{"id":11833,"date":"2010-06-01T20:26:00","date_gmt":"2010-06-01T18:26:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/publikation\/radikale-und-plurale-demokratie\/"},"modified":"2021-08-30T15:40:49","modified_gmt":"2021-08-30T13:40:49","slug":"radikale-und-plurale-demokratie","status":"publish","type":"publikation","link":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/vorgaenge\/190-vorgaenge\/publikation\/radikale-und-plurale-demokratie\/","title":{"rendered":"Radikale und plurale Demokratie"},"content":{"rendered":"<p>Aus: vorg&auml;nge Nr. 190, Heft 2\/2010, S. 55-63<\/p>\n<p>Gegenstand des folgenden Beitrags[1] ist die von Ernesto Laclau und Chantal Mouffe entwickelte Konzeption einer radikalen und pluralen Demokratie. In den beiden ersten Abschnitten des Beitrags werden der Hintergrund und die Theorie radikaler Demokratie skizziert. Der dritte Abschnitt rekonstruiert Mouffes Kritik der liberalen und deliberativen Demokratietheorie. Abschlie&szlig;end wird der Frage nachgegangen, inwiefern ihre Theorie in der Lage ist der gegenw&auml;rtigen Politikverdrossenheit entgegen zu wirken. Dabei wird auch er&ouml;rtert, ob die radikale Demokratie dem Anspruch G. Sartoris gerecht wird, wonach der Fortbestand einer Demokratie auf Grunds&auml;tzen und Mechanismen beruhen m&uuml;sse, die &#8222;den geistigen Horizont des Durchschnittsb&uuml;rgers&#8220; (Sartoris 2006:23) nicht &uuml;bersteigen.<\/p>\n<h2 class=\"auto-created\"><span id=\"diagnose\">Diagnose <\/span><\/h2>\n<p>Mit J&ouml;rke (2006) kann man von einer Rationalisierung des Demokratiebegriffs im zeitgen&ouml;ssischen Diskurs sprechen. Rationalisierung bedeutet, dass sich eine Verschiebung von der input- bzw. zweckorientierten hin zur output- bzw. mittelorientierten Legitimierung von Demokratie feststellen l&auml;sst: &#8222;Politische Beteiligung wird nicht als Zweck, sondern als eines mehrerer m&ouml;glicher Mittel f&uuml;r die Erh&ouml;hung des Rationalit&auml;tsgrades kollektiv verbindlicher Entscheidungen betrachtet&#8220; (J&ouml;rke 2006: 257). Konzepte wie &#8222;good governance&#8220;, &#8222;effektive Probleml&ouml;sung&#8220; oder &#8222;Gemeinwohl&#8220; bestimmen den aktuellen Diskurs. Es wird weniger gefragt, ob eine politische Entscheidung demokratisch (unter Partizipation der B&uuml;rger) zustande gekommen ist, sondern ob sie rational ist, ob sie dem Gemeinwohl zugute kommt. Diese Rationalisierungstendenz, die sich in den meisten theoretischen &Uuml;berlegungen zum Demokratiebegriff findet, l&auml;sst sich unter anderem damit erkl&auml;ren, dass immer mehr politische Entscheidungen nicht mehr auf nationalstaatlicher Ebene getroffen werden. Die Einbindung der B&uuml;rger in den demokratischen Prozess wird immer aufwendiger und komplexer und setzt bei den Partizipierenden nicht wenig Wissen voraus. Zum Tragen kommt auch ein allgemeines Misstrauen gegen&uuml;ber dem Volk (welches bekanntlich stets mit &#8222;Herz und Magen&#8220; denkt, aber nie mit dem Hirn).<\/p>\n<p>Der Begriff <i>Politikverdrossenheit<\/i>[2] wird unberechtigterweise gerne mit <i>Parteienverdrossenheit <\/i>gleichgesetzt und kann nur sehr eingeschr&auml;nkt als analytischer Begriff gebraucht werden. Bis zum Ende der achtziger Jahre galten nicht nur die Wahlverweigerung und die Zuwendung zum rechtsextremen Spektrum als deutliches Zeichen von Politikverdrossenheit, sondern auch die &#8222;Wahl gr&uuml;ner und bunter Listen&#8220; (Arzheimer 2002: 180) und allgemein das Engagement in den so genannten Neuen sozialen Bewegungen. Ab wann man von Politikverdrossenheit spricht, h&auml;ngt vom jeweiligen Politikverst&auml;ndnis ab. &Auml;hnliches gilt f&uuml;r die Rede von der Krise der Demokratie, die man aus einer anderen Perspektive durchaus als Chance begreifen kann.<\/p>\n<p>Auch Chantal Mouffe, einer Hauptvertreterin der radikalen Demokratietheorie, zufolge befindet sich die liberal-demokratische Demokratie in einer schweren Krise. Sie wird nicht nur von rechten populistischen Str&ouml;mungen unter Druck gesetzt, sondern es &#8222;herrscht selbst unter jenen, die dem Ruf der Demagogen widerstehen, eine ausgesprochen zynische Einstellung gegen&uuml;ber Politik und Politikern, was einen korrosiven Einfluss auf die Koh&auml;sionskraft demokratischer Werte hat&#8220; (Mouffe 2008: 85).<\/p>\n<p>Stand vor 1989 der orthodoxe Marxismus im Zentrum der radikaldemokratischen Kritik, so sind es heute die deliberative Demokratietheorie und die Politik des so genannten Dritten Weges (Beck\/Giddens). Auf die radikaldemokratische Kritik des Dritten Weges kann im Folgenden nicht eingegangen werden. Kurz gesagt, im Verst&auml;ndnis der Radikaldemokratie steht der Dritte Weg f&uuml;r die vollst&auml;ndige Akzeptanz der neoliberalen Dogmen und f&uuml;r den Versuch, die Aush&ouml;hlung aller demokratischen Grundwerte als demokratischen Fortschritt zu verkaufen. Die Ideologie des Dritten Weges l&auml;sst sich mit dem Akronym TINA (There Is No Alternative) beschreiben. Es wundert wenig, dass eine solche Politik entpolitisierend wirkt. Wenn es keine Alternative zum Bestehenden gibt, gibt es auch keinen Grund f&uuml;r politische Partizipation. (Vgl. Mouffe 2007b)<\/p>\n<h2 class=\"auto-created\"><span id=\"radikale-und-plurale-demokratie\">Radikale und plurale Demokratie<\/span><\/h2>\n<p>Die Theorie radikaler Demokratie reagiert, wie die deliberative Demokratietheorie, auf die gesellschaftlichen Ver&auml;nderungen, die allgemein mit den Begriffen Postmoderne oder Sp&auml;tmoderne bezeichnet werden. Zu den radikaldemokratischen Autoren z&auml;hlen unter anderem &Eacute;tienne Balibar, Jacques Derrida, Ernesto Laclau, Claude Lefort, Chantal Mouffe und Jacques Ranci&egrave;re. Diese Autoren und Autorinnen gehen davon aus, dass sich Demokratie nicht mittels des Bezugs auf transzendentale Rechts- oder Vernunftprinzipien gr&uuml;nden l&auml;sst. Sie vertreten jedoch unterschiedliche, nicht auf einander reduzierbare Positionen. Die folgende Darstellung orientiert sich an den Arbeiten Ernesto Laclaus und Chantal Mouffes.<\/p>\n<p>Radikale Demokratie im Sinne Laclaus und Mouffes bedeutet nicht einfach direkte Demokratie oder Basisdemokratie, sondern stellt eine &#8222;Reformulierung der liberal-demokratischen Ideologie&#8220;[3] (Laclau\/Mouffe 1991:224) dar. Laclau und Mouffe m&ouml;chten eine linke Alternative zum gescheiterten Kommunismus und zur ebenfalls als gescheitert zu betrachtenden Sozialdemokratie aufweisen, ohne den Sozialismus vollst&auml;ndig aufzugeben. Sie entwickeln ihren Demokratiebegriff entlang einer Kritik des Marxismus und aus dem Marxismus heraus, weisen aber ausdr&uuml;cklich darauf hin, dass der Marxismus nur &#8222;eine der Traditionen [ist], aus der heraus es m&ouml;glich ist, diese neue Politikkonzeption zu formulieren&#8220; (Laclau\/Mouffe 1991: 36).<\/p>\n<p>Moderne Demokratie wird durch ein Paradox, durch die unaufl&ouml;sbare Spannung zwischen Demokratie und Liberalismus, bestimmt. &#8222;Was also modern an der modernen Demokratie ist, das ist die Artikulation zweier heterogener Traditionen: der liberalen, die nicht notwendigerweise demokratisch ist, und der demokratischen, die nicht notwendigerweise liberal ist.&#8220; (Marchart 2008: 11) Die wichtigsten Werte der demokratischen Tradition sind Gleichheit und Volkssouver&auml;nit&auml;t, die der liberalen Tradition lauten dagegen individuelle Freiheit und Menschenrechte. Das, was die radikale Demokratie auszeichnet, ist ihr Verh&auml;ltnis zu diesem Paradox: Sie versucht gerade nicht, diese beiden Traditionen miteinander zu vers&ouml;hnen, sondern sieht in diesem Paradox den eigentlichen Kern der modernen Demokratie. Das Verh&auml;ltnis zwischen Demokratie und Liberalismus muss immer wieder aufs Neue ausgehandelt, neu artikuliert werden.<\/p>\n<p>Der Diskurs der radikalen Demokratie ist anti-essentialistisch in zweierlei Hinsicht: Weder der klassische Essentialismus &#8211; Laclau und Mouffe sprechen vom &#8222;Essentialismus der Totalit&auml;t&#8220; &#8211; noch der &#8222;Essentialismus der Elemente&#8220;, dass hei&szlig;t die &#8222;postmoderne Konzeption einer Fragmentierung des Sozialen, die sich weigert, den Fragmenten irgendeine Art relationaler Identit&auml;t zu geben&#8220; (Laclau\/Mouffe 1991: 28), k&ouml;nnen Grundlage demokratischer Politik sein. Beispiele f&uuml;r Essentialismen der Totalit&auml;t sind der Marxismus und Francis Fukuyamas Versuch, die Demokratie in der menschlichen Natur zu gr&uuml;nden. Zwar ist dem Marxismus sp&auml;testens seit Kautsky klar, dass die Arbeiterklasse, um sich als Klasse bewusst zu werden, auf die Vermittlung von Intellektuellen angewiesen ist, diese Vermittlung hatte jedoch eine &#8222;epistemologische Basis: sozialistische Intellektuelle <i>lasen <\/i>in der Arbeiterklasse deren objektive Bestimmung&#8220; (Laclau\/Mouffe 1991: 134). Die &#8222;Arbeiterklasse&#8220; hat eine Identit&auml;t (an sich), derer sie sich nur noch bewusst werden muss (f&uuml;r sich). Francis Fukuyama geht davon aus, dass die Demokratie diejenige Regierungsform sei, die der menschlichen Natur am ehesten entspricht. Aus diesem Grund sei die Demokratie &uuml;berall auf der Welt auf dem Vormarsch. Fukuyama gr&uuml;ndet damit die Demokratie in der (objektiven) Natur des Menschen.<\/p>\n<p>Beispiele f&uuml;r Essentialismen der Elemente sind der postmoderne und der liberale Pluralismus. Beide gehen von einer vollst&auml;ndigen Gleichberechtigung aller Elemente aus und verlieren dabei die Machtverh&auml;ltnisse aus den Augen.<\/p>\n<p>Verfehlt wird von all diesen Essentialismen das eigentliche Wesen der Gesellschaft, ihre antagonistische Natur, durch die der Kampf um den &#8222;leeren Ort der Macht&#8220; (Lefort) auf Dauer gestellt wird. Beide Essentialismusformen denken Gesellschaft als Totalit&auml;t, entweder als organische Totalit&auml;t (die Gesellschaft ist ein Ganzes und jeder hat in diesem Ganzen einen Platz) oder als Totalit&auml;t der Elemente (die Gesellschaft ist nicht mehr als ihre Teile).<\/p>\n<p>Auch wenn in einer Demokratie niemand von sich behaupten kann, &uuml;ber die &#8222;Macht der Gr&uuml;ndung&#8220; zu verf&uuml;gen, bleiben Machtverh&auml;ltnisse f&uuml;r demokratische Gesellschaften konstitutiv. Die Idee einer machtfreien Gesellschaft lehnen Laclau und Mouffe ab; Aufgabe radikaler Demokratie sei es nicht, auf eine machtfreie Gesellschaft hinzuarbeiten, sondern Machtformen zu entwickeln, die mit den demokratischen Werten vereinbar sind (vgl. ebd.). Das, was wir als soziale Objektivit&auml;t wahrnehmen, ist immer ein Produkt von Machthandlungen.[4]<\/p>\n<p>Die Theorie radikaler Demokratie versteht die Identit&auml;t eines Individuums als von den Machtverh&auml;ltnissen bestimmt, in denen es sich bewegt. Die Macht konstituiert die Identit&auml;ten &uuml;berhaupt erst, das hei&szlig;t, es gibt keine vorg&auml;ngigen Identit&auml;ten, keine Essenz, die sich repr&auml;sentieren lie&szlig;e. Jeder Akteur ver&auml;ndert im Moment seines Eintritts in einen Diskurs seine Identit&auml;t. &#8222;Wenn beispielsweise eine &sbquo;rassische&#8216; oder kulturelle Minorit&auml;t ihre Identit&auml;t unter neuen sozialen Verh&auml;ltnissen behaupten will, wird sie neue Situationen einberechnen m&uuml;ssen, die unausweichlich diese Identit&auml;t transformieren.&#8220; (Laclau 2002: 58)<\/p>\n<p>Die gesellschaftstheoretische Grundannahme von Laclau und Mouffe lautet, dass so etwas wie <i>die <\/i>Gesellschaft nicht existiert (vgl. Laclau\/Mouffe 1991: 143) und deswegen auch nicht objektiv repr&auml;sentiert werden kann. Die Nichtrepr&auml;sentierbarkeit und die Undurchsichtigkeit des Sozialen avancieren zu den Bedingungen von Demokratie selbst (vgl. Laclau 2002: 125-149). G&auml;be es Gesellschaft als solche, als objektiv beschreibbare, so g&auml;be es keine Politik, da sich dann in letzter Konsequenz alle politischen Fragen auf epistemologische Fragen reduzieren lie&szlig;en: &#8222;da es einen Grund des Sozialen vor jeder sozialen Auseinandersetzung <i>gibt<\/i>, setzt sich am Ende derjenige mit dem richtigen Wissen durch. Politik ist dann nicht eine Sache radikaler Konstruktion, sondern vielmehr die dialektisch-sokratische Betrachtungsweise dessen, was essentiell <i>ist<\/i>.&#8220; (Laclau\/Mouffe 1991: 30) Gegen diese &#8211; in der Theorie lange &uuml;berholte, aber alltagspraktisch noch sehr lebendige &#8211; Vorstellung argumentieren Laclau und Mouffe diskurstheoretisch.<\/p>\n<p>Das Denken von Laclau und Mouffe ist, &uuml;ber den Umweg des Marxismus, eher von Hegel als von Kant gepr&auml;gt. Sie distanzieren sich zwar von Hegel, ihr Subjekt- und Gesellschaftsbegriff ist aber eindeutig dialektischer Natur. Mit den beiden Namen Kant und Hegel ist das Feld der Auseinandersetzung bereits benannt. <i>In nuce <\/i>kann man sagen, dass in den an Kant orientierten Theorien ein Subjekt &#8222;als vorpolitische Kategorie dem eigentlichen politischen Geschehen, &uuml;ber dessen angemessene institutionelle und rechtliche Einbettung nachgedacht werden soll, vorausgesetzt wird&#8220; (Fl&uuml;gel-Martinsen 2008: 127). Hegel versteht dagegen das Subjekt nicht als etwas Zeitloses, sondern als das Produkt sozialer Strukturen.<\/p>\n<p>Im Verst&auml;ndnis Laclaus und Mouffes sind Diskurse das Produkt von Artikulationen. Eine Artikulation ist eine &#8222;<i>politische Konstruktion <\/i>von ungleichen Elementen&#8220; (ebd.). Die Artikulation erzeugt einen Diskurs, in dem die Elemente in einem notwendigen Verh&auml;ltnis zueinander stehen; sie legt fest, was sich sagen l&auml;sst und was nicht. Eine durch die Artikulation erzeugte diskursive Totalit&auml;t bestimmt zwar alle in ihr enthaltenen Momente, sie ist aber lediglich eine m&ouml;gliche Artikulation. Kein Diskurs ist in der Lage, die Identit&auml;t seiner Momente auf Dauer vollst&auml;ndig festzulegen. Auch wird eine Gesellschaft immer von unterschiedlichen Diskursen bestimmt. Laclaus und Mouffes Diskursbegriff ist sozusagen in der Mitte zwischen den beiden Essentialismusformen angesiedelt. Ein Diskurs etabliert auf der einen Seite einen Verweisungszusammenhang, der alle seine Elemente bestimmt, also totalisiert, auf der anderen Seite ist es zuf&auml;llig, wie der Diskurs artikuliert wird.<\/p>\n<p>Eine Artikulation wird hegemonial, wenn es ihr gelingt, immer weitere Bereiche der Gesellschaft ihrem Deutungsmuster zu unterwerfen. Hegemoniale Diskurse geben der Gesellschaft ein Zentrum, das hei&szlig;t sie erwecken den Anschein, dass sie in der Lage sind zu sagen, was die Gesellschaft wirklich <i>ist <\/i>beziehungsweise was ihr <i>fehlt<\/i>. Laclau und Mouffe sprechen von hegemonialen Knotenpunkten, ein Konzept, das sie von dem franz&ouml;sischen Psychoanalytiker Jacques Lacan &uuml;bernommen haben. Ein hegemonialer Knotenpunkt ist ein Zentrum, von dem aus alle anderen Elemente des Diskurses ihre Bedeutung erhalten.<\/p>\n<p>Ein Beispiel zur Verdeutlichung: Der Signifikant Solidarnosc(Solidarit&auml;t) avancierte in Polen vom Namen einer Gewerkschaft, die die besonderen Interessen der Arbeiter vertrat, zum Ausdruck des Verlangens beinahe aller Polen. Bedingung daf&uuml;r, dass dieser Signifikant weiten Teilen der polnischen Gesellschaft ein Zentrum geben konnte, ist seine zunehmende Entleerung. Zwar stand Solidarnoscanfangs f&uuml;r das Verlangen einer bestimmten Gesellschaftsgruppe, aber der Anteil der Bev&ouml;lkerung, der sich mit diesem Signifikanten identifizieren konnte, nahm stetig zu (Kirchen, Intellektuelle &#8230;). Mit dieser Ausweitung verliert der Signifikant zunehmend an konkreter Bedeutung. Der entleerte Signifikant Solidarnosc steht zuletzt nicht mehr f&uuml;r die Bestimmung dessen, was genau Solidarit&auml;t ist, sondern f&uuml;r die allgemeine Ablehnung von allem Unsolidarischen. Geeint wurde die Solidarnosc-Bewegung nicht durch den Bezug auf etwas allen Gemeinsames, sondern durch die gemeinsame Ablehnung des bestehenden Systems aus den unterschiedlichsten Gr&uuml;nden. Es ist nicht notwendig, eine positive Bestimmung von Solidarit&auml;t zu entwickeln, wenn man wei&szlig;, was unsolidarisch ist.<\/p>\n<h2 class=\"auto-created\"><span id=\"mouffes-kritik-der-deliberativen-demokratietheorie-habermas-und-des-konstitutionalismus-rawls\">Mouffes Kritik der delibe&shy;ra&shy;tiven Demokra&shy;tie&shy;the&shy;orie (Habermas) und des Konsti&shy;tu&shy;ti&shy;o&shy;na&shy;lismus (Rawls)<\/span><\/h2>\n<p>Deliberation und Demokratie geh&ouml;ren seit der Antike zusammen. Die deliberative Demokratietheorie ist eine Reaktion auf das in der zweiten H&auml;lfte des 20. Jahrhunderts sich durchsetzende &#8222;aggregative Modell&#8220; (Joseph Schumpeter) von Demokratie. Das Aggregationsmodell versucht, mit den Herausforderungen der Massendemokratie umzugehen; es geht davon aus, dass &#8222;mit der Entwicklung der Massendemokratie&#8220; die &#8222;Volkssouver&auml;nit&auml;t, wie sie im klassischen Demokratieverst&auml;ndnis verstanden wurde, inad&auml;quat geworden&#8220; (Mouffe 2008: 86) sei. Der Fokus verschiebt sich vom Volk auf die Partei. Das aggregative Modell verf&auml;hrt deskriptiv und nicht normativ, es geht davon aus, dass Begriffe wie &#8222;Allgemeinwillen&#8220; oder &#8222;Gemeingut&#8220; in pluralen Gesellschaften an Relevanz verlieren und auf &#8222;[p]opulare Partizipation in der Entscheidungsfindung&#8220; (ebd.) m&ouml;glichst verzichtet werden sollte. Das Erzielen von Interessenskompromissen erm&ouml;gliche eher Stabilit&auml;t und Ordnung als Versuche, einen Konsens bez&uuml;glich des Gemeinguts zu erreichen. Auf den mit diesem Modell einhergehenden Verlust der normativen Dimension reagierten unter anderen zwei der bekanntesten politischen Theoretiker, J&uuml;rgen Habermas und John Rawls.<\/p>\n<p>Der an Kant orientierte Subjektbegriff ist Laclau und Mouffe zufolge nicht nur allgemein ein Schwachpunkt der liberalen Demokratietheorie, sondern er bestimmt auch das politische Denken von Rawls und Habermas. Deren Subjekt- und Gesellschaftsbegriff sei defizit&auml;r, er habe mit der Lebenswelt der Menschen nur wenig zu tun. Die liberale Demokratietheorie basiert auf Rationalismus, Individualismus und einem abstrakten Universalismus. Im liberalen Szenario werden politische Akteure als rationale Individuen betrachtet, die nur in ihrem Eigeninteresse handeln &#8211; bestenfalls eingeschr&auml;nkt durch Moralit&auml;t. Das von den Leidenschaften ges&auml;uberte Reich der Politik wird als Feld konkurrierender Interessen konzipiert.&#8220; (Mouffe 2007a: 42)<\/p>\n<p>Die deliberative Demokratietheorie im Ausgang von Habermas reagiert auf die mit dem Aggregationsmodell einhergehende Entfremdung der B&uuml;rger von der Demokratie. Einerseits akzeptiert die deliberative Demokratietheorie den weltanschaulichen Pluralismus als unhintergehbar, andererseits gibt sie aber den Glauben an einen moralischen Konsens nicht auf. Rawls argumentiert dagegen konstitutionalistisch, das hei&szlig;t, er geht davon aus, dass bestimmte Grunds&auml;tze dem demokratischen Prozess vorhergehen und diesem &uuml;berhaupt erst seine Legitimation verleihen. Die Ideen von Freiheit und Gleichheit sind in diesem Verst&auml;ndnis notwendige Voraussetzung f&uuml;r die Demokratie, die genaue Ausarbeitung dieser Ideen ist Aufgabe der politischen Theorie. Rawls und Habermas versuchen beide auf unterschiedliche Art und Weise, die liberale (Freiheit) und demokratische (Gleichheit) Tradition miteinander zu vers&ouml;hnen.<\/p>\n<p>Habermas kritisiert Rawls&#8216; Ansatz als undemokratisch, da Prinzipien in die Verfassung Eingang finden, die nicht der demokratischen Kontrolle unterworfen sind. Habermas argumentiert prozeduralistisch: dem demokratischen Prozess werden keine Prinzipien vorausgesetzt, sein Verlauf muss aber bestimmten Verfahrensprinzipien gerecht werden. Reiner Prozeduralismus, so Rawls&#8216; Kritik, weist jedoch keine &#8222;konstitutionellen Grenzen&#8220; auf, verbindlich ist das, &#8222;was eine Mehrheit (oder sonst eine Vielzahl) beschlie&szlig;t&#8220; (Rawls 1985: 226f.). Gegen diese Willk&uuml;rgefahr setzt Habermas den rationalen Diskurs: Recht kann nur dann demokratisches Recht sein, wenn es &#8222;die Zustimmung aller Betroffenen als Teilnehmer eines praktischen Diskurses finden&#8220; (Habermas 1986: 12) kann. In einem solchen rationalen Diskus wird gepr&uuml;ft, &#8222;ob eine strittige Norm die Zustimmung aller findet oder finden k&ouml;nnte&#8220; (Habermas 1994: 134). F&uuml;r Habermas stehen Rechtsstaat und Demokratie nicht im Widerspruch zueinander, sondern h&auml;ngen direkt voneinander ab, er begreift individuelle Rechte und Volkssouver&auml;nit&auml;t als gleichurspr&uuml;nglich. Rawls wie Habermas geht es nicht einfach um das Erreichen eines Konsenses, verstanden als &Uuml;bereinstimmung, erzielt werden soll vielmehr ein rationaler Konsens.<\/p>\n<p>Die Deliberation ist in ihrer Reichweite eingeschr&auml;nkt, da sich nicht alle gesellschaftlich relevanten Fragen mittels des Bezugs auf eine allgemeing&uuml;ltige Rationalit&auml;t beantworten lassen. Was man beispielsweise unter einem guten Leben versteht, ist von subjektiven, nicht verallgemeinerungsf&auml;higen, Pr&auml;missen abh&auml;ngig. Grundlegende politische Fragen, genau wie moralische Fragen, sind dagegen unabh&auml;ngig von ihrem Kontext nach Habermas rational beantwortbar. Die deliberativen Theorien folgen dem Aggregationsmodell insofern, &#8222;dass unter modernen Bedingungen eine Pluralit&auml;t von Werten und Interessen ber&uuml;cksichtigt werden und auf Konsens bez&uuml;glich dessen, was Rawls umfassende Vorstellungen religi&ouml;ser, moralischer oder philosophischer Natur nennt, verzichtet werden muss&#8220; (Mouffe 2008: 92). Dieser Verzicht verunm&ouml;glicht es aber nicht, politische Fragen, die verallgemeinerungsf&auml;hig sind, rational zu beantworten. &#8222;Gesetzt, die Prozeduren der Deliberation sichern Unparteilichkeit, Gleichheit, Offenheit und die Abwesenheit von Zwang, so werden sie die Deliberation in Richtung verallgemeinerungsf&auml;higer Interessen f&uuml;hren, auf die sich alle Teilnehmer einigen k&ouml;nnen, was legitime Ergebnisse produziert.&#8220; (Ebd.)<\/p>\n<p>Mouffe betrachtet es als eine Schw&auml;che dieser Theorien, dass sie zwar den Wertepluralismus anerkennen, gleichzeitig aber versuchen, einen (kommunikativen) Bereich auszuweisen, in dem dieser keine G&uuml;ltigkeit besitzt, und es deswegen m&ouml;glich ist, einen echten Konsens zu erzeugen. Rawls unterscheide zwischen &Ouml;ffentlichem und Privatem, Habermas zwischen Prozedur und Substanz respektive zwischen Moral und Ethik. Beide versuchen so den Bereich des Politischen vor dem Wertepluralismus zu sch&uuml;tzen. Keiner von ihnen kann diese Trennung aber wirklich aufrechterhalten. Beide Autoren, so Mouffe, verfehlen das paradoxe Wesen der modernen Demokratie: Sie versuchen, die Spannung zwischen &#8222;der Logik der Demokratie und der Logik des Liberalismus&#8220; (Mouffe 2008: 95) aufzuheben. Die Theorie radikaler Demokratie kennt dagegen keinen Bereich, der dem Wertepluralismus entzogen w&auml;re, weder Prozeduren noch Prinzipien. Dem Bereich des Politischen ist nichts vorg&auml;ngig, es gibt nichts, das als normatives Reservoir dienen k&ouml;nnte. &#8222;Aus dieser Perspektive betrachtet h&auml;ngt das Zugeh&ouml;rigkeitsgef&uuml;hl zur Demokratie und der Glaube an den Wert ihrer Institutionen nicht davon ab, dass ihnen ein intellektuelles Fundament gegeben wird. Sie sind in ihrer Natur dem n&auml;her, was Wittgenstein &sbquo;Das leidenschaftliche Sich-entscheiden f&uuml;r ein Bezugssystem&#8216; nennt&#8220; (Mouffe 2008: 99).<\/p>\n<h2 class=\"auto-created\"><span id=\"wirkung\">Wirkung <\/span><\/h2>\n<p>Kann die\/der Durchschnittsb&uuml;rger\/in die Theorie radikaler Demokratie verstehen? Vielleicht &#8211; wahrscheinlich aber nicht. W&auml;re ein Nichtverstehenk&ouml;nnen ein ernsthafter Einwand gegen die radikale Demokratie? Sicher nicht. F&uuml;r den Laien sind die radikale Demokratie und die Demokratietheorien von Habermas und Rawls unverst&auml;ndlich, die Prinzipien, um die es geht, sind dagegen jedem gel&auml;ufig. Der liberale politische Philosoph Richard Rorty schreibt: &#8222;Diskussionen &uuml;ber allgemeine philosophische Fragen k&ouml;nnen nicht der Gegenstand der t&auml;glichen Politik sein; dies bedeutet jedoch nicht, dass sie unwichtig w&auml;ren; denn das, was wir f&uuml;r unsere Antworten auf diese Fragen halten, pr&auml;gt unsere tieferen Einstellungen gegen&uuml;ber der &ouml;ffentlichen Kultur und dem politischen Handeln.&#8220; (Rorty nach Mouffe 2008: 49). Ziel der radikalen Demokratie ist es nicht nur, die B&uuml;rger st&auml;rker in den Prozess der politischen Entscheidungsfindung einzubeziehen, sondern die Etablierung eines neuen Politikverst&auml;ndnisses. Dazu muss sich aber nicht nur das Politikverst&auml;ndnis der B&uuml;rger ver&auml;ndern, sondern auch das ihrer Repr&auml;sentanten. Gegenw&auml;rtig zeichnen Konsens statt Dissens, geschlossene Reihen statt innerparteilicher Diskussion, pragmatisches Handeln (Sachzwanghandeln) statt politischem Gestaltungswille die heutige Politik aus. Der Demokratiebegriff bestimmt in nicht geringem Umfang, was als politisch machbar begriffen wird und was nicht, was politisch legitim ist und was nicht. Eine andere Demokratie muss nicht nur gelebt, sondern auch gedacht werden.<\/p>\n<p>Bedingt durch die zunehmende &#8211; von der Radikaldemokratie bejahte &#8211; Pluralisierung wird es jedoch immer schwerer, ein hegemoniales Projekt zu etablieren. Das ist auf der einen Seite positiv, da so die Bedrohung der Demokratie durch den Totalitarismus geringer wird, auf der anderen Seite wird dadurch jede politische Ver&auml;nderung erschwert und der <i>status quo <\/i>zementiert. Laclau und Mouffe haben auf die &#8222;Politikverdrossenheit&#8220; keine Antwort, die sich in ein Wahlprogramm schreiben und einfach umsetzen lie&szlig;e. Sie sind aber der festen &Uuml;berzeugung, dass eine andere Art von demokratischer Politik m&ouml;glich ist und dass sich daf&uuml;r zu k&auml;mpfen lohnt.<\/p>\n<p>[1] F&uuml;r Hinweise und Kritik danke ich der Projektgruppe Radikaldemokratie des Heidelberger Instituts f&uuml;r Kulturforschung (<a href=\"http:\/\/www.radikal-demokratie.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">www.radikal-demokratie.de<\/a>&nbsp; insbesondere Carsten B&uuml;nger, Jan M&uuml;ller, Jan Sch&auml;fer, Felix Trautmann, Andreas Wagner, Marc Ziegler) und Matthias Sch&ouml;nberg.<\/p>\n<p>[2] Vgl. zum Begriff &#8222;Politikverdrossenheit&#8220; und den ihm zeitlich vorausgehenden Konzeptionen Arzheimer 2002.<\/p>\n<p>[3] Ideologie wird von Laclau in einem nicht pejorativen und weiten Sinne verstanden: Sie &#8222;ist eine Dimension, die zur Struktur jeder m&ouml;glichen Erfahrung geh&ouml;rt&#8220; (Laclau 2002: 191; vgl. Laclau 2007: 39).<\/p>\n<p>[4] In Habermas&#8216; Modell ist das Aus&uuml;ben von Macht generell undemokratisch. Je weniger machtbestimmt eine soziale Beziehung ist, desto demokratischer ist sie. Laclau und Mouffe gehen dagegen davon aus, &#8222;dass es die Machtbeziehungen selbst sind, die das Soziale konstituieren&#8220; (Mouffe 2007a: 44).<\/p>\n<h2 class=\"auto-created\"><span id=\"literatur\">Literatur <\/span><\/h2>\n<p><i>Arzheimer, Kai<\/i> 2002: Politikverdrossenheit. Bedeutung, Verwendung und empirische Relevanz eines politikwissenschaftlichen Begriffes, Wiesbaden, VS-Verlag<\/p>\n<p><i>Fl&uuml;gel-Martinsen, Oliver <\/i>2008: Grundfragen politischer Philosophie. Baden-Baden, Nomos<\/p>\n<p><i>Habermas, J&uuml;rgen<\/i> 1986: Treffen Hegels Einw&auml;nde gegen Kant auch auf die Diskursethik zu?, in: Ders.: Erl&auml;uterungen zur Diskursethik. Frankfurt am Main 1991, Suhrkamp, 9-30<\/p>\n<p><i>Habermas, J&uuml;rgen<\/i> 1994: Faktizit&auml;t und Geltung. Beitr&auml;ge zur Diskurstheorie des Rechts und des demokratischen Rechtstaats, Frankfurt a. M., Suhrkamp<\/p>\n<p><i>J&ouml;rke, Dirk <\/i>2006: Wie demokratisch sind radikale Demokratietheorien?, in: Heil, Reinhard \/ Hetzel, Andreas (Hg.). 2006: Die unendliche Aufgabe &#8211; Kritik und Perspektiven der Demokratietheorie. Bielefeld, transcript, S. 253 -266<\/p>\n<p><i>Laclau, Ernesto<\/i> 2007: Ideologie und Post-Marxismus, in: Nonhoff, Andreas (Hg.) (2007): Diskurs radikale Demokratie Zum politischen Denken von Ernesto Laclau und Chantal Mouffe, Bielefeld, transcript, S. 24-39<\/p>\n<p><i>Laclau, Ernesto<\/i> 2002: Emanzipation und Differenz, Wien, Turia und Kant<\/p>\n<p><i>Laclau, Ernesto \/ Mouffe, Chantal<\/i> 1991: Hegemonie und radikale Demokratie: zur Dekonstruktion des Marxismus, Wien, Passagen<\/p>\n<p><i>Marchart, Oliver<\/i> 2008: &Auml;quivalenz und Autonomie. Vorbemerkungen zu Chantal Mouffes Demokratietheorie, in: Mouffe, Chantal, 2008: Das demokratische Paradox. Wien: Turia und Kant, S. 7-14<\/p>\n<p><i>Mouffe, Chantal<\/i> 2008: Das demokratische Paradox, Wien, Turia und Kant<\/p>\n<p><i>Mouffe, Chantal<\/i> 2007a: Pluralismus, Dissens und demokratische Staatsb&uuml;rgerschaft; in: Nonhoff, Andreas (Hg.). 2007: Diskurs radikale Demokratie Zum politischen Denken von Ernesto Laclau und Chantal Mouffe, Bielefeld, transcript, S. 41-53<\/p>\n<p><i>Mouffe, Chantal <\/i>2007b: &Uuml;ber das Politische. Wider die kosmopolitische Illusion, Frankfurt a. M., Suhrkamp<\/p>\n<p><i>Rawls, John <\/i>1985: Justice as Fairness. Political not Metaphysical, in: Philosophy and Public Affairs, S. 223-251<\/p>\n<p><i>Sartori, Giovanni <\/i>2006: Demokratietheorie, Darmstadt, WBG<\/p>\n","protected":false},"featured_media":0,"template":"","categories":[],"tags":[667],"autoren":[2204],"publikationen":[2825],"class_list":["post-11833","publikation","type-publikation","status-publish","hentry","tag-vorgaenge-artikel","autoren-reinhard-heil","publikationen-190-vorgaenge"],"acf":[],"yoast_head":"<!-- This site is optimized with the Yoast SEO plugin v28.5 - https:\/\/yoast.com\/product\/yoast-seo-wordpress\/ -->\n<title>Radikale und plurale Demokratie - Humanistische Union<\/title>\n<meta name=\"robots\" content=\"index, follow, max-snippet:-1, max-image-preview:large, max-video-preview:-1\" \/>\n<link rel=\"canonical\" href=\"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/vorgaenge\/190-vorgaenge\/publikation\/radikale-und-plurale-demokratie\/\" \/>\n<meta property=\"og:locale\" content=\"de_DE\" \/>\n<meta property=\"og:type\" content=\"article\" \/>\n<meta property=\"og:title\" content=\"Radikale und plurale Demokratie - Humanistische Union\" \/>\n<meta property=\"og:description\" content=\"Aus: vorg&auml;nge Nr. 190, Heft 2\/2010, S. 55-63 Gegenstand des folgenden Beitrags[1] ist die von Ernesto Laclau und Chantal Mouffe entwickelte Konzeption einer radikalen und pluralen Demokratie. 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