{"id":11985,"date":"2004-12-04T20:00:00","date_gmt":"2004-12-04T19:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/publikation\/massenarbeitslosigkeit-und-soziale-ausgrenzung\/"},"modified":"2004-12-04T12:00:00","modified_gmt":"2004-12-04T11:00:00","slug":"massenarbeitslosigkeit-und-soziale-ausgrenzung","status":"publish","type":"publikation","link":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/vorgaenge\/168-vorgaenge\/publikation\/massenarbeitslosigkeit-und-soziale-ausgrenzung\/","title":{"rendered":"Massenarbeitslosigkeit und soziale Ausgrenzung"},"content":{"rendered":"<p>Eine Analyse der Spaltungstendenzen am Arbeitsmarkt<\/p>\n<p>aus: Vorg\u00e4nge Nr.168 ( Heft 4\/2004 ), S.46-55<\/p>\n<p><i>Seit den \u00d6lpreisschocks der 1970er Jahre ist Arbeitslosigkeit in Deutschland zu einem Massenph\u00e4nomen geworden. Ein wachsender Anteil an Arbeitslosen nimmt am zwischen Angebot und Nachfrage pendelnden, normalen Ablauf am Arbeitsmarkt nicht mehr teil. Arbeitslosigkeit verfestigt sich. Vor allem am Arbeitsmarkt entscheidet sich jedoch f\u00fcr den Einzelnen, ob eine Chance besteht auf Inklusion, also Teilhabe in und an der Gesellschaft, oder ob das Risiko der Exklusion, also soziale Ausgrenzung, droht. Soziale Ausgrenzung ist damit zu einer zentralen Kategorie der Analyse moderner Gesellschaften geworden (Barl\u00f6sius et, al 2001; Europ\u00e4ische Kommission 1994; Giddens 1998, 2001; Kronauer 2002; Steinert (Hg): 1998).<\/i><\/p>\n<p>Was meint nun der Begriff der sozialen Ausgrenzung genau? Sind die etwa f\u00fcnf Millionen Personen, die im Winter 2004\/2005 voraussichtlich einen neuen, bedrohlichen H\u00f6hepunkt der deutschen Arbeitslosenstatistik markieren werden, gleichzusetzen mit einem Heer sozial Ausgegrenzter? Hier soll ein differenzierteres Verst\u00e4ndnis des Begriffs sozialer Ausgrenzung vorgestellt werden. Damit wird der Fokus auf eine soziale Frage gelenkt, die aufgrund der medialen Dominanz der Arbeitslosenproblematik und einer simplifizierenden Gleichsetzung von Begrifflichkeiten wie Ausgrenzung und Arbeitslosigkeit wenig Beachtung findet. Sie kann als &#132;Neue Soziale Frage&#148; der nach industriellen Gesellschaft bezeichnet werden.<\/p>\n<h5><span id=\"exklusion-die-soziale-frage-der-nachindustriellen-gesellschaft\">Exklusion &ndash; die Soziale Frage der nachin&shy;dus&shy;tri&shy;ellen Gesell&shy;schaft<\/span><\/h5>\n<p>F\u00fcr den Begriff &#132;Exklusion&#148; gibt es keine pr\u00e4zise oder gar allgemeing\u00fcltige Definition. Gemeint ist jedoch immer mehr als Armut im Sinne materieller Not. Hinzu tritt eine Einschr\u00e4nkung von Teilnahme und Teilhabechancen in und an der Gesellschaft. Der Begriff weist also \u00fcber monet\u00e4re Aspekte und damit Verteilungsfragen hinaus. Es geht (in einer implizit normativen Perspektive) um den gesellschaftlichen Zusammenhalt (Taylor 1998: 11). Exklusion kann als &#132;Multi-dimensionale Konstellation&#148; gefasst werden, die sich zu &#132;defizit\u00e4ren Lebensbedingungen&#148; addiert (Vobruba 1998: 57).<\/p>\n<p>Martin Kronauer nennt drei wesentliche kategoriale Elemente der Exklusion Diskussion in den Sozialwissenschaften (Kronauer 2002: 43). Neben dem bereits erw\u00e4hnten Verlust an Teilhabem\u00f6glichkeiten sind dies &#132;die Betonung des Prozesscharakters der Exklusion&#148; sowie &#132;Desintegration am Arbeitsmarkt&#148; und damit einhergehende &#132;Aufl\u00f6sung sozialer Bindungen&#148;.<\/p>\n<p>Damit ist der Zusammenhang von Exklusion und Arbeitsmarkt angesprochen. Klar ist: Exklusion ist kein reines Arbeitsmarktph\u00e4nomen. Vielmehr sind bestimmte Teile der Bev\u00f6lkerung von sozialer Ausgrenzung bedroht oder betroffen, f\u00fcr die sich die Frage nach Arbeit nicht, noch nicht oder nicht mehr stellt; zu denken ist beispielsweise an Kinder oder Rentner. &#132;Kein reines Arbeitsmarktph\u00e4nomen&#148; bedeutet, dass soziale Ausgrenzung sich urs\u00e4chlich nicht (alleine, notwendig oder hinreichend) am Ausschluss aus dem System der Erwerbsarbeit festmachen l\u00e4sst, in ihren Wirkungen und Auspr\u00e4gungen nicht nur Fragen des Arbeitsmarkts, sondern beispielsweise auch des Wohnraums oder allgemeiner demokratischer Teilhabe tangiert, sowie konsequenterweise grunds\u00e4tzlich in ihrer Behandlung keine reine oder ausschlie\u00dfliche Strategie der Arbeitsmarktintegration verlangt, sondern umfassendere L\u00f6sungsans\u00e4tze.<\/p>\n<p>Auf der anderen Seite gilt die Nicht-Teilnahme am System der Erwerbsarbeit, sei es als verpasster Einstieg oder wiederkehrend in einer br\u00fcchigen Erwerbsbiografie, als eine zentrale Ursache und gleichzeitig Manifestation der Ausgrenzung: &#132;Der strategische ,Bruchpunkt liegt in der Erwerbsarbeit&#148;, deren Verlust bei Fehlen alternativer Quellen sozialer Anerkennung und materieller Sicherung zu &#132;Nutzlosigkeit als soziale Zuschreibung und Lebensgef\u00fchl&#148; gleicherma\u00dfen f\u00fchrt (ebd.: 51). Inklusion erscheint umgekehrt \u00fcber den Eintritt in Erwerbst\u00e4tigkeit herstellbar, auch wenn Tony Judt zu recht ein-schr\u00e4nkt, dass nicht jede Form von Besch\u00e4ftigung eine Antwort auf Exklusion Tendenzen geben k\u00f6nne und viele der &#132;prek\u00e4r&#148; Besch\u00e4ftigten ebenso zur Gruppe der Ausgeschlossenen z\u00e4hlten (Judt 1997: 98).<\/p>\n<p>Die auf die zweite kategoriale Bestimmung &#132;Verlust von Teilhabem\u00f6glichkeiten&#148; bezogene Hypothese lautet, dass es in allen gesellschaftlichen Teilsystemen &#132;gesellschaftlich geteilte Vorstellungen von angemessenen Lebenschancen gibt&#148; (Kronauer 2002: 45), die dem von Exklusion betroffenen oder bedrohten Personenkreis verwehrt oder eingeschr\u00e4nkt werden. So bezieht sich materielle Teilhabe etwa auf einen gesellschaftlich &#132;als angemessen geltenden Lebensstandard&#148;. Politisch-institutionelle Teilhabe verlangt &#132;Statusgleichheit im Zugang zu Rechten und Institutionen sowie deren Nutzung&#148;. Kulturelle Teilhabe bezieht sich auf die &#132;M\u00f6glichkeiten zur Realisierung individuell und gesellschaftlich anerkannter Ziele der Lebensf\u00fchrung&#148; (ebd.: 152).<\/p>\n<p>Exklusion als Prozess verstanden, r\u00fcckt das Konzept in die N\u00e4he der dynamischen Armutsforschung. Sowenig wie Armut bezeichnet Exklusion einen statischen Zustand oder automatisch eine biografische Sackgasse. Vielmehr erlauben Bewegungen in der multidimensionalen Konstellation sowohl Statusverbesserungen wie -verschlechterungen. Entsprechend ist es sinnvoll, in die Analyse von Exklusion Prozessen auch eine &#132;Zone der Gef\u00e4hrdung&#148; (ebd.: 47) einzubeziehen und entlang einer Achse verschiedene Stationen abzuzeichnen, die einen schleichenden Statusverlust oder Wege zur Inklusion anzeigen.<\/p>\n<p>Diese Ausf\u00fchrungen verdeutlichen bereits, dass Exklusion nicht einfach ein sozial-wissenschaftlicher Modebegriff ist. Seine breite, wenn auch nicht ohne Kritik sich voll-ziehende Rezeption in Wissenschaft und Politik beruht vielmehr darauf, dass der Begriff einen neuen Zugang in der Analyse der Gef\u00e4hrdung der sozialen und demokratischen Qualit\u00e4t moderner Gesellschaften er\u00f6ffnet. Es ist darum nahe liegend, dass er verst\u00e4rkt in den Debatten um Modernes Regieren und Dritte Wege einer post-wohlfahrtsstaatlichen Ordnung gebraucht wird, die die Zielgenauigkeit staatlicher Interventionen betonen (Giddens 1998; 2001; Merkel 2000). Armut und Ungleichheit in ausschlie\u00dflich materiellem Verst\u00e4ndnis k\u00f6nnen die Desintegrationstendenzen und demokratische Herausforderung moderner Gesellschaften nicht pr\u00e4zise beschreiben. Zugeh\u00f6rig f\u00fchlt sich nur, wer in Interdependenzbeziehungen einbezogen ist, sei es am Arbeitsplatz oder in der Familie, und wer neben der materiellen in kultureller und politischer Hinsicht partizipiert.<\/p>\n<p>Dass nun von einer &#132;neuen&#148; Sozialen Frage gesprochen werden kann, h\u00e4ngt vor allem mit einem ver\u00e4nderten historischen und gesellschaftlichen Kontext, mit der Rezeption durch die Betroffenen und die \u00d6ffentlichkeit sowie den Folgen, die dies f\u00fcr eine sinnvolle Bearbeitung der Problematik hat, zusammen. Die &#132;alte&#148; Soziale Frage handelte von Arbeiterelend und Ausbeutung. Heute wird unter dem Stichwort der &#132;Entgrenzung sozialer Risiken&#148; (Leisering 1999: 13) der drohende Abstieg von Teilen der Mittelschicht diskutiert, die sich ma\u00dfgeblich aus denjenigen zusammensetzt, die in der Aufbauphase der Bundesrepublik \u00fcber fast drei Jahrzehnte an Wachstum und Wohl-stand gew\u00f6hnt wurden. Der historische Kontext von Arbeitslosigkeit und Armut hat sich damit im Laufe von wenigen Jahrzehnten radikal ver\u00e4ndert, weil er weder mit einer idealtypischen Arbeiterexistenz verkn\u00fcpft ist (wie im 19. Jahrhundert) noch sich auf wenige Randgruppen beschr\u00e4nkt (wie in der Wiederaufbauphase nach 1945). Neu ist ferner die Wiederkehr der Verkn\u00fcpfung von Arbeitslosigkeit und Armut, vor allem mit Blick auf die zunehmende Aufl\u00f6sung &#132;traditioneller&#148;, das hei\u00dft in der Phase des Wirtschaftswunders vorherrschender Besch\u00e4ftigungsverh\u00e4ltnisse. In dem Ma\u00dfe, wie die Problematik sich nicht einer bestimmten Bev\u00f6lkerungsschicht zuordnen l\u00e4sst, bleibt zu-dem die M\u00f6glichkeit einer kollektiven Antwort verwehrt, wie sie die Arbeiterbewegung im Ausgang des 19. Jahrhunderts war. Schlie\u00dflich haben sich neue Ma\u00dfst\u00e4be gesellschaftlicher Teilhabe herausgebildet. Mit der Entwicklung der Demokratie wird das Augenmerk zunehmend auf ihre sozialen Grundlagen gerichtet. Die Problematik der Ausgrenzung erh\u00e4lt damit ihre demokratietheoretische Relevanz. Zwar kann man durchaus auch bei der &#132;alten&#148; Sozialen Frage nicht nur von Ausbeutung, sondern auch von Ausgrenzung sprechen. Diese vollzog sich allerdings vorrangig \u00fcber rechtliche und institutionelle Ausschlussmechanismen, wenn Teilhabe beispielsweise \u00fcber das Wahlrecht eingeschr\u00e4nkt wurde. Heute hingegen nimmt Ausgrenzung &#132;paradoxe Formen&#148; an, wenn Zugeh\u00f6rigkeit und Ausschluss in einer Art &#132;institutionalisierten Gleichzeitigkeit&#148; (Kronauer 2002: 116) auftreten, weil die Substanz von B\u00fcrgerrechten nicht formal, sondern faktisch ausgeh\u00f6hlt wird.<\/p>\n<h5><span id=\"wer-sind-die-sozial-ausgegrenzten\">Wer sind die sozial Ausge&shy;grenz&shy;ten?<\/span><\/h5>\n<p>In der Literatur z\u00e4hlen zu den Ausgegrenzten vor allem diejenigen, die keinen Vollerwerbsarbeitsplatz (mehr) besitzen und auch keine anderweitige M\u00f6glichkeit haben, ihren Lebensunterhalt selbst zu verdienen. Die Ausgrenzung ist damit zun\u00e4chst materieller Natur. Sie erh\u00e4lt aber sogleich eine soziale Dimension, wenn sie Ausgrenzung aus Gemeinschaften, von kulturellen Aktivit\u00e4ten oder Bildungschancen nach sich zieht. In einem Bericht der Europ\u00e4ischen Kommission werden Langzeitarbeitslose (und hier vor allem die J\u00fcngeren in dieser Teilgruppe) und Obdachlose besonders hervorgehoben (Europ\u00e4ische Kommission: 1993). Un- und Angelernte, Personen mit Migrationshintergrund und Frauen (insbesondere Alleinerziehende) sind als Personenkreis mit einer besonderen Gef\u00e4hrdung einzustufen (Kronauer 2002: 15; 137).<\/p>\n<p>Petra B\u00f6hnke stellt Ergebnisse einer Eurobarometer-Umfrage aus dem Jahre 1993 mit dem besonderen Fokus auf Armut und soziale Ausgrenzung vor (B\u00f6hnke 2001: 15ff.). Danach f\u00fchlte sich in Deutschland nur eine verschwindend kleine Minderheit von einem Prozent vollst\u00e4ndig aus der Gesellschaft ausgeschlossen. Hingegen gaben neun Prozent f\u00fcr den Westen und 28 Prozent f\u00fcr den Osten an, dieses Gef\u00fchl zu einem gewissen Grad zu kennen. Daten des Wohlfahrtssurveys aus dem Jahre 1998 ergaben zehn Prozent Unzufriedenheit mit den sozialen Teilhabem\u00f6glichkeiten im Osten und f\u00fcnf Prozent im Westen. Bez\u00fcglich Exklusion als Multi-dimensionaler Konstellation ist zu sagen, dass einerseits durchg\u00e4ngig bis zu knapp zehn Prozent der Bev\u00f6lkerung in einem der Bereiche materieller oder sozialer Teilhabe Benachteiligungen erfahren. Etwa die H\u00e4lfte der deutschen Bev\u00f6lkerung macht demgegen\u00fcber keinerlei Ausgrenzungserfahrungen. Aufgegliedert nach elf m\u00f6glichen Risiken sozialer Ausgrenzung geben immerhin drei Prozent im Westen und sieben Prozent im Osten an, in mehr als drei Lebensbereichen Ausgrenzung zu erfahren. Zu den &#132;wirklich Ausgeschlossenen&#148; z\u00e4hlt B\u00f6hnke den Bev\u00f6lkerungsteil, der objektiv sowohl materiell als auch bezogen auf soziale Partizipation Defizite aufweist und zus\u00e4tzlich in subjektiver Einsch\u00e4tzung unter mangelnder sozialer Integration leidet. Ein Prozent im Westen und drei Prozent im Osten z\u00e4hlen zu dieser Kategorie. Von diesen arbeiten immerhin zehn Prozent in einem Vollzeitjob, 50 Prozent sind jedoch (langzeit-) arbeitslos oder behindert (ebd.: 24).<\/p>\n<p>Dieses empirische Material unterf\u00fcttert das einleitend skizzierte Verst\u00e4ndnis von sozialer Ausgrenzung. Die zentrale Bedeutung des Arbeitsmarktes f\u00fcr Exklusion Tendenzen hei\u00dft nicht, dass die jeweils aktuellen Best\u00e4nde der Arbeitslosenstatistik mit der hier vorgestellten Gruppe der sozial Ausgegrenzten gleichzusetzen w\u00e4re. Vielmehr kann nur eine Minderheit unter den statistisch erfassten Arbeitslosen den von sozialer Ausgrenzung Betroffenen zugerechnet werden, w\u00e4hrend Teilbest\u00e4nde der von sozialer Ausgrenzung Betroffenen sich auch aus Arbeitsplatzbesitzern oder solchen rekrutieren, die im System der Arbeit nicht, nicht mehr oder noch nicht erfasst werden. Dies lie\u00dfe sich im \u00fcbrigen auch \u00fcber eine Analyse von Struktur und Dynamik der Arbeitslosenbest\u00e4nde herleiten. Damit sollen freilich keinesfalls die teilweise gravierenden individuellen Folgen f\u00fcr viele von Arbeitslosigkeit Betroffene und ihre Familien verniedlicht werden. Wenn von einer Spaltung der Gesellschaft gesprochen werden kann, so vollzieht sich diese aber nicht entlang der in der Arbeitslosenstatistik ausgewiesenen Trennlinie zwischen Arbeitsplatzsuchenden und Arbeitsplatzbesitzern.<\/p>\n<h5><span id=\"ausblick-auf-die-zukunft-der-arbeit-151-droht-mehr-oder-weniger-exklusion\">Ausblick auf die Zukunft der Arbeit &#151; droht mehr oder weniger Exklusion?<\/span><\/h5>\n<p>Die Entwicklungen auf dem Arbeitsmarkt bleiben f\u00fcr den Zusammenhalt moderner Gesellschaften entscheidend. Abschlie\u00dfend sollen deshalb Schlaglichter auf die Trends der Arbeitswelt geworfen werden mit dem Ziel, das Ausma\u00df an Gef\u00e4hrdung durch Tendenzen sozialer Ausgrenzung f\u00fcr die Zukunft besser einsch\u00e4tzen zu k\u00f6nnen. Welche Prognosen gibt es zur Zukunft der Arbeit angesichts globaler Trends, welchen Ver\u00e4nderungen ist die Arbeit selbst unterworfen? Ist ein Bedeutungswandel der Arbeit feststellbar, der ihren Stellenwert f\u00fcr die Menschen geringer werden l\u00e4sst?<\/p>\n<p><i>a) Das Ende der Arbeitsgesellschaft?<\/i><\/p>\n<p>Die Diskussion um die These vom Ende der Arbeitsgesellschaft, aufgeworfen bereits in den 1950er Jahren von Hannah Arendt (Arendt 1960), dauert nun schon mehrere Jahr-zehnte, ohne dass ein Konsens \u00fcber die tats\u00e4chlichen Perspektiven zu erzielen w\u00e4re. Was sind die Triebfedern dieser prognostizierten Entwicklung und ist ihre Richtung tat-s\u00e4chlich eindeutig?<\/p>\n<p>Unter der \u00dcberschrift &#132;Globalisierung&#148; werden Szenarien diskutiert, die die versch\u00e4rfte internationale Konkurrenz hervorheben. Dabei gerieten zun\u00e4chst niedrig qualifizierte T\u00e4tigkeiten in der industriellen Massenproduktion in Bedr\u00e4ngnis. Diese Einschr\u00e4nkung ist mit der zunehmenden Bedeutung wissensbasierter Produkte, virtueller Prozesse und einer Aufholjagd in der Qualifizierung der Arbeitnehmer auch in (ehemaligen) Entwicklungsl\u00e4ndern nicht mehr gegeben. Zum einen spiegelt sich diese Entwicklung in einer intensivierten internationalen Arbeitsteilung. Kaum ein Produkt ist zur G\u00e4nze Made in XY, sondern setzt sich aus Teilen zusammen, die an verschiedenen Orten der Welt hergestellt wurden. Zum anderen droht in den westlichen Industriel\u00e4ndern vermehrt die Abwanderung von Unternehmen, sei es zur Kostensenkung oder zur Markterschlie\u00dfung. Die Internationalisierung der Finanzm\u00e4rkte flankiert diesen Prozess. Sie hat aber auch eine eigene Bedeutung, weil Investitionen weltweit je nach g\u00fcnstigen Konditionen und Renditen in unternehmerische oder spekulative Anlageformen flie\u00dfen. Auch die Arbeit nimmt an der Globalisierung teil, wenngleich weniger mobil als das Kapital. Es wird erwartet, dass Migrationsbewegungen zunehmen, sei es aus Gr\u00fcnden von Verfolgung, wirtschaftlicher Not oder unter dem Stichwort war for talents. Das Saldo der Konsequenzen der Globalisierung f\u00fcr den Arbeitsmarkt in Deutschland ist &#132;zumindest nicht unumstritten&#148; (Weeber et. a1.1999: 45). Den Krisenszenarien steht die Einsch\u00e4tzung gegen\u00fcber, dass f\u00fcr den heimischen Arbeitsmarkt komparative Vorteile insbesondere bei technologisch hochwertigen Produkten bestehen und die Intensivierung der Handelsbeziehungen dem mehrfachen Exportweltmeister Deutschland eher n\u00fctzen (Bon\u00df 2000, 342ff.; D\u00f6ring (Hg.): 1999).<\/p>\n<p>Der technologische Fortschritt hat die beschleunigte Vernetzung der Welt erst erm\u00f6glicht. Die digitale Revolution gleicht in der Dimension ihrer Auswirkungen der industriellen, die ihr eineinhalb Jahrhunderte vorausgegangen war. Schon zuvor brachten die zunehmende Machinisierung und ver\u00e4nderte Organisation der Arbeit einen Produktivit\u00e4tsfortschritt, der bedeutet, dass mit der gleichen Arbeitskraft mehr produziert werden kann oder eben das Gleiche mit weniger (Rationalisierung). Gleichwohl werden auch hier nicht nur Risiken, sondern auch Chancen gesehen, wenn der weitergehende technologische Wandel Innovationen hervorbringt, die auch neue Arbeitspl\u00e4tze entstehen lassen (Sachverst\u00e4ndigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Lage 1998: Ziffer 472).<br \/>Alternde Gesellschaft, die These vom abflauenden Konsumbedarf (Strasser 1999: 72), \u00f6kologische Notwendigkeiten: Sp\u00e4testens mit Erscheinen des Berichts an den Club of Rome zu den &#132;Grenzen des Wachstums&#148; (Meadows et. al. 1972) begann eine grunds\u00e4tzlichere Auseinandersetzung \u00fcber die Zukunft unseres Wirtschaftens. Der &#132;Sieg&#148; der kapitalistischen Ordnung \u00fcber ihre Konkurrenten hat nur kurzzeitig die Frage in den Hintergrund dr\u00e4ngen k\u00f6nnen, ob &#132;das f\u00fcr den marktwirtschaftlichen Regelungsmechanismus absolut zentrale Wachstum nachfragewirksamer Bed\u00fcrfnisse in seiner Wirkung auf Psyche, Umwelt und sozialen Zusammenhalt nicht mittelfristig doch zur schwer ertr\u00e4glichen Last&#148; wird (Kocka 2001: 12). Schw\u00e4chelnde Wachstumsraten und Massenarbeitslosigkeit w\u00e4ren in diesem Verst\u00e4ndnis nur die Vorboten einer umfassenderen Krise.<\/p>\n<p>Wie stellt sich die Frage nach dem &#132;Ende der Arbeitsgesellschaft&#148; empirisch im Zeitverlauf dar? Zentraler Indikator f\u00fcr die gesamtwirtschaftliche Erwerbsarbeit ist das Arbeitsvolumen. Tats\u00e4chlich sinkt es im l\u00e4ngerfristigen Zeitverlauf. Die Zahl der Erwerbst\u00e4tigen ist zwar tendenziell gestiegen. Auf der anderen Seite ist die durchschnittliche Arbeitszeit pro Erwerbst\u00e4tigem stark gesunken. Konjunkturkrisen f\u00fchren jeweils kurzfristig zu einem kr\u00e4ftigeren Absinken, das in den wirtschaftlichen Erholungsphasen nicht kompensiert werden kann. So lag das gesamtwirtschaftliche Arbeitsvolumen der Arbeitnehmer im Jahre 2000 um sechs Prozent unter dem Stand des Jahres 1991 (Bach 2001: 1; Weeber et. a1.1999: 47).<\/p>\n<p><i>b) Ausdifferenzierung von Arbeitsformen<\/i><\/p>\n<p>Die Feststellung eines Wandels oder zumindest einer Ausdifferenzierung von Arbeitsformen ist wissenschaftlicher Konsens. Zugrunde liegen weniger (aber auch) menschliche Bed\u00fcrfnisse als vielmehr Strukturwandel, technologischer Fortschritt, Deregulierung und betriebliche Strategien der Gewinnmaximierung (Dombois 1999: 18; Oschmiansky\/Schmid 2000: 38). Die Feststellung einer &#132;Erosion des Normalarbeitsverh\u00e4ltnisses&#8220; (Querschnittgruppe Arbeit und \u00d6kologie 2000: 26) wird hingegen differenziert<br \/>betrachtet.<\/p>\n<p>Zun\u00e4chst ist die Feststellung einer Erosion eine Frage des Bezugspunktes. Gesicherte, wom\u00f6glich arbeitslebenslange Stellung, tarifliche Entlohnung, die zur Ern\u00e4hrung der Familie ausreicht, mit Arbeitszeiten zwischen 35 und 38,5 Stunden, unbefristet &#151;<br \/>diese als &#132;normal&#148; apostrophierten Zust\u00e4nde haben sich erst im Zuge des so genannten Wirtschaftswunders herausgebildet. Wichtiger noch: Diese Verh\u00e4ltnisse galten im weit \u00fcberwiegenden Ma\u00dfe f\u00fcr M\u00e4nner und dienten zur Konservierung von Familienstrukturen, die sich m\u00f6glicherweise schneller gewandelt haben, als die hier zur Diskussion stehenden Arbeitsformen. Frauen haben tats\u00e4chlich schon immer flexibler sein m\u00fcssen, mit einem Patchwork aus befristeten oder Teilzeitstellen, Phasen des Ausstiegs oder der Gleichzeitigkeit von Familienarbeit und Arbeit zur Einkommenssicherung. Auch die Vollbesch\u00e4ftigung der 1950er und 1960er Jahre war eine Vollbesch\u00e4ftigung der M\u00e4nner, w\u00e4hrend Frauen zwar auch arbeiteten, aber vorrangig im Privaten, unentgeltlich und mit wenig gesellschaftlichem Ansehen. Es ist also im wesentlichen das m\u00e4nnliche &#132;Normalarbeitsverh\u00e4ltnis&#148;, das gegebenenfalls unter Druck geraten ist. Die zentralen, ineinander verwobenen Trends, die diesen Druck ausl\u00f6sen, hei\u00dfen Flexibilisierung, Pluralisierung und Individualisierung.<\/p>\n<p>Die Arbeit wird in Bezug\u00a0auf Zeit, Raum, Gegenstand und Organisation flexibler; Berufsbilder sind weniger fest gef\u00fcgt, Zeitarbeit nimmt zu. Daneben stehen Arbeitszeitverk\u00fcrzungen kollektiver Natur, sei es innerhalb einer Branche oder eines Betriebes und eine Zunahme von individuell ausgehandelten Teilzeitmodellen (Oschmiansky\/Schmid 2000: 27ff.). Beispiele f\u00fcr eine r\u00e4umliche Flexibilisierung sind Telearbeitspl\u00e4tze, er-h\u00f6hte Mobilit\u00e4tsanforderungen an Arbeitnehmer oder innerbetriebliche mobile B\u00fcros. Was gearbeitet wird, ist zunehmend entstandardisiert, mit weniger Routinen durchsetzt, wandelt sich schneller. Die Arbeitsorganisation ver\u00e4ndert sich inner- wie zwischenbetrieblich. Hiervon zeugen Netzwerke zwischen Betrieben, verst\u00e4rkte Projektarbeit und Arbeit in Teams. Flexibilit\u00e4t bezieht sich auch auf die individuellen Erwerbsbiografien, die st\u00e4rker von Diskontinuit\u00e4ten gepr\u00e4gt sind und sein werden, Unterbrechungen auf-weisen und sich auch hinsichtlich hergebrachter Vorstellungen von kontinuierlichen Karrierestufen ver\u00e4ndern (vgl. auch Dombois 1999: 15; Kocka 2001: 13).<\/p>\n<p>Die Pluralisierung oder Diversifizierung der Arbeitsformen bezieht sich insbesondere auf vertragliche Konstellationen, die zunehmend auch prek\u00e4re Besch\u00e4ftigungsverh\u00e4ltnisse umfassen. Daneben spielen die Ausdifferenzierung der T\u00e4tigkeiten und die Beschleunigung bei der Ver\u00e4nderung der Arbeitsgegenst\u00e4nde eine Rolle. Qualifikationen verlieren so rasch ihre Wertigkeit, wenn sie nicht fortlaufend erg\u00e4nzt oder on the job trainiert werden.<\/p>\n<p>Individualisierung im Wandel der Arbeitsformen bezeichnet einerseits einen gro\u00dfen Fortschritt weg von Ausbeutung, Abh\u00e4ngigkeit, Fremdbestimmung hin zu mehr Eigenverantwortung, Freiheit und Unabh\u00e4ngigkeit. Die Kehrseite dieser Medaille ist allerdings auch sichtbar, wo der Konkurrenzdruck gr\u00f6\u00dfer und auf den einzelnen Mitarbeiter oder ein Team projiziert wird oder wo Risiken \u00fcber vertragliche Regelungen ganz auf die Seite der Arbeitnehmer abgew\u00e4lzt werden (intrapreneurs). Nicht jeder hat das Zeug zum &#132;Arbeitskraftunternehmer&#148; (Bude 2000: 131) oder gar &#132;Lebensunternehmer&#148; (Lutz: 1998).<\/p>\n<p>Empirisch jedoch ist &#132;in der Bundesrepublik Deutschland [&#8230;] das Normalarbeitsverh\u00e4ltnis &#151; im Sinne unbefristeter Vollzeitbesch\u00e4ftigung von Arbeitern und Angestellten &#151; nach wie vor die mit Abstand h\u00e4ufigste Erwerbsform&#148; (Oschmiansky\/Schmid 2000: 35).<\/p>\n<p><i>c) Die Bedeutung der Arbeit<\/i><\/p>\n<p>Die Bedeutung der Arbeit wandelte sich in der Geschichte mit dem Wandel der allgemeinen Deutungsversuche menschlichen Tuns und weltlichen Seins. Bis in die Gegenwart hat die Arbeit eine fundamentale Bedeutungssteigerung erfahren. Aufgrund der fortschreitenden Reduzierung der Zeiten, die f\u00fcr (Erwerbs-) Arbeit aufgebracht werden muss, kann man zwar zu dem Schluss kommen, dass &#132;auf Dauer [&#8230;] die Erwerbsarbeit allm\u00e4hlich an existentieller und Lebens pr\u00e4gender Bedeutung f\u00fcr die Menschen verliert&#148; (Strasser 1999: 57). Andererseits verweisen nicht nur die wilden Streiks bei drohenden Massenentlassungen wie im Oktober 2004 vor dem Bochumer Opel-Werk darauf, dass der Stellenwert von Arbeit heute weitgehend ungebrochen ist. So ist auch die zunehmende Erwerbsneigung von Frauen und Anstrengungen zur Erh\u00f6hung der Erwerbst\u00e4tigenquote ein Signal daf\u00fcr, dass \u00fcber Arbeit weiterhin nicht nur materielle Bed\u00fcrfnisse befriedigt werden. Vielmehr er\u00f6ffnet und vermittelt sie weiterhin soziale Anerkennung, Selbstwert und Teilhabem\u00f6glichkeiten und entscheidet \u00fcber Lebensqualit\u00e4t. Sie bleibt damit &#132;Schl\u00fcsselkategorie&#148; unserer Gesellschaft (Willke 1998: 15), auch wenn andere Daseinsbereiche, zumal solche mit einer klaren Affinit\u00e4t zu Arbeit (etwa im Bereich der so genannten Eigen-, Heim-, B\u00fcrger- oder Familienarbeit), an Bedeutung gewinnen: &#132;Der Gegensatz zur Arbeit ist nicht Mu\u00dfe, sondern freie, selbst bestimmte T\u00e4tigkeit&#148; (Beck 2000: 51). Der festgestellte oder prognostizierte Wertewandel vollzieht sich jedenfalls weder inhaltlich noch milieu- oder generationenspezifisch gleichgerichtet oder in klaren Alternativen. &#132;Stabile Erwerbsorientierung bei abnehmender Erwerbszentrierung&#148; ist die Formel, auf die Gerd Mutz die scheinbaren Widerspr\u00fcchlichkeiten bringt (Mutz 2001: 15). Umgekehrt belegen auch aktuelle Studien die gravierenden psychosozialen Folgen von Arbeitslosigkeit (Gallie et. al. 2002: 110). Die Aussage, &#132;dass nicht Arbeitslosigkeit, sondern Geldlosigkeit das eigentliche Problem&#148; (Beck 2000: 33) sei, ist darum eine Zuspitzung, die die Erkenntnisse einer ganzen Forschungsrichtung zu den (individuellen) Auswirkungen von Arbeitslosigkeit &#151; ausgehend von der wegweisenden &#132;Marienthal-Studie&#148; aus dem Jahre 1932 &#151; ignoriert (Jahoda et. al. 1975 [1932]).<\/p>\n<h5><span id=\"chancen-und-huerden-auf-dem-weg-in-die-wissensgesellschaft\">Chancen und H&uuml;rden auf dem Weg in die Wissens&shy;ge&shy;sell&shy;schaft<\/span><\/h5>\n<p>Droht nun von der prognostizierten Entwicklung am Arbeitsmarkt mehr oder weniger soziale Exklusion? Diese Frage h\u00e4ngt insbesondere mit den Qualifikationsanforderungen und der Struktur der Arbeitsnachfrage zusammen. Es steht zu bef\u00fcrchten, dass die skizzierten Ver\u00e4nderungen ihren Tribut insbesondere von denjenigen fordern werden, die Grenzen ihrer Weiterqualifizierung erreicht haben oder durch Arbeitslosigkeit sogar zur\u00fcckfallen. Nicht zu untersch\u00e4tzen sind dabei neben den Fachqualifikationen vor allem auch die unter die &#132;Schl\u00fcsselqualifikationen&#148; fallenden Sozialkompetenzen. Schlie\u00dflich steigt die Bedeutung allgemeiner Kompetenz zur Lebensgestaltung angesichts der beschriebenen Prozesse fortschreitender Individualisierung, der R\u00fcckverlagerung von Verantwortung und damit auch Selbst-Verantwortlichkeit auf den Einzelnen und der Notwendigkeit, der eigenen Biografie \u00f6fter als in fr\u00fcheren Zeiten eine neue Richtung oder neue Schwerpunkte zu geben. Von elementarer Bedeutung ist, dass eine &#132;fortschreitende Entwertung un- und angelernter T\u00e4tigkeiten&#148; (Kronauer 2002: 103) die Chancen der Problemgruppe auf Integration weiter verknappt. Der &#132;neue Arbeitsmarkt [&#8230;], die haushaltsbezogenen Dienstleistungen&#148; erzeugt dar\u00fcber hinaus &#132;marginalisierte Besch\u00e4ftigungsverh\u00e4ltnisse&#148;, deren Entlohnung kaum das n\u00f6tige Haushaltseinkommen sichert und zudem \u00fcberwiegend schwarz organisiert ist (Dangschat 1995: 52).<\/p>\n<p>Die Chancen, die sich im Wandel bieten, erweisen sich vielfach als verkappte H\u00fcrden f\u00fcr diejenigen, die nicht mithalten k\u00f6nnen. Sicherlich war auch vor knapp 200 Jahren schwer vorstellbar, wie ein Volk von Bauern und Handwerkern einmal in den auf-strebenden Industrien arbeiten sollte. Dieser Prozess wurde am Ende, bei schwersten sozialen Verwerfungen, gemeistert. Eine \u00e4hnliche Frage stellt sich heute mit Blick auf die Wissensgesellschaft. Eine \u00fcberzeugende Antwort steht noch aus.<\/p>\n<p><b>Literatur<\/b><\/p>\n<p>Arendt, Hannah 1960: Vita Activa oder Vom t\u00e4tigen Leben, Stuttgart.<br \/>Bach, Hans-Uwe 2001: Arbeitsvolumen steigt wieder dank mehr Besch\u00e4ftigung, TAB Kurzbericht Nr. 3, N\u00fcrnberg<br \/>Barl\u00f6sius, Eva et. al. (Hg.) 2001: Die Armut der Gesellschaft. Sozialstrukturanalyse, Bd. 15, Opladen Beck, Ulrich 2000: Wohin f\u00fchrt der Weg, der mit dem Ende der Vollbesch\u00e4ftigungsgesellschaft beginnt?; in: Ulrich Beck (Hg.) 2000: Die Zukunft von Arbeit und Demokratie, Frankfurt\/Main, S. 7-66<br \/>B\u00f6hnke, Petra 2001: Nothing left to lose? Poverty and social exclusion in comparison. Empirical evidence on Germany, WZB-discussion paper, Berlin<br \/>Bon\u00df, Wolfgang 2000: Was wird aus der Erwerbsgesellschaft; in: Ulrich Beck (Hg.) 2000: Die Zukunft von Arbeit und Demokratie, Frankfurt\/Main, S. 327-415<br \/>Bude, Heinz 2000: Was kommt nach der Arbeitnehmergesellschaft?; in: Ulrich Beck (Hg.) 2000: Die Zukunft von Arbeit und Demokratie, Frankfurt\/Main, S. 121-134<br \/>Dangschat, Jens S. 1995: &#132;Stadt&#148; als Ort und Ursache von Armut und sozialer Ausgrenzung; in: Aus Politik und Zeitgeschichte, B 31-32, S. 50-62<br \/>D\u00f6ring, Diether (Hg.) 1999: Sozialstaat in der Globalisierung, Frankfurt\/Main<br \/>Dombois, Rainer 1999: Der schwierige Abschied vom Normalarbeitsverh\u00e4ltnis; in: Aus Politik und Zeitgeschichte, B 37, 5.13-20<br \/>Europ\u00e4ische Kommission 1994: Wachstum, Wettbewerbsf\u00e4higkeit, Besch\u00e4ftigung. Herausforderungen der Gegenwart und Wege ins 21. Jahrhundert. Wei\u00dfbuch, Br\u00fcssel<br \/>Gallie, Duncan et. al. 2002: Soziale Prekarit\u00e4t und soziale Integration. Bericht f\u00fcr die Europ\u00e4ische Kommission. Generaldirektion Besch\u00e4ftigung, Br\u00fcssel<br \/>Giddens, Anthony 1998: Der dritte Weg. Die Erneuerung der sozialen Demokratie, Frankfurt\/Main Giddens, Anthony 2001: Die Frage der sozialen Ungleichheit, Frankfurt\/Main<br \/>Jahoda, Marie et. al. 1975 [1932]: Die Arbeitslosen von Marienthal, Frankfurt\/Main<br \/>Judt, Tony 1997:, The social question redivivus; in: Foreign Affairs, Vol. 76, No. 5, S. 95-117<br \/>Kocka, J\u00fcrgen 2001: Thesen zur Geschichte und Zukunft der Arbeit; in: Aus Politik und Zeitgeschichte B 21, S. 8-13<br \/>Kronauer, Martin 2002: Exklusion. Die Gef\u00e4hrdung des Sozialen im hoch entwickelten Kapitalismus, Frankfurt\/Main<br \/>Leisering, Lutz 1999: Eine Frage der Gerechtigkeit. Armut und Reichtum in Deutschland; in: Aus Politik und Zeitgeschichte, B 18, 5.10-17<br \/>Lutz, Christian 1998: Was ist ein &#132;Lebensunternehmer&#8220;?; in: Dokumentation des 4. Kempfenhausener Gespr\u00e4chs, hg, von der Bayerischen Hypotheken- und Wechselbank, M\u00fcnchen<br \/>Meadows, Dennis et. al. 1972: Die Grenzen des Wachstums. Bericht an den Club of Rome zur Lage der Menschheit, Stuttgart<br \/>Merkel, Wolfgang 2000: Die Dritten Wege der Sozialdemokratie ins 21. Jahrhundert; in: Berliner Journal f\u00fcr Soziologie, 10. Jg., H. 1, S. 99-124<br \/>Mutz, Gerd 2001: Der souver\u00e4ne Arbeitsgestalter in der zivilen Arbeitsgesellschaft; in: Aus Politik und Zeitgeschichte, B 21, S.14-23<br \/>Oschmiansky, Heidi\/Schmid, G\u00fcnther 2000: Wandel der Erwerbsformen. Berlin und die Bundesrepublik im Vergleich, WZB-discussion paper, Berlin<br \/>Querschnittsgruppe Arbeit und \u00d6kologie 2000: Zukunft des Arbeitslebens; in: WZB-Mitteilungen 89, S. 26-29<br \/>Sachverst\u00e4ndigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung 1998: Vor weitreichenden Entscheidungen, Jahresgutachten 1998\/99, Stuttgart<br \/>Steinert, Heinz 1998 (Hg.): Politics against Social Exclusion, Project Papers Nr. 1, CASE-Project Opening Conference ,Vienna, December 3\/4<br \/>Strasser, Johano 1999: Wenn der Arbeitsgesellschaft die Arbeit ausgeht, Z\u00fcrich<br \/>Taylor, lan 1998: Limits of Market Society: European Perspectives; in: Heinz Steinert (Hg.): Politics against Social Exclusion, Project Papers Nr. 1, CASE-Project Opening Conference ,Vienna, December 3\/4, S. 7-21<br \/>Vobruba, Georg 1998: Inclusion, exclusion. Towards a dynamic approach; in: Heinz Steinert (Hg.): Politics against Social Exclusion, Project Papers Nr. 1, CASE-Project Opening Conference,Vienna, December 3\/4, S. 57-70<br \/>Weeber, Joachim et.al. 1999: Geht uns die Arbeit aus?; in: Arbeit und Sozialpolitik, 5-6\/99, S. 44-55 Willke, Gerhard 1998: Die Zukunft unserer Arbeit, Bonn<\/p>\n","protected":false},"featured_media":0,"template":"","categories":[],"tags":[667],"autoren":[2296],"publikationen":[2812],"class_list":["post-11985","publikation","type-publikation","status-publish","hentry","tag-vorgaenge-artikel","autoren-lars-castellucci","publikationen-168-vorgaenge"],"acf":[],"yoast_head":"<!-- This site is optimized with the Yoast SEO plugin v28.5 - https:\/\/yoast.com\/product\/yoast-seo-wordpress\/ -->\n<title>Massenarbeitslosigkeit und soziale Ausgrenzung - Humanistische Union<\/title>\n<meta name=\"robots\" content=\"index, follow, max-snippet:-1, max-image-preview:large, max-video-preview:-1\" \/>\n<link rel=\"canonical\" href=\"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/vorgaenge\/168-vorgaenge\/publikation\/massenarbeitslosigkeit-und-soziale-ausgrenzung\/\" \/>\n<meta property=\"og:locale\" content=\"de_DE\" \/>\n<meta property=\"og:type\" content=\"article\" \/>\n<meta property=\"og:title\" content=\"Massenarbeitslosigkeit und soziale Ausgrenzung - Humanistische Union\" \/>\n<meta property=\"og:description\" content=\"Eine Analyse der Spaltungstendenzen am Arbeitsmarkt aus: Vorg\u00e4nge Nr.168 ( Heft 4\/2004 ), S.46-55 Seit den \u00d6lpreisschocks der 1970er Jahre ist Arbeitslosigkeit in Deutschland zu einem Massenph\u00e4nomen geworden. 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