{"id":12031,"date":"2003-06-01T15:58:00","date_gmt":"2003-06-01T13:58:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/publikation\/die-anti-atomwaffen-proteste-in-der-bundesrepublik-und-in-grossbritannien\/"},"modified":"2003-06-01T12:00:00","modified_gmt":"2003-06-01T10:00:00","slug":"die-anti-atomwaffen-proteste-in-der-bundesrepublik-und-in-grossbritannien","status":"publish","type":"publikation","link":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/vorgaenge\/164-vorgaenge\/publikation\/die-anti-atomwaffen-proteste-in-der-bundesrepublik-und-in-grossbritannien\/","title":{"rendered":"Die Anti-Atomwaffen-Proteste in der Bundesrepublik und in Gro\u00dfbritannien"},"content":{"rendered":"<p>Zur Entwicklung der Ostermarschbewegung 1957 -1964<\/p>\n<p>In: vorg\u00e4nge 164 (Heft 4\/2003), S. 22ff<\/p>\n<p>Am frostig-regnerischen Karfreitag morgen 1958 kamen etwa 10.000 Menschen auf dem Trafalgar Square im Herzen Londons zusammen, um an einem<\/p>\n<p>Protestmarsch gegen Atomwaffen zur nuklearen Testanstalt Aldermaston bei Keading teilzunehmen. Zu diesem Marsch hatte die erst vor kurzem<\/p>\n<p>gegr\u00fcndete Campaign for Nuclear Disarmament (CND) aufgerufen. Anliegen dieser Organisation war es, die britische Regierung, vor allem aber die<\/p>\n<p>oppositionelle Labour Party, vom Sinn einer unilateralen nuklearen Abr\u00fcstung zu \u00fcberzeugen. Immerhin tausend Demonstranten nahmen die Strapazen<\/p>\n<p>des achtzig Kilometer langen Fu\u00dfmarschs \u00fcbers Osterwochenende auf sich. Die Tradition des Ostermarsches war geboren. Derartige M\u00e4rsche sollten<\/p>\n<p>die au\u00dferparlamentarischen Proteste der fr\u00fchen 1960er Jahre in Europa und in den Vereinigten Staaten entscheidend pr\u00e4gen. Bereits 1960<\/p>\n<p>organisierte eine Gruppe Hamburger Pazifisten einen bundesdeutschen Ostermarsch nach britischem Vorbild. An diesem ersten bundesdeutschen<\/p>\n<p>Ostermarsch beteiligten sich nur einige hundert Menschen, doch schon im Jahre darauf zogen die deutschen Osterm\u00e4rsche 7.500 Teilnehmer an. Auch<\/p>\n<p>in anderen L\u00e4ndern orientierten sich die Proteste gegen die Atomwaffen am britischem Vorbild. Der amerikanische Pazifist und B\u00fcrgerrechtler<\/p>\n<p>Bayard Rustin adaptierte diese Protestform 1963 f\u00fcr den von Martin Luther King gef\u00fchrten Marsch auf Washington (vgl. Wittner 1997: 49). Das<\/p>\n<p>Committee for a Sane Nuclear Policy, das ab 1958 recht konstant rund 25.000 Mitglieder z\u00e4hlte, breitete sich allm\u00e4hlich von den urbanen Regionen<\/p>\n<p>an Ost- und Westk\u00fcste ins Landesinnere aus. In Frankreich dagegen blieb die Anti-Atomwaffenbewegung nur sehr schwach (vgl. Hazareesingh 1994).<br \/>Die \u00e4u\u00dfere \u00c4hnlichkeit der Proteste in verschiedenen L\u00e4ndern f\u00fchrt bei Beobachtern und Forschern bis heute zu der Annahme, dass es sich bei der<\/p>\n<p>Anti-Atomwaffen-Bewegung um eine transnationale Protestbewegung gehandelt habe, die aufgrund identischer Bedrohungsszenarien \u00e4hnliche<\/p>\n<p>Forderungen, Strategien und Protestformen her-vorgebracht habe. Ein genauerer Blick auf die Protestbewegungen in Deutschland und Gro\u00dfbritannien &#8211;<\/p>\n<p>den beiden europ\u00e4ischen L\u00e4ndern mit dem gr\u00f6\u00dften Widerstand gegen Atomwaffen &#151;f\u00f6rdert jedoch ein differenzierteres Bild zutage. Die spezifischen<\/p>\n<p>politischen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen, in denen die nationalen Proteste jeweils zu verorten waren, f\u00fchrten auch zur Ausbildung sehr<\/p>\n<p>unterschiedlicher Protestkulturen, die keineswegs unmittelbar gleichgesetzt werden k\u00f6nnen. Trotz aller transnationalen Verflechtungen zwischen<\/p>\n<p>den Atomkriegsgegnern waren nationale Protesttraditionen letztlich von Ausschlag gebender Bedeutung. Die britischen und bundesdeutschen<\/p>\n<p>Osterm\u00e4rsche waren jedoch nicht nur an die gesellschaftlichen Bedingungen ihrer L\u00e4nder gebunden und damit Produkte der Zeit &#150; sie wirkten<\/p>\n<p>zugleich auf die politischen Kulturen ihrer Heimatl\u00e4nder zur\u00fcck und pr\u00e4gten die dortigen Protestkulturen der kommenden Jahrzehnte. Diese Prozesse<\/p>\n<p>sollen im Folgenden n\u00e4her analysiert werden. Es geht somit nicht nur um die historische Analyse von Protestph\u00e4nomenen. Der Essay soll auch<\/p>\n<p>anregen, historische und gegenw\u00e4rtige Proteste auf ihre historische Verankerung in gesellschaftlichen Protesttraditionen zu befragen.<br \/>F\u00fcr die unilaterale Abr\u00fcstung: Die Proteste gegen Atomwaffen in Gro\u00dfbritannien<br \/>Den Plan f\u00fcr eine gro\u00df angelegte Kampagne gegen Atomwaffen in Gro\u00dfbritannien, welche \u00fcber die traditionell pazifistischen Kreise und die Proteste<\/p>\n<p>gegen Atomversuche der fr\u00fchen 1950er Jahre hinausreichen sollte, machte zun\u00e4chst der Schriftsteller und Essayist J. B. Priestley im November 1957<\/p>\n<p>\u00f6ffentlich. Dem Artikel vorausgegangen war die Entt\u00e4uschung vieler Linker in der Labour Party: Aneurin Bevan, die Leitfigur der Linken, hatte<\/p>\n<p>sich auf dem Labour-Parteitag 1957 gegen die unilaterale nukleare Abr\u00fcstung des Vereinigten K\u00f6nigreichs ausgesprochen und war damit auf die Linie<\/p>\n<p>des reformistischen Parteivorsitzenden Hugh Gaitskell eingeschwenkt.. In einem Artikel im New Statesman forderte Priestley nun eine<\/p>\n<p>au\u00dferparlamentarische Kampagne, welche die Labour Partei vom sicherheitspolitischen Kurs Gaitskells abbringen und sich f\u00fcr die unilaterale<\/p>\n<p>nukleare Abr\u00fcstung einsetzen sollte. Nur so k\u00f6nne eine &#132;universale Apokalypse&#148; abgewendet werden.<br \/>Priestleys Artikel wurde zu einer Art Gr\u00fcndungsdokument der Campaign for Nuclear Disarmament Sie trat Mitte Februar 1958 mit einer Versammlung in<\/p>\n<p>der Central Hall in Westminster erstmals an die \u00d6ffentlichkeit. Mehr als 5.000 Menschen hatten sich eingefunden. \u00dcber 250 \u00e4hnliche Versammlungen<\/p>\n<p>fanden im Lauf 1958 des Jahres landauf, landab statt. Auch 1959 und 1960 wuchs die Kampagne stetig an. Es gab keine formelle Mitgliedschaft. Doch<\/p>\n<p>anhand des Wachstums der Ortsgruppen und der Protestveranstaltungen l\u00e4sst sich in etwa der Erfolg der Kampagne ablesen. Im Jahre 1960 hatte CND<\/p>\n<p>\u00fcber 450 Ortsgruppen. Am Karfreitag dieses Jahres pilgerten etwa 10.000 Menschen nach Aldermaston, um am Marsch auf London teilzunehmen. Am<\/p>\n<p>Ostermontag umfasste der Zug etwa 40.000 Menschen, die sich in einem Zug von etwa neun Kilometern L\u00e4nge auf die britische Hauptstadt zubewegten.<\/p>\n<p>An der Abschlussveranstaltung nahmen zwischen 60.000 und 100.000 Demonstranten teil. Zeitgenossen sprachen von der gr\u00f6\u00dften Protestveranstaltung<\/p>\n<p>in London seit den Protesten der Chartisten 1848 (vgl. Wittner 1997: 46-48, 185).<br \/>In der Campaign for Nuclear Disarmament kamen vor allem b\u00fcrgerliche Kreise zusammen, die allerdings aus ganz verschiedenen Zusammenh\u00e4ngen zur CND<\/p>\n<p>stie\u00dfen.<br \/>Zwar lehnte eine Mehrheit der Briten &#150; im Jahre 1958 64 Prozent &#150; den Einsatz von Atomwaffen als Mittel der internationalen Politik ab (vgl.<\/p>\n<p>ebd.: 50). Die Kampagne konnte jedoch dennoch nie ganz aus ihrem spezifisch b\u00fcrgerlichen Einzugskreis heraus-finden. Hinsichtlich seiner<\/p>\n<p>Protestformen griff CND zun\u00e4chst vor allem auf die Tradition der britischen Progressives des fr\u00fchen 20. Jahrhunderts zur\u00fcck. Es ging weniger um<\/p>\n<p>spektakul\u00e4re \u00f6ffentliche Proteste, sondern eher um stille Einflussarbeit. Mahnwachen an symbolischen Orten wie Kriegerdenkm\u00e4lern und \u00f6ffentliche<\/p>\n<p>Vorlesungen waren die bevorzugten Protestformen. Das brachte auch Gewerkschafter, welche den reformistischen Kurs des Labour-Vorsitzenden Hugh<\/p>\n<p>Gaitskell ablehnten, in den Umkreis der Kampagne; sie bestimmten aber zu keinem Zeitpunkt das Erscheinungsbild und die Organisation von CND (vgl.<\/p>\n<p>Taylor 1988: 19-47).<br \/>In den ersten Jahren rekrutierten sich sowohl der Vorstand als auch die weitere Anh\u00e4ngerschaft der Kampagne vor allem aus dem liberalen<\/p>\n<p>B\u00fcrgertum. Prototypisch waren Intellektuelle wie der Schriftsteller J. B. Priestley, der Kanonikus der Londoner St. Pauls-Kathedrale, John<\/p>\n<p>Collins, oder der Oxforder Historiker A. J. P. Taylor. Viele der Aktivisten der ersten Stunde kannten sich schon aus anderen Zusammenh\u00e4ngen, sei<\/p>\n<p>es aus Kampagnen im Bereich der Sozialpolitik in den 1920er und 30er Jahren oder aus der Unterst\u00fctzungsarbeit f\u00fcr die Republikaner im Spanischen<\/p>\n<p>B\u00fcrgerkrieg.<br \/>Nach anf\u00e4nglich rapidem Wachstum verlor die Bewegung um 1960 jedoch an Dynamik, was auf eine Radikalisierung der CND zur\u00fcckgef\u00fchrt werden kann.<\/p>\n<p>CND forderte nun Gro\u00dfbritanniens Austritt aus der NATO als einzigen Weg zur unilateralen nuklearen Abr\u00fcstung. Das ging vielen der urspr\u00fcnglichen<\/p>\n<p>Aktivisten zu weit. Dar\u00fcber hinaus schreckten Richtungsk\u00e4mpfe zwischen linken Gruppierungen viele der b\u00fcrgerlichen F\u00f6rderer ab. Eine radikalere<\/p>\n<p>Gruppe um den inzwischen \u00fcber achtzigj\u00e4hrigen Philosophen Bertrand Russell und seinen Assistenten Ralph Schoenman spaltete sich als Committee of<\/p>\n<p>100 von der CND ab und versuchte, durch spektakul\u00e4re Aktionen und gezielte Regelverletzungen die Beachtung der Medien auf sich zu ziehen. Zwar<\/p>\n<p>schafften es die vom Committee of 100 organisierten Sitzstreiks vor dem britischen Verteidigungsministerium, der amerikanischen sowie der<\/p>\n<p>sowjetischen Botschaft und vor einigen Milit\u00e4rst\u00fctzpunkten auf die Titelseiten der Zeitungen. Sie diskreditierten jedoch in den Augen der<\/p>\n<p>britischen Bev\u00f6lkerung die Ziele der gesamten Kampagne. Mit dem Committee of 100 stand nun auch der CND im Verruf, ein notorischer Unruhestifter<\/p>\n<p>zu sein. 1963 kam es auf dem Ostermarsch zum Eklat, als einige Mitglieder des Komitees der 100 Lagepl\u00e4ne geheimer Regierungsbunker verteilten und<\/p>\n<p>einzelne Aktivisten diese im Rahmen einer &#132;Spies for Peace&#8220;-Kampagne auch besetzten. Selbst die akute Gefahr eines Atomkrieges w\u00e4hrend der<\/p>\n<p>Kubakrise 1962 konnte den Niedergang der Kampagne nicht aufhalten. Mit dem Beginn der Tauwetterperiode im Gefolge der Krise und mit der Wahl des<\/p>\n<p>als links geltenden Harold Wilson zum Parteivorsitzenden der Labour Party waren auch die \u00e4u\u00dferen Bedingungen f\u00fcr eine au\u00dferparlamentarische<\/p>\n<p>Kampagne weggefallen. Der Vietnamkrieg wurde nun zum Kristallisationspunkt einer neuen, sehr viel j\u00fcngeren und sehr viel radikaleren<\/p>\n<p>Protestbewegung, f\u00fcr welche die tradierten Protestformen der CND in keiner Form wegweisend waren. Weit mehr verwiesen die Aktionen des Committee of 100 auf die bald einsetzenden Studentenproteste der 1960er Jahre und auf die Kampagnen &#132;von unten&#148; in den sozialen<\/p>\n<p>Bewegungen der siebziger und achtziger Jahre.<br \/>Von der alten zur Neuen Linken: Die Proteste gegen Atomwaffen in der Bundesrepublik<br \/>Die Proteste gegen den Atomtod hatten in der Bundesrepublik von Anfang an einen ganz anderen Charakter. Sie begannen zun\u00e4chst nicht als Proteste<\/p>\n<p>gegen die sozialdemokratische Partei. Sie wurden vielmehr von der SPD organisiert, die dadurch ihre Traditionslinie als Partei und soziale<\/p>\n<p>Bewegung ein letztes Mal aufnahm. Durch eine au\u00dferparlamentarische Bewegung sollte jene, vor allem im b\u00fcrgerlichen Lager verortete Mehrheit der<\/p>\n<p>Bev\u00f6lkerung gewonnen werden, welche der Partei aufgrund der absoluten Mehrheit der CDU im Parlament versagt blieb (Lehnert 1983: 186). \u00dcber den<\/p>\n<p>Druck der \u00f6ffentlichen Meinung wollte die SPD einen Einstellungswandel der Adenauer-Regierung herbeif\u00fchren. Erst in einer zweiten Phase der<\/p>\n<p>Proteste ab 1960 dominierte nicht mehr der straff organisierte Parteiprotest, sondern der ungesteuerte Zusammenschluss &#132;von unten&#148; um den<\/p>\n<p>Ostermarsch der Atomwaffengegner.<br \/>Die Anfang 1958 geplante Kampagne ,Kampf dem Atomtod&#8216; war die systematische Fortf\u00fchrung des sozialdemokratischen Widerstands gegen die<\/p>\n<p>Wiederbewaffnung und einseitige Westbindung der Bundesrepublik (vgl. D\u00fclffer 2003). Unter starker, auch finanzieller Beteiligung der<\/p>\n<p>Gewerkschaften begann die Partei mit ihrer Kampagne. Ziel war es, die Ausstattung der gerade gegr\u00fcndeten Bundeswehr mit atomwaffentauglichen<\/p>\n<p>Tr\u00e4gersystemen zu verhindern. Am 23. M\u00e4rz 1958 trat ,Kampf dem Atomtod&#8216; mit einer feierlichen Kundgebung in der Frankfurter Kongresshalle an die<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeit. Obwohl die Organisatoren eher eine &#132;Mahnstunde&#148; als eine Massenveranstaltung geplant hatten, mussten viele der mehr als<\/p>\n<p>zweitausend Besucher in Nebens\u00e4le umgeleitet werden. In der Folge wurden Landes- und Ortsgruppen gegr\u00fcndet, meist unter direkter Beteiligung<\/p>\n<p>lokaler und regionaler Partei- und Gewerkschaftsgliederungen. Die Gro\u00dfdemonstrationen, Gro\u00dfkundgebungen und vereinzelten Warnstreiks standen in<\/p>\n<p>der Tradition der Arbeiterbewegung. In den gr\u00f6\u00dferen deutschen St\u00e4dten fanden Fackelm\u00e4rsche statt. Noch dominierten nicht die Normen der<\/p>\n<p>Gesellschaft in Frage stellende Jugendliche die Proteste, sondern vornehme \u00e4ltere Herren mit Anzug und Krawatte.<br \/>Die Kampagne stie\u00df in der Bev\u00f6lkerung auf einige Resonanz. Eine \u00fcberw\u00e4ltigende Mehrheit von \u00fcber siebzig Prozent der bundesdeutschen Bev\u00f6lkerung<\/p>\n<p>lehnte die Atombewaffnung der Bundeswehr ab. Sieht man von den Hunderttausenden ab, die sich ohnehin auf den gewerkschaftlichen Maikundgebungen<\/p>\n<p>einfanden, nahmen zwischen An-fang April und Ende Juni 1958 etwa 325.000 Menschen an den Protesten teil (vgl. Rupp 1984: 191). Diese allgemeine<\/p>\n<p>Unterst\u00fctzung f\u00fcr die Kampagne schlug sich alIerdings nicht in Wahlerfolgen f\u00fcr die SPD nieder. F\u00fcr die Wahlentscheidung schienen Themen aus dem<\/p>\n<p>Bereich der Wirtschaft und Sozialpolitik bedeutsamer. Nach der Niederlage bei den Landtagswahlen in Nordrhein-Westfalen im Sommer 1958 und im<\/p>\n<p>Zuge der pro-<br \/>grammatischen Neuorientierung der SPD zog sich die Partei langsam aus der Kampagne zur\u00fcck (vgl. Rupp 1984).<br \/>Neben der SPD-Kampagne und oft in enger Kooperation mit ihr engagierten sich weitere gesellschaftliche Gruppen gegen die Atombombe. Sie machten<\/p>\n<p>jedoch nicht den eigentlichen Charakter der Kampagne in dieser Fr\u00fchphase aus. Das vom Schriftsteller und Essayisten Hans Werner Richter<\/p>\n<p>gegr\u00fcndete M\u00fcnchner Komitee gegen Atomr\u00fcstung war das auf Bundesebene wohl prominenteste Beispiel. Die Aktivit\u00e4ten der Deutschen<\/p>\n<p>Friedensgesellschaft, der Internationale der Kriegsdienstgegner (IdK), der verschiedenen sozialdemokratischen Vorfeldorganisationen wie der<\/p>\n<p>Falken und der Naturfreunde sowie der Vereinigung der Kriegsdienstgegner (VK) sollten jedoch ebenso wenig vergessen werden wie die lokalen<\/p>\n<p>Aktivit\u00e4ten von Sch\u00fcler- und Studentengruppen (vgl. Boll 2002; Schmidt 2002). Sie f\u00fchrten kleinere Demonstrationen und Mahnwachen an<\/p>\n<p>Kriegerdenkmalen durch. Auch Studenten aus dem Sozialistischen Deutschen Studentenbund (SDS) protestierten gegen die Atombewaffnung der<\/p>\n<p>Bundeswehr, oft zum Missfallen der SPD, welche von ihrer Organisation unabh\u00e4ngiges Engagement nur ungern dulden wollte und es sehr schnell und<\/p>\n<p>oft zu unrecht als &#132;kommunistisch&#148; einstufte. Doch politisch bestimmend blieb die von der SPD gepr\u00e4gte Linie, die auch einen Kurs der rigiden<\/p>\n<p>Abgrenzung gegen\u00fcber kommunistischen &#132;Tarnorganisationen&#148; auf Bundesebene zur Folge hatte.<br \/>Die Osterm\u00e4rsche<br \/>Die SPD-Kampagne schuf erst die strukturellen Voraussetzungen daf\u00fcr, dass eine von der Partei unabh\u00e4ngige, ja gegen deren Politik gerichtete<\/p>\n<p>Protestbewegung entstehen konnte. Die zweite Phase der bundesdeutschen Proteste entstand n\u00e4mlich gerade aus den Gruppen, welche mit der<\/p>\n<p>programmatischen Wende der SPD und mit dem daraus resultierenden R\u00fcckzug der SPD aus dem au\u00dferparlamentarischen Raum unzufrieden waren. Eine<\/p>\n<p>Hamburger Gruppe aus dem lokalen Verband der Kriegsdienstverweigerer um den Lehrer Hans-Konrad Tempel rief aus Entt\u00e4uschung mit der SPD-Kampagne<\/p>\n<p>1960 die Osterm\u00e4rsche der Atomwaffengegner nach englischem Vorbild ins Leben (vgl. Bethge 1981). Am ersten Marsch durch die L\u00fcneburger Heide zum<\/p>\n<p>britischen St\u00fctzpunkt Bergen-Hohne in der N\u00e4he des Konzentrationslagers Bergen-Belsen beteiligten sich nur einige Hundert Demonstranten. 1961 gab<\/p>\n<p>es bereits Osterm\u00e4rsche im Norden, S\u00fcden und S\u00fcdwesten Deutschlands sowie im Ruhrgebiet. In den folgenden Jahren wuchs die Teilnehmerzahl<\/p>\n<p>sprunghaft an. Hatten sich an den ersten M\u00e4rschen nur einige Tausend beteiligt, nahmen 1962 und 1963 je 50.000 Menschen in der ganzen Bundesre-<\/p>\n<p>publik an den Protesten teil; 1964 waren es 100.000 (vgl. Wittner 1997: 220).<br \/>Jene Pazifisten um Hans-Konrad Tempel, welche den Ostermarsch in der Bundesrepublik einf\u00fchrten, reflektierten ihren Import nicht weiter. Wichtig<\/p>\n<p>war f\u00fcr sie die \u00dcbernahme eines erfolgreichen Modells f\u00fcr friedenspolitische Demonstrationen: Im Zeichen der atomaren Gefahr ging es ihnen vor<\/p>\n<p>allem darum, ad\u00e4quate Handlungsformen zu finden, nicht so sehr um die selbstreflexive Verortung. Nur an der Oberfl\u00e4che \u00e4hnelte die bundesdeutsche<\/p>\n<p>Ostermarschbewegung den britischen Protesten. Anders als CND war<br \/>die deutsche Bewegung dezentral verfasst. Entsprechend gab es auch keinen zentralen Marsch. Ebenso wenig verf\u00fcgte die bundesdeutsche<\/p>\n<p>Ostermarschbewegung \u00fcber die straffe Organisation ihres britischen Pendants. Es gab keinen Vorstand, sondern lediglich einen<\/p>\n<p>Koordinationsausschuss, welcher die Aktivit\u00e4ten der \u00f6rtlichen Gruppen an-leiten sollte und die Pressearbeit koordinierte.<br \/>Das langsame Entstehen einer ganz eigenen Bewegung jenseits der Gro\u00dforganisationen der Arbeiterbewegung und jenseits der festgezogenen<\/p>\n<p>Frontlinien des Kalten Krieges war von einem stetigen Wandel des Charakters der Protestformen begleitet. Dieser Wandel hatte ebenfalls eher<\/p>\n<p>national gesellschaftliche als transnationale Wurzeln. Der erste Sternmarsch nach Bergen-Hohne fand noch als schweigende Prozession statt. F\u00fcr die<\/p>\n<p>folgenden Osterm\u00e4rsche lie\u00df sich dies, sehr zum Missfallen einiger Unterst\u00fctzer, nicht mehr durchhalten. Gerade durch die Traditionen der<\/p>\n<p>Arbeiter- und Jugendbewegung wurden die Osterm\u00e4rsche besonders im Ruhrgebiet zu einer wesentlich ausgelasseneren Veranstaltung. Vermehrt konnte<\/p>\n<p>man nun die Traditionen der Jugendbewegung. und der sozialdemokratischen Vorfeldorganisationen auf den M\u00e4rschen erkennen. Jazz-, Skiffle- und<\/p>\n<p>Folkgruppen, ab 1965 vor allem mit den Songs der amerikanischen B\u00fcrgerrechtsbewegung, und politisches Kabarett wurden zu einem festen Teil der<\/p>\n<p>M\u00e4rsche. Sie waren f\u00fcr Traditionen der Lebensreform- und Jugendbewegung anschlussf\u00e4hig (vgl. Linse 1986) und erschienen Beobachtern so als<\/p>\n<p>&#132;linker, klampfender Wandervogel&#148; (zit. n. Siegfried 2000: 610). Wie in Gro\u00dfbritannien auch sahen die bundesdeutschen Demonstranten den Marsch<\/p>\n<p>nicht allein als &#132;Demonstration gegen den Krieg&#148;, sondern &#150; so ein Augen-zeuge &#150; auch &#132;als eine Demonstration f\u00fcr das Leben. Daher die vielen<\/p>\n<p>jungen Menschen, die das Leben noch vor sich haben. Sie haben ihre Instrumente mitgebracht, ihre Lieder und ihre Skepsis gegen die verstaubten<\/p>\n<p>Ideale von gestern.&#148; (zit. n. Otto 1977: 93). Nicht allen Teilnehmern war diese Interpretation der M\u00e4rsche ganz geheuer. Einige f\u00fcrchteten, dass<\/p>\n<p>&#132;durch eine Jazzkapelle der Ostermarsch schlechthin als Ulk angesehen wird.&#148; (zit. n. ebd.: 92).<br \/>Auch die generationelle Zusammensetzung der bundesdeutschen Osterm\u00e4rsche unterschied sich von jener der britischen Bewegung. Die bundesdeutschen<\/p>\n<p>Proteste wurden viel mehr und viel rascher als ihr britisches Pendant zu Demonstrationen einer j\u00fcngeren Generation. Jene Gruppe der in<\/p>\n<p>Gro\u00dfbritannien so starken Kohorte der etwa um 1900 Geborenen fehlte auf den Osterm\u00e4rschen fast ganz. Dagegen nahm die Generation der &#132;45er&#148;<\/p>\n<p>(Moses 2000), welche in den 1920er Jahren geboren waren und das national-sozialistische Regime noch bewusst miterlebt hatten, eine zentrale Rolle<\/p>\n<p>ein.<br \/>Pazifismus und Neue Linke<br \/>Von ihren pazifistischen Urspr\u00fcngen ausgehend, wandelten sich die bundesdeutschen Osterm\u00e4rsche so zum Schmelztiegel einer Richtung der<\/p>\n<p>bundesdeutschen &#132;Neuen Linken&#148;, welche sich die Protestformen der alten Linken und des Pazifismus kreativ aneignete. Die Forschung hat gerade der<\/p>\n<p>Bedeutung des Pazifismus f\u00fcr die Entstehung einer bundesdeutschen Neuen Linken bisher viel zu wenig Beachtung geschenkt. Die Oster-<br \/>-marschbewegung bot ein Forum, um eine offene und \u00f6ffentliche Diskussion \u00fcber Fragen der Abr\u00fcstung mit Gruppen jeder Couleur unabh\u00e4ngig von<\/p>\n<p>\u00fcberkommenen Organisationsformen in Gang zu bringen (vgl. Negt 1976). Vor allem wurde hier der von der Neuen Linken so ersehnte Kontakt zwischen<\/p>\n<p>studentischen Gruppen und Arbeitern Wirklichkeit. Die informierte Diskussion war ein zentraler Bestandteil des neulinken Demokratieverst\u00e4ndnisses<\/p>\n<p>jener Zeit und sollte zur Demokratisierung der bundesdeutschen Gesellschaft von unten beitragen (vgl. L\u00f6nnendonker 1998). Anders als in<\/p>\n<p>Gro\u00dfbritannien wurde hier Demokratisierung jedoch nicht als Revitalisierung nationaler Werte gedacht, sondern vor allem als \u00dcberwindung eines<\/p>\n<p>nationalen &#132;Sonderweges&#148;, welcher im nationalsozialistischen Regime seinen schrecklichen H\u00f6hepunkt gefunden hatte und sich in Adenauers Politik<\/p>\n<p>der Atombewaffnung weiterhin zu manifestieren schien. Dazu sollte vor allem die kritische Auseinandersetzung mit der Geschichte der<\/p>\n<p>sozialistischen Splittergruppen der Weimarer Republik dienen, die insbesondere Wolfgang Abendroth immer wieder anregte. Indem sich die<\/p>\n<p>Ostermarschierer die bislang vor allem mit milit\u00e4rischen Konnotationen belegte Aktionsform &#132;Marsch&#148; f\u00fcr Friedensdemonstrationen aneigneten,<\/p>\n<p>versuchten sie, die politische Kultur der Bundesrepublik zu zivilisieren und endlich den Einfluss von Milit\u00e4r, Krieg und Gewalt in der deutschen<\/p>\n<p>Gesellschaft zur\u00fcckzudr\u00e4ngen (vgl. Nehring 2003).<br \/>In dem Diskussions- und Handlungsraum, welchen die Osterm\u00e4rsche zur Verf\u00fcgung stellten, sollten jene durch den Kalten Krieg und die<\/p>\n<p>gesellschaftliche Ordnung der Bundesrepublik gepr\u00e4gten innen- und au\u00dfenpolitischen Ordnungsmuster durchbrochen werden. Ausdruck dieser Haltung<\/p>\n<p>war die Bereitschaft zum Gespr\u00e4ch mit kommunistischen Gruppen und auch mit Repr\u00e4sentanten des SED-Regime, welche besonders f\u00fcr die Zeit ab<\/p>\n<p>1963\/64 bedeutend wurde. Es geht deshalb am Kern des Ph\u00e4nomens vorbei, wenn man diese Ann\u00e4herungen allein unter dem Rubrum der &#132;kommunistischen<\/p>\n<p>Unterwanderung&#148; interpretiert, zumal die SED-Zentrale die Debatten im Westen mit gro\u00dfem Unverst\u00e4ndnis verfolgte.<br \/>Trotz der Pr\u00e4gekraft nationalgesellschaftlicher Faktoren spielten transnationale Bindungen eine wichtige Rolle f\u00fcr die Entwicklung der<\/p>\n<p>bundesdeutschen Proteste, und zwar schon bevor studentische Gruppen Aktionsformen der amerikanischen B\u00fcrgerrechtsbewegungen adaptierten (vgl.<\/p>\n<p>dazu Kraushaar 1999). Der transnationale Raum bot gerade westdeutschen Pazifisten, sp\u00e4ter auch der Neuen Linken, die M\u00f6glichkeit, die in der<\/p>\n<p>Bundesrepublik besonders eng gezogenen Grenzen des Sag- und Machbaren zu \u00fcberschreiten. Besonders die War Resisters&#8216; International (WRI), die<\/p>\n<p>schon zu Beginn der 1920er Jahre gegr\u00fcndet worden war, bot hier ein wichtiges Forum und stellte wichtige Verbindungen zu den<\/p>\n<p>B\u00fcrgerrechtsbewegungen der Vereinigten Staaten her. Die bundesdeutschen Aktivisten kamen so in Kontakt mit jenen Theorien gewaltfreier direkter<\/p>\n<p>Aktion und des gewaltfreien Widerstands, wie sie schon vom britischen Komitee der Hundert praktiziert wurden und wie sie f\u00fcr die sozialen<\/p>\n<p>Bewegungen der 1970er und 1980er Jahre so wichtig werden sollten. Dieser deutsch-britische Kontakt scheint die Protestformen der bundesdeutschen<\/p>\n<p>Osterm\u00e4rsche grundlegender gepr\u00e4gt zu haben als der Import aus den Vereinigten Staaten (vgl. Nehring 2004).<br \/>Trotz dieser transnationalen Pr\u00e4gungen \u00fcberwogen letztlich zu Beginn der 1960er Jahre nationale Charakteristika. Das zeigt sich besonders bei<\/p>\n<p>einem Blick auf den gesellschaftlichen und politischen Ort der bundesdeutschen Osterm\u00e4rsche. Obwohl auch die CND zunehmend von der Neuen Linken<\/p>\n<p>dominiert wurde, war ihre gesellschaftliche Reichweite doch wesentlich gr\u00f6\u00dfer. Zwei Faktoren erschwerten eine breitere Resonanz der Proteste in<\/p>\n<p>der Bundesrepublik: die Zerkl\u00fcftung der bundesdeutschen Gesellschaft in konfessionelle Milieus und die Unmittelbarkeit des Kalten Krieges. Die<\/p>\n<p>meisten Katholiken konnten sich mit den Protesten gegen Atomwaffen nicht anfreunden, hatte sich doch die katholische Kirche nicht eindeutig gegen<\/p>\n<p>Atomwaffen ausgesprochen. Au\u00dfer-dem lie\u00dfen es auch in der Bewegung beteiligte Protestanten nicht an Spitzen gegen die vermeintlich spezifisch<\/p>\n<p>katholische Politik Adenauers fehlen. Daneben verhinderte die spezifische Auspr\u00e4gung des Kalten Krieges in der Bundesrepublik eine gr\u00f6\u00dfere<\/p>\n<p>Breitenwirkung der Bewegung. Obwohl auch die britische Regierung versuchte, die CND als trojanisches Pferd des Ostens darzustellen, blieb das f\u00fcr<\/p>\n<p>die Beteiligten praktisch ohne Konsequenzen. In der Bundesrepublik dagegen, so hat es der Zeitzeuge J\u00fcrgen Seifert r\u00fcckblickend einmal<\/p>\n<p>formuliert, lief &#132;links von der SPD die Trennlinie. [&#8230;] In dem Augenblick, wo man da reinkommt, da l\u00e4uft die Grenzlinie des<\/p>\n<p>Verfassungsschutzes, [&#8230;] da kommt man in einen Bereich, wo man totgeschwiegen wird, und das hat auch Konsequenzen f\u00fcr die Berufsziele&#148; (zit. n.<\/p>\n<p>Elker 1987: 45). Gerade wegen ihrer Stellung links von der SPD und damit au\u00dferhalb des Bereichs &#132;respektabler Politik&#148; gewann die bundesdeutsche<\/p>\n<p>Kampagne die im Vergleich zur CND eigent\u00fcmliche Radikalit\u00e4t (vgl. Otto 1977).<br \/>Perspektiven<br \/>Obwohl die bundesdeutschen und britischen Proteste gegen Atomwaffen im \u00dcbergang von den 1950er zu den 1960er Jahren Teil einer internationalen<\/p>\n<p>Bewegung waren, darf man gerade die vielf\u00e4ltigen nationalen Traditionslinien zu den pazifistischen und sozialistischen Bewegungen der 1920er<\/p>\n<p>Jahre nicht aus dem Auge verlieren. Solche in Deutschland durch das nationalsozialistische Regime versch\u00fctteten Str\u00e4nge und das besondere<\/p>\n<p>politische und gesellschaftliche Klima jener Zeit verliehen den bundesdeutschen Protesten im Zusammenhang des &#132;Kalten B\u00fcrgerkrieges&#148; (Major 1997:<\/p>\n<p>294) ihr unverwechselbares Gepr\u00e4ge. W\u00e4hrend sich die Protestformen der bundesdeutschen Bewegung zun\u00e4chst stark an jene der Arbeiterbewegung<\/p>\n<p>anlehnten, griffen die britischen Proteste prim\u00e4r auf Protestformen aus dem b\u00fcrgerlichen Milieu zur\u00fcck. In beiden L\u00e4ndern wurden die Bewegungen<\/p>\n<p>sp\u00e4ter von der Neuen Linken bzw. New Left \u00fcbernommen oder abgel\u00f6st, die aber ihrerseits deutlich national ausgepr\u00e4gt war. So bezog die britische<\/p>\n<p>New Left in jener Zeit viele Anregungen aus der Auseinandersetzung mit dem ethischen Sozialismus von William Blake und William Morris. Die<\/p>\n<p>bundesdeutsche Neue Linke rekurrierte dagegen einerseits stark auf die Best\u00e4nde linkssozialistischer Ideologie aus den 1920er Jahren, welche vor<\/p>\n<p>allem durch Wolfgang Abendroth in die bundesdeutschen Debatten eingespeist wurden. Andererseits aber setzte sie sich mit dem analytischen<\/p>\n<p>Werkzeug internationaler neulinker Diskussionen mit der j\u00fcngsten deutschen Vergangenheit auseinander.<br \/>Wesentlich st\u00e4rker als in Gro\u00dfbritannien, verwiesen die Demonstrationsformen der ersten bundesdeutschen Osterm\u00e4rsche jedoch schon einerseits auf<\/p>\n<p>die Proteste gegen den Vietnamkrieg und gegen die Notstandsgesetze sowie auf die Studentenproteste um 1967\/8 und andererseits auf die<\/p>\n<p>basisdemokratisch verfassten &#132;neuen&#148; sozialen Bewegungen der 1970er und 1980er Jahre.<br \/>Die Analyse von Protestkulturen sollte solche national-spezifischen Auspr\u00e4gungen sowie ihre gesellschaftlichen und politischen<\/p>\n<p>Entstehungsbedingungen nicht aus dem Blick verlieren.<\/p>\n","protected":false},"featured_media":0,"template":"","categories":[],"tags":[667],"autoren":[2326],"publikationen":[1081],"class_list":["post-12031","publikation","type-publikation","status-publish","hentry","tag-vorgaenge-artikel","autoren-holger-nehrng","publikationen-164-vorgaenge"],"acf":[],"yoast_head":"<!-- This site is optimized with the Yoast SEO plugin v28.6 - https:\/\/yoast.com\/product\/yoast-seo-wordpress\/ -->\n<title>Die Anti-Atomwaffen-Proteste in der Bundesrepublik und in Gro\u00dfbritannien - Humanistische Union<\/title>\n<meta name=\"robots\" content=\"index, follow, max-snippet:-1, max-image-preview:large, max-video-preview:-1\" \/>\n<link rel=\"canonical\" href=\"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/vorgaenge\/164-vorgaenge\/publikation\/die-anti-atomwaffen-proteste-in-der-bundesrepublik-und-in-grossbritannien\/\" \/>\n<meta property=\"og:locale\" content=\"de_DE\" \/>\n<meta property=\"og:type\" content=\"article\" \/>\n<meta property=\"og:title\" content=\"Die Anti-Atomwaffen-Proteste in der Bundesrepublik und in Gro\u00dfbritannien - Humanistische Union\" \/>\n<meta property=\"og:description\" content=\"Zur Entwicklung der Ostermarschbewegung 1957 -1964 In: vorg\u00e4nge 164 (Heft 4\/2003), S. 22ff Am frostig-regnerischen Karfreitag morgen 1958 kamen etwa 10.000 Menschen auf dem Trafalgar Square im Herzen Londons zusammen, um an einem Protestmarsch gegen Atomwaffen zur nuklearen Testanstalt Aldermaston bei Keading teilzunehmen. 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