{"id":11876,"date":"2006-11-04T14:24:00","date_gmt":"2006-11-04T13:24:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/publikation\/selbstbestimmung-in-der-biopolitik\/"},"modified":"2006-11-04T12:00:00","modified_gmt":"2006-11-04T11:00:00","slug":"selbstbestimmung-in-der-biopolitik","status":"publish","type":"publikation","link":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/vorgaenge\/175-vorgaenge\/publikation\/selbstbestimmung-in-der-biopolitik\/","title":{"rendered":"Selbstbestimmung in der Biopolitik"},"content":{"rendered":"<p>Zehn Punkte zur Orientierung \u00fcber das Alte im Neuen.<\/p>\n<p>Aus: vorg\u00e4nge Nr.175, (Heft 2\/2006), S.36-42<\/p>\n<p><b>Der nachfolgende Text enth\u00e4lt grunds\u00e4tzliche Bemerkungen zur Selbstbestimmung in der biopolitischen <br \/>\u00a0Debatte in der Bundesrepublik Deutschland. Wiederholungen \u00e4lterer Aussagen1 sind vermieden. <\/b><\/p>\n<p>1. Meinungsklima. Im Fr\u00fchjahr dieses Jahres machte das Wort vom &#132;Fetisch Selbstbestimmung&#147; die Runde. Da es aus einer kritischen Haltung gegen\u00fcber biopolitischen Innovationen kam, l\u00f6ste es keinen Sturm der Entr\u00fcstung aus. Es wurde vielmehr wiederholt und anerkennend zitiert.<br \/>Die Duldsamkeit wird niemanden \u00fcberraschen. In Deutschland findet jeder ein offenes Ohr, der die Fortschritte der biowissenschaftlichen Forschung als Bedrohung und die Chancen der medizinischen Technik als Gef\u00e4hrdung der Humanit\u00e4t verwirft. <br \/>Wer auch nur wagt, die damit einhergehende Dogmatisierung eines alten Zustands (der ja seinerseits bereits auf zahllosen Errungenschaften von Wissenschaft und Technik beruht) in Frage zu stellen, wird ohne R\u00fccksicht auf die Achtung vor seiner Person als gewissenloser Parteig\u00e4nger der Forschungslobby denunziert. Wenn es philosophisch klingen soll, wirft man ihm &#132;Utilitarismus&#147; vor, ganz gleich, ob er tats\u00e4chlich dem Prinzip der Nutzeinkalkulation anh\u00e4ngt, und nat\u00fcrlich auch ohne R\u00fccksicht darauf, ob der Utilitarismus wirklich so verwerflich ist, wie man gerne tut.2<br \/>Doch wie dem auch immer sei: Im vernebelten Meinungsklima unserer Republik ist jeder willkommen, der bioethische Zweifel s\u00e4t, um biopolitische Abwehr zu ernten.<\/p>\n<p>2. Innovation und Tradition. Menschlich gesehen, ist die Abwehr des Neuen verst\u00e4ndlich. Platon, der erste Philosoph, der politische Fragen systematisch behandelt und dem wir nicht nur eine gro\u00dfe Parabel \u00fcber den Zusammenhang von seelischer Ordnung und politischer Gerechtigkeit,3 nicht nur eine auf die Verkn\u00fcpfung individueller Gegens\u00e4tze gr\u00fcndende Lehre politischer Organisation,4 sondern auch den ersten realistischen Verfassungsentwurf Europas verdanken,5 Platon sieht die gr\u00f6\u00dfte Gefahr f\u00fcr ein geordnetes Gemeinwesen in der Neuerungssucht (philia t\u014dn ne\u014dn) der Jugend und der K\u00fcnstler.6<\/p>\n<p>Das ist f\u00fcr sich schon bemerkenswert genug. Schlie\u00dflich bilden wir uns ein, erst die Moderne setze den Menschen unabl\u00e4ssigen Ver\u00e4nderungen aus. Viele meinen, erst in der Neuzeit ereile den Menschen das Schicksal des Wertewandels und des unwiederbringlichen Traditionverlusts. So gut wie alle sind davon \u00fcberzeugt, erst das &#132;moderne Subjekt&#147; sei Opfer des von ihm selbst erzeugten Fortschritts, so dass es gut daran tue, sich eine Atempause in der beschleunigten Umw\u00e4lzung aller Dinge zu verschaffen.<\/p>\n<p>3. Erziehung: \u00dcber das Alte\u00a0 zum Neuen. Platon berichtet, dass schon im \u00e4gyptischen Gro\u00dfreich7 die Sorge vor der unabl\u00e4ssigen Ver\u00e4nderung der Einstellungen und Werte so gro\u00df gewesen sei, dass alles, was man f\u00fcr die Kontinuit\u00e4t des Daseins als wichtig erachtete, f\u00fcr &#132;heilig&#147; erkl\u00e4rt worden sei.8 <br \/>Platon nimmt sich die alt\u00e4gyptische Heiligsprechung dessen, was sich nicht ver\u00e4ndern soll, zum Vorbild. Deshalb haben die Fest- und Feiertage in seinem Verfassungsentwurf eine besondere Bedeutung. Doch im Bewusstsein der damals schon gut achtzig Jahre zur\u00fcckliegenden ersten &#132;sophistischen&#147; Aufkl\u00e4rung, die mindestens so einschneidend war wie die zweite Aufkl\u00e4rung des 18. Jahrhunderts, und angesichts der Tatsache, dass die Menschen seiner Zeit den G\u00f6ttern nur wenig Aufmerksamkeit schenken (vor allem die Jugend war gegen Ende des 5. vorchristlichen Jahrhunderts kaum noch zum Tempelbesuch zu bewegen),9 schl\u00e4gt Platon den Weg ein, den auch wir f\u00fcr den einzig gangbaren halten, n\u00e4mlich den \u00fcber eine gute Erziehung. Letztlich k\u00f6nnen nur Wissen und Bildung die Kontinuit\u00e4t erzeugen, die eine sich selbst steuernde Gesellschaft ben\u00f6tigt.10<\/p>\n<p>4. \u00d6ffentliche Fremdkontrolle. Es befremdet und emp\u00f6rt uns bis heute, dass Platon im Interesse der Erziehung auch Zensurma\u00dfnahmen f\u00fcr angebracht und durchf\u00fchrbar h\u00e4lt. Aber wenn wir sehen, welche manifesten Kontrollen im \u00f6ffentlichen Diskurs \u00fcber bioethische Fragen wirksam sind, dann scheint es heute doch mehr Platoniker zu geben als vermutet. <br \/>Wenn etwa der Bundeskanzler nicht sagen darf, dass er sich eine Steigerung biowissenschaftlicher Forschung w\u00fcnsche, ohne der &#132;Gewissenlosigkeit&#147; gescholten zu werden; wenn einem zeitweilig als Minister t\u00e4tigen Philosophen unterstellt wird, er verbreite &#132;Killerparolen&#147;, nur weil er an die &#132;Selbstachtung&#147; als Prinzip der Selbstsch\u00e4tzung des Menschen erinnert; oder wenn die amtierende Bundesjustizministerin, weil sie die m\u00f6gliche Verf\u00fcgung \u00fcber das eigene Sterben rechtlich sichern will, zur &#132;Buchhalterin des Sterbens&#147; avanciert, dann sehen wir, wie auch ohne Zensur f\u00fcr Immobilit\u00e4t gesorgt werden soll.<br \/>Doch \u00fcber das Meinungsklima ist bereits genug gesagt. Mir gen\u00fcgt, wenn bewusst wird, dass die Ver\u00e4nderung von Anfang an zur menschlichen Kultur geh\u00f6rt, und der Versuch, ihr Einhalt zu gebieten auch.<\/p>\n<p>5. Eine pers\u00f6nliche Ansicht. Ganz gleich, wie die geschichtlichen Tatsachen sind: Man kann es niemandem verwehren, von ihnen abzusehen. Jeder hat das Recht, seine Zeit seinem eigenen Urteil zu unterwerfen. Deshalb darf ich gestehen, dass mir selbst die Dynamik der Zivilisation, die dem verbesserten Komfort alles opfert, widerstrebt. Die Welt, die in der Raserei unabl\u00e4ssiger Verbesserungen entsteht, hat meine Sympathien nicht, und es ist tr\u00f6stlich zu wissen, dass man unter diesen Bedingungen nur ein Leben hat.<br \/>Gleichwohl habe ich kein Verst\u00e4ndnis f\u00fcr jene, die in ihren politischen Optionen so tun, als k\u00f6nnten sie den Prozess der Zivilisation verz\u00f6gern, umkehren oder gar zum Stillstand bringen. Denn man braucht nur ein Minimum an Selbstbeobachtung, um sich einzugestehen, dass man in allem, was man selber tut, die Beschleunigung der weltweiten Modernisierung bef\u00f6rdert. Oder gibt es jemanden, der sich vernehmlich gegen die Umw\u00e4lzungen wehrt &#150; ohne sie durch Teilnahme zu verst\u00e4rken? Jemanden, der nicht liest, der nicht telefoniert, nichts verwendet, das mit modernen Verkehrsmitteln transportiert werden muss, und der sich vom Geld ebenso fernh\u00e4lt wie von der Medizin?<br \/>Gewiss, es gibt Menschen, die lehnen Bluttransfusionen ab. Aber sie stehen gleichwohl an den Stra\u00dfenecken, tragen Goretex und haben ihre im Rotationsdruck hergestellten Brosch\u00fcren durch Plastikfolien gegen die Witterung gesch\u00fctzt. <br \/>Ich muss das nicht vertiefen. Es gen\u00fcgt die Feststellung, dass wir alle die Dynamik verst\u00e4rken, die den Umschwung aller Verh\u00e4ltnisse beschleunigt und Neues stets auf Kosten des Alten schafft. Wir sind es selbst, die abstraktes Recht, b\u00fcrokratische Administration und technische Konvention an die Stelle vertrauter Selbstverst\u00e4ndlichkeiten setzen. Dabei geben wir Gewohnheiten auf, die noch vor kurzem provozierende Neuerungen waren. Und um uns im selbsterzeugten Wandel nicht selbst zu verlieren, vertrauen wir auf Hilfsmittel, die alles nur noch allgemeiner und schneller machen: auf die formalisierte Interessenvertretung, auf die Wissenschaft und auf die Technik. Also beschleunigt auch der Ethikrat die Krise, in der er raten soll.<\/p>\n<p>6. Der basale Akt der Menschwerdung. Wie kann ein Mensch mit den Belastungen durch die Geschichte und im Sog permanenter Ver\u00e4nderungen leben? Nur dadurch, dass er sich selbst zu bestimmen sucht. Die Selbstbestimmung ist das Grundprinzip des menschlichen Lebens. In ihr verwandelt der Mensch den Grundimpuls des Lebendigen \u00fcberhaupt, n\u00e4mlich die Selbstorganisation, in einen bewussten Umgang mit seinem eigenen Dasein. In der Selbstbestimmung kommt die Freiheit des Menschen zu ihrem praktischen Ausdruck; hier wird sie in den Anspruch einer eigenen Verf\u00fcgung \u00fcber das Leben \u00fcbertragen. Folglich legt sie den Grund f\u00fcr die menschliche W\u00fcrde, die wir in der Person eines jeden Einzelnen zu achten haben.<br \/>Selbstbestimmung kann als der basale Akt der bewussten Menschwerdung bezeichnet werden, der ohne Freiheit nicht denkbar ist und ohne den sich weder die Personalit\u00e4t noch die W\u00fcrde des Menschen verstehen lassen. Wer die Selbstbestimmung zum &#132;Fetisch&#147; erkl\u00e4rt, macht auch die Prinzipien der Ethik zum &#132;faulen Zauber&#147;. Es fehlt nur noch, dass er die grundgesetzlich garantierten Grundrechte zum &#132;Opium f\u00fcrs Volk&#147; deklariert, dann haben wir das Vokabular zusammen, mit dem ein f\u00fcr viele noch heute als gro\u00df geltender Autor der Moral, dem Recht und der Religion den Garaus machen wollte. <br \/>Karl Marx, den ich hier im Auge habe, w\u00e4re k\u00fcrzlich um ein Haar zum gr\u00f6\u00dften Deutschen erkoren worden. Das legt eine tiefere Schicht des \u00f6ffentlichen Bewusstseins in Deutschland frei.<\/p>\n<p>7. Ein neues Wort&#8230;. &#132;Selbstbestimmung&#147; ist ein vergleichsweise junges Wort, das wir Immanuel Kant verdanken. Er nahm den seit langem \u00fcblichen Terminus der &#132;Bestimmung&#147;, den wir heute noch in der Botanik verwenden (wo er so viel wie &#132;Definition&#147; oder &#132;Determination&#147; bedeutet), und \u00fcbertrug ihn auf das praktische Verh\u00e4ltnis des Menschen zu sich selbst. <br \/>Dabei kam ihm die bereits ausgepr\u00e4gte praktische Bedeutung des deutschen Worts entgegen. 1748 hatte der Berliner Theologe Johann Joachim Spalding sein Buch \u00fcber die Bestimmung des Menschen geschrieben und dargelegt, welche &#132;Bestimmung&#147; dem Menschen von seinem Sch\u00f6pfer auferlegt worden ist. Der aufgekl\u00e4rte Spalding ging davon aus, dass der Mensch das g\u00f6ttliche Geschick zu begreifen und in seine eigene, bewusst zu lebenden Bestimmung umzusetzen habe.<\/p>\n<p>8. &#8230; f\u00fcr eine alte Aufgabe. Das kleine gehaltvolle Werk des Theologen Spalding erlebte allein 13. Auflagen zu Lebzeiten Immanuel Kants. Der Begriff der Selbstbestimmung lag somit zum Greifen nahe. Kant verwendet ihn daher auch so, als habe es ihn schon immer gegeben, um damit die &#132;Autonomie&#147; des Willens zu bezeichnen, in der ein Mensch zu seiner eigenen Verantwortung gelangt. Alles, was Kant zur Begr\u00fcndung der Freiheit, zum Primat der Vernunft, zum Selbstzweck der Person und zur Unbedingtheit des Sittengesetzes sagt, schie\u00dft im Begriff der Selbstbestimmung zusammen. <br \/>Das haben seine gro\u00dfen Nachfolger augenblicklich erkannt, allen voran Friedrich Schiller, der die Verbindung mit der menschlichen W\u00fcrde auch in den Gestalten seiner Dramen unausl\u00f6schlich macht.11 Bei Fichte und Hegel &#150; und das ist einer der wenigen Punkte, in denen sie sich einig sind &#150; wird die Selbstbestimmung zum Ursprungsakt der Sittlichkeit, aus dem auch Recht und Politik entspringen.<\/p>\n<p>9. Neue Chancen in einer alten Tradition. Die Herkunft des praktischen Begriffs der Selbstbestimmung aus der theoretischen Bestimmung von Sachverhalten legt alte, l\u00e4ngst verloren geglaubte Parallelen zwischen Erkennen und Handeln frei. Sie erm\u00f6glicht zugleich, neuesten Gemeinsamkeiten zwischen dem in Natur und Gesellschaft tragenden Prozess der Selbstorganisation und den Akten des Selbstbewusstseins nachzugehen. In den Leistungen der Selbstbestimmung verliert der die moderne Debatte irritierende Abgrund zwischen Sein und Sollen an Bedeutung, und es wird m\u00f6glich, die Ethik ohne rituelle Abgrenzung von den Natur- und den Sozialwissenschaften zu begr\u00fcnden.12<br \/>Da f\u00fcgt es sich gut, wenn der neue Begriff Selbstbestimmung mit den \u00e4ltesten \u00dcberlegungen zur Bestimmung des Menschen zusammenf\u00e4llt: Bei Platon ist der &#132;ungeh\u00f6rnte&#147;, &#132;unbehufte&#147; und &#132;federlose&#147; Mensch ein &#132;zweibeiniges&#147;, &#132;in Herden lebendes&#147; und &#132;sich aus freiem Willen selbst bewegendes Tier&#147;, das sich selbst zu lenken und so zu steuern vermag, dass er sich der schweren Aufgabe stellt, &#132;f\u00fcr sich selber Sorge zu tragen&#147;.13<br \/>F\u00fcr die antiken Denker stand damit zugleich au\u00dfer Zweifel, dass der Mensch auch selber zu lernen habe, wie man zu sterben habe.<\/p>\n<p>10. Altes im Neuen. In der modernen Lebenswelt ist so gut wie alles neu. Aber wenn der Mensch sich seiner Geschichte erinnert und sich kritisch fragt, was ihm m\u00f6glich ist und was er um seiner selbst willen, von sich verlangt, dann erscheint keineswegs alles so \u00fcberraschend und ausweglos, wie es mit der Fixierung auf das Entwicklungstempo der Kultur erscheint.<br \/>Dann wissen wir erstens, dass der Mensch f\u00fcr sein Leben Sorge zu tragen hat, obgleich er es sich nicht selbst verdankt. Damit erledigen sich bereits alle Einw\u00e4nde gegen die Selbstbestimmung, die unterstellen, hier wolle der Mensch mehr als er zu leisten vermag. Nat\u00fcrlich k\u00f6nnen Einzelne und Gruppen, ja, ganze V\u00f6lker scheitern, weil sie sich zu viel vorgenommen haben. Aber die Selbstbestimmung verlangt nicht mehr, als das zu tun, was ernsthaft von einem verlangt werden kann. <br \/>Dabei ist zweitens unvermeidlich, dass sich jeder in einem vorgegebenen Lebenskontext zu bewegen hat. Er muss zahllose Abh\u00e4ngigkeiten beachten, muss sie nach eigener Einsicht nutzen und wird nicht selten das gr\u00f6\u00dfte Gl\u00fcck in dem erfahren, was ihm ohne sein Zutun zukommt. So gern er sich dann auch bestimmen und betreuen lassen kann, seine moralische Zust\u00e4ndigkeit l\u00e4sst sich ebenso wenig suspendieren wie sein Recht auf Selbstbestimmung. Nur der Ausfall seiner Kr\u00e4fte durch Krankheit oder unter der Einwirkung \u00e4u\u00dferer Gewalt kann daran etwas \u00e4ndern.<br \/>Zum Bewusstsein der Abh\u00e4ngigkeit geh\u00f6rt drittens die Anerkennung der Tatsache des Lebens mit der zugeh\u00f6rigen Folge des Todes. Man wei\u00df von der begrenzten Zeit, die im Takt von Bed\u00fcrfnis und Befriedigung, von Aufmerksamkeit und Erm\u00fcdung in kleine und kleinste Portionen aufgeteilt ist. \u00dcber sie l\u00e4sst sich selbst nur in kleinen und kleinsten Schritten disponieren. Dies geschieht immer nur aus dem Binnenraum des Lebens. Wer hingegen \u00fcber das eigene Dasein so verf\u00fcgen will, als st\u00fcnde er au\u00dferhalb, der \u00fcbersch\u00e4tzt seine eigenen Kr\u00e4fte, die ganz und gar dem eigenen Leben zugeh\u00f6ren. Deshalb liegt im Suizid, der angesichts der Realit\u00e4t des Daseins immer verst\u00e4ndlich ist, aber niemals hinreichend begr\u00fcndet werden kann, ein anma\u00dfender Umgang mit den eigenen Kr\u00e4ften.<br \/>Selbstbestimmung ist viertens an bewusst gemachte, also mit teilbare Ziele und Zwecke des Menschen gebunden. Wer sich selbst bestimmt, hat die M\u00f6glichkeit der Kommunikation \u00fcber seine Motive und Interessen. Auch dadurch entstehen Verbindlichkeiten, denen man in der Regel von sich aus zu gen\u00fcgen sucht und die in der Regel auch seine Umgebung zur Aufmerksamkeit verpflichten. <br \/>Die Struktur des Selbstbewusstseins, das notwendig zur Selbstbestimmung geh\u00f6rt, besteht f\u00fcnftens aus einer Beziehung eines Ich auf Andere seiner selbst, die stets auf gemeinsame Sachverhalte gerichtet ist. Das Ich, die Anderen und die von ihnen gemeinte Welt geh\u00f6ren zusammen. Unter den praktischen Bedingungen der Selbstbestimmung kommt diese Struktur des Bewusstseins als Selbstverantwortung, als Verantwortung f\u00fcr seinesgleichen und als Verantwortung f\u00fcr die Welt, in der ihr Leben m\u00f6glich ist, zum Ausdruck. <br \/>Die unaufhebbare Einbindung in den nat\u00fcrlichen, geschichtlichen und sozialen Kontext des Lebens stellt sechstens klar, dass die Selbstbestimmung nicht in Opposition zur Verantwortung oder zur Solidarit\u00e4t zu begreifen ist. Das wird zwar immer wieder behauptet, aber man braucht sich nur vor Augen zu f\u00fchren, wie man jemanden dazu bringen kann, Verantwortung wahrzunehmen oder Solidarit\u00e4t zu \u00fcben: In jedem Fall ist an seine eigene Einsicht oder an sein gegebenes Wort zu erinnern. Somit zeigt sich, dass die Selbstbestimmung auch allen sozialen Pflichten zugrunde liegt.<br \/>Siebtens kommt das Recht auf Selbstbestimmung dem Menschen f\u00fcr die ganze Zeit seines Lebens zu. Es ist nicht an Vorleistungen des Selbstbewusstseins gebunden. Im Fall schwerster Erkrankungen kann es zwar auf dem Rechtsweg eingeschr\u00e4nkt werden, aber niemals dazu f\u00fchren, dass einer, eine Gruppe oder auch ein Schiedsgericht \u00fcber das Lebensende eines Anderen verf\u00fcgt. Das folgt aus der strikten Bindung der Selbstbestimmung an die Freiheit, den Selbstzweck der Person und die W\u00fcrde des Menschen.<br \/>Achtens schlie\u00dft das Recht auf Selbstbestimmung ein, dass einem Menschen nicht verwehrt werden kann, sich selbst das Leben zu nehmen. Selbst wenn die besten Gr\u00fcnde gegen die Selbstt\u00f6tung sprechen, haben wir jedem das Recht zuzugestehen, seine eigene Disposition \u00fcber sein Lebensende zu treffen. <br \/>Mit diesem Recht ist neuntens die Pflicht der Gesellschaft verbunden, den Willen des Einzelnen zu respektieren. Das gilt auch f\u00fcr langfristige Dispositionen die einer f\u00fcr sein Lebensende trifft. Da sich diese Disposition auf die eigene Lebensf\u00fchrung bezieht, muss sie jederzeit wieder revidierbar sein. Sie kann sich \u00fcberdies nur auf jene Lebenslage erstrecken, in denen das Sterben durch Handlungen Anderer verl\u00e4ngert wird. Denn alles andere n\u00f6tigte einen Menschen, \u00fcber das Leben eines Anderen mit einer Endg\u00fcltigkeit zu verf\u00fcgen, die sowohl der Selbstbestimmung des einen wie auch der des Anderen entgegensteht. <br \/>Auf eine abschlie\u00dfende Formel gebracht, l\u00e4sst sich zehntens sagen: Selbstbestimmung des einen setzt die Anerkennung der Selbstbestimmung des Anderen voraus. Deshalb verbietet es die Achtung vor der Selbstbestimmung des Anderen, von ihm zu verlangen, dass er mir die Selbstbestimmung endg\u00fcltig nimmt. Wer eine T\u00f6tung auf Verlangen will, verlangt von sich selbst zu wenig und vom Anderen zu viel. So richtig es daher sein kann, den Willen eines Sterbenden zu akzeptieren, so verwerflich ist es, ihm die Entscheidung abzunehmen. <br \/>Der Respekt vor der Selbstbestimmung verlangt, dass ich dem anderen das Recht auf seinen eigenen Tod nicht nehme. Der Respekt vor der Selbstbestimmung des Anderen verlangt aber auch, dass niemand, der sein Leben nicht mehr ertr\u00e4gt, von einem anderen erwartet, dass er es ihm nimmt. Die passive Sterbehilfe ist durch die Moral und durch das Menschenrecht gedeckt, nicht aber eine aktive Handlung, die den Tod eines anderen herbeif\u00fchrt. Es mag in einem langj\u00e4hrigen Vertrauensverh\u00e4ltnis zwischen Arzt und Patient zu einer Situation kommen, wo der Arzt im Einvernehmen mit dem Sterbenden wei\u00df, was zu tun ist. Aber wenn das, was heute unter dem Titel der &#132;aktiven Sterbehilfe&#147; verhandelt wird, zum Auftragsbestand von Institutionen (oder wirtschaftlich arbeitenden Organisationen) wird, verkehrt sich die Idee der Selbstbestimmung in ihr Gegenteil.<br \/>Wer selbstbestimmt aus dem Leben scheiden will, muss es schon selber tun. Er kann und darf von anderen nicht erwarten, dass sie sein Leben beenden. Die Fortschritte der Medizin d\u00fcrfen ihn jedoch erwarten lassen, dass sein Leben nicht k\u00fcnstlich verl\u00e4ngert wird. Er hat vor allem das Recht, apparative Eingriffe abzulehnen. Diese Ablehnung muss er auch im Vorhinein so artikulieren k\u00f6nnen, dass sie f\u00fcr andere &#150; im Fall seiner eigenen Unf\u00e4higkeit &#150; verbindlich ist. Das Instrument der Patientenverf\u00fcgung ist daher moralisch und juridisch zu st\u00e4rken. Wer ein Testament f\u00fcr m\u00f6glich h\u00e4lt, darf, wenn er konsequent ist, die Rechtswirksamkeit einer Patientenverf\u00fcgung nicht in Abrede stellen.<\/p>\n<p>1\u00a0\u00a0 Dazu verweise ich auf die folgenden Publikationen: 1. Letzte Hilfe. Das moralische Problem im Umgang mit unheilbar Kranken, in: V. Gerhardt, Die angeborene W\u00fcrde des Menschen. Aufs\u00e4tze zur Biopolitik, Berlin, 2004, 161 &#150; 178; ders.; Not und Notwendigkeit des Todes, in: ebd., 179 &#150; 201; ders.: Noch einmal: Selbstbestimmung vor dem Tod, in: Zeitschrift f\u00fcr Biopolitik, 3. Jg. 2004, 3, 177 &#8211; 180. Au\u00dferdem: Der Mensch wird geboren. Kleine Apologie der Humanit\u00e4t, M\u00fcnchen 2001.<br \/>2\u00a0\u00a0\u00a0 Ich m\u00f6chte die Eltern sehen, die in der moralischen Erziehung ihrer Kinder ohne den Hinweis auf schmerzhafte Folgen f\u00fcr Menschen und Tiere auskommen. Zumindest in der Sensibilisierung f\u00fcr ethische Fragen geht es nicht ohne die Mutma\u00dfung \u00fcber das m\u00f6gliche Wohlbefinden anderer Lebewesen, auch wenn man darauf kein allgemeing\u00fcltiges Prinzip der Ethik gr\u00fcnden kann.<br \/>3\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Platon, Politeia (begonnen etwa 387 v. Chr.; abgeschlossen etwa 367).<br \/>4\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Platon, Politikos (geschrieben etwa 355 v. Chr.).<br \/>5\u00a0\u00a0 Platon, Nomoi, (347 v. Chr. unabgeschlossen hinterlassen; etwa 320 von einem Nachfolger abgeschlossen).<br \/>6\u00a0\u00a0\u00a0 Nomoi, VII. Buch, 797a ff.<br \/>7\u00a0\u00a0 Also in der Zeit, \u00fcber die der \u00c4gypten-Kenner Platon etwas wissen konnte: zwischen 2500 bis 400 v. Chr.<br \/>8\u00a0\u00a0\u00a0 Nomoi, VII. Buch, 799a. Platon versteht das kathiereuein tats\u00e4chlich als einen bewussten Akt, den er politisch nachzuahmen empfiehlt. Hier also wird das Heilige nicht vorgefunden, sondern politisch gemacht. Auch das ist ein Hinweis darauf, dass die Antike der Moderne nicht so ferne steht, wie die Modernen glauben.<br \/>9\u00a0\u00a0\u00a0 Vgl. dazu die Bemerkungen des Tempelpriesters Euthyphron im gleichnamigen Dialog Platons.<br \/>10\u00a0 Nach der Beschreibung des Politikos ist der Mensch das &#132;sich selbst steuernde&#147; Herdentier. Es kann nur dann in \u00dcbereinstimmung mit seinen eigenen Anspr\u00fcchen leben, wenn sich auch die Herde, in der es lebt, selbst steuert. Das kommt dem modernen Politikverst\u00e4ndnis sehr weit entgegen.<br \/>11\u00a0 Vor allem aber ist an seine theoretischen Ausf\u00fchrungen in den Briefen \u00fcber die \u00e4sthetische Erziehung des Menschen und in \u00dcber Anmut und W\u00fcrde zu denken.<br \/>12\u00a0 Dazu des n\u00e4heren: Volker Gerhardt, Selbstbestimmung. Das Prinzip der Individualit\u00e4t, Stuttgart 1999.<br \/>13\u00a0 Platon, Politikos 274d. Die Begriffe sind u. a. autarkeia, autopitaktik\u0113, autodiagog\u0113 und epim\u0113leia heautou.<br \/>\u00a0<br \/>\u00a0<br \/>\u00a0<\/p>\n","protected":false},"featured_media":0,"template":"","categories":[],"tags":[667],"autoren":[2226],"publikationen":[2816],"class_list":["post-11876","publikation","type-publikation","status-publish","hentry","tag-vorgaenge-artikel","autoren-volker-gerhardt","publikationen-175-vorgaenge"],"acf":[],"yoast_head":"<!-- This site is optimized with the Yoast SEO plugin v28.5 - https:\/\/yoast.com\/product\/yoast-seo-wordpress\/ -->\n<title>Selbstbestimmung in der Biopolitik - Humanistische Union<\/title>\n<meta name=\"robots\" content=\"index, follow, max-snippet:-1, max-image-preview:large, max-video-preview:-1\" \/>\n<link rel=\"canonical\" href=\"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/vorgaenge\/175-vorgaenge\/publikation\/selbstbestimmung-in-der-biopolitik\/\" \/>\n<meta property=\"og:locale\" content=\"de_DE\" \/>\n<meta property=\"og:type\" content=\"article\" \/>\n<meta property=\"og:title\" content=\"Selbstbestimmung in der Biopolitik - Humanistische Union\" \/>\n<meta property=\"og:description\" content=\"Zehn Punkte zur Orientierung \u00fcber das Alte im Neuen. Aus: vorg\u00e4nge Nr.175, (Heft 2\/2006), S.36-42 Der nachfolgende Text enth\u00e4lt grunds\u00e4tzliche Bemerkungen zur Selbstbestimmung in der biopolitischen \u00a0Debatte in der Bundesrepublik Deutschland. Wiederholungen \u00e4lterer Aussagen1 sind vermieden. 1. Meinungsklima. Im Fr\u00fchjahr dieses Jahres machte das Wort vom &#132;Fetisch Selbstbestimmung&#147; die Runde. Da es aus einer kritischen [weiterlesen]\" \/>\n<meta property=\"og:url\" content=\"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/vorgaenge\/175-vorgaenge\/publikation\/selbstbestimmung-in-der-biopolitik\/\" \/>\n<meta property=\"og:site_name\" content=\"Humanistische Union\" \/>\n<meta name=\"twitter:card\" content=\"summary_large_image\" \/>\n<meta name=\"twitter:site\" content=\"@humunion\" \/>\n<meta name=\"twitter:label1\" content=\"Gesch\u00e4tzte Lesezeit\" \/>\n\t<meta name=\"twitter:data1\" content=\"16\u00a0Minuten\" \/>\n<script type=\"application\/ld+json\" class=\"yoast-schema-graph\">{\"@context\":\"https:\\\/\\\/schema.org\",\"@graph\":[{\"@type\":\"WebPage\",\"@id\":\"https:\\\/\\\/www.humanistische-union.de\\\/publikationen\\\/vorgaenge\\\/175-vorgaenge\\\/publikation\\\/selbstbestimmung-in-der-biopolitik\\\/\",\"url\":\"https:\\\/\\\/www.humanistische-union.de\\\/publikationen\\\/vorgaenge\\\/175-vorgaenge\\\/publikation\\\/selbstbestimmung-in-der-biopolitik\\\/\",\"name\":\"Selbstbestimmung in der Biopolitik - Humanistische Union\",\"isPartOf\":{\"@id\":\"https:\\\/\\\/www.humanistische-union.de\\\/#website\"},\"datePublished\":\"2006-11-04T13:24:00+00:00\",\"breadcrumb\":{\"@id\":\"https:\\\/\\\/www.humanistische-union.de\\\/publikationen\\\/vorgaenge\\\/175-vorgaenge\\\/publikation\\\/selbstbestimmung-in-der-biopolitik\\\/#breadcrumb\"},\"inLanguage\":\"de\",\"potentialAction\":[{\"@type\":\"ReadAction\",\"target\":[\"https:\\\/\\\/www.humanistische-union.de\\\/publikationen\\\/vorgaenge\\\/175-vorgaenge\\\/publikation\\\/selbstbestimmung-in-der-biopolitik\\\/\"]}]},{\"@type\":\"BreadcrumbList\",\"@id\":\"https:\\\/\\\/www.humanistische-union.de\\\/publikationen\\\/vorgaenge\\\/175-vorgaenge\\\/publikation\\\/selbstbestimmung-in-der-biopolitik\\\/#breadcrumb\",\"itemListElement\":[{\"@type\":\"ListItem\",\"position\":1,\"name\":\"Publikationen\",\"item\":\"https:\\\/\\\/www.humanistische-union.de\\\/publikationen\\\/\"},{\"@type\":\"ListItem\",\"position\":2,\"name\":\"vorg\u00e4nge\",\"item\":\"https:\\\/\\\/www.humanistische-union.de\\\/publikationen\\\/vorgaenge\\\/\"},{\"@type\":\"ListItem\",\"position\":3,\"name\":\"vorg\u00e4nge Nr. 175: Sterben und Selbstbestimmung\",\"item\":\"https:\\\/\\\/www.humanistische-union.de\\\/publikationen\\\/vorgaenge\\\/175-vorgaenge\\\/\"},{\"@type\":\"ListItem\",\"position\":4,\"name\":\"Selbstbestimmung in der Biopolitik\"}]},{\"@type\":\"WebSite\",\"@id\":\"https:\\\/\\\/www.humanistische-union.de\\\/#website\",\"url\":\"https:\\\/\\\/www.humanistische-union.de\\\/\",\"name\":\"Humanistische Union\",\"description\":\"\",\"publisher\":{\"@id\":\"https:\\\/\\\/www.humanistische-union.de\\\/#organization\"},\"potentialAction\":[{\"@type\":\"SearchAction\",\"target\":{\"@type\":\"EntryPoint\",\"urlTemplate\":\"https:\\\/\\\/www.humanistische-union.de\\\/?s={search_term_string}\"},\"query-input\":{\"@type\":\"PropertyValueSpecification\",\"valueRequired\":true,\"valueName\":\"search_term_string\"}}],\"inLanguage\":\"de\"},{\"@type\":\"Organization\",\"@id\":\"https:\\\/\\\/www.humanistische-union.de\\\/#organization\",\"name\":\"Humanistische Union e.V.\",\"url\":\"https:\\\/\\\/www.humanistische-union.de\\\/\",\"logo\":{\"@type\":\"ImageObject\",\"inLanguage\":\"de\",\"@id\":\"https:\\\/\\\/www.humanistische-union.de\\\/#\\\/schema\\\/logo\\\/image\\\/\",\"url\":\"https:\\\/\\\/www.humanistische-union.de\\\/wp-content\\\/uploads\\\/2023\\\/09\\\/HU-LOGO-blau_RGB-high-scaled-e1704725806773.jpg\",\"contentUrl\":\"https:\\\/\\\/www.humanistische-union.de\\\/wp-content\\\/uploads\\\/2023\\\/09\\\/HU-LOGO-blau_RGB-high-scaled-e1704725806773.jpg\",\"width\":1000,\"height\":536,\"caption\":\"Humanistische Union e.V.\"},\"image\":{\"@id\":\"https:\\\/\\\/www.humanistische-union.de\\\/#\\\/schema\\\/logo\\\/image\\\/\"},\"sameAs\":[\"https:\\\/\\\/x.com\\\/humunion\",\"https:\\\/\\\/mastodon.social\\\/@humunion\",\"https:\\\/\\\/bsky.app\\\/profile\\\/humanistischeunion.bsky.social\"]}]}<\/script>\n<!-- \/ Yoast SEO plugin. -->","yoast_head_json":{"title":"Selbstbestimmung in der Biopolitik - Humanistische Union","robots":{"index":"index","follow":"follow","max-snippet":"max-snippet:-1","max-image-preview":"max-image-preview:large","max-video-preview":"max-video-preview:-1"},"canonical":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/vorgaenge\/175-vorgaenge\/publikation\/selbstbestimmung-in-der-biopolitik\/","og_locale":"de_DE","og_type":"article","og_title":"Selbstbestimmung in der Biopolitik - Humanistische Union","og_description":"Zehn Punkte zur Orientierung \u00fcber das Alte im Neuen. Aus: vorg\u00e4nge Nr.175, (Heft 2\/2006), S.36-42 Der nachfolgende Text enth\u00e4lt grunds\u00e4tzliche Bemerkungen zur Selbstbestimmung in der biopolitischen \u00a0Debatte in der Bundesrepublik Deutschland. Wiederholungen \u00e4lterer Aussagen1 sind vermieden. 1. Meinungsklima. Im Fr\u00fchjahr dieses Jahres machte das Wort vom &#132;Fetisch Selbstbestimmung&#147; die Runde. Da es aus einer kritischen [weiterlesen]","og_url":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/vorgaenge\/175-vorgaenge\/publikation\/selbstbestimmung-in-der-biopolitik\/","og_site_name":"Humanistische Union","twitter_card":"summary_large_image","twitter_site":"@humunion","twitter_misc":{"Gesch\u00e4tzte Lesezeit":"16\u00a0Minuten"},"schema":{"@context":"https:\/\/schema.org","@graph":[{"@type":"WebPage","@id":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/vorgaenge\/175-vorgaenge\/publikation\/selbstbestimmung-in-der-biopolitik\/","url":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/vorgaenge\/175-vorgaenge\/publikation\/selbstbestimmung-in-der-biopolitik\/","name":"Selbstbestimmung in der Biopolitik - Humanistische Union","isPartOf":{"@id":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/#website"},"datePublished":"2006-11-04T13:24:00+00:00","breadcrumb":{"@id":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/vorgaenge\/175-vorgaenge\/publikation\/selbstbestimmung-in-der-biopolitik\/#breadcrumb"},"inLanguage":"de","potentialAction":[{"@type":"ReadAction","target":["https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/vorgaenge\/175-vorgaenge\/publikation\/selbstbestimmung-in-der-biopolitik\/"]}]},{"@type":"BreadcrumbList","@id":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/vorgaenge\/175-vorgaenge\/publikation\/selbstbestimmung-in-der-biopolitik\/#breadcrumb","itemListElement":[{"@type":"ListItem","position":1,"name":"Publikationen","item":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/"},{"@type":"ListItem","position":2,"name":"vorg\u00e4nge","item":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/vorgaenge\/"},{"@type":"ListItem","position":3,"name":"vorg\u00e4nge Nr. 175: Sterben und Selbstbestimmung","item":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/vorgaenge\/175-vorgaenge\/"},{"@type":"ListItem","position":4,"name":"Selbstbestimmung in der Biopolitik"}]},{"@type":"WebSite","@id":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/#website","url":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/","name":"Humanistische Union","description":"","publisher":{"@id":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/#organization"},"potentialAction":[{"@type":"SearchAction","target":{"@type":"EntryPoint","urlTemplate":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/?s={search_term_string}"},"query-input":{"@type":"PropertyValueSpecification","valueRequired":true,"valueName":"search_term_string"}}],"inLanguage":"de"},{"@type":"Organization","@id":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/#organization","name":"Humanistische Union e.V.","url":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/","logo":{"@type":"ImageObject","inLanguage":"de","@id":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/#\/schema\/logo\/image\/","url":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/wp-content\/uploads\/2023\/09\/HU-LOGO-blau_RGB-high-scaled-e1704725806773.jpg","contentUrl":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/wp-content\/uploads\/2023\/09\/HU-LOGO-blau_RGB-high-scaled-e1704725806773.jpg","width":1000,"height":536,"caption":"Humanistische Union e.V."},"image":{"@id":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/#\/schema\/logo\/image\/"},"sameAs":["https:\/\/x.com\/humunion","https:\/\/mastodon.social\/@humunion","https:\/\/bsky.app\/profile\/humanistischeunion.bsky.social"]}]}},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/hu-json\/wp\/v2\/publikation\/11876","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/hu-json\/wp\/v2\/publikation"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/hu-json\/wp\/v2\/types\/publikation"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/hu-json\/wp\/v2\/media?parent=11876"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/hu-json\/wp\/v2\/categories?post=11876"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/hu-json\/wp\/v2\/tags?post=11876"},{"taxonomy":"autoren","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/hu-json\/wp\/v2\/autoren?post=11876"},{"taxonomy":"publikationen","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/hu-json\/wp\/v2\/publikationen?post=11876"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}