{"id":11886,"date":"2006-11-04T13:09:00","date_gmt":"2006-11-04T12:09:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/publikation\/zwischen-fdp-und-fr\/"},"modified":"2006-11-04T12:00:00","modified_gmt":"2006-11-04T11:00:00","slug":"zwischen-fdp-und-fr","status":"publish","type":"publikation","link":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/vorgaenge\/175-vorgaenge\/publikation\/zwischen-fdp-und-fr\/","title":{"rendered":"Zwischen FDP und FR"},"content":{"rendered":"<p>Wirken und Wirkung des Politikers und Publizisten Karl-Hermann Flach.<\/p>\n<p>Aus: vorg\u00e4nge Nr.175, (Heft 3\/2006), S. 140-147<\/p>\n<p><i>&#132;Demokratisierung bedeutet immer ein St\u00fcck Verflachung, zumindest in einer \u00dcbergangszeit. Nicht-Demokratisierung hie\u00dfe aber Qualit\u00e4t bei einer Minderheit auf Kosten breiter Schichten.&#147;1<\/i><\/p>\n<p>Der Satz steht in einem schmalen gr\u00fcnen B\u00e4ndchen\u00a0 des Fischer-Verlags. Er ist 35 Jahre alt und stammt von Karl-Hermann Flach, einem Politiker und Publizisten, vielmehr einem Publizisten, der seinen Beruf politisch nutzte.<br \/>Er geh\u00f6rte zu jenem in Deutschland raren Typus eines Intellektuellen, der sich als Journalist einmischte und als Politiker handelte. Ein Grenzg\u00e4nger also war er zwischen Macht und Medien. Ein Grenzg\u00e4nger aber mit einem inneren Kompass und mit Charisma. &#132;Jeder muss seinen Weg nach dem Gesetz gehen, nach dem er einmal angetreten ist&#147;, sagte er am 25. Oktober 1971 auf dem Freiburger Parteitag der FDP2, die ihn gerade\u00a0 zu ihrem ersten Generalsekret\u00e4r gew\u00e4hlt hatte. Und alle Versuche der Freunde und der Familie, alle Petitionen der Redakteurinnen und Redakteure der Frankfurter Rundschau, deren stellvertretender Chefredakteur er war,\u00a0 ihn von diesem Schritt abzuhalten, waren gescheitert. Zwei Jahre sp\u00e4ter war dieser Mann, der sich selbst einen linken Radikal-Demokraten nannte, tot. Er bezahlte den &#132;Preis der Macht&#147;, den er Jahre zuvor (1967) beschrieben hatte. &#132;Er besteht vor allem in ihrer Auslieferung an eine physisch und psychisch ununterbrochen anhaltende Spannungslage&#147;3.<\/p>\n<p>I.<\/p>\n<p>Wer war dieser Mann, dem Hierarchien fremd waren und der eine in sich ruhende Autorit\u00e4t und Menschlichkeit ausstrahlte, die im hektischen Journalismus und im strapazi\u00f6sen Parteialltag selten war und ist?<br \/>Karl-Hermann Flach, am 17. Oktober 1929 in K\u00f6nigsberg als Sohn eines S\u00e4gewerksdirektors geboren,\u00a0 nannte sich selbst einen liberalen Preu\u00dfen, verpflichtet der Aufkl\u00e4rung, der kritischen Vernunft und der Sittlichkeit. Im letzten Kriegsjahr wurde der 15 j\u00e4hrige zum Volkssturm eingezogen, mit der Mutter und zwei Schwestern fl\u00fcchtete er von Ostpreu\u00dfen nach Mecklenburg-Vorpommern, der Vater wurde mutma\u00dflich von den Sowjets ermordet. Als 17j\u00e4hriger trat er in Rostock der Liberal-Demokrati-schen Partei bei, versuchte sein Abitur nachzuholen, musste jedoch die Schule abbrechen, weil er schwer an Tuberkulose erkrankte: eine Krankheit, die nie richtig ausheilte und ihn zeichnete. Bei der Parteizeitung der LDP lernte er sein journalistisches Handwerk. In der Partei stieg er 1949 in den Landesvorstand auf. Er geh\u00f6rte zu dem politischen Freundeskreis um den Mecklenburger Radikal-Liberalen Arno Esch, dem nach Art der Schauprozesse Stalins 1949 in der DDR der Prozess gemacht wurde: Von den 14 Angeklagten wurden acht zum Tode verurteilt; andere erhielten bis zu 20 Jahre Haft, einige in den ber\u00fcchtigten Lagern Sibiriens. Flach, gesch\u00fctzt und gewarnt durch Freunde, gelang noch gerade die Flucht nach West-Berlin. <br \/>Mit knapp zwanzig Jahren hatte Flach zwei Fluchten, eine Vertreibung und eine Verfolgung, hinter sich. Er kn\u00fcpfte Kontakte zur West-Berliner FDP und studierte an der damaligen Hochschule f\u00fcr Politik, dem sp\u00e4teren Otto -Suhr-Institut an der Freien Universit\u00e4t Berlin, bis zum Abschluss, ging dann in der Bundeshauptstadt Bonn auf Arbeitssuche und schlug sich publizistisch durch. In der FDP\u00a0\u00a0 geh\u00f6rte er zu den jungen, treibenden M\u00e4nnern, die einen modernen Liberalismus einforderten. Er beschrieb den &#132;dritten Weg&#147; zwischen dem klerikalen Konservativismus eines Konrad Adenauer und dem marxistischen Sozialismus der SPD, die ihren Godesberger Parteitag (1959) noch vor sich hatte. In seiner ersten &#132;Praxisphase&#147; versuchte er zwischen 1959 und 1962 als Bundesgesch\u00e4ftsf\u00fchrer der FDP die Partei zu \u00f6ffnen, nicht nur f\u00fcr neue W\u00e4hlergruppen sondern vor allem f\u00fcr eine sozialliberale Koalition mit der SPD eines Willy Brandt. Er scheiterte mit seinem Kurs am Parteivorsitzenden Erich Mende, einer rechts-national angehauchten, schillernden Figur, die weiter auf die Karten Adenauer und CDU\/CSU setzte. Mit dieser &#132;Kanzlerd\u00e4mmerung&#147; wollte Flach nichts zu tun haben, so wechselte er von der Macht zu den Medien. <br \/>Mit 32 Jahren ging er als Ressortleiter Politik zur Frankfurter Rundschau, zwei Jahre sp\u00e4ter war er stellvertretender Chefredakteur bei einem Blatt, dessen Chefredakteur-Verleger-Herausgeber Karl Gerold\u00a0 diesen streitbaren linksliberalen Kopf f\u00fcr ein neues politisches und \u00fcberregionales Image brauchte. Acht, neun Jahre lang war Flach nicht nur der ruhende, intellektuelle Pol der Redaktion, sondern auch der einzige Mensch in der FR, den der gef\u00fcrchtete, unbeherrschte und schwerkranke Gerold ertrug und respektierte. Von ihm duldete er Widerworte und akzeptierte, dass seine flammen werfenden, teilweise grauslich-emotionalen Rundumschl\u00e4ge von Flach in die lesbare Form eines Leitartikels gebracht wurden: Flach verzog sich daf\u00fcr oft auf die Herrentoilette, um Gerolds Daueranrufen aus seinem Schweizer Haus zu entgehen.<br \/>Der schwierige Verleger und Chefredakteur aber lie\u00df Flach als seinem Stellvertreter jeden publizistischen Freiraum, gab ihm schlie\u00dflich in der Gesch\u00e4ftsf\u00fchrung Prokura. Hinter Flachs durch die Krankheit massig gewordenem K\u00f6rper konnte sich eine junge Redaktion erproben, entfalten, austesten. Er sch\u00fctzte widerst\u00e4ndige Geister, ermunterte die Jungen zu entschiedenen Kommentaren und verabscheute das Einerseits, Andererseits und Au\u00dferdem. Er verteidigte in Redaktionskonferenzen klare, aber begr\u00fcndete Meinungs\u00e4u\u00dferungen gegen\u00fcber allen Angriffen und Anfeindungen von innen und au\u00dfen. Seine Toleranz gegen\u00fcber Andersdenkenden vor allem auch in der Redaktion war eine Herausforderung: f\u00fcr die einen, besonders verantwortungsbewusst und sorgf\u00e4ltig mit den M\u00f6glichkeiten des Journalismus umzugehen, schlie\u00dflich definierte Flach Pressefreiheit als &#132;treuh\u00e4nderisch wahrgenommene B\u00fcrgerfreiheit&#147;4. F\u00fcr andere lag die Verf\u00fchrung nahe, den gew\u00e4hrten Freiraum f\u00fcr Kampagnen (zum Beispiel gegen die Notstandsgesetze) zu nutzen. Aus der Sicht einer kleinen Gruppe von eher \u00e4lteren Kollegen\u00a0 r\u00e4umte er den Jungen viel zu viele Chancen ein, schickte sie auf Termine, Kongresse und Parteitage, um Politik dicht sehen und erfassen zu lernen.<br \/>F\u00fcr die politische\u00a0 Reaktion, zu der ich seit dem 1. Mai 1968 geh\u00f6rte, war er der &#132;Garant f\u00fcr die Unabh\u00e4ngigkeit und das Profil des Blattes&#147;. So schrieben wir es in der Petition, mit der wir ihn zum Bleiben bewegen wollten. Als er am 25. August 1973 nach einer Hirnblutung aus dem Koma nicht mehr aufwachte, sa\u00dfen wir in den Reaktionen, hackten auf den Schreibmaschinen herum, schnipselten, klebten und redigierten unsere Texte mit Tr\u00e4nen. Ich habe eine solche Trauer und ein solches Gef\u00fchl des Verlusts in den 33 Jahren meines aktiven Journalismus nie wieder erlebt.<\/p>\n<p>II.<\/p>\n<p>Wof\u00fcr stand dieser Karl-Hermann Flach, der mit seinem Beruf Politik gemacht hat? War er Journalist oder Politiker? In seiner ber\u00fchmten Rede \u00fcber &#132;Politik als Beruf&#147; am 25. Januar 1919 sah der Soziologe Max Weber die Antriebskraft eines Berufspolitikers im Machtgef\u00fchl. Er band dieses Machtgef\u00fchl aber an drei Bedingungen: an die Leidenschaft, an das Verantwortungsgef\u00fchl und an das Augenma\u00df. Flach erf\u00fcllte die drei Bedingungen, das Machtgef\u00fchl fehlte ihm allerdings. Seine St\u00e4rke lag in der Sprache und der \u00dcberzeugungskraft, mit der er f\u00fcr einen modernen Liberalismus warb. &#132;Wer sich nicht klar und pr\u00e4zise ausdr\u00fccken kann, denkt auch meist verquollen,&#147;5 ist einer seiner S\u00e4tze, an denen er sich selbst immer wieder ma\u00df. Er war darin so konsequent, dass er auf einen seiner Leitartikel mit einem Leserbrief in der FR antwortete und Punkt f\u00fcr Punkt seine Argumentation auseinander nahm. Der Brief wurde gedruckt und Flach enth\u00fcllte sehr vergn\u00fcgt seine Autorenschaft.<br \/>Mit gro\u00dfer Entschiedenheit nutzte er &#8211; wie im \u00fcbrigen zur selben Zeit auch die FDP-Mitglieder Ralf Dahrendorf \u00fcber die &#132;Zeit&#147; und Rudolf Augstein mit dem &#132;Spiegel&#147; &#8211; seinen Beruf zur Aufkl\u00e4rung, eher noch zur Kl\u00e4rung, was Liberalismus im 20. Jahrhundert sein k\u00f6nnte und was er auf keinen Fall (mehr) sein d\u00fcrfte. &#132;Liberalismus&#147;, so schreibt er in der Streitschrift, jenem legend\u00e4ren &#132;gr\u00fcnen Buch&#147;, &#132;hei\u00dft Einsatz f\u00fcr gr\u00f6\u00dftm\u00f6gliche Freiheit\u00a0 des einzelnen Menschen und Wahrung der menschlichen W\u00fcrde in jeder gegebenen oder sich ver\u00e4ndernden gesellschaftlichen Situation.&#147; Das ist ein Liberalismus, der die Grundrechte des Grundgesetzes allen Menschen einr\u00e4umt, die unter ihm leben, aufwachsen und arbeiten. &#132;Liberalismus bedeutet demgem\u00e4\u00df nicht Freiheit und W\u00fcrde einer Schicht, sondern pers\u00f6nliche Freiheit und Menschenw\u00fcrde der gr\u00f6\u00dftm\u00f6glichen Zahl&#147;. Eine solche Auslegung erforderte eine offene Auseinandersetzung mit dem Kapitalismus und derjenigen Schicht, die zum Kernmilieu der\u00a0 FDP geh\u00f6rte: Dem Besitzb\u00fcrgertum. Und so spitzte Flach die Feder: &#132;Der Kapitalismus als vermeintliche logische Folge des Liberalismus lastet auf ihm wie eine Hypothek. Die Befreiung des Liberalismus aus seiner Klassengebundenheit und damit vom Kapitalismus\u00a0 ist daher die Voraussetzung seiner Zukunft&#147; (S.18).<br \/>Zwei weitere S\u00e4tze aus seiner Kapitalismuskritik verdienen es, aus der Versenkung geholt zu werden. Der eine lautet: &#132;Das gro\u00dfe Wort von der Gleichheit der Chancen blieb lange eine Phrase, hinter der sich extreme Ungleichheit tarnte.&#147; Und der zweite: &#132;Der Kapitalismus wird nur \u00fcberleben, wenn er\u00a0 die Entwicklung zur st\u00e4ndig zunehmenden Ungleichheit stoppt und allm\u00e4hlich umkehrt.&#147; Auf diese S\u00e4tze wird zur\u00fcckzukommen sein. Sie m\u00f6gen sich als Widerhaken im Kopf festsetzen. <br \/>Wie aber bricht der Journalist Flach die Auslegungen des\u00a0 Parteitheoretikers Flach herunter auf den politischen Alltag? Womit beginnt er seinen Kampf um die K\u00f6pfe der Menschen? &#132;Man muss die Menschen nicht zu ihrem Gl\u00fcck zwingen: man muss mit ihnen diskutieren, um sie werben, sie zu \u00fcberzeugen versuchen, auf ihre Emotionen R\u00fccksicht nehmen&#147;, schreibt er und r\u00e4umt gleichzeitig ein: &#132;\u00dcberzeugungsarbeit ist die h\u00e4rteste Arbeit, sie setzt Geduld und innere St\u00e4rke voraus.&#147; Und so drehte sich Flachs Kommentierung in den sechziger und fr\u00fchen siebziger Jahren immer wieder um die Einl\u00f6sung der Menschen- und B\u00fcrgerrechte in der deutschen Innenpolitik. Aus gegebenem aktuellen Anlass ist zu unterstreichen: vor \u00fcber drei\u00dfig Jahren ging es diesem leidenschaftlichen Liberalen um die Verwirklichung von Sozialit\u00e4t und Chancengleichheit in der Gesellschaft, um die Bildungspolitik wie die Humanisierung des Arbeitslebens. Unbestritten war f\u00fcr ihn ein aktiver, selbstbewusster Staat, der seine &#132;Ausgleichsfunktion&#147; wahrnimmt, &#132;indem er die gro\u00dfen Einkommen und Verm\u00f6gen st\u00e4rker heranzieht, um die f\u00fcr alle gleichen sozialen Leistungen weiter zu steigern&#147;. Der Rechtsanspruch auf eine Sozialversicherung war f\u00fcr ihn &#132;wichtigster Besitztitel in der industriellen Massengesellschaft&#147;. Und er leitete daraus f\u00fcr seine Partei ab: &#132;Die Befreiung von der Existenzangst, soweit menschenm\u00f6glich, geh\u00f6rt zu den entscheidenden liberalen Aufgaben in der Massengesellschaft&#147; (S.33). B\u00fcrgerrechte am Arbeitsplatz, Mitbestimmung,\u00a0 Mitwirkung und Mitbeteiligung waren f\u00fcr ihn selbstverst\u00e4ndliche Arbeitsfelder der Liberalen &#132;des 20. und 21. Jahrhunderts&#147;: Er wusste, wie dick diese Bretter vor den K\u00f6pfen der meisten FDP- Funktion\u00e4re waren. Und er \u00fcberzog sie mit schonungsloser Kritik. <br \/>In der Bildungspolitik hat\u00a0 er f\u00fcr neue durchl\u00e4ssige Bildungssysteme pl\u00e4diert, den Schulkindergarten, die Gesamtschule und die Gesamthochschule. Ihm ging es nicht um formale Gleichheit, sondern um tats\u00e4chliche Startchancen in der Gesellschaft. Die Vorbehalte\u00a0 und massiven Widerst\u00e4nde in den Reihen seiner Partei, die Rundumschl\u00e4ge der Konservativen und ihrer publizistischen Sprachrohre gegen die angebliche Nivellierung und sozialistische Gleichmacherei\u00a0 konterte er mit einer schier unglaublichen Gelassenheit und Souver\u00e4nit\u00e4t: &#132;Dass mehr Gleichheit immer eine gewisse Nivellierung bedeutet, ein Einpendeln auf vergleichsweise mittlerem Niveau, wird nicht zu umgehen sein&#147;.<br \/>Dieser Mann hatte keine Angst vor einer Demokratisierung und vor dem Verlust von Privilegien. &#132;Ein Recht, das fr\u00fcher Privileg kleiner Schichten war, verliert an Bedeutung, wenn es demokratisiert wird.&#147;\u00a0 Seine Kritik an der akademischen Oberschicht, Wissenschaftlern und Richtern, die ihre Privilegien\u00a0 mit allen Mitteln zu verteidigen suchte, fiel bei\u00dfend aus. &#132;Es kann nicht darum gehen, elit\u00e4re Privilegien ein wenig zu verbreitern, sondern veraltete Institutionen tats\u00e4chlich zu demokratisieren, zu rationalisieren und effektiver zu machen&#147;, schrieb er im &#132;gr\u00fcnen Buch&#147;. Scharf rechnete er mit dem &#132;Mummenschanz Roben behafteter Richter&#147; ab und wandte sich &#132;gegen jene akademische Arroganz, die sich f\u00fcr die Ausgebeuteten der Dritten Welt stark macht, aber nur eigene Privilegien im Sinn hat&#147;.<br \/>Von keinem Professor lie\u00df er sich vorhalten, systemkritische Fragen seien unangemessen und ungeh\u00f6rig f\u00fcr einen Journalisten. Die Unruhe an den Hochschulen, die Studentenproteste und die antiautorit\u00e4re Bewegung begr\u00fc\u00dfte er, um die &#132;eingeschl\u00e4ferte Gesellschaft&#147; zu provozieren und aufzuwecken. Doch zunehmend empfindlich reagierte er Ende der sechziger Jahre auf akademische Linke und den Studentenf\u00fchrer Rudi Dutschke, denen er ideelle Ma\u00dflosigkeit, pathologische Unduldsamkeit gegen\u00fcber Andersdenkenden und leichtfertiges Gerede von der Revolution vorwarf. &#132;Wer die Massen verschreckt, sich im Grunde \u00fcber sie erhebt und sich von der hohen Warte des Intellektuellen \u00fcber sie lustig macht, der hat das Recht verwirkt, sich als Apostel des gesellschaftlichen Fortschritts auszuspielen&#147;, hielt er fest. Klar und entschieden die Abgrenzung zu jeder Form von Gewalt, Krieg und Terror: &#132;Man kann nicht Freiheit predigen und Terror provozieren oder produzieren&#147;. An diesem Widerspruch seien die USA in Vietnam gescheitert, an diesem Widerspruch, so schrieb er bereits 1967 in der FR, k\u00f6nnte auch die au\u00dferparlamentarische Opposition in Deutschland scheitern. Und die heraus gebellten Angriffe eines Rudi Dutschke auf die b\u00fcrgerlichen Schreiberlinge und die &#132;Schei\u00dfliberalen&#147; beantwortete Flach kurz und knapp: &#132;Ich bin jedenfalls lieber ein (linker) Sp\u00e4tliberaler als ein (linker) Fr\u00fchfaschist&#147;(FR vom 8.9.1967).<\/p>\n<p>III.<\/p>\n<p>Hinterlie\u00df der Politiker Flach irgendeine Spur in der Partei, die er auf den &#132;dritten Weg&#147; bringen und zu einer liberalen Volkspartei machen wollte? Pr\u00e4gte der Publizist Flach mit seinem klaren Kopf und kritischem Verstand einen liberalen Journalismus, der sich der Aufkl\u00e4rung verpflichtet und mit der &#132;treuh\u00e4nderisch wahrgenommenen B\u00fcrgerfreiheit&#147; verantwortlich umzugehen wei\u00df?<br \/>Die Antworten auf die Fragen nach den Wirkungen und Spuren dieses Mannes sind ern\u00fcchternd. Die Erinnerung an Flach ist auch eine Erinnerung an die Geschichte eines Scheiterns. Die FDP verlor mit seinem Tod eine charismatische Figur, die die auseinanderstrebenden Fl\u00fcgel der\u00a0 zunehmend marxistisch-orthodox angehauchten Jungdemokraten, der Bildungsb\u00fcrgerlichen und der konservativen Mittelst\u00e4ndler h\u00e4tte zusammenhalten k\u00f6nnen. Sp\u00e4testens Mitte der siebziger Jahre wurden die Bruchlinien in den FDP\/SPD-Regierungsb\u00fcndnissen auf Bundes- und Landesebene deutlich. Ausgehend von Hessen zeichnete sich das Ende der sozialliberalen \u00c4ra ab. Der bildungsb\u00fcrgerliche Fl\u00fcgel mit der streitbaren Hildegard Hamm -Br\u00fccher, die mit der demokratischen Schulreform in Hessen begonnen hatte, wurde Zug um Zug von den Wirtschaftsliberalen an den Rand gedr\u00e4ngt, die Jungdemokraten durch Spaltung geschw\u00e4cht und schlie\u00dflich durch die biederen Jungliberalen, die Julis, als Nachwuchsorganisation ersetzt. Nach dem fliegenden Regierungswechsel der FDP von Helmut Schmidt zu Helmut Kohl verlie\u00dfen prominente Linksliberale wie Ingrid Matth\u00e4us-Maier und G\u00fcnter Verheugen die Partei. Von dem Weg zu einer liberalen Volkspartei der B\u00fcrger- und Menschenrechte, der breiten Demokratisierung der Gesellschaft, war die FDP bereits zehn Jahre nach Flachs Tod weit abgekommen. Und den Bogen zur\u00fcck fand sie bis heute nicht. <br \/>Von der intellektuellen Kraft und Leidenschaft eines Karl-Hermann Flach ist im heutigen politischen Liberalismus nichts zu sp\u00fcren, wer immer sich als Berufspolitiker, als Generalsekret\u00e4r oder Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer darauf beruft. Sie machen ihren Job als brave bis biedere Sachverwalter, fern jeder Intellektualit\u00e4t.<br \/>Gescheitert ist auch der kurze Traum eines Peter Glotz,\u00a0 Flachs linke Liberalit\u00e4t und seine entschiedene b\u00fcrgerrechtliche Sozialit\u00e4t in der Sozialdemokratie zu verankern. Glotz , wie\u00a0 Flach ein hochintellektueller Grenzg\u00e4nger zwischen Politik und Publizistik, versuchte in seiner Zeit als Bundesgesch\u00e4ftsf\u00fchrer der SPD in Bonn (1981 bis 1987) die Partei auf Flachs dritten Weg zu orientieren und zu \u00f6ffnen. Glotz setzte auf die SPD-nahen Intellektuellen, die Linksliberalen der FDP und vor allem die Jungen in der Partei, die durch die Bildungsreform und Bildungsexpansion in den sechziger und siebziger Jahren des vorigen Jahrhunderts an die Hochschulen gekommen, durch die Studentenunruhen politisiert und bewegt worden waren und den &#132;Marsch durch die Institutionen&#147; angetreten hatten. <br \/>Doch Glotz irrte sich grundlegend. Mit der Parteigr\u00fcndung der Gr\u00fcnen und ihren ersten parlamentarischen Erfolgen sprangen viele jungen Wissenschaftler vom alten Tanker SPD ab und h\u00fcpften auf die modernen, wendigen gr\u00fcnen Boote. Aber vor allem: Der unaufhaltsame Aufstieg der sozialdemokratischen\u00a0 Funktion\u00e4rsschicht in ein akademisch gepr\u00e4gtes, betont b\u00fcrgerliches Milieu mit Theater-Abonnement und Gymnasialbesuch der Kinder f\u00fchrte keineswegs zu einem Denken, das sich aus dem engstirnigen, kleinb\u00fcrgerlichen Mief gel\u00f6st h\u00e4tte: zu Offenheit und gro\u00dfer Liberalit\u00e4t, zu b\u00fcrgerlicher und b\u00fcrgerrechtlicher Toleranz, zu individueller Freiheit und gesellschaftlicher Verantwortung gegen\u00fcber demokratischer Teilhabe von m\u00f6glichst vielen, auch den Menschen, die aus Europa oder anderen Teilen der Welt nach Deutschland geholt wurden oder eingewandert sind. <br \/>Kurz gefasst: die radikal-demokratische Liberalit\u00e4t, die ein Mann wie Flach einforderte, hat heute keine parteipolitische Plattform. Aber hatte sie das in Deutschland wirklich jemals? Die gro\u00dfe Herausforderung f\u00fcr einen politischen Liberalismus, der dem Sozialen wie der Demokratie verpflichtet ist,\u00a0 w\u00e4re heute, ein Gesellschaftsbild f\u00fcr eine deutsche Einwanderungsgesellschaft zu entwickeln, in dem sich unterschiedliche Kulturen, aber auch die unterschiedlichen Geschichten der Menschen in Ost und West wiederfinden, und in dem der Spaltung in Gewinner und Verlierer, in Dazugeh\u00f6rige und Ausgegrenzte wieder durch Politik begegnet wird. Erinnert sei noch einmal an die S\u00e4tze Flachs mit den Widerhaken: &#132;Liberalismus hei\u00dft Einsatz f\u00fcr gr\u00f6\u00dftm\u00f6gliche Freiheit des einzelnen Menschen und Wahrung menschlicher W\u00fcrde in jeder gegebenen oder sich ver\u00e4ndernder gesellschaftlichen Situation&#147;. Und: &#132;Das gro\u00dfe Wort von der Gleichheit der Chancen blieb lange eine Phrase, hinter der sich extreme Ungleichheit tarnte&#147;.\u00a0 Diese Auftr\u00e4ge an eine demokratische Gesellschaft sind noch immer uneingel\u00f6st. Im Gegenteil: die\u00a0 im Sommer vollzogenen Grundgesetz\u00e4nderungen und der beschlossene\u00a0 Wettbewerbsf\u00f6deralismus mit der Spaltung in arme und reiche Bundesl\u00e4nder, mit unterschiedlichen, vom Bundesverfassungsgericht als Element eines Bundesstaates bewusst gewollten, &#132;partiell-differenzierten&#147; Zug\u00e4ngen zu Bildung und Arbeitsmarkt wird die Ungleichheit noch vertiefen. Und der Kapitalismus schaltet und waltet gegenw\u00e4rtig, ohne im geringsten &#132;die Entwicklung zur\u00a0 st\u00e4ndig zunehmenden Ungleichheit&#147; (Flach) zu stoppen und allm\u00e4hlich umzukehren. Er ist damit zu einer Gefahr f\u00fcr eine demokratische Gesellschaftsordnung geworden. Nur: Wer schreibt dar\u00fcber noch?<br \/>Daher ein kritischer Blick auf die Medien im Allgemeinen und zun\u00e4chst die Frankfurter Rundschau im Besonderen. Flachs gro\u00dfe Liberalit\u00e4t nach Innen und sein Respekt vor der &#132;geistigen Arbeit&#147; der Journalisten verlangte den Redakteurinnen und Redakteuren ein hohes Ma\u00df an Eigenverantwortlichkeit und Kompetenz ab. Die Art, wie er mit seiner &#132;inneren St\u00e4rke&#147; die Ebenen von Politik und Publizistik auseinander zu halten verstand, war f\u00fcr uns in der FR eine Herausforderung, immer wieder Distanz und N\u00e4he zu Politikern wie politischen Parteien oder Organisationen von der Kirche bis zu den Gewerkschaften zu \u00fcberpr\u00fcfen. Diese Spannung hielten nicht viele aus. Es folgten Debatten \u00fcber aktiv-einmischenden Journalismus und reaktiv-begleitenden Journalismus, aber auch Debatten \u00fcber\u00a0 straffe F\u00fchrung und Vorgaben durch den Chefredakteur und den Stellenwert des Politischen in der Zeitung insgesamt. So habe ich mit gespannter Neugier den Text von Uwe Vork\u00f6tter gelesen, der in diesem Jahr die Ringvorlesung &#132;Macht und Medien&#147; am Otto -Suhr-Institut er\u00f6ffnete und nun neuer Chefredakteur der FR ist. Mit zwei S\u00e4tzen m\u00f6chte ich mich auseinander setzen. Zum Beruf des Journalisten sagte er, es sei nicht seine Aufgabe, die Wirklichkeit eins zu eins abzubilden: &#132;Unsere Aufgabe ist es, das Interessante rauszufischen und nicht das Langweilige&#147;.\u00a0 Die Medien, so f\u00fchrte er weiter aus, seien &#132;Mittler zwischen Politik und W\u00e4hler und politische Inhalte, die nicht \u00fcber die Medien transportiert werden, werden dann im Zweifel gar nicht transportiert oder nur so, dass sie ganz wenige Leute erreichen&#147;. Was aber ist das Langweilige, das aus der Zeitung gestrichen wird? Die Demokratieentwicklung in Deutschland, die allt\u00e4gliche Missachtung der B\u00fcrgerrechte, die fehlende Liberalit\u00e4t und Menschlichkeit in der deutschen Politik? Fallen intellektuelle Analysen, kluges Nachdenken \u00fcber schwierige politische Zusammenh\u00e4nge unter den Verdacht des Langweiligen? <br \/>Und wieso sind Medien Mittler zwischen Politik und W\u00e4hler? Wo sind die treuh\u00e4nderisch wahrgenommenen B\u00fcrgerfreiheiten geblieben: f\u00fcr die Menschen, die nicht w\u00e4hlen &#150; d\u00fcrfen und k\u00f6nnen? Uwe Vork\u00f6tters Blick reicht so weit nicht. Oder sollte ich mit einem Schuss Optimismus sagen: noch nicht?\u00a0 Vielleicht aber hat der neue Chefredakteur auch eine v\u00f6llig andere Aufgabe, n\u00e4mlich eine \u00f6konomische: Unter Verzicht auf die \u00dcberregionalit\u00e4t die FR rentabel zu machen als Regionalzeitung. Dann ist auch in der FR die Erinnerung an Karl-Hermann Flach gel\u00f6scht.<br \/>Mit gro\u00dfer Sorge beobachtete er bereits zu Beginn der siebziger Jahre des vorigen Jahrhunderts den Konzentrationsprozess im Pressewesen. &#132;Wo der Wettbewerb meinungsm\u00e4\u00dfig unterschiedlicher Organe verschwindet, endet die Informationsfreiheit&#147;, schrieb er 1972. Vehement setzte er sich f\u00fcr die innere Freiheit in den Redaktionen ein, f\u00fcr Mitbestimmung und Mitwirkung, denn: &#132;Journalistische Arbeit ist geistige Arbeit hoher Qualit\u00e4t, man kann sie auf Dauer nicht nach \u00fcberkommenen hierarchischen Strukturen organisieren.&#147; Die heutigen inneren und \u00e4u\u00dferen Bedingungen in den Medien weisen in eine andere Richtung: gefragt ist der rundum flexible Redakteur, der vom Sport bis zur Sp\u00e4tschicht einsetzbar ist\u00a0 und m\u00f6glichst keine hohen Anspr\u00fcche stellt. Um die Redaktionen herum kreisen (kostenlose) Praktikanten, Ich-AGs\u00a0 und Presseb\u00fcros, in denen sich die so genannten Freien gegenseitig st\u00fctzen. F\u00fcr die Aus\u00fcbung der &#132;geistigen Arbeit&#147; bleibt wenig Raum. <br \/>Aber ist sie \u00fcberhaupt noch gewollt? Flach setzte seinen Beruf politisch ein, versuchte massiv die politische Meinungsbildung zu beeinflussen, um seiner Vorstellung von einer liberalen und sozialen Demokratie n\u00e4her zu kommen. Er warb immer wieder neu um die Leser und Leserinnen, eindringlich, klar und unverschn\u00f6rkelt. Eine profilierte Meinung war ihm wichtiger als eine sch\u00f6ne Feder, auf die heute die Journalistenpreise herabrieseln wie Konfetti in einer Galaparade. Sein politisches und intellektuelles Verst\u00e4ndnis vom Beruf des\u00a0 sich aktiv einmischenden Journalisten teilen die wenigsten Nachfolgerinnen und Nachfolger. Die sch\u00f6n geschriebene Reportage z\u00e4hlt mehr als ein meinungsfreudiger, sachlich kompetenter Leitartikel. Wo sind jenseits der uns\u00e4glichen mittelm\u00e4\u00dfigen Talkshows die intellektuellen Plattformen, auf denen gestritten werden kann? Wo sind die Zeitschriften f\u00fcr die theoretischen Debatten, die f\u00fcr eine lebendige Streitkultur notwendig sind? Sang- und klanglos verschwinden sie ganz vom Markt wie die Gewerkschaftlichen Monatshefte oder &#132;virtuell&#147; ins Internet.<br \/>Wo sind die profilierten Meinungsmacher, die die Sorge \u00fcber die demokratische Entwicklung in Deutschland umtreibt, die sich trauen, Systemfragen zu stellen und die allt\u00e4gliche Ungleichheit, an der zum Beispiel das deutsche Bildungswesen ma\u00dfgeblich beteiligt ist, zu kritisieren? Immer wieder, wachsam, hellh\u00f6rig und misstrauisch gegen\u00fcber falschen T\u00f6nen oder Worten? <br \/>Es ist doch kein Zufall, dass politische Essays, kritisch zugespitzte Analysen und Kommentare heute in den deutschen Medien in die Feuilletons ausgewandert sind und dort ihr Dasein fristen, ohne von der politischen Klasse \u00fcberhaupt wahrgenommen zu werden. Einer der wenigen, der durchdringt und sich von der politischen Meinungsseite nicht verdr\u00e4ngen l\u00e4sst, ist Heribert Prantl in der S\u00fcddeutschen Zeitung. Doch ein Prantl reicht nicht, um journalistisch das demokratische &#132;W\u00e4chteramt&#147; oder die treuh\u00e4nderisch wahrgenommene B\u00fcrgerfreiheit einzul\u00f6sen. An diese Aufgabe m\u00fcssen sich schon mehr Verantwortliche in Politik und Publizistik wagen, wenn der politische Liberalismus noch eine Chance haben soll, pers\u00f6nliche Freiheit und Menschenw\u00fcrde f\u00fcr eine gr\u00f6\u00dftm\u00f6gliche Zahl zu sichern.\u00a0 <br \/>\u00a0<br \/>1\u00a0\u00a0\u00a0 Karl-Hermann Flach, Noch eine Chance f\u00fcr die Liberalen. Eine Streitschrift, Frankfurt a.M., 1971, S.82<br \/>2\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Karl-Hermann Flach, Liberaler aus Leidenschaft, M\u00fcnchen, G\u00fctersloh, Wien, 1974, S.115<br \/>3\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 a.a.O., S.41<br \/>4\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 a.a.O., S.220<br \/>5\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 a.a.O., S.54<br \/>\u00a0<br \/>\u00a0<\/p>\n","protected":false},"featured_media":0,"template":"","categories":[],"tags":[667],"autoren":[134],"publikationen":[2816],"class_list":["post-11886","publikation","type-publikation","status-publish","hentry","tag-vorgaenge-artikel","autoren-jutta-roitsch","publikationen-175-vorgaenge"],"acf":[],"yoast_head":"<!-- This site is optimized with the Yoast SEO plugin v28.5 - https:\/\/yoast.com\/product\/yoast-seo-wordpress\/ -->\n<title>Zwischen FDP und FR - Humanistische Union<\/title>\n<meta name=\"robots\" content=\"index, follow, max-snippet:-1, max-image-preview:large, max-video-preview:-1\" \/>\n<link rel=\"canonical\" href=\"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/vorgaenge\/175-vorgaenge\/publikation\/zwischen-fdp-und-fr\/\" \/>\n<meta property=\"og:locale\" content=\"de_DE\" \/>\n<meta property=\"og:type\" content=\"article\" \/>\n<meta property=\"og:title\" content=\"Zwischen FDP und FR - Humanistische Union\" \/>\n<meta property=\"og:description\" content=\"Wirken und Wirkung des Politikers und Publizisten Karl-Hermann Flach. 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