{"id":11920,"date":"2005-12-01T23:00:00","date_gmt":"2005-12-01T22:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/publikation\/editorial-5\/"},"modified":"2005-12-01T12:00:00","modified_gmt":"2005-12-01T11:00:00","slug":"editorial-5","status":"publish","type":"publikation","link":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/vorgaenge\/171-172\/publikation\/editorial-5\/","title":{"rendered":"Editorial"},"content":{"rendered":"<p>aus: vorg\u00e4nge Nr. 171\/172, Die Zukunft der Linken, S. 3-4<\/p>\n<p>Nach dem Ende von Rot-Gr\u00fcn stellt sich die Frage nach der Zukunft der Linken in Deutschland neu. Es war Joschka Fischer, der vor dem Bundestag im Juli 2005 noch einmal daran erinnerte: Die Deutschen hatten 1998 eine linke Regierung ins Amt gew\u00e4hlt und 2002 knapp best\u00e4tigt, deren Geist sich auch auf den Aufbruch von 1968 bezog. Doch an diesem Punkt beginnen schon die Diskussionen: Waren die einstigen 68er, als sie endlich an die Regierung kamen, noch links? Hatten sie eine zukunftsweisende Perspektive f\u00fcr das Land? Oder haben sie die Chancen und Perspektiven linker Politik auf Jahre hinaus verspielt? Wie aktuell ist also momentan die linke Frage? Auf absehbare Zeit jedenfalls werden wir von einer Gro\u00dfen Koalition unter einer Unionskanzlerin regiert, vorerst in pragmatischer Gesch\u00e4ftigkeit.<\/p>\n<p>F\u00fcr linke Kritik und Selbstkritik besteht deshalb nach dieser Z\u00e4sur allemal Anlass. Dabei sah es nach Meinung mancher Beobachter am Wahlabend des 18. Septembers gar nicht so schlecht aus: Rechnerisch gab es eine Mehrheit der linken Parteien. Doch eine Koalition dieser Mehrheit kam f\u00fcr alle Beteiligten in SPD, Gr\u00fcnen und Linkspartei.PDS nicht in Frage. Die Linke bleibt also dreigeteilt: die einen dezimiert in der Regierung; die anderen oppositionell und eher b\u00fcrgerlich als links, neben denen, die von ihrer diktaturvergangenheit kontaminiert sind. Ein Scherbenhaufen? Dieses vorg\u00e4nge-Doppelheft nimmt die neue politische Konstellation in Deutschland &#8211; also den Machtverlust von Rot-Gr\u00fcn als &#8222;klassische&#8220; linke Koalition sowie das absehbare Aufkommen einer gesamtdeutschen linkssozialistischen Partei &#8211; zum Anlass, um nach dem Stand und den Perspektiven linker Politik in Deutschland zu fragen. Das Spektrum ist denkbar weit. Neben grunds\u00e4tzlichen politischen Beobachtungen zur Lage der linken Parteien nach der Wahl finden sich Politikfeldanalysen von Sozialstaatlichkeit oder Wirtschaftspolitik. Unsere Autoren untersuchen m\u00f6gliche Leitideen f\u00fcr eine neue Linke: Vermag eine Theorie der Exklusion oder der Nachhaltigkeit neue Impulse zu geben? Viel war in den letzten Jahren auch von der Krise der Gewerkschaften die Rede. Mehrere Beitr\u00e4ge stellen die Entwicklungsm\u00f6glichkeiten dieser einst so machtvollen linken Organisationen vor. Jenseits des nationalen Tellerrands gibt es andere Entwicklungen, die wir ebenfalls in die Analyse einbeziehen: Frankreichs Sozialisten stecken in einem tiefen Umbruch; in Lateinamerika hat &#8211; antizyklisch zur europ\u00e4ischen Lage &#8211; eine erneuerte Linke in vielen L\u00e4ndern Schritt um Schritt die Macht \u00fcbernommen. Zudem \u00fcberpr\u00fcfen unsere Autoren die Aktualit\u00e4t des linken Theoriebestands hierzulande am Beispiel von J\u00fcrgen Habermas und J\u00fcrgen Seifert. Hilft der deutschen Linken der Blick in ihre Vergangenheit, um neue und alte Irrt\u00fcmer k\u00fcnftig zu vermeiden? Das alternative Milieu der 1970er Jahre wird ebenso pr\u00e4sentiert wie Willy Brandts personalpolitischer Umgang mit seinen &#8222;Enkeln&#8220;, die popkulturellen Einfl\u00fcsse auf die deutsche Linke sowie der Nexus zwischen 1968 und dem Terror der RAF.<\/p>\n<p>Die klassische Frage &#8222;Was ist heute links?&#8220; durchzieht wie ein roter Faden dieses Heft. Die Antworten unserer Autoren fallen &#8211; wie unschwer zu erwarten war &#8211; unterschiedlich, ja gegens\u00e4tzlich aus. Insofern wollen die vorg\u00e4nge intellektuelle Denkanst\u00f6\u00dfe und keine theoretischen Baus\u00e4tze liefern. Die farbige Themenpalette und der facettenreiche Blickwinkel stehen somit gleichsam f\u00fcr eine &#8222;Angebotspolitik&#8220; von links: Vielleicht steigt die Nachfrage und \u00e4ndert sich dann auch die Konjunktur. Ein Doppelheft der vorg\u00e4nge erschien uns dies allemal wert. Anregende und zukunftsweisende Lekt\u00fcre w\u00fcnschen aus Berlin<\/p>\n<p><i>Thymian Bussemer und Alexander Cammann<\/i><\/p>\n<p>aus: vorg\u00e4nge Nr. 171\/172, Die Zukunft der Linken<\/p>\n<p>Zeitschrift f\u00fcr B\u00fcrgerrechte und Gesellschaftspolitik<br \/>44. Jahrgang, Heft 3\/4 (Dezember 2005), 24 Euro<\/p>\n","protected":false},"featured_media":0,"template":"","categories":[],"tags":[667],"autoren":[2252],"publikationen":[1430],"class_list":["post-11920","publikation","type-publikation","status-publish","hentry","tag-vorgaenge-artikel","autoren-thymian-bussemer-und-alexander-cammann","publikationen-171-172"],"acf":[],"yoast_head":"<!-- This site is optimized with the Yoast SEO plugin v28.5 - https:\/\/yoast.com\/product\/yoast-seo-wordpress\/ -->\n<title>Editorial - Humanistische Union<\/title>\n<meta name=\"robots\" content=\"index, follow, max-snippet:-1, max-image-preview:large, max-video-preview:-1\" \/>\n<link rel=\"canonical\" href=\"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/vorgaenge\/171-172\/publikation\/editorial-5\/\" \/>\n<meta property=\"og:locale\" content=\"de_DE\" \/>\n<meta property=\"og:type\" content=\"article\" \/>\n<meta property=\"og:title\" content=\"Editorial - Humanistische Union\" \/>\n<meta property=\"og:description\" content=\"aus: vorg\u00e4nge Nr. 171\/172, Die Zukunft der Linken, S. 3-4 Nach dem Ende von Rot-Gr\u00fcn stellt sich die Frage nach der Zukunft der Linken in Deutschland neu. 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