{"id":11983,"date":"2004-12-04T21:30:00","date_gmt":"2004-12-04T20:30:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/publikation\/soziale-ungleichheit-im-internationalen\/"},"modified":"2021-08-31T10:13:59","modified_gmt":"2021-08-31T08:13:59","slug":"soziale-ungleichheit-im-internationalen","status":"publish","type":"publikation","link":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/vorgaenge\/168-vorgaenge\/publikation\/soziale-ungleichheit-im-internationalen\/","title":{"rendered":"Soziale Ungleichheit"},"content":{"rendered":"<p>Gesellschaftspolitische Einstellungen und reale Entwicklungen<\/p>\n<p>aus: Vorg&auml;nge Nr. 168 ( Heft 4\/2004 ), S.25-33<\/p>\n<p><i>Soziale Ungleichheit existiert, seit es Gesellschaften gibt. Die Frage der gerechten Verteilung stellte daher schon Aristoteles. Im Zuge der Industrialisierung des 19. Jahrhunderts eroberte sie jedoch mit nie da gewesener Dringlichkeit das &ouml;ffentliche Bewusstsein. Aber mit den nachfrageorientierten Politikrezepten des Keynesianismus, die nach der Weltwirtschaftskrise in den USA und nach dem Zweiten Weltkrieg in Westeuropa vorherrschend wurden, hatte die Ungleichheit der Einkommen schrittweise in den Industrienationen abgenommen: Im Ergebnis stand dem &auml;rmsten F&uuml;nftel der Bev&ouml;lkerung zum Leben immerhin ein Sechstel bis ein F&uuml;nftel zur Verf&uuml;gung von dem, was das wohlhabendste F&uuml;nftel besa&szlig;. Zuvor war es nicht mehr als ein Zehntel gewesen.[1]<\/i><\/p>\n<p>Als 1979 Margaret Thatcher in Gro&szlig;britannien und 1980 Ronald Reagan in den USA in die Regierungsverantwortung gew&auml;hlt wurden, war zwar das keynesianische Paradigma noch lange nicht am Ende. Aber es hatte die gesellschaftliche und die wirtschaftspolitische Hegemonie verloren. Seither gibt es die Wahrnehmung steigender Ungleichheit, vor allem aber den Wettstreit der Argumente: zwischen Globalisierung, Standortbewerb oder Wachstum einerseits und andererseits Verteilung und Gerechtigkeit. Die Diskussion um den Anstieg sozialer Ungleichheit ist also nicht neu. Sie feiert vielmehr bereits ihr 25-j&auml;hriges Jubil&auml;um.<\/p>\n<p>In jenen Jahren begann in Gro&szlig;britannien und den USA tats&auml;chlich eine starke Ver&auml;nderung der gesellschaftlichen Verteilung: Die Einkommen des reichsten F&uuml;nftels waren in den 1950er und 1960er Jahren in Gro&szlig;britannien viermal so hoch wie die der &Auml;rmsten; damit war ein Tiefstand der Differenz erreicht, der von Verh&auml;ltnissen in den sozialistischen L&auml;ndern nicht allzu weit entfernt war. In den USA lag das Verh&auml;ltnis zwischen Arm und Reich (immer in bezug auf die unteren und oberen 20 Prozent) bei 6, praktisch auf der selben H&ouml;he wie in der Bundesrepublik. Schon bevor Thatcher und Reagan in ihre &Auml;mter gew&auml;hlt wurden, weisen die Daten Anstiege der Unterschiede aus &ndash; f&uuml;r die USA ab 1974, f&uuml;r Gro&szlig;britannien ab 1978 &ndash;, so dass die reichen 20 Prozent dort Ende der 1990er Jahre acht- bis zehnmal soviel verdienten wie die armen 20 Prozent. In Australien &ndash; und damit von der europ&auml;ischen Diskussion weniger bemerkt &ndash; hat das wohlhabende F&uuml;nftel sogar elfmal so viel zum Leben wie das &auml;rmste.<\/p>\n<p>Die begleitende wirtschaftspolitische Diskussion f&uuml;hrte als Argumente Strukturwandel, Rationalisierung, Outsourcing und Globalisierung ins Feld. Nicht ohne Grund fragte 1995 ein amerikanischer &Ouml;konom &bdquo;Are your wages set in Bejing?&rdquo; (Freeman 1995) Diese Entwicklung war in den genannten englischsprachigen L&auml;ndern mit einer Reihe wirtschafts- und sozialpolitischer Ma&szlig;nahmen verbunden, zu denen Umgestaltungen sozialer Sicherungsma&szlig;nahmen geh&ouml;rten. Im Jahr 2004, in dem erstmals in Deutschland ernsthaft versucht wird, ebenfalls die sozialen Sicherungssysteme umzubauen, entsteht bei manchen Beobachtern die Sorge, dass der Prozess nicht nur in eine &auml;hnliche Richtung, sondern auch &auml;hnlich weit wie in den USA ginge.<\/p>\n<h5><span id=\"wie-unausweichlich-ist-der-anstieg-von-ungleichheit\">Wie unaus&shy;weich&shy;lich ist der Anstieg von Ungleich&shy;heit?<\/span><\/h5>\n<p>Wie unausweichlich ist also dieser Prozess steigender Ungleichheit? Um diese Frage zu beantworten, betrachteten wir Daten zur Einstellung der Bev&ouml;lkerung zum Thema sozialer Ungleichheit. In verschiedenen Industriel&auml;ndern wurde jeweils &uuml;ber 1.000 repr&auml;sentativen Interviewpartnern die Frage gestellt: &bdquo;Meinen Sie, der Staat solle mehr tun, um Einkommensdifferenzen zu verringern?&#8220;[2] Zur Auswahl werden dabei f&uuml;nf Kategorien gestellt, einschlie&szlig;lich einer neutralen Mittelkategorie. Es ist bekannt, dass die Antwort auf diese Frage stark von der sozialen Position der Befragten abh&auml;ngt: Je weiter unten auf der Leiter des sozialen Status sich jemand befindet, desto weniger kann er oder sie auf staatlichen Schutz verzichten. Menschen mit geringerem Einkommen und geringerer Bildung, Frauen oder Nichterwerbst&auml;tige stimmen regelm&auml;&szlig;ig eher zu.<\/p>\n<p>Uns aber ging es um die Unterschiede zwischen den L&auml;ndern. Der Anteil der Menschen, die auf diese Frage zustimmend antworten, weist n&auml;mlich darauf hin, welchen Stellenwert die Frage sozialer Ungleichheit im politischen Diskurs eines Landes spielt. In Spanien oder Frankreich, wo 89 Prozent und 87 Prozent der Frage zustimmten, sollte mit dem Thema Ungleichheit ganz anders Politik zu machen sein als in den USA und Australien, wo die entsprechenden Werte nur bei 33 Prozent und 34 Prozent lagen. Wenn &uuml;berhaupt der Anstieg der sozialen Ungleichheit politisch beeinflussbar ist, sollte sich dies darin niederschlagen, dass in Spanien, Frankreich oder anderen L&auml;ndern, in denen dieses Thema eine gro&szlig;e Rolle spielt, der Anstieg geringer ausf&auml;llt als etwa in den USA.<\/p>\n<p>Dies ist auch tats&auml;chlich der Fall. Zwischen der Einstellung der B&uuml;rger und W&auml;hler zu Verteilungsfragen und der tats&auml;chlichen Ver&auml;nderung von Ungleichheit zwischen den 1980er und den 1990er Jahren besteht ein positives Verh&auml;ltnis: Wer f&uuml;r ein Land die erstere kennt, hat damit schon die H&auml;lfte der Information f&uuml;r die letztere. Dass das nicht noch st&auml;rker ins Gewicht f&auml;llt, l&auml;sst sich zum Teil mit Eigendynamiken des politischen Systems erkl&auml;ren: F&uuml;r Gro&szlig;britannien zum Beispiel stammt unsere erste Erhebung von 1987, als die Ungleichheit bereits von einem Einkommensverh&auml;ltnis von 4 auf eines von 6,5 angestiegen war und die Vorstellung, dass politisches Handeln hier ein-greifen m&uuml;sse, schon um sich zu greifen begann &ndash; dennoch ging die Entwicklung noch bis zum Verh&auml;ltnis von 8,5 weiter. Andererseits steht in Schweden die Reduktion von Einkommensungleichheit im Zusammenhang mit der Volksheim-Politik, der gegen&uuml;ber wiederum ein murrendes Unzufriedenheitsgef&uuml;hl um 1990 in der Bev&ouml;lkerung vorherrschte. Obwohl sich diese Unzufriedenheit auch in einer im internationalen Vergleich nur mittelm&auml;&szlig;igen Zustimmung von 53 Prozent im Jahr 1992 ausdr&uuml;ckte, fiel die Einkommensdifferenz sogar noch von 5,5 auf 4,7. In Spanien und Frankreich, deren Bev&ouml;lkerungen sich in der Umfrage am st&auml;rksten gegen Ungleichheit aussprechen, f&auml;llt sie in der Folge auch: in Frankreich nur marginal, hingegen in Spanien, das nach dem Ende der Franco-Diktatur in vielerlei Hinsicht gesellschaftliche Entwicklungen der demokratischen L&auml;nder Europas mit Versp&auml;tung nachholte, markant von einem &bdquo;vor keynesianischen&rdquo; Wert von 9,3 auf einen selbst im europ&auml;ischen Vergleich niedrigen Wert von 5,9.<\/p>\n<p>Deutschland nimmt, gemeinsam mit den Niederlanden und Norwegen, in dieser Entwicklung in beiderlei Hinsicht eine moderate Position ein: Die Zustimmung zu politischem Handeln gegen Ungleichheit liegt mit 60 Prozent im Mittelfeld, und die Ungleichheit der Einkommen hat sich auf dem Niveau eines Einkommensverh&auml;ltnisses von etwas &uuml;ber 6 praktisch nicht ver&auml;ndert. Der Anstieg der Ungleichheit von Einkommen ist also nicht unausweichlich: Je mehr Menschen seine Verhinderung als bedeutsames politisches Ziel ansehen, desto gr&ouml;&szlig;er ist die Wahrscheinlichkeit, dass er auch tats&auml;chlich verhindert wird.<\/p>\n<h5><span id=\"um-welchen-preis-laesst-sich-steigende-ungleichheit-verhindern\">Um welchen Preis l&auml;sst sich steigende Ungleich&shy;heit verhindern?<\/span><\/h5>\n<p>Nur: Ist dies eine freie Entscheidung, die allein nach den politischen Kr&auml;fteverh&auml;ltnissen im eigenen Land getroffen werden kann, oder bringt eine Entscheidung f&uuml;r weniger Ungleichheit an anderer Stelle Kosten mit sich, die gleichsam gegengerechnet werden m&uuml;ssen?<\/p>\n<p>Politiken f&uuml;r weniger Ungleichheit im eigenen Land k&ouml;nnen an anderer Stelle Probleme mit sich bringen, wie zum Beispiel in den Auswirkungen auf Entwicklungsl&auml;nder: Protektionistische Politiken nutzen oft geringqualifizierten Arbeitnehmern (oder auch Unternehmern, wie etwa in der Landwirtschaft) und verhindern so den Anstieg von Ungleichheit; gleichzeitig k&ouml;nnen sie L&auml;nder mit niedrigem Einkommen aber auch darin behindern, ihre Produkte abzusetzen. Doch hier k&ouml;nnen solche h&ouml;chst komplex aufeinander bezogenen Vor- und Nachteile nicht weiter verfolgt werden.<\/p>\n<p>Das h&auml;ufigste Argument f&uuml;r Politiken, die mehr Ungleichheit bewirken oder zumindest zulassen, ist die Annahme, dass sie wirtschaftliches Wachstum f&ouml;rdern w&uuml;rden. Wie sieht dies in den L&auml;ndern in unserer Studie aus? Im Zeitraum von 1991 bis 1997 streute das durchschnittliche j&auml;hrliche Wachstum des Pro-Kopf-Einkommens in den betrachteten Industriel&auml;ndern immerhin in einem Bereich, der von 2,5 Prozent in Schweden, 2,9 Prozent in Italien und 3,0 Prozent in &Ouml;sterreich und Deutschland bis zu 4,3 Prozent in Australien und 5,5 Prozent in Norwegen reicht. Bereits diese Beispiele lassen erahnen, was eine genauere Analyse belegt: Der von &Ouml;konomen vorhergesagte Zielkonflikt zwischen dem Eind&auml;mmen sozialer Ungleichheit und wirtschaftlichem Wachstum existierte f&uuml;r den genannten Zeitraum tats&auml;chlich. F&uuml;r das Verh&auml;ltnis zu den von uns untersuchten Einstellungen zu sozialer Ungleichheit gilt das erst noch verhalten: Zwar zieht sich auch hier eine deutliche Linie von Frankreich und Italien mit weitgehender Zustimmung f&uuml;r egalit&auml;re Politik und niedrigen Wachstumsraten auf der einen Seite zu den USA und Australien mit hoher Toleranz gegen&uuml;ber Ungleichheit und hohem Wachstum auf der anderen Seite. Aber die oben bereits beschriebene Tatsache, dass in Schweden und Gro&szlig;britannien die ge&auml;u&szlig;erten Einstellungen zur Ungleichheit von Eigendynamiken des politischen Systems &uuml;berlagert werden, verzerrt das Bild schon etwas. Und die relativ hohen Wachstumsraten in Norwegen, Portugal und Spanien sind zuallererst durch das Nordsee&ouml;l und die nachholenden Entwicklungen nach den EU-Beitritten zu erkl&auml;ren; lie&szlig;e man diese Sondereffekte au&szlig;er Acht, ginge der Zusammenhang zwischen Wachstum und der Einstellung zu Ungleichheit g&auml;nzlich verloren.<\/p>\n<p>Setzt man hingegen Wachstum und die Ver&auml;nderung der realen Einkommensungleichheit in eine direkte Relation, ergibt sich ein extrem starker Zusammenhang: &Uuml;ber drei Viertel der Unterschiede in Wachstumsraten allein mit einer einzigen Variablen er-kl&auml;ren zu k&ouml;nnen, ist in der Wachstumsforschung sehr ungew&ouml;hnlich. Auch hier mag der Zusammenhang in dieser St&auml;rke zum Teil durch den Zufall mit bestimmt sein. Tatsache ist jedoch, dass die Reihenfolge der Wachstumsraten praktisch direkt mit derjenigen der Ver&auml;nderungen in den Einkommensverh&auml;ltnissen &uuml;bereinstimmt: mit den geringsten Werten Schweden mit abnehmender Ungleichheit und 2,5 Prozent Wachstum &mdash; und dies im Zeitraum der 1990er Jahre mit ihrem starken New-Economy-Boom! Dann Frankreich, Kanada und Deutschland mit kaum ver&auml;nderter Ungleichheit und Wachstumsraten um 3 Prozent. Und am oberen Ende dann Gro&szlig;britannien, die USA und Australien mit dem bereits beschriebenen hohen Anstieg sozialer Ungleichheit und Wachstumsraten um 4,2 Prozent. Leichte Abweichungen von diesem Zusammenhang bieten zwei F&auml;lle: Die Niederlande erreichten mit ihrem viel gelobten und erst in neuerer Zeit in die Kritik geratenen &bdquo;Poldermodell&rdquo; bei &mdash; darin Deutschland &auml;hnelnd &mdash; kaum ver&auml;nderter Ungleichheit doch Wachstumsraten von durchschnittlich fast 4 Prozent. Italien, wo die Einkommen der reichsten 20 Prozent im Verh&auml;ltnis zu den &auml;rmsten 20 Prozent von 5,7 auf 6,7 leicht anstiegen, lag im Wachstum mit 3 Prozent noch unter Frankreich. Allein Norwegens Nordsee&ouml;l schaffte es, den Zusammenhang zwischen Ungleichheit und Wachstum f&uuml;r dieses Land v&ouml;llig aufzuheben.<\/p>\n<p>Auch bei diesem sehr deutlich ausgepr&auml;gten Zielkonflikt nimmt Deutschland eine Mittelstellung ein. Aber die Differenz zum Schlusslicht Schweden ist deutlich geringer als zu den f&uuml;hrenden englischsprachigen Nationen. Und eine Differenz von 3 Prozent Wirtschaftswachstum in Deutschland zu 4,2 Prozent in den USA mag gering erscheinen, hat aber &uuml;ber die betrachteten 7 Jahre hinweg zu einer Differenz von deutlich &uuml;ber 10 Prozentpunkten in der wirtschaftlichen Entwicklung gef&uuml;hrt. Auf diese Weise haben Australien und Gro&szlig;britannien den nach der Wiedervereinigung trotz Einbeziehung der neuen Bundesl&auml;nder noch ca. 10 Prozent betragenden Wohlstandvorsprung bis 1997 praktisch wettgemacht und nach neueren OECD-Zahlen (2003) Deutschland &uuml;berholt. Und der in den 1980er Jahren noch geschrumpfte Wohlstandvorsprung der USA gegen&uuml;ber Deutschland ist wieder etwa von einem Viertel auf ein Drittel angestiegen.<\/p>\n<h5><span id=\"was-praegt-die-einstellungen-innerhalb-einer-gesellschaft-zur-ungleichheit\">Was pr&auml;gt die Einstel&shy;lungen innerhalb einer Gesell&shy;schaft zur Ungleich&shy;heit?<\/span><\/h5>\n<p>Zu diesen Befunden, die eine Abnahme sozialer Ungleichheit nicht durchweg attraktiv erscheinen lassen, war nach der Analyse der Einstellungsdaten noch ein weiteres unangenehmes Ergebnis festzustellen. Die grunds&auml;tzliche Aussage der beschriebenen Ergebnisse ist ja eine f&uuml;r die untersuchten Demokratien durchaus positive: Was die B&uuml;rger denken, schl&auml;gt sich in praktischer Politik nieder. Also hat es uns auch interessiert, was denn diese Einstellungen pr&auml;gt. Ist der gesellschaftliche Diskurs, in dem sie ausformuliert werden, Produkt seiner eigenen Binnendynamik oder gibt es Rahmenbedingungen, die ihn beeinflussen und in Ans&auml;tzen prognostizierbar machen?<\/p>\n<p>Aufgrund der Tatsache, dass die USA, Gro&szlig;britannien und Australien ausgepr&auml;gte Mehrheitswahlsysteme haben, lautete eine der ersten Thesen, dass die untersuchten Einstellungen vielleicht durch politische Institutionen gepr&auml;gt sein k&ouml;nnten. Das k&ouml;nnte man anhand der Dynamik der politischen Diskussion plausibel machen: Demnach w&auml;ren in Mehrheitswahlsystemen die Diskussion mehr von Personen gepr&auml;gt, die zum Nachweis ihrer politischen Bef&auml;higung an der Entwicklung des Gesamtsystems und mithin an wirtschaftlichem Wachstum interessiert w&auml;ren. In Verh&auml;ltniswahlsystemen hingegen w&uuml;rden zumeist partikulare Interessenvertreter die dominierenden Argumente liefern, die eher daran interessiert sind, dass ihre Klientel nicht schlechter gestellt wird. Diese These h&ouml;rt sich plausibel an, aber einer der h&ouml;chsten Werte f&uuml;r die Kritik an Einkommensungleichheit kommt aus Frankreich, wo seit 1958 die meisten Amtstr&auml;ger in Einerwahlkreisen mit Stichwahl gew&auml;hlt werden. In der sozialwissenschaftlichen Diskussion wird das Wahlsystem zudem selten f&uuml;r sich allein, sondern in die Gesamtheit des politischen Stils eines Landes eingebettet betrachtet: anhand einer Skala, die vom gruppenorientierten &bdquo;Neokorporatismus&rdquo; zum eher individualistischen &bdquo;Pluralismus&rdquo; reicht. Theoretisch ist das mit der These kompatibel, aber in dieser Skala werden Frank-reich, Spanien und Portugal alle eher als pluralistisch ausgewiesen, was die These empirisch widerlegt.<\/p>\n<p>Untermauert wurde dagegen ein kulturalistisches Argument, das letztlich auf Max Webers ber&uuml;hmte These zur Verbindung zwischen Protestantismus und Kapitalismus zur&uuml;ckgeht: Wenn man die betrachteten L&auml;nder anhand ihres protestantischen Erbes aufteilt in solche, die weitgehend davon gepr&auml;gt sind (Gro&szlig;britannien, die ehemaligen britischen Kolonien, skandinavische L&auml;nder), diejenigen Staaten, die beide Konfessionen austarieren mussten (Schweiz, Niederlande, Deutschland), und alle &uuml;brigen L&auml;nder, dann lassen sich damit bereits gut zwei Drittel der Differenzen der l&auml;nderdurchschnittlich ge&auml;u&szlig;erten Einstellungen erkl&auml;ren. Die Zustimmungsquote zur eingangs genannten Frage nach der staatlichen Beeinflussung von Einkommensdifferenzen liegt in den protestantischen L&auml;ndern bei 50 Prozent, in den gemischten bei 56 Prozent, in den &uuml;berhaupt nicht vom Protestantismus gepr&auml;gten L&auml;ndern hingegen bei &uuml;ber 84 Prozent.<\/p>\n<p>Eine noch deutlich &uuml;ber dieses Ergebnis hinausgehende Beziehung fanden wir jedoch, als wir eine andere Auspr&auml;gung von Einstellungen gegen&uuml;ber Ungleichheit unter-suchten: In dem selben Befragungsprojekt war die Einstellung zu sozialer Ungleichheit daneben auch noch durch die Berechnung der sogenannten &bdquo;Gerechtigkeitsl&uuml;cke&rdquo; (justice gap) erhoben worden. &Auml;hnlich wie bei der oben praktizierten Darstellung der Entwicklung von realer Ungleichheit durch Einkommensverh&auml;ltnisse zwischen Bev&ouml;lkerungsgruppen werden dabei Einkommensverh&auml;ltnisse zwischen konkreten Berufsgruppen errechnet, und zwar zwischen gelernten Fabrikarbeitern einerseits und Aufsichtsratsmitgliedern gro&szlig;er Unternehmen andererseits. Indem nach der Einsch&auml;tzung gefragt wird, was diese beiden Berufsgruppen denn verdienen w&uuml;rden, erh&auml;lt man ein wahrgenommenes Einkommensverh&auml;ltnis. Indem f&uuml;r dieselben beiden Berufsgruppen anschlie&szlig;end gefragt wird, welche Einkommen f&uuml;r sie denn angemessen w&auml;ren, l&auml;sst sich dem ein &bdquo;gerechtes&rdquo; Einkommensverh&auml;ltnis gegen&uuml;berstellen. Das Verh&auml;ltnis beider ist die sogenannte Gerechtigkeitsl&uuml;cke (Verwiebe\/Wegener 2000).<\/p>\n<p>Innerhalb eines Landes verh&auml;lt sich diese Gerechtigkeitsl&uuml;cke sehr &auml;hnlich wie die Antworten auf die expliziten Fragen: Je weiter unten auf der Leiter des sozialen Status sich jemand befindet, desto st&auml;rker wird eine Gerechtigkeitsl&uuml;cke wahrgenommen. Bei Menschen mit geringerem Einkommen und geringerer Bildung, bei Frauen oder Nichterwerbst&auml;tigen ist sie regelm&auml;&szlig;ig h&ouml;her als bei anderen.<\/p>\n<p>Im Vergleich zwischen den L&auml;ndern war es aber im Verlauf der Analyse lange Zeit unverst&auml;ndlich, was diese Variable eigentlich genau aussagen sollte. Einfach nur eine andere Formulierung f&uuml;r die aktuellen Einstellungen zu Ungleichheit war es in keinem Fall. Im Gegenteil: Die Beziehung zwischen den expliziten Fragen zur Beurteilung von Ungleichheit und dieser Gerechtigkeitsl&uuml;cke schien fast eher negativ zu sein. Bei der Erhebung 1992 etwa lagen die Extremwerte bei Italien, das die h&ouml;chste Zustimmung zu der expliziten Frage nach staatlicher Umverteilungspolitik (82 Prozent) mit einer vergleichsweise geringen wahrgenommenen Gerechtigkeitsl&uuml;cke verband, in der das wahrgenommene und das als gerecht angesehene Einkommensverh&auml;ltnis knapp um 50 Prozent auseinander lagen, und bei der USA, wo die geringste Zustimmung zu staatlicher Umverteilungspolitik (33 Prozent) und eine Gerechtigkeitsl&uuml;cke von 2,3 existierte.<\/p>\n<p>Verst&auml;ndlich wurde das Verh&auml;ltnis zwischen diesen beiden Werten erst beim Blick auf die Zeitstruktur. 1992 hatte in den USA bereits ein starker Anstieg von Ungleichheit stattgefunden, was die Menschen kritisch wahrnahmen. Ihre explizit ge&auml;u&szlig;erten Einstellungen zu staatlicher Politik jedoch waren gr&ouml;&szlig;tenteils in den 1960er Jahren oder noch davor gepr&auml;gt worden, als die Einkommensunterschiede in den USA noch gering waren. Umgekehrt in Italien: Die Daten weisen zwar bereits zwischen 1984 und 1992 wieder einen gewissen Anstieg der Einkommensschere aus, aber im Vergleich zu der rasanten Entwicklung hin zu mehr Gleichheit, die Italien in den 1970er Jahren erlebt hatte, war das f&uuml;r die Befragten noch unterhalb der Wahrnehmungsschwelle. Ihre explizit ge&auml;u&szlig;erten Einstellungen zu staatlicher Politik jedoch waren ebenfalls &auml;lteren Datums, gepr&auml;gt in jener Zeit, als nach dem Krieg Italien noch eine agrarisch dominierte Struktur besa&szlig; und Einkommensverh&auml;ltnisse, wie wir sie heutzutage allenfalls in Australien, aber noch nicht einmal in den USA antreffen.<\/p>\n<p>Die eine, politisch relevante, Variable misst also lang zur&uuml;ckliegende Pr&auml;gungen, die anderen hingegen die aktuelle Zufriedenheit oder Unzufriedenheit mit der Entwicklung, die man im Alltag oder in der diskursiven Vermittlung in den Medien aufnimmt. Und zwischen den beiden Werten liegt die Entwicklung, in der aktuelle Gef&uuml;hle &uuml;ber die Gerechtigkeit oder Ungerechtigkeit der Einkommensverteilung im Lande sich schrittweise, &uuml;ber Jahre hinweg, mit Wahrnehmungen, Geschichten und Argumenten anreichern, um mit langer Verz&ouml;gerung dann im &ouml;ffentlichen Diskurs wirksam zu werden.<\/p>\n<p>Der Abstand zwischen den fr&uuml;hesten und den letzten Erhebungen in unserem Datensatz ist gemessen an diesen &Uuml;berlegungen noch recht kurz. Die ersten Umfragen stammen von 1987; zu diesem Zeitpunkt sind noch so wenige L&auml;nder dabei, dass man den Datensatz mit Ergebnissen von 1992 anreichern muss. Die letzte Studie, die zur Verf&uuml;gung steht, stammt von 1999.<\/p>\n<p>Aber auch schon nach den sieben beziehungsweise zw&ouml;lf Jahren Zeitdifferenz liegt das Verh&auml;ltnis zumindest deutlich &uuml;ber der Zufallsschwelle (mit der Ausnahme &Ouml;sterreich: 1987 nahmen die &Ouml;sterreicher praktisch keine Differenz zwischen tats&auml;chlicher und als gerecht erachteter Verteilung wahr, sprechen sich 1999 aber gleichwohl mit 87 Prozent f&uuml;r staatliche Ma&szlig;nahmen gegen Einkommensdifferenzen aus). Der erste vorhandene Wert f&uuml;r die &bdquo;Gerechtigkeitsl&uuml;cke&rdquo; ist somit ein recht guter Indikator, um vor-herzusagen, wie die Einsch&auml;tzung staatlicher Umverteilung 1999 aussieht. In Gro&szlig;britannien dr&uuml;ckt sich die Unzufriedenheit mit der Verteilung bereits 1987 darin aus, dass die wahrgenommene Einkommensspanne als doppelt so gro&szlig; angegeben wird wie die als gerecht erachtete. Dem entspricht 1999 mit 81 Prozent eine Zustimmung zu staatlicher Umverteilung, die (abgesehen von &Ouml;sterreich) h&ouml;her ist als in allen anderen L&auml;ndern, zu denen fr&uuml;here Daten vorliegen. Am anderen Ende des Spektrums liegen die Schweiz und die Niederlande, in denen moderate Differenzen zwischen Ist und Soll 1987 (55 Prozent und 63 Prozent) dann 1999 auch nur zu vergleichsweise niedrigen Zustimmungsraten zu staatlicher Umverteilungspolitik f&uuml;hren (43 Prozent und 65 Prozent). &Auml;hnliches gilt f&uuml;r Schweden, Norwegen und Kanada.<\/p>\n<p>Auch in diesem Zusammenhang hat Deutschland keine allzu ausgepr&auml;gte Position: 1987 wird hier eine etwas &uuml;berdurchschnittliche Differenz von 78 Prozent zwischen der wahrgenommenen und der als gerecht erachteten Einkommensspanne aufgezeichnet. Dem entspricht 1999 mit etwas &uuml;ber 75 Prozent eine ebenfalls etwas &uuml;berdurchschnittliche Zustimmung f&uuml;r umverteilende staatliche Ma&szlig;nahmen.<\/p>\n<p>F&uuml;r die &bdquo;Gerechtigkeitsl&uuml;cke&rdquo; in der letzten Untersuchungswelle 1999 hat Deutschland schon eher eine randst&auml;ndige Position: Die Differenz zwischen wahrgenommener und als gerecht erachteter Verteilung liegt bei 55 Prozent; das ist in dieser Welle am unteren Ende. Nur Norwegen und Spanien liegen noch leicht darunter. In allen drei L&auml;ndern geht diesem geringen Leiden an aktueller Ungerechtigkeit eine jeweils spezifische Erfolgsgeschichte in bezug auf soziale Ungleichheit voraus: In Norwegen konnte trotz starken Wachstums das soziale Gef&uuml;ge praktisch gleich gehalten werden; in Spanien nahm im Gefolge nachholender Entwicklung die Ungleichheit noch in neuerer Zeit stark ab; im Falle Deutschlands schaffte es ein gro&szlig;es Industrieland, die Einkommens-spanne zwischen den beiden &auml;u&szlig;eren F&uuml;nfteln der Bev&ouml;lkerung durchg&auml;ngig seit 1960 stets deutlich unter 6 zu halten &mdash; wenn auch in letzter Zeit um einen erheblichen Preis an Wachstumsverlust.<\/p>\n<p>Wenn sich hierzulande der in anderen L&auml;ndern zu beobachtende Prozess fortsetzt, dass Gerechtigkeitsl&uuml;cken von heute die politisch relevanten Einstellungen von morgen mitbestimmen, dann d&uuml;rfte jedoch die hohe Bedeutung, die die deutsche Bev&ouml;lkerung historisch einer egalit&auml;ren Einkommensverteilung zubilligt, bald der Vergangenheit an-geh&ouml;ren. Die Toleranz der deutschen &Ouml;ffentlichkeit f&uuml;r Einkommensungleichheiten ist bisher sehr niedrig. Unsere Daten lassen aber vermuten, dass ungleiche Einkommen in Deutschland akzeptabler werden. Das abnehmende Interesse an den Anti-&bdquo;Hartz IV&#8220;-Demonstrationen w&auml;re dann nur Vorbote einer Entwicklung gewesen, in der Deutschland von seinem auf Einkommensgleichheit fixierten Selbstbild deutlich abr&uuml;ckt.<\/p>\n<h5><span id=\"moderne-egalitaetspolitik-als-antwort-auf-ungleichheitsakzeptanz\">Moderne Egali&shy;t&auml;ts&shy;po&shy;litik als Antwort auf Ungleich&shy;heits&shy;ak&shy;zep&shy;tanz<\/span><\/h5>\n<p>Zwischen Gleichheit und Wachstum muss man also w&auml;hlen. Diese Wahl wird von den Deutschen k&uuml;nftig m&ouml;glicherweise anders, weniger gleichheitsorientiert getroffen werden als heute. Das mag man mit Recht bedauern. Jedoch w&auml;re es gerade deshalb an der Zeit, sich mehr Gedanken &uuml;ber eine Gesellschaftspolitik zu machen, die auch unter ge&auml;nderten Rahmenbedingungen die Chancen erh&auml;lt, dass die Differenzen in einer Gesellschaft nicht &uuml;berm&auml;&szlig;ig wachsen.<\/p>\n<p>Dabei sollten sinnvollerweise die anfangs genannten Punkte ins Visier genommen werden, die steigende Ungleichheit heutzutage anheizen: Strukturwandel, Rationalisierung, Outsourcing und Globalisierung. Aber vielleicht lohnt sich zun&auml;chst der Blick zur&uuml;ck: Der erste rapide Anstieg der Ungleichheit vollzog sich im 19. Jahrhundert, um dann erst nach 1929 und nach 1945 in einen langsamen Fall &uuml;berzugehen. Der US-&Ouml;konom Simon Kuznets bekam 1971 den Wirtschaftsnobelpreis f&uuml;r seine Erkl&auml;rung dieser Entwicklung (Kuznets 1955): Allm&auml;hlich war die Agrarbev&ouml;lkerung in die St&auml;dte abgewandert, und damit hatte sie sich auch in andere Bereiche von Kenntnissen und F&auml;higkeiten begeben. Die aus der Landwirtschaft kommenden Proletarier mussten in einem Lernproze&szlig; langsam die Qualifikationen zur Arbeit in der Industrie erwerben &mdash; aber auch die Qualifikationen, f&uuml;r diese Arbeit eine angemessene Entlohnung auszuhandeln; schlie&szlig;lich auch die Haltung, diese Aushandlungsprozesse durchzustehen.<\/p>\n<p>In &auml;hnlicher Weise gibt es auch beim &Uuml;bergang von der nationalen, gruppenorganisierten Industrie- zur globalisierten, individualisierten Dienstleistungsgesellschaft neue Qualifikationen, soziale F&auml;higkeiten und Haltungen, die in gro&szlig;em Umfang neu erworben werden m&uuml;ssen. Die Diskussionen dar&uuml;ber sind schon in vollem Gange, ebenso wie &uuml;ber die Bildungsinstitutionen, die sie vermitteln k&ouml;nnen. Diese Debatten werden am Ende entscheidend daf&uuml;r sein, dass die hoffentlich eintretenden wirtschaftlichen Erfolge in Zukunft nicht mit einer unverh&auml;ltnism&auml;&szlig;igen &Ouml;ffnung der sozialen Schere einhergehen.<\/p>\n<p>[1] Alle Sch&auml;tzungen zur realen Einkommensungleichheit, die im folgenden angegeben werden, entstammen einem Datensatz, den Klaus Deininger und Lyn Squire durch die Zusammenf&uuml;hrung mehrerer tausend Einzeluntersuchungen gewonnen haben und der von der Weltbank als World Income Inequality Database (WIID) bis 2003 weiterentwickelt wurde (Deininger\/Squire 1996). Gegenw&auml;rtig ist der Autor dabei, unter den in diesem Artikel vorgestellten Pr&auml;missen die Daten der Luxembourg Income Study (LIS) auszuwerten, bei der die einzelnen Erhebungen besser vergleichbar sind als beim WIID. Sobald Ergebnisse vorliegen, k&ouml;nnen diese abgerufen werden unter: <a href=\"https:\/\/www.humanistische-union.de\/http%3A\/www\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">http:\/\/www<\/a>. suz.unizh.ch\/scholtzl<br \/>[2] Koordiniert vom International Social Survey Programme (<a href=\"http:\/\/www.issp.org\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">http:\/\/www.issp.org<\/a>).<\/p>\n<p><b>Literatur<\/b><\/p>\n<p>Deininger, Klaus\/Squire, Lyn 1996: A new data set measuring income inequality; in: World Bank Economic Review 10. Jg., H. 3, S. 565-591<br \/>Freeman, Richard B. 1995: Are Your Wages Set in Beijing?; in: Journal of Economic Perspectives 9. Jg., H. 3, 5.15-32<br \/>Kuznets, Simon 1955: Economic Growth and Income Inequality; in: American Economic Review 45. Jg., H. 1, S. 1-28<br \/>Lijphart, Arend 1999: Patterns of Democracy. Government Forms and Performance in Thirty Six Countries, New Haven<br \/>Verwiebe, Roland\/Wegener, Bernd 2000; Social Inequality and the Perceived Justice Gap; in: Social Justice Research 13. Jg., H. 2, 5.123-149<\/p>\n","protected":false},"featured_media":0,"template":"","categories":[],"tags":[667],"autoren":[2294],"publikationen":[2812],"class_list":["post-11983","publikation","type-publikation","status-publish","hentry","tag-vorgaenge-artikel","autoren-hanno-scholtz","publikationen-168-vorgaenge"],"acf":[],"yoast_head":"<!-- This site is optimized with the Yoast SEO plugin v28.5 - https:\/\/yoast.com\/product\/yoast-seo-wordpress\/ -->\n<title>Soziale Ungleichheit - Humanistische Union<\/title>\n<meta name=\"robots\" content=\"index, follow, max-snippet:-1, max-image-preview:large, max-video-preview:-1\" \/>\n<link rel=\"canonical\" href=\"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/vorgaenge\/168-vorgaenge\/publikation\/soziale-ungleichheit-im-internationalen\/\" \/>\n<meta property=\"og:locale\" content=\"de_DE\" \/>\n<meta property=\"og:type\" content=\"article\" \/>\n<meta property=\"og:title\" content=\"Soziale Ungleichheit - Humanistische Union\" \/>\n<meta property=\"og:description\" content=\"Gesellschaftspolitische Einstellungen und reale Entwicklungen aus: Vorg&auml;nge Nr. 168 ( Heft 4\/2004 ), S.25-33 Soziale Ungleichheit existiert, seit es Gesellschaften gibt. 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