehre verwischt wird. Ehre ist eine nicht-materielle Handelsware, die schon in vor-pekuni&auml;ren Gesellschaften immer gegen &Auml;quivalente getauscht werden konnte und weit von ihrer erhabenen Heraushebung unter den G&uuml;tern entfernt gehandelt wird. Die W&uuml;rde-Setzung muss aus einer universalistischen Betrachtungsweise stammen, ist aber im globalisierten Menschenrecht auch als nicht-hintergehbarer Kern der menschlichen Person kodifiziert. Ich habe diesen Exkurs nur deshalb eingef&uuml;hrt, weil jedenfalls im deutschen Alltagssprachgebrauch die Angriffe auf die Ehre und die gegen die W&uuml;rde oft gleichgesetzt werden.<br \/>[17] Ruttig, T. Tactical or genuine? The Taleban&#8217;s `new education policy&#8216;. AAN Blog 1\/15\/2011.<br \/>[18] In dem von Jan Koehler im Rahmen des SFB 700 Projektes C 9 entwickelten Konzepts der Governance-Zonen wird dies genauer ausgef&uuml;hrt. Dazu wird es bei der SFB Konferenz im Mai 2011 de-tailliertere Informationen geben.<br \/>[19] Es gab eine Vielzahl von Motiven, die die Intervention legitimieren und vorbereiten konnten. Dabei ist Rache ein verbreitungsf&auml;higes und massenwirksames Motiv. Vgl. die ausgefeilte Kritik von Eliot Weinberger an George W. Bushs Memoiren: Verdammt richtig, sagte ich. Le Monde diplomatique 9446, 4\/8\/2011 (deutsch: Tageszeitung Berlin, &Uuml;bers. Niels Kadritzke).<br \/>[20] McChrystal, S. (2009): COMISAF&#8217;s Initial Assessment. Bericht an den Verteidigungsminister Gates 8\/30\/2009.<br \/>[21] Der 4.9.2009 und die Folgen f&uuml;r die deutschen Soldaten bei ISAF, die Legitimit&auml;t des deutschen Einsatzes, die Konfliktsituation innerhalb von ISAF und die pers&ouml;nlichen Folgen f&uuml;r Oberst Klein sind ein eigenes und zu recherchierendes Kapitel. Aber der Gewaltakt des Bombardements selbst kann nicht eindimensional-analytisch aufgearbeitet werden. Ein gutes Beispiel f&uuml;r empathische und zugleich dekonstruierende Aufarbeitung war die Ausstellung &#8222;Kundus, 4. September 2009&#8221; im Kunstraum des Waschhauses Potsdam, April bis Juni 2010, und des Dokumentartheaters von Clemens Bechtel &#8222;Potsdam-Kundus&#8221; (12.1.2011) am Hans-Otto-Theater Potsdam.<br \/>[22] Junger, S.(2010): War. Fourth Estate (London).<br \/>[23] Vgl. Daxner, M. (2010): We are One Tribe, but live in the Society of Intervention. AAN-Blog 5\/10\/2010; bezieht sich auf Gant, J. (2009): We Are One Tribe. Ein offenbar autorisierter Blog eines Special Operations Offiziers, der im Osten Afghanistans lokale Kampfb&uuml;ndnisse zu schmieden versucht, vgl. aber Loyalit&auml;tskonflikt entsprechend dem Ehrenkodex von Dorfbewohnern bei Junger, S. 51.<br \/>[24] Junger a. a. O. Man sollte diese Beobachtungen nicht f&uuml;r sich zitieren, sondern im jeweiligen Kontext der k&auml;mpfenden Soldaten &#8222;von unten&#8221;. Die Differenzierung in Feinde und (potenziell) zu besch&uuml;tzende oder freundliche Afghanen ist in der Kampfzone etwas anderes als ein systemische &#8222;Re-Integrationskonzept&#8221;.<br \/>25 Crawford und Miscik (2010): The Rise of Mezzanine Rulers. Foreign Affairs 89\/6, 123-131.<\/p>\n<p>Literatur<\/p>\n<p>Blumenberg, H. (1986): Das Lebensweltmi&szlig;verst&auml;ndnis Lebenszeit und Weltzeit, Frankfurt am Main, Suhrkamp, S. 7-68.<br \/>Bourdieu, P. (1976): Entwurf einer Theorie der Praxis auf der Grundlage der kabylischen Gesellschaft, Frankfurt am Main, Suhrkamp.<br \/>Bourdieu, P. (2003): In Algerien. Graz, Camera Austria.<br \/>Bundesregierung (2010): Fortschrittsbericht Afghanistan, A. Amt, Berlin.<br \/>Daxner, M. (2011): Frieden durch Gewalt, Verhandlungen und Gewinnung der Herzen &#8211; 2010 wieder ein verlorenes Jahr f&uuml;r den Frieden in Afghanistan, <a href=\"http:\/\/www.epd.de\/dokumentation\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">www.epd.de\/dokumentation<\/a><br \/>Eckert, J., Ed. (2004): Anthropologie der Konflikte, Bielefeld, Transcript.<br \/>Eiwert, Georg\/Feuchtwang, Stephan\/Neubert, Dieter (Eds). (1999): Dynamics of Violence. Sociologus, Berlin, Duncker &amp; Humblot.<br \/>Free, J. H. (2009): Was bringt Bourdieus. Soziologie der Analyse von Postkonflikt-Gesellschaften? Tagungsband 34. Kongress der DGS, Deutsche Gesellschaft f&uuml;r Soziologie, Wiesbaden, VS Verlag f&uuml;r Sozialwissenschaften (in press).<br \/>Habermas, J. (1995 (1981)): Theorie des kommunikativen Handelns, Suhrkamp, Frankfurt am Main. H&uuml;sken, T. (2004): Georg Elwert und die Berliner Schule der skeptischen Sozialanthropologie Anthropologie der Konflikte, J. Ecker1, Bielefeld, Transcript.<br \/>Zuercher, C. (2004): Einbettung &#8212; Entbettung: Empirische institutionszentrierte Konfliktanalyse Anthropologie der Konflikte, J. Eckert, Bielefeld, Transcript: 102&#8212;121.<\/p>\n","protected":false},"featured_media":0,"template":"","categories":[],"tags":[667],"autoren":[418],"publikationen":[1445],"class_list":["post-11772","publikation","type-publikation","status-publish","hentry","tag-vorgaenge-artikel","autoren-michael-daxner","publikationen-195-vorgaenge"],"acf":[],"yoast_head":"<!-- This site is optimized with the Yoast SEO plugin v28.5 - https:\/\/yoast.com\/product\/yoast-seo-wordpress\/ -->\n<title>Die Interventionsgesellschaft Afghanistans - Humanistische Union<\/title>\n<meta name=\"robots\" content=\"index, follow, max-snippet:-1, max-image-preview:large, max-video-preview:-1\" \/>\n<link rel=\"canonical\" href=\"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/vorgaenge\/195-vorgaenge\/publikation\/die-interventionsgesellschaft-afghanistans\/\" \/>\n<meta property=\"og:locale\" content=\"de_DE\" \/>\n<meta property=\"og:type\" content=\"article\" \/>\n<meta property=\"og:title\" content=\"Die Interventionsgesellschaft Afghanistans - Humanistische Union\" \/>\n<meta property=\"og:description\" content=\"Die F&auml;hrnisse milit&auml;risch erzwungenen Fortschritts aus: Vorg&auml;nge 195 ( Heft 3\/2011), S.98-110 Die F&auml;hrnisse milit&auml;risch erzwungenen FortschrittsDieser Text enth&auml;lt eine F&uuml;lle von Anschlussfeldern, die nicht ausgearbeitet und entfaltet sein k&ouml;nnen. 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