{"id":12071,"date":"2017-12-21T11:57:00","date_gmt":"2017-12-21T10:57:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/publikation\/die-grundrechtsunion-als-ausweg-aus-der-krise-grundrechtsschutz-zwischen-egmr-eugh-und-nationa-1\/"},"modified":"2021-08-30T15:42:43","modified_gmt":"2021-08-30T13:42:43","slug":"die-grundrechtsunion-als-ausweg-aus-der-krise-grundrechtsschutz-zwischen-egmr-eugh-und-nationa-1","status":"publish","type":"publikation","link":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/vorgaenge\/220-vorgaenge\/publikation\/die-grundrechtsunion-als-ausweg-aus-der-krise-grundrechtsschutz-zwischen-egmr-eugh-und-nationa-1\/","title":{"rendered":"Die &#8218;Grundrechtsunion&#8216; als Ausweg aus der Krise? &#8211; Grundrechtsschutz zwischen EGMR, EuGH und nationalen Verfassungsgerichten*"},"content":{"rendered":"<p>vorg&auml;nge Nr. 220 (Heft 4\/2017), S. 41 &#8211; 49<\/p>\n<p><i>Im Zuge des Europ&auml;ischen Integrationsprozesses ist der deutsche Rechtsstaat mittlerweile intensiv in inter- und supranationale Rechtsregime eingeflochten. Dieser Beitrag geht aus politikwissenschaftlicher Perspektive der Frage nach, welche Auswirkungen das Nebeneinander des Grundrechtsschutzes durch das deutsche Bundesverfassungsgericht, den Europ&auml;ischen Gerichtshof f&uuml;r Menschenrechte und den Europ&auml;ischen Gerichtshof hat. Im Verh&auml;ltnis dieser drei Gerichte zueinander unterscheidet der Autor Konflikte &uuml;ber die Interpretation der Grundrechte von solchen &uuml;ber die Reichweite der Rechtsprechungskompetenzen.&nbsp; <\/i><\/p>\n<p>&#8222;Dann gehe ich halt nach Karlsruhe!&#8220; Auch wenn dieser Satz von B&uuml;rger_innen oft leichtfertig ausgesprochen wird, da die Zulassungsh&uuml;rden einer Verfassungsbeschwerde gar nicht so leicht zu &uuml;berwinden sind (L&uuml;bbe-Wolff 2005), so signalisiert er doch auch die hohe Wertsch&auml;tzung, die das Bundesverfassungsgericht (BVerfG) als Ausdruck des Rechtsstaatsprinzips in Deutschland genie&szlig;t (Kranenpohl 2009b). Im Zuge des europ&auml;ischen Integrationsprozesses ist der deutsche Rechtsstaat mittlerweile intensiv in inter- und supranationale Rechtsregime eingeflochten. Ist den B&uuml;rger_innen aber bewusst, dass sie auch &#8222;nach Luxemburg&#8220; zum Europ&auml;ischen Gerichtshof der EU (EuGH) oder &#8222;nach Stra&szlig;burg&#8220; zum Europ&auml;ischen Gerichtshof f&uuml;r Menschenrechte (EGMR) des Europarats ziehen k&ouml;nnen, um ihre Grundrechte zu verteidigen? <br \/>Daher soll zun&auml;chst beispielhaft dargestellt werden, wie Grundrechtsschutz durch europ&auml;ische Gerichte bereits praktiziert wird &#8211; und wie notwendig dieser ist. Im Weiteren werden die rechtlichen Verh&auml;ltnisse im Gerichtsverbund kurz skizziert. Schlie&szlig;lich werden einige Problemfelder im Verh&auml;ltnis der Gerichte der &#8218;Grundrechtsunion&#8216; angesprochen.<\/p>\n<p><b>Grundrechtsschutz durch europ&auml;ische Gerichte <br \/><\/b><br \/>Ende des 20. Jahrhunderts schien es, als ob sich die Idee einer umfassenden richterlichen &Uuml;berpr&uuml;fung allen staatlichen Handelns an den Grundrechten zumindest in Europa allgemein durchsetzen w&uuml;rde: Hatten schon Portugal und Spanien nach der Demokratisierung relativ starke Verfassungsgerichte eingerichtet, so beschritten auch die meisten mittelost- und osteurop&auml;ischen Demokratien nach dem Ende des Kommunismus diesen Weg (Stern 1999). Doch auch in etablierten westeurop&auml;ischen Demokratien wurde das richterliche Pr&uuml;fungsrecht gest&auml;rkt: Der in seinen Handlungsm&ouml;glichkeiten relativ eingeschr&auml;nkte franz&ouml;sische Verfassungsrat wurde zunehmend aktiver (Fromont 2007), und selbst die britische Parlamentssouver&auml;nit&auml;t erfuhr durch die Rechtsprechung des EGMR und des EuGH eine Einschr&auml;nkung (Schieren 2001). <br \/>Grundrechtsrelevant war zun&auml;chst vor allem die Einf&uuml;hrung der Individualbeschwerde zum EGMR. Selbstverst&auml;ndlich sollte dies vor allem dazu dienen, rechtsstaatliche Defizite in jenen Signatarstaaten der Europ&auml;ischen Menschenrechtskonvention (EMRK) zu bek&auml;mpfen, die (noch) nicht &uuml;ber einen ausgepr&auml;gten Grundrechtsschutz durch nationale Gerichte verf&uuml;gten.[1] Schnell zeigten sich aber auch Auswirkungen auf Staaten mit vergleichsweise hohem Grundrechtsstandard (Bates 2010). In dem vielleicht am meisten Aufsehen erregenden Urteil gegen Deutschland entschieden die Stra&szlig;burger Richter_innen 2009, dass die &#8218;nachtr&auml;gliche Sicherungsverwahrung&#8216; von Straft&auml;ter_innen, da sie sich kaum vom Strafvollzug unterscheide, deshalb als &#8218;Strafe&#8216; anzusehen und eine nachtr&auml;gliche Verl&auml;ngerung daher ein Versto&szlig; gegen Art.&nbsp;7 EMRK sei (EGMR, 19359\/04, 17.12.2009, M. .\/. Deutschland); dies zwang das BVerfG, seine Rechtsprechung zum &#8218;Abstandsgebot&#8216; der Sicherungsverwahrung vom Strafvollzug zu modifizieren (BVerfGE 128, 326, Sicherungsverwahrung III). &Auml;hnlich weitreichende Auswirkungen auf das deutsche Rechtssystem hatten Entscheidungen des EGMR zum Recht auf Achtung des Privat- und Familienlebens nach Art. 8 EMRK; bemerkenswert waren insbesondere die F&auml;lle Caroline und G&ouml;rg&uuml;l&uuml; (Albers 2016: 78&#8211;86; Heck&ouml;tter 2007; Kranenpohl 2016: 43&#8211;48). <br \/>Dagegen waren grundrechtsrelevante Entscheidungen des EuGHs zun&auml;chst auf den &ouml;konomischen Bereich beschr&auml;nkt. Aber auch diese k&ouml;nnen betr&auml;chtliche Auswirkungen haben: So entschieden die Luxemburger Richter_innen, die Verfassungsbestimmung, wonach Frauen&nbsp; in der Bundeswehr keinen Dienst an der Waffe leisten d&uuml;rften, stelle einen Versto&szlig; gegen die Gleichstellung von Mann und Frau im Berufsleben dar (EuGH, C-285\/98, 11.01.2000, Kreil). Mittlerweile greift der Grundrechtsschutz des EuGHs aber deutlich weiter aus, wie seine j&uuml;ngste Entscheidung zeigt, dass die Bedingungen des geplanten Abkommens der Europ&auml;ischen Union und Kanadas &uuml;ber die &Uuml;bermittlung von Fluggastdaten gegen Art.&nbsp;7 und 8 der Europ&auml;ischen Grundrechtecharta (GRCh) verstie&szlig;en (EuGH, Gutachten 1\/15, 26.07.2017).<\/p>\n<p><b>Die Rechtsverh&auml;ltnisse im Gerichtsverbund<\/b><\/p>\n<p>Allerdings ist die EMRK des Europarats nach deutscher Rechtsauffassung lediglich ein v&ouml;lkerrechtlicher Vertrag und damit &#8218;einfaches&#8216; Bundesrecht. Zudem verpflichtet die EMRK einen Mitgliedstaat im Falle eines durch den EGMR festgestellten Konventionsversto&szlig;es lediglich dazu, den konkret ger&uuml;gten Versto&szlig; mit geeigneten Mitteln zu beenden und Beschwerdef&uuml;hrer_innen gegebenenfalls zu entsch&auml;digen (Art. 41, 46 EMRK). Damit war das BVerfG in seiner Rechtsprechung &#8218;eigentlich&#8216; nicht an die Stra&szlig;burger Auslegung der EMRK gebunden. Allerdings haben die Karlsruher Richter_ innen mittlerweile anerkannt, dass die EMRK und EGMR-Rechtsprechung als &#8222;Auslegungshilfen f&uuml;r die Bestimmung von Inhalt und Reichweite von Grundrechten&#8220; dienen. Daher stehen Entscheidungen des EGMR, &#8222;die neue Aspekte f&uuml;r die Auslegung des Grundgesetzes enthalten, [&#8230;]&nbsp; rechtserheblichen &Auml;nderungen gleich, die zu einer &Uuml;berwindung der Rechtskraft&#8220; einer Karlsruher Entscheidung f&uuml;hren k&ouml;nnen (BVerfGE 128, 326, Sicherungsverwahrung III). Grunds&auml;tzlich ist das Verh&auml;ltnis der beiden Gerichte aber &#8211; wie die &#8218;Caroline-Rechtsprechung&#8216; zeigt &#8211; weniger von der Frage von &Uuml;ber- oder Unterordnung gepr&auml;gt, sondern eher davon, dass beide um eine korrekte Interpretation der einschl&auml;gigen Grundrechte in Anwendung auf den konkreten Fall ringen (Albers 2016: 83&#8211;85). <br \/>Allerdings hatte der EuGH schon fr&uuml;h die Chance ergriffen, die Kompetenzen der Gemeinschaften &#8211; und damit auch seine eigenen &#8211; gegen&uuml;ber den Mitgliedstaaten &#8211; und somit auch gegen&uuml;ber den mitgliedstaatlichen Gerichten &#8211; auszuweiten.[2] Doch spielte in der Luxemburger Rechtsprechung der Schutz der Grundrechte zun&auml;chst keine herausgehobene Rolle: Zu stark erschien die Integration als politisches Projekt mit wirtschaftlichem Fokus und zu sehr dominierten dementsprechend in der Rechtsprechung des EuGH &ouml;konomische Sachverhalte. Auch die feierliche Proklamation der Charta der Grundrechte der Europ&auml;ischen Union (GRCh) im Jahr 2000 &auml;nderte daran zun&auml;chst nichts, denn diese hatte zun&auml;chst nur &#8218;rechtspolitische&#8216; Bedeutung (Hoffmeister 2014: 120). Erst mit Inkrafttreten des Lissabon-Vertrags 2009 wurde die GRCh Bestandteil des Prim&auml;rrechts (Art. 6 Abs. 1 EUV), womit der EuGH auf sie als grundrechtlichen Normenkatalog zur&uuml;ckgreifen kann. <br \/>Den sich daraus ergebenden Spielraum nutzte Luxemburg in der Entscheidung &Aring;kerberg Fransson (EuGH, C-617\/10, 26.02.2013) ausgiebig. Die Richter_innen entschieden, dass eine &#8211; durch Art. 50 GRCh untersagte &#8211; Doppelbestrafung vorliege, wenn eine Steuerhinterziehung sowohl mit Strafzahlungen als auch in einem Strafverfahren sanktioniert werde. Im Vorfeld der Entscheidung wurde allerdings streitig diskutiert, ob der EuGH &uuml;berhaupt eine Zust&auml;ndigkeit beanspruchen k&ouml;nne, denn Art. 51 Abs. 1 GRCh bestimmt, dass diese &#8222;f&uuml;r die Mitgliedstaaten ausschlie&szlig;lich bei der Durchf&uuml;hrung des Rechts der Union&#8220; bindend sei. Luxemburg entschied allerdings, dass sich die Sanktionierung einer Hinterziehung der schwedischen Mehrwertsteuer auf die europ&auml;ische Mehrwertsteuerharmonisierungsrichtline 2006\/12 st&uuml;tze. Weiter postulierten sie: &#8222;Wenn eine nationale Rechtsvorschrift in den Geltungsbereich des Unionsrechts f&auml;llt, sind keine Fallgestaltungen denkbar, die vom Unionsrecht erfasst w&uuml;rden, ohne dass diese Grundrechte anwendbar w&auml;ren&#8220; (EuGH, C-617\/10, 26.02.2013, &sect; 21). <br \/>Der vom EuGH erhobene Anspruch einer weitreichenden Kontrolle mitgliedstaatlichen Handels am Ma&szlig;stab der GRCh ist auch deshalb hervorzuheben, weil der Lissabon-Vertrag in Art. 6 Abs. 2 EUV eine weitere Intensivierung des Grundrechtsschutzes vorsieht: Die Europ&auml;ische Union sollte wie die Mitgliedstaaten der EMRK beitreten, womit auch das Handeln der Union unmittelbar f&uuml;r die Jurisdiktion des EGMR zug&auml;nglich gewesen w&auml;re. Kurz vor Weihnachten 2014 erkl&auml;rte der EuGH aber die Beitritts&uuml;bereinkunft f&uuml;r mit dem Prim&auml;rrecht der Europ&auml;ischen Union nicht vereinbar (EuGH, Gutachten 2\/13, 18.12.2014). Die Begr&uuml;ndung wurde vielfach kritisiert (Tomuschat 2015; Kranenpohl 2016: 50&#8211;53), insbesondere da die Gerichtsh&ouml;fe im Vorfeld auf Kooperationskurs schienen (Costa\/Skouris 2011). Mit der Entscheidung dokumentiert der EuGH nach Auffassung von Beobachter_innen, dass er unwillig ist, sich in irgendeiner Form einer m&ouml;glichen Jurisdiktion des EGMR zu unterwerfen. Zweifelhaft ist allerdings, ob eine solche Strategie tats&auml;chlich erfolgreich sein wird, denn Stra&szlig;burg behielt sich schon bisher eine zumindest indirekte Pr&uuml;fung europ&auml;ischer Rechtsakte vor (EGMR, Bosphorus .\/. Irland, 30.06.2005, &sect; 56), und Pr&auml;sident Dean Spielmann betonte im EGMR-Jahresbericht 2014, im Zweifel vor einer Kontrolle von m&ouml;glichen Grundrechtsverst&ouml;&szlig;en durch die Europ&auml;ische Union nicht zur&uuml;ckzuschrecken (EGMR 2015: 6).<\/p>\n<p><b>H&ouml;here Standards in der &#8218;Grundrechtsunion&#8216;?<\/b><\/p>\n<p>Wie ist diese Entwicklung zu beurteilen? Zun&auml;chst einmal l&auml;sst sich beobachten, dass die gerichtliche Kontrolldichte in der &#8218;Grundrechtsunion&#8216; zunimmt, denn m&ouml;gliche Grundrechtsverletzungen k&ouml;nnen mittlerweile vor verschiedenen Gerichten ger&uuml;gt werden. F&uuml;r unter der Jurisdiktion des BVerfG lebende B&uuml;rger_innen erscheint dies m&ouml;glicherweise als &#8218;Luxus&#8216;, doch sollte nicht &uuml;bersehen werden, dass in EU-Staaten ohne einen in gleicher Weise ausgestalteten Grundrechtsschutz &#8211; wie Gro&szlig;britannien (Schieren 2001) &#8211; lange Zeit dieser allein &uuml;ber die europ&auml;ischen Gerichtsh&ouml;fe erfolgen konnte. Zudem k&ouml;nnen die bereits skizzierten &#8218;Eingriffe&#8216; von EGMR und EuGH in den Bereichen Gleichberechtigung, Schutz der Privatsph&auml;re und Verbot von Doppelbestrafungen durchaus als erforderliche Korrekturen an der deutschen Praxis des Grundrechtsschutzes begriffen werden. <br \/>Damit ist insgesamt eine Akzentverschiebung in der Rechtsprechung des EGMR zu beobachten: In der Vergangenheit konzentrierten sich Stra&szlig;burger Richter_innen vor allem darauf, fundamentalen grundrechtlichen &#8218;Defiziten&#8216; in EMRK-Signatarstaaten entgegenzuwirken &#8211; und diese Aufgabe wird mit Blick auf autorit&auml;r agierende Potentat_innen in Mittel- und Osteuropa sicher nicht &uuml;berfl&uuml;ssig werden. Dazu treten in neuerer Zeit aber immer h&auml;ufiger auch Differenzen mit Verfassungsgerichten zutage, die traditionell grundrechtsaffin und grundrechtsdogmatisch aktiv sind. Dabei stehen Fragen zum Ausgleich konkurrierender grundrechtlicher Verb&uuml;rgungen in Rede. Solche Abw&auml;gungs- und Drittwirkungskonstellationen werfen allerdings &#8211; selbst bei einem gegebenen Set intersubjektiv (und transnational) als unverzichtbar erachteter Grundrechte &#8211; multidimensionale rechtliche Konflikte auf, die noch st&auml;rker als klassische abwehrrechtliche Fragestellungen &#8218;interpretationsoffen&#8216; sind (Kranenpohl 2009a). <br \/>Mit dem die GRCh auslegenden EuGH betritt aktuell noch ein weiterer gerichtlicher Akteur die B&uuml;hne, der zudem in &Aring;kerberg Fransson seine Entscheidungskompetenz betr&auml;chtlich ausdehnte. Angesichts der Ausweitung der EU-Gesetzgebung auf immer mehr Politikbereiche ist eine st&auml;rker auf &#8218;klassische&#8216; &#8211; und nicht nur wirtschaftliche &#8211; Grundrechte ausgerichtete Grundrechtsjudikatur durch Luxemburg sicher unumg&auml;nglich, denn diese sind der mitgliedstaatlichen Regelung &#8211; und damit (zumindest de facto) auch der mitgliedstaatlichen Jurisdiktion &#8211; weitgehend enthoben. Eine &Uuml;berpr&uuml;fung der datenschutzrechtlichen Qualit&auml;t von Regelungen zur Erfassung von Fluggastdaten, die durch Vertr&auml;ge der Europ&auml;ischen Union mit Drittstaaten kreiert werden, kann letztlich effizient und effektiv nur durch europ&auml;ische Gerichte erfolgen, die&nbsp; auch f&uuml;r alle Mitgliedstaaten rechtlich verbindliche Entscheidungen treffen. Insofern zeichnet sich der europ&auml;ische Gerichtsverbund durch gegenl&auml;ufige Tendenzen aus. Einerseits nimmt die gerichtliche &#8218;Kontrolldichte&#8216; insgesamt zu, andererseits treten aber auch gerichtliche Kompetenzkonflikte auf und nehmen an Intensit&auml;t zu.<br \/>Eine n&auml;here Analyse zeigt, dass Konflikte &uuml;ber die &#8222;Deutungsmacht&#8220; (Vorl&auml;nder 2006) zwischen den Gerichten in zwei analytisch zu unterscheidenden Konfliktdimensionen angeordnet sind: der Kompetenzdimension und der Interpretationsdimension. Die Kompetenzdimension rekurriert auf die Frage, welche Rechtsmaterie Vorrang genie&szlig;t, wenn Regelungen (bzw. Interpretationen) unterschiedlicher Rechtskreise (hier also Europarecht und mitgliedstaatliches Recht) divergieren &#8211; und daraus folgend, welche Kompetenzverteilung zwischen den europ&auml;ischen Institutionen und den Mitgliedstaaten besteht. W&auml;hrend im innerstaatlichen Verh&auml;ltnis unbestritten ist, dass auch einfaches zentralstaatliches Recht dem Recht der Gliedstaaten &#8211; und selbstverst&auml;ndlich auch deren Verfassungsrecht &#8211; vorgeht, ist dies f&uuml;r das Verh&auml;ltnis von Europarecht und nationalem Recht trotz des vom Europ&auml;ischen Gerichtshof fr&uuml;h beanspruchten (und durchgesetzten) &#8218;Anwendungsvorranges&#8216; des Europarechts (EuGH, 26\/62, 05.02.1963, van Gend &amp; Loos) nicht unumstritten. So gilt beispielsweise in Deutschland Europarecht als einfaches Gesetzesrecht, welches sich damit im Rahmen des Grundgesetzes bewegen muss &#8211; und auf den das BVerfG letztlich auch seine Kontrollkompetenz gegen&uuml;ber der Europ&auml;ischen Union st&uuml;tzt. <br \/>In der Interpretationsdimension steht dagegen in Frage, wie eine Norm richtig auszulegen ist. Dies ist gerade bei den hier betrachteten Fragen nicht trivial, denn die Begriffe &#8218;Norm&#8216; und &#8218;richtig&#8216; sind in diesem Kontext alles andere als eindeutig: Hinsichtlich der &#8218;Norm&#8216; offenbart sich das Problem bereits dadurch, dass sich die unterschiedlichen Gerichte gar nicht auf einen einheitlichen Normtext beziehen, sondern auf mehrere spezifische Normkorpora. Die Gerichte suchen das offenkundige Problem unterschiedlicher Normkorpora zwar dadurch zu l&ouml;sen, dass sie bei allen textlichen Unterschieden eine weitgehende Identit&auml;t der verbrieften Rechte postulieren, doch verdeutlicht dies nur die Brisanz, die damit letztlich der Rechtsauslegung zukommt. Zudem treten gerade in Grundrechtskatalogen oftmals relativ unbestimmte, damit auslegungsbed&uuml;rftige und somit f&uuml;r den Diskurs offene Rechtsbegriffe auf, so dass die Aufgabe der &#8218;richtigen&#8216; Auslegung noch prek&auml;rer erscheint. Schlie&szlig;lich k&ouml;nnen gerade auf dem Feld der Grundrechte die juristischen Methoden viel weniger als etwa im Zivilrecht ein &#8218;Interpretationsgel&auml;nder&#8216; bereitstellen (Kranenpohl 2009a). <br \/>Ein in den &#8218;Kooperationsverbund&#8216; eingebundenes Gericht verf&uuml;gt damit im Falle von Divergenzen mit anderen Gerichten zur Wahrung seiner Position und Autonomie grunds&auml;tzlich &uuml;ber zwei strategische Handlungsoptionen: Entweder kann es seinen Kompetenzvorrang behaupten oder es kann argumentieren, die betreffenden Normen &#8218;besser&#8216; zu interpretieren. Interessanterweise praktiziert etwa Karlsruhe beide Strategien gegen&uuml;ber Luxemburg. Im Zuge der Solange-Entscheidungen (BVerfGE 37, 271; 73, 339) betonte das BVerfG gegen&uuml;ber dem EuGH die Luxemburger Defizite im Grundrechtsschutz. Seit Maastricht (BVerfGE 89, 155) argumentiert Karlsruhe seinerseits st&auml;rker kompetenzorientiert und best&auml;tigt etwa die Existenz des &#8222;Kooperationsverh&auml;ltnisses&#8220; mit dem EuGH im Bereich des individuellen Grundrechtsschutzes (BVerfGE 89, 155 [178]). Zugleich betont das BVerfG aber auch, dass die Europ&auml;ische Union als &#8218;Staatenverbund&#8216; nur begrenzte Hoheitsrechte von den Mitgliedstaaten &uuml;bertragen bekommen habe. Daher habe das BVerfG zu pr&uuml;fen, ob trotz des durch den Europ&auml;ischen Gerichtshof garantierten Grundrechtsschutzes, &#8222;Rechtsakte der europ&auml;ischen Einrichtungen und Organe sich in den Grenzen der ihnen einger&auml;umten Hoheitsrechte halten oder aus ihnen ausbrechen&#8220; (BVerfGE 89, 155). In der Entscheidung zum Lissabon-Vertrag von 2009 (BVerfGE 123, 267) hielt das Gericht an dieser Linie fest: Die &Uuml;bertragung weiterer nationalstaatlicher Kompetenzen auf die europ&auml;ische Ebene erfordere in jedem Fall einen f&ouml;rmlichen Gesetzesbeschluss, und gewisse Kernkompetenzen d&uuml;rften &uuml;berhaupt nicht &uuml;bertragen werden. Insbesondere behielt sich Karlsruhe aber eine &#8218;Ultra-vires-Kontrolle&#8216; und eine &#8218;Identit&auml;tskontrolle&#8216; vor. In den j&uuml;ngsten OMT-Vorlagebeschl&uuml;ssen (BVerfGE 134, 366; BVerfG, 2 BvR 859\/15, 18.07.2017) zeichnet sich aber m&ouml;glicherweise ein Wandel ab, denn im Rahmen eines Vorlageverfahrens m&uuml;ssen sich die Karlsruher Richter_innen nun darauf verlegen, eine &uuml;berlegene Argumentation vorzuf&uuml;hren. <br \/>Insgesamt ist seit &Aring;kerberg Fransson klar zu beobachten, dass der EuGH deutlich auf die &#8218;Kompetenzkarte&#8216; setzt und sich in dieser Hinsicht &#8211; wie das EMRK-Gutachten zeigt &#8211; auch nicht &#8218;&uuml;bertrumpfen&#8216; lassen will. Der EGMR pflegt dagegen deutlich st&auml;rker einen Dialog um die angemessene Interpretation von Grundrechtsnormen. Auch das BVerfG verlegte sich &#8211; wie gezeigt &#8211; seinerseits gegen&uuml;ber dem EGMR wesentlich fr&uuml;her darauf, in der Interpretationsdimension zu argumentieren. Nationale Gerichte scheinen dagegen &#8218;kompetenzrechtlich&#8216; allenfalls R&uuml;ckzugsgefechte f&uuml;hren zu k&ouml;nnen und verst&auml;rken ihre Diskurst&auml;tigkeit in der Interpretationsdimension.<\/p>\n<p><b>Die &#8218;Grundrechtsunion&#8216;: notwendig, aber nicht ohne Risiken<br \/><\/b><br \/>Angesichts der immer deutlicheren Ausbildung einer supranationalen europ&auml;ischen Herrschaftsordnung, auf die dank zunehmender &#8222;Intensit&auml;t und &#8230; Reichweite grenz&uuml;berschreitender Austausch- und Produktionsprozesse&#8220; (Z&uuml;rn 1998: 76) auch nicht verzichtet werden kann, erscheint die Ausbildung eines europ&auml;ischen Grundrechtsschutzregimes unerl&auml;sslich. Zum einen kann &#8211; wie die aktuellen &#8218;R&uuml;ckzugsgefechte&#8216; des BVerfG zeigen &#8211; eine grundrechtsrelevante Kontrolle des Unionshandelns durch nationale Verfassungsgerichte nicht dauerhaft sichergestellt werden. Zum anderen w&auml;ren langfristig Zonen unterschiedlicher Grundrechtsstandards innerhalb der Union normativ nicht akzeptabel. An der Etablierung eines unionsweiten Schutzregimes gegen&uuml;ber Unionshandeln &#8211; gleich ob durch EuGH oder EGMR &#8211; f&uuml;hrt scheinbar kein Weg vorbei. Mit Blick auf Karlsruhe und die vom EGMR veranlasste Modifikation seiner Rechtsprechung zum Recht auf Privatheit und zum Verbot der Doppelbestrafung kann auch die Position vertreten werden, dass die Aktivit&auml;t von Gerichten, die nicht eindeutig als &#8217;nachrangig&#8216; kategorisiert werden k&ouml;nnen, einer &#8218;Versteinerung&#8216; der Rechtsprechung entgegenwirken k&ouml;nnen. Schlie&szlig;lich erscheint es mit Blick auf die Entwicklungen in manchen Mitgliedstaaten der Europ&auml;ischen Union beruhigend, dass es auch noch Richter_innen in Luxemburg und Stra&szlig;burg gibt; auch die deutschen Mitb&uuml;rger_innen scheinen gegen populistische Aufwallungen nicht v&ouml;llig gefeit &#8211; und wer wei&szlig;, ob das BVerfG auch noch auf Folgebereitschaft stie&szlig;e, wenn es gegen den (vermeintlichen) &#8218;Volkswillen&#8216; entschiede. <br \/>Ein solch eher polyzentrisches Regime zum Schutz der Grundrechte birgt aber auch Gefahren: Zum einen besteht das Risiko, dass gut informierte Akteure versuchen, ihre Anliegen letztinstanzlich von jenen Gerichten entscheiden zu lassen, von denen sie sich eine f&uuml;r sie g&uuml;nstige Entscheidung erhoffen. Insbesondere wenn die Gerichte Kontroversen in der Kompetenzdimension austragen, sind entsprechende Versuche nicht auszuschlie&szlig;en. Dazu absorbieren solche Kontroversen auch Energien, die die Richter_innen besser einsetzen sollten, um gemeinsam der Aush&ouml;hlung rechtsstaatlicher Garantien durch illiberale Vorstellungen eines einheitlichen Volkswillens entgegenzutreten, da die Folgebereitschaft gegen&uuml;ber ihren Entscheidungen nie &#8217;selbstverst&auml;ndlich&#8216; ist (Kranenpohl 2010: 423&#8211;431). Tragen die Gerichte ihre Kontroversen dagegen in der Interpretationsdimension aus, sind diese Gefahren zwar nicht v&ouml;llig gebannt. Es kommt dann aber nicht zum &#8222;Kampf der Gerichte&#8220; (Peters 2005), sondern der Diskurs erscheint dann als Ringen um die angemessene Anwendung von Grundrechtsnormen im &#8222;Kooperationsverh&auml;ltnis&#8220; (BVerfGE 89, 155 [178], Maastricht).<\/p>\n<p><b>UWE KRANENPOHL<\/b>&nbsp;&nbsp; <i>Jahrgang 1966, Prof. Dr. phil. habil., Professor f&uuml;r Politik- und Verwaltungswissenschaften an der Evangelischen Hochschule N&uuml;rnberg sowie Privatdozent an der Universit&auml;t Passau. Aktuelle Forschungsschwerpunkte: Politik und Recht, Parteien, Hochschuldidaktik; wichtigste Ver&ouml;ffentlichung: Hinter dem Schleier des Beratungsgeheimnisses (2010)<\/i><\/p>\n<h5>Literatur:<br \/><\/h5>\n<p>Albers, Marion 2016: Rechtsprechungsrecht und Rechtsprechungsverb&uuml;nde, in: Rehder, Britta\/Schneider, Ingrid (Hrsg.): Gerichtsverb&uuml;nde, Grundrechte und Politikfelder in Europa, Baden-Baden, S. 61&#8211;95.<\/p>\n<p>Bates, Ed 2010: The Evolution of the European Convention on Human Rights. From Its Inception to the Creation of a Permanent Court of Human Rights, Oxford.<\/p>\n<p>Costa, Jean-Paul\/Skouris, Vassilios 2011: Joint Communication from Presidents Costa and Skouris, 24.01.2011, in: <a href=\"http:\/\/curia.europa.eu\/jcms\/upload\/docs\/application\/pdf\/2011-02\/cedh_cjue_english.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">http:\/\/curia.europa.eu\/jcms\/upload\/docs\/application\/pdf\/2011-02\/cedh_cjue_english.pdf<\/a>; 30.12.2014.<\/p>\n<p>EGMR 2015: Annual Report 2014, in: <a href=\"http:\/\/www.echr.coe.int\/Documents\/Annual_Report_2014_ENG.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">http:\/\/www.echr.coe.int\/Documents\/Annual_Report_2014_ENG.pdf<\/a>; 30.03.2015.<\/p>\n<p>Fromont, Michel 2007: Der franz&ouml;sische Verfassungsrat, in: Starck, Christian\/Weber, Albrecht (Hrsg.): Verfassungsgerichtsbarkeit in Westeuropa, 2. Auflage, Baden-Baden, S. 227&#8211;258.<\/p>\n<p>Heck&ouml;tter, Ulrike 2007: Die Bedeutung der Europ&auml;ischen Menschenrechtskonvention und der Rechtsprechung des EGMR f&uuml;r die deutschen Gerichte, K&ouml;ln.<\/p>\n<p>Hoffmeister, Frank 2014: Charta der Grundrechte, in: Weidenfeld, Werner\/Wessels, Wolfgang (Hrsg.): Europa von A bis Z. Taschenbuch zur Europ&auml;ischen Integration, 13. Auflage, Baden-Baden, S. 117&#8211;123.<\/p>\n<p>Kranenpohl, Uwe 2009a: Die Bedeutung von Interpretationsmethoden und Dogmatik in der Entscheidungspraxis des Bundesverfassungsgerichts, in: Der Staat, Jg. 48, H. 3, S. 387&#8211;409.<\/p>\n<p>Kranenpohl, Uwe 2009b: Die gesellschaftlichen Legitimationsgrundlagen der Verfassungsrechtsprechung oder: Darum lieben die Deutschen Karlsruhe, in: Zeitschrift f&uuml;r Politik, Jg. 56, H. 4, S. 436&#8211;453.<\/p>\n<p>Kranenpohl, Uwe 2010: Hinter dem Schleier des Beratungsgeheimnisses. Der Willensbildungs- und Entscheidungsprozess des Bundesverfassungsgerichts, Wiesbaden.<\/p>\n<p>Kranenpohl, Uwe 2016: Zwischen Karlsruhe, Luxemburg und Stra&szlig;burg. Perspektiven eines europ&auml;ischen Gerichtsverbunds zum Schutz der Grundrechte, in: Rehder, Britta\/Schneider, Ingrid (Hrsg.): Gerichtsverb&uuml;nde, Grundrechte und Politikfelder in Europa, Baden-Baden, S. 33&#8211;60.<\/p>\n<p>L&uuml;bbe-Wolff, Gertrude 2005: Die erfolgreiche Verfassungsbeschwerde. Wie man das Unwahrscheinliche wahrscheinlicher macht, in: Anwaltsblatt, Jg. 55, H. 8-9, S. 509&#8211;517.<\/p>\n<p>Peters, Anne 2005: Die Causa Caroline. Kampf der Gerichte?, in: Betrifft Justiz, Jg. 21, H. 83, S. 160&#8211;168.<\/p>\n<p>Schieren, Stefan 2001: Die stille Revolution. Der Wandel der britischen Demokratie unter dem Einfluss der europ&auml;ischen Integration, Darmstadt.<\/p>\n<p>Stern, Klaus 1999: Ausstrahlungswirkung des Grundgesetzes auf ausl&auml;ndische Verfassungen, in: Bundesministerium des Innern (Hrsg.): Bew&auml;hrung und Herausforderung. Die Verfassung vor der Zukunft Dokumentation zum Verfassungskongress &#8222;50 Jahre Grundgesetz \/ 50 Jahre Bundesrepublik Deutschland&#8220; vom 6. bis 8. Mai 1999 in Bonn, Opladen, S. 249&#8211;276.<\/p>\n<p>Tomuschat, Christian 2015: Der Streit und die Auslegungshoheit: Die Autonomie der EU als Heiliger Gral. Das EuGH-Gutachten gegen den Beitritt der EU zur EMRK, in: Europ&auml;ische Grundrechte Zeitschrift, Jg. 42, H. 5-8, S. 133&#8211;139.<\/p>\n<p>Vorl&auml;nder, Hans (Hrsg.) 2006: Die Deutungsmacht der Verfassungsgerichtsbarkeit, Wiesbaden.<\/p>\n<p>Z&uuml;rn, Michael 1998: Regieren jenseits des Nationalstaates. Globalisierung und Denationalisierung als Chance, Frankfurt am Main.<\/p>\n<h5>Anmerkungen:<\/h5>\n<p>1 Im Folgenden wird auch in Bezug auf die EMRK meist der Einfachheit halber der Begriff &#8218;Grundrechte&#8216; verwendet, obwohl diese den Terminus &#8218;Menschenrechten und Grundfreiheiten&#8216; verwendet.<\/p>\n<p>2 S. dazu auch das Interview mit Dieter Grimm in diesem Heft, S. 5 ff.<\/p>\n","protected":false},"featured_media":0,"template":"","categories":[],"tags":[667],"autoren":[2350],"publikationen":[1438],"class_list":["post-12071","publikation","type-publikation","status-publish","hentry","tag-vorgaenge-artikel","autoren-uwe-kranenpohl","publikationen-220-vorgaenge"],"acf":[],"yoast_head":"<!-- This site is optimized with the Yoast SEO plugin v28.5 - https:\/\/yoast.com\/product\/yoast-seo-wordpress\/ -->\n<title>Die &#039;Grundrechtsunion&#039; als Ausweg aus der Krise? - Grundrechtsschutz zwischen EGMR, EuGH und nationalen Verfassungsgerichten* - Humanistische Union<\/title>\n<meta name=\"robots\" content=\"index, follow, max-snippet:-1, max-image-preview:large, max-video-preview:-1\" \/>\n<link rel=\"canonical\" href=\"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/vorgaenge\/220-vorgaenge\/publikation\/die-grundrechtsunion-als-ausweg-aus-der-krise-grundrechtsschutz-zwischen-egmr-eugh-und-nationa-1\/\" \/>\n<meta property=\"og:locale\" content=\"de_DE\" \/>\n<meta property=\"og:type\" content=\"article\" \/>\n<meta property=\"og:title\" content=\"Die &#039;Grundrechtsunion&#039; als Ausweg aus der Krise? - Grundrechtsschutz zwischen EGMR, EuGH und nationalen Verfassungsgerichten* - Humanistische Union\" \/>\n<meta property=\"og:description\" content=\"vorg&auml;nge Nr. 220 (Heft 4\/2017), S. 41 &#8211; 49 Im Zuge des Europ&auml;ischen Integrationsprozesses ist der deutsche Rechtsstaat mittlerweile intensiv in inter- und supranationale Rechtsregime eingeflochten. 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