{"id":11945,"date":"2005-12-01T12:40:00","date_gmt":"2005-12-01T11:40:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/publikation\/das-neue-kreisau\/"},"modified":"2005-12-01T12:00:00","modified_gmt":"2005-12-01T11:00:00","slug":"das-neue-kreisau","status":"publish","type":"publikation","link":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/vorgaenge\/171-172\/publikation\/das-neue-kreisau\/","title":{"rendered":"Das neue Kreisau"},"content":{"rendered":"<p>Eine intellektuelle Ortserkundung*<\/p>\n<p>aus: Vorg\u00e4nge Nr. 171\/172 ( Heft 3-4\/2005), S.235-243<\/p>\n<p>Als ich im Fr\u00fchjahr 2005 zum ersten Mal in Kreisau war, dem ehemaligen schlesischen Gut der Moltkes und legend\u00e4rem Treffpunkt des <i>Kreisauer Kreises<\/i>, da stellte ich mir vor, mit jemandem, der den Ort und seine Geschichte kennt, \u00fcber das Gel\u00e4nde zu gehen. Mit jemandem, der dabei gewesen ist. Es gibt noch Menschen, die die Br\u00fccke in diese Zeit schlagen k\u00f6nnen, von der die Nachgeborenen ausgeschlossen sind. Zeitzeugenschaft ist ein uneinholbares Privileg, das durch nichts ersetzt werden kann, und es geh\u00f6rt zum Gl\u00fcck der Wiederentdeckung, der Wiederbegr\u00fcndung von Kreisau als einem historischen Ort, dass es jemanden gab, der diese Br\u00fccke zwischen den Zeiten schlagen kann: Freya von Moltke zuerst und vor allem. Wir Nachgeborenen m\u00fcssen uns f\u00fchren lassen von dem, was wir nachlesen k\u00f6nnen; historische Vorstellungskraft tritt an die Stelle eigener Erinnerung.<\/p>\n<p>Im Fr\u00fchsommer in Kreisau, das heute Krzyzowa hei\u00dft. Die Wiesen in den Auen des Fl\u00fcsschens Peile\/Pilawa und der Rasen im Karree zwischen den ehemaligen Wirtschaftsgeb\u00e4uden und Stallungen sind gerade gem\u00e4ht. Ein starker, fast narkotisierender Duft. Es ist still, so still, wie es nur an Orten, fernab von St\u00e4dten sein kann, sogar ohne den Anflug eines fernen Rauschens. Wenn die Sonne untergeht, dringt die K\u00fchle der Vorgebirgslandschaft bis zu den G\u00e4sten vor, die unter den Sonnenschirmen vor dem Restaurant Platz genommen haben. Vielleicht das Ger\u00e4usch eines Traktors, vielleicht sp\u00e4ter der Chor der Fr\u00f6sche. Und eine dunkle Nacht, ohne die Reflexe, die gro\u00dfe erleuchtete St\u00e4dte gegen die Wolken werfen. Breslau ist nur sechzig Kilometer entfernt. Es ist ein Ort vollst\u00e4ndiger Ruhe. Es kommt einem Eichendorff, der schlesische Dichter, in den Sinn.<\/p>\n<p>Aber wer hierher kommt, kommt nicht, um dem Rauschen der Peile oder der vollkommenen Stille zuzuh\u00f6ren. Der Ort eines vollkommenen Friedens war einmal das R\u00fcckzugsgel\u00e4nde von M\u00e4nnern und Frauen, die es mit Hitler und seinem Regime aufgenommen hatten. Wer hierher kommt, ist nicht der Idylle auf der Spur, sondern den Spuren einer gewaltt\u00e4tigen Geschichte, des Einbruchs und Hereinbrechens der Katastrophe \u00fcber eine beschauliche Welt. Helmuth James Graf von Moltke hat diese Welt beschrieben in einem bewegenden Text, verfasst im Gestapo-Gef\u00e4ngnis in der Berliner Prinz-Albrecht-Stra\u00dfe 8, wo er am 19. Januar 1944 eingeliefert worden war. An seine beiden Jungen schrieb er: &#132;Meine Lieben, da ich gerade Zeit habe, will ich Euch erz\u00e4hlen, wie alles war als ich klein war, denn vielleicht findet Ihr das sch\u00f6n&#148;.<\/p>\n<p>Wenn man sich als Besucher im heutigen Kreisau\/Krzyzowa umsieht, dann kann man die Topographie der Kreisauer Welt ausmachen. Wer heute hierher kommt, wei\u00df vielleicht von einer der sch\u00f6nsten erhalten gebliebenen Anlagen eines ostelbischen Gutssitzes in Niederschlesien, vor allem aber m\u00f6chte er wissen und sehen, was aus ihm geworden ist. Man hat geh\u00f6rt vom Sitz des Generalfeldmarschalls Helmut von Moltke, vom Gut, das ihm der preu\u00dfische K\u00f6nig und nachmalige Kaiser Wilhelm I. f\u00fcr seine milit\u00e4rischen Verdienste in den Einigungskriegen schenkte, so wie Bismarck mit dem F\u00fcrstentitel das Jagd- und Waldgut Friedrichsruh vor den Toren Hamburgs erhalten hatte. Doch in Wahrheit gilt alles Interesse dem Urgro\u00dfneffen des Feldmarschalls und dem Schicksal seiner Freunde und seiner Familie. Helmuth James von Moltke war ein au\u00dfergew\u00f6hnlicher Mensch, den der amerikanische Diplomat George Kennan so charakterisiert hatte (und Kennan war \u00fcberaus karg mit solchen Charakterisierungen): &#132;Ich sehe ihn im Moralischen als den gr\u00f6\u00dften Menschen an, im Geistigen als den am weitesten sehenden, erleuchtetsten, der mir, auf beiden Seiten der Front, w\u00e4hrend des Zweiten Weltkrieges begegnete. Schon damals &#8211; 1940 und 1941 &#8211; ging sein Blick \u00fcber alle die schmutzige Anma\u00dfung, \u00fcber alle die Schein-Triumphe des Hitler-Regimes hinaus; er erriet die kommende Katastrophe und gewann in schwerem inneren Kampf es \u00fcber sich, sie anzunehmen, auf sie sich vorzubereiten, wie er sp\u00e4ter seinen Mitb\u00fcrgern dabei helfen wollte. Die Notwendigkeit verstand er:<\/p>\n<p>Es mu\u00dfte alles von Anfang an wieder getan werden, sei es inmitten von Niederlage und Dem\u00fctigung, um der Nation ein neues Geb\u00e4ude auf besseren Fundamtenten zu errichten. [&#8230;] Das Bild eines einsamen, ringenden Mannes, einer der wenigen protestantisch-christlichen M\u00e4rtyrer unserer Zeit, blieb mir \u00fcber all die Jahre hinweg eine S\u00e4ule des Gewissens, ein steter Quell politischer und geistiger Inspiration.&#148;<\/p>\n<p>Nach Kreisau kommen auch Heimat- und Heimwehtouristen, die sich besser aus-kennen als alle anderen, denn ihnen sind die Gegend, die T\u00e4ler, die St\u00e4dte mit ihren Marktpl\u00e4tzen und Kirchen vertraut, sei es weil sie dort ihre Kindheit verbracht haben, sei es weil sie es von ihren Eltern erz\u00e4hlt bekommen haben. Kreisau ist dann ein Abstecher von Schweidnitz\/Swidnica und Jauer\/Jawor mit den hinrei\u00dfenden Friedenskirchen, den H\u00f6hepunkten des schlesischen Barock und der schlesischen Toleranz.<\/p>\n<p>Auf dem Gel\u00e4nde des Guts sieht man Gruppen von Jugendlichen, umherwandernd und im Gespr\u00e4ch vor allem mit sich selbst besch\u00e4ftigt. Oder man sieht die Eingeweihten von der Breslauer Universit\u00e4t umherwandern, die wissen, dass Krzyzowa ein lieu de memoire deutscher Geschichte ist, oder vielleicht Zufallsg\u00e4ste, die sich auf ihren Touren durch die T\u00e4ler Schlesiens hierher verirrt haben und erstaunt sind, am Ende des Tals, am Fu\u00dfe des Eulengebirges ein hochmodernes Kongresszentrum zu finden, mit allem, was dazugeh\u00f6rt: Rezeption, Hotel, Fitness-Anlage,<i> facilities.<\/i> Die G\u00e4ste wandern auf dem Gut umher, und unschwer ist zu erkennen, worauf sie es abgesehen haben: das Schloss mit der Treppe, die von den Photos aus der Vorkriegszeit her bekannt ist, die Gem\u00e4lde zu Ehren von Preu\u00dfens Gloria im Treppenhaus und den einzigen Saal, der im Originalzustand wiederhergestellt worden ist, den Kapellenberg mit der Grabkapelle, den Gr\u00e4bern, dem evangelischen Gemeindefriedhof. Vor allem aber: das Berghaus, etwas abseits gelegen und mit dem R\u00fccken zu den Hofanlagen. Wiederhergestellt mit der von alten Photos her bekannten Veranda und der Freitreppe, der Treffpunkt des Kreisauer Kreises, der Schauplatz der drei Treffen: vom 22. bis 25. Mai 1942, vom 16. bis 18. Oktober 1942 und vom 12, bis 14. Juni 1943. Dies war der Tatort, an dem Deutschland und Europa nach Hitler gedacht worden ist. Es ging, so Moltke in seiner gro\u00dfen Denkschrift \u00fcber Ausgangslange, Ziele und Aufgaben von 1941, darum, das Kriegsende als<br \/>&#132;eine Chance zur g\u00fcnstigen Neugestaltung der Welt&#148; anzusehen. Hier formulierte Moltke in seinem Brief an Lionel Curtis 1943: &#132;F\u00fcr uns ist Europa nach dem Kriege weniger eine Frage von Grenzen und Soldaten, von komplizierten Organisationen und gro\u00dfen Pl\u00e4nen, sondern die Wiederaufrichtung des Bildes des Menschen im Herzen unserer Mitb\u00fcrger&#148;. Der sch\u00f6ne, liebliche Ort als Ort der Begegnung, der unverbr\u00fcchlichen Freundschaften, des todesbereiten Risikos im Kampf gegen die Tyrannei.<\/p>\n<p>Kreisau als Geschichtsort: mit der vom Generalfeldmarschall noch angelegten Eichenallee, mit dem Schloss, der Kirche, mit dem Bahnhof, von dem aus Berlin, die Wohnungen in der Bendlersta\u00dfe und in der Hortensienstra\u00dfe 50 in Lichterfelde-West schnell erreichbar waren, mit der Schule, in der die Kinder des Dorfes unterrichtet wurden, und der Ecke auf dem Friedhof, in dem die russischen Zwangsarbeiter bestattet wurden. Auf dem Weg nach Kreisau passiert man die Hinweisschilder zum ehemaligen Konzentrationslager Gro\u00df-Rosen oder zu den Stellen, in denen die Zwangsarbeiter und Juden aus dem Arbeitslager Gr\u00e4dnitz begraben worden sind. Eine Landschaft, geschm\u00fcckt mit dem Sch\u00f6nsten, was Schlesien zu bieten hat, und gezeichnet von entsetzlichen Leiden und Menschenverachtung. Eine deutsche Landschaft des 20. Jahrhunderts, die verloren war, noch ehe die Deutschen sie verlassen mussten. Auch daf\u00fcr gibt es Zeugen: die Eiche an der Hofeinfahrt, an der die Liste mit den Namen der Deutschen, die im August 1946 sich zur Aussiedlung einzufinden hatten, befestigt worden war, der Weg, \u00fcber den die Rote Armee ins Dorf eingezogen war, und der Weg, auf dem Freya Moltke das Dorf endg\u00fcltig im Herbst 1945 mit Hilfe englischer Freunde verlie\u00df.<\/p>\n<h5><span id=\"der-verlorengegangene-ort\">Der verlo&shy;ren&shy;ge&shy;gan&shy;gene Ort<\/span><\/h5>\n<p>Kreisau verschwand, auch dem Namen nach, und blieb nur in den Akten oder in der Erinnerung erhalten. Aus dem einst ansehnlichen Geh\u00f6ft wurde eine landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaft. An die Stelle der ausgesiedelten Deutschen traten Polen, die selber ausgesiedelt und vertrieben worden waren: aus den \u00f6stlichen Gebieten Nachkriegspolens, die an die Sowjetunion abgetreten worden waren.<\/p>\n<p>Als erstes verfielen die Gr\u00e4ber, die immer am schutzlosesten sind. Aus einem Ort, der einmal an die Welt angeschlossen war &#150; und das gesellschaftliche Leben von Vorkriegs-Kreisau reichte von London bis Kapstadt, von den Salons der Eugenie Schwarzwald in Wien bis Br\u00fcssel &#151; war ein Unort geworden, kurz hinter der neuen Grenze, ein Ort, von dem nur noch ganz wenige wussten, was es mit ihm auf sich hatte. So ging es sehr lange, zwanzig, ja drei\u00dfig Jahre lang.<\/p>\n<p>Aber es gibt so etwas wie die Arbeit des genius loci, der keine Ruhe gibt. Durch eine geschichtliche F\u00fcgung und beherztes Zupacken trat der Ort wieder vor aller Augen. Dies geschah am 12. November 1989 in einer bewegenden Szene. Es geschah an der Stelle zwischen Schloss und Pferdestall, die hergerichtet worden war, unter einem Baldachin, unter dem der Bischof von Oppeln die Messe zelebrierte. Hier kam es zu der Begegnung von Tadeusz Mazowiecki und Helmut Kohl, mit der das Neue Kreisau inauguriert war. Hier war etwas zum Abschluss gekommen: der mit dem Brief der polnischen Bisch\u00f6fe aus dem Jahre 1965 eingeleite Prozess des Aufeinanderzugehens; und hier hatte etwas anderes begonnen: eine Normalit\u00e4t zwischen zwei Nachbarv\u00f6lkern, die man sich nach allem, was von Deutschen in Polen angerichtet worden war, nicht hatte vorstellen k\u00f6nnen. Die Begegnung von Kreisau\/Krzyzowa &#151; sie fand drei Tage nach dem Fall der Berliner Mauer statt. Ein Moment des Gl\u00fccks, von dem gew\u00f6hnlich eine ganze Generation zehrt. Damit war Kreisau wieder in den Horizont der Deutschen zu-r\u00fcckgekehrt und Krzyzowa eine neue Bedeutung zugewachsen, damit war die Br\u00fccke zum alten Kreisau geschlagen und eine Kontinuit\u00e4t gestiftet worden, wie sie kein Stratege oder Public-Relations-Spezialist sich h\u00e4tte ausdenken k\u00f6nnen. Das Neue Kreisau l\u00f6schte nicht die Erinnerung an das alte, sondern nahm seinen Geist, den genius loci gleichsam wieder auf. Es war der Ort, in dem der b\u00fcrgerrechtliche Widerstand Kontakt aufnahm mit einer \u00e4lteren Geschichte, wo sich die Vordenker eines neuen, nachtotalit\u00e4ren Europa erkannten, anerkannten, mit einander geistig Kontakt aufnahmen. Das neue Kreisau verdankt sich der gro\u00dfen geschichtlichen Umw\u00e4lzung, die 1989 Europa von Leipzig bis Bukarest, von Moskau bis Warschau, von Prag bis Sofia erfasst hatte.<\/p>\n<p>Am Comeback von Kreisau und seines Verm\u00e4chtnisses sind viele Kr\u00e4fte beteiligt. Sehr fr\u00fch schon &#151; in den 1970er Jahren &#151; kam eine Art Arch\u00e4ologie in Gang. Ein Rechtshistoriker &#151; Karol Jonca &#151; findet im Archiv seiner Fakult\u00e4t die Unterlagen des an der Breslauer Universit\u00e4t eingeschriebenen Studenten Helmuth James von Moltke. Die Welt der Sozialreformer und der Arbeitslagerbewegung des Waldenburger Landes taucht wieder auf. Der Historiker und die Pfarrer am Ort, zuerst Kazimierz Kuznicki, dann Boleslaw Kaluza, besichtigen den Ort und bringen die Gr\u00e4ber in Ordnung. Jenseits der Grenze arbeitet unterdes die scientific community an der Edition der Briefe, die mit auf die Flucht gegangen sind. Auf den Konferenzen, auf denen es um das geistige Erbe von Eugen Rosenstock-Huessy geht, wo der Nachlass der Opposition diskutiert wird, nehmen die Akteure miteinander Kontakt auf. Die Funken schlagen zwischen Amsterdam und Breslau, zwischen der amerikanischen Ostk\u00fcste und Berlin. Die \u00dcberlebenden nehmen Verbindung mit den Nachgeborenen beiderseits der Grenze auf, die Vertriebenen aus Schlesien mit den Vertriebenen aus den Kresy, den polnischen Ostgebieten, die B\u00fcrgerrechtler in Ostberlin mit den B\u00fcrgerrechtlern in Polen, die Leute vom Sprachenkonvikt mit denen vom Klub der Katholischen Intelligenz in Breslau, die Angeh\u00f6rigen der Generation der Kreisauer mit der Generation Solidarnosc.<\/p>\n<h5><span id=\"bewegte-monate\">Bewegte Monate<\/span><\/h5>\n<p>Die Konferenz im Juni 1989 in Breslau &#151; drau\u00dfen tobt der Wahlkampf f\u00fcr die ersten halbwegs freien Wahlen in Polen, drinnen geht es um das geistige Erbe der Kreisauer &#151; ist so etwas wie der Kurzschluss zwischen Linien, die so lange voneinander isoliert existiert hatten. Hier kam zusammen, was schon lange zusammengeh\u00f6rt hatte. Kreisau, z\u00fc dem die Konferenzteilnehmer dann hinausgefahren waren, war der Katalysator, Bezugspunkt, der Verst\u00e4ndigungsrahmen. Man kann das die Gr\u00fcndung des Neuen Kreisau, vielleicht aber noch besser die Wiedergeburt Kreisaus nennen. Alles ging gut, weil alles stimmte. Es gab keinen Revisionismus, es ging nicht um Auf- und Abrechnungen, es ging um einen Aufbruch, um eine Neuentdeckung einer lange vergessenen Geschichte. Die Wiederentdeckung und Wiederbegr\u00fcndung Kreisaus war ein gro\u00dfes Gemeinschaftswerk, fast ein Gesamtkunstwerk, an dem sich ganz verschiedene Leute beteiligt haben: Professoren, Pfarrer, Theologiestudenten, Architekten, Kombinatsleiter, Politiker, Diplomaten und Exdiplomaten. Es war das Resultat einer grenz\u00fcberschreitenden Parallelaktion, zwischen Breslau und Amsterdam, zwischen Berlin und Vermont, zwischen Bonn und Warschau.<\/p>\n<p>Hier ist Symptomatisches geschehen: eine Begegnung freier, aber gleichgesonnener Geister, etwas, was man seither Netzwerk, Vernetzung nennt, ein Zeugnis f\u00fcr die Kraft von Basis-Initiativen und f\u00fcr das Zusammenspiel mit der gro\u00dfen Politik, das manchmal gelingt. Herausgekommen ist dabei ein neuer St\u00fctzpunkt des neuen Europa, ein Punkt, wo Kraftlinien &#151; alte und neue &#151; zusammenlaufen. Es ist weit mehr als die Gr\u00fcndung eines Konferenzortes. Es ist ein St\u00fcck gelungener doppelter Aneignung eines Ortes, der f\u00fcr uns, Deutsche wie Polen, hochbedeutsam ist.<\/p>\n<h5><span id=\"die-zukunft-des-genius-loci\">Die Zukunft des genius loci<\/span><\/h5>\n<p>Von diesem neuen Kreisau, in dem sich, wie Tadeusz Mazowiecki bei der Er\u00f6ffnung der Internationalen Begegnungsst\u00e4tte am 11. Juni 1998 gesagt hat, &#132;die Jugend Europas&#148; einfinden soll, ist nun die Rede. Die Themen, um die es dabei geht, sind allesamt im neuen Kreisau schon angeschlagen:<\/p>\n<p>Kreisau ist schon heute ein Begegnungsort, an dem gesprochen wird \u00fcber die totalit\u00e4re Erfahrung im 20. Jahrhundert, \u00fcber den Widerstand, \u00fcber die Kraft des Wortes oder des &#132;In der Wahrheit Lebens&#148;. \u00dcber die europ\u00e4ischen Freiheitstraditionen, insbesondere im mittleren und \u00f6stlichen Europa. Es ist die Erfahrung der Gewalt und Gewaltt\u00e4tigkeit im letzten Jahrhundert. Nat\u00fcrlich geht es hier in erster Linie um den deutschen Nationalsozialismus und den sowjetischen Kommunismus.<\/p>\n<p>Ein anderes gro\u00dfes Thema ist das Europa der Grenz- und V\u00f6lkerverschiebungen. Eine der gewaltt\u00e4tigsten Auswirkungen des letzten Jahrhunderts waren die Bev\u00f6lkerungstransfers im gro\u00dfen Ma\u00dfstab, die &#132;ethnogaphische Flurbereinigung&#148;, die Massendeportationen, Umsiedlungen, Vertreibungen, die die fabrikm\u00e4\u00dfige T\u00f6tung der europ\u00e4ischen Juden miteinschlossen &#151; Helmuth James von Moltke hat \u00fcbrigens auf der Durchreise von Wien nach Suwalki im Mai 1943 die K\u00e4mpfe um das Warschauer Getto sehr bewusst registriert. Unmixing Europe hat der britische Au\u00dfenminister Lord Curzon das 1923 genannt, als der erste gro\u00dfe Transfer &#151; der griechisch-t\u00fcrkische &#151; ins Werk gesetzt war. Keine Nation im mittleren und \u00f6stlichen Europa, die nicht davon betroffen gewesen w\u00e4re; keine Familie, die nicht in irgendeiner Weise hineingezogen worden w\u00e4re in den gro\u00dfen Verschiebebahnhof Europa. Dies wurde nirgends so sehr erfahren wie von den V\u00f6lkern Ostmitteleuropas, den V\u00f6lkern zwischen Nationalsozialismus und Kommunismus. Dies wurde nirgends so erfahren wie in dem auf der Landkarte hin- und hergeschobenen Polen. Aber am Ende traf es auch die Deutschen selbst, die 1939 mit dem Wahn der ethnischen S\u00e4uberung begonnen hatten. Kreisau selbst steht exemplarisch f\u00fcr Grenzverschiebung, f\u00fcr doppelten Heimatverlust: f\u00fcr den Verlust Schlesiens und f\u00fcr den Verlust der polnischen Ostgebiete, aus denen die neuen Siedler kamen (und eine der Pionierinnen des neuen Kreisau, Dr. Ewa Unger), und das nun neu angeeignet werden musste: mit den Landschaften, den H\u00e4usern und H\u00f6fen, den Marktpl\u00e4tzen. Aneignung, das hie\u00df oft oder meistens: Wiederaufbau einer vom Krieg verheerten St\u00e4dtelandschaft, Besiedlung eines entv\u00f6lkerten Landes. Schlesien mit seinen St\u00e4dten ist eine dieser Regionen, die Adam Zagajewski beschrieb als &#132;Landschaft, schwer geb\u00fcgelt&#148;. Andere solche Landschaften in Europa sind Wolhynien, Galizien, die Krim, Wei\u00dfrussland, das ehemalige Ostpreu\u00dfen, die alten Zentren polnischer Kultur: Wilno, Lwow. Auch Thessaloniki, die dalmatinische K\u00fcste, Bessarabien, die Dobrudscha. Europa ist arm, jedenfalls \u00e4rmer geworden im Orkan der S\u00e4uberung, der bereinigten Grenzen, und es hat mehr als ein halbes Jahrhundert gedauert, bis die St\u00e4dte und Landschaften des mittleren Europa sich wieder halbwegs erholt haben und neu erstanden sind. Wie viele Biographien sind durch diese Erfahrung gepr\u00e4gt worden! Kreisau\/Krzyzowa w\u00e4re ein Punkt auf dieser Landkarte eines neu gesehenen Europas: andere w\u00e4ren Seiny im Vierl\u00e4ndereck von Litauen, Polen, Belarus und des Kaliningrader Gebiets. Solche Punkte sind auch Goricia\/G\u00f6rtz an der italienisch-slowenischen Grenze. Sarajewo, schwer geschlagen, aber wieder zu Kr\u00e4ften kommend, die Grenzzonen zwischen Tschechien und Bayern und Sachsen, der Streifen, wo die ungarische und slowakische Welt miteinander verwoben sind, die m\u00e4hrisch-kleinpolnische Ecke, G\u00f6rlitz\/Gorzelec, Lublin mit seiner polnisch-ukrainischen Universit\u00e4t, nat\u00fcrlich Natolin bei\u00a0 Warschau oder weiter im S\u00fcden das New Europe College in Bukarest, die Villa Decius in Krakau, mehr im Westen das College d&#8216; Europe in Br\u00fcgge, die Central Europe University in Budapest und die Viadrina in Frankfurt an der Oder sowie das Collegium Poloncium in Slubice. Neu hinzu-gekommen ist j\u00fcngst die Europ\u00e4ische Humanistische Universit\u00e4t, fr\u00fcher in Minsk, jetzt im Exil in Vilnius.<\/p>\n<p>Es geht nat\u00fcrlich nicht nur um die Vergangenheit, um die Geschichte, sondern um das Heute, um das Europa unter unseren Augen. Es entwickelt sich &#151; allen Referenden und Kassandrarufen zum Trotz &#151; f\u00fcr den, der Augen hat zu sehen und Ohren, zu h\u00f6ren. Die Frage ist, wo die Messpunkte sind, wo die Sonden aufgestellt werden. Europa w\u00e4chst nicht so sehr aus Proklamationen, sondern aus den steten und oft nicht registrierten Kriechstr\u00f6men, die Europa zusammenbringen, es w\u00e4chst auf den Verkehrsachsen, auf denen sich der Austausch von G\u00fctern, Menschen, Ideen sprunghaft vervielfacht hat. Wo einmal eine gro\u00dfe Grenze, ein Ende der Welt war, ist inzwischen die Grenz\u00fcberschreitung, millionenmal und Tag f\u00fcr Tag zur Routine, zum Alltag geworden &#151; dies ist immer der sicherste Beleg daf\u00fcr, dass sich etwas grundlegend ge\u00e4ndert hat. Es gab eine Zeit, in den turbulenten 1990er Jahren, da schien ganz Europa auf den Beinen zu sein, im Ameisenhandel, auf den Basaren, an den Grenz\u00fcberg\u00e4ngen und vor den Konsulaten. Die Bewegung ist mittlerweile in geordnete Bahnen gelenkt. Aber es ist keine Frage, dass das ganze Koordinatensystem sich ver\u00e4ndert hat. Europa wird neu vermessen. St\u00e4dte, die durch die Grenze getrennt waren, sind wieder zu Nachbarst\u00e4dten geworden. Grenzlandschaften und tote Zonen sind zur\u00fcck in den Strudel der Bewegung gezogen. Verkehrswege, die verwaist waren, sind wieder in Betrieb genommen. Jeder, der auf der Strecke Berlin-Breslau oder Posen-Warschau-Moskau unterwegs war, kann das best\u00e4tigen. Noch immer arbeitet man daran, den Stand, den Europa schon einmal er-reicht hatte, wieder zu erreichen: in vier Stunden von Berlin nach Breslau zum Beispiel. Es geht hier nicht nur um Verkehr, Stra\u00dfenbau, blo\u00df Technisches, Infrastruktur, sondern um die Verfertigung des Lebenshorizonts, in dem wir f\u00fcrderhin leben werden, darum, wo unsere Kinder studieren oder ihren Urlaub verbringen werden: nicht nur in Paris, sondern auch in Krakau, nicht nur an der spanischen K\u00fcste, sondern vielleicht in Nida oder Zakopane. F\u00fcr Kreisau\/Krzyzowa gesprochen, hei\u00dft das: Schlesien mit seiner grandiosen Metropole Breslau ist zur\u00fcckkatapultiert in die Mitte Europas. Es mangelt noch an guten und schnellen Verbindungen. Es geht um die Herstellung von N\u00e4he, die Produktion von Nachbarschaft, von neuen, gefestigten Alltagsroutinen. Kreisau ist l\u00e4ngst nicht mehr der Ort hinter den Sieben Bergen. Europas Vielgestaltigkeit, die Gemenge- und Mischlagen, an denen es so reich war, werden wieder sichtbar. Die Grenzund \u00dcbergangsgebiete, fr\u00fcher einmal umstritten und misstrauisch be\u00e4ugt, werden nun als Territorien mit einer doppelten Geschichte besonders bedeutsam, gleichsam zu Klammern und Scharnieren des Neuen Europa.<\/p>\n<p>Kreisau ist einer jener Orte, wo und von wo aus sich die Sch\u00f6nheit Europas studieren l\u00e4sst. Es ist das wahre Wunder, dass Europa nach der Katastrophe noch einmal die Kraft zu einem Neuanfang gefunden hat. Wer h\u00e4tte geglaubt, dass Minsk und War-schau, das dem Erdboden gleichgemacht war, dass K\u00f6nigsberg\/Kaliningrad oder Berlin je wieder bewohnte, bewohnbare St\u00e4tten sein w\u00fcrden. Europa hatte nach dem Krieg seine Zonen verbrannter Erde, seine entv\u00f6lkerten W\u00fcstungen. Es ist wieder zu Kr\u00e4ften gekommen und bietet nicht wenig Inspiration f\u00fcr alles weitere.<\/p>\n<p>Die heutige Ausstellung im Schloss von Kreisau tr\u00e4gt den Titel In der Wahrheit leben. Und sie unternimmt den Versuch, den Widerstand von B\u00fcrgern in Europa gegen die Tyrannei gleich welcher Art zu zeigen. Hier findet man die Bilder von Andrej Sacharow und Helmuth James von Moltke, die K\u00e4mpfer von Solidarnosc, die Unterzeichner der Charta 77 und den Dissidenten und Exgeneral Petro Hryhorenko. Wir sehen Jacek Kuron auf der Schlosstreppe und Vasyl Stus beim Rundgang im Lager. Es sind immer irgendwie sich gleichende, leuchtende Gesichter. Es sind immer Konfrontationen: die Drohgeb\u00e4rde eines Volksgerichtshofes und ein Angeklagter, der nichts hat als sein Wort. Es geht hier um Personen und Pers\u00f6nlichkeiten, nicht so sehr um Parteien &#151; h\u00f6chstens um Moltkes Partei der Gleichgesinnten, eine Art \u00fcberparteiliche Sammlungsbewegung; es geht letztlich um Haltungen, f\u00fcr die man einsteht, nicht um Meinungen, die man auch haben kann. In dieser Ausstellung sind die Stationen der europ\u00e4ischen Freiheitstradition im 20. Jahrhundert nicht nebeneinander gestellt, sondern zusammengedacht. Wer will, kann aus dem Tableau des b\u00fcrgerschaftlichen Widerstands in Europa im 20. Jahrhundert seine Lehren ziehen.<\/p>\n<h5><span id=\"ein-kontinent-wird-neu-vermessen\">Ein Kontinent wird neu vermessen<\/span><\/h5>\n<p>Europa wird neu zusammengesetzt, die Akzente werden sich verschieben, das \u00f6stliche Europa braucht keine Stellvertreter mehr, sondern spricht mit eigener Stimme. Und er-z\u00e4hlt seine Geschichte, die auf anderen Erfahrungen beruht als jene, die wir &#151; im gl\u00fccklicheren Westen &#151; gemacht haben. Wir m\u00fcssen lernen, dass es kein Monopol auf Erfahrung und kein Monopol auf die Definition der Geschichte Europas gibt, solange nicht alle ihre Geschichten erz\u00e4hlt haben. Damit hat Europa eben erst begonnen. Es ist im Grunde eine unerh\u00f6rt sch\u00f6ne und ergreifende Situation, wenn Geschichten, die nie er-z\u00e4hlt werden konnten, endlich erz\u00e4hlt werden. Aber es ist auch unerh\u00f6rt schwer, zuzuh\u00f6ren, denn es geht fast immer um Kr\u00e4nkungen, Erniedrigungen, Schmerzen, die jemandem zugef\u00fcgt worden sind, um Gewalt und Gewaltt\u00e4tigkeit. Zuzuh\u00f6ren statt zu belehren, wahrhaben statt recht zu haben, Geschichten erz\u00e4hlen und Geschichten aushalten &#151; daf\u00fcr bedarf es eines Raumes, der durch Vertrauen gesch\u00fctzt und befestigt ist, in dem auch Missverst\u00e4ndnisse in Kauf genommen werden k\u00f6nnen, weil das Fundament fraglos intakt ist. Hier verf\u00e4llt niemand in Hysterie, hier treibt niemand ein kurzsichtiges Spiel um des parteipolitischen Vorteils willen. Auch hier geht es wieder um Errungenschaften der mitteleurop\u00e4ischen B\u00fcrgerrechtsbewegungen, des von ihr gepr\u00e4gten Stils und der von ihr gepr\u00e4gten \u00d6ffentlichkeit. Dieser Raum ist stark genug, um Differenzen auszuhalten, weil es im Grunds\u00e4tzlichen keinen Dissens gibt. In diesem gesch\u00fctzten Raum ist es m\u00f6glich, Trauer \u00fcber die verlorene Heimat zu empfinden, ohne des Revisionismus verd\u00e4chtigt zu werden. Hier darf \u00fcber Traumata gesprochen werden, ohne dass damit das Leid, das anderen zugef\u00fcgt wurde, legitimiert oder relativiert w\u00fcrde. In diesem Raum herrscht der Respekt vor der W\u00fcrde des Anderen. Es handelt sich um eine neue \u00f6ffentliche Kultur, die den Takt und die Intimit\u00e4t der alten Freundeskreise verbindet mit den Routinen der offenen Gesellschaft. Diese \u00d6ffentlichkeit ist in gewisser Weise immun gegen mediale Knalleffekte, ihre Haupttugend ist Gelassenheit, sie reagiert allergisch gegen alles, was nur nach Parteiengez\u00e4nk aussieht. Die mitteleurop\u00e4ischen Intellektuellen haben zu ihrer Zeit einen Terminus daf\u00fcr gepr\u00e4gt: Anti-Politik &#151; was gerade nicht hei\u00dft: sich aus der Politik herauszuhalten. Die Zeit f\u00fcr das Gespr\u00e4ch vor der Politik ist nicht vor\u00fcber, nicht die Intellektuellen sind passe, wie manche nach 1989 gemeint hatten, sondern ein Typ von Engagement, der nicht mehr auf der H\u00f6he der Zeit ist.<\/p>\n<p>Das alles sind Themen, die die ver\u00e4nderte Karte Europas aufgibt, und \u00fcber die sich an privilegierten Orten wie Kreisau sprechen l\u00e4sst. L\u00e4ngst ist klar, dass es dabei nichtnur um Polen und Deutschland geht, sondern auch um viele andere L\u00e4nder: die Ukraine, deren unerwartetes Auftauchen noch einmal die Karte Europas verschoben hat, die Staaten, die aus dem blutigen Zerfall Jugoslawiens hervorgegangen sind, es sind auch St\u00e4dte darunter, die auf der Karte des neuen Europa selbstverst\u00e4ndlich nicht fehlen d\u00fcrfen: Sankt Petersburg, Moskau, Odessa, auch Istanbul.<\/p>\n<p>F\u00fcr fast alles, was ich hier beschrieben habe, lie\u00dfe sich ein starkes Zitat bei den Kreisauern, den Vordenkern des nachfaschistischen, des nachtotalit\u00e4ren Europa finden: \u00fcber den einzigartigen Wert eines jeden Menschen und sein &#132;Hier stehe ich und kann nicht anders&#148;, \u00fcber die Bedeutung der &#132;kleinen Heimaten&#148; (mala oiczyzna), der Orte und Regionen, in denen sich das Leben abspielt, \u00fcber Weltl\u00e4ufigkeit und Weltzugewandtheit, die immun machen gegen Beschr\u00e4nktheit und Provinzialismus, auch \u00fcber die Verankerung im Glauben.<\/p>\n<p>Kreisau\/Krzyzowa, das solange aus unserem Horizont herausgefallen ist, ist wieder da. Es ist erreichbar, in wenigen Stunden. Es ist nicht blo\u00df eine Idee, sondern ein Ort, ein Geschichtsort, eine Werkstatt. Kreisau ist ein Ort von gro\u00dfem Zauber. Vor allem aber ist es einer jener privilegierten Schnittpunkte, von denen aus Europa &#151; das alte und das neue &#151; neu vermessen werden.<\/p>\n<p>* Der Beitrag beruht auf einer Rede, die anl\u00e4sslich der Gr\u00fcndung der Freya von Moltke-Stiftung f\u00fcr das Neue Kreisau am 16. Juni 2005 im Berliner E-Werk gehalten wurde.<\/p>\n","protected":false},"featured_media":0,"template":"","categories":[],"tags":[667],"autoren":[2269],"publikationen":[1430],"class_list":["post-11945","publikation","type-publikation","status-publish","hentry","tag-vorgaenge-artikel","autoren-karl-schloegel","publikationen-171-172"],"acf":[],"yoast_head":"<!-- This site is optimized with the Yoast SEO plugin v28.5 - https:\/\/yoast.com\/product\/yoast-seo-wordpress\/ -->\n<title>Das neue Kreisau - Humanistische Union<\/title>\n<meta name=\"robots\" content=\"index, follow, max-snippet:-1, max-image-preview:large, max-video-preview:-1\" \/>\n<link rel=\"canonical\" href=\"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/vorgaenge\/171-172\/publikation\/das-neue-kreisau\/\" \/>\n<meta property=\"og:locale\" content=\"de_DE\" \/>\n<meta property=\"og:type\" content=\"article\" \/>\n<meta property=\"og:title\" content=\"Das neue Kreisau - Humanistische Union\" \/>\n<meta property=\"og:description\" content=\"Eine intellektuelle Ortserkundung* aus: Vorg\u00e4nge Nr. 171\/172 ( Heft 3-4\/2005), S.235-243 Als ich im Fr\u00fchjahr 2005 zum ersten Mal in Kreisau war, dem ehemaligen schlesischen Gut der Moltkes und legend\u00e4rem Treffpunkt des Kreisauer Kreises, da stellte ich mir vor, mit jemandem, der den Ort und seine Geschichte kennt, \u00fcber das Gel\u00e4nde zu gehen. 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