{"id":11932,"date":"2005-12-01T15:00:00","date_gmt":"2005-12-01T14:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/publikation\/der-demokratische-sozialstaat\/"},"modified":"2021-08-31T10:14:00","modified_gmt":"2021-08-31T08:14:00","slug":"der-demokratische-sozialstaat","status":"publish","type":"publikation","link":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/vorgaenge\/171-172\/publikation\/der-demokratische-sozialstaat\/","title":{"rendered":"Der demokratische Sozialstaat:"},"content":{"rendered":"<p>Ein Politikangebot f&uuml;r die Linke nach Rot-Gr&uuml;n*<\/p>\n<p>aus: Vorg&auml;nge Nr. 171\/172  (Heft 3-4\/2005), S. 94-102<\/p>\n<h5><span id=\"krise-und-kritik-des-sozialstaats\">Krise und Kritik des Sozial&shy;staats<\/span><\/h5>\n<p>Wie auch immer man es dreht und wendet: Die vergangenen sieben Jahre unter rot-gr&uuml;ner Regierung in Deutschland waren keine gute Zeit f&uuml;r den deutschen Sozialstaat. Zwar ist die Kritik am Sozialstaat so alt wie dieser selbst, und auch die Rede von seiner &bdquo;Krise&rdquo; geh&ouml;rte fr&uuml;h schon &#8211; und geh&ouml;rt seit nunmehr drei Jahrzehnten ununterbrochen &#8211; zum guten Ton der &ouml;ffentlich-politischen Debatte; Krise und Kritik sind also st&auml;ndige Begleiterinnen der sozialstaatlichen Entwicklung (und dies keineswegs nur hierzulande). Und doch haben Krise und Kritik des Sozialstaats in den vergangenen Jahren einen Gestaltwandel vollzogen &mdash; in mindestens dreifacher Hinsicht.<\/p>\n<p>Zum einen hat sich die objektive Gesch&auml;ftsgrundlage des sozialstaatlichen Arrangements verschoben: Von der Internationalisierung der Wirtschaft bis zur Europ&auml;isierung der Politik, von der Individualisierung der Gesellschaft bis zur Entstandardisierung des Lebenslaufs ist vieles nicht mehr so, wie es im golden age des &bdquo;keynesianischen Wohlfahrtsstaates&rdquo; war. Zum anderen wird im &Uuml;bergang zum silver age (Taylor-Gooby 2002) der wohlfahrtsstaatlichen Gesellschaftsformation die Kritik am Sozialstaat nicht mehr nur aus dem Lager der &bdquo;&uuml;blichen Verd&auml;chtigen&rdquo; heraus ge&uuml;bt, sondern ist auch in bislang als&bdquo;sozialstaatsfreundlich&rdquo; geltende Milieus diffundiert. Der deutsche Sozialstaat etwa gilt nicht mehr nur Arbeitgeberpr&auml;sidenten, Wirtschaftsjournalisten und &Ouml;konomieprofessoren, sondern galt zuletzt eben auch dem gr&uuml;nen Establishment, weiten Teilen der sozialdemokratischen Parteielite und wer wei&szlig; wem sonst noch alles als der Inbegriff falsch verstandener Wohlt&auml;tigkeit, systematischer Fehlanreize und einer &ouml;ffentlich gef&ouml;rderten Mitnahmementalit&auml;t. Drittens schlie&szlig;lich kehrt in j&uuml;ngster Zeit &mdash; von der politischen Linken hierzulande noch weitgehend uneingestanden &#8211; das im Zeichen der anhaltenden Ausdehnung des Sozialstaates und seiner Interventionen &uuml;ber-wunden geglaubte Ph&auml;nomen massenhafter &bdquo;Verwundbarkeit&rdquo; in die gesellschaftliche Realit&auml;t der reichen Industrie- bzw. Dienstleistungsnationen zur&uuml;ck (vgl. Castel 2000) &mdash; und damit in Gesellschaften, die auf diese Renaissance der &bdquo;sozialen Frage&rdquo; offenkundiaweder mental noch institutionell vorbereitet sind.<\/p>\n<p>In Anbetracht dieses dreifachen Wandels kann es nach dem Ende der linken Regierungskoalition sozialpolitisch weder ein einfaches &bdquo;Zur&uuml;ck&rdquo; hinter die rot-gr&uuml;nen Verh&auml;ltnisse noch gar ein blo&szlig;es &bdquo;Weiter so&rdquo; in der Hoffnung auf bessere Zeiten geben. Denn zum einen ist der herrschenden Kritik am Sozialstaat durch eine reine Verteidigung seiner bestehenden Strukturen und Instrumente nicht wirksam zu begegnen; und zum anderen verlangen die unverkennbaren Krisentendenzen des deutschen Sozialstaatsmodells in der Tat nach einer Neuausrichtung sozialpolitischer Intervention &mdash; wenn auch nicht in dem Sinne des g&auml;ngigen Rufs nach &bdquo;Reformen&rdquo;, dem sich auch die abgetretene rot-gr&uuml;ne Bundesregierung nicht verschlie&szlig;en wollte oder, dar&uuml;ber mag man streiten, konnte.<\/p>\n<h5><span id=\"die-argumente-der-sozialstaatsgegner\">Die Argumente der Sozial&shy;staats&shy;gegner<\/span><\/h5>\n<p>Die in den vergangenen Jahren zunehmend gebr&auml;uchliche Semantik &bdquo;notwendiger&rdquo;, ja &bdquo;unausweichlicher&rdquo; Reformen des deutschen Sozialstaats hat zwei Varianten. Die pragmatische Position verl&auml;sst sich ganz auf den diskreten Charme des finanzpolitischen Arguments und sucht mit einem schlichten &bdquo;das k&ouml;nnen wir uns nicht mehr leisten&rdquo; den R&uuml;ckbau des Sozialstaats zu entproblematisieren. Die fundamentalistische Version verl&auml;sst sich nicht auf die normative Kraft des Fiskalischen, sondern &uuml;berzieht den Sozialstaat zus&auml;tzlich mit einer moralisierenden Missachtung, weil dieser die Menschen entm&uuml;ndige, ihre Eigenverantwortung untergrabe, Selbst&auml;ndigkeit verhindere, ja sich seine &bdquo;sozialen Probleme&rdquo; &uuml;berhaupt erst selbst schaffe. Diese radikalisierte Kritik am Sozialstaat &#8211; die die zunehmend sichtbar werdenden Funktionsprobleme der sozial-staatlichen Institutionen zum Teil versch&auml;rft, zu einem guten Teil aber wohl auch erst selbst herbeigef&uuml;hrt hat &#8211; ist Ausdruck eines tief liegenden, politisch gewendeten sozialen Ressentiments: eines Ressentiments gegen die sozialhistorisch revolution&auml;re &Uuml;berwindung des Widerspruchs von Arbeit und Eigentum durch den (und im) modernen Sozialstaat. Dieser n&auml;mlich zielt von seiner Idee her &#8211; was auch immer man gegen die konkreten Realisationsformen dieser Idee sagen mag &#8211; darauf ab, neben und au&szlig;erhalb des Privateigentums eine&nbsp; &bdquo;Sozialeigentums&rdquo; (vgl. Castel 2005) zu errichten, die (bzw. das) auch den Nicht Besitzenden ein Leben in W&uuml;rde und sozialer Sicherheit erm&ouml;glicht.<\/p>\n<p>Der Sozialstaat der westlichen Industriegesellschaften der Nachkriegszeit hat die Politik des Sozial- bzw. Transfereigentums auf beeindruckende Weise vorantreiben k&ouml;nnen &#8211; bis zu jenem Punkt, an dem &ouml;konomische Daten und politische Interessen, soweit man beides auseinander halten kann, dieser Bewegung Einhalt geboten bzw. zu gebieten versucht haben. Die aus diesem Versuch geborene Kritik am Sozialstaat aber ist sowohl in ihrer pragmatischen (&bdquo;der Sozialstaat ist zu teuer&#8220;) wie auch in ihrer fundamentalistischen (&bdquo;der Sozialstaat ist asozial&#8220;) Variante gleicherma&szlig;en grenzenlos und uners&auml;ttlich: Sie ist in ihrem Drang nach Abbau von Sozialeigentum und damit nach Reprivatisierung von sozialen Risiken strukturell nicht zu befriedigen oder aufzuhalten, weder durch vorauseilenden &bdquo;Reform&#8220;-Gehorsam noch durch wohlmeinende &bdquo;Reform&rdquo;- Verweigerung. Es gibt keine Stoppregeln f&uuml;r eine zunehmend enthemmte, verselbst&auml;ndigte, &bdquo;automobile&rdquo; (vgl. Luhmann 1981) Sozialstaatskritik: Auch nach der x-ten K&uuml;rzung kann der Lohnersatz immer noch als &bdquo;zu hoch&rdquo; kritisiert, bis zum letzten Arbeitslosen die Arbeitsanreizfunktion des sozialen Sicherungssystems als &bdquo;unzureichend&rdquo; dis-qualifiziert werden. Die wahren Freunde und Freundinnen des Sozialstaats werden sich also auf die prinzipielle Unendlichkeit sozialstaatsfeindlicher Bed&uuml;rfnisse einstellen m&uuml;ssen.<\/p>\n<p>Die politische Antwort auf die immer massiver werdende Kritik am bestehenden Sozialstaat kann sich schon aus diesem Grunde nicht auf eine blo&szlig;e Verteidigung desselben beschr&auml;nken. Sie kann dies dar&uuml;ber hinaus aber auch deshalb nicht, weil besagte Kritik trotz allem einen rationalen Kern hat, den zu leugnen nicht nur falsch, sondern auch unklug &mdash; weil letztlich selbstsch&auml;digend &mdash; w&auml;re. Denn tats&auml;chlich haften ja den Systemen sozialstaatlicher Sicherung und F&uuml;rsorge hierzulande Leistungsm&auml;ngel, Finanzierungsprobleme und Gerechtigkeitsdefizite an, die sich nur schwerlich bestreiten lassen.<\/p>\n<p>Der real existierende Sozialstaat in Deutschland leistet nicht das, was man von ihm erwartet. Er ist, gemessen an seiner Probleml&ouml;sungsf&auml;higkeit, in der Tat &bdquo;zu teuer&rdquo;, denn er kann seine Leistungsbezieher, insbesondere Langzeitarbeitslose und Familien mit Kindern, keineswegs immer &uuml;ber die Armutsschwelle heben. Er ist in seinen Leistungen, sei es bei der sozialpolitischen Bewertung unvollst&auml;ndiger Erwerbskarrieren, mit Blick auf faktische Rationierungsma&szlig;nahmen im Gesundheitswesen oder hinsichtlich der Missachtung des Bedarfsprinzips in der Pflegeversicherung, ebenso ungerecht wie bei der Finanzierung seiner Ausgaben, die er in &uuml;berm&auml;&szlig;iger Weise und in Absehung vom Prinzip der Leistungsf&auml;higkeit den abh&auml;ngig Besch&auml;ftigten aufb&uuml;rdet. Er verletzt den Gedanken der Leistungsgerechtigkeit nicht zuletzt auch dadurch, dass er faktisch die Verfestigung der Massenarbeitslosigkeit duldet und damit vielen Millionen Menschen die M&ouml;glichkeit verwehrt, in einer durch Einkommensanspr&uuml;che anerkannten Weise am System gesellschaftlicher Arbeitsteilung teilzuhaben. Mehr noch: Er tr&auml;gt, zumal mit seinen j&uuml;ngsten Umbauma&szlig;nahmen, aktiv dazu bei, entsprechende individuelle Teilhaberechte in soziale Beteiligungspflichten umzudefinieren, und erzeugt systematisch Lebenslagen, die von materieller Prekarit&auml;t und existenzieller Ungewissheit gepr&auml;gt sind.<\/p>\n<p>In der Summe all dieser Defizite ist die &uuml;berwunden geglaubte &bdquo;soziale Frage&rdquo; auf paradoxe Weise, n&auml;mlich dem manifesten gesellschaftlichen Reichtum und einem gigantischen Sozialbudget zum Trotz, wieder aktuell geworden. Armut, Unsicherheit und die &bdquo;Kultur des Zufalls&rdquo; (Castel) sind in die wohlfahrtsstaatlich verfasste Gesellschaft zur&uuml;ckgekehrt &mdash; und zwar bis in deren von sozialer Verwundbarkeit und prek&auml;rem Wohlstand gezeichnete Mitte. Der leistende, sichernde, &bdquo;sorgende&rdquo; Staat der Nachkriegsindustriegesellschaft hat seinen Zenit &uuml;berschritten &ndash; und ist doch noch nicht am Ende seiner Tage. Am &bdquo;Nachmittag des Wohlfahrtsstaats&rdquo; (Vogel 2004) &ndash; und am Morgen nach sieben Jahren rot-gr&uuml;ner Politik weniger mit ihm als gegen ihn &ndash; wird es f&uuml;r die demokratische Linke Zeit, aktiv zu werden: Zeit f&uuml;r einen Aufbruch im Namen der sozialstaatlichen Idee und ihrer offensiven Wiederbelebung.<\/p>\n<h5><span id=\"ein-neues-leitbild-fuer-den-sozialstaat\">Ein neues Leitbild f&uuml;r den Sozialstaat<\/span><\/h5>\n<p>Wer den Sozialstaat als Sph&auml;re des &bdquo;Sozialeigentums&rdquo; erhalten und erneuern m&ouml;chte, wird einer intellektuellen und politischen Doppelstrategie folgen m&uuml;ssen, die sich gleicherma&szlig;en gegen eine problemunangemessene Fundamentalkritik am Sozialstaat &bdquo;an sich&rdquo; wie auch gegen eine verzweifelte R&uuml;ckw&auml;rtsverteidigung des deutschen Sozialstaats &bdquo;wie wir ihn kannten&rdquo; wendet. Es gibt gute Gr&uuml;nde f&uuml;r ein Festhalten an der sozialstaatlichen Idee &mdash; und ebenso gute Gr&uuml;nde f&uuml;r eine Abkehr von der konkreten Gestalt, die sie in den vergangenen Jahrzehnten in der Bundesrepublik angenommen hat. Was in dieser Konstellation Not tut, ist ein neues Leitbild f&uuml;r den Sozialstaat: ein Leitbild, das zum einen als Ma&szlig;stab der Kritik am bestehenden sozialstaatlichen Arrangement wie auch an seinen entfesselten Kritikern dienen kann und das zum anderen als Orientierungsrahmen einer Neuausrichtung sozialstaatlicher Politik auf Seiten der demokratischen Linken zu fungieren vermag. Ein neues, positives Leitbild des Sozialstaats, das die Begr&uuml;ndung seiner Notwendigkeit, die Kritik seiner Wirklichkeit und die Anleitung seiner Umgestaltung erlaubt.<\/p>\n<p>Der normative, &bdquo;positive&rdquo; Bezugspunkt eines solchen Leitbildes muss im demokratischen Charakter des Gemeinwesens, sein funktionaler Bezugspunkt in der Sicherung des gesellschaftlichen Zusammenhalts gesucht werden (vgl. zum Folgenden Lessenich\/M&ouml;hring-Hesse 2004). Der Sozialstaat bedarf einer starken, &uuml;berzeugenden Legitimation, soll er heute und in Zukunft eine hinreichend gro&szlig;e soziale Akzeptanz genie&szlig;en. Eine solche Legitimation muss allgemein verfangen, also &uuml;ber die verschiedensten sozialen Gruppen und Weltanschauungen hinweg akzeptiert werden. Der grundlegenden Bestimmung des Sozialstaats, seiner Leistungen f&uuml;r und seiner Anspr&uuml;che an die B&uuml;rgerinnen und B&uuml;rger, von der demokratischen Idee her &mdash; und nur ihr allein &mdash; ist eine solch allgemeine und deswegen hinreichend starke und zuverl&auml;ssige Legitimationskraft zuzutrauen. Denkt man also den Sozialstaat von der demokratischen Idee her, dann l&auml;sst er sich charakterisieren und legitimieren als Ausdruck und Garant der wechselseitigen Anerkennung und gegenseitigen Solidarit&auml;t einander verpflichteter, politisch gleicher und sozialpolitisch gleich berechtigter B&uuml;rgerinnen und B&uuml;rger. Als solcher ist er dann, in klassisch soziologischer Terminologie, auch Ausdruck und Garant des &bdquo;sozialen Bandes&rdquo;, das die B&uuml;rgerinnen und B&uuml;rger, als Mitglieder eines demokratischen Gemeinwesens, eint.<\/p>\n<p>Dieser &bdquo;demokratische Sozialstaat&rdquo; unterscheidet sich mit seiner ver&auml;nderten Funktionszuschreibung, seinem erweiterten Adressatenkreis sowie seinem neu gewichteten Leistungsangebot in wesentlichen Aspekten vom &uuml;berkommenen Sozialstaat. Der &bdquo;demokratische Sozialstaat&rdquo; steht f&uuml;r eine st&auml;rkere Entkoppelung sozialer Sicherheit vom System der Erwerbsarbeit, f&uuml;r eine Ausweitung der bislang auf Arbeitnehmer beschr&auml;nkten Solidarit&auml;tsbeziehungen in den Sozialversicherungen sowie f&uuml;r eine Erweiterung des Leistungskatalogs im Bereich der sozialen F&uuml;rsorge. Denn es ist nicht mehr und nicht weniger als ein Gebot gelebter Demokratie, (a) die Sicherungsverb&uuml;rgungen des Sozialstaates auch all jenen Menschen zukommen zu lassen, die vom Zugang zu Erwerbsarbeit ausgeschlossen sind; (b) das bislang kategorial beschr&auml;nkte Solidarit&auml;tsprinzip der Sozialversicherungen im Sinne einer bislang nur im Bereich der F&uuml;rsorge bekannten Allgemeinheit auszuweiten; (c) das Leistungsverm&ouml;gen der sozialen F&uuml;rsorge im Gegenzug zu st&auml;rken und auf das bislang nur von den Adressaten der Sozialversicherungen erreichbare Niveau solidarischer Versorgung zu heben; sowie (d) allen B&uuml;rgerinnen und B&uuml;rgern &ndash; gleich in welcher Lebenslage sie sich befinden &ndash; einen vergleichbaren Sockel an Einkommensanspr&uuml;chen und Dienstleistungsangeboten zu gew&auml;hrleisten und auf diese Weise ihnen allen die gleiche Chance auf gesellschaftliche Partizipation zu bieten. Dabei ist der &bdquo;demokratische Sozialstaat&rdquo; insbesondere mit Blick auf die Verbreiterung und Verbesserung des Angebotes an sozialen Diensten gefordert &ndash; Diensten der Beratung, Begleitung, Bildung, Erziehung und Unterst&uuml;tzung. Denn nur als &ouml;ffentliche G&uuml;ter k&ouml;nnen entsprechende Dienstleistungen in dem erforderlichen Umfang und in der gebotenen Allgemeinheit bereitgestellt werden, und erst im allgemeinen und gleichen Zugang zu solch zunehmend lebenschancenrelevanten sozialen Diensten erf&uuml;llt sich der soziale Sicherungs- und Integrationsauftrag des &bdquo;demokratischen Sozialstaats&rdquo;.<\/p>\n<h5><span id=\"was-der-neue-sozialstaat-leisten-kann\">Was der neue Sozialstaat leisten kann<\/span><\/h5>\n<p>Um falschen Erwartungen (seien es Hoffnungen oder Bef&uuml;rchtungen) sogleich vorzubeugen: Der demokratische Sozialstaat wird nicht &bdquo;billiger&rdquo; sein als der bestehende. Gleichwohl wird er gegen&uuml;ber dem existierenden Arrangement zahlreiche Vorteile haben. Der demokratische Sozialstaat wird, erstens, probleml&ouml;sungsf&auml;higer sein: Programmatisch der effektiven Sicherung der finanziellen Mindestbedarfe aller B&uuml;rgerinnen und B&uuml;rger sowie der Gew&auml;hrleistung ihres gleichen Zugangs zu &ouml;ffentlichen sozialen Diensten verpflichtet, beseitigt er zuverl&auml;ssig soziale Probleme der Unterversorgung und sichert damit die materiellen Voraussetzungen der Demokratie. Der demokratische Sozialstaat wird, zweitens, komplexit&auml;tsangemessener sein, indem er die Bildungs-, Familien- und Infrastrukturpolitik als konstitutive Elemente sozialpolitischer Gestaltung in seine Programme und Interventionen mit einbezieht und bei der Bereitstellung &ouml;ffentlicher G&uuml;ter die offene Kooperation mit nicht-staatlichen Akteuren sucht. Der demokratische Sozialstaat wird, drittens, gesellschaftlich besser legitimiert sein, weil er mit der Gew&auml;hrleistung der allgemeinen und gleichen Teilhabe aller Menschen an seinen Leistungen und Diensten, mit der F&ouml;rderung einer geschlechtergerechten Verteilung von Erwerbs- und Familienarbeit, mit dem gleichwertigen Schutz aller Arbeits- und Lebensformen, schlie&szlig;lich mit der Sorge um eine angemessene Balance von Arbeit und Leben den Gerechtigkeitsvorstellungen und Lebensentw&uuml;rfen seiner B&uuml;rge-rinnen und B&uuml;rger gen&uuml;gt oder jedenfalls entgegenkommt. Der demokratische Sozialstaat wird, viertens, besser finanzierbar sein &ndash; und zwar zum einen gerade wegen seiner erh&ouml;hten sozialen Akzeptanz, zum anderen deshalb, weil er seine Finanzierungsbasis durch die Verallgemeinerung der Beitragspflicht zu den Sozialversicherungen und durch die Durchsetzung des Prinzips der Besteuerung nach der Leistungsf&auml;higkeit konsequent ausweitet und egalisiert. Der demokratische Sozialstaat wird, f&uuml;nftens, wirtschaftlich und sozial produktiver sein. Denn mit der Verschiebung seiner Aktivit&auml;ten hin zur Produktion &ouml;ffentlicher G&uuml;ter ist er ein Instrument sozialer Vorsorge und wirtschaftlichen Wachstums sowie erweiterter Besch&auml;ftigungschancen gleicherma&szlig;en, und indem er den Interessen aller B&uuml;rgerinnen und B&uuml;rger an einem lebenswerten Gemeinwesen und einer lebendigen Demokratie Geltung verschafft, sichert er letztlich die nicht &ouml;konomischen Voraussetzungen der &Ouml;konomie gegen diese selbst. Der demokratische Sozialstaat wird schlie&szlig;lich, sechstens, erwartungsstabiler sein und damit eines der h&ouml;chsten (und empfindlichsten) sozialen G&uuml;ter in modernen Gesellschaften zu gew&auml;hrleisten verm&ouml;gen. &Uuml;ber Mindestsicherungen, &ouml;ffentliche G&uuml;ter und kollektive Vorsorge organisiert er eine gesellschaftliche Solidarit&auml;t, die in gleicher Weise die Erwartung auf akute wechselseitige Hilfe zu erf&uuml;llen und die Erwartung auf die Dauerhaftigkeit dieser verallgemeinerten Gegenseitigkeit &ndash; auch &uuml;ber die eigene Lebenszeit hinaus &ndash; zu st&uuml;tzen vermag. Der demokratische Sozialstaat ist somit Ausdruck und Garant nicht nur des gesellschaftlichen Zusammenhalts in der Gegenwart, sondern zugleich auch des gemeinsamen Interesses aller B&uuml;rgerinnen und B&uuml;rger, genau diesen sozialen Zusammenhalt auf Dauer zu stellen.<\/p>\n<p>All dies sind, je f&uuml;r sich genommen und zumal in ihrer Summe, bedeutsame Argumente f&uuml;r den demokratischen Sozialstaat. Ein letztes, abschlie&szlig;endes Argument aber ist, in Anbetracht der gegenw&auml;rtigen Debatten um die Zukunft des Sozialstaats und im Kontext einer Neudefinition linker Sozialpolitik in Deutschland, vielleicht das entscheidende: Der demokratische Sozialstaat wird ehrlicher sein. Denn seine Idee gr&uuml;ndet auf einer einfachen Erkenntnis: dass n&auml;mlich (a) die soziale Integration hochdifferenzierter Gesellschaften ihren Preis hat, dass (b) dieser Preis &ndash; in monet&auml;ren Gr&ouml;&szlig;en bemessen &ndash; hoch ist, und dass er (c) in Zukunft &ndash; im Zeichen weiter um sich greifender Tendenzen der Individualisierung, Flexibilisierung und Prekarisierung &ndash; jedenfalls nicht geringer werden wird. Der demokratische Sozialstaat wird aus einer politischen Debatte &uuml;ber die Frage hervorgehen m&uuml;ssen, ob diese Gesellschaft, ob ihre B&uuml;rgerinnen und B&uuml;rger, den Preis ihres sozialen Zusammenhalts zu zahlen bereit sind &ndash; oder anders gesagt: was es ihnen wert ist, ihre Demokratie mit Leben zu erf&uuml;llen. Der demokratische Sozialstaat wird dann in Umfang und Gestalt nicht mehr und nicht weniger sein als das Symbol und Instrument dieser gesellschaftlichen Wertsch&auml;tzung der Demokratie.<\/p>\n<h5><span id=\"strukturprobleme-des-demokratischen-sozialstaats\">Struk&shy;tur&shy;pro&shy;bleme des &bdquo;demo&shy;kra&shy;ti&shy;schen Sozial&shy;staats&rdquo;<\/span><\/h5>\n<p>Der demokratische Sozialstaat als Vermittler, Organisator und Garant des sozialen Zusammenhalts ist &ndash; so die Behauptung &ndash; eine gute Idee mit Blick auf die programmatische Wiederbelebung linker Sozialpolitik in Deutschland. Aber jede gute Idee hat ihren Haken, und nicht jede gute Idee wird auch verwirklicht. Insofern weist das Leitbild des demokratischen Sozialstaats offene Flanken auf, die keineswegs verheimlicht werden sollen. Vielmehr gilt es zwei zentrale und unumgehbare Konfliktfelder einer ver&auml;nderten, demokratischen Politik mit dem Sozialstaat zu benennen.<\/p>\n<p>Zum einen geht es dabei um das &bdquo;Arbeitsregime&rdquo; des &mdash; genauer: eines jeden &mdash; Sozialstaats der Zukunft. Der franz&ouml;sische Soziologe Robert Castel (2000) hat eine beeindruckende &bdquo;Chronik der Lohnarbeit&rdquo; geschrieben, die mit der Krise der Lohnarbeitsgesellschaft im ausgehenden 20. Jahrhundert endet. Man wird Castel in drei zentralen Schlussfolgerungen seiner Analyse zustimmen k&ouml;nnen: (a) dass die von ihm konstatierte Erosion der Lohnarbeitsgesellschaft und die damit einhergehende Aufl&ouml;sung der Lohnarbeiterlage irreversibel ist; (b) dass bis auf den heutigen Tag noch keine glaub-w&uuml;rdige Alternative zur Lohnarbeitsgesellschaft existiert; und (c) dass die logische Antwort auf diese Situation in einer Strategie der Umverteilung von Arbeit besteht, so dass jeder einen Platz im Kontinuum der gesellschaftlich anerkannten Positionen findet, beh&auml;lt oder wieder findet &mdash; Positionen, die auf einer &bdquo;echten Arbeit&rdquo; (Castel) fu&szlig;en und Voraussetzungen &bdquo;f&uuml;r ein w&uuml;rdiges Dasein und soziale Rechte sind&rdquo;. Man wird aber auch sagen m&uuml;ssen, dass diese Politik der gerechteren Verteilung der &bdquo;produktiven Arbeit&rdquo; nur die eine Seite der Arbeitsgesellschaft der Zukunft sein kann. Die andere Seite wird realistischerweise in einer Relativierung der Lohnarbeitsgesellschaft in dem Sinne bestehen m&uuml;ssen, dass das von Castel angesprochene Kontinuum der gesellschaftlich anerkannten, mit dem Anspruch auf ein w&uuml;rdiges Dasein und soziale Rechte verbundenen Positionen &uuml;ber das System der Erwerbsarbeit hinaus ausgeweitet wird. In diesem umstrittenen und (angesichts der jahrhundertealten Geschichte der Lohnarbeit selbstverst&auml;ndlich) umk&auml;mpften Prozess werden Idee und Politik des demokratischen Sozialstaats auf eine entscheidende Probe gestellt werden.<\/p>\n<p>Das zweite zentrale Konfliktfeld eines jeden zuk&uuml;nftigen Sozialstaats wird dessen &bdquo;Grenzregime&rdquo; sein. Dass die dem demokratischen Sozialstaat zugrunde liegende Idee einer verallgemeinerten wechselseitigen Garantie gesellschaftlicher Teilhabechancen in Zeiten zunehmender (und zunehmend globaler) Armutsmigration eine normativ wie politisch anspruchsvolle Konzeption darstellt, ist nur schwerlich von der Hand zu weisen. In einer weltgesellschaftlichen Konstellation, in der Solidargemeinschaften nach wie vor national definiert werden, die auf Inklusionschancen spekulierende transnationale Mobilit&auml;tsbereitschaft jedoch tendenziell zunimmt, wird die Frage der Grenzen von gesellschaftlicher Zugeh&ouml;rigkeit und sozialer Berechtigung zu einem politischen Problem erster Ordnung. Das damit verbundene Dilemma des demokratischen Sozialstaates ist offenkundig: Seinem Selbstverst&auml;ndnis und seiner Begr&uuml;ndungslogik gem&auml;&szlig; auf universalistische Weise inklusiv, ist er zugleich in seinen Wirkeffekten und seiner Konstruktionslogik ein territorial auf die Bundesrepublik Deutschland begrenztes Arrangement, dessen Inklusivit&auml;t nach innen mit Exklusivit&auml;t nach au&szlig;en erkauft wird. An dieser Stelle ist Leugnen tats&auml;chlich zwecklos: Die gesellschaftliche und politische Auseinandersetzung &uuml;ber die Grenzen und Grenzziehungen des demokratischen Sozialstaats und seines universalistischen Inklusionsanspruchs wird einer der konflikttr&auml;chtigsten Pr&uuml;fsteine einer &mdash; einer jeden &mdash; ver&auml;nderten Politik mit dem Sozialstaat sein.<\/p>\n<p>Wie auch immer also die politische Auseinandersetzung um den Sozialstaat und sei-ne Zukunft hierzulande weitergehen mag: Diese Gesellschaft wird &mdash; als demokratische &mdash; nicht darum herum kommen, sich den genannten Fragen zu stellen, Fragen der Erosi-on der Lohnarbeit, der Definition von Mitgliedschaft, Fragen letztlich immer des Preises der sozialen Integration unter ver&auml;nderten gesellschaftlichen Bedingungen. Niemand, so stellt Castel (2000: 400) zum Abschluss seiner gro&szlig;en Studie in offensichtlicher Plausibilit&auml;t fest, &bdquo;besitzt Einfluss auf die Gesamtheit der Parameter, welche die gegenw&auml;rtig sich vollziehenden Wandlungen bestimmen&rdquo;. Doch &bdquo;zwei Variablen&rdquo; benennt Castel, die sich &bdquo;mit Sicherheit&rdquo; als ausschlaggebend erweisen werden &bdquo;bei dem Versuch, auf den Lauf der Dinge Einfluss zu nehmen&rdquo;: &bdquo;intellektuelle Anstrengung&rdquo; und &bdquo;politischer Wille&rdquo;.<\/p>\n<p>Was die eine Variable angeht, so ist mit der positiven Vision einer neuen Wohlfahrtsarchitektur, die dem hier skizzierten Leitbild des demokratischen Sozialstaats zugrunde liegt, eine erste intellektuelle Anstrengung vollbracht &mdash; der, soviel ist gewiss, viele weitere folgen werden m&uuml;ssen.[1] Was andererseits den politischen Willen betrifft, so st&ouml;&szlig;t der wissenschaftliche Diskurs hier an manifeste &mdash; und schmerzlich bewusste &mdash; Grenzen. Intellektuelle Anstrengung muss an dieser Stelle mit appellativer Energie verbunden werden &mdash; der Rest ist Hoffnung. &bdquo;Wir tragen die Risiken der Diagnose&rdquo;, so hat Franz-Xaver Kaufmann (2002: 258) das Kalk&uuml;l soziologischer Analysen auf den Punkt gebracht, &bdquo;andere die Risiken der Entscheidung&rdquo;. Der demokratische Sozialstaat, so viel ist sicher, steht und f&auml;llt mit der gesellschaftlich-politischen Parteinahme f&uuml;r seine Idee. Und er stellt ein Projekt dar, das sich die demokratische Linke hierzulande durchaus mit Gewinn zu eigen machen k&ouml;nnte. Im sozialpolitischen &bdquo;Kampf der Leitbilder&rdquo; k&ouml;nnte sie sich komparative Vorteile verschaffen, indem sie sich weder der &bdquo;neoliberalen&rdquo; Sprache des Sachzwangs und Anspruchs&uuml;berhangs noch einer sozialdefensiven Logik der Bewahrung und des Abwehrkampfs unterwerfen m&uuml;sste &mdash; sobald sie den Mut h&auml;tte, neue Wege zu beschreiten und sich eine positive Utopie des Sozialstaats sowie eine politische Strategie seiner Vorw&auml;rtsverteidigung zu eigen zu machen.<\/p>\n<p>In diesem Sinne g&auml;lte es, offensiv f&uuml;r den Sozialstaat zu streiten &mdash; aber f&uuml;r den Sozialstaat in ver&auml;nderter, attraktiver Gestalt. F&uuml;r einen Sozialstaat, der den zunehmenden Tendenzen gesellschaftlicher Individualisierung als politische Idee und sozialpolitisches Prinzip die wechselseitige Berechtigung und Verpflichtung der Mitglieder einer demokratischen Gesellschaft entgegensetzt. F&uuml;r einen Sozialstaat, der der &Uuml;berzeugung entspringt und Rechnung tr&auml;gt, dass sich die B&uuml;rgerinnen und B&uuml;rger einer demokratischen Gesellschaft &mdash; nicht moralisch, aber politisch &mdash; wechselseitige Anerkennung und den Ausgleich ihrer Lebenslagen &bdquo;schulden&rdquo;. F&uuml;r einen Sozialstaat, der die R&uuml;ckkehr der Unsicherheit als allgemeines soziales Risiko und die zunehmende soziale Verwundbarkeit bis in die &bdquo;Mitte&rdquo; der Gesellschaft hinein mit der Einbindung eines und einer jeden einzelnen in ein institutionelles Arrangement der verallgemeinerten Gegenseitigkeit beantwortet. Kurzum: F&uuml;r einen Sozialstaat, der Ausdruck und Garant der Zugeh&ouml;rigkeit aller B&uuml;rgerinnen und B&uuml;rger zur demokratischen Gesellschaft gleicherma&szlig;en Berechtigter und Verpflichteter ist.<\/p>\n<p>Manch einer oder eine auf der Linken wird meinen, es sei nicht die Zeit f&uuml;r eine sozialstaatliche Offensive, die Verteidigung des Erreichten gegen seine Ver&auml;chter sei der-zeit hierzulande das h&ouml;chste der sozialpolitischen Gef&uuml;hle. Dieser Auffassung gilt es mit Nachdruck zu widersprechen. Die sozialstaatliche Idee wird sich nur behaupten, wenn sie auf innovative Weise, gleichsam &bdquo;nach vorne hin&rdquo;, in die Zukunft hinein, verteidigt wird. Ein Anfang eben hierf&uuml;r ist gemacht, die Debatte ist er&ouml;ffnet. Der &bdquo;demokratische Sozialstaat&rdquo; steht als Vorstellung im Raum. Jetzt muss man ihn &bdquo;nur&rdquo; noch wollen.<\/p>\n<p><b>*<\/b> &Uuml;berarbeitete Fassung eines Beitrags in dem von der Otto Brenner Stiftung herausgegebenen Band Den Sozialstaat neu denken, Hamburg 2005.<\/p>\n<p>[1] Die ausf&uuml;hrliche Begr&uuml;ndung, Beschreibung und politische Operationalisierung dieses Leitbildes findet sich in Lessenich\/M&ouml;hring-Hesse 2005. Diese Ver&ouml;ffentlichung kann unter <a href=\"http:\/\/www.ottobrenner-stiftung.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">www.ottobrenner-stiftung.de<\/a> kostenlos bezogen werden.<\/p>\n<p><b>Literatur<\/b><\/p>\n<p>Castel, Robert 2000: Die Metamorphosen der sozialen Frage. Eine Chronik der Lohnarbeit, Konstanz Castel, Robert 2005: Die St&auml;rkung des Sozialen. Leben im neuen Wohlfahrtsstaat, Hamburg Kaufmann, Franz-Xaver 2002: Sozialpolitik und Sozialstaat: Soziologische Analysen, Opladen Lessenich, StephanlM&ouml;hring-Hesse, Matthias 2004: Ein neues Leitbild f&uuml;r den Sozialstaat. Eine Exper-<br \/>tise im Auftrag der Otto Brenner Stiftung und auf Initiative ihres wissenschaftlichen Gespr&auml;chs-<br \/>kreises, Berlin<br \/>Luhmann, Niklas 1981: Politische Theorie im Wohlfahrtsstaat, M&uuml;nchen\/Wien<br \/>Taylor-Gooby, Peter 2002: The Silver Age of the Welfare State: Perspectives on Resilience; in: Journal of Social Policy 31 (4), S. 597-622<br \/>Vogel, Berthold 2004: Der Nachmittag des Wohlfahrtsstaats. Zur politischen Ordnung gesellschaftlicher Ungleichheit; in: Mittelweg 36 13 (4), S. 36-55<\/p>\n","protected":false},"featured_media":0,"template":"","categories":[],"tags":[667],"autoren":[2260],"publikationen":[1430],"class_list":["post-11932","publikation","type-publikation","status-publish","hentry","tag-vorgaenge-artikel","autoren-stephan-lessenich","publikationen-171-172"],"acf":[],"yoast_head":"<!-- This site is optimized with the Yoast SEO plugin v28.5 - https:\/\/yoast.com\/product\/yoast-seo-wordpress\/ -->\n<title>Der demokratische Sozialstaat: - Humanistische Union<\/title>\n<meta name=\"robots\" content=\"index, follow, max-snippet:-1, max-image-preview:large, max-video-preview:-1\" \/>\n<link rel=\"canonical\" href=\"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/vorgaenge\/171-172\/publikation\/der-demokratische-sozialstaat\/\" \/>\n<meta property=\"og:locale\" content=\"de_DE\" \/>\n<meta property=\"og:type\" content=\"article\" \/>\n<meta property=\"og:title\" content=\"Der demokratische Sozialstaat: - Humanistische Union\" \/>\n<meta property=\"og:description\" content=\"Ein Politikangebot f&uuml;r die Linke nach Rot-Gr&uuml;n* aus: Vorg&auml;nge Nr. 171\/172 (Heft 3-4\/2005), S. 94-102 Krise und Kritik des Sozial&shy;staats Wie auch immer man es dreht und wendet: Die vergangenen sieben Jahre unter rot-gr&uuml;ner Regierung in Deutschland waren keine gute Zeit f&uuml;r den deutschen Sozialstaat. Zwar ist die Kritik am Sozialstaat so alt wie dieser [weiterlesen]\" \/>\n<meta property=\"og:url\" content=\"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/vorgaenge\/171-172\/publikation\/der-demokratische-sozialstaat\/\" \/>\n<meta property=\"og:site_name\" content=\"Humanistische Union\" \/>\n<meta property=\"article:modified_time\" content=\"2021-08-31T08:14:00+00:00\" \/>\n<meta name=\"twitter:card\" content=\"summary_large_image\" \/>\n<meta name=\"twitter:site\" content=\"@humunion\" \/>\n<meta name=\"twitter:label1\" content=\"Gesch\u00e4tzte Lesezeit\" \/>\n\t<meta name=\"twitter:data1\" content=\"21\u00a0Minuten\" \/>\n<script type=\"application\/ld+json\" class=\"yoast-schema-graph\">{\"@context\":\"https:\\\/\\\/schema.org\",\"@graph\":[{\"@type\":\"WebPage\",\"@id\":\"https:\\\/\\\/www.humanistische-union.de\\\/publikationen\\\/vorgaenge\\\/171-172\\\/publikation\\\/der-demokratische-sozialstaat\\\/\",\"url\":\"https:\\\/\\\/www.humanistische-union.de\\\/publikationen\\\/vorgaenge\\\/171-172\\\/publikation\\\/der-demokratische-sozialstaat\\\/\",\"name\":\"Der demokratische Sozialstaat: - Humanistische Union\",\"isPartOf\":{\"@id\":\"https:\\\/\\\/www.humanistische-union.de\\\/#website\"},\"datePublished\":\"2005-12-01T14:00:00+00:00\",\"dateModified\":\"2021-08-31T08:14:00+00:00\",\"breadcrumb\":{\"@id\":\"https:\\\/\\\/www.humanistische-union.de\\\/publikationen\\\/vorgaenge\\\/171-172\\\/publikation\\\/der-demokratische-sozialstaat\\\/#breadcrumb\"},\"inLanguage\":\"de\",\"potentialAction\":[{\"@type\":\"ReadAction\",\"target\":[\"https:\\\/\\\/www.humanistische-union.de\\\/publikationen\\\/vorgaenge\\\/171-172\\\/publikation\\\/der-demokratische-sozialstaat\\\/\"]}]},{\"@type\":\"BreadcrumbList\",\"@id\":\"https:\\\/\\\/www.humanistische-union.de\\\/publikationen\\\/vorgaenge\\\/171-172\\\/publikation\\\/der-demokratische-sozialstaat\\\/#breadcrumb\",\"itemListElement\":[{\"@type\":\"ListItem\",\"position\":1,\"name\":\"Publikationen\",\"item\":\"https:\\\/\\\/www.humanistische-union.de\\\/publikationen\\\/\"},{\"@type\":\"ListItem\",\"position\":2,\"name\":\"vorg\u00e4nge\",\"item\":\"https:\\\/\\\/www.humanistische-union.de\\\/publikationen\\\/vorgaenge\\\/\"},{\"@type\":\"ListItem\",\"position\":3,\"name\":\"vorg\u00e4nge Nr. 171\\\/172: Die Zukunft der Linken\",\"item\":\"https:\\\/\\\/www.humanistische-union.de\\\/publikationen\\\/vorgaenge\\\/171-172\\\/\"},{\"@type\":\"ListItem\",\"position\":4,\"name\":\"Der demokratische Sozialstaat:\"}]},{\"@type\":\"WebSite\",\"@id\":\"https:\\\/\\\/www.humanistische-union.de\\\/#website\",\"url\":\"https:\\\/\\\/www.humanistische-union.de\\\/\",\"name\":\"Humanistische Union\",\"description\":\"\",\"publisher\":{\"@id\":\"https:\\\/\\\/www.humanistische-union.de\\\/#organization\"},\"potentialAction\":[{\"@type\":\"SearchAction\",\"target\":{\"@type\":\"EntryPoint\",\"urlTemplate\":\"https:\\\/\\\/www.humanistische-union.de\\\/?s={search_term_string}\"},\"query-input\":{\"@type\":\"PropertyValueSpecification\",\"valueRequired\":true,\"valueName\":\"search_term_string\"}}],\"inLanguage\":\"de\"},{\"@type\":\"Organization\",\"@id\":\"https:\\\/\\\/www.humanistische-union.de\\\/#organization\",\"name\":\"Humanistische Union e.V.\",\"url\":\"https:\\\/\\\/www.humanistische-union.de\\\/\",\"logo\":{\"@type\":\"ImageObject\",\"inLanguage\":\"de\",\"@id\":\"https:\\\/\\\/www.humanistische-union.de\\\/#\\\/schema\\\/logo\\\/image\\\/\",\"url\":\"https:\\\/\\\/www.humanistische-union.de\\\/wp-content\\\/uploads\\\/2023\\\/09\\\/HU-LOGO-blau_RGB-high-scaled-e1704725806773.jpg\",\"contentUrl\":\"https:\\\/\\\/www.humanistische-union.de\\\/wp-content\\\/uploads\\\/2023\\\/09\\\/HU-LOGO-blau_RGB-high-scaled-e1704725806773.jpg\",\"width\":1000,\"height\":536,\"caption\":\"Humanistische Union e.V.\"},\"image\":{\"@id\":\"https:\\\/\\\/www.humanistische-union.de\\\/#\\\/schema\\\/logo\\\/image\\\/\"},\"sameAs\":[\"https:\\\/\\\/x.com\\\/humunion\",\"https:\\\/\\\/mastodon.social\\\/@humunion\",\"https:\\\/\\\/bsky.app\\\/profile\\\/humanistischeunion.bsky.social\"]}]}<\/script>\n<!-- \/ Yoast SEO plugin. -->","yoast_head_json":{"title":"Der demokratische Sozialstaat: - Humanistische Union","robots":{"index":"index","follow":"follow","max-snippet":"max-snippet:-1","max-image-preview":"max-image-preview:large","max-video-preview":"max-video-preview:-1"},"canonical":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/vorgaenge\/171-172\/publikation\/der-demokratische-sozialstaat\/","og_locale":"de_DE","og_type":"article","og_title":"Der demokratische Sozialstaat: - Humanistische Union","og_description":"Ein Politikangebot f&uuml;r die Linke nach Rot-Gr&uuml;n* aus: Vorg&auml;nge Nr. 171\/172 (Heft 3-4\/2005), S. 94-102 Krise und Kritik des Sozial&shy;staats Wie auch immer man es dreht und wendet: Die vergangenen sieben Jahre unter rot-gr&uuml;ner Regierung in Deutschland waren keine gute Zeit f&uuml;r den deutschen Sozialstaat. Zwar ist die Kritik am Sozialstaat so alt wie dieser [weiterlesen]","og_url":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/vorgaenge\/171-172\/publikation\/der-demokratische-sozialstaat\/","og_site_name":"Humanistische Union","article_modified_time":"2021-08-31T08:14:00+00:00","twitter_card":"summary_large_image","twitter_site":"@humunion","twitter_misc":{"Gesch\u00e4tzte Lesezeit":"21\u00a0Minuten"},"schema":{"@context":"https:\/\/schema.org","@graph":[{"@type":"WebPage","@id":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/vorgaenge\/171-172\/publikation\/der-demokratische-sozialstaat\/","url":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/vorgaenge\/171-172\/publikation\/der-demokratische-sozialstaat\/","name":"Der demokratische Sozialstaat: - Humanistische Union","isPartOf":{"@id":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/#website"},"datePublished":"2005-12-01T14:00:00+00:00","dateModified":"2021-08-31T08:14:00+00:00","breadcrumb":{"@id":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/vorgaenge\/171-172\/publikation\/der-demokratische-sozialstaat\/#breadcrumb"},"inLanguage":"de","potentialAction":[{"@type":"ReadAction","target":["https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/vorgaenge\/171-172\/publikation\/der-demokratische-sozialstaat\/"]}]},{"@type":"BreadcrumbList","@id":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/vorgaenge\/171-172\/publikation\/der-demokratische-sozialstaat\/#breadcrumb","itemListElement":[{"@type":"ListItem","position":1,"name":"Publikationen","item":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/"},{"@type":"ListItem","position":2,"name":"vorg\u00e4nge","item":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/vorgaenge\/"},{"@type":"ListItem","position":3,"name":"vorg\u00e4nge Nr. 171\/172: Die Zukunft der Linken","item":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/vorgaenge\/171-172\/"},{"@type":"ListItem","position":4,"name":"Der demokratische Sozialstaat:"}]},{"@type":"WebSite","@id":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/#website","url":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/","name":"Humanistische Union","description":"","publisher":{"@id":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/#organization"},"potentialAction":[{"@type":"SearchAction","target":{"@type":"EntryPoint","urlTemplate":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/?s={search_term_string}"},"query-input":{"@type":"PropertyValueSpecification","valueRequired":true,"valueName":"search_term_string"}}],"inLanguage":"de"},{"@type":"Organization","@id":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/#organization","name":"Humanistische Union e.V.","url":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/","logo":{"@type":"ImageObject","inLanguage":"de","@id":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/#\/schema\/logo\/image\/","url":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/wp-content\/uploads\/2023\/09\/HU-LOGO-blau_RGB-high-scaled-e1704725806773.jpg","contentUrl":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/wp-content\/uploads\/2023\/09\/HU-LOGO-blau_RGB-high-scaled-e1704725806773.jpg","width":1000,"height":536,"caption":"Humanistische Union e.V."},"image":{"@id":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/#\/schema\/logo\/image\/"},"sameAs":["https:\/\/x.com\/humunion","https:\/\/mastodon.social\/@humunion","https:\/\/bsky.app\/profile\/humanistischeunion.bsky.social"]}]}},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/hu-json\/wp\/v2\/publikation\/11932","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/hu-json\/wp\/v2\/publikation"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/hu-json\/wp\/v2\/types\/publikation"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/hu-json\/wp\/v2\/media?parent=11932"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/hu-json\/wp\/v2\/categories?post=11932"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/hu-json\/wp\/v2\/tags?post=11932"},{"taxonomy":"autoren","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/hu-json\/wp\/v2\/autoren?post=11932"},{"taxonomy":"publikationen","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/hu-json\/wp\/v2\/publikationen?post=11932"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}