{"id":11989,"date":"2004-12-04T19:20:00","date_gmt":"2004-12-04T18:20:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/publikation\/lob-des-mittelmasses\/"},"modified":"2004-12-04T12:00:00","modified_gmt":"2004-12-04T11:00:00","slug":"lob-des-mittelmasses","status":"publish","type":"publikation","link":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/vorgaenge\/168-vorgaenge\/publikation\/lob-des-mittelmasses\/","title":{"rendered":"Lob des Mittelma\u00dfes"},"content":{"rendered":"<p>Unzeitgem\u00e4\u00dfe Betrachtungen \u00fcber einen prek\u00e4ren Begriff<\/p>\n<p>aus: Vorg\u00e4nge Nr. 168 ( Heft 4\/2004 ), S.84-91<\/p>\n<p><i>Die sozio\u00f6konomische Krise in Deutschland zeigt Stehverm\u00f6gen. An Ursachendeutungen herrscht ebenso wenig Mangel, wie &#151; Hartz hin, Agenda 2010 her &#151; an praktischer Ratlosigkeit. Mehr als ein fragw\u00fcrdig begr\u00fcndetes Prinzip Hoffnung ist mit Blick auf den desastr\u00f6sen Arbeitsmarkt und die sozialstaatlichen (Schief-)Lagen nicht in Sicht.<\/i><\/p>\n<p>In dieser Situation gedeihen Versuche, wenigstens durch symbolische Aktion und forcierte Rhetorik ein wenig Entlastung und perspektivischen Optimismus zu schaffen. Jedenfalls f\u00e4llt auf, dass es im aktuellen diagnostischen wie therapeutischen Diskurs eine Reihe semantischer Konstanten gibt: Botschaften in Endlosschleifen, die eine Grundmelodie, einen Generalbass im Ver\u00e4nderungskonzert, das zurzeit gespielt wird, intonieren. Ein Beispiel da-f\u00fcr ist das Wort Mittelma\u00df, ein Begriff, mit dem sich, schaut man genauer hin, eine ideologisch aufgeladene rhetorische Figur nach-zeichnen sowie Trends gesellschaftspolitischer Entwicklung entziffern lassen.<\/p>\n<p>Nun muss nicht jeder Mediokrit\u00e4t, jedem flott deklamierten Mittelma\u00df hinterher gelaufen werden; zum &#132;Unwort des Jahres&#148; wird es die Vokabel ohnehin nicht bringen, daf\u00fcr bleibt sie zu diskret. Aufmerksamkeit ist aber angebracht, zumal der jeweilige Kontext die Musik macht und dem Mittelma\u00df eine ganze Begriffs-Seilschaft h\u00f6chst konzertant zur Seite steht: etwa der Ruf nach mehr Leistung und Exzellenz, nach mehr Effizienz und Wettbewerb, nach gesteigerter Kreativit\u00e4t und &#151; nat\u00fcrlich &#151; Innovation. Nicht zuletzt sind es immer wieder die Eliten, auf die sich begehrliche Blicke richten. Es gilt der Verdacht, mithin die Gewissheit, dass von derlei Qualit\u00e4ten und Exzellenzen zur Remedur der \u00f6konomischen Baisse fl\u00e4chendeckend zuwenig vorhanden ist. Und um die Ursachen auf eine griffige, zugespitzte und zugleich emotionalisierende Formel zu bringen, tritt die Invektive &#132;Mittel-ma\u00df!&#148;, das Attribut &#132;mittelm\u00e4\u00dfig!&#148; &#151; zu lesen immer mit erhobener Stimme, erhobenem Zeigefinger und mit Ausrufezeichen &#151; auf den Plan.<\/p>\n<h5><span id=\"bildung-als-exempel\">Bildung als Exempel<\/span><\/h5>\n<p>Mittelma\u00df und Absturz in die Mittelm\u00e4\u00dfigkeit lauern inzwischen \u00fcberall. Den Nachweis da-f\u00fcr treten l\u00e4ngst nicht mehr allein einschl\u00e4gige &#132;harte&#148; Daten aus der Wirtschafts- und Finanzwelt an. Man setzt jetzt vermehrt auf &#132;weiche&#148; Indikatoren: Vergleichsdaten, Testergebnisse, Rankings aus den verschiedensten Bereichen r\u00fccken ins \u00f6ffentlich-mediale Blickfeld. Man denke nur an die Reaktionen auf internationale Vergleichsstudien im Bildungsbereich (v.a. TIMSS, PISA), die seit ihrem Erscheinen erstaunliche Resonanz erfahren, eine Flut von Kassandrarufen ausgel\u00f6st und die bestehenden \u00f6konomischen Krisenwahrnehmungen nachhaltig untermauert und verfestigt haben. &#132;Die Bildung&#148; hat sich zum Blitzableiter, mithin zum Ausfallb\u00fcrgen gesamtgesellschaftlicher Entwicklung gemausert: &#132;Bildungsmisere bedroht deutsche Wirtschaft&#148;; &#132;Bildungsnot bremst die Wirtschaft&#148; wird etwa in Reaktion auf aktuelle OECD-Daten getitelt (Rheinische Post und Neue Rhein Zeitung vom 17. September 2003).<\/p>\n<p>Hier zeigt sich mittlerweile eine ausgesprochen hartn\u00e4ckige und medieng\u00e4ngige Symbiose: Meinhard Miegel etwa bescheinigt dieser Gesellschaft in toto, sie habe sich &#132;das Mittel-ma\u00df zum Leitbild erkoren&#148;; Annette Schavan, Schulministerin in Baden-W\u00fcrttemberg, gei\u00dfelt die &#132;Verliebtheit ins Mittelma\u00df&#148; (zit. n. Die Zeit Nr. 13, 20. M\u00e4rz 2003: 65); der Spiegel attestiert dem deutschen Bildungssystem nur noch &#132;staatlich organisierten Niedergang&#148;: &#132;Die Bildungsideale &#151; verstaubt. Die \u00f6ffentlichen Schulen &#151; vielerorts verlottert. Der Nachwuchs wird als akademisches Mittelma\u00df &#151; solide nur in der Halbbildung &#151; in die moderne Wissensgesellschaft entlassen.&#148; (Der Spiegel Nr. 39\/2002: 21) Sogar die Zeit sekundiert, die &#132;meisten Bundesl\u00e4nder [trieben] ihre Schulen in die Mittelm\u00e4\u00dfigkeit&#148; (Die Zeit Nr. 4, 16. Januar 2003: 1). Und ein Handelsblatt-Redakteur res\u00fcmiert, , jahrzehntelang verfehlte, ideologisch-bornierte Bildungspolitik&#8220; habe zu einem Schulsystem gef\u00fchrt, das &#132;auf allen Ebenen zutiefst verfault&#148; und damit mitverantwortlich sei f\u00fcr den &#132;Absturz in das wirtschaftliche Mittelma\u00df&#148; (Birnbaum 2003: 24). \u00dcber Schulen und Hochschulen, &#132;Kunden&#148; (Sch\u00fcler, Studenten) wie &#132;Betreiber&#148; (Lehrer, Professoren, Administratoren), wird, so oder \u00e4hnlich, inzwischen tagt\u00e4glich der Stab gebrochen. Danach befinden wir uns in einem edukativen Ausnahmezustand: Land und Leute &#151; ein Ausbund von Mittelm\u00e4\u00dfigkeit!<\/p>\n<h5><span id=\"was-misst-das-mittelmass\">Was misst das Mittelma&szlig;?<\/span><\/h5>\n<p>Aber was transportiert die Rede vom Mittel-ma\u00df? Was soll einem hier eigentlich nahe gebracht werden? L\u00e4sst sich damit \u00fcberhaupt etwas Konkrete(re)s aussagen? Was ist die &#151; so-zusagen ausgesprochen unausgesprochene &#151; Funktion des Begriffs im \u00f6ffentlichen, ver\u00f6ffentlichten Diskurs? Nat\u00fcrlich &#151; so die alltagspraktische Ann\u00e4herung &#151; liegt die negative Konnotation auf der Hand. Jeder wei\u00df, was gemeint ist, wenn das Mittelma\u00df ins Spiel gebracht wird &#151; n\u00e4mlich ein Zuwenig, eine entt\u00e4uschte Erwartung: Es h\u00e4tte eigentlich, &#132;normalerweise&#148; mehr sein sollen, sein m\u00fcssen. Mittelma\u00df ist immer ein Vorwurf, mit dem &#151; wie auch immer beabsichtigt und dosiert &#151; Abwertung, sogar Besch\u00e4mung einhergeht und einhergehen soll. &#132;Die Mediokrit\u00e4t&#148;, schreibt Hans Magnus Enzensberger, &#132;ist das Aller-letzte. Ver\u00e4chtlicher kann ein Urteil nicht aus-fallen.&#148; (Enzensberger: 1991: 261) Umgangs-sprachlich ist der Begriff also vertraut und gef\u00fcrchtet. Genau dieser Common Sense wird aktuell ausgeweitet und instrumentalisiert. Eine positive Zuschreibung (&#132;gutes Mittelma\u00df&#8220;) ist jedenfalls nirgends erkennbar. Andererseits bleibt &#132;die Mitte&#148;, zumal als politische Mitte, ausgesprochen ambivalent und schillernd: So unbestimmt und vage die politische Mitte (&#132;neue&#8220; oder &#132;solidarische Mitte&#148;) bleibt, so unbestimmt und vage kommt das Mittelma\u00df daher. Nur mit dem Unterschied, dass eben Mitte nicht gleich Mitte, dass gemessene (Mittelma\u00df) und umworbene (&#132;neue&#8220;) Mitte ganz verschiedene paar Schuhe sind und sein sollen.<\/p>\n<p>So sehr die &#132;neue Mitte&#148; zum Ma\u00df aller Dinge in der politischen Kommunikation geworden ist, so sehr wird Mittelma\u00df zum negativen Leitbild, zum Leitwort sozialer, leistungsm\u00e4\u00dfiger Devianz stilisiert. Es geht um wenig Pr\u00e4zises, daf\u00fcr umso mehr um einen Generalverdacht. Alles dr\u00e4ngt zur Mitte, nur mittelm\u00e4\u00dfig darf eben nichts und niemand sein! Mit dankenswerter, zugleich denkw\u00fcrdig Zeitgeistger Deutlichkeit hat der fr\u00fchere Generalsekret\u00e4r der SPD, Olaf Scholz, ein &#132;dezidiert politisches Bekenntnis&#148; der &#132;solidarischen Mitte&#148; formuliert: Es gehe dabei um die &#132;Allianz der T\u00fcchtigen in unserer Gesellschaft&#148; (Scholz 2003).<\/p>\n<p>Ein weiterer Hinweis betrifft den sprachlich-logischen Kontext: Wo vom Mittelma\u00df die Rede ist, sind andere Ma\u00dfe mit gedacht, muss es entsprechende Referenzma\u00dfe geben: Die Rede vom mittleren Ma\u00df setzt ein &#132;Mehr&#148; sowie ein &#132;Weniger&#148; voraus, also ein h\u00f6heres, ein H\u00f6chstma\u00df, und ein minderes, ein Mindestma\u00df. Wer absch\u00e4tzig vom Mittelma\u00df redet, hat dann anscheinend das &#132;Mehr&#148;, das H\u00f6chstma\u00df (die Exzellenz, h\u00f6chste Leistung), vor Augen. Dass es neben, &#132;unter&#148; dem Mittelma\u00df ja noch ein &#132;Weniger&#148;, ein Mindestma\u00df, schlie\u00dflich ein &#132;Gar nichts&#148; (&#132;Null&#8220;) geben muss und damit eine zu bestimmende, zu qualifizierende Relation, bleibt unbeachtet. Es bleibt bei dem Schwarz-Wei\u00df-Bild, der schlichten Polarit\u00e4t Mittelma\u00df &#151; H\u00f6chstma\u00df. Auch wenn das kleinkariert daherkommt: zumindest wird hier ein schiefes Bild gezeichnet, ganz \u00e4hnlich der &#151; nicht abzustellenden &#151; Rede von den &#132;Unterprivilegierten&#148; (was ja voraus-setzte, dass dann potenziell alle anderen privilegiert sind bzw, privilegiert sein k\u00f6nnten oder sollten &#151; was soll der Unfug?).<\/p>\n<p>Nat\u00fcrlich passt solche semantische Mobilmachung zum neoliberalen Zeitgeist, der eine H\u00f6chstleistungs- und Beschleunigungs-Offensive nach der anderen fordert und in Gang setzt. Man f\u00fchlt sich an alte DDR-Parolen (&#132;Weltniveau&#8220;) erinnert, und die Ahnung beschleicht einen, dass ein solcher &#132;Dauer-Stachanow&#148; &#151; eine Ideologie, die sich an-scheinend system\u00fcbergreifend in den siegreichen Kapitalismus hin\u00fcbergerettet hat &#151; bestenfalls lebensfremd ist: Die fort- und aufgesetzte Reklamation von Spitzenpl\u00e4tzen, das Verlangen nach &#132;Erster Liga&#148; in allen gesellschaftlichen Bereichen, klingt irgendwann nur noch l\u00e4cherlich. Und: Wer dauernd H\u00f6chstleistungen fordert und zum allgemeinen Ma\u00dfstab ausruft, wird genau diese nicht bekommen &#151; &#132;rasender Stillstand&#148; (Paul Virilio) w\u00e4re da noch die nachsichtigste Umschreibung. Wohl-gemerkt: Es ist und bleibt legitim, auch im Bereich von Schule und Hochschule, Bildung und Ausbildung die Beteiligten (Sch\u00fcler und Lehrer) auf ein &#132;Mehr&#148; hin zu orientieren. Man schaut nun einmal zum Besseren, nicht zum Schlechteren, und das (gute!) Mittelma\u00df h\u00e4tte dann als regulative Idee einen etwas entspannteren, weil allgemein orientierenden Sinn. Insistiert wird also nur, weil im angedeuteten Mainstream der Verwendung des Begriffs jede Relation; jedes wirkliche Ma\u00df hintan gestellt bzw, absichtlich vermieden, zudem kaum ein ernsthafter Gedanke an die durchaus komplexeren Gestehungsbedingungen von Leistung und Exzellenz verschwendet wird.<\/p>\n<h5><span id=\"exkulpationsstrategien\">Exkulpationsstrategien<\/span><\/h5>\n<p>Mit der Dauerphilippika vom Mittelma\u00df wird also einer H\u00f6chstleistungs- und H\u00f6chstma\u00dfideologie das Wort geredet, die sich andererseits doch nicht recht traut, offen aufzutreten: Die ganze Gesellschaft eine Ansammlung von potenziellen H\u00f6chstleistern und ausgewiesenen Mittelma\u00dfver\u00e4chtern? Das w\u00e4re denn doch zu albern. Wozu taugt das Mittelma\u00df aber dann? Eine andere Perspektive und Funktion scheint einleuchtender, n\u00e4mlich die einer Abwehr von (materiellen) Anspr\u00fcchen sozusagen als begleitende Strategie auf der semantischen Alltagsebene: Der identifizierte &#132;Minderleister&#148; wird, so jedenfalls darf man erwarten, seine Anspr\u00fcche an Staat\/Sozialstaat, Wirtschaft und Politik einsichtig und reum\u00fctig zur\u00fccknehmen und der Aufforderung, dem (seinem) Mittelma\u00df mit allen zur Verf\u00fcgung stehenden Mitteln zu entkommen, f\u00fcrderhin widerspruchslos(er) nachkommen. Hier scheint ein Muster der Argumentation durch, an das wir uns gew\u00f6hnen sollen und vielleicht schon l\u00e4ngst gew\u00f6hnt haben. Wer die Fehler zuerst, gar ausschlie\u00dflich, bei sich selbst sucht, zudem auf diese Suche und eine entsprechende Bringschuld verpflichtet werden kann, der nimmt Gesellschaft und Politik nicht in ihrer Kontingenz, ihrer Ver\u00e4nderbarkeit wahr, der fragt erst gar nicht (mehr) nach Hintergr\u00fcnden, nach Kontexten und Strukturen, die ja eben-falls kritischem Blick ausgesetzt werden k\u00f6nnten.<\/p>\n<p>Es ist schon faszinierend, wie mit der Gebetsm\u00fchle &#132;Mittelma\u00df&#148; die Komplexit\u00e4t gesamtgesellschaftlicher Zusammenh\u00e4nge, politische und wirtschaftliche Verantwortung auf das Individuum umgebogen und damit weiterer Nachfrage entzogen wird. Nurmehr die Einzelnen sollen, m\u00fcssen sich anstrengen. &#132;Wenn du dich anstrengst und deinem Mittel-ma\u00df entkommst, und alle anderen auch so handeln, dann wird f\u00fcr alle alles (wieder) gut&#148;, lautet die Botschaft. In den Debatten um die Hartz-Gesetze und die Agenda 2010 und die damit verbundenen (verk\u00fcndeten) Verbesserungs- und Ver\u00e4nderungsaussichten speziell f\u00fcr den Arbeitsmarkt (Wachstum, Jobs, Ich-AG etc.) dokumentiert sich das deutlich genug. Hier scheint durch, was Stefan Chwin im Zusammenhang von Schule und Bildung treffend als &#132;Terror des Optimismus&#148; beschrieben hat (Chwin 2002): Den Betroffenen wird das Blaue vom Himmel versprochen, wenn sie denn bereit sind, nicht l\u00e4nger \u00fcber die ihnen angetragenen Arbeitsmarkt- und sozialpolitischen Konditionen und Zumutungen zu r\u00e4sonieren. Auch beim Mittelma\u00df deutet sich schlie\u00dflich eine &#132;individualisierende Vergesellschaftung&#148; an, die \u00fcber die &#132;magischen Floskeln&#148; Aktivierung (&#132;aktivierender Staat&#8220;) oder F\u00f6rdern und Fordern Ver\u00e4nderungsbereitschaft nurmehr beim Einzelnen anmahnt (Lessenich 2003). Hier wird die feingesponnene Synergie von Gesellschaft und Individuum, von Politik, \u00d6konomie und Kultur aufgel\u00f6st, wird politische und wirtschaftliche Verantwortung im Grundsatz neu justiert und in die Fl\u00e4che verschoben. In der Tat: Es geht um Ablenkung, um die Er\u00f6ffnung von Nebenschaupl\u00e4tzen, um eben nicht ans Eingemachte gehen zu m\u00fcssen. Wer tagt\u00e4glich gesagt bekommt, er sei Mittelma\u00df und trage so ein (sein) Scherflein zum allgemeinen \u00f6konomischen und gesellschaftlichen Elend bei, der bekommt eben ein (sein) schlechtes Gewissen und fragt nicht mehr nach. Die Schuld ist dann auf der individuellen Ebene angekommen &#151; da, wo sie hin und bleiben soll. Das Mittelma\u00df wird zum semantischen Statthalter fl\u00e4chendeckender Schuldzuweisung und zugleich zum Schl\u00fcsselwort m\u00f6glicher Entlastung und Erl\u00f6sung.<\/p>\n<p>Die Raffinesse liegt darin, dass in der Verwendung des Begriffs Ankl\u00e4ger und Angeklagte in eindeutiger Zuordnung und gleich-zeitig zur Sprache kommen. Mit besagtem Vorwurf werden n\u00e4mlich nicht nur kompliziertere Gesamtzusammenh\u00e4nge &#151; wer oder was bestimmt eigentlich wie \u00fcber gen\u00fcgende oder ungen\u00fcgende Leistung und Anstrengung, \u00fcber Leistungsbereitschaft und entsprechende Leistungskontexte? &#151; umgangen, unterschlagen. Vielmehr erteilt sich derjenige, der den Verdacht vorbringt, auf m\u00fchelose Weise Generalabsolution: Mittelma\u00df, das sind immer die anderen, zumal diejenigen, die in der Regel wenig(er) Chancen haben, sich zu wehren, sich etwa gleich \u00f6ffentlichkeitswirksam zu artikulieren. So betrachtet ist das Mittelma\u00df zugleich ein strikt hierarchischer und macht orientierter, ein &#132;Von-oben-herab-Begriff&#8216;.<\/p>\n<p>Mittelma\u00df ist also eine Kategorie des Generalverdachts, der pr\u00e4ventiven Denunziation und zugleich Instrument eigener Entlastung: Nicht die Anklage bedarf der Legitimation und Begr\u00fcndung, sondern der Beklagte wird ultimativ zur Einsicht und zur Hinnahme\/Akzeptanz entsprechender Ma\u00dfnahmen aufgefordert. Nochmals die soziale Pointe: Wer andere des Mittelma\u00dfes bezichtigt, exkulpiert sich dabei selbst, definiert sich, und zwar zwangsl\u00e4ufig, als Mehr- bzw. H\u00f6chstleister, als Exzellenz und Elite, als &#132;Leistungstr\u00e4ger&#148; (aktuell: mit dem Mandat zur entsprechenden sozial- und arbeitsmarktpolitischen Intervention und &#132;Innovation&#8220;).<\/p>\n<h5><span id=\"das-steigerungsspiel-selbsternannter-eliten\">Das Steige&shy;rungs&shy;spiel selbs&shy;t&shy;er&shy;nannter Eliten<\/span><\/h5>\n<p>Eine Gegenthese: Unsere Gesellschaft hat &#151; gut sichtbar im Bereich von Wirtschaft und Wirtschaftspolitik &#151; l\u00e4ngst jedes mittlere Ma\u00df sowie entsprechende Ma\u00dfst\u00e4be verloren. Man muss gar nicht allenthalben beklagte Mentalit\u00e4ten und Praktiken im individuellen Verhalten vieler sogenannter H\u00f6chstleister betrachten; das Versagen vieler (selbsternannter) Eliten ist, die Beispiele der letzten Jahre sprechen B\u00e4nde, notorisch. Gerade weil das so ist, liegt das Ausweichen auf andere Schaupl\u00e4tze nahe; denn sonst m\u00fcsste man sich gegebenenfalls fragen (lassen), was es mit den allenthalben zu beobachtenden Ma\u00dflosigkeiten auf sich hat. Hier nur, zur Erinnerung, einige ganz allt\u00e4gliche Beispiele. Was soll man von einer Wirtschaft &#151; notabene: Politik &#151; halten, die Fliegen zum Nulltarif als marktwirtschaftlichen Segen preist, noch jeden Acker der Republik mit Start- und Landebahnen als Standortfaktor bepflastern m\u00f6chte, schlie\u00dflich dazu animiert, jeden Anlass zum Fliegen zu nutzen. &#132;Zum Shoppen nach Mailand, zum Baden nach Ibiza, ab-heben f\u00fcr 19,90 Euro, weniger als das Taxi zum Flughafen kostet&#148; &#151; so die Werbung. Der verkehrspolitische, \u00f6konomische und \u00f6kologische Nonsens, der dem (immerhin!) hier und da attestiert wird, regt niemanden auf und hat bislang keinerlei ernsthaften Widerspruch erfahren; die weiterhin auf ungebremste PS-Treiberei setzt und dem geneigten Verbraucher sogenannte SUVs andient, Sport Utility Vehicles &#151; eine den USA abgeschaute &#132;Innovation&#148;: \u00fcberdimensionierte Gel\u00e4ndewagen, mit denen man (vermeintlich) seinen Alltagsfrust in sitztechnisch erh\u00f6hter Position abbauen kann; die nur noch mit Geiz ist geil und immer abgedrehteren Marketingattacken bem\u00fcht innovative Produkte an Frau und Mann bzw. auch und vor allem an Kinder und Jugendliche bringt. Besonders deutlich in der Telefonie: Jeder m\u00f6ge wenigstens drei mit abstrusen Funktionen vollgestopfte, und im Gebrauch s\u00fcndhaft teure Handys sein Eigen nennen und m\u00f6glichst in Permanenz gleichzeitig bedienen. En passant: sodann werden \u00fcber das Mittelma\u00df gerade der Jugendlichen Krokodilstr\u00e4nen vergossen, wenn es mit der Aufmerksamkeit, der Motorik, den Werten und der gemessenen Leistung &#151; etwa bei der Lesekompetenz (PISA!) &#151; nicht so recht klappt; &#151; die von &#132;Gewinnwarnung&#148; redet, wenn sich nicht fortw\u00e4hrend die (via Shareholder Value erzwungenen) zweistelligen Zuw\u00e4chse einstellen?<\/p>\n<p>Das sind nur zuf\u00e4llig gew\u00e4hlte Beispiele f\u00fcr ein aus dem Ruder laufendes &#132;Steigerungsspiel&#148; (vgl. Schulze 2003: Slff.) und eine weit(er)hin unreflektierte \u00d6konomie, schlie\u00dflich eine Politik, deren wohlfeile Ma\u00dfst\u00e4be hier f\u00fcglich angezweifelt werden d\u00fcrfen. In der Tat: Das, was gerade als Hinweis f\u00fcr Ma\u00dflosigkeit angef\u00fchrt worden ist, steht anderen, den Ankl\u00e4gern der Mittelm\u00e4\u00dfigkeit, als hervorragendes Exempel f\u00fcr Leistung, Exzellenz und Innovation vor Augen, also als das, was sodann noch gesteigert herauskommt, wenn das Mittelma\u00df (der anderen) \u00fcberwunden, abgeschafft ist.<\/p>\n<p>Das Konzept des Wachstums, das aus diesen Beispielen spricht, verk\u00f6rpert zweifelsohne den augenblicklichen Mainstream wirtschaftspolitischen wie wirtschaftswissenschaftlichen Denkens. Dieser Mainstream verdiente es allerdings, selbst in seinen eigenen &#132;Minderleister&#8220;-Diskurs aufgenommen zu werden. Aber so weit wird es nicht kommen, denn aller tagt\u00e4glich einschl\u00e4gigen Anschauung nach werden auch weiterhin Exzellenz, Leistung, H\u00f6chstma\u00df vor allem dort unterstellt, behauptet und mit entsprechendem Applaus (\u00f6konomischen, sozialen, politischen Gratifikationen) bedacht, wo es davon eher wenig bis gar nichts zu bestaunen gibt: Jeder m\u00f6ge sich seine eigene Galerie erfolgreicher Vorbilder zusammen stellen. Der Buchhandel setzt \u00fcbrigens auf &#132;Bohlen als Hoffnungstr\u00e4ger&#148; (Frankfurter Rundschau vom 8. Oktober 2003). Spa\u00df beiseite: Unsere gesammelten Ma\u00dflosigkeiten lassen sich schlie\u00dflich nur (noch) mit dem fortgesetzten Hinweis auf das Versagen, die Defizite, die Mittelm\u00e4\u00dfigkeit anderer verteidigen und begr\u00fcnden.<\/p>\n<h5><span id=\"masslosigkeit-151-eine-gesellschaftspolitische-sackgasse\">Ma&szlig;lo&shy;sig&shy;keit &#151; eine gesell&shy;schafts&shy;po&shy;li&shy;ti&shy;sche Sackgasse<\/span><\/h5>\n<p>Die wirtschaftspolitische und wissenschaftliche Diskussion kennt so gut wie keinen Widerspruch mehr zu den euphorischen Erwartungen, die sich mit den aktuellen Reform-Kaskaden verkn\u00fcpfen. Es gibt einzelne Rufer in der W\u00fcste, die wenigstens darauf hinweisen, dass es wohl eher nicht die (faulen) Arbeitslosen und (tr\u00e4gen) Sozialhilfeempf\u00e4nger sind, die die Republik mit aller Gewalt in der \u00f6konomischen Baisse halten, sondern vielmehr einige (makro-) strukturelle Probleme \u00fcberhaupt einmal beachtet und (wirtschafts- und sozialpolitisch) anders bewertet und konzeptionell angegangen werden m\u00fcssten. Man wird Bourdieu kaum widersprechen k\u00f6nnen, dass eine &#132;neoliberale Vulgata, eine \u00f6konomisch politische Orthodoxie, [&#8230;] so universell durchgesetzt und so einm\u00fctig akzeptiert ist, dass sich jegliche Diskussion und Infragestellung zu verbieten scheint&#148; (Bourdieu 2001: 7f.). Gleichwohl bedarf es der Begleitmusik, und sodann hat eben (auch) das Mittelma\u00df seinen Einsatz: es begr\u00fcndet, wie gezeigt, warum die Lage so ist, wie sie ist, und es baut zu-gleich schon vor f\u00fcr den (nicht ganz unwahrscheinlichen) Fall, dass alles doch wieder nicht so kommt, wie geplant und erhofft. Man ahnt im \u00fcbrigen, dass die, die das Mittelma\u00df am lautesten deklamieren, gar nichts anderes wollen; eigentlich soll die Gesellschaft, ihre Stratifikation, so bleiben, wie sie ist: oben und unten, Mittelma\u00df auf der einen, Exzellenz und Elite, Macht und Herrschaft, auf der anderen Seite.<\/p>\n<p>Was also kann man mit einer ganz und gar mittelm\u00e4\u00dfigen Gesellschaft schon anfangen? Zumindest kann man ihr ihre \u00fcberzogenen Anspr\u00fcche entgegenhalten. Dass es auch die Ma\u00dflosigkeit \u00f6konomischen (\u00f6konomistischen) Zugriffs auf die Gesellschaft sein k\u00f6nnte, die heute ein Vorankommen behindert, ger\u00e4t nicht in den Blick. Wie auch, wenn es nicht zuletzt die Protagonisten genau dieses Zugriffs sind, die zugleich jene \u00f6konomische Orthodoxie und die Rede vom Mittelma\u00df nach Kr\u00e4ften bef\u00f6rdern. Der Unternehmens- und Politikberater Roland Berger m\u00f6chte das Land vor dem &#132;Absturz ins Mittelma\u00df&#148; bewahren (Frankfurter Rundschau vom 6. Dezember 2003) und McKinsey-Chef J\u00fcrgen Kluge widmet sich seit einiger Zeit dem &#132;gravierendsten Problem&#148;: unserer Bildungsmisere, die aus &#132;Gleichmacherei und Mittelma\u00df f\u00fcr alle&#148; entstanden sei (Kluge 2002). Dirk Kurbjuweit hat k\u00fcrzlich den &#132;McKinsey-Menschen&#148; beschrieben (Kurbjuweit 2003), dem bereits jetzt jede M\u00f6glichkeit, irgendwann und irgendwie einmal mittelm\u00e4\u00dfig zu sein, nach Kr\u00e4ften und sehr ziel-, sprich effizienzorientiert abtrainiert wird. Vielleicht bekommen wir ja \u00e4 la longue den &#132;genuinen H\u00f6chstleister&#148;, die Vision und die Utopie eines bio- und gentechnologisch bef\u00f6rderten Abschieds vom Mittelma\u00df.<\/p>\n<h5><span id=\"mehr-mittelmass-wagen\">Mehr Mittelma&szlig; wagen<\/span><\/h5>\n<p>Wo bleibt das Positive? Gleichsam dialektisch gewendet, soll abschlie\u00dfend das Lob des Mittelma\u00dfes angestimmt, eine andere Haltung, ein anderer Common Sense wenigstens angedeutet wird. Was, lautet die Frage, w\u00e4ren wir eigentlich ohne das Mittelma\u00df, die Mittelm\u00e4\u00dfigen? Anders formuliert: Gibt es Hinweise auf ein Mittelma\u00df, welches lohnte, in den Alltag, in den Diskurs (zur\u00fcck)geholt zu werden? Bei Herder findet sich 1767 folgender Hinweis:<\/p>\n<p>&#132;Was ist denn aber an Genies gelegen? Desto mehr liegt uns an brauchbaren M\u00e4nnern. Zu diesen wird eine gl\u00fcckliche Temperatur von Gaben und Geschicklichkeiten erfordert: demie in Bayern, 32. Jg., H. 6, S. 1-3\u00a0Frankfurter Rundschau vom 7. August Scholz, Olaf 2003: Gerechtigkeit und Solidari-\u00a0Schulze, Gerhard 2003: Die beste aller Welten.<\/p>\n<p>Die Umgestaltung des Sozialstaats und die\u00a0Jahrhundert? M\u00fcnchen\/Wien Zukunft sozialdemokratischer Politik; in: eine gewisse Mittelm\u00e4\u00dfigkeit, die sich nicht zu Genies und Geistsch\u00f6pfern hebet und nicht zu dummen Dorfteufeln herabsinkent, eine mittlere Gr\u00f6\u00dfe, die eben den Punkt der Nutzbarkeit trifft.&#8220; (Zit. n. Enzensberger 1991: 250.)<\/p>\n<p>Die Pointe l\u00e4ge auch heute in der &#132;Nutzbarkeit&#148; der &#132;mittleren Gr\u00f6\u00dfe&#148; &#8211; ein mittleres Ma\u00df, dem allerdings nicht nur schiere Existenzberechtigung (qua N\u00fctzlichkeit) zuzuerkennen, sondern mit Nachdruck ein besonderes Surplus zu attestieren w\u00e4re: Das Mittelma\u00df ist und bleibt eine Conditio sine qua non &#151; es geht gar nicht ohne, wenn der Laden laufen soll. Es gibt, soviel scheint sicher, ein komplexeres Zusammenwirken der Kr\u00e4fte, M\u00f6glichkeiten und Antriebe in der Gesellschaft. In der Tat: auch hier muss an das &#132;wir&#148;, die Gesellschaft als Ganzes und ihre oft ziemlich diskreten Synergien erinnert werden. Karl Georg Zinn hat darauf etwa f\u00fcr den \u00f6konomischen Kontext hingewiesen: Beim Standortwettbewerb komme es nicht nur auf Sieger an &#8211; leben und arbeiten m\u00fcssen alle, nicht nur die Sieger. Deshalb sind nicht allein Spitzenleistungen entscheidend, sondern eine gesamtwirtschaftliche Konstellation, die auch den ,normal` Leistungsf\u00e4higen das \u00dcberleben gew\u00e4hrleistet (S\u00fcddeutsche Zeitung vom 26. August 2002). Das klingt nur auf den ersten Blick pathetisch bzw. trivial &#151; es ist bitter ernst. Denn genau diese, eigentlich selbstverst\u00e4ndliche Konstellation droht auch mit Hilfe der skizzierten Semantik aus den Fugen zu geraten. Um den Gedanken zuzuspitzen: Wir brauchen heute nicht weniger, sondern mehr Mittelma\u00df! Das g\u00e4lte zun\u00e4chst im Sinne einer erneuerten grunds\u00e4tzlichen Qualit\u00e4tsdiskussion: Ziel bliebe immer noch, sich an der einen oder anderen Stelle auf ein mittleres Ma\u00df einzustellen, nicht jedwedem, noch so absurden, Wachstum das Wort zu reden.<\/p>\n<p>Vielleicht f\u00fchrt folgender Hinweis auf die richtige Spur: Sibylle Berg berichtet in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung unter der \u00dcberschrift Meisterwerke passieren, wenn alle ihre Arbeit machen \u00fcber eine gelungene Theaterauff\u00fchrung (Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 12. Oktober 2003). Diese k\u00fcnstlerische Beobachtung f\u00fchrt, wie mir scheint, nahe an das heran, was auch heute, angesichts \u00fcberbordender und kurzgeschlossener Elite-Debatten, wieder ins Bewusstsein zur\u00fcck geholt werden sollte: die Sensibilit\u00e4t f\u00fcr die Bedingungen der M\u00f6glichkeit des gemeinsamen Projekts Gesellschaft, dem man etwas mehr Nachdenklichkeit, Unaufgeregtheit, Anteilnahme &#8211; und gerade damit realistischere Aussichten auf Erfolg empfehlen m\u00f6chte.<br \/>Schlie\u00dflich die Gretchenfrage: Bedeutet ein solches Pl\u00e4doyer die Negation von Spitzenleistung und Exzellenz? Nat\u00fcrlich nicht. Exzellenz und Exzellenzen haben wir &#151; in vielerlei Hinsicht &#8211; bitter n\u00f6tig. Aber ihr Zustandekommen, ihre Realit\u00e4t im gesellschaftlichen Prozess, ihre Relation im \u00f6konomischen, politischen und soziokulturellen Gesamtzusammenhang muss wieder etwas gerade(r) ger\u00fcckt werden. Gel\u00e4nge dies &#8211; das w\u00e4re ganz exzellent.<\/p>\n<p><b>Literatur<\/b><\/p>\n<p>Birnbaum, Christoph 2003: Vielstimmiges Schweigen \u00fcber schlimme Missst\u00e4nde; in: Trend. Zeitschrift f\u00fcr soziale Marktwirtschaft, Nr. 97, IV. Quartal, S. 24-27<br \/>Bourdieu, Pierre 2001: Gegenfeuer 2. F\u00fcr eine<br \/>europ\u00e4ische soziale Bewegung, Konstanz<br \/>Chwin, Stefan 2002: Der Terror des Optimismus;<br \/>in: Kafka H. 7, S. 20-25<br \/>Enzensberger, Hans Magnus 1991: Mittelma\u00df und Wahn. Gesammelte Zerstreuungen, Frankfurt\/Main<br \/>Kluge, J\u00fcrgen 2002: Manifest zur Bildung\/Kongress &#132;McICinsey bildet&#148; 2002 in Berlin (Redemanuskript)<br \/>Kurbjuweit, Dirk 2003: Unser effizientes Leben. Die Diktatur der \u00d6konomie und ihre Folgen, Reinbek, 2. Aufl.<br \/>Lessenich, Stephan 2003: Der Arme in der Aktivgesellschaft &#8211; zum sozialen Sinn des &#132;F\u00f6rderns und Forderns` ; in: WSI-Mitteilungen, H. 4, S. 214-220<br \/>Miegel, Meinhard 2002: Verdr\u00e4ngte Wirklichkeiten. Die Lebenswelt der Deutschen; in: Zur Debatte. Themen der Katholischen<\/p>\n","protected":false},"featured_media":0,"template":"","categories":[],"tags":[667],"autoren":[2298],"publikationen":[2812],"class_list":["post-11989","publikation","type-publikation","status-publish","hentry","tag-vorgaenge-artikel","autoren-detlef-josczok","publikationen-168-vorgaenge"],"acf":[],"yoast_head":"<!-- This site is optimized with the Yoast SEO plugin v28.5 - https:\/\/yoast.com\/product\/yoast-seo-wordpress\/ -->\n<title>Lob des Mittelma\u00dfes - Humanistische Union<\/title>\n<meta name=\"robots\" content=\"index, follow, max-snippet:-1, max-image-preview:large, max-video-preview:-1\" \/>\n<link rel=\"canonical\" href=\"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/vorgaenge\/168-vorgaenge\/publikation\/lob-des-mittelmasses\/\" \/>\n<meta property=\"og:locale\" content=\"de_DE\" \/>\n<meta property=\"og:type\" content=\"article\" \/>\n<meta property=\"og:title\" content=\"Lob des Mittelma\u00dfes - Humanistische Union\" \/>\n<meta property=\"og:description\" content=\"Unzeitgem\u00e4\u00dfe Betrachtungen \u00fcber einen prek\u00e4ren Begriff aus: Vorg\u00e4nge Nr. 168 ( Heft 4\/2004 ), S.84-91 Die sozio\u00f6konomische Krise in Deutschland zeigt Stehverm\u00f6gen. 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