{"id":11981,"date":"2004-12-04T22:30:00","date_gmt":"2004-12-04T21:30:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/publikation\/kritik-der-ungleichheit\/"},"modified":"2004-12-04T12:00:00","modified_gmt":"2004-12-04T11:00:00","slug":"kritik-der-ungleichheit","status":"publish","type":"publikation","link":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/vorgaenge\/168-vorgaenge\/publikation\/kritik-der-ungleichheit\/","title":{"rendered":"Kritik der Ungleichheit"},"content":{"rendered":"<p>\u00dcber die Natur gesellschaftlicher Unterschiede und deren Begr\u00fcndungen*<\/p>\n<p>aus: Vorg\u00e4nge 168 ( Heft 4\/2004 ), S. 4-11<\/p>\n<p><i>Die Abl\u00f6sung der Gerechtigkeit von der Gleichheit und ihre Anbindung an Anstand, Achtung und Respekt bedeuten einen Kniefall vor der Ungleichheit. &#132;M\u00fcssen wir uns mit einer Gesellschaftsordnung abfinden, in der alle Hoffnungen auf mehr Gleichheit gescheitert sind&#148;, fragt einer in gebeugter Haltung und sagt &#132;nein.&#148; Die Gleichheit muss nur &#132;neu verstanden werden&#148;. Es gilt ein Ich zu f\u00f6rdern, das \u00fcber gen\u00fcgend Selbstachtung verf\u00fcgt, um &#132;soziale Unterschiede positiv zu w\u00fcrdigen&#148; (Giddens 1997: 257-259). Was bei Nietzsche noch Teil eines provozierenden Programms zur Umwertung der Werte war, verkommt zu einer abgeschmackten Pflicht\u00fcbung. Darin erf\u00fcllt die &#132;Selbstachtung&#148; die Doppelfunktion von Skalpell und Nadel. Wer sich selbst ausreichend Achtung entgegenbringt, schneidet sich vom neidvollen Vergleichen ab, vern\u00e4ht die Wunde und bestreicht sie mit dem Balsam positiv erlebter Ungleichheit. Nach gegl\u00fcckter Operation versteht er die Gleichheit &#132;neu&#148;, als Gleichheit von Menschen, die sich ungeachtet achten, ungeachtet n\u00e4mlich der unter ihnen sich ausbreitenden Ungleichheit. Die Verlogenheit des Arguments wird durch das &#132;Angebot&#148; noch \u00fcberboten, das die Wohlhabenden den Armen f\u00fcr deren Lernbereitschaft unterbreiten. Sie erkl\u00e4ren sich bereit, etwas von ihrer guten Arbeit abzugeben. Die Beschenkten bezeigen ihre Dankbarkeit, indem sie soziale Verantwortung entwickeln und sich um die lokale Umwelt sorgen; ein &#132;Lebensstil-Abkommen&#148; der neuen, durch und durch vulg\u00e4ren Art. Durch ihre unverbindliche Zusage, die eine oder andere Arbeitsstunde an Bed\u00fcrftige abzutreten, kaufen sich die Inhaber guter und ausk\u00f6mmlicher Stellen von weiteren Verpflichtungen frei. Im kommoden Gef\u00fchl, dass ihre anspruchsvollen Funktionen von anderen kaum wahrgenommen werden k\u00f6nnen, werden sie diesen Vertrag, sollten sie ihn jemals zu Gesicht bekommen, gelassen unterzeichnen.<\/i><\/p>\n<p>***<\/p>\n<p>&#132;Gleichheit aller im Raum der F\u00e4higkeiten&#148;, das klingt schon besser. Bei diesem Arrangement hat nicht jeder dasselbe, aber jeder hat genug, um als gleichwertiger B\u00fcrger sprechen und handeln zu k\u00f6nnen. Sind diese Grundvoraussetzungen menschlicher Handlungsf\u00e4higkeit erf\u00fcllt, erscheinen &#132;dar\u00fcber hinausgehende Einkommensunterschiede im Prinzip unproblematisch&#148; (Anderson 2000: 155, 167). Sind sie das wirklich? Der soziale Zusammenhalt eines Gemeinwesens h\u00e4ngt nicht allein von der Handlungsf\u00e4higkeit der einzelnen, sondern auch von der realen M\u00f6glichkeit ab, als Ebenb\u00fcrtige miteinander in Kontakt zu treten. Die soziale Korrespondenz der Lebensweisen muss gewahrt bleiben, so dass jeder und jede imstande ist, sich in die Lage und die Vorstellungen der anderen hineinzuversetzen<\/p>\n<p>Die &#132;Kreuzung der sozialen Kreise&#148;, ein altes Thema der Soziologie, gewinnt in einer \u00c4ra rapide zunehmender Abschottung von Lebensformen und Lebensstilen unerw\u00fcnschte Aktualit\u00e4t. Eine stabile Kultur der Kooperation setzt dreierlei voraus: Menschen ohne existentielle \u00c4ngste, soziale Differenzen innerhalb der Grenzen des praktischen Gemeinsinns und Auftrieb von unten, die Chance unterprivilegierter Gruppen, Armut und Unselbst\u00e4ndigkeit zu \u00fcberwinden. Alle drei Faktoren zusammen definieren das unverzichtbare Ma\u00df an Gleichheit, das eine gerechte Gesellschaft auf demokratischer Grundlage voraussetzt. &#8211; Der gegenw\u00e4rtige Diskurs \u00fcber Teilhabe und Respekt, die ganze zeitgen\u00f6ssische Reformdebatte verletzen diese Voraussetzungen, ignorieren, dass alle sozialen Gruppen und nicht nur die Bessergestellten in der Lage sein sollten, an Entscheidungen \u00fcber das, was erhaltenswert und was zu opfern ist, mitzuwirken (Sen 2002: 289). Diese Mitwirkungsrechte, ihre Ausdehnung auf jene, die sie noch nicht oder nicht in vollem Umfang genie\u00dfen, sind das einzige Fortschrittskriterium f\u00fcr Gesellschaften, in denen Menschen Zweck der \u00dcbung sind (ebd.: 13f., 351). Das Argument des Mitstimmen- und Mitentscheiden-K\u00f6nnens jedes einzelnen Gesellschaftsmitglieds reguliert alle anderen Gerechtigkeitsdiskurse.<\/p>\n<p>Haushaltssanierung, Beschneidung konsumtiver Staatsausgaben, Verteilung knapper Ressourcen, Teilen ins Weniger, all dies untersteht zwei Bedingungen: Alle haben ein Recht darauf, vor dem Vollzug dieser Prozesse geh\u00f6rt zu werden, niemand darf sich in ihrem Ergebnis in Armut wiederfinden, und zwar nicht aus philanthropischen Erw\u00e4gungen, sondern weil sich Armut durch den Mangel an fundamentalen Verwirklichungschancen, durch sozialen Ausschluss zu erkennen gibt. &#132;Reformen&#148;, die auch nur gegen eine dieser Bedingungen versto\u00dfen, verwischen den Grundriss der sozialen Demokratie. Sie begr\u00fcnden ein Widerstandsrecht, das seine Legitimation aus dem Kampf gegen die Aufl\u00f6sung der Gesellschaft bezieht. Bedenkt, ihr Lobredner der Teilhabe, die Konsequenzen eures Lockrufs: Partizipation, die nicht mehr partizipieren darf, wird militant!<\/p>\n<p>***<\/p>\n<p>&#132;Unterschiede positiv zu w\u00fcrdigen&#148;, so lautet das Lernziel der neuen Gerechtigkeit. Was kommt ihm gesellschaftlich entgegen? Welche sozialen Differenzen lassen sich im demokratischen Wohlfahrtsstaat rechtfertigen, im Einklang mit seinen drei Grundbestimmungen: keine Armen, Mitwirkung aller am Gemeinwesen, Kreuzung der sozialen Kreise? Eine philosophische Antwort auf diese Fragen w\u00fcrde die deduktive Methode bevorzugen, Axiome der Gerechtigkeit postulieren und von ihnen ausgehend die Ph\u00e4nomene ordnen. F\u00fcr eine Erfahrungswissenschaft wie die Soziologie scheidet dieses Verfahren aus. Statt der ber\u00fchmten Zwillinge mit v\u00f6llig identischer nat\u00fcrlicher Ausstattung und gleichen sozialen Ausgangsbedingungen rechnet sie mit Durchschnittsexistenzen. Sie l\u00e4sst sich vom Urteilsverm\u00f6gen gew\u00f6hnlicher Akteure leiten, und wenn sie deren Urteile analysiert und systematisiert, dann anhand jener Kriterien, die diese selbst verwenden, wenn auch implizit.<\/p>\n<p>Gem\u00e4\u00df dieser induktiven Methode sind soziale Unterschiede dann &#132;gerechtfertigt&#148;, wenn sich in der Gesellschaft kein lauter und verbreiteter Widerspruch gegen sie erhebt; stillschweigende Duldung gen\u00fcgt. Einander widersprechende Urteile gelten dabei nicht als Mangel. Sie gehorchen der Logik des praktischen Sinns, der sich in Widerspr\u00fcchen herumtreibt, dieselben Unterschiede in einem Kontext anerkennt, in einem anderen verwirft (vgl. Bourdieu 1987 [1980]). Der Soziologe w\u00fcrde seine Aufgabe verfehlen, wollte er diese Widerspr\u00fcche gl\u00e4tten, der &#132;logischen Logik&#148; unterwerfen. Er vollzieht sie vielmehr nach, um jene Umschlagpunkte zu erfassen, an denen die Alltagserfahrung \u00fcber sich hinausgetrieben wird, einen Standpunkt verl\u00e4sst und einen anderen einnimmt. Die folgende Klassifikation allt\u00e4glicher Urteile \u00fcber soziale Differenzen entspringt dieser nachvollziehenden Einstellung.<\/p>\n<p>***<\/p>\n<p>Das bei weitem popul\u00e4rste Ph\u00e4nomen gerechtfertigter Unterschiede h\u00f6rt auf den Namen Leistung. Einer f\u00fchrt in materieller Hinsicht ein besseres Leben, weil er mehr leistet: Das leuchtet vielen ein. Die Spannweite dieses intuitiven Arguments ist jedoch betr\u00e4chtlich enger, als es zun\u00e4chst den Anschein hat. Die Voraussetzungen, unter denen sich ein &#132;Mehr&#148; oder &#132;Weniger&#148; einigerma\u00dfen verl\u00e4sslich ermitteln lassen, sind der Zahl nach ebenso \u00fcberschaubar wie in der Sache anspruchsvoll. Menschen m\u00fcssen die-selbe Arbeit versehen, sie m\u00fcssen \u00fcber ann\u00e4hernd dieselben k\u00f6rperlichen und geistigen F\u00e4higkeiten verf\u00fcgen und nicht zuletzt: Die Arbeit selbst muss messbar, quantifizierbar sein, und zwar auf der Ebene des einzelnen Individuums. Der Kreis jener Verrichtungen, die diesen Forderungen entsprechen, hat im Verlauf der zur\u00fcckliegenden Jahr-zehnte erheblich an Umfang abgenommen, und so verwundert es nicht, dass &#132;Leistung&#148; heute mehr denn je als Fiktion \u00fcber der Welt der sozialen Differenzen schwebt (so auch Gosepath 2004: 390-394). Dieselbe \u00f6konomische Philosophie, die die Leistung verherrlicht, der Postfordismus, betrog sie um die Grundlagen ihrer Vergewisserung: &#132;Das habe ich und ich allein in dieser Zeit vollbracht.&#148; Wer Unterschiede im Einkommen, im Lebensstandard mit dem Verweis auf die h\u00f6here oder geringere Leistung abspeist, will in neun von zehn F\u00e4llen betr\u00fcgen. Was der Manager dem angelernten Arbeiter voraus-hat, ist in der Regel weder seine Einsatzbereitschaft noch die Anspannung aller Kr\u00e4fte w\u00e4hrend der entgoltenen Arbeitszeit.<\/p>\n<p>***<\/p>\n<p>Wom\u00f6glich ist es die h\u00f6here<i> Qualifikation<\/i>. Nur, was hei\u00dft hier &#132;h\u00f6her&#148;? Das H\u00f6here bestimmt sich gew\u00f6hnlich dadurch, dass es das Niedere in sich einschlie\u00dft. Der Manager st\u00fcnde materiell besser da als der Angelernte, weil er im Unterschied zu diesem ein weites Spektrum jederzeit einsetzbarer Verm\u00f6gen kommandiert, weil er den Angelernten der Potenz nach in sich aufhebt.<\/p>\n<p>Gesellschaften mit ausgefeilter Arbeits- und Funktionsteilung verweisen diese Interpretation ins Reich der Schutzbehauptungen. \u00dcbergeordnete Positionen in der sozialen Hierarchie zeichnen sich zumeist durch dieselbe Spezialisierung aus wie untergeordnete; die Profilerweiterung von Berufsbildern hat diesen Trend gebremst, hier und da umgeleitet, aber nicht gebrochen. Meister gibt es in nahezu jedem Fach, quer durch die ganze Arbeitswelt, und hier, innerhalb der verschiedenen Professionen, sticht das Argument. Menschen, die dieselben oder einander verwandte Berufe aus\u00fcben, verst\u00e4ndigen sich ohne viel Worte dar\u00fcber, wer von ihnen \u00fcber das umf\u00e4nglichere Repertoire an Kenntnissen und F\u00e4higkeiten verf\u00fcgt. Insofern erl\u00e4utert die &#132;h\u00f6here Qualifikation&#148; die &#132;Leistung&#148;: x leistet mehr als y (verdient daher auch mehr), weil er auf seinem Gebiet der fachlich Kompetenteste ist. Was auf diese Weise gerecht-fertigt wird, sind Einkommens- und Prestigedifferenzen auf den einzelnen Plateaus der Erwerbsgesellschaft, nicht zwischen ihnen.<\/p>\n<p>Aber vielleicht war &#132;h\u00f6her&#148; nur ein ungeschickter Ausdruck, geht es in Wahrheit um intensivere Qualifikation, um den Umstand also, dass sich x w\u00e4hrend l\u00e4ngerer Zeit auf seinen Beruf vorbereitet hat als y, engagierter, verzichtsbereiter. Dann h\u00e4tten wir es mit einer Aufrechnung fr\u00fcherer Entbehrungen mit sp\u00e4teren Gratifikationen zu tun. Als sich die meisten anderen den gewohnheitsm\u00e4\u00dfigen Gen\u00fcssen und Zerstreuungen seiner\/ihrer Jahrg\u00e4nge hingaben, durchlief er\/sie eine harte Charakterschule, die eigene Bestimmung schon deutlicher im Blick. Was w\u00e4re gerechter als eine angemessene Entsch\u00e4digung der aufgesparten Freuden zu gegebener Zeit? &#151; F\u00fcr die Logik des praktischen Sinns, der solche Erw\u00e4gungen zutiefst vertraut sind, ein schwer zu widerlegendes Argument. Diskutieren lie\u00dfe sich allenfalls \u00fcber die H\u00f6he der Entsch\u00e4digung; der Anspruch selbst besteht zu Recht. Er gewinnt zus\u00e4tzliche Plausibilit\u00e4t vor dem Hintergrund einer Epoche, die sich als &#132;Wissensgesellschaft&#148; versteht, systematische, speziell akademische Ausbildung und sozialen Rang in eine eineindeutige Beziehung setzt.<\/p>\n<p><i>Cieverness<\/i> ist eine weitere Umschreibung f\u00fcr &#132;h\u00f6here Qualifikation&#148;. X war klug, vor allem risikobewusst genug, sich f\u00fcr einen Beruf zu entscheiden, den seinerzeit nur wenige ergriffen; y dagegen schwamm im Strom der Zeit und lernte, was damals Mode war. Dass der Pionier Pr\u00e4mien einstreicht und nicht der Mitl\u00e4ufer, kann in Gesellschaften, die das Gesp\u00fcr f\u00fcr Knappheit reich belohnen, kaum einem Zweifel unterliegen; das ist, bleibt man im Horizont des Marktes, nur gerecht, Anlass zum Kummer, nicht zur Klage: &#132;Ich h\u00e4tte mich fr\u00fchzeitig in eine andere Richtung orientieren sollen!&#148;<\/p>\n<p>***<\/p>\n<p>Kommt das Talent ins Spiel, erst das &#132;Genie&#148;, h\u00f6rt sogar dieser Kummer auf. Qualifikationen kann man erwerben oder verpassen, Talente erbt man. Vor der einmaligen Anlage, der seltenen und kostbaren Disposition verstummt die Kritik des gesunden Menschenverstandes. Welches Argument, das nicht sogleich dem Neid verf\u00e4llt, sollte er schon bem\u00fchen? Dieser Unterschied stammt direkt ab vom Adel der Natur, und wenn es hier etwas zu murren gibt, dann \u00fcber die Sorglosigkeit, mit der der Begabte seine Mitgift h\u00fctet. Denn anders als bei der reinen Naturgabe, der respektgebietenden Statur, bei Ebenma\u00df und Sch\u00f6nheit, die in sich selbst vollendet sind, weiteren Zutuns, au\u00dfer Pflege, nicht bed\u00fcrftig, handelt es sich beim Talent um eine Anlage, die ausgebildet, kultiviert werden muss, um zur vollen Bl\u00fcte zu gelangen. &#132;Talent ist Interesse&#148; (wie der Dichter etwas \u00fcbertrieben sagt), Selbstergreifung, Selbstbefruchtung des gl\u00fccklich An-gelegten. Geschieht das in w\u00fcnschenswertem Ma\u00dfe, welche Reaktion w\u00e4re statthafter als Bewunderung: &#132;Dass es so etwas gibt, ich k\u00f6nnte das nicht!&#148; Erntet das gereifte Talent verdienten Ruhm, verwandelt es den Ruhm in bare M\u00fcnze, was macht es anderen streitig? Nichts. Als verk\u00f6rperte Knappheit par excellence, Qualifikation im Modus der Empf\u00e4ngnis, empf\u00e4ngt es nur das ihm Geb\u00fchrende.<\/p>\n<p>Mit der h\u00f6chsten Steigerung des Talents, mit der Naturgabe, verf\u00e4hrt die Logik des praktischen Sinns weniger ehrerbietig. Paradoxerweise. Entscheidet die Mitgift doch hier so gut wie alles, die Ausbildung beinahe nichts. Gleichwohl erk\u00fchnen sich ganz gew\u00f6hnliche Menschen des Vergleichs mit den Auserw\u00e4hlten, modellieren sie ihre K\u00f6rper, ihr \u00c4u\u00dferes, ihr Antlitz nach den Abbildern der Unikate, verwandeln sie in eine oftmals harte Arbeit, in Tortur, was als Dasein ohne Grund und Auftrag jeder Arbeit spottet. Ihre verzweifelten Bem\u00fchungen enth\u00fcllen eine kulturelle Konstellation, die der Natur, die M\u00fche noch verlangt, gewogener ist als der Natur, die feiert. Noch. &#151; Noch? Ist nach dem Sch\u00f6nheitswahn der Talentewahn nicht bereits ausgebrochen? Kann der-weil nicht jeder schreiben, der den Griffel halbwegs halten kann? Und singen, was die Stimmb\u00e4nder erlauben? Und schauspielern, dass sich die ber\u00fchmten Balken biegen? Dem Herrn ins Handwerk greifen, zwanghafte Kultivierung, Maskerade, Chirurgie mit oder ohne Messer, die die Sch\u00f6pfung mit verbissenen Lippen nach\u00e4fft, so geht die Melodie, nach der der Geist der Zeit sein Spottlied auf die Zeit des Geistes tr\u00e4llert. Kulturgesellschaft? Du liebe G\u00fcte! &#151; Verbeugung des Kulturpessimisten. Sp\u00e4rlicher Applaus. Abgang.<\/p>\n<p>***<\/p>\n<p>R\u00fcckkehr des Analytikers. In der ebenso tatkr\u00e4ftigen wie \u00fcberwiegend aussichtslosen Weigerung, naturgegebene Unterschiede hinzunehmen, artikuliert sich ein Ungerechtigkeitsempfinden, f\u00fcr das es scheinbar keinen Adressaten gibt. Wo ist die juristische oder \u00f6ffentliche Instanz, die Klagen gegen das Unrecht der Natur auch nur zur Kenntnis n\u00e4hme? Kein Tatbestand, ergo auch kein Verfahren, &#132;Revision&#148; der G\u00fcterverteilung auf eigenes Risiko und zum vorz\u00fcglichen Nutzen der Gesch\u00e4ftemacher dieser Branche. Besitzen die Kl\u00e4ger nicht dennoch dasselbe Recht auf Anh\u00f6rung wie Voltaire, der das Erdbeben von Lissabon als &#132;skandal\u00f6sen Unfug der Natur&#148; verurteilte? Gr\u00f6\u00dferes Recht vielleicht sogar als dieser? Ist es wirklich nur schicksalsblinde F\u00fcgung, die die einen mit \u00fcberragenden Begabungen, kr\u00e4ftiger Konstitution, gewinnendem \u00c4u\u00dferen ausstattet, andere nur eben so bedenkt, noch andere mit Handikaps versieht? Bilden diese Differenzen nicht das vorl\u00e4ufige, revidierbare Fazit einer weit in die Vergangenheit blicken-den Bildungsgeschichte menschlicher Sinne und Verm\u00f6gen? Muss man in und hinter ihnen nicht das Wirken sozialer und kultureller M\u00e4chte aufsp\u00fcren, die die Individuen auf Kasten, Schichten, St\u00e4nde und Klassen verteilten, in beg\u00fcterte oder notleidende Familien hineinversetzten, in kulturell reiche oder karge Milieus? Ist, was wir allzu eilig und oberfl\u00e4chlich als Urteil der Natur bezeichnen, nicht in Wahrheit das Produkt der sozialen Vererbung, gespeichertes Unrecht, weit kritikw\u00fcrdiger als das Lissabonner Beben?<\/p>\n<p>Die &#132;nat\u00fcrlichen&#148; Unterschiede sowie die aus ihnen erwachsenden Vor- und Nach-teile sind ebenso willk\u00fcrlich wie jene, die wir auf den ersten Blick als gesellschaftlich bedingt erkennen. Es gibt kein Dokument der Kultur, das nicht auch eines der Barbarei w\u00e4re, hei\u00dft es sinngem\u00e4\u00df bei Benjamin. Wir stehen bezaubert vor den Werken Myrons oder Tizians und \u00fcbersehen den Friedhof unterdr\u00fcckter M\u00f6glichkeiten, der sich unmittelbar dahinter erstreckt. Schuldlos schuldig, gleich ihnen, ist das sch\u00f6ne Gesicht im Alltag. &#132;Eigentum ist Diebstahl!&#148; wetterte Proudhon. Die Sch\u00f6pfungen von Phantasie und Intellekt, Anmut, Grazie, das ganze Universum interesselosen Wohlgefallens, auch: Diebstahl? Gewiss, nur ohne haftbaren Dieb. Das Unrecht ist verj\u00e4hrt seit abertausend Jahren. Ein Feldzug gegen alles Sch\u00f6ne und Gelungene, auf seine Ausl\u00f6schung bedacht, w\u00e4re die reine Barbarei. &#151; Also kein Prozess, trotz Tatbestand? Jedenfalls kein r\u00fcckwirkender. Auf die Gegenwart, mehr noch auf die Zukunft bezogen, stiftet der Versuch einer Wiedergutmachung durchaus Sinn.<\/p>\n<p>***<\/p>\n<p>Unter den gesellschaftlich umlaufenden Begr\u00fcndungen f\u00fcr die Ungleichheit unter den Menschen kommt dem Ph\u00e4nomen der Verantwortung herausgehobene Bedeutung zu. Jemand genie\u00dft h\u00f6heres Ansehen, gebietet \u00fcber einen reicheren Fundus an Existenzmitteln, an Entfaltungsm\u00f6glichkeiten, weil seine Funktion mit einschneidenden Konsequenzen f\u00fcr das Leben und \u00dcberleben anderer einhergeht. Ob der Betreffende unmittelbar mit Menschen oder mit Dingen befasst ist, ob er, im ersten Fall, Verantwortung f\u00fcr viele oder wenige tr\u00e4gt, ist dabei nebens\u00e4chlich. Entscheidend sind die Auswirkungen seines Tuns wie seines Unterlassens f\u00fcr andere Menschen, und hierbei reichen sich der Staatsmann, der Pilot, der Lotse, der Richter und der Arzt die H\u00e4nde.<\/p>\n<p>Gew\u00f6hnlich f\u00fcgt sich der Alltagsverstand in Differenzen, die mit den langfristigen und schwerwiegenden Folgen des Handelns einzelner begr\u00fcndet werden. Wer im Flug-zeug sitzt oder einer ernsten Operation entgegensieht, billigt den f\u00fcr das jeweilige Gelingen Verantwortlichen leichten Herzens ein Mehrfaches ihrer tats\u00e4chlichen Bez\u00fcge zu. Versagen sie, schl\u00e4gt die wohlfeile Gesinnung in die Erbitterung dar\u00fcber um, dass alles Geld dieser Welt offenkundig nicht gen\u00fcgt, um das mindeste zu gew\u00e4hrleisten, dessen man sich in solchen Situationen zu versehen w\u00fcnscht, Pflichtbewusstsein und Zuverl\u00e4ssigkeit. Dann geht jede Putzfrau sorgsamer zu Werke.<\/p>\n<p>Die gener\u00f6se wie die emp\u00f6rte Haltung zeugen von der tiefen Verankerung der &#132;Verantwortung&#148; im Begr\u00fcndungshaushalt der Ungleichheit. Kritik vermag hier wenig aus-zurichten. Dass der Minister, der Chirurg, der Flugkapit\u00e4n ihre Professionen frei gew\u00e4hlt haben, nicht zuletzt wegen der damit verbundenen Verantwortung, dass sie, vor die Wahl gestellt, weniger Geld oder weniger Entscheidungsbefugnisse zu akzeptieren, finanzielle Abschl\u00e4ge mit hoher Wahrscheinlichkeit als das geringere \u00dcbel ans\u00e4hen, mag alles richtig sein, verunsichert die spontane Zustimmung zu dieser Ungleichheit je-doch nur marginal. Am ehesten noch in bezug auf die Politiker, denen man alles zutraut, auch Gier. Das betagte Gegenargument, demzufolge hohe Verantwortung ein Genuss und deshalb Lohn genug sei, dass deren Abwesenheit eigentlich reiche Entsch\u00e4digung verdiene, es greift nicht recht.<\/p>\n<p>***<\/p>\n<p>Die Inanspruchnahme der Unparteilichkeit als sozialer Unterscheidungsgrund kann als eine Variante des Verantwortungsdiskurses gelten. Seiner Verantwortung gerecht werden hei\u00dft, sie gegen jedermann zu \u00fcben, ohne Ansehen der Person, sine ira et studio, hei\u00dft insbesondere, sie sich nicht abkaufen zu lassen. Vielf\u00e4ltig wie ihre Anl\u00e4sse sind die Erscheinungsformen von Bestechung und Bestechlichkeit. Der Verk\u00e4ufer, der &#132;treue&#148; Kunden durch Leistungen au\u00dfer der Reihe an sich bindet, gibt daf\u00fcr ein l\u00e4ssliches Exempel, der Baudezernent, der sich f\u00fcr die Vergabe eines Auftrags schmieren l\u00e4sst, ein justiziables. Je mehr einer aufgrund seiner Funktion zu vergeben hat, desto anf\u00e4lliger f\u00fcr Vorteilsnahmen ist er objektiv, desto sicherer wollen wir sein, dass er unparteiisch agiert, pers\u00f6nlich unabh\u00e4ngig, sachbezogen. Der Gesetzgeber soll einzig seinen politischen \u00dcberzeugungen, der Richter dem Gesetzbuch sowie Verfahrensregeln folgen, der Polizist auf Abstand bleiben zum &#132;Milieu&#148;.<\/p>\n<p>Die Verwirklichung dieser Forderungen ringt mit der Schw\u00e4che der menschlichen Natur, wie jeder aus eigener Erfahrung wei\u00df. Der Beg\u00fcnstigte von heute kandidiert f\u00fcr\u00a0 den Gesch\u00e4digten von morgen, und daher liegt es im Interesse aller, der Verf\u00fchrbarkeit rechtzeitig und pragmatisch vorzubeugen. Wir verabscheuen die Korruption, tragen gegen\u00fcber der legalen Bestechung gesellschaftlicher Funktionstr\u00e4ger dagegen kaum Bedenken. Sie sollen Geh\u00e4lter beziehen, die der Charakterst\u00e4rke \u00fcber jene Schwelle helfen, die Versuchung hei\u00dft. Was der Verweis auf Leistung und Qualifikation nur schwerlich erreichen kann, bewirkt das Gespenst einer notorisch parteiischen Wahrnehmung \u00f6ffentlicher \u00c4mter beinahe zwanglos: unsere stillschweigende Zustimmung zur Au\u00dferkraftsetzung der Gleichheitsregel. Wieder ist es der Politiker als sozialer Typus, dem wir die Zulage noch am ehesten missg\u00f6nnen, um so mehr, als wir seiner Parteinahme f\u00fcr Wirtschaftsinteressen tagt\u00e4glich gewahr werden; er mag zum Teil dem<br \/>Stra\u00dfenpolizisten \u00fcberlassen, was er umsonst, weil ohne die erhoffte Wirkung f\u00fcr sich beansprucht.<\/p>\n<p>Eine Bedingung behalten wir uns freilich vor: das &#132;Charaktergeld&#148; geh\u00f6rt dem Individuum nur als dem Repr\u00e4sentanten der Funktion. Die wilde Vorteilsnahme, die sich der legalen aufpfropft wie ein Prachtgewand dem an sich schon erlesenen Kost\u00fcm, findet vor dem Gerichtshof des allt\u00e4glichen Ungerechtigkeitsempfindens keine Gnade. Der &#132;Volkszorn&#148; \u00fcber bestechliche Funktionstr\u00e4ger best\u00e4tigt indirekt die verbreitete Anerkennung der Unparteilichkeit als diskussionsw\u00fcrdiger Grundlage sozialer Privilegien auf Zeit und f\u00fcr begrenzte Zwecke.<\/p>\n<p>***<\/p>\n<p>Liegen die hier versammelten Bestimmungsgr\u00fcnde hinnehmbarer Ungleichheit wirklich auf derselben Ebene? Wechselt, wer von Einkommen, Bildung, Begabung, \u00f6ffentlichen \u00c4mtern spricht, nicht fortgesetzt die Sph\u00e4re? M\u00fcssen sich \u00f6konomische Rangordnungen zwangsl\u00e4ufig in kulturelle und politische \u00fcbersetzen? W\u00e4re, mit anderen Worten, der tolerierbare Spielraum f\u00fcr soziale Unterschiede nicht erheblich gr\u00f6\u00dfer, wenn sie sich in ihren angestammten Grenzen hielten? Das w\u00e4re zweifelsfrei der Fall. Nichts vertritt der Chancengleichheit, schon der formalen, anma\u00dfender den Weg als die freie Konvertierbarkeit von Geld, \u00f6ffentlichem Einfluss und politischer Macht. Um arglos mit sozialen Abstufungen umgehen, um Gefallen an &#132;komplexer Gleichheit&#148; finden zu k\u00f6nnen, muss gew\u00e4hrleistet sein, &#132;dass die Position eines B\u00fcrgers in einer bestimmten Sph\u00e4re oder hinsichtlich eines bestimmten sozialen Gutes nicht unterh\u00f6hlt werden kann durch seine Stellung in einer anderen Sph\u00e4re oder hinsichtlich eines anderen Gutes&#148; (Walzer 1992: 49). Nur verh\u00e4lt es sich nicht so. &#150; Der Springpunkt der illegitimen \u00dcbertragungsrechte liegt in der Dominanz des Kapitals au\u00dferhalb des Marktes; sie vor allem verleiht dem Gegenwartskapitalismus sein zudringliches Wesen. Beschr\u00e4nkung, Einhegung \u00f6konomischer Macht, so dass die Wirtschaft tats\u00e4chlich in der Wirtschaft stattfindet und nur dort, ist die Grundbedingung dieses differenzierten Gerechtigkeitsverst\u00e4ndnisses; sie fordert nichts Geringeres als den Mut, mit dem Kapitalismus in seiner jetzigen Gestalt zu brechen.<\/p>\n<p>* Dieser Beitrag beruht auf einem Abschnitt aus Wolfgang Englers Buch B\u00fcrger, ohne Arbeit. F\u00fcr<br \/>eine radikale Neugestaltung der Gesellschaft, das Ende Februar 2005 im Aufbau Verlag erscheint.<\/p>\n<p><b>Literatur<\/b><\/p>\n<p>Anderson, Elisabeth S. 2000: Warum eigentlich Gleichheit?; in: Krebs, Angelika (Hg): Gleichheit oder Gerechtigkeit. Texte der neuen Egalitarismusforschung, Frankfurt\/Main, S.117-171<br \/>Bourdieu, Pierre 1984 [1979]: Die feinen Unterschiede. Kritik der gesellschaftlichen Urteilskraft, Frankfurt Main [frz. Orig.: La distinction. Critique sociale du jugement, Paris] Bourdieu, Pierre 1987 [1980]: Sozialer Sinn. Kritik der theoretischen Vernunft, Frankfurt\/Main [frz.<br \/>Orig.: Le sens pratique, Paris] Giddens , Anthony 1997: Jenseits von Links und Rechts. Die Zukunft radikaler Demokratie, Frankfurt\/Main<br \/>Gosepath, Stefan 2004: Gleiche Gerechtigkeit. Grundlagen eines liberalen Egalitarismus, Frankfurt\/Main Krugman , Paul 2000: Schmalspur-\u00d6konomie. Die 27 popul\u00e4rsten Irrt\u00fcmer \u00fcber Wirtschaft, Frankfurt\/Main(New York Rawls, John 1975: Eine Theorie der Gerechtigkeit, Frankfurt\/Main Sen, Amartya 2002: \u00d6konomie f\u00fcr den Menschen. Wege zu Gerechtigkeit und Solidarit\u00e4t in der Marktwirtschaft, M\u00fcnchen Walzer, Michael 1992: Sph\u00e4ren der Gerechtigkeit. Ein Pl\u00e4doyer f\u00fcr Pluralit\u00e4t und Gleichheit, Frankfurt\/MainlNew York<\/p>\n","protected":false},"featured_media":0,"template":"","categories":[],"tags":[667],"autoren":[2293],"publikationen":[2812],"class_list":["post-11981","publikation","type-publikation","status-publish","hentry","tag-vorgaenge-artikel","autoren-wolfgang-engler","publikationen-168-vorgaenge"],"acf":[],"yoast_head":"<!-- This site is optimized with the Yoast SEO plugin v28.5 - https:\/\/yoast.com\/product\/yoast-seo-wordpress\/ -->\n<title>Kritik der Ungleichheit - Humanistische Union<\/title>\n<meta name=\"robots\" content=\"index, follow, max-snippet:-1, max-image-preview:large, max-video-preview:-1\" \/>\n<link rel=\"canonical\" href=\"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/vorgaenge\/168-vorgaenge\/publikation\/kritik-der-ungleichheit\/\" \/>\n<meta property=\"og:locale\" content=\"de_DE\" \/>\n<meta property=\"og:type\" content=\"article\" \/>\n<meta property=\"og:title\" content=\"Kritik der Ungleichheit - Humanistische Union\" \/>\n<meta property=\"og:description\" content=\"\u00dcber die Natur gesellschaftlicher Unterschiede und deren Begr\u00fcndungen* aus: Vorg\u00e4nge 168 ( Heft 4\/2004 ), S. 4-11 Die Abl\u00f6sung der Gerechtigkeit von der Gleichheit und ihre Anbindung an Anstand, Achtung und Respekt bedeuten einen Kniefall vor der Ungleichheit. &#132;M\u00fcssen wir uns mit einer Gesellschaftsordnung abfinden, in der alle Hoffnungen auf mehr Gleichheit gescheitert sind&#148;, fragt [weiterlesen]\" \/>\n<meta property=\"og:url\" content=\"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/vorgaenge\/168-vorgaenge\/publikation\/kritik-der-ungleichheit\/\" \/>\n<meta property=\"og:site_name\" content=\"Humanistische Union\" \/>\n<meta name=\"twitter:card\" content=\"summary_large_image\" \/>\n<meta name=\"twitter:site\" content=\"@humunion\" \/>\n<meta name=\"twitter:label1\" content=\"Gesch\u00e4tzte Lesezeit\" \/>\n\t<meta name=\"twitter:data1\" content=\"18\u00a0Minuten\" \/>\n<script type=\"application\/ld+json\" class=\"yoast-schema-graph\">{\"@context\":\"https:\\\/\\\/schema.org\",\"@graph\":[{\"@type\":\"WebPage\",\"@id\":\"https:\\\/\\\/www.humanistische-union.de\\\/publikationen\\\/vorgaenge\\\/168-vorgaenge\\\/publikation\\\/kritik-der-ungleichheit\\\/\",\"url\":\"https:\\\/\\\/www.humanistische-union.de\\\/publikationen\\\/vorgaenge\\\/168-vorgaenge\\\/publikation\\\/kritik-der-ungleichheit\\\/\",\"name\":\"Kritik der Ungleichheit - Humanistische Union\",\"isPartOf\":{\"@id\":\"https:\\\/\\\/www.humanistische-union.de\\\/#website\"},\"datePublished\":\"2004-12-04T21:30:00+00:00\",\"breadcrumb\":{\"@id\":\"https:\\\/\\\/www.humanistische-union.de\\\/publikationen\\\/vorgaenge\\\/168-vorgaenge\\\/publikation\\\/kritik-der-ungleichheit\\\/#breadcrumb\"},\"inLanguage\":\"de\",\"potentialAction\":[{\"@type\":\"ReadAction\",\"target\":[\"https:\\\/\\\/www.humanistische-union.de\\\/publikationen\\\/vorgaenge\\\/168-vorgaenge\\\/publikation\\\/kritik-der-ungleichheit\\\/\"]}]},{\"@type\":\"BreadcrumbList\",\"@id\":\"https:\\\/\\\/www.humanistische-union.de\\\/publikationen\\\/vorgaenge\\\/168-vorgaenge\\\/publikation\\\/kritik-der-ungleichheit\\\/#breadcrumb\",\"itemListElement\":[{\"@type\":\"ListItem\",\"position\":1,\"name\":\"Publikationen\",\"item\":\"https:\\\/\\\/www.humanistische-union.de\\\/publikationen\\\/\"},{\"@type\":\"ListItem\",\"position\":2,\"name\":\"vorg\u00e4nge\",\"item\":\"https:\\\/\\\/www.humanistische-union.de\\\/publikationen\\\/vorgaenge\\\/\"},{\"@type\":\"ListItem\",\"position\":3,\"name\":\"vorg\u00e4nge Nr. 168: Ungleichheit als Schicksal?\",\"item\":\"https:\\\/\\\/www.humanistische-union.de\\\/publikationen\\\/vorgaenge\\\/168-vorgaenge\\\/\"},{\"@type\":\"ListItem\",\"position\":4,\"name\":\"Kritik der Ungleichheit\"}]},{\"@type\":\"WebSite\",\"@id\":\"https:\\\/\\\/www.humanistische-union.de\\\/#website\",\"url\":\"https:\\\/\\\/www.humanistische-union.de\\\/\",\"name\":\"Humanistische Union\",\"description\":\"\",\"publisher\":{\"@id\":\"https:\\\/\\\/www.humanistische-union.de\\\/#organization\"},\"potentialAction\":[{\"@type\":\"SearchAction\",\"target\":{\"@type\":\"EntryPoint\",\"urlTemplate\":\"https:\\\/\\\/www.humanistische-union.de\\\/?s={search_term_string}\"},\"query-input\":{\"@type\":\"PropertyValueSpecification\",\"valueRequired\":true,\"valueName\":\"search_term_string\"}}],\"inLanguage\":\"de\"},{\"@type\":\"Organization\",\"@id\":\"https:\\\/\\\/www.humanistische-union.de\\\/#organization\",\"name\":\"Humanistische Union e.V.\",\"url\":\"https:\\\/\\\/www.humanistische-union.de\\\/\",\"logo\":{\"@type\":\"ImageObject\",\"inLanguage\":\"de\",\"@id\":\"https:\\\/\\\/www.humanistische-union.de\\\/#\\\/schema\\\/logo\\\/image\\\/\",\"url\":\"https:\\\/\\\/www.humanistische-union.de\\\/wp-content\\\/uploads\\\/2023\\\/09\\\/HU-LOGO-blau_RGB-high-scaled-e1704725806773.jpg\",\"contentUrl\":\"https:\\\/\\\/www.humanistische-union.de\\\/wp-content\\\/uploads\\\/2023\\\/09\\\/HU-LOGO-blau_RGB-high-scaled-e1704725806773.jpg\",\"width\":1000,\"height\":536,\"caption\":\"Humanistische Union e.V.\"},\"image\":{\"@id\":\"https:\\\/\\\/www.humanistische-union.de\\\/#\\\/schema\\\/logo\\\/image\\\/\"},\"sameAs\":[\"https:\\\/\\\/x.com\\\/humunion\",\"https:\\\/\\\/mastodon.social\\\/@humunion\",\"https:\\\/\\\/bsky.app\\\/profile\\\/humanistischeunion.bsky.social\"]}]}<\/script>\n<!-- \/ Yoast SEO plugin. -->","yoast_head_json":{"title":"Kritik der Ungleichheit - Humanistische Union","robots":{"index":"index","follow":"follow","max-snippet":"max-snippet:-1","max-image-preview":"max-image-preview:large","max-video-preview":"max-video-preview:-1"},"canonical":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/vorgaenge\/168-vorgaenge\/publikation\/kritik-der-ungleichheit\/","og_locale":"de_DE","og_type":"article","og_title":"Kritik der Ungleichheit - Humanistische Union","og_description":"\u00dcber die Natur gesellschaftlicher Unterschiede und deren Begr\u00fcndungen* aus: Vorg\u00e4nge 168 ( Heft 4\/2004 ), S. 4-11 Die Abl\u00f6sung der Gerechtigkeit von der Gleichheit und ihre Anbindung an Anstand, Achtung und Respekt bedeuten einen Kniefall vor der Ungleichheit. &#132;M\u00fcssen wir uns mit einer Gesellschaftsordnung abfinden, in der alle Hoffnungen auf mehr Gleichheit gescheitert sind&#148;, fragt [weiterlesen]","og_url":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/vorgaenge\/168-vorgaenge\/publikation\/kritik-der-ungleichheit\/","og_site_name":"Humanistische Union","twitter_card":"summary_large_image","twitter_site":"@humunion","twitter_misc":{"Gesch\u00e4tzte Lesezeit":"18\u00a0Minuten"},"schema":{"@context":"https:\/\/schema.org","@graph":[{"@type":"WebPage","@id":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/vorgaenge\/168-vorgaenge\/publikation\/kritik-der-ungleichheit\/","url":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/vorgaenge\/168-vorgaenge\/publikation\/kritik-der-ungleichheit\/","name":"Kritik der Ungleichheit - Humanistische Union","isPartOf":{"@id":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/#website"},"datePublished":"2004-12-04T21:30:00+00:00","breadcrumb":{"@id":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/vorgaenge\/168-vorgaenge\/publikation\/kritik-der-ungleichheit\/#breadcrumb"},"inLanguage":"de","potentialAction":[{"@type":"ReadAction","target":["https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/vorgaenge\/168-vorgaenge\/publikation\/kritik-der-ungleichheit\/"]}]},{"@type":"BreadcrumbList","@id":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/vorgaenge\/168-vorgaenge\/publikation\/kritik-der-ungleichheit\/#breadcrumb","itemListElement":[{"@type":"ListItem","position":1,"name":"Publikationen","item":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/"},{"@type":"ListItem","position":2,"name":"vorg\u00e4nge","item":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/vorgaenge\/"},{"@type":"ListItem","position":3,"name":"vorg\u00e4nge Nr. 168: Ungleichheit als Schicksal?","item":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/vorgaenge\/168-vorgaenge\/"},{"@type":"ListItem","position":4,"name":"Kritik der Ungleichheit"}]},{"@type":"WebSite","@id":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/#website","url":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/","name":"Humanistische Union","description":"","publisher":{"@id":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/#organization"},"potentialAction":[{"@type":"SearchAction","target":{"@type":"EntryPoint","urlTemplate":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/?s={search_term_string}"},"query-input":{"@type":"PropertyValueSpecification","valueRequired":true,"valueName":"search_term_string"}}],"inLanguage":"de"},{"@type":"Organization","@id":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/#organization","name":"Humanistische Union e.V.","url":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/","logo":{"@type":"ImageObject","inLanguage":"de","@id":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/#\/schema\/logo\/image\/","url":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/wp-content\/uploads\/2023\/09\/HU-LOGO-blau_RGB-high-scaled-e1704725806773.jpg","contentUrl":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/wp-content\/uploads\/2023\/09\/HU-LOGO-blau_RGB-high-scaled-e1704725806773.jpg","width":1000,"height":536,"caption":"Humanistische Union e.V."},"image":{"@id":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/#\/schema\/logo\/image\/"},"sameAs":["https:\/\/x.com\/humunion","https:\/\/mastodon.social\/@humunion","https:\/\/bsky.app\/profile\/humanistischeunion.bsky.social"]}]}},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/hu-json\/wp\/v2\/publikation\/11981","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/hu-json\/wp\/v2\/publikation"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/hu-json\/wp\/v2\/types\/publikation"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/hu-json\/wp\/v2\/media?parent=11981"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/hu-json\/wp\/v2\/categories?post=11981"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/hu-json\/wp\/v2\/tags?post=11981"},{"taxonomy":"autoren","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/hu-json\/wp\/v2\/autoren?post=11981"},{"taxonomy":"publikationen","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/hu-json\/wp\/v2\/publikationen?post=11981"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}