{"id":12013,"date":"2004-06-16T22:30:00","date_gmt":"2004-06-16T20:30:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/publikation\/menschenrechtspolitik-ist-immer-einmischung\/"},"modified":"2021-08-31T10:13:56","modified_gmt":"2021-08-31T08:13:56","slug":"menschenrechtspolitik-ist-immer-einmischung","status":"publish","type":"publikation","link":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/vorgaenge\/166-vorgaenge\/publikation\/menschenrechtspolitik-ist-immer-einmischung\/","title":{"rendered":"Menschenrechtspolitik ist immer Einmischung"},"content":{"rendered":"<p>Eine internationale Bestandsaufnahme*<\/p>\n<p>aus: Vorg&auml;nge Nr. 166 ( Heft 2\/2004 ), S.5-13<\/p>\n<p>Das 1993 in Deutschland gegr&uuml;ndete Forum Menschenrechte kann auf zehn Jahre harter, m&uuml;hsamer, aber dennoch erfolgreicher Arbeit f&uuml;r die Menschenrechte zur&uuml;ckblicken. Die Gr&uuml;ndung des Forums war ein Gl&uuml;cksfall, wie das Jochen Motte (Vereinte Evangelische Mission) genannt hat, &#8211; ein Gl&uuml;cksfall, der sich weiter bew&auml;hren muss. Das Ziel war der Informationsaustausch und die Meinungsbildung zu Grundsatzfragen sowie die Reaktion auf tagespolitische Ereignisse. Das Forum Menschenrechte ist keine Dachorganisation, sondern ein bundesweites Netzwerk von 45 Organisationen mit unterschiedlichen Schwerpunkten und Aufgabengebieten &#8211; alle sind jedoch durch das Thema Menschenrechte verbunden. Es ist dem Forum gelungen, anerkannter Gespr&auml;chspartner von Parlament und Regierung zu werden und auch auf internationaler Ebene wirksam zu werden. In meiner Eigenschaft als Leiter der deutschen Delegation in der UNO-Menschenrechtskommission von 1992 bis 1998 habe ich wichtige Anregungen in intensiven Diskussionen jeweils vor den Sitzungsperioden der Menschenrechtskommission erhalten.<\/p>\n<h5><span id=\"institutionelle-absicherung-der-menschenrechte\">Insti&shy;tu&shy;ti&shy;o&shy;nelle Absicherung der Menschen&shy;rechte<\/span><\/h5>\n<p>Anlass zur Zufriedenheit mit der Situation der Menschenrechte und der Nachhaltigkeit der Menschenrechtspolitik besteht jedoch gegenw&auml;rtig in keiner Weise &ndash; es gibt Fortschritte, aber auch empfindliche R&uuml;ckschritte. Zu denken ist an die negativen Folgen des 11. September 2001 f&uuml;r den Stellenwert der Menschenrechtspolitik und an den unseligen Irak-Krieg gegen das V&ouml;lkerrecht, und den Ansehensverlust der USA durch die Folterungen im Irak. Mit den Folgen dieses Krieges haben wir momentan zu k&auml;mpfen. Wir stellen einen globalen mentalen Klimawandel fest: zulasten der Menschenrechte.<\/p>\n<p>Parallel zu diesen besorgniserregenden Entwicklungen gibt es Positives zu vermerken. In Deutschland existieren neue Institutionen, die die Menschenrechtspolitik st&auml;rker machen sollen: seit 1998 der Bundestagsausschuss f&uuml;r Menschenrechte und Humanit&auml;re Hilfe, ebenfalls seit 1998 der\/die Beauftragte f&uuml;r Menschenrechte des Ausw&auml;rtigen Amts, das Deutsche Institut f&uuml;r Menschenrechte, das 2002 nach langj&auml;hrigen z&auml;hen Verhandlungen mit Bundesregierung und Bundestag gegr&uuml;ndet werden konnte &ndash; ein besonderer Verdienst der Hartn&auml;ckigkeit von Werner Lottje, dem langj&auml;hrigen Menschenrechtsbeauftragten des Diakonischen Werks.<br \/>F&uuml;r die europ&auml;ische Ebene gilt &auml;hnliches: Der Beitritt der ostmitteleurop&auml;ischen Staaten zur Europ&auml;ischen Union hat deren Zivilgesellschaften gest&auml;rkt und wird sie weiter st&auml;rken. Die neue europ&auml;ische Verfassung mit ihren Grundrechten wird ein Fort-schritt sein. Die Einklagbarkeit der dort fixierten Menschenrechte und ein Menschenrechtsausschuss des Europ&auml;ischen Parlaments werden hoffentlich folgen.<\/p>\n<p>Nationale und internationale Institutionen sind wichtiger denn je. Dazu geh&ouml;ren m.E. &ndash; bei aller durch Kompromissnotwendigkeiten bedingten Schw&auml;che &ndash; der Internationale Strafgerichtshof und die durch Sicherheitsratsbeschluss eingerichteten Spezialgerichte zu Ruanda und dem fr&uuml;heren Jugoslawien. Der Internationale Strafgerichtshof ist nur f&uuml;r schwere Kriegsverbrechen und Menschenrechtsverletzungen subsidi&auml;r zu-st&auml;ndig. Er k&ouml;nnte der Welt jetzt zeigen, dass er kein zahnloser Tiger ist. Allerdings hat der Sudan sich dem Statut nicht unterworfen. Dennoch ist eine Untersuchungskommission unverzichtbar. Ihre Ergebnisse k&ouml;nnten wie in anderen F&auml;llen, beispielsweise Jugoslawien, Vorstufe f&uuml;r ein vom Sicherheitsrat eingesetztes Sondertribunal werden. So sollte er Ermittlungen dazu aufnehmen, wer in Darfur f&uuml;r den V&ouml;lkermord verantwortlich ist. Einen Hochkommissar f&uuml;r Menschenrechte bei den Vereinten Nationen gibt es seit 1995 &ndash; alles letztlich Ergebnisse der Wiener Weltkonferenz, bei der sich 1993 auch einige westeurop&auml;ische Staaten noch ausdr&uuml;cklich gegen den Hochkommissar und den Gerichtshof ausgesprochen hatten.<br \/>Der Umgang der USA mit dem Internationalen Strafgerichtshof ist nicht zu akzeptieren. Sie bestreiten seine Zust&auml;ndigkeit gegen&uuml;ber US-Staatsangeh&ouml;rigen und setzen Staaten unter Druck, die mit dem Gerichtshof zusammenarbeiten. Er wird dadurch geschw&auml;cht. Dennoch ist er Ausdruck einer internationalen Bewegung gegen die Straflosigkeit. Das neue deutsche V&ouml;lkerstrafrecht, das der deutschen Justiz Anklage und Verurteilung bei bestimmten Straftaten von Ausl&auml;ndern im Ausland erm&ouml;glicht &ndash; also z.B. Anklage gegen diejenigen, die gegenw&auml;rtig im Sudan und dort besonders in Daf&uuml;r Bomben auf Krankenh&auml;user, Schulen und Kirchen werfen &ndash; ist leider zu wenig bekannt und wird nicht praktiziert.<\/p>\n<p>Die deutschen Beh&ouml;rden unternehmen in der Regel nichts, bevor nicht der T&auml;ter in Deutschland ist. Diese Bequemlichkeit sch&uuml;tzt die T&auml;ter. Die deutschen NGOs sollten die Staatsanwaltschaften mit einigen Musterf&auml;llen konfrontieren und Verfahren vorantreiben. Dennoch: Institutionen und internationale Vereinbarungen, wie die 1998, f&uuml;nfzig Jahre nach Verk&uuml;ndung der Allgemeinen Erkl&auml;rung der Menschenrechte verabschiedete Resolution der Generalversammlung der Vereinten Nationen zum Schutz der Menschenrechtsverteidiger sind ein wirklicher Fortschritt angesichts so vieler R&uuml;ckschl&auml;ge der letzten Jahre, an dessen Zustandekommen die UN-Menschenrechtskommission in Genf lange gearbeitet haben. Mit dieser Resolution sollen alle diejenigen gesch&uuml;tzt werden, die weltweit f&uuml;r die Durchsetzung der Menschenrechte eintreten. Ihre Rechte werden im einzelnen definiert. Auch wenn die Resolution oft keine unmittelbare Hilfe gegen Unterdr&uuml;ckung und Verfolgung ist, so gibt sie vor allem den NGOs eine wichtige R&uuml;ckendeckung.<\/p>\n<h5><span id=\"die-weltweite-praxis-der-menschenrechte\">Die weltweite Praxis der Menschen&shy;rechte<\/span><\/h5>\n<p>Entscheidend jedoch sind nicht Resolutionen und Protokolle. Entscheidend ist allein, dass es dadurch oder auf andere Weise gelingt, die Situation der Menschen tats&auml;chlich zu verbessern und Schlimmeres zu verhindern. Entscheidend ist, ob das einzelne Individuum in den Genuss der Menschenrechte kommt &ndash; und das sind seit der Wiener Konferenz 1993 auch die &ouml;konomischen, sozialen und kulturellen Rechte, wie sie in der Schlusserkl&auml;rung der Konferenz vereinbart wurden. Das ist die Messlatte f&uuml;r alles, was wir tun. Allzu oft sollen wir durch Worte, durch den Wortlaut von Verfassungen, die nur auf dem Papier stehen, durch Dialogrituale ohne irgendeine Bereitschaft zur Ver&auml;nderung auf Seiten der Dialogpartner beruhigt und von Aktivit&auml;ten abgehalten werden. Geben wir dem nach, verraten wir die Opfer und all diejenigen, die unter schwierigen Verh&auml;ltnissen &ndash; oft unter Gefahr f&uuml;r Leib und Leben &ndash; die Menschenrechte verteidigen.<\/p>\n<p>Am schlimmsten ist es f&uuml;r mich immer dann, wenn ich sehe, wie Regierungen oder Abgeordnete frei gew&auml;hlter Parlamente mit autorit&auml;ren Machthabern gemeinsame Sache machen oder sich missbrauchen lassen und die Menschenrechte w&uuml;rdelos anderen Interessen unterordnen. Wie oft hat man das z.B. w&auml;hrend des Apartheid-Regimes in S&uuml;dafrika erlebt; wie oft in zahllosen anderen L&auml;ndern. Als UN-Sonderberichterstatter f&uuml;r die Menschenrechte im Sudan wurde ich sp&auml;ter ebenfalls Zeuge solch verantwortungsloser Politik.<\/p>\n<p>Menschenrechte sind eine Querschnittsaufgabe internationaler und nationaler Politik, wie UN-Generalsekret&auml;r Kofi Annan das mit den Vereinten Nationen vorlebt, wenn er versucht, die Menschenrechte in allen anderen Bereichen der UN-Politik zu verankern. Menschenrechte waren auch das Querschnittthema der verschiedenen Weltkonferenzen in den 1990er Jahren, so der Weltbev&ouml;lkerungskonferenz in Kairo und der Weltfrauenkonferenz in Peking. Sie sind nicht das einzige Element in den internationalen Beziehungen, aber ein unverzichtbares.<\/p>\n<p>Das gro&szlig;e Vorbild ist bei alledem nach wie vor die KSZE-Schlussakte von Helsinki 1976, die neben den Elementen &bdquo;Frieden&rdquo; und &bdquo;Wirtschaftsbeziehungen&rdquo; gleichberechtigt auch die Menschenrechte zum Gegenstand hatten. Auf diese Weise bekamen die Freiheitsbewegungen in Osteuropa, wie Solidarnosc in Polen und die Charta 77 in der Tschechoslowakei, wichtige R&uuml;ckendeckung in der Zeit bis 1989.<\/p>\n<p>Traurig stimmt, dass das zehnj&auml;hrige Jubil&auml;um der Wiener Weltmenschenrechtskonferenz von 1993 von den Vereinten Nationen nicht sichtbar gefeiert wurde. Sie h&auml;tte es in vielfacher Weise verdient gehabt: Denn die Konferenz hat die Rolle der NGO&#8217;s gest&auml;rkt. Die besondere Verletzbarkeit von Frauen und Kindern ist zum Thema geworden. Das &bdquo;Recht auf Entwicklung&rdquo; wurde verankert. In Wien wurde die Einrichtung eines Hochkommissars f&uuml;r Menschenrechte und des Internationalen Strafgerichtshofs auf den Weg gebracht &ndash; und insgesamt einen Bewusstseinswandel bewirkt angesichts der schrecklichen Situation im fr&uuml;heren Jugoslawien, unter deren Eindruck die Konferenz damals stand. Leider erzwingen h&auml;ufig erst die Katastrophen wie die auf dem Balkan den Fortschritt; niemand konnte sich den damaligen Sachzw&auml;ngen entziehen. Die Schlussdeklaration wurde damals von allen Staaten einstimmig angenommen. Heute gelingt es dagegen mitunter nicht einmal, Zitate der Wiener Schlusserkl&auml;rung in UN-Resolutionen zu wiederholen. Die like-minded-countries lehnen das immer wieder ab: jene L&auml;nder vor allem Afrikas und Asiens, aber auch Russland und Kuba, die der Menschenrechtspolitik als Einmischung in ihre inneren Angelegenheiten skeptisch bis ablehnend gegen&uuml;ber stehen. Wir haben uns weit von Wien entfernt.<\/p>\n<h5><span id=\"rueckschlaege-und-fortschritte\">R&uuml;ckschl&auml;ge und Forts&shy;chritte<\/span><\/h5>\n<p>Es sieht wie ein Widerspruch aus, wenn ich bei aller Kritik sage, dass die Menschenrechtsthematik in den letzten Jahren nach der Wiener Konferenz an Kraft gewonnen hat &ndash; auch in den Beziehungen der Staaten untereinander. Das Bewusstsein f&uuml;r die Verbindlichkeit der Menschenrechtsnormen ist gewachsen. Allerdings ist es nicht wirklich gelungen, zu einer weltweiten Strategie zur Durchsetzung dieser Normen zu gelangen. Auf der Stockholmer Konferenz zur Vorbeugung gegen V&ouml;lkermorde im Januar 2004 hat Kofi Annan von &bdquo;besch&auml;menden Vers&auml;umnissen&rdquo; der Vereinten Nationen und ihrer Mitglieder in den 1990er Jahren gesprochen. Er hat sich in Ruanda ausdr&uuml;cklich f&uuml;r diese Vers&auml;umnisse entschuldigt. Es stellt sich die Frage: Haben wir dazugelernt aus den Erfahrungen in Kambodscha, in Ruanda, im fr&uuml;heren Jugoslawien? Aktuell haben wir die Situation im Sudan vor Augen, bei der die vorbeugende Menschenrechtspolitik wieder einmal versagt hat. Es ist einerseits gelungen, auch durch eine aktive Rolle der Vereinigten Staaten und anderer westlicher Staaten, den jahrzehntelangen B&uuml;rgerkrieg zwischen Nord und S&uuml;d zu stoppen, Friedensverhandlungen sind weit fortgeschritten. Aber der Konflikt hat sich in die Westregion Darfour verlagert mit dem bekannten schrecklichen B&uuml;rgerkriegsbild. Tausende wurden und werden seit Monaten dort get&ouml;tet, ca. 700.000 Menschen sind auf der Flucht, ohne ausreichende humanit&auml;re Hilfe. Schon vor mehr als zwei Jahren wurde diese Gefahr benannt, ohne dass die Regierung in Khartoum unter Druck gesetzt wurde, die politischen Ursachen f&uuml;r diesen Konflikt ernst zu nehmen. Sie glaubt, den Konflikt durch Gewalt l&ouml;sen zu k&ouml;nnen. Bis heute hat der Sicherheitsrat nicht reagiert, obwohl sich die deutsche Regierung darum bem&uuml;ht und zahlreiche internationale Stellungnahmen das Ende des Krieges fordern. Aber: Es geschah nichts, obwohl die Lage immer bedrohlicher wurde, keine vorbeugende Diplomatie zur Eind&auml;mmung des Konflikts, geschweige denn vorbeugende Aktionen, wie sie bei anderen Konfliktherden mitunter gelingen. Immer wieder machen wir diese bittere Erfahrung einer selektiven Wahrnehmung von Konflikten &mdash; als ob in Afrika Menschenleben nicht ebenso viel wert sind wie Haiti, &uuml;ber dessen Lage wir vor nicht allzu langer Zeit allabendlich unterrichtet wurden wie gegenw&auml;rtig &uuml;ber die Gewalttaten im Irak, die unsere Fernsehnachrichten f&uuml;llen.<\/p>\n<p>Die V&ouml;lkergemeinschaft muss ihr ganzes Gewicht einbringen, um Khartoum zu einem wirklich kontrollierten Waffenstillstand, der Zulassung humanit&auml;rer Hilfe und zu Friedensverhandlungen &uuml;ber Darfur zu zwingen. Das tut sie aber nicht. Die Menschen in Darfur sind Opfer egoistischer Einzelinteressen von Mitgliedern des Sicherheitsrats. Auch Europa spricht nicht mit einer Zunge.<\/p>\n<p>Ich kann f&uuml;r mich in Anspruch nehmen, vor dem Konflikt schon 2002 und 2003 in meinen Berichten als zust&auml;ndiger UN-Sonderberichterstatter gewarnt zu haben. Andere haben es auch getan. Wir stie&szlig;en auf taube Ohren. Einige Staaten, wie Deutschland, wurden aktiv, drangen aber bisher nicht durch. Die UNO war und ist in diesem Fall handlungsunf&auml;hig.<\/p>\n<h5><span id=\"terrorismusbekaempfung-als-gefahr-fuer-die-menschenrechte\">Terro&shy;ris&shy;mus&shy;be&shy;k&auml;mp&shy;fung als Gefahr f&uuml;r die Menschen&shy;rechte<\/span><\/h5>\n<p>Dieses d&uuml;stere Bild lie&szlig;e sich ohne weiteres erg&auml;nzen: die negativen Folgen der Terrorismusbek&auml;mpfung f&uuml;r die Menschenrechte belegen eine weltweite Klimaverschlechterung. F&uuml;r eine ganze Reihe von Staaten ist die Teilnahme an der Terrorismusbek&auml;mpfung ein Freibrief daf&uuml;r, den Druck auf die eigene Bev&ouml;lkerung aufrechtzuerhalten oder gar zu verst&auml;rken &#8211; und man l&auml;sst sie ungeschoren. Im Grunde kann man den Terrorismus &uuml;berhaupt nicht gemeinsam mit Despoten bek&auml;mpfen &mdash; aber in bestimmten au&szlig;en-politischen Zwangssituationen bleibt wohl nichts anderes &uuml;brig. Es darf aber keinen &bdquo;Terrorismusrabatt&rdquo; f&uuml;r diejenigen geben, die den neuen islamistischen Terrorismus nicht unterst&uuml;tzen. Schon gar nicht darf es dazu kommen, dass solche Regime, wie z.B. j&uuml;ngst im Falle Libyens, noch gest&auml;rkt werden und internationale Reputation erhalten. Wir machen uns dadurch zum Komplizen autorit&auml;rer Machthaber.<\/p>\n<p>Die Terrorismusbek&auml;mpfung hat aber auch in den westlichen Demokratien die Substanz der freiheitlichen Gesellschaftsordnungen geschw&auml;cht. Burkhard Hirsch brachte diese Entwicklung auf den Punkt: &bdquo;Es ist ein Ziel islamistischer Terroristen, die moralische und rechtliche Substanz der westlichen Welt zu treffen. Die Reaktionen zeigen, wie gering ihr Selbstbewusstsein und ihr Vertrauen in die Kraft einer freien und weltoffenen Gesellschaft geworden ist.&rdquo;<\/p>\n<p>Es ist sicher richtig: Der weltweite Terrorismus ist eine neue Art ernsthafter Bedrohung, gegen die neue Ma&szlig;nahmen und Instrumente notwendig sind, aber nicht so weit gehende wie die Sicherheitspakete hier und der Patriot Act in den USA.<\/p>\n<p>Das Bundesverfassungsgericht hat in seinem wegweisenden Urteil vom 3. M&auml;rz 2004 &ndash; eine Sternstunde der Verfassungsgerichtsbarkeit &ndash; zum so genannten Lauschangriff in Wohnungen festgestellt, dass die Effizienz der Strafverfolgung die Grenze der Menschenw&uuml;rde nicht &uuml;berschreiten darf. &bdquo;Gro&szlig; verdient das Urteil genannt zu werden, weil es mit beispielloser Konsequenz den auf die Menschenw&uuml;rde gest&uuml;tzten Leitgedanken des ,absolut gesch&uuml;tzten Kernbereichs pers&ouml;nlicher Lebensf&uuml;hrung&#8216; und damit ein tragendes Element des freiheitlichen Rechtsstaats in allen Phasen strafprozessualer Informationsverarbeitung zur Geltung bringt&rdquo;, so j&uuml;ngst dazu der Frankfurter Jurist Erhard Denninger. Zu viele Unverd&auml;chtige geraten heute durch die von Schily vorgelegten Sicherheitspakete in das Visier der Sicherheitsbeh&ouml;rden. Es ist eine Diskriminierung, wenn z.B. Ermittlungen nur an den Tatbestand gekn&uuml;pft werden, dass jemand Ausl&auml;nder ist und einer bestimmten Religionsgemeinschaft angeh&ouml;rt.<br \/>Die wegweisenden Feststellungen des Bundesverfassungsgerichts k&ouml;nnten &uuml;ber den entscheidenden Einzelfall hinaus eine Besinnung und eine Trendwende herbeif&uuml;hren. Die Sicherheitsgesetze, insbesondere das Ausl&auml;nder- und Asylrecht geh&ouml;ren auf den Pr&uuml;fstand. Es darf nicht dazu kommen, dass die Art der Terrorismusbek&auml;mpfung in den freiheitlichen Gesellschaften mehr Schaden anrichtet als der Terror selbst.<\/p>\n<p>Die Glaubw&uuml;rdigkeit der Demokratie wird zutiefst ersch&uuml;ttert, wenn ein gro&szlig;es, demokratisch verfasstes Land wie die USA &bdquo;den Regelversto&szlig; zur Norm erkl&auml;rt und wie in Guantanamo oder in den Lagern in Afghanistan nackte Willk&uuml;r &uuml;bt.&rdquo; (S&uuml;ddeutsche Zeitung vom 9. M&auml;rz 2004)<\/p>\n<p>Der j&uuml;ngst ver&ouml;ffentlichte j&auml;hrliche Menschenrechtsbericht der USA zu 196 Staaten wird dadurch zu einem Dokument der Heuchelei. Die USA behandeln sich selbst darin mit keinem Wort. Selbstkritik ist Voraussetzung f&uuml;r Glaubw&uuml;rdigkeit. Ich bin sicher, dass die amerikanische Demokratie die Kraft zur Selbstkorrektur entwickeln wird, etwa durch den Obersten Gerichtshof und durch eine Korrektur der Antiterrorgesetze in einigen Jahren durch den Gesetzgeber.<\/p>\n<p>Freiheitsrechte sind Ausdruck der unantastbaren Menschenw&uuml;rde und nicht vom Staat gn&auml;dig gew&auml;hrte Privilegien, die zur beliebigen Disposition stehen.<\/p>\n<h5><span id=\"die-uno-als-akteur-weltweiter-menschenrechtspolitik\">Die UNO als Akteur weltweiter Menschen&shy;rechts&shy;po&shy;litik<\/span><\/h5>\n<p>Nicht nur der 11. September hat zu tief greifenden Ver&auml;nderungen gef&uuml;hrt. Seit l&auml;ngerem schon beobachten wir ein neues Ph&auml;nomen: an die Stelle der Staaten treten zunehmend &bdquo;Kriegsunternehmer&rdquo; &ndash; warlords, S&ouml;ldnerbanden &ndash; die oft im Auftrag anderer zur Durchsetzung von Wirtschaftsinteressen die Gesellschaften auspl&uuml;ndern, soweit das nicht schon die korrupten Regierungen tun. Das erfordert neue Strategien. Der Soziologe Ulrich Beck erwartet, dass das auf Staaten gest&uuml;tzte V&ouml;lkerrecht allm&auml;hlich von der Verfassung einer Weltinnenpolitik abgel&ouml;st wird, mit der Einsetzung transnationaler Milit&auml;rmacht, um dem Ziel der Menschenrechte Geltung zu verschaffen. Gehen wir in ein Jahrhundert wachsender Pazifizierungs- und Menschenrechtskriege? Und wer entscheidet in solchen Situationen? Menschenrechtspolitik ist immer Einmischung, im &auml;u&szlig;ersten Fall auch durch Soldaten.<\/p>\n<p>In den Vereinten Nationen sind die Menschenrechte zu einem Querschnittthema geworden. Es gibt erfreuliche neue Vereinbarungen, wie das im Dezember 2002 beschlossene Zusatzprotokoll zur Anti-Folter-Konvention von 1984, mit dem ein pr&auml;ventives Konzept eines Besuchssystems von au&szlig;en erm&ouml;glicht werden soll. F&uuml;r dieses Vorhaben hat sich Deutschland in den UN-Gremien jahrelang aktiv eingesetzt. Aber wie passt das zum gegenw&auml;rtigen Verhalten der Bundesl&auml;nder in Deutschland! Das Protokoll muss nun endlich unterzeichnet und ratifiziert werden. Der Widerstand gegen den vereinbarten Besuchsmechanismus ist unertr&auml;glich und sch&auml;digt die Glaubw&uuml;rdigkeit unseres Landes. Wie sollen wir von anderen etwas fordern, was wir selbst nicht akzeptieren? Gerade die aufgeflammte Diskussion &uuml;ber Folter in unserem Land zeigt, dass auch wir anf&auml;llig sind und gut daran tun, uns internationalen Kontrollen zu unterwerfen.<\/p>\n<p>Die Vereinten Nationen sind f&uuml;r die Menschenrechtspolitik ganz und gar unverzichtbar. Ihr Ansehen, so meine These, ist durch ihre Dem&uuml;tigung im Zusammenhang mit dem Irak-Krieg eher gewachsen. Sie sind ganz und gar unentbehrlich, um Alleing&auml;nge einzelner Staaten oder Staatengruppen zu verhindern, auch wenn ihre Zusammensetzung aus so vielen unterschiedlich orientierten Staaten keine Garantie f&uuml;r richtige Entscheidungen ist, wie wir es durch das Versagen des Sicherheitsrats bei der Bew&auml;ltigung der Darfur-Krise best&auml;tigt sehen. Mit gro&szlig;em Respekt und tiefer Trauer gedenken wir des im letzten Jahr im Irak ermordeten UN-Hochkommissars f&uuml;r Menschen-rechte, Sergio Vieira de Mello. Auf seine als k&auml;mpferisch geltende Nachfolgerin, die Kanadierin Louise Arbour, richten sich unsere Hoffnungen.<\/p>\n<p>In gef&auml;hrlicher Weise geschw&auml;cht ist die UN Menschenrechtskommission. Sie ist das zentrale Forum der V&ouml;lkergemeinschaft, die wichtigste zwischenstaatliche S&auml;ule des globalen Menschenrechtsschutzes &mdash; auch wenn sie ihre Aufgabe wegen des starken Widerstands der T&auml;ter nur m&uuml;hsam und unbefriedigend wahrnehmen kann. Sie ist momentan in einer schweren Krise. Amnesty international sprach r&uuml;ckblickend auf 2003 von der &bdquo;schlechtesten aller bisherigen Sitzungen&rdquo;. Reporter ohne Grenzen sehen die Kommission &uuml;berrannt von einer Gruppe von Staaten, die eher die T&auml;ter als die Opfer sch&uuml;tzt. Deutliche Kritik kam von Kofi Annan und de Mello, die die Kommission er-mahnt haben, ihre eigentlichen Aufgaben wahrzunehmen.<\/p>\n<p>Es ist nicht zu bestreiten, dass insbesondere die europ&auml;ischen Staaten unter aktiver Mitwirkung der Bundesregierung in der Kommission f&uuml;r die Menschenrechte k&auml;mpfen, auch wenn sie das nicht immer konsequent tun. Sie unterliegen aber immer &ouml;fter einer Mehrheit afrikanischer und islamischer Staaten, die zutage tritt,<\/p>\n<p>&ndash;&nbsp;wenn die verheerende Menschenrechtslage in Zimbabwe 2003 und 2004 nicht ein-mal zur Tagesordnung zugelassen wird;<br \/>wenn Kuba regelm&auml;&szlig;ig von Kritik weitgehend verschont bleibt, auch nach einer neuen Welle von Verhaftungen und Todesurteilen;<br \/>wenn zur alleinigen Opfern religi&ouml;ser Intoleranz auf der Welt die Muslime erkl&auml;rt werden (vgl, die Resolution der Menschenrechtskommission 2003 zu religi&ouml;ser Intoleranz);<br \/>&mdash;&nbsp;wenn Resolutionen zu Tschetschenien und zum Sudan abgelehnt und solche zu China und dem Iran gar nicht mehr eingebracht werden.<\/p>\n<p>Wir brauchen dieses weltweit einmalige Forum. Es ist der einzige Ort, wo sich die Staaten der Kritik stellen m&uuml;ssen und wo die NGOs, die teilnahmeberechtigt sind, ihre Stimme erheben k&ouml;nnen. Die Menschenrechtskommission ist Ausdruck der engagierten, notwendigen und positiven Einmischung. Nach den schlimmen Erfahrungen der Sitzungsperiode M&auml;rz\/April 2003 kann aber nicht einfach zur Tagesordnung der diesj&auml;hrigen Sitzung &uuml;bergegangen werden. Der Westen muss in einer Grundsatzerkl&auml;rung deutlich machen, wo er steht. Leider gibt es daf&uuml;r bisher keine Anzeichen?<\/p>\n<h5><span id=\"die-globalisierung-der-demokratie\">Die Globa&shy;li&shy;sie&shy;rung der Demokratie<\/span><\/h5>\n<p>Fortschritte in Sachen Menschenrechte sind nicht allein mit Kritik zu erreichen. Sie er-fordern langfristige Hilfen zur Verbesserung der &ouml;konomischen und sozialen Verh&auml;ltnisse, zum Aufbau von Zivilgesellschaften, beharrliches Bem&uuml;hen um ein neues Bewusstsein, neue Formen der Zusammenarbeit &uuml;ber die Grenzen der Staatengruppen hinweg. Das Ziel ist die Globalisierung der Demokratie. Das ist keine weltfremde Utopie, sondern es ist die Fortsetzung des Weges, auf den sich die Menschheit nach den Katastrophen des schrecklichen 20. Jahrhunderts gemacht hat.<\/p>\n<p>Es ist ein sehr anspruchsvolles Ziel, das von Land zu Land den Einsatz unterschiedlicher Strategien erfordert. Die Zahl der Demokratien hat in den letzten Jahren weltweit zugenommen. Das ermutigt. Dennoch wird immer wieder das Ziel der Universalit&auml;t der Menschenrechte infrage gestellt. An der Universalit&auml;t darf es jedoch keine Abstriche geben, etwa im Hinblick auf andere Religionen und Kulturen. Wer dies tut, verliert leicht den Halt. Irgendeine Kultur von vorneherein als unf&auml;hig zur Demokratie zu bezeichnen, zeugt von Arroganz. Betrachten wir beispielsweise die arabischen Gesellschaften, denen angesichts des islamistischen Extremismus unsere besondere Aufmerksamkeit gelten muss. Wichtige Gruppen in den arabischen Gesellschaften fordern dort immer nachdr&uuml;cklicher rechtsstaatliche Reformen. Sie lassen sich nicht von dem Vorurteil beirren, Islam und Menschenrechte seien ein Gegensatz. Der indische Nobelpreistr&auml;ger Amartya Sen sagt: &bdquo;Wer Demokratie als rein westliche Idee ansieht, vernachl&auml;ssigt die intellektuelle Geschichte anderer Gesellschaften und die globale Entwicklung demokratischer Ideen.&rdquo; Ich kenne keine Weltreligion, die nicht auf der W&uuml;rde des Menschen beruhen w&uuml;rde.<\/p>\n<p>Die Modernisierungsidee der deutschen Au&szlig;enpolitik f&uuml;r den Nahen und Mittleren Osten, wie sie die Bundesregierung vertritt, wird nur bei einer St&auml;rkung der dortigen Zivilgesellschaften gelingen, wenn also B&uuml;ndnispartner in den L&auml;ndern selbst gewonnen werden k&ouml;nnen. Nur so k&ouml;nnte auch der Konflikt zwischen Israelis und Pal&auml;stinensern entsch&auml;rft und damit ein entscheidender Beitrag zur Beseitigung des Terrorismus geleistet werden &mdash; nachhaltiger als durch die Sicherheitsbeh&ouml;rden mit ihren immer weiter wuchernden Kompetenzen. Nur mit der Unterst&uuml;tzung der Mehrheit der Muslime ist der Kampf gegen den islamistischen Terror zu gewinnen.<\/p>\n<p>Sicher: Noch sind die Zivilgesellschaften dort schwach. Zu ihrer St&auml;rkung gibt es keine Alternative. Der arabische Human Development Report &mdash; allein von arabischen Experten verfasst &mdash; hat das Demokratiedefizit auch als Ursache von wirtschaftlicher Unterentwicklung beschrieben (Arab Human Development Report, UNDP 2003)<\/p>\n<p>Die T&uuml;rkei &mdash; ein Land des Islam mit demokratischer Verfassung, auch wenn es noch viele M&auml;ngel gibt &mdash; hat sich auf den Weg hin zu Europa und zu europ&auml;ischen Standards gemacht. Sie ist in ihrer Br&uuml;cken- und Beispielfunktion unverzichtbar. Wenn dieser Prozess der Ann&auml;herung hin zur Aufnahme in die Europ&auml;ische Union gelingt, dann ist dies ein Beitrag im Kampf gegen die terroristische Bedrohung.<\/p>\n<p>Es gibt weder Anlass zu Schwarzmalerei noch zu ungerechtfertigtem Optimismus. Menschenrechtspolitik bleibt eine gro&szlig;e anstrengende Herausforderung. Viele haben sich dieser Aufgabe verschrieben, so auch das Forum Menschenrechte. Es gibt keinen Anlass zur Resignation. Unz&auml;hlige Menschen &uuml;berall auf der Welt hoffen auf aktive Menschenrechtsverteidiger. Sie d&uuml;rfen nicht im Stich gelassen werden. Eines darf man dabei nicht vergessen: Vieles, war wir nicht f&uuml;r m&ouml;glich gehalten haben, ist Wirklichkeit geworden.<\/p>\n<p><b>*<\/b> Der Beitrag basiert auf einer Festrede anl&auml;sslich des 10-j&auml;hrigen Jubil&auml;ums des Forum Menschenrechte am 11. M&auml;rz 2004 im Berliner Roten Rathaus. Informationen &uuml;ber die Arbeit des Forum Menschenrechte unter <a href=\"http:\/\/www.forum-menschenrechte.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">www.forum-menschenrechte.de<\/a><\/p>\n<p>[1] Leider verlief auch die Sitzungsperiode 2004 erneut weitgehend unbefriedigend. Vgl. Gerhart<br \/>Baum: St&auml;rkeres Gewicht f&uuml;r Menschenrechte, in: S&uuml;ddeutsche Zeitung vom 6. Mai 2004. Generell<br \/>dazu: Gerhart Baum\/Eibe RiedeUMichael Schaefer (Hg.): Menschenrechtsschutz in der Praxis der<br \/>Vereinten Nationen, Nomos: Baden-Baden 1998.<\/p>\n","protected":false},"featured_media":0,"template":"","categories":[],"tags":[667],"autoren":[2313],"publikationen":[2811],"class_list":["post-12013","publikation","type-publikation","status-publish","hentry","tag-vorgaenge-artikel","autoren-gerhart-baum","publikationen-166-vorgaenge"],"acf":[],"yoast_head":"<!-- This site is optimized with the Yoast SEO plugin v28.5 - https:\/\/yoast.com\/product\/yoast-seo-wordpress\/ -->\n<title>Menschenrechtspolitik ist immer Einmischung - Humanistische Union<\/title>\n<meta name=\"robots\" content=\"index, follow, max-snippet:-1, max-image-preview:large, max-video-preview:-1\" \/>\n<link rel=\"canonical\" href=\"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/vorgaenge\/166-vorgaenge\/publikation\/menschenrechtspolitik-ist-immer-einmischung\/\" \/>\n<meta property=\"og:locale\" content=\"de_DE\" \/>\n<meta property=\"og:type\" content=\"article\" \/>\n<meta property=\"og:title\" content=\"Menschenrechtspolitik ist immer Einmischung - Humanistische Union\" \/>\n<meta property=\"og:description\" content=\"Eine internationale Bestandsaufnahme* aus: Vorg&auml;nge Nr. 166 ( Heft 2\/2004 ), S.5-13 Das 1993 in Deutschland gegr&uuml;ndete Forum Menschenrechte kann auf zehn Jahre harter, m&uuml;hsamer, aber dennoch erfolgreicher Arbeit f&uuml;r die Menschenrechte zur&uuml;ckblicken. 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