{"id":11943,"date":"2005-12-01T13:00:00","date_gmt":"2005-12-01T12:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/publikation\/wolfgang-kraushaar-1968-und-die-raf\/"},"modified":"2005-12-01T12:00:00","modified_gmt":"2005-12-01T11:00:00","slug":"wolfgang-kraushaar-1968-und-die-raf","status":"publish","type":"publikation","link":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/vorgaenge\/171-172\/publikation\/wolfgang-kraushaar-1968-und-die-raf\/","title":{"rendered":"Wolfgang Kraushaar 1968 und die RAF"},"content":{"rendered":"<p>Ein umstrittenes Beziehungsgeflecht<\/p>\n<p>aus: Vorg\u00e4nge Nr. 171\/172 (Heft 3-4\/2005), S. 208-220<\/p>\n<p>In wachsenden Teilen der \u00d6ffentlichkeit ist gegenw\u00e4rtig die Tendenz un\u00fcbersehbar, die 68er-Bewegung endg\u00fcltig in die Rubrik der &#132;erledigten F\u00e4lle&#148; einzuordnen. Das Echo dieser Bewegung ist in den vergangenen Jahrzehnten gewiss h\u00f6chst unterschiedlich ausgefallen. Sp\u00e4testens nach der historischen Z\u00e4sur von 1989\/90 aber wurde deutlich, dass es viele gibt, die sich dieses vielfach als belastend und unzeitgem\u00e4\u00df angesehenen Gep\u00e4cks entledigen wollen. Wir erleben eine Art &#132;Finalisierung&#148; der 68er-Bewegung und ihrer politischen Ideen und \u00dcberzeugungen.<\/p>\n<p>Das h\u00e4ngt nicht zuletzt mit dem Regierungswechsel 1998 und der bis 2005 andauernden rot-gr\u00fcnen \u00c4ra zusammen. Das Kabinett bot den Streitigkeiten um das vermeintliche &#132;Erbe von 68&#148; einen volumin\u00f6sen Resonanzboden. Das kann kaum \u00fcberraschen: Schlie\u00dflich standen mit dem Kanzler, dem Vizekanzler und dem Innenminister drei Politiker an der Spitze der Koalitionsregierung, die auf je eigene Weise mit der 68er-Bewegung und ihren Folgen in Verbindung gestanden haben. Der skandalisierende Ton in Teilen der Presse, wonach die Spitze von Rot-Gr\u00fcn mit Ideen der 68er-Bewegung &#132;kontaminiert&#148; gewesen sei, ist sicherlich unangemessen gewesen. Dennoch ist es durchaus aufschlussreich, einen Blick auf die tats\u00e4chlichen Ber\u00fchrungspunkte zu werfen.<\/p>\n<h5><span id=\"das-68er-personal-der-rot-gruenen-aera\">Das 68er-&shy;Per&shy;sonal der rot-gr&uuml;nen &Auml;ra<\/span><\/h5>\n<p>Am umst\u00e4ndlichsten ist es zweifellos, mit Gerhard Schr\u00f6der den ehemaligen Bundes-vorsitzenden der Jungsozialisten in die N\u00e4he der 68er-Bewegung bringen zu wollen. Schlie\u00dflich geh\u00f6rte er am Ende der 1960er Jahre nicht zu den politischen Akteuren der au\u00dferparlamentarischen Bewegung (Millot 1998). Mit der Nachwuchsorganisation der SPD begab er sich jedoch in das Fahrwasser der 68er-Bewegung und beteiligte sich sp\u00e4ter, Ende der 1970er\/ Anfang der 1980er Jahre in ma\u00dfgeblicher Weise an der in Niedersachsen besonders stark ausgepr\u00e4gten Anti-AKW-Bewegung. Zudem war Schr\u00f6der mit dem RAF-Begr\u00fcnder Horst Mahler einige Jahre lang freundschaftlich verbunden. Es war alles andere als Zufall, dass der Rechtsanwalt Schr\u00f6der dem nach einem Jahrzehnt auf freien Fu\u00df gesetzten Ex-RAF-Mann 1988 vor einem Berliner Gericht die Wiederzulassung als Anwalt erstritten hat. Zu dieser Zeit konnte allerdings kaum jemand ahnen, welchen Weg Mahler einschlagen w\u00fcrde, der ihn bekanntlich in die Rolle eines exponierten Neonazis und Antisemiten gef\u00fchrt hat, dem inzwischen selbst die NPD als zu staatstragend erscheint.<\/p>\n<p>\u00c4hnlich gelagert ist der Fall des Bundesinnenministers Otto Schily (Reinecke 2003). Er spielte \u00fcber lange Zeit lediglich die Rolle eines Anwalts, der zwar mit einigen Zielen der radikalen Studenten &#8211; wie z.B. der Gegnerschaft zum Vietnamkrieg der USA &#150; sympathisierte, jedoch offenbar nie die Orientierung eines liberal gesinnten Strafverteidigers aufgegeben hat. Allein durch seine exponierte Rolle als Verteidiger der Warenhausbrandstifterin und sp\u00e4teren RAF-Mitbegr\u00fcnderin Gudrun Ensslin machte er sich zum Objekt \u00f6ffentlicher Spekulationen. Und Schily stand als ehemaliger Kollege Horst Maklers einige Jahre lang in engem Kontakt zum einstmaligen &#132;APO-Anwalt&#148; und sp\u00e4teren RAF-Ideologen. Im ersten Prozess 1971 trat Schily noch als Verteidiger Maklers auf. 30 Jahre sp\u00e4ter, im Vorfeld des letztlich nicht zustande gekommenen Verbotsprozesses gegen die NPD, standen sich die beiden 2002 vor dem Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe als Kontrahenten gegen\u00fcber: der Bundesinnenminister als Antragsteller und der Ex-RAF-Kader als NPD-Verteidiger.<\/p>\n<p>Am deutlichsten ist die Akteursrolle jedoch beim J\u00fcngsten der drei ausgepr\u00e4gt gewesen, dem 1968 als Zwanzigj\u00e4hrigen zu den Newcomern z\u00e4hlenden Joschka Fischer (Kraushaar 2001). Urspr\u00fcnglich war Fischer kaum etwas anderes als ein Exponent der sogenannten Randgruppen. Als jugendlicher Tramp und Pflastermaler, der sich als ab-gebrochener Gymnasiast und Fotolehrling von der Radikalit\u00e4t der Studenten angezogen f\u00fchlte, stie\u00df er im Fr\u00fchjahr 1968 in Frankfurt zu einer Wohngemeinschaft f\u00fchrender SDS-Mitglieder. Nachdem der geborene Autodidakt sich in Seminaren und Diskussionszirkeln mit den wichtigsten neomarxistischen Theorien vertraut gemacht hatte, galt er eine Zeit lang als der Vorzeige-Subproletarier der Frankfurter Studentenbewegung. Er schloss sich einer Betriebskampfgruppe an, die in den R\u00fcsselsheimer Opel-Werken vergeblich die Flie\u00dfbandarbeiter zu agitieren versuchte, und fand, nachdem er dort gefeuert worden war, Anschluss an eine In-group, die \u00fcber mehrere Jahre hinweg die F\u00e4den der Hausbesetzerbewegung zog. Als diese Mitte der 1970er Jahre verebbte, schlug der bekennende Sponti sich eine Zeit lang als Taxifahrer und Antiquar durch. Erst nach verschiedenen Anl\u00e4ufen fand er 1982 einen Ausweg aus seiner politischen Orientierungskrise. Aus dem dezidierten Antiparlamentarier, der f\u00fcr Parteien jahrelang nur zynische Verachtung \u00fcbrig hatte, wurde ein nicht weniger dezidierter Bef\u00fcrworter des Parlamentarismus. Er trat in die Partei der Gr\u00fcnen ein, wurde bereits nach wenigen Monaten Bundestagsabgeordneter und zwei Jahre sp\u00e4ter hessischer Umweltminister. Kein anderer Politiker hat in der wechselhaften Geschichte der alternativen Partei mit derartiger Nachdr\u00fccklichkeit einen machtpolitischen Kurs verfolgt wie der durch die antiautorit\u00e4re Bewegung gepr\u00e4gte Fischer. Obwohl er Bruch und Kontinuit\u00e4t des 68er-Impulses gleicherma\u00dfen verk\u00f6rpert, ist er ein \u00fcberzeugter &#132;68er&#148; geblieben.<\/p>\n<p>Die politischen Biographien dreier weiterer rot-gr\u00fcner Kabinettsmitglieder lie\u00dfen sich hier erg\u00e4nzen: J\u00fcrgen Trittin, ehemals Mitglied im maoistischen Kommunistischen Bund (KB); Ulla Schmidt, ehemals Mitglied im nicht weniger maoistischen Kommunistischen Bund Westdeutschlands (KBW); Heidemarie Wieczorek-Zeul, die fr\u00fchere Juso-Bundesvorsitzenden. F\u00fcr den seit der ersten Fischer-Aff\u00e4re Anfang 2001 ausgetragenen und immer wieder neu aufbrechenden Streit um Charakter und Bedeutung von 1968 war das Personal der rot-gr\u00fcnen Koalition jedenfalls ein Resonanzboden. Es ist daher nahe-liegend, dass von interessierter Seite immer wieder Versuche gestartet worden sind, das eine oder andere Kabinettsmitglied wegen seiner vermeintlichen oder tats\u00e4chlichen linksradikalen Vergangenheit zu skandalisieren. Wie ein Gespenst stand dabei die Geschichte der RAF im Hintergrund.<\/p>\n<h5><span id=\"1321968148-und-raf-inversives-oder-konstitutives-beziehungsgeflecht\">&#132;1968&#148; und RAF: inversives oder konsti&shy;tu&shy;tives Bezie&shy;hungs&shy;ge&shy;flecht?<\/span><\/h5>\n<p>Die \u00dcberzeugung, dass es eine scharfgezogene Grenze zwischen der 68er-Bewegung und der RAF gegeben habe, ist immer noch weit verbreitet. Dies hat nicht zuletzt der im Vorjahr ausgefochtene Streit gezeigt, der um die Frage entbrannt war, ob mit Rudi Dutschke die Ikone der 68er-Revolte in einem Wirkungszusammenhang anzusiedeln ist, der letztlich in den Terrorismus gef\u00fchrt hat.[1]<\/p>\n<p>Jedoch wird die Tatsache, dass es einen &#150; wie auch immer gearteten &#150; Zusammenhang zwischen der 68er-Bewegung und der RAF gegeben haben muss, auch von jenen kaum noch bestritten, denen es vor allem darum geht, bei Dutschke die Relevanz des Moralischen f\u00fcr das politische Handeln unter Beweis zu stellen und damit zugleich die Unvereinbarkeit mit den Handlungsmaximen der RAF vor Augen zu f\u00fchren. Wie dieser Zusammenhang genauer zu bestimmen ist, d\u00fcrfte allerdings nicht so einfach zu kl\u00e4ren sein. Vermutlich bleibt er noch f\u00fcr l\u00e4ngere Zeit hinsichtlich Faktoren, Ausdifferenzierung und Gewichtung umstritten.<\/p>\n<p>Bereits 1971 hatte Ulrike Meinhof im Namen der RAF die seinerzeit verbreiteten Zweifel mit einer Feststellung aus dem Weg zu r\u00e4umen versucht: &#132;Die Rote Armee Fraktion leugnet im Unterschied zu den proletarischen Organisationen der Neuen Linken, ihre Vorgeschichte als Geschichte der Studentenbewegung nicht, die den Marxismus-Leninismus als Waffe im Klassenkampf rekonstruiert und den internationalen Kontext f\u00fcr den revolution\u00e4ren Kampf in den Metropolen hergestellt hat.&#148; (Meinhof 1997 [1971]: 36) Markige Worte, fast wie bei einer Kommandoerkl\u00e4rung. Die Studentenbewegung als Vorgeschichte der RAF? Vielleicht war es genau umgekehrt: die RAF eher Nachgeschichte der Studentenbewegung? Vielleicht war sie nichts anderes als eines der vielen Partikel, die nach der Hochphase der Bewegung \u00fcbrig geblieben waren.<\/p>\n<p>Bis vor einigen Jahren herrschte jedenfalls die \u00dcberzeugung vor, dass die bundesdeutsche Adaption der Stadtguerilla-Idee ein Produkt der auseinanderfallenden Studentenbewegung gewesen sei. Inzwischen hat sich jedoch unter Zeithistorikern mehr und mehr die Einsch\u00e4tzung durchgesetzt (Koenen 2003; Kraushaar 2005b; Kraushaar 2005c; Langguth 2001), dass diese ebenso wie die ersten Versuche einer praktischen Umset-zung weitaus fr\u00fcher anzusetzen sind und bis in die Zeit vor der Studentenrevolte reichen.<\/p>\n<p>Im Prinzip existieren zwei diametral entgegengesetzte Auffassungen, was das Verh\u00e4ltnis zwischen der 68er-Bewegung und der RAF anbetrifft:<\/p>\n<ol>\n<li>Die RAF sei allein aus dem Zusammenbruch der 68er-Bewegung zu erkl\u00e4ren, es habe sich um nichts anderes als um eine Inversion, also um eine durch Isolation, Verzweiflung und Depression bedingte Umkehrung, gehandelt.<\/li>\n<li>Die 68er-Bewegung sei das Konstitutions- bzw. Kr\u00e4ftefeld gewesen, aus dem die RAF hervorgegangen w\u00e4re. Es habe sich demnach um einen gemeinsamen Zusammenhang, und zwar den einer Konstitution, gehandelt.<br \/>Inversion oder Konstitution &#150; auf diese Frage lie\u00dfen sich also mit einer Unterscheidung Heinz Budes die Alternativen zuspitzen (Bude 2004). Wer diese Frage beantworten will, muss die Struktur der Beziehung zwischen der 68er-Bewegung und der RAF herausarbeiten. Zu diesem Zweck soll hier zwischen vier verschiedenen Bezugsebenen unterschieden werden:<\/li>\n<\/ol>\n<ol>\n<li>\u00a0Ideologien und Theorien<\/li>\n<li>Akteuren und Akteursgruppen<\/li>\n<li>Aktionsformen und am Ende<\/li>\n<li>die angemessenen historischen Interpunktionen<br \/>&#132;1968&#148; und RAF &#151; zwei semantische Felder und ihre Bestandteile<\/li>\n<\/ol>\n<p>Zuvor sind allerdings weitere Voraussetzungen m\u00f6glichst genau zu kl\u00e4ren: Was ist eigentlich mit einer solch emblematischen und daher auch so diffusen Bezeichnung wie &#132;der&#148; 68er-Bewegung gemeint?<\/p>\n<p>Weil 1968 ein so extrem zerrissenes, vieldeutiges, aber auch schillerndes Jahr war, gab es in der Bundesrepublik von Anfang an eine gro\u00dfe Unsicherheit in seiner Bezeichnung. Von der Eindeutigkeit der Tr\u00e4ger her schien es sich zun\u00e4chst um eine Studentenbewegung zu handeln. Insofern war es eine Zeit lang durchaus legitim, von einer Revolte oder Rebellion der Studenten zu sprechen. Als auch die Sch\u00fcler und Lehrlinge von der Bewegung erfasst wurden, erweiterte man die Begrifflichkeit. Das Ganze nahm mehr und mehr Z\u00fcge einer Jugendrevolte an. Dies deckte sich jedoch nicht mit der Rolle einer Au\u00dferparlamentarischen Opposition, der sogenannten APO, die zum Sammelbegriff f\u00fcr all jene geworden war, die sich an der Politik der Gro\u00dfen Koalition rieben und nach Reformen oder mehr riefen.<\/p>\n<p>Diesem Oszillieren zwischen Namen wie Studentenbewegung, au\u00dferparlamentarischer Opposition, Revolte, Rebellion etc, ist man schlie\u00dflich durch das Zitieren des Jahrgangs aus dem Weg gegangen. Die Redeweise von &#132;1968&#148;, &#132;den 68ern&#148; oder gar &#132;der 68er-Generation&#148; ist jedoch alles andere als selbstverst\u00e4ndlich. In den 1970er Jahren war sie noch v\u00f6llig unbekannt; durchgesetzt hat sie sich erst zu Beginn der 1980er Jahre. Sie ist urspr\u00fcnglich ein Distanz- und Kontrastetikett gewesen. Gebraucht wurde sie von den Sprechern einer neuen Jugendbewegung, der damaligen Hausbesetzerbewegung, die nicht l\u00e4nger mehr im Schatten der alten Bewegung stehen wollte. &#132;1968&#148; ist insofern zun\u00e4chst ein Versuch der Abstempelung, einer Distanzierung gewesen, die nur wenig mit den damaligen Ereignissen und deren Aktivisten zu tun hatte, aber von den Medien bereitwillig aufgegriffen wurde. Insofern schwingt in jener Bezeichnung, die sich im \u00f6ffentlichen Gebrauch durchgesetzt hat, immer schon eine polemische Gegentendenz mit.<\/p>\n<p>Andererseits ist auch die Reduktion des Kapitels &#132;bewaffneter Kampf&#148; bzw. &#132;Terrorismus&#148; auf das K\u00fcrzel &#132;RAF&#148; nicht ganz unproblematisch. Die Abk\u00fcrzung t\u00e4uscht eine Geschlossenheit vor, die es in Wirklichkeit so nicht gegeben hat. F\u00fcr dieses Feld gilt in einem besonderen Ma\u00dfe, dass Namen nicht einfach Schall und Rauch gewesen sind. Es sind halbe Kommandoerkl\u00e4rungen mit programmatisch angelegten Selbstinszenierungseffekten. Zugleich kaschieren diese Selbstbezeichnungen auch Wesentliches. Sie t\u00e4uschen in einem nicht unerheblichen Ma\u00dfe dar\u00fcber hinweg, wie unterschiedlich die sozialen Voraussetzungen und die personalen Beziehungsmuster im einzelnen ausfallen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Am Anfang, im Fr\u00fchsommer 1970, gab es zwischen den beiden rivalisierenden Str\u00f6mungen um Horst Mahler und Dieter Kunzelmann regelrechte Kooptierungsversuche: Wer schluckt wen? Und nachdem klar war, dass es zwei unterschiedliche Gruppierungen &#150; die RAF und die <i>Tupamaros West-Berlin<\/i>, die sp\u00e4tere<i> Bewegung <\/i>2. Juni &#150; geben w\u00fcrde, fanden osmotische Prozesse statt. Mitglieder wechselten von dieser zu jener Organisation und umgekehrt. Wenn hier also in exemplarischer Hinsicht von der RAF die Rede ist, dann sollten zugleich auch die wichtigsten anderen beiden bewaffneten Gruppierungen &#150; die Bewegung 2. Juni und <i>die Revolution\u00e4ren Zellen <\/i>(RZ) &#150; mitgedacht werden.<\/p>\n<p>Warum neben der <i>Bewegung <\/i>2. Juni auch noch die RZ? Nachdem die Gr\u00fcndungsmitglieder der RAF im Juni 1972 verhaftet worden waren, schien die Stadtguerilla in der Bundesrepublik bereits gescheitert zu sein. Baader, Ensslin, Meinhof, Meins und Raspe sa\u00dfen im Gef\u00e4ngnis und warteten auf ihre Prozesse. Die politische Auseinandersetzung verlagerte sich zunehmend auf die Frage, wie es gelingen k\u00f6nnte, die RAF-Gefangenen wieder freizubekommen.<\/p>\n<p>In dieser Situation zerbrach sich Wilfried B\u00f6se, die Schl\u00fcsselfigur der sp\u00e4teren RZ, offenbar den Kopf dar\u00fcber, wie es gelingen k\u00f6nnte, den von den bundesdeutschen Beh\u00f6rden mittlerweile geschaffenen Fahndungsapparat ins Leere laufen zu lassen (vgl. Kraushaar 2005a). Er griff dabei auf eine alte kommunistische Tradition zur\u00fcck und konzipierte eine Organisation, die die Gefahr, interne Kenntnisse weiterzugeben, auf ein Minimum reduzieren sollte. Die Grundidee bestand darin, ein Geflecht lose miteinander verbundener Zellen aufzubauen, die jeweils mit nur einem einzigen Mitglied untereinander in Verbindung standen. So konnte die Gefahr, dass bei einer Verhaftung durch Druck oder Erpressung gleich die gesamte Organisationsstruktur preisgegeben werden k\u00f6nnte, gering gehalten werden.<\/p>\n<p>W\u00fcrde man Struktur, Koh\u00e4sion und Binnendynamik als Kriterien f\u00fcr eine Qualifizierung dieser Gruppen festhalten wollen, dann k\u00f6nnte man die drei genannten Organisationen nur schwer auf eine Ebene stellen. W\u00e4hrend die RAF nicht nur in ihrer Gr\u00fcn-derzeit eine relativ festgef\u00fcgte, hierarchisch gegliederte Organisationsstruktur aufwies, war die <i>Bewegung<\/i> 2. Juni eher eine Sammelbezeichnung f\u00fcr unterschiedliche Konglomerationen und sich untereinander verschiebender Aggregatzust\u00e4nde, die mal als <i>Wieland-Kommune<\/i>, mal als <i>Zentralrat der umherschweifenden Haschrebellen und mal als Berliner Blues <\/i>bezeichnet wurden. Die <i>Revolution\u00e4ren Zellen <\/i>blieben dagegen lange Zeit so gut wie unsichtbar und wurden aus der Schwierigkeit der Ermittlungsbeh\u00f6rden heraus, greifbare Ergebnisse vorzulegen, deshalb von Journalisten h\u00e4ufig als<i> Feierabendterroristen <\/i>bezeichnet. Sie entstanden in Reaktion auf die Verhaftung des RAF-Kerns im Sommer 1972 und versuchten, mit einer ver\u00e4nderten Organisationsform auf das Versagen der RAF-Gr\u00fcnder und die Fahndungserfolge des BKA zu reagieren. Sp\u00e4ter spaItete sich die RZ in zwei Fl\u00fcgel auf, in einen nationalen und einen internationalen.<\/p>\n<h5><span id=\"ideologie-und-theorie\">Ideologie und Theorie<\/span><\/h5>\n<p>Die ideologischen Bez\u00fcge zwischen dem SDS, der treibenden Kraft der 68er-Bewegung, und der sp\u00e4teren RAF sind vielf\u00e4ltiger Natur gewesen. Zun\u00e4chst einmal ist fest-zuhalten, dass es der Fraktion, die sich selbst als antiautorit\u00e4re bezeichnete und im September 1967 mehrheitsf\u00e4hig wurde und mit Karl Dietrich Wolff den Bundesvorsitzen-den stellte, um eine Rehabilitierung des klassischen Anarchismus im Bakuninschen Sinne ging (Dutschke\/Krahl 1980[1967]). Um dies zu erreichen, scheute man sich auch nicht, die von Marx am Individualanarchismus ge\u00fcbte Kritik zur\u00fcckzuweisen. Unter den Voraussetzungen des Monopolkapitalismus, der das Bewusstsein der abh\u00e4ngig Produzierenden vernebele, so wurde argumentiert, g\u00e4be es eine neue Ausgangsbasis f\u00fcr anarchistische Aktionen. Bakunin wurde f\u00fcr aktuell erkl\u00e4rt &#150; man legte dessen verstreuten und nur schwer zug\u00e4nglichen Schriften wieder auf und tagte unter dem Konterfei des b\u00e4rtigen Russen, der 1848 zusammen mit Richard Wagner in Dresden auf den Barrikaden gestanden hatte.<\/p>\n<p>Ein n\u00e4chster Schritt bestand darin, die Durchf\u00fchrung direkter Aktionen zu propagieren, mit denen die Verpanzerungen des Alltagsbewusstseins erreicht und die Chancen zu einer Mobilisierung verbessert werden sollten. Insbesondere Dutschke war davon \u00fcberzeugt, in der Forcierung von Demonstrationstechniken, die schrittweise zu illegalen Aktionsformen f\u00fchren sollten, eine Art Dialektik zwischen Aktion und Aufkl\u00e4rung er-kennen zu k\u00f6nnen (vgl. Dutschke A). Dies alles war jedenfalls als integraler Bestandteil einer Eskalationsstrategie gedacht, mit der die bestehenden Verh\u00e4ltnisse attackiert wer-den sollten.<br \/>Am aufschlussreichsten ist in diesem Zusammenhang jedoch, dass der Begriff &#132;Stadtguerilla&#148; im deutschen Sprachraum erstmals von Rudi Dutschke verwendet worden ist. Er war davon \u00fcberzeugt, dass es besonders gewaltsamer, zum Teil auch milit\u00e4rischer Aktionsformen bed\u00fcrfe, um die Aussichten auf eine revolution\u00e4re Ver\u00e4nderung der bestehenden Verh\u00e4ltnisse zu verbessern. Mit einer Adaption von Che Guevaras Focus-Theorie, die er im Anschluss an die illegale Plakataktion &#132;Amis raus aus Vietnam&#148; propagierte, zielte er, wie seine im Nachlass aufgefundenen Notizen belegen, bereits im Februar 1966 auf den Aufbau einer st\u00e4dtischen Guerilla (Dutschke 1966).<\/p>\n<p>\u00d6ffentliche Verwendung fand dieser Begriff allerdings erst anderthalb Jahre sp\u00e4ter auf der SDS-Delegiertenkonferenz in Frankfurt, auf der sich der antiautorit\u00e4re Fl\u00fcgel erstmals durchzusetzen vermochte. Zusammen mit Hans-J\u00fcrgen Krahl hatte Dutschke das sogenannte &#132;Organisationsreferat&#148; verfasst, in dem die SDS-Mitglieder im September 1967 dazu aufgerufen wurden, sich k\u00fcnftig existentiell zu organisieren und als &#132;Sabotage- und Verweigerungsguerilla&#148; zu formieren (Dutschke\/Krahl 1980: 7). Die Vorstellung, eine &#132;rurale Guerilla&#148; in der Dritten Welt durch eine &#132;urbane Guerilla&#148; in den &#132;Metropolen&#148; zu erg\u00e4nzen, gr\u00fcndete nachweislich in der Focus-Theorie Che Guevaras ebenso wie in Carl Schmitts Theorie des Partisanen (vgl. Kraushaar 1987).<\/p>\n<p>Auch wenn diese Adaption der Guerilla-Idee nicht mit der sp\u00e4teren RAF in eins gesetzt werden darf, so ist ihre Propagierung der vermutlich wichtigste Hinweis aus dem Zentrum der 68er-Bewegung auf das, was in den 1970er Jahren als praktizierte Form der Stadtguerilla gefolgt ist.<\/p>\n<h5><span id=\"akteure-und-akteursgruppen\">Akteure und Akteurs&shy;gruppen<\/span><\/h5>\n<p>In einem strengen, objektiven Kriterien gen\u00fcgenden Sinne ist es kaum m\u00f6glich, die Akteure und Akteursgruppen der 68er-Bewegung genauer zu bestimmen. Am ehesten w\u00e4re das noch mit dem SDS und anderen linken Studentengruppen wie dem Liberalen Studentenbund <i>Deutschlands<\/i> (LSD) und dem<i> Sozialdemokratischen Hochschulbund <\/i>(SHB) m\u00f6glich. Derartige Untersuchungen, die vor allem nach Fakult\u00e4ten und Studienf\u00e4chern unterschieden, sind bereits 1968 angestellt und zum Teil in der Presse ver\u00f6ffentlicht worden. Sie sind jedoch hier nur indirekt von Interesse.<\/p>\n<p>Wichtiger ist es, zwischen den beiden wichtigsten im SDS vorhandenen Fraktionen zu unterscheiden, der traditionalistischen und der antiautorit\u00e4ren. W\u00e4hrend die eine sich nicht zuletzt aus Mitgliedern der illegalen KPD rekrutierte und sich am Politikverst\u00e4ndnis von Wolfgang Abendroth und der sogenannten Marburger Schule orientierte, ist die letztere aus der &#132;Subversiven Aktion&#148; hervorgegangen und bezog ihr theoretisches Selbstverst\u00e4ndnis ma\u00dfgeblich aus der Kritischen Theorie, insbesondere der Herbert Marcuses.<\/p>\n<p>In \u00fcberspitzter Weise k\u00f6nnte man davon sprechen, dass sich orthodoxe Kommunisten und undogmatische Sozialisten, zum Teil auch explizite Anarchisten gegen\u00fcberstanden. W\u00e4hrend der Weltjugendfestspiele im Sommer 1968 in Sofia war der Streit zwischen diesen beiden Fl\u00fcgeln so sehr eskaliert, dass ein halbes Dutzend traditionalistisch eingestellter Mitglieder ausgeschlossen wurde (Kraushaar 1998: 213f,), In der Folge gr\u00fcndete sich dann der MSB Spartakus und die traditionell marxistische Str\u00f6mung ging in Teilen in der neugegr\u00fcndeten DKP und ihren Neben- und Unterorganisationen auf.<\/p>\n<p>Im Gegensatz zum SDS ist die APO ein Sammelbecken ganz unterschiedlicher Personengruppen wie Gewerkschaftlern, Christen, Jungarbeitern gewesen. In ihr versammelten sich vor allem jene, die tief entt\u00e4uscht davon waren, dass die SPD bereit war, mit der Union eine gro\u00dfe Koalition einzugehen und es auf diesem Wege sogar zuzulassen, dem wegen der Spiegel-Aff\u00e4re zur\u00fcckgetretenen Franz-Josef Strau\u00df erneut einen Platz in einem Bundeskabinett zu verschaffen. Sie suchten einen politischen Ausweg durch eine externe Korrektur des sozialdemokratischen Kurses auf dem Wege au\u00dfer-parlamentarischer Kampagnen oder durch die Gr\u00fcndung einer sozialistischen Partei. Auf Grund ihrer Heterogenit\u00e4t l\u00e4sst sich jedenfalls von ihrer personellen Zusammensetzung, ihrer ideologischen Ausrichtung und den von ihnen artikulierten Interessen her nur schwer eine verallgemeinerbare Verbindung zum gewaltbereiten Milieu herstellen, aus dem heraus dann die Gr\u00fcndung der ersten bewaffneten Gruppierungen erfolgte.<\/p>\n<p>Das RAF-F\u00fchrungsquartett bildeten zweifelsohne Horst Mahler, Ulrike Meinhof, Gudrun Ensslin und Andreas Baader: ein Rechtsanwalt, eine Journalistin, eine Studentin und ein zwischen Dandy und Desperado oszillierender junger Mann. Keiner von ihnen z\u00e4hlte zu den zentralen Akteuren der 68er-Bewegung, niemand war Mitglied im SDS. Insbesondere die beiden zuletzt Genannten geh\u00f6rten zur Peripherie: Sie waren im Sommer 1967 so etwas wie Satelliten der Kommune 1, wo sie im \u00fcbrigen auch das Stichwort Warenhausbrandstiftung aufgeschnappt hatten.<\/p>\n<p>Deutlicher wird der Zusammenhang zwischen der 68er-Bewegung und der Stadtguerilla, wenn man sich der ersten Gruppierung zuwendet, die im Herbst 1969 in den Untergrund gegangen ist. &#132;Untergrund&#148; ist hier keineswegs in einem \u00fcbertragenen Sinne als vage Metapher mi\u00dfzuverstehen. &#132;Untergrund&#148; meint Bildung einer klandestin operierenden Gruppe, deren Mitglieder Waffen tragen, Decknamen benutzen und sich in konspirativen Wohnquartieren aufhalten. Genau diese Merkmale trafen auf eine aus der Berliner und der M\u00fcnchner Subkultur entstandene Gruppierung zu &#150; die aus der Bewegung der Haschrebellen hervorgegangenen Tupamaros, genauer: die Tupamaros West-Berlin (TW) und die Tupamaros M\u00fcnchen (TM) (vgl. Kraushaar 2005b).<\/p>\n<p>Die K\u00f6pfe dieser beiden ersten Stadtguerilla-Organisationen waren mit Dieter Kunzelmann und Fritz Teufel zwei der drei f\u00fchrenden Akteure der Kommune I. Zu den Tupamaros z\u00e4hlten au\u00dferdem Georg von Rauch, Thomas Weisbecker, Michael &#132;Bommi&#148; Baumann, Ulrich Enzensberger, Ina Siepmann, Irmgard M\u00f6ller und andere mehr. Die Berliner Kerngruppe war zuvor mehrere Wochen im Nahen Osten und hatte sich dort an Waffen, dem Umgang mit Sprengstoff sowie dem Bau und der Deponierung von Bomben ausbilden lassen. Am Beispiel dieser beiden Gruppierungen l\u00e4\u00dft sich die Transformation von einer Keimzelle der antiautorit\u00e4ren Bewegung, der Kommune I, in ein subkulturelles Milieu und die anschlie\u00dfende Abkapselung zu terroristischen Kleingruppen am genauesten studieren (Enzensberger 2004). Das alles hatte sich bereits ein halbes Jahr vor Gr\u00fcndung der RAF abgespielt. Im nachhinein l\u00e4sst sich sagen, dass es sich um eine Vorstufe der sp\u00e4teren Bewegung 2. Juni gehandelt hat.<\/p>\n<p>Entstehung und Entwicklung derartiger Gruppierungen lassen sich nicht einfach als Addition weniger Einzelbiographien begreifen. Die mit dem K\u00fcrzel RAF assoziierte Geschichte l\u00e4sst sich weder in einer Kombination der Lebensl\u00e4ufe von Baader, Meinhof und Ensslin noch der von Vesper, Ensslin und Baader rekonstruieren. Wichtiger als die-se Fixierung auf einige wenige Akteure ist es, diese Personen zun\u00e4chst als Ausdruck von Str\u00f6mungen zu verstehen, die sich erst unter bestimmten Bedingungen zu Schl\u00fcsselfiguren einzelner Organisationen kristallisiert haben. Der Gedanke, dass man mit einigen wenigen Individualbiographien die Entstehungsgeschichte der RAF rekonstruieren k\u00f6nne, wie das etwa Gerd Koenen versucht hat, verkennt die Komplexit\u00e4t der Zusammenh\u00e4nge und ist deshalb in manchen Z\u00fcgen irref\u00fchrend (Koenen 2003).<\/p>\n<h5><span id=\"aktionsformen\">Aktionsformen<\/span><\/h5>\n<p>Nach dem Tod Benno Ohnesorgs am 2. Juni 1967 war die Zeit der Petitionen und Appelle, der Regeleinhaltungen und der Rituale endg\u00fcltig vorbei. Die Ostermarschbewegung war mit der Transformation der Studenten- in eine Jugendbewegung und der schlagartigen Ausbreitung von West-Berlin auf die gesamte Bundesrepublik vor\u00fcber. Angesichts der freigesetzten Dynamik gaben deren Organisatoren schlie\u00dflich im Fr\u00fchsommer 1969 resigniert auf und stellten ihr pazifistisches Demonstrationsritual auf unabsehbare Zeit ein.<\/p>\n<p>Nun begann zun\u00e4chst eine \u00dcbergangsphase der begrenzten Regelverletzungen. Dann wurde Gewalt gegen Sachen propagiert. Mit dem Latenzcharakter der Gewalt in den so-genannten Metropolen und ihrer mangelnden Erfahrbarkeit hing es zusammen, dass Dutschke und seine Gef\u00e4hrten st\u00e4ndig auf der Suche nach Aktionsformen waren, die die Verpanzerung der Verh\u00e4ltnisse aufrei\u00dfen und ihren gewaltsamen Kern freilegen sollten. Das Schlagwort, von dem am h\u00e4ufigsten Gebrauch gemacht wurde, lautete deshalb &#132;direkte Aktion&#148;. Ihnen kam es darauf an, durch m\u00f6glichst genau geplante Einzel- oder Gruppenaktionen solche Nervpunkte zu treffen, durch die im Gegenzug das Gewaltpotential der Polizei und damit das des autorit\u00e4ren Staates herausgekitzelt werden konnten. Dutschke schrieb deshalb h\u00e4ufig von einer &#132;Offensivtheorie&#148; und einer &#132;Eskalationsstrategie&#148;. Die Universit\u00e4t figurierte in seinen Augen als &#132;das schw\u00e4chste Glied&#148; im herrschenden System (Dutschke A: Bl.l). Von ihr aus versuchte er operative Basen auf-zubauen, die es ihm erm\u00f6glichen sollten, die Eskalation der Gewalt weiter voranzutreiben. Am Horizont stand bereits damals der bewaffnete Aufstand.<\/p>\n<p>Es dauerte nicht lange, bis die ersten Anschl\u00e4ge &#150; zun\u00e4chst mit Brandflaschen, dann mit Bomben &#150; ver\u00fcbt wurden. Bevorzugte Ziele waren US-amerikanische Politiker und Einrichtungen wie Amerika-H\u00e4user. Wie rasch sich das steigerte, l\u00e4sst sich an zwei Gelegenheiten ablesen. W\u00e4hrend auf Vizepr\u00e4sident Hubert Humphrey im April 1967 noch ein &#132;Pudding-Attentat&#148; ver\u00fcbt werden sollte, ging es beim Antrittsbesuch von Pr\u00e4sident Richard Nixon im Februar 1969 bereits um einen Bombenanschlag (Baumann 1975: 47). Dass diese auf einem Bauger\u00fcst deponierte Bombe, die am Rand der Weg-strecke lag, die Nixons Wagenkolonne passieren musste, nicht z\u00fcndete, hing nur damit zusammen, dass wegen des zu dieser Zeit herrschenden Frostes die Batterie zu schwach war, um den Z\u00fcndmechanismus auszul\u00f6sen.<\/p>\n<p>Diese stufenweise Entgrenzung der Gewalt vollzog sich noch in der Kernzeit der 68er-Bewegung, also zwischen dem Juni 1967 und dem Herbst 1969. Die schrittweise Eskalation betrieb jedoch nur eine Minderheit innerhalb der Bewegung. Die forcieren-den Kr\u00e4fte lagen zun\u00e4chst zweifelsohne im Zentrum des Berliner SDS, breiteten sich dann aber rasch \u00fcber andere Hochschulgruppen in Frankfurt, M\u00fcnchen, Heidelberg usw. aus. Es war so, als habe jemand an einer unsichtbaren Schraube gedreht.<\/p>\n<p>Eine neue Dimension hatte sich bereits kurz vor dem Dutschke-Attentat und der darauffolgenden explosiven Entladung w\u00e4hrend der Springer-Blockaden Ostern 1968 mit der Warenhausbrandstiftung in Frankfurt angek\u00fcndigt. Womit die Mitglieder der Kommune 1 nur gespielt hatten &#150; ein Attentat auf den US-Vizepr\u00e4sidenten mit Pudding &#150;, das setzten nun die von der Peripherie der Bewegung stammenden Akteure Baader, Ensslin, S\u00f6hnlein und Proll in Wirklichkeit um. Auch wenn es nur um Sachschaden ging, war damit eine weitere Grenze \u00fcberschritten worden. Erst nach der Gr\u00fcndung der RAF im Mai 1970 folgten dann Einbr\u00fcche, Bank\u00fcberf\u00e4lle, Waffenraubaktionen, Bombenanschl\u00e4ge, sp\u00e4ter auch Entf\u00fchrungen und gezielte Attentate.<\/p>\n<p>Die ebenso oft zitierte wie kaum weniger h\u00e4ufig wegen ihrer Unhaltbarkeit kritisierte Unterscheidung zwischen &#132;Gewalt gegen Sachen&#148; und &#132;Gewalt gegen Personen&#148; war eine Zeit lang f\u00fcr Dutschke und den SDS ma\u00dfgeblich. Doch bereits nach kurzer Zeit wurde sie hinf\u00e4llig. Vor, hinter und neben den Objekten standen h\u00e4ufig Polizeikr\u00e4fte, die einen dazu zwangen, zu entscheiden, ob eine offensive Aktion abzubrechen oder trotz zu erwartender gewaltsamer Auseinandersetzungen durchzuf\u00fchren sei. Um zu legitimieren, was in einem solchen Falle passieren k\u00f6nne, bediente sich Mahler der Metapher vom &#132;platzenden Autoreifen&#148;. So wie ein Wagenlenker immer damit rechnen m\u00fcsse, dass ein platzender Reifen einen Unfall und damit einen Personenschaden verursachen k\u00f6nne, so m\u00fcsse sich auch ein Revolution\u00e4r dar\u00fcber im klaren sein, dass es im Zuge seiner Handlungen zu &#132;Personensch\u00e4den&#148;, also auch zu Verletzten und zu Todes-opfern kommen k\u00f6nne. Das geh\u00f6re in gewisser Weise zum revolution\u00e4ren Berufsrisiko.<\/p>\n<h5><span id=\"zur-historischen-interpunktion-zwischen-1968-und-raf\">Zur histo&shy;ri&shy;schen Inter&shy;punk&shy;tion zwischen 1968 und RAF<\/span><\/h5>\n<p>Der von Ralf Dahrendorf im Zusammenhang mit der Fischer-Debatte zu Beginn des Jahres 2001 unternommene Versuch, m\u00f6glichst scharf zwischen der 68er-Bewegung auf der einen und den zum Teil gewaltsamen Str\u00f6mungen der siebziger Jahre auf der anderen Seite zu unterscheiden, ist in seiner Absicht leicht zu durchschauen und in dieser Rigorosit\u00e4t nicht aufrechtzuerhalten (Dahrendorf 2001). Weder die RAF noch die K-Gruppen, weder die Frauen- noch die \u00d6kologiebewegung sind ohne die Vorgeschichte der 68er-Bewegung zu begreifen. Bei den Organisationen ebenso wie den Bewegungsformen handelt es sich um Zerfalls- bzw. Entmischungsprodukte der au\u00dferparlamentarischen Opposition. Zwar w\u00e4re es verfehlt, eine zu enge Kontinuit\u00e4t in programmatischer Hinsicht unterstellen zu wollen, jedoch ist sie in personeller Hinsicht so stark, dass eher Vorsicht geboten ist, sich dadurch in einer Art Umkehrschluss nicht zu falschen Schlussfolgerungen verleiten zu lassen. Im Gegensatz zu Dahrendorf, dem es offenbar darauf ankam, eine Interpretation der 68er-Bewegung von Dogmatismus und Terrorismus freizuhalten, um sie letztlich dem positiven Erbe der bundesdeutschen Demokratie zurechnen zu k\u00f6nnen, soll hier der zwar komplexe, aber nicht zu leugnende Gesamtzusammenhang betont werden.<\/p>\n<p>Mit anderen Worten: Das Konzept, in einem hochindustrialisierten westeurop\u00e4ischen Land, einer trotz aller Anfechtungen etablierten parlamentarischen Demokratie wie der Bundesrepublik eine eigene Guerilla-Gruppe aufbauen zu wollen, ist nicht ein-fach als das Zerfalls- und Verzweiflungsprodukt der 68er-Bewegung zu erkl\u00e4ren.<\/p>\n<p>Demgegen\u00fcber ist aber der genau entgegengesetzte Versuch, die Jahre zwischen 1967 und 1977 einzuklammern, ihnen die Bauchbinde Das rote Jahrzehnt umzulegen und alles mehr oder weniger zum Produkt einer Wahnvorstellung zu deklarieren, allerdings ebenfalls zum Scheitern verurteilt (Koenen 2001).<\/p>\n<p>Die Diskrepanz zwischen der APO (1967 und 1969) auf der einen und der RAF (1970-1998) auf der anderen Seite ist zu stark. In der ersten Phase ging es um eine breite Oppositionsbewegung, die sich im Kern gegen die Gro\u00dfe Koalition und deren politische Zielsetzungen richtete. In der zweiten Phase, die ja angesichts der Entstehung von Frauen-, \u00d6ko- und neuer Friedensbewegung ohnehin nicht mit der RAF identifiziert werden kann, ging es um kleine, abgeschottete, klandestin operierende Gruppierungen, die jedoch mit ihrer Absicht, dem Staat und den Funktionseliten den Krieg zu erkl\u00e4ren, \u00fcber einen nicht unerheblichen Resonanzboden verf\u00fcgten.<\/p>\n<p>Diese merkw\u00fcrdige, nur schwer zu fassende Interaktion zwischen einer terroristischen Sekte wie der RAF und einer Unterst\u00fctzer- und Sympathisanten-Szene, die meinte, sich im vermeintlichen Opferstatus von RAF-H\u00e4ftlingen wiedererkennen zu m\u00fcssen, ist das bislang am schwierigsten zu durchschauende und zu beurteilende Kraftfeld.<\/p>\n<p>Ein nicht unerheblicher Teil der Linken links von der SPD ist diesen Imaginationen seinerzeit auf den Leim gegangen. Den qualitativen Unterschied zwischen einer \u00f6ffentlich agierenden Oppositionsbewegung auf der einen und der Fixierung auf eine klandestin operierende Terror-Sekte einebnen zu wollen, ist das Ideologische an der Formel vom &#132;roten Jahrzehnt&#148;.<\/p>\n<p>Divergenzen und Diffusion: Die Wurzeln der RAF in den 1960er Jahren<\/p>\n<p>Die Tatsache, dass es eine Beziehung zwischen 1968 und der RAF gegeben hat, l\u00e4sst sich also nicht bestreiten. Es geht unter der Best\u00e4tigung dieser Voraussetzung eher dar-um, das Beziehungsgeflecht nach unterschiedlichen Gesichtspunkten zu entwirren und zu bewerten. Das Ergebnis der hier angestellten \u00dcberlegungen lautet:<\/p>\n<ol>\n<li>Was die Ideologien und Theorien anbelangt, so stammen einige der wichtigsten Denkfiguren der sp\u00e4teren Untergrund-Gruppierungen aus dem Arsenal einiger f\u00fchrender SDS-Mitglieder, insbesondere von Rudi Dutschke. Zu nennen sind hier die Idee der direkten Aktion, die Adaption von Guevaras Focustheorie und insbesondere<br \/>die Propagierung einer spezifischen Form der Stadtguerilla, einer &#150; wie es im Organisationsreferat hei\u00dft &#8211; &#132;Sabotage- und Verweigerungsguerilla&#148;. Der Schritt zur Gr\u00fcndung einer bewaffneten Organisation ist zumindest in konzeptioneller Hinsicht nicht mehr weit.<\/li>\n<hr class=\"clearer-white\">\n<p>\t\t<!--\n\t\t\tList browsing box:\n\t\t--><\/p>\n<\/ol>\n<li>Hinsichtlich der personellen Verbindungen ist eine pauschale Zuordnung zwischen der 68er-Bewegung und der RAF nicht zul\u00e4ssig. Erst auf dem Wege einer doppelten Ausdifferenzierung ist es m\u00f6glich, jene Akteure und Akteursgruppen ins Blickfeld zu bekommen, die den Schritt in den Untergrund vollzogen haben. Innerhalb der Bewegung geht es zun\u00e4chst einmal um den SDS und darin wiederum um die antiautorit\u00e4re Fraktion, aus der eine In-group um Dutschke in Richtung auf eine Eskalation der Gewalt gedr\u00e4ngt und diesen Weg schlie\u00dflich auch eingeschlagen hat. Obgleich es sich hier einerseits nur um die Minorit\u00e4t innerhalb einer bestimmten Fraktion handelt, so ist andererseits das Gewicht der betreffenden Einzelakteure besonders gro\u00df gewesen.<\/li>\n<li>Bei der Analyse der verwendeten Aktionsformen werden zwei Momente un\u00fcbersehbar: die Steigerung und die Grenz\u00fcberschreitung. Zum einen hat sich innerhalb eines nur kurzen Zeitraumes eine st\u00e4ndige Eskalation der Gewaltmittel vollzogen, die bereits vor dem Dutschke-Attentat im April 1968 so weit vorangeschritten war, dass mit Rudi Dutschke der charismatische Wortf\u00fchrer der 68er-Bewegung sich nicht da-von abhalten lie\u00df, mit einer Bombe im Handgep\u00e4ck eine Flugreise anzutreten, um einen Anschlag auf einen AFN-Sendemast zu erm\u00f6glichen (Nirumand 1989: 112-114). Zum anderen ging es nach einer kurzen Phase der begrenzten Regelverletzungen, in der noch Methoden des gewaltfreien Widerstands praktiziert wurden, nicht nur um illegale Aktionen, sondern zugleich um solche, die als terroristisch qualifiziert werden k\u00f6nnen.<\/li>\n<p>Bereits auf dem H\u00f6hepunkt der 68er-Bewegung lassen sich also Linien erkennen, die in den Untergrund erster klandestin operierender terroristischer Gruppierungen f\u00fchrten. Diese Linien repr\u00e4sentieren jedoch nicht die 68er-Bewegung in ihrer Gesamtheit, auch nicht den SDS als vergleichsweise singul\u00e4re Gruppierung und nicht einmal dessen antiautorit\u00e4re Fraktion als solche, sondern nur einzelne Wortf\u00fchrer und deren unmittelbares pers\u00f6nliches Umfeld. Insofern sollte sich jede Pauschalisierung verbieten &#150; sowohl im Hinblick auf eine v\u00f6llige Verleugnung des thematisierten Zusammenhanges als auch im Hinblick auf eine undifferenzierte Best\u00e4tigung.<\/p>\n<p>Die \u00dcberzeugung, dass es eine scharfgezogene Grenze zwischen der 68er-Bewegung und der RAF gegeben habe, eine Art &#132;Brandmauer&#148;, ist immer noch weit verbreitet. Nicht zu Unrecht kann sich die gro\u00dfe Mehrheit all jener, die zwischen 1967 und 1969 gegen die Notstandsgesetze und den Vietnamkrieg auf die Stra\u00dfe gegangen sind, darauf berufen, dass sie terroristischen Ambitionen gegen\u00fcber immun geblieben seien. Gleichwohl ist diese angebliche Mauer por\u00f6s.<br \/>Heute, Jahrzehnte danach, muss man sich auf der Linken einem Faktum stellen: Die Praxis der RAF, von den einen als Stadtguerilla, von den anderen als Terrorismus bezeichnet, hat Wurzeln, die bis in die Mitte der 1960er Jahre zur\u00fcckreichen. Sie betreffen die wohl wirkungsm\u00e4chtigste Str\u00f6mung in SDS und APO &#151; die antiautorit\u00e4re Bewegung, mit einigen ihrer wichtigsten Protagonisten.<\/p>\n<p>[1] Ausl\u00f6ser dieser Debatte war Kraushaar 2005c. Vgl. die Diskussionsbeitr\u00e4ge in der tageszeitung: Dirk Knipphals, Nach den Projektionen (23. Februar 2005); Klaus Meschkat, Rudi Dutschke und die Gewalt (5. M\u00e4rz 2005); Wolfgang Kraushaar, Der Eskalationsstratege (8. M\u00e4rz 2005); Robert Misik, Lob der Guerilla-Mentalit\u00e4t (15. M\u00e4rz 2005); Arno Widmann, Auf dem Trip namens Revolution (22. M\u00e4rz 2005); Stephan Schlak, Der Nicht-Anschlu\u00dff\u00e4hige (30. M\u00e4rz 2005); Christoph Bautz, \u00dcberholter Z\u00fcndstoff (5. April 2005); Isolde Charim, Kampf um Sehns\u00fcchte (13. April 2005); J\u00fcrgen Busche, Der schwankende Hintergrund (26. April 2005); Claus Leggewie, Entmystifiziert Euch! (3. Mai 2005); Gretchen Dutschke, \u00dcberdachte Positionen (8. August 2005).<\/p>\n<p><b>Literatur<\/b><\/p>\n<p>Baumann, Michael 1975: Wie alles anfing, M\u00fcnchen<br \/>Bude, Heinz 2004: Erbschaft dieser Zeit. Der Terror von 1968 und die Geschichte der Bundesrepublik (unver\u00f6ff. Ms.)<br \/>Dahrendorf, Ralf 2001: Argumente von `68 k\u00f6nnen Militanz nicht verteidigen. Ein Gespr\u00e4ch mit Ralf Dahrendorf; in: Die Welt vom 18. Januar<br \/>Dutschke, Rudi A: Notizen, Mappe 3, Fokustheorie i. d. 3. Welt und ihre Neubestimmung in den Metropolen, Blatt 1-3, undatiert, K 21\/48, Archiv des Hamburger Instituts f\u00fcr Sozialforschung<br \/>Dutschke, Rudi 2002 [1966]: Referat von vom 13. Februar 1966, handschriftliche Aufzeichnungen; in: L\u00f6nnendonker, Siegward\/Rabehl, Bernd\/Staadt, Jochen: Die antiautorit\u00e4re Revolte, Der Sozialistische Deutsche Studentenbund nach der Trennung von der SPD, Bd. 1: 1960-1967, Wiesbaden, S. 235-237<br \/>Dutschke, RudilKrahl, Hans-J\u00fcrgen 1980 [1967]: Organisationsreferat; in: diskus &#150; Frankfurter Studentenzeitung, 30. Jg., Nr. 1\/2, Februar, S. 6-9<br \/>Enzensberger, Ulrich 2004: Die Jahre der Kommune I. Berlin 1967-1969, K\u00f6ln<br \/>Koenen, Gerd 2001: Das rote Jahrzehnt. Unsere kleine Kulturrevolution, K\u00f6ln<br \/>Koenen, Gerd 2003: Vesper, Ensslin, Baader. Urszenen des deutschen Terrorismus, K\u00f6ln<br \/>Kraushaar, Wolfgang 1987: Autorit\u00e4rer Staat und antiautorit\u00e4re Bewegung. Zum Organisationsreferat<br \/>von Rudi Dutschke und Hans-J\u00fcrgen Krahl; in: 1999 &#150; Zeitschrift f\u00fcr Sozialgeschichte des 20. und<br \/>21. Jahrhunderts, 2. Jg., Heft 3, S. 76-104<br \/>Kraushaar, Wolfgang 1998: 1968 &#150; Das Jahr, das alles ver\u00e4ndert hat, M\u00fcnchen<br \/>Kraushaar, Wolfgang 2001: Fischer in Frankfurt. Karriere eines Au\u00dfenseiters, Hamburg<br \/>Kraushaar, Wolfgang 2005a: Im Schatten der RAF. Zur Entstehungsgeschichte der &#132;Revolution\u00e4ren<br \/>Zellen&#148;; in: Klaus Biesenbach (Hg.), Zur Vorstellung des Terrors: Die RAF-Ausstellung, G\u00f6ttin-<br \/>gen, S. 72-76<br \/>Kraushaar, Wolfgang 2005b: Die Bombe im J\u00fcdischen Gemeindehaus, Hamburg<br \/>Kraushaar, Wolfgang 2005c: Rudi Dutschke und der bewaffnete Kampf; in: Wolfgang Kraushaar\/ Karin WielandlJan Philipp Reemtsma: Rudi Dutschke, Andreas Baader und die RAF, Hamburg, S. 13-50<br \/>Langguth, Gerd 2001: Mythos 68. Die Gewaltphilosophie von Rudi Dutschke &#150; Ursachen und Folgen der Studentenbewegung<br \/>Meinhof, Ulrike 1997 [1971]: Das Konzept Stadtguerilla; in: ID-Verlag (Hg.), Rote Armee Fraktion. Texte und Materialien zur Geschichte der RAF, Berlin, S. 27-48<br \/>Millot, Lorraine 1998: Allemagne: un nouveau pouvoir marque par 68; in: Liberation vom 2. Oktober Nirumand, Bahman 1989: Leben mit den Deutschen. Briefe an Leila, Reinbek<br \/>Reinecke, Stefan 2003: Otto Schily. Vom RAF-Anwalt zum Innenminister, Hamburg<\/p>\n","protected":false},"featured_media":0,"template":"","categories":[],"tags":[667],"autoren":[2268],"publikationen":[1430],"class_list":["post-11943","publikation","type-publikation","status-publish","hentry","tag-vorgaenge-artikel","autoren-wolfgang-kraushaar","publikationen-171-172"],"acf":[],"yoast_head":"<!-- This site is optimized with the Yoast SEO plugin v28.5 - https:\/\/yoast.com\/product\/yoast-seo-wordpress\/ -->\n<title>Wolfgang Kraushaar 1968 und die RAF - Humanistische Union<\/title>\n<meta name=\"robots\" content=\"index, follow, max-snippet:-1, max-image-preview:large, max-video-preview:-1\" \/>\n<link rel=\"canonical\" href=\"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/vorgaenge\/171-172\/publikation\/wolfgang-kraushaar-1968-und-die-raf\/\" \/>\n<meta property=\"og:locale\" content=\"de_DE\" \/>\n<meta property=\"og:type\" content=\"article\" \/>\n<meta property=\"og:title\" content=\"Wolfgang Kraushaar 1968 und die RAF - Humanistische Union\" \/>\n<meta property=\"og:description\" content=\"Ein umstrittenes Beziehungsgeflecht aus: Vorg\u00e4nge Nr. 171\/172 (Heft 3-4\/2005), S. 208-220 In wachsenden Teilen der \u00d6ffentlichkeit ist gegenw\u00e4rtig die Tendenz un\u00fcbersehbar, die 68er-Bewegung endg\u00fcltig in die Rubrik der &#132;erledigten F\u00e4lle&#148; einzuordnen. 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