{"id":11773,"date":"2011-09-13T10:00:00","date_gmt":"2011-09-13T08:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/publikation\/feminismus-und-fortschrittsdenken\/"},"modified":"2011-09-13T12:00:00","modified_gmt":"2011-09-13T10:00:00","slug":"feminismus-und-fortschrittsdenken","status":"publish","type":"publikation","link":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/vorgaenge\/195-vorgaenge\/publikation\/feminismus-und-fortschrittsdenken\/","title":{"rendered":"Feminismus und Fortschrittsdenken"},"content":{"rendered":"<p>Reflexive Brechungen und vielf\u00e4ltige Horizonte<\/p>\n<p>aus: Vorg\u00e4nge 195 ( Heft 3\/2011), S.111-119<\/p>\n<p>Die feministische Fortschrittskritik hat das hegemoniale westliche Fortschrittsdenken kritisiert und konterkariert. Sie ist von Ambivalenzen und reflexiven Brechungen gekennzeichnet. Auch deswegen hat sie wenig geschlossene Fortschrittsvisionen entwickelt. Feministische Ans\u00e4tze \u00fcber die gesellschaftliche Zukunft sind zum Einen in Utopien oder in ihrem &#132;schwarzen Gegenst\u00fcck&#148;, den Dystopien wie auch der Science Fiction beheimatet. Zum Zweiten spielen einige Str\u00e4nge mit einer Aufl\u00f6sung oder Dekonstruktion des Geschlechts. Zum Dritten wurden Entw\u00fcrfe zur Aufhebung der gesellschaftlichen Ungleichheit vorgeschlagen. Aber eben diese reflexiven Brechungen und Ambivalenzen sind relevant und interessant, wenn man das hegemoniale Fortschrittsmodell der westlichen Gesellschaft auf den Pr\u00fcfstand stellen will.<\/p>\n<p>Diesem Beitrag liegen die Thesen zu Grunde, dass das hegemoniale westliche Forschrittsdenken durch einen linearen Progressismus gekennzeichnet ist. Als Progressismus bezeichne ich den Glauben an den Fortschritt und insbesondere die Annahme, dass die historische Entwicklung in einer Linie zur Ausweitung des Marktes, des Wissenschaft und Technik und Demokratie f\u00fchrt. Die Fortschrittskritik der Neuen Frauenbewegung bewegt sich demgegen\u00fcber eher in Spiralen: Sie orientiert sich nicht an einem homogenen Fortschrittsbild, sondern an der Anerkennung der Differenz. Sie sieht auch seitw\u00e4rts auf die Ausgeschlossenen, wie die Frauen, die &#132;dritte Welt&#148;, und die Natur. Diese Sichtweisen resultieren aus der Reflektion der eigenen Erfahrungen von Ungleichheit und Exklusion in der Moderne &#8211; und keinesfalls aus einem m\u00fctterlichen oder gar &#132;besseren&#148; Sozialcharakter der Frauen, auch wenn dies in differenzorientierten Str\u00f6mungen der Frauenbewegung manchmal behauptet wurde. Doch sowohl der Ertrag wie auch der Preis des Denkens in Spiralen ist hoch: Der Vielfalt und Breite des Blicks steht die Fragmentierung und der zu Grunde liegende Ausschluss entgegen. Es gibt also keinen Anlass, die feministische Fortschrittskritik zu idealisieren, aber sie ist wichtig f\u00fcr eine Kritik des herrschenden Fortschrittsmodells und f\u00fcr weiterf\u00fchrende Zukunftsperspektiven.<\/p>\n<p>Im Folgenden will ich zun\u00e4chst dies Verh\u00e4ltnis von Linie und Spirale beleuchten. Deshalb gehe ich zun\u00e4chst kurz auf hegemoniale Fortschrittsmodelle, den Ausschluss von Frauen in der Moderne und auf die feministische Fortschrittskritik ein. Dann diskutiere ich einige feministische Ans\u00e4tze, die in diesem Zusammenhang relevant und weiterf\u00fchrend sind.<\/p>\n<h5><span id=\"das-hegemoniale-lineare-fortschrittsdenken-und-die-modernisierung-der-geschlechterordnung\">Das hegemoniale lineare Forts&shy;chritts&shy;denken und die Moder&shy;ni&shy;sie&shy;rung der Geschlech&shy;ter&shy;ord&shy;nung<\/span><\/h5>\n<p>Das hegemoniale Fortschrittsmodell, so lautete die These. ist linear progressiv angelegt: Es nimmt an, dass die Gesellschaft sich ohne wesentliche Br\u00fcche in eine &#132;bessere Zukunft&#148; entwickelt (vgl. auch K\u00f6\u00dfler 1998). Die unterschiedlichen progressiven Denkrichtungen nehmen verschiedene Triebkr\u00e4fte dieser Entwicklung an: Der Liberalismus setzte auf einen linearen Fortschritt durch die Entwicklung des freien Marktes, der Wissenschaft und Technik und der Demokratie in einer Gesellschaft freier und rationaler Marktb\u00fcrger. Die Berufung auf die Kr\u00e4fte des Marktes, des Wirtschaftswachstums und der Demokratie wurde in der Globalisierung zur hegemonialen Ideologie. Aber der Einschluss in diese \u00f6ffentlichen Sph\u00e4ren f\u00fcr die M\u00e4nner der herrschenden Schichten beruhte auf dem Ausschluss der Frauen und der Kolonisierten, wie noch zu zeigen sein wird.Der Sozialismus verband Fortschrittsdenken mit tief greifender Kritik am kapitalistischen System. Der Kapitalismus beruhte in dieser Sicht auf der Irrationalit\u00e4t des individuellen Profitstrebens und er brachte die grundlegende Klassenspaltung zwischen Kapitalisten und Besch\u00e4ftigten hervor. Zugleich aber schuf er erst die Mittel, um diese Spaltung zu \u00fcberwinden: Der Klassenkampf w\u00fcrde zur Revolution, zur vern\u00fcnftigen Umgestaltung der Menschheit in eine klassenlose Gesellschaft f\u00fchren. Sie w\u00fcrde auf dem materiellen \u00dcberfluss beruhen, der durch Wissenschaft und Technik im Rahmen des Kapitalismus erm\u00f6glicht wird. Nicht der Marktb\u00fcrger, sondern der vielseitige Vernunftb\u00fcrger stand im Zentrum: Der Philosoph k\u00f6nnte nachmittags fischen oder kochen und die K\u00f6chin philosophieren. Das Modell beinhaltete also die Abschaffung der Arbeitsteilung, auch der geschlechtlichen, durch Vergesellschaftung aller Aufgaben und die Aufhebung des Privaten.<\/p>\n<p>In der sozialistischen Sicht f\u00fchrte der Fortschritt zu wachsendem gesellschaftlichen Reichtum, aber er erwuchs aus dem Konflikt. Im Zentrum des linken progressistischen Konfliktmodells standen die (m\u00e4nnlichen) Arbeiter, die Gewerkschaften und die linke Partei als deren politische Vertretung. Frauen waren nicht ausgeschlossen, aber auf Grund ihrer Randstellung in der Produktion und der Interessenorganisation marginalisiert.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend die Wachstumsperspektive linear progressistisch angelegt war, erm\u00f6glichte die konflikttheoretische Grundlegung auch eine Hinterfragung dieses linearen Progressismus. So fokussierte die Frankfurter Schule die Brechungen des Fortschrittsdenkens, indem sie die Dialektik der Aufkl\u00e4rung herausarbeitete. Sie beeinflusste die neue Frauenbewegungen wie auch die Studenten- und Jugendbewegungen nach 1968 grundlegend.<\/p>\n<p>Diese progressistischen Fortschrittsmodelle beruhten also auf den m\u00e4nnlich zentrierten Sph\u00e4ren des Marktes und der Produktion, der Wissenschaft und der Demokratie. Ihr Leitbild war der m\u00e4nnliche B\u00fcrger als Familienern\u00e4hrer in der Nation. Gleichheit erforderte eine Angleichung an dieses Leitbild des Mannmenschen, w\u00e4hrend die Frauen als das &#132;andere Geschlecht&#148; galten. Das Private wurde als traditioneller marginaler Teilbereich und Reich der Hausfrau und Mutter betrachtet, die den Anschluss an die Moderne nur durch Zugang zum Arbeitsmarkt schaffen konnte.<\/p>\n<p>So ordneten diese Modelle Frauen unter und schlossen sie tendenziell aus. Denn in der Moderne wurde die Geschlechterungleichheit entgegen ihrem Leitbild von Freiheit, Gleichheit und Solidarit\u00e4t nicht aufgehoben, sondern sie wurde in das Fundament der neuen Gesellschaftsordnung eingebaut. Begr\u00fcndet wurde das mit der modernen Vorstellung einer biologischen Geschlechterdifferenz und der dadurch begr\u00fcndeten ungleichen Arbeitsteilung, nach der Frauen und M\u00e4nnern unterschiedliche Aufgaben zugewiesen wurden: Der Mann trug Verantwortung f\u00fcr Staat und Wirtschaft, die Frau f\u00fcr den Haus-halt und die Versorgung von Mann und die Kindern. Die gesellschaftliche Entwicklung, die im linearen Progressismus als Fortschritt gefeiert wurde; brachte f\u00fcr Frauen eine mehrstufige Modernisierung der Ungleichheit, die hier knapp am Beispiel der Modemisierungen der modernen Geschlechterordnung umrissen werden soll (vgl. ausf\u00fchrlich Mae, Lenz 2012).<\/p>\n<p>Die neopatriarchale Geschlechterordnung bildete sich parallel zur Nationenbildung und zur Entwicklung des Kapitalismus heraus. Sie war mit dem modernen Klassensystem und dem Kolonialismus gekoppelt. Macht in Staat, Politik und Wirtschaft kam M\u00e4nnern der nationalen Eliten zu, w\u00e4hrend Frauen bis ins 20. Jahrhundert vom Wahlrecht, von der Wissenschaft und von Entscheidungspositionen in der Wirtschaft ausgeschlossen waren. Zugleich erhielten M\u00e4nner im modernen Familienrecht als Haushalts-vorstand Autorit\u00e4t \u00fcber ihre Ehefrauen, ihre S\u00f6hne und T\u00f6chter.<\/p>\n<p>Zu Mitte des 20. Jahrhunderts wurde die neopatriarchale allm\u00e4hlich durch die <i>differenzbasierte Geschlechterordnung <\/i>abgel\u00f6st, in der nicht mehr die v\u00e4terliche Autorit\u00e4t \u00fcber den gesamten Haushalt, sondern die biologisch abgeleitete Geschlechterdifferenz zwischen m\u00e4nnlichem Ern\u00e4hrer und Hausfrau leitend war. Geschlecht wurde als duale biologische Festlegung verstanden, aus der deterministisch &#132;nat\u00fcrliche Geschlechterrollen&#148; abgeleitet wurden. Diese Geschlechterrollen wurden in Form des Ern\u00e4hrer-\/Hausfrauenmodells in den sich herausbildenden Wohlfahrtsstaat eingebaut: Die Lohnarbeit zur Absicherung der Familie wurde &#132;dem Mann&#148; zugeordnet und die unbezahlte Familien- und Versorgungsarbeit &#132;seiner Hausfrau&#148;. W\u00e4hrend die vorige neopatriarchale Hierarchie auch mit der Autorit\u00e4t des m\u00e4nnlichen B\u00fcrgers und Familienvaters legitimiert wurde, begr\u00fcndete die differenzbasierte Ordnung die geschlechtliche Arbeitsteilung vor allem mit der biologischen Geschlechterdifferenz: Sie f\u00fchre zu ungleichen Aufgaben und Lebenssph\u00e4ren von grunds\u00e4tzlich gleichen B\u00fcrgern, die tendenziell als &#132;different, but equal&#148; angesehen wurden.<\/p>\n<p>Gegenw\u00e4rtig zeichnet sich der \u00dcbergang zu einem <i>flexibilisierten Geschlechterregime <\/i>ab. Zun\u00e4chst errangen Frauen zunehmend den Zugang auch zu h\u00f6herer allgemeiner und beruflicher Bildung. Im Wandel zur Dienstleistungsgesellschaft konnten sie sich mittlere Berufspositionen er\u00f6ffnen. Sie wurden damit zu neuen Humanressourcen eines globalisierten und flexibilisierten Kapitalismus, der sie als Speerspitze der sich ausweitenden flexiblen oder prek\u00e4ren Arbeitsverh\u00e4ltnisse einsetzt. Das m\u00e4nnliche Ern\u00e4hrermodell schmilzt tendenziell ab und die flexiblen Besch\u00e4ftigungsformen zwischen Teilzeitarbeit und Prekariat, die mehrheitlich weiblich sind, wachsen an.<\/p>\n<p>Frauen erreichen nun Zugang zur politischen und wirtschaftlichen \u00d6ffentlichkeit und der fr\u00fchere grundlegende Ausschluss ist erodiert. Doch wurde das Private erneut privatisiert und unbezahlte Versorgungsarbeit wie Kinderversorgung erscheint als St\u00f6rfaktor einer unbegrenzten Verf\u00fcgbarkeit f\u00fcr den Arbeitsmarkt. Das \u00f6ffentliche Bewusstsein schwindet erneut, dass es sich um gesellschaftliche unverzichtbare Arbeit zur Reproduktion der n\u00e4chsten Generationen handelt, ohne die eine Gesellschaft Gefahr l\u00e4uft, sich abzuschaffen.<\/p>\n<p>Der m\u00f6gliche \u00dcbergang zu einer flexibilisierten Geschlechterordnung wird nicht nur von einem globalisierten postfordistischen Kapitalismus sondern auch von den neuen Wellen der Frauenbewegung und der Gleichstellungspolitik nach 1970 vorangetrieben. Der neue Feminismus griff die differenzbasierte Ordnung heftig an, die Frauen kollektiv auf die Hausfrauen- und Mutterrolle festlegte. Er setzte sich f\u00fcr h\u00f6here Bildung und bessere Berufschancen f\u00fcr Frauen ein. Schlie\u00dflich hinterfragte er die moderne Vorstellung eines biologischen Geschlechts als St\u00fctzpfeiler sozialer Ungleichheit mit der These der kulturellen Konstruktion von Gender. Dabei zielte er auf eine egalit\u00e4re Geschlechterordnung und Anerkennung der Differenz von Frauen und anderen Gruppen und er er\u00f6ffnete neue Partizipations- und Freiheitsr\u00e4ume. Die &#132;unbeabsichtigte Nebenfolge&#148; war das Aufbrechen bisheriger Sicherheiten, die mit dem Ern\u00e4hrer-\/Hausfrauenmodell und der biologische Geschlechtsnorm verbunden waren, die Flexibilisierung und Entgrenzung von Lohnarbeit und die Abwertung der unbezahlten Versorgungsarbeit.<\/p>\n<p>In diesem Abschnitt wurde das lineare progressistische Fortschrittsdenken der liberalen und linken Str\u00f6mung mit der Modernisierung der Geschlechterordnungen und der Formen der geschlechtlichen Ungleichheit konfrontiert. Die Frauenbewegungen haben an diesen Modernisierungen mitgewirkt, wenn auch die Ergebnisse ihren Zielen widersprachen. Vor diesem Hintergrund sollen nun Ans\u00e4tze der feministischen Fortschrittskritik diskutiert werden.<\/p>\n<h5><span id=\"fortschrittskritik-in-feministischen-utopien-und-science-fiction\">Forts&shy;chritts&shy;kritik in feminis&shy;ti&shy;schen Utopien und Science-&shy;Fic&shy;tion<\/span><\/h5>\n<p>Feministische Utopien und Science-Fiction bieten eine wesentliche Quelle f\u00fcr das feministische Fortschrittsdenken. Ich m\u00f6chte einige viel gelesene Romane diskutieren, die zu ihrer Zeit repr\u00e4sentativ f\u00fcr feministisches Denken waren und es zugleich befruchtet haben. Dabei werden die Kontinuit\u00e4t der Ambivalenzen und reflexiven Brechungen deutlich, aber auch deren Radikalisierung im neuen Feminismus.[1]<\/p>\n<p>Die feministische Forscherin und Journalistin Charlotte Perkins Gilman ver\u00f6ffentlichte ihren utopischen Roman <i>Herland<\/i> im Jahre 1915. Drei Entdecker aus Kalifornien gelangen mit ihrem Flugzeug in eine isolierte, aber hochzivilisierte Frauengesellschaft, die auf der Logik einer verallgemeinerten Mutterschaft beruht. Nachdem die M\u00e4nner vor langer Zeit durch eine Reihe von Katastrophen ausgestorben waren, pflanzten sichausgew\u00e4hlte M\u00fctter durch eine kulturell regulierte (und nicht biologisch gegebene) Parthogenese fort: Die Sehnsucht einer Frau nach einem Kind begr\u00fcndete eine Schwangerschaft, w\u00e4hrend die Sorge f\u00fcr die Kinder von allen Frauen \u00fcbernommen wurde. Aber die M\u00fctterzivilisation baute nicht allein auf dieser kulturellen Eugenik auf, sondern sie konnte auch B\u00e4ume genetisch zu h\u00f6chst fruchtbaren und langlebigen Nutzpflanzen weiterentwickeln und selbst Katzen z\u00fcchten, die nur Ratten und M\u00e4use fangen, aber keine V\u00f6gel jagen. Das Frauenland ist ein \u00f6kologisches Paradies, in dem Menschen, Tiere und Pflanzen friedlich zusammenleben. Der Roman liest sich wie ein Gegenentwurf zum produktionszentrierten Progressismus und zur neopatriarchalen Geschlechterordnung. Er stellt die Reproduktion, also das Kinderbekommen und Erziehen, als kulturelle Meisterleistung der M\u00fctterzivilisation dar. Diese verf\u00fcgt \u00fcberdies &#150; im Gegensatz zu den marxistischen Vorstellungen eines primitiven Matriarchats als unterster Stufe der Evolution &#150; \u00fcber Wissenschaft, eine hohe Produktivit\u00e4t und kulturelle Entwicklung, die Gewalt und Verbrechen weitgehend \u00fcberwunden hat.<\/p>\n<p>Nun will ich am Beispiel von <i>Herland <\/i>meine These kurz pointieren, dass feministische Utopien eine Fortschrittskritik und -perspektive herausarbeiten, die auf reflexiven Brechungen, Ambivalenzen und einer Spiralsicht beruhen. Gilman relativiert das Geschlecht als biologische Norm, die eine ungleiche Arbeitsteilung legitimieren soll, und \u00f6ffnet es zugleich im Sinne einer egalit\u00e4ren Differenz. Frauen k\u00f6nnen alles in diesem Gegenbild zum modernen m\u00e4nnlich zentrierten Fortschritt: Sie forschen und studieren, arbeiten und \u00fcben Sport, so dass sie intellektuell und k\u00f6rperlich stark und selbstbewusst sind. Das M\u00fctterland ist auf Reproduktion zentriert &#150; wie das moderne M\u00e4nnerland auf die Produktion. Aber sowohl der Zwang der modernen M\u00e4nnlichkeits- und Weiblichkeitsnormen wie auch der Dominanz eines Geschlechts werden grundlegend kritisiert. Die Eingeschlechtlichkeit des Frauenlandes und seine Frauenzentrierung k\u00f6nnen als sarkastische Kritik an der M\u00e4nnerzentrierung der Moderne gelesen werden. Schlie\u00dflich w\u00fcnschen die Frauen, diese Einseitigkeit zu \u00fcberwinden und wieder einen zweigeschlechtlichen Zustand herzustellen. Der Erz\u00e4hler, ein Soziologe, verl\u00e4sst seine ansozialisierte m\u00e4nnliche \u00dcberlegenheitshaltung und bewegt sich in Richtung der Anerkennung der Frauen und des Frauenlandes. Er sieht sie als Menschen (people), die ihm nah sind und von denen er sich nicht abgrenzen muss. Seine Geliebte erhofft von dem Zusammenleben mit M\u00e4nnern gro\u00dfe Bewegung, dauernden Wandel und neue Entwicklungsm\u00f6glichkeiten. Sie ist zutiefst \u00fcberzeugt von dem Vorteil des Zusammenlebens von zwei Geschlechtern und der \u00dcberlegenheit einer Welt mit M\u00e4nnern gegen\u00fcber dem einseitigen Frauenland. Am Ende von Gilmans Utopie steht also das Experiment einer egalit\u00e4ren Differenz &#150; und nicht der homogene m\u00e4nnliche Nationalb\u00fcrger. Sie baut auf der Elternschaft von M\u00fcttern und V\u00e4tern und der Gleichheit der Geschlechter, nicht der Genderdifferenzierung, auf.<\/p>\n<p>Feministische Dystopien und Science-Fiction, die in dem neuen Aufbruch der 1960er Jahre entstanden, behandeln vergleichbare Themen der Geschlechterdifferenz und Ungleichheit, der Mutterschaft und K\u00f6rper, aber sie dekonstruieren sie radikal. Ursula le Guin entwarf in <i>The Left Hand of Darkness <\/i>1969 in einem Gedankenexperiment.Menschen mit wechselndem Geschlecht in einer Gesellschaft ohne ein institutionalisierschlechtsfrei und wechseln in der monatlichen Trieb- und Paarungsphase flexibel ihr Geschlecht in Kommunikation mit ihrem Partner. Aus einer androgynen Anlage entwickeln sich durch hormonelle Steuerung in diesem Austausch weibliche oder m\u00e4nnliche Sexualorgane. Bei einer Befruchtung bleibt die Person w\u00e4hrend der Schwangerschaft und Stillzeit weiblich, wird danach aber wieder zum perfekten Androgyn. Die Mutter von mehreren Kindern kann also auch der Vater weiterer Nachkommen sein. Zwar existieren die Worte m\u00e4nnlich und weiblich, aber sie bezeichnen vor\u00fcbergehende Zust\u00e4nde, die je nach der sexuellen Interaktion variabel sind. In Le Guins Gedankenexperiment sind die Sexualit\u00e4t und die Reproduktion von festen Genderzuweisungen freigesetzt, sie werden vielmehr je nach der Qualit\u00e4t der sexuellen Interaktion selbstt\u00e4tig flexibel gestaltet.<\/p>\n<p>Marge Piercy schildert in der Dystopie <i>Women at the Edge of Time <\/i>(1976) eine \u00f6kologische und gerechte Zukunftsgesellschaft, in der die Reproduktion nicht mehr durch das Geschlecht diktiert wird: Babies wachsen in einem Laboratorium heran, das an ein gro\u00dfes Aquarium erinnert. Nach der Geburt k\u00fcmmern sich drei Personen als soziale Ko-M\u00fctter um jedes Kind, die ihre K\u00f6rper hormonell f\u00fcr das Stillen ver\u00e4ndern. Barbarossa mit seinen 45 Jahren und seinem intellektuellen Schulmeistergesicht hat kleine Br\u00fcste und beim Stillen schwebt er vor Freude im Raum. Beim Zusehen wird der Hauptfigur des Romans zun\u00e4chst \u00fcbel. Sie ist eine Mexikanerin in den USA, die in die Psychiatrie eingewiesen wurde, und hat das Sorgerecht f\u00fcr ihre Tochter verloren. Die Erinnerung an die eigene, ihr aber abgesprochene und zerst\u00f6rte Mutterschaft empfand sie als letzten Rest ihrer Macht. Aber bald entscheidet sie sich, f\u00fcr diese Zukunftsgesellschaft zu k\u00e4mpfen und Gewalt anzuwenden; denn von ihrem Handeln h\u00e4ngt ab, ob sich der weitere Fortschritt zu der geschlechterfreien \u00f6kologischen Utopie oder zu einer dystopischen zutiefst ungleichen Kontrollgesellschaft wenden wird.<\/p>\n<p>In diesen Romanen zum Aufbruch der neuen Frauenbewegung wurde das Geschlecht in Gedankenexperimenten radikal dekonstruiert &#151; und damit wird auch die Grundlage der differenzbasierten Geschlechterordnung angegriffen. Geschlecht hat in diesen Entw\u00fcrfen seine institutionelle Bedeutung wie auch seine k\u00f6rperliche Verankerung verloren und es ist nach Liebes- und Versorgungsbeziehungen und eigenen W\u00fcnschen flexibel selbstgestaltbar und ver\u00e4nderbar. Aber der Fortschritt ist kontingent und h\u00e4ngt vom individuellen Handeln auch der Ausgeschlossenen und Marginalisierten ab, nicht von m\u00e4chtigen Gro\u00dforganisationen.<\/p>\n<h5><span id=\"zwischen-dekonstruktion-des-geschlechts-und-aufbau-einer-egalitaeren-gesellschaft\">Zwischen Dekon&shy;struk&shy;tion des Geschlechts und Aufbau einer egalit&auml;ren Gesell&shy;schaft<\/span><\/h5>\n<p>In diesem Beitrag wurden bislang das hegemoniale lineare Fortschrittsdenken mit den weiblichen Erfahrungen von Ausschluss und Unterordnung in der Modernisierung konfrontiert. Vor diesem Hintergrund wurden die reflexiven Brechungen, die Ambivalenz und die Spiralsicht der feministischen Fortschrittskritik am Beispiel der Science-Fiction und Utopien betrachtet. Eine geschlossene Fortschrittsprogrammatik hat der Feminismus, der sich eher im Plural entwickelt hat, nicht zu bieten. Die Feminismen haben aber<br \/>wichtige Vorschl\u00e4ge f\u00fcr die gesellschaftliche Entwicklung ausgearbeitet, die ich zum Schluss noch knapp vorstellen will. Sie bewegen sich zwischen der Dekonstruktion des Geschlechts und Wegen zu einer geschlechtergerechten \u00f6kologischen Weltgesellschaft.<\/p>\n<h5><span id=\"dekonstruktion-oder-deinstitutionalisierung-des-geschlechts\">Dekon&shy;struk&shy;tion oder Deinsti&shy;tu&shy;ti&shy;o&shy;na&shy;li&shy;sie&shy;rung des Geschlechts<\/span><\/h5>\n<p>Die moderne Geschlechterdualit\u00e4t hat die differenzbasierte Geschlechterordnung legitimiert. Konstruktivistische Ans\u00e4tze richten sich deswegen darauf, geschlechtsduale Denkweisen und Politiken zu kritisieren und die umfassende Bedeutung (Omnirelevanz) des Geschlechts als Ungleichheitskategorie zur\u00fcckzudr\u00e4ngen.[2] Das Ziel ist, durch eine Deinstitutionalisierung des Geschlechts gesellschaftliche Gleichheit zu erreichen.<\/p>\n<p>Diese Ans\u00e4tze haben sich in feministischen und Jugendmilieus rasch verbreitet. Gleichzeitig aber wird der Geschlechterdualismus in der Massenkultur und im Alltags-leben wieder popul\u00e4r: So wird in Bestsellern oder Babyw\u00e4sche nach der Rosa-Blau-Ordnung die Geschlechterdifferenz erneut propagiert und zelebriert. Es scheint, als sei das Geschlecht in Zeiten der Unsicherheit eine letzte sichere pers\u00f6nliche Ressource. In-sofern greift die konstruktivistische Debatte die kulturelle Stabilisierung der differerenzbasierten Geschlechterordnung an, w\u00e4hrend diese eben br\u00fcchig wird. Jedoch konfrontiert sie die sich abzeichnende flexibilisierte Geschlechterordnung kaum, sondern sie bleibt oft auf der Ebene des Diskurses, der kulturellen Muster und der individuellen Wahlm\u00f6glichkeiten stehen und hat wenig zu strukturellen Ver\u00e4nderungen beigetragen.<\/p>\n<p>Zudem sind Geschlechterhierarchie und Geschlechterdifferenz nicht das gleiche, denn geschlechtsegalit\u00e4re Gesellschaften k\u00f6nnen durchaus auf einer Anerkennung von Differenz aufbauen (vgl. Lenz, Luig 1990). Dass Geschlechtergleichheit durch eine &#132;Abschaffung des Geschlechts&#148; &#151; und nicht eher durch seine Deinstitutionalisierung &#151; erreicht werden kann, mag wohl bezweifelt werden. Immerhin w\u00e4re die Tragweite eines solchen anthropologischen Sprungs zu bedenken.<\/p>\n<h5><span id=\"oekologische-emanzipation-und-globale-geschlechtergerechtigkeit\">&Ouml;kologische Emanzi&shy;pa&shy;tion und globale Geschlech&shy;ter&shy;ge&shy;rech&shy;tig&shy;keit<br \/><\/span><\/h5>\n<p>Der neue Feminismus hat die Frage von \u00d6kologie, Wirtschaftswachstum und Demokratie intensiv diskutiert (Lenz 2010). In den 1980er Jahren hat Maria Mies eine Vision f\u00fcr eine gleichheitliche regionale Subsistenzwirtschaft entwickelt, die Teile der Gr\u00fcnen beeinflusst hat. Allerdings fehlte ihr u.a. ein Demokratiekonzept (Mies in Lenz 2010: 409-419; 862-864). Bis heute werden solche Ans\u00e4tze etwa unter dem Leitwort der Tausch-oder Gaben\u00f6konomie international weiterdiskutiert. Der \u00d6kofeminismus hat auch den Widerspruch zwischen \u00f6kologisch begrenzter Wirtschaft und einer individuellen Emanzipationslogik herausgearbeitet, die sich auf das Wirtschaftswachstum und die sich dar-aus ergebenden erweiterten Konsumm\u00f6glichkeiten, wie Waschmaschinen, Autos und Flugzeuge st\u00fctzt (Lenz 2010: 854-862).<\/p>\n<p>Der Unabh\u00e4ngige Frauenverband, der als Zusammenschluss der Frauen im Osten am 3.12.1989 kurz nach dem Fall der Mauer entstand, rief in seinem Gr\u00fcndungsmanifest nach einem Wirtschaftskonzept, das eine \u00f6kologische Reorganisation der Gesellschaft mit Bed\u00fcrfnisbefriedigung und individueller Partizipation verbindet (Lenz 2010 880; 877-884). Diese Forderung ist weiterhin aktuell.<\/p>\n<p>Ein solches Wirtschaftsmodell ist nur in globalem Ma\u00dfstab vorstellbar und langfristig umsetzbar. Die internationale Frauenbewegung hat dazu umfassende Ans\u00e4tze und Visionen entwickelt, die in der IV. Weltfrauenkonferenz in Peking 1995 als Weltaktionsplattform beschlossen wurden. Ein breites Frauennetzwerk in Deutschland hat dazu ein Memorandum erarbeitet, in dem &#132;Alternativen f\u00fcr eine Weltgesellschaft ohne Diskriminierung, Rassismus und Armut, ohne Kriege und Gewalt gegen Menschen und Natur&#148; gefordert und erste Schritte in neun Bereichen vorgeschlagen werden, die u. a. Wirtschaft, Arbeit, \u00d6kologie, Gewalt, Entwicklung und Machtbildung von Frauen umfassen (Lenz 2010: 925; 924-934).<\/p>\n<h5><span id=\"wohlfahrtsstaatlicher-wandel-und-care-als-kerneiner-geschlechter-und-generationengerechten-entwicklung\">Wohlfahrts&shy;s&shy;taat&shy;li&shy;cher Wandel und Care als Kern<br \/>einer geschlech&shy;ter- und genera&shy;ti&shy;o&shy;nen&shy;ge&shy;rechten Entwicklung<\/span><\/h5>\n<p>Feministische SoziologInnen haben wohlfahrtsstaatliche Modelle entwickelt, in denen dekonstruktive Geschlechterans\u00e4tze mit einer Balance von Staat, Wirtschaft und Familie verbunden sind. Judith Lorber konzipiert eine allgemeine strukturelle Gleichheit, in der \u00f6konomische Gleichheit, Rassenunterschiede und sexuelle Ausbeutung aufgehoben sind und Geschlecht sozial irrelevant wird (Lorber 1999: 402, ff.). Jane Lewis und Gillian Pascall haben ein Modell vernetzter Gleichheitspolitiken entwickelt, in dem die wesentlichen Elemente ungleicher Geschlechtersysteme aufgenommen sind: &#8222;their allocations of paid work, care work, income and time&#8220; (Pascall, Lewis 2004: 380). Sie untersuchen, wie Gleichheit in diesen f\u00fcnf Bereichen auf den Ebenen des Individuums, des Haushalts, der Zivilgesellschaft und des Staates verankert werden kann (ibid. ff.). Sie bieten einen institutionellen Gleichheitsansatz, der Partizipation und flexible Sicherheit jenseits der Trends zu flexibilisierten und individualisierten Geschlechterordnung vorsieht.<\/p>\n<p>Im Kern neuerer Debatten steht die Frage der care, der F\u00fcrsorge und des Versorgens von Kindern, \u00c4lteren und Schw\u00e4cheren. Hier verbinden sich dekonstruktivistische Gleichheitsans\u00e4tze mit der Frage nach der demographischen Krise und der Selbsterneuerung der Gesellschaft, die im linearen Progressismus ausgegrenzt und auf die Biologie und das Geschlecht ausgelagert worden sind. Marx hatte noch gemeint, dass man die Reproduktion der Gesellschaft getrost dem biologischen Fortpflanzungstrieb der Arbeiter \u00fcberlassen k\u00f6nne. Die demographische Krise manifestiert sich aber am sch\u00e4rfsten in Gesellschaften mit einem ausgepr\u00e4gten, aber erodierenden Ern\u00e4hrer-\/Hausfrauenmodell und seinen dualen Geschlechternormen wie in Deutschland, Italien, Japan und Korea. Die Care-Debatte deutet an, dass ein gutes Weiterleben und die Zukunftsf\u00e4higkeit der Gesellschaft von Geschlechtergleichheit und einer Balance zwischen \u00f6ffentlicher Teilhabe und privater F\u00fcrsorge abh\u00e4ngen werden und feministische Beitr\u00e4ge daf\u00fcr unverzichtbar sind.<\/p>\n<p>[1] Es handelt sich um ausgew\u00e4hlte Utopien, die besonders gro\u00dfe Wirkung zeitigten (vgl, u. a. Courage 1981, Heft 7). Reflexive Brechungen und Ambivalenzen sind eher repr\u00e4sentativ f\u00fcr dieses Genre (Holland-Cunz 1988), aber selbstverst\u00e4ndlich gibt es andere (und auch wenig reflektierte) feministische Utopien.<br \/>[2] Vgl. Lenz 2010: 419-434. Im Folgenden wird aus Platzgr\u00fcnden eine Reihe von Ans\u00e4tzen aus di eser umfassenden Quellensammlung zur Neuen Frauenbewegung zitiert.<\/p>\n<p><b>Literatur<\/b><\/p>\n<p>Gilman, Charlotte Perkins (1915): Herland In: The Forerunner, 6, Januar &#150; Dezember 1915. Holland-Cunz, Barbara (1988): Feministische Utopien &#150; Aufbruch in die postpatriarchale Gesellschaft, Meitingen.<br \/>K\u00f6\u00dfler, Reinhart (1998): Entwicklung. M\u00fcnster.<br \/>Le Guin, Ursula (1969): The Left Hand of Darkness, New York.<br \/>Lenz, llse\/Luig, Ute (1990): Frauenmacht ohne Herrschaft. Geschlechterverh\u00e4ltnisse in nichtpatriarchalischen Gesellschaften, 2. Aufl.1995, Frankfurt a. M.<br \/>Lenz, Ilse (2008): Die Neue Frauenbewegung in Deutschland. Abschied vom kleinen Unterschied. Eine Quellensammlung, 2. Auflage 2010. Wiesbaden: VS Verlag.<br \/>Lenz, Ilse (2009): Die Neue Frauenbewegung in Deutschland. Abschied vom kleinen Unterschied. Ausgew\u00e4hlte Quellen., Wiesbaden (erh\u00e4ltlich bei den Landeszentralen f\u00fcr Politische Bildung Berlin, NRW, Rheinland-Pfalz).<br \/>Lorber, Judith (1999): Gender-Paradoxien, Opladen.<br \/>Mae, Michiko\/Lenz, Ilse (2012): Frauenbewegung in Japan. Gleichheit, Differenz, Partizipation, Wies-baden.<br \/>Pascall, Gillian\/Lewis Jane (2004): Emerging Gender Regimes and Policies for Gender Equality in a Wider Europe, in: Journal of Social Politics, 33, 3, S. 373&#150;394.<br \/>Piercy, Marge (1976): Women on the Edge of Time, New York.<\/p>\n","protected":false},"featured_media":0,"template":"","categories":[],"tags":[667],"autoren":[2161],"publikationen":[1445],"class_list":["post-11773","publikation","type-publikation","status-publish","hentry","tag-vorgaenge-artikel","autoren-ilse-lenz","publikationen-195-vorgaenge"],"acf":[],"yoast_head":"<!-- This site is optimized with the Yoast SEO plugin v28.5 - https:\/\/yoast.com\/product\/yoast-seo-wordpress\/ -->\n<title>Feminismus und Fortschrittsdenken - Humanistische Union<\/title>\n<meta name=\"robots\" content=\"index, follow, max-snippet:-1, max-image-preview:large, max-video-preview:-1\" \/>\n<link rel=\"canonical\" href=\"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/vorgaenge\/195-vorgaenge\/publikation\/feminismus-und-fortschrittsdenken\/\" \/>\n<meta property=\"og:locale\" content=\"de_DE\" \/>\n<meta property=\"og:type\" content=\"article\" \/>\n<meta property=\"og:title\" content=\"Feminismus und Fortschrittsdenken - Humanistische Union\" \/>\n<meta property=\"og:description\" content=\"Reflexive Brechungen und vielf\u00e4ltige Horizonte aus: Vorg\u00e4nge 195 ( Heft 3\/2011), S.111-119 Die feministische Fortschrittskritik hat das hegemoniale westliche Fortschrittsdenken kritisiert und konterkariert. 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