{"id":11849,"date":"2010-03-01T20:30:00","date_gmt":"2010-03-01T19:30:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/publikation\/serious-men\/"},"modified":"2021-08-24T21:53:29","modified_gmt":"2021-08-24T19:53:29","slug":"serious-men","status":"publish","type":"publikation","link":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/vorgaenge\/189-vorgaenge\/publikation\/serious-men\/","title":{"rendered":"Serious men?"},"content":{"rendered":"<p>Die Liberalen im Test;<\/p>\n<p>aus: vorg\u00e4nge Nr. 189, Heft 1\/2010, S. 60-68<\/p>\n<p>Derzeit hat die liberale Partei ein Problem mit ihrem Anf\u00fchrer: Je ernster er sich nimmt, desto weniger ernst nimmt ihn sein Publikum. So viel Courage, kritisiert man, kann nur zeigen, wer vor seiner Courage keine Angst haben muss: das Privileg der Opposition. Doch dieser Liberale regiert &#8211; und nimmt folglich den Mund zu voll.<\/p>\n<p>Freilich ist auch er nur Sprecher &#8211; er sagt nicht, was ihm auf der Zunge liegt, sondern das, was ihm andere in den Mund gelegt haben. Diese Anderen sind die &#8222;geistigen Ahnen&#8220;, sie amtieren als Einsager und Vorbeter. S\u00e4mtliche Parolen, deren Marktwert gerade getestet wird, entstammen einem Fundus, der sich \u00fcber lange Zeitr\u00e4ume hinweg angesammelt hat. Die eigentliche Frage lautet daher: Worin liegt das Seriosit\u00e4tsproblem des liberalen <i>Standpunkts<\/i>?<\/p>\n<h2 class=\"auto-created\"><span id=\"i-biedermann-oder-brandstifter\">I. Biedermann oder Brand&shy;stif&shy;ter?<\/span><\/h2>\n<p>Was hei\u00dft es \u00fcberhaupt, Liberalit\u00e4t ernst zu nehmen? Manchmal geht es um Menschenrechte oder Machtkontrollen. Doch h\u00e4ufig zielt die Frage &#8211; so wie auch jetzt &#8211; aufs <i>\u00d6konomische<\/i>. Liberale stehen in dem Ruf, konsequente Verteidiger marktwirtschaftlicher Verh\u00e4ltnisse zu sein. Was verteidigen sie da? Je nachdem, welche Zeugen und Ahnen zu Wort kommen, erh\u00e4lt man zwei sehr unterschiedliche Antworten, sprich: Beschreibungen von Wirtschaftswelten. Entweder steht die <i>Ruhe <\/i>(der Ordnung) oben an &#8211; oder alles dreht sich ums <i>Risiko <\/i>(der Freiheit).<\/p>\n<p>In der einen Welt ist das Leben <i>saturiert <\/i>und <i>sozialvertr\u00e4glich<\/i>. Gef\u00e4hrliche Leidenschaften haben sich auf dem Markt beruhigt; aus rastlosen Trieben sind friedlichen Interessen geworden, deren gesellschaftlicher Abgleich auf wundersame Art (&#8222;unsichtbare Hand&#8220;) eine dauerhafte Balance zum Wohle aller herstellt (A. O. Hirschman). Dagegen pr\u00e4sentiert sich die zweite Welt als Reich der &#8222;sch\u00f6pferischen Zerst\u00f6rung&#8220; (Joseph Schumpeter). Sie wird andauernd durcheinander gewirbelt, Gleichgewichtszust\u00e4nde huschen rasch vor\u00fcber, und niemand sehnt sich nach ihnen. Das Leben ist Bewegung, voller Risiken, die nicht nur akzeptiert, sondern sogar gesucht werden: Wirtschaften als ebenso <i>passioniertes <\/i>wie <i>r\u00fccksichtsloses <\/i>Gesch\u00e4ft. Beide Lebensformen sind liberal, doch sind sie auch gleichwertig?<\/p>\n<p>Nehmen wir, um der Sache etwas weiter auf den Grund zu gehen, Max Frischs Gottlieb Biedermann, seines Zeichens Chef einer Haarwasserfabrik. Er sieht tatenlos mit an, wie ihm drei ungebetene G\u00e4ste das Haus \u00fcber dem Kopf abfackeln. Diese Brandstifter, sagt ihr Sch\u00f6pfer, symbolisieren keine \u00e4u\u00dfere Bedrohung durch fremde M\u00e4chte &#8211; sie sind innere &#8222;D\u00e4monen&#8220;, Strafen f\u00fcr die &#8222;unwahrhaftige&#8220; Lebensweise ihres Opfers. In welchem Sinne kann eine respektable Haarwasserfabrikanten-Existenz unwahrhaftig sein? Darauf gibt es offenbar nur diese Antwort: Biedermann hat das &#8222;gute&#8220; Risiko um der &#8222;schlechten&#8220; Ruhe willen verraten. Im Grunde f\u00e4ngt es schon damit an, dass er Geld nicht aus Geld, sondern aus Haarwasser macht. Diese Weichenstellung markiert sein weiteres Leben.<\/p>\n<p>Biedermann h\u00e4tte auch &#8222;Spekulant&#8220; werden und mit (nicht-stinkendem) Geld handeln k\u00f6nnen: ein virtuoser Zahlenjongleur, der im Dunkel &#8222;der ausgeblendeten Wirklichkeit&#8220; (Andreas Zielcke) virtuelle Transaktionen abwickelt. Doch er ist nun mal &#8222;Fabrikant&#8220; geworden und f\u00fchrt deshalb eine &#8222;wirkliche&#8220; Existenz: \u00fcber Produkte an reale Weltausschnitte gekoppelt, als Produzent um allerlei Vertr\u00e4glichkeiten bem\u00fcht, durch Produktionsprozesse vielf\u00e4ltig geerdet. Sein Wirtschaftsleben ist &#8222;unrein&#8220;, grunds\u00e4tzlich <i>kompromittiert <\/i>&#8211; und jene D\u00e4monen sind B\u00e4lger dieses Kompromisses. Ihrer k\u00f6nnte sich Biedermann nur erledigen, wenn er selbst zum Brandstifter w\u00fcrde. Allgemeiner formuliert: Liberal (im eigentlichen Sinne) sein hei\u00dft, f\u00fcr das Risiko die Ruhe zu opfern.<\/p>\n<h2 class=\"auto-created\"><span id=\"ii-uebermass-und-untergang\">II. &Uuml;berma&szlig; und Untergang<\/span><\/h2>\n<p>Dieses Opfer &#8211; wie jedes eher unwahrscheinlich &#8211; findet tats\u00e4chlich statt. Man erinnere sich an Adolf Merckle, die archetypische Unternehmergestalt aus dem Schw\u00e4bischen. Ehrbar alt und verm\u00f6gend geworden, verl\u00e4sst er \u00fcber Nacht den Pfad rechtschaffener Ruhe, um voller Elan ins riskante Gesch\u00e4ft des zockenden Spekulantentums einzusteigen. Der Wahnsinn kostet ihn ein Verm\u00f6gen.<\/p>\n<p>Wer wagt, kann verlieren &#8211; final, keineswegs nur in Form von Tagesverlusten. Davon schweigen die meisten S\u00e4nger der Spekulation. Welcher Trost wird dem Gl\u00fccklosen zuteil? <i>Responsibility is what keeps our lives from being trivial<\/i> (C. Murray). Bilderbuchliberale sind gute Verlierer und zahlen den Preis des Pechs: Verkauf der Yacht, Verzicht aufs Landhaus, Vertreibung aus feinen Kreisen, Verbringung ins Gef\u00e4ngnis etc. pp. Ob ihr Leben dadurch weniger trivial ist, sei dahin gestellt, weniger Komfort bietet es auf jeden Fall. Weshalb das liberale Fleisch nicht selten schwach wird, wenn der liberale Geist Verantwortung \u00fcbernehmen soll.<\/p>\n<p>Auch unser spekulierender Fabrikant kneift am Ende, auf seine Weise: &#8222;Adolf Merckle ist tot. Adolf Merckle hat f\u00fcr seine Familie und seine Firmen gelebt und gearbeitet. Die durch die Finanzkrise verursachte wirtschaftliche Notlage seine Firmen und damit verbundenen Unsicherheiten der letzten Wochen sowie die Ohnmacht, nicht mehr handeln zu k\u00f6nnen, haben den leidenschaftlichen Familienunternehmer gebrochen und er hat sein Leben beendet&#8220; (FAZ). Selbstmord ist keine Verantwortung, sondern etwas ganz Anderes: &#8222;eine Frage der Ehre&#8220; n\u00e4mlich, damit die Antwort des abgestreiften Fabrikantengem\u00fcts, das sich im Tod zur\u00fcckmeldet.<\/p>\n<p>Entsprechend gequ\u00e4lt ger\u00e4t das pflichtschuldige Echo auf den peinvollen Suizid. Die Hinterbliebenen preisen den Akt nicht am Altar des Unternehmergeists, sondern h\u00fcllen ihn in verlegenes Schweigen. Finanzkrise, Notlage, Unsicherheiten, Ohnmacht: alles soll den Hasardeur psychisch demontiert haben, nur nicht sein letaler Ausflug ins riskante Zockerreich. Man ist eher peinlich ber\u00fchrt. Hat er nicht \u00fcbertrieben? Weder das eine &#8211; Zocken &#8211; noch das andere &#8211; Sterben &#8211; h\u00e4tte sein m\u00fcssen! John Stuart Mill formuliert die Maxime der &#8222;limitativen&#8220; Verlegenheit: Man soll nichts &#8222;auf die Spitze treiben&#8220;. Bis heute gibt es diesen viktorianischen Horror vor dem Extrem; er stuft \u00fcberspitzt riskantes Verhalten als Hochmut ein, der mit Recht vor den Fall kommt, anstatt im Fall einen Beleg daf\u00fcr zu sehen, dass jemand etwas gewagt hat (E. Freedgood).<\/p>\n<p>Ruhe als Norm &#8211; eine Defensivmoral des schlechten Gewissens. Das keineswegs sein m\u00fcsste, wie sich zeigt, sobald man dem Geheimnis spekulativer Erfolge auf die Schliche kommt.<\/p>\n<h2 class=\"auto-created\"><span id=\"iii-vom-haarwasser-zum-hedgefonds\">III. Vom Haarwasser zum Hedgefonds <\/span><\/h2>\n<p>Wenn Haarwasserfabrikanten das unauthentische (&#8222;unwahrhaftige&#8220;) Wirtschaftsmenschentum repr\u00e4sentieren, dann stehen Hedgefonds-Manager f\u00fcr die Wahrhaftigkeit der &#8222;Brandstiftung&#8220;. Tats\u00e4chlich bev\u00f6lkern den Finanzmarkt gen\u00fcgend D\u00e4monen. Adolf Merckle hat diese Luft nur schnuppern d\u00fcrfen, andere sind in ihr gro\u00df geworden. Etwa, zur selben Zeit f\u00fcr Pressemeldungen gut, J\u00e9rome Kerviel, genannt &#8222;J\u00e9rome allm\u00e4chtig&#8220;, ein unauff\u00e4lliger Aktienh\u00e4ndler, dessen riskanter <i>Trading<\/i>-Stil seiner Bank Verluste in Milliardenh\u00f6he beschert (R. Jungbluth).<\/p>\n<p>Kerviel und seinesgleichen bedienen die Angstphantasien ihrer biederen Umwelt. Vom Spekulationstrieb angefressen jonglieren solche D\u00e4monen mit gigantischen Summen, vollkommen weltvergessen, ohne Sinn f\u00fcr soziale Risiken und den menschlichen Kosten des monet\u00e4ren Fanatismus gegen\u00fcber strukturell unsensibel. Allerdings sind sie auch geborene Verlierer, irgendwann geht die Gl\u00fccksstr\u00e4hne zu Ende, und das Schicksal kehrt sich gegen sie. &#8222;Gl\u00fcckliche&#8220; Spekulanten agieren anders. Der &#8222;erfolgreichste <i>Wall Street<\/i>-Unternehmer der letzten zehn Jahre, m\u00f6glicherweise sogar seit dem Krieg&#8220;, wird berichtet, &#8222;ist ein Hedgefonds-Manager namens John Paulson.&#8220; Seine bevorzugten Anlagegesch\u00e4fte z\u00e4hlen zu den sichersten Investitionsarten, get\u00e4tigt nach dem Prinzip <i>Watch the downside; the upside will take care of itself.<\/i> &#8222;Watching&#8220; bedeutet hier keineswegs nur, dass man etwas nicht aus den Augen verliert &#8211; es gilt, den h\u00f6chstm\u00f6glichen Analyseaufwand zu treiben. Paulsons Leute &#8222;haben \u00fcber Zahlenreihen gebr\u00fctet, mit Logarithmen und logistischen Funktionen herumexperimentiert und unterschiedlichste Szenarien durchgerechnet&#8220;, nachgerade obsessiv darauf bedacht, latente Risiken ausfindig zu machen. Handlungsleitend ist die Frage: <i>How much can we lose on this trade?<\/i> (M. Gladwell).<\/p>\n<p>Das k\u00f6nnte auch aufs Haarwassergesch\u00e4ft passen und klingt eher wie Buchhaltung als nach Spekulation. Die Paulsons unserer Tage deswegen in ein <i>Accounting<\/i>-Raster zu zw\u00e4ngen, w\u00e4re sicher falsch; aber noch weniger tr\u00e4fe es ihre Mentalit\u00e4t, w\u00fcrde sie mit der von Gl\u00fccksrittern verglichen. Da wird genau gerechnet, vorsichtig abgewogen, strategisch geplant und stets abwartend reagiert &#8211; <i>the daredevil enterpreneur <\/i>d\u00fcrfte ein liberaler Mythos sein, ohne Bodenhaftung ausgerechnet dort, wo er angeblich seine reinste Verk\u00f6rperung erlebt. Zumal Paulson durchaus keine Ausnahme ist &#8211; seine Disposition kehrt bei vielen Brandstiftern, die es zu etwas gebracht haben, wieder: Ohne inneren Biedermann geht es nicht (Villette\/Vuillermont).<\/p>\n<p>Doch der Mythos hat vorderhand gesiegt. Biedermanns R\u00fcckkehr findet darum an Hintert\u00fcren statt. Das viktorianische Hochmut-kommt-vor-den-Fall-Geraune ist eine davon. Weitere folgen sogleich.<\/p>\n<h2 class=\"auto-created\"><span id=\"iv-der-konfektionaer-im-tier\">IV. Der Konfek&shy;ti&shy;on&auml;r im Tier <\/span><\/h2>\n<p>Paulsons Erfolgsgeschichte l\u00e4sst ahnen: Am Werk ist, viel h\u00e4ufiger als man denkt, eine Ausgeburt des Kalk\u00fcls, die keine Spontaneit\u00e4t vertr\u00e4gt, nichts dem Zufall \u00fcberl\u00e4sst, Ungewissheit verabscheut und darum das liberale Reich der Freiheit niemals erreichen wird. &#8222;Uncertainty makes us free&#8220; &#8211; wenn interessierts? &#8222;The willingness to plunge into the unknown&#8220;? Undenkbar. Daf\u00fcr bedarf es anderer Typen. Keynes hat sie <i>animal spirits <\/i>getauft.<\/p>\n<p>Von diesem Esprit hei\u00dft es, dass ihn das Objekt seiner Begierde \u00fcberhaupt nicht k\u00fcmmere: er hantiere mit Haarwasser (oder Kokosn\u00fcssen oder Kokolores gleich welcher Art) genau so <i>weltvergessen <\/i>wie mit Hegdefonds (G. Gilder). Daf\u00fcr gibt man uns ein sprechendes Beispiel: Um 1970 herum lie\u00df sich eine libanesische Familie in Massachusetts nieder. &#8222;Ihr Startkapital waren ein paar lumpige Dollar und noch weniger englische W\u00f6rter. Sie investierten ihre Dollars in einen verfallenen Laden an einer Ausfallstra\u00dfe und richteten dort ein Gem\u00fcsegesch\u00e4ft ein.&#8220; Alle &#8222;sechs Kinder beteiligten sich durch flei\u00dfige Mitarbeit an dieser Kapitalisierung. Der Laden war bis sp\u00e4t abends ge\u00f6ffnet und hatte bald einen festen Kundenstamm.&#8220; Einige Zeit sp\u00e4ter erwarb der Libanese &#8222;das gr\u00f6\u00dfte B\u00fcrogeb\u00e4ude&#8220; seiner Heimatstadt. Dem sollten bald &#8222;ein Herrenmodengesch\u00e4ft und ein kleines Einkaufzentrum&#8220; folgen (Gilder). Alles passiert innerhalb weniger Jahre und ist vom Ruch des unerkl\u00e4rlichen Gl\u00fccks dadurch befreit, dass in der Region zwei weitere Libanesen einen vergleichbaren Aufstieg erlebt haben.<\/p>\n<p>Einwanderer sind offenkundig die besseren Liberalen.<\/p>\n<p>Selbstredend stecken hinter staunenswerten Karrieren wie diesen mehrere Geheimnisse. Harte Arbeit und famili\u00e4res Engagement geh\u00f6ren dazu, aber auch Optimismus, Vorstellungskraft und der Glaube ans eigene Gl\u00fcck. Doch alle diese Ingredienzen bef\u00e4higen eben nur zur F\u00fchrung von Haarwasserfabriken. Ein Gottlieb Biedermann kommt mit ihrer Hilfe \u00fcber die Runden, sie n\u00e4hren seinen lauen Erfolgshunger, den behaglichen Ehrgeiz. Was fehlt, ist der grenz\u00fcberschreitende Kick des spekulativen Moments: <i>the impulse to gamble and to risk <\/i>(Gilder). Unser Parade-Unternehmer bleibt eben nicht auf dem Gem\u00fcsegesch\u00e4ft sitzen, sondern erobert riskantes, fremdes Terrain, steigt ins Immobiliengesch\u00e4ft ein und als Herrenausstatter auf. Egal was &#8211; Hauptsache, das \u00f6konomische Abenteuer geht weiter.<\/p>\n<p>Wirklich? Das biedere Ende kommt schnell: <i>The Animal <\/i>posiert stolz &#8222;im dreiteiligen Anzug auf den Fotos der Handelskammer&#8220;. Eine Bestie im Dreiteiler, arriviert statt animalisch. Der vitale Libanese wird zu Biedermanns Kompagnon im Geiste. Und es ist gut so, offenbar.<\/p>\n<h2 class=\"auto-created\"><span id=\"v-geranien-liberalismus\">V. Gerani&shy;en-&shy;Li&shy;be&shy;ra&shy;lismus <\/span><\/h2>\n<p>Wer nach &#8222;Vitali\u00e4t&#8220; ruft, m\u00fcsste zum politischen Sturm aufs geistige Biedermeier blasen, die wohl versorgte Liberalit\u00e4t anprangern und dem Risiko den liberalen Stammplatz sichern: <i>Nicht Versorgungsstaat, sondern Vitalpolitik! <\/i>Diese Parole hat Walter R\u00fcstow ausgegeben, vor Zeiten ein renommierter Wortf\u00fchrer des liberalen Lagers. Wie k\u00fcmmerlich das Feuer, dessen Glut man hier anfacht, in Wirklichkeit ist, zeigt sich daran, dass als Ma\u00df aller Dinge die &#8222;befriedigende Vitalsituation&#8220; gilt. Lebendig <i>und <\/i>befriedigt? Es riecht nach Zoo, nicht wie Wildnis.<\/p>\n<p>Der Lebenskr\u00e4ftiger verbindet die beiden Pole auf seine eigene Weise: &#8222;Wenn eine Familie&#8220;, schw\u00e4rmt er, &#8222;ein Eigenheim auf dem Lande hat, mit Garten und so weiter, dann ist ihre Vitalsituation schon v\u00f6llig anders als in der Mietwohnung einer gro\u00dfst\u00e4dtischen Stra\u00dfenschlucht. Wie viel besser es die Kinder auf dem Lande haben, das brauche ich nicht erst auseinander zusetzen, wenn sie Auslauf haben, wenn sie in der freien Natur leben, wenn tausend p\u00e4dagogische Probleme, die in der Stadt nicht l\u00f6sbar sind und zu immer neuen p\u00e4dagogischen Explosionen und Katastrophen f\u00fchren, gar nicht erst entstehen.&#8220; Usw. usf. Im Ganzen herrscht eitel Freude, rundherum: &#8222;eine erfreuliche Kindheit, ein erfolgreiches Arbeitsleben mit erfreulichem Weekend und erfreulichen Ferien&#8220; und nat\u00fcrlich auch &#8222;ein erfreuliches Alter&#8220;.<\/p>\n<p>&#8222;Requiescat in pace&#8220; m\u00f6chte man dem toten Unternehmergeist hinterher rufen. Kein Risiko kommt bei R\u00fcstow vor, es gibt kein Scheitern, kein Schwung ist sp\u00fcrbar, kein Ehrgeiz brennt, der den Markt \u00fcbert\u00f6lpeln will, und kein brandstiftendes Fl\u00e4mmchen leuchtet. Stattdessen eine zwergenhafte Idylle vom saubergefegten Eigenheim im blumengeschm\u00fcckten Dorf, mit friedlich spielenden Kindern unter den f\u00fcrsorglichen Augen r\u00fcstiger Rentner. Kreative Unruhestifter oder tierische Gewinnmargen sind dieser Welt genauso fremd wie st\u00e4dtische Stra\u00dfenschluchten.<\/p>\n<p>Walter R\u00fcstow lag mit Friedrich August Hayek \u00fcber Kreuz, dem prominentesten aller (Neo-) Liberalen. Nicht ohne (sachlichen) Grund, wie es scheint. Denn Hayek klassifiziert die beharrliche Freude an bescheidenen Bed\u00fcrfnissen und kleinteiligen Verh\u00e4ltnissen als mentalen Defekt. Wer so denke, sei f\u00fcr &#8222;offene Gesellschaften&#8220; weder &#8222;intellektuell noch moralisch hinreichend reif&#8220;. Seiner Meinung nach verr\u00e4t das putzige Ideal primitives Denken. Dringend sei es daher, einer asozialen <i>Abstraktheit <\/i>(von Regeln) die notwendige Akzeptanz zu verschaffen<\/p>\n<h2 class=\"auto-created\"><span id=\"vi-die-hochzeitsgesellschaft\">VI. Die Hochzeits&shy;ge&shy;sell&shy;schaft <\/span><\/h2>\n<p>Abstrakte Regeln sind ergebnisoffen, der freie Markt ist (auch) Gl\u00fcckssache. In Hayeks Worten: <i>The aim of policy in a free society cannot be a maximum of foreknown results.<\/i> Wer die liberale Sache verr\u00e4t und das spekulative Moment scheut, wird sich gegen diese Zumutung wehren: &#8222;Risiken sind mit dem Eintritt \u00fcberraschender Ver\u00e4nderungen untrennbar verbunden. Wir k\u00f6nnen nur zwischen zwei Alternativen w\u00e4hlen: Entweder der unpers\u00f6nliche Markt l\u00e4dt das Risiko des Wandels den Individuen auf, die sich gegebenenfalls, um Einkommensverluste zu vermeiden, entsprechend neu orientieren m\u00fcssen; oder Willk\u00fcr und Macht entscheiden dar\u00fcber, wer die Last tragen soll &#8211; die dann aber zwangsl\u00e4ufig gr\u00f6\u00dfer ist, als wenn der Marktmechanismus zum Zuge gekommen w\u00e4re.&#8220;<\/p>\n<p>Den Aufstieg der marktfeindlichen Primitivit\u00e4t gilt es rechtzeitig zu bremsen. Hayek macht daf\u00fcr Kostengr\u00fcnde geltend, bei anderer Gelegenheit auch Freiheitsverluste. Herbert Spencer, sein viktorianischer Stammvater, macht deutlich, was eigentlich auf dem Spiel steht &#8211; und stehen muss, um den Markt, seiner zahllosen Gr\u00e4uel zum Trotz, gesellschaftsf\u00e4hig zu machen: <i>Evolution<\/i>, der Fortschritt des Menschengeschlechts. Spencers Grundgedanke ist es, die Massen durch einen l\u00e4nglichen Ausscheidungsprozess zu schicken, an dessen Ende nur noch (\u00f6konomisch) vitale Exemplare \u00fcbrig bleiben.<\/p>\n<p>Die fatale Freiheit des Einzelnen bringt so das finale Gl\u00fcck f\u00fcr alle (\u00dcberlebenden): &#8222;the ultimate perfection&#8220; (Spencer). Doch bis es soweit ist, f\u00e4llt viel Leiden an. Noch lange werden Freiheit und Fiasko untrennbar zusammengeh\u00f6ren &#8211; weder Schwache noch Kranke, weder Alte noch Arbeitslose haben per se ein Existenzrecht. Wenn man nun, wie Hayek, &#8222;sozialistische&#8220; Marktkorrekturen f\u00fcr primitiv h\u00e4lt und mit aller Macht gegen sie ins Feld zieht: Was passiert dann mit den \u00dcberfl\u00fcssigen? Schon Spencer hatte sich dieser Fragen zu stellen. Er ging, aus Erfahrung bereits damals resignativ geworden, davon aus, dass das Leid fl\u00e4chendeckend in Mitleid umschlagen und soziale H\u00e4rte in ein liberales Hirngespinst verwandeln w\u00fcrde: &#8222;There are many very amiable people &#8211; people over whom in so far as their feelings are concerned we may fitly rejoice &#8211; who have not the nerve to look this matter fairly in the face.&#8220; Zivilit\u00e4t blockiert Brutalit\u00e4t.<\/p>\n<p>Wie will sich Hayek diesem Dilemma entziehen? Dadurch, dass er den wirtschaftlichen Existenzkampf in ein kollektives Gef\u00fchlsbad taucht. Menschen sollen einander nahe kommen (und bleiben), bevor der Markt sie entzweit. Was H\u00e4nschen f\u00fchlt, formt Hans. Konkret: Landesweit werden von Staats wegen Jungb\u00fcrger-bzw. Jahrgangsgruppen eingerichtet; daf\u00fcr, dass viele gerne mitmachen, sorgt (nach gut rotarischer Art) die Stimme der Natur: &#8222;Jahrgangsgruppen k\u00f6nnten sehr wohl&#8220;, phantasiert Hayek, &#8222;im Alter von 18 Jahren gebildet werden. Ihre Attraktivit\u00e4t lie\u00dfe sich m\u00f6glicherweise noch steigern, wenn junge M\u00e4nner desselben Alters mit jungen Frauen zusammengebracht werden, die z. B. zwei Jahre j\u00fcnger sind.&#8220; Was macht die unsichtbare Hand da, ist man geneigt zu fragen.<\/p>\n<p>Hayeks Kupplerlist: Die Heirat aller mit allen soll der liberalen Abstraktheit allgemeine Akzeptanz verschaffen. Es gibt keinen Markt ohne Heiratsmarkt. Vital? Vitaler als R\u00fcstow?<\/p>\n<h2 class=\"auto-created\"><span id=\"vii-leben-im-giraffenland\">VII. Leben im Giraf&shy;fen&shy;land<\/span><\/h2>\n<p>Das Risiko wird reflexiv, sprich: f\u00fcr sich selbst eines, wenn &#8222;espritlose&#8220; Leute ihm ausweichen k\u00f6nnen. Hayek wie Spencer kannten diese Gefahr. Dass der Mensch die Freiheit mehr liebe als seine Sicherheit oder den Komfort &#8211; wer w\u00fcsste daf\u00fcr hinreichend viele Beispiele, um seiner Sache wirklich sicher zu sein? Verwunderlich bleibt allerdings, warum immer nur jene dem risikofeindlichen Lager zugeschlagen werden, deren Schicksal sowieso schon am seidenen Faden h\u00e4ngt: Arme, Schwache, M\u00fchselige, Beladene. Schlie\u00dflich muss, wer mehr hat, auch f\u00fcrchten, mehr zu verlieren. Wo ist diese Furcht geblieben? Spencers Publikum etwa, speziell seine amerikanische Fan-Gemeinde, war stinkreich und gleichwohl erpicht darauf zu h\u00f6ren, was ihm gesagt wurde.<\/p>\n<p>Vielleicht lag es daran, dass diesen Profiteuren ein Subtext in den Ohren klang: Wahrlich, ich sage Euch, Ihr seid oben und die Evolution ist zu Ende. Zumindest den &#8222;Oberen&#8220; droht kein weiteres Unheil. Weiter unten w\u00fcrde das Ausmerzgesch\u00e4ft zwar weiterlaufen (m\u00fcssen), doch Turbulenzen im Establishment sind davon nicht zu erwarten. Die Eliten haben auszirkuliert. F\u00fcr sie ist Selektion kein unendlicher Prozess, Unsicherheit kein st\u00e4ndiger Begleiter, Freiheit keine permanente Drohung und das Leben keine ewige Strapaze. Man hat es geschafft. Punkt. Schlie\u00dflich kehrt sogar beim unerbittlichen Darwin irgendwann Ruhe ein: &#8222;Einmal kommt der Wettlauf zum Stillstand. Dann n\u00e4mlich, wenn ein Monopol erreicht ist. Der lange Hals der Giraffe ist ein Monopol, und zwar eines, das keiner Verteidigung mehr bedarf, sondern &#8218;konkurrenzlos&#8216; dasteht. &#8230; Im Zustande der verteilten Monopole &#8211; Giraffen haben ihren Lebensraum, Antilopen jenen und Schafe wieder einen anderen &#8211; kommt der Prozess der Konkurrenz, in dem die noch zu allen m\u00f6glichen Variationen &#8218;Arten&#8216; einander variierend nachjagen, zur Ruhe&#8220; (D. Sternberger). Oben die als Brandstifter drapierten Biederm\u00e4nner, in ihrer privilegierten Stellung unbehelligt, drunter alle anderen, deren Gl\u00fcck auch gemacht sein darf, sofern es auf seinem Platz bleibt. Suum cuique.<\/p>\n<p>Nichts zeugt deutlicher von dem elementaren Gef\u00fchl, <i>verdienterma\u00dfen <\/i>in Sicherheit zu sein, als die trotzigen Reaktionen auf den Beweis des Gegenteils. Unter seinesgleichen kennt man keine Versager, sondern ausschlie\u00dflich Leistungstr\u00e4ger ohne Fortune oder richtige M\u00e4nner an falschen Pl\u00e4tzen (Gladwell). Ein Talent-Kult h\u00e4lt Einzug, der f\u00fcr seine G\u00fcnstlinge die Aussetzung der Natur reklamiert. Denn diese Giraffen &#8222;\u00fcberleben&#8220; den Existenzkampf nicht, sondern sind &#8222;noch einmal davon gekommen&#8220; &#8211; und auch das nur, weil ihnen der verdammte Staat Artenschutz gew\u00e4hrt.<\/p>\n<p>Dahinter steckt sogar eine gewisse Logik: Denn wo die Evolution zu Ende ist, kann der Staat nicht mehr schaden. Vielleicht l\u00e4sst sich so erkl\u00e4ren, dass man in diesen Kreisen kein Problem damit hat, das gn\u00e4dige Schicksal als pers\u00f6nliche Leistung zu verbuchen: &#8222;Aus welchem Grund auch immer f\u00fchlen die Leute das Bed\u00fcrfnis, sich zu belohnen, weil sie etwas Gutes tun &#8211; auch wenn damit nicht mehr gemeint ist als das eigene \u00dcberleben&#8220;, kommentiert eine Insiderin die post-traumatische <i>Wall Street<\/i>-Stimmung unserer Tage (L.M. Holson). Kindheitstr\u00e4ume haben Konjunktur, Segelyachten werden bestellt, Sommerresidenzen gekauft und Luxuskarossen angeschafft. Courage ist etwas f\u00fcr Verlierer, Gewinner gl\u00e4nzen durch Konsum.<\/p>\n<h2 class=\"auto-created\"><span id=\"viii-von-libanesen-und-limousinen\">VIII. Von Libanesen und Limousinen<\/span><\/h2>\n<p>W\u00e4re jener Libanese, dessen unaufhaltsamer Aufstieg den Geist des liberalen Animalismus (<i>from rags to riches<\/i>) vorexerzieren soll, mit seiner Familie \u00fcberhaupt ins Land und unter die Leute gekommen, h\u00e4tten Menschen vom Schlage eines R\u00fcstow oder Hayek ihre Heimat- und Heiratsphantasien ausleben d\u00fcrfen?<\/p>\n<p>Wieder einmal macht den neuen Liberalen ihre notorische Ambivalenz zu schaffen. Die &#8222;flammende&#8220; Rhetorik und resolute Programmatik weist sie als Freunde einer permissiven Promiskuit\u00e4t aus: M\u00e4rkte kennen weder ethnische noch kulturelle Grenzen &#8211; wer immer sich an die Spielregeln h\u00e4lt, soll mitspielen d\u00fcrfen. Und wem es gelingt zu \u00fcberleben, ist <i>fit <\/i>und also rechtens auf dieser Welt, egal ob er aus Beirut, Berlin oder Boston kommt. Soweit das Prinzip.<\/p>\n<p>Doch dann kommen die Einschr\u00e4nkungen. Sie verwandeln den Marktplatz in eine Wagenburg und das Freiheitspathos in Biedersinn. Fremde sollen drau\u00dfen bleiben: wenn sie kriminell schon einmal auff\u00e4llig geworden und daher potentielle St\u00f6renfriede sind; weil sich zusammen mit ihnen Infektionskrankheiten (wie AIDS) ausbreiten; falls das Objekt ihrer Begierde der heimische Wohlfahrtstaat ist; wegen des \u00f6kologisch bedenklichen Kinder\u00fcberhangs; da sie, h\u00e4rter arbeitend oder weniger anspruchsvoll, einheimische Arbeitskr\u00e4fte vom Markt verdr\u00e4ngen; kurz: weil unser Leben nicht mehr unser Leben sein wird, <i>when the new immigrants become a majority <\/i>(J. Hospers). Zwar ist alles irgendwie ungewiss &#8211; doch diese Ungewissheit macht Angst, nicht frei.<\/p>\n<p>Liberal sein kann man so oder so: misstrauisch oder optimistisch, gezeichnet von der Furcht vor dem Verlust oder voller Hoffnung auf k\u00fcnftige M\u00f6glichkeiten (J. Shklar). Da scheint zugleich die Scheidelinie zwischen altem (ruhigem) und neuem (riskantem) Liberalismus zu liegen &#8211; jener baut Sicherungen ein, um Ruhe zu garantieren, dieser entsichert unternehmenslustig das Risiko. Eben: Biedermann vs. Brandstifter. Freilich hat sich ein ums andere Mal gezeigt, dass Brandstifterei kaum mehr ist als ein Schauspiel arrivierter Biederm\u00e4nner. Sie scheuen am wenigsten jene Risiken, die <i>hinter <\/i>ihnen liegen. Ansonsten sind \u00c4ngste ihre st\u00e4ndigen Begleiter, momentan vor allem <i>the fear of public scorn <\/i>&#8211; weil andere merken k\u00f6nnten, wie wenig Courage und Courtage miteinander zu tun haben, wie schlecht sich also Reichtum mit Risiko legitimieren l\u00e4sst. Da greifen &#8222;Limousinenliberale&#8220; auf der Suche nach vier R\u00e4dern schon mal zum Bentley, weil ein Rolls Royce provozieren w\u00fcrde (Holson).<\/p>\n<h2 class=\"auto-created\"><span id=\"literatur\">Literatur <\/span><\/h2>\n<p><i>Freedgood, Elaine<\/i> 2006: Victorian Writing About Risk: Imagining a Safe England in Dangerous World. Cambridge<\/p>\n<p><i>Gilder, George <\/i>1982: Wealth and Poverty. New York<\/p>\n<p><i>Gladwell, Malcolm <\/i>2002: The Talent Myth. In: The New Yorker, 22.7.02, 28-33<\/p>\n<p><i>Gladwell, Malcolm <\/i>2010: The Sure Thing. How Entrepreneurs Really Succeed. In: The New Yorker, 18.1.10, 24-29<\/p>\n<p><i>Hayek, Friedrich A.<\/i> 1982: Law, Legislation, and Liberty. Chicago-London<\/p>\n<p><i>Hirschman, Albert O.<\/i> 1987: Leidenschaften und Interessen. Frankfurt<\/p>\n<p><i>Holson, Laura M. <\/i>2010: Ready to Spend, But Not Boast. In: New York Times, 24.1.10<\/p>\n<p><i>Hospers, John <\/i>1998: A Libertarian Argument Against Open Borders. In: Journal of Libertarian Studies, 13, 153-165<\/p>\n<p><i>Jungbluth, R\u00fcdiger<\/i> 2008: J\u00e9rome allm\u00e4chtig. In: Die Zeit, 31.1.10<\/p>\n<p><i>Mill, John St. <\/i>1988: \u00dcber die Freiheit. Stuttgart<\/p>\n<p><i>Murray, Charles<\/i> 1997: What It Means to Be a Libertarian. New York<\/p>\n<p><i>O&#8217;Malley Pat <\/i>2009: &#8222;Uncertainty makes us free&#8220;. Liberalism, risk, and individual security. In: Behemoth, 3, 24-38<\/p>\n<p><i>R\u00fcstow, Walter <\/i>1958: Nicht Versorgungsstaat, sondern Vitalpolitik. In: Vortr\u00e4ge anl\u00e4sslich der Internationalen Fr\u00fchjahrstagung des Wirtschaftsrings e.V., Bonn. Aachen, 3-26<\/p>\n<p><i>Shklar, Judith <\/i>1989: The Liberalism of Fear. In: Nancy L. Rosenblum (ed.), Liberalism and the Moral Life. Cambridge, Mass., 21-38<\/p>\n<p><i>Sternberger, Dolf<\/i> 1974: Panorama oder Ansichten vom 19. Jahrhundert. Frankfurt<\/p>\n<p><i>Stewart, James B.<\/i> 2008: The Omen. In: The New Yorker, 20.10.08, 54-65<\/p>\n<p><i>Villette, Michel, Catherine Vuillermot <\/i>2009: From Predators to Icons: Exposing the Myth of the Business Hero. Ithaca<\/p>\n","protected":false},"featured_media":0,"template":"","categories":[],"tags":[667],"autoren":[2210],"publikationen":[2824],"class_list":["post-11849","publikation","type-publikation","status-publish","hentry","tag-vorgaenge-artikel","autoren-wolfgang-fach","publikationen-189-vorgaenge"],"acf":[],"yoast_head":"<!-- This site is optimized with the Yoast SEO plugin v28.5 - https:\/\/yoast.com\/product\/yoast-seo-wordpress\/ -->\n<title>Serious men? - Humanistische Union<\/title>\n<meta name=\"robots\" content=\"index, follow, max-snippet:-1, max-image-preview:large, max-video-preview:-1\" \/>\n<link rel=\"canonical\" href=\"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/vorgaenge\/189-vorgaenge\/publikation\/serious-men\/\" \/>\n<meta property=\"og:locale\" content=\"de_DE\" \/>\n<meta property=\"og:type\" content=\"article\" \/>\n<meta property=\"og:title\" content=\"Serious men? - Humanistische Union\" \/>\n<meta property=\"og:description\" content=\"Die Liberalen im Test; aus: vorg\u00e4nge Nr. 189, Heft 1\/2010, S. 60-68 Derzeit hat die liberale Partei ein Problem mit ihrem Anf\u00fchrer: Je ernster er sich nimmt, desto weniger ernst nimmt ihn sein Publikum. 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