{"id":12073,"date":"2017-12-21T11:51:00","date_gmt":"2017-12-21T10:51:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/publikation\/wer-ist-gegen-europa-analyse-der-wahlen-in-der-eu-nach-dem-brexit-referendum-1\/"},"modified":"2021-08-30T15:42:44","modified_gmt":"2021-08-30T13:42:44","slug":"wer-ist-gegen-europa-analyse-der-wahlen-in-der-eu-nach-dem-brexit-referendum-1","status":"publish","type":"publikation","link":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/vorgaenge\/220-vorgaenge\/publikation\/wer-ist-gegen-europa-analyse-der-wahlen-in-der-eu-nach-dem-brexit-referendum-1\/","title":{"rendered":"Wer ist gegen Europa? &#8211; Analyse der Wahlen in der EU nach dem Brexit-Referendum"},"content":{"rendered":"<p>vorg&auml;nge Nr. 220 (Heft 4\/2017), S. 69 &#8211; 79<\/p>\n<p><i>Die Wahlen in Frankreich, &Ouml;sterreich, den Niederlanden, Bulgarien und Tschechien haben nicht nur europakritischen Parteien erhebliche Stimmenzuw&auml;chse gebracht, sondern zugleich der sozialdemokratischen Parteienfamilie in Europa &#8211; mit Ausnahme der Labour Party &#8211; eine Niederlage beschert. Der Autor stellt die Wahlergebnisse im Einzelnen vor und untersucht auch das Wahlverhalten nach Alter, Einkommen, Wohnsitz und Bildungsstand. Schlie&szlig;lich weist er auf die besondere Bedeutung der europ&auml;ischen Grundwerte und die Verantwortung der Medien hin.<\/i><\/p>\n<p><b>Einleitung<\/b><\/p>\n<p>Europa gewinnt (wieder) an Relevanz &#8211; auch in den Augen seiner V&ouml;lker. Es wird zum Gegenstand politischer Auseinandersetzungen &#8211; in den Wahlen zum Europ&auml;ischen Parlament, die nicht mehr l&auml;nger die verl&auml;ngerte Werkbank nationaler parteipolitischer Diskurse zu werden versprechen. Die Wahlen und Abstimmungen der letzten beiden Jahre kennzeichnet die Sorge um ein Erstarken populistischer Str&ouml;mungen, mit dem sich die politischen Koordinaten der EU wie des Westens dramatisch verschoben haben. Donald Trump hat den demokratischen Diskurs &uuml;ber die Zukunft Europas auch transatlantisch wieder interessanter gemacht.[1] Nichts ist f&uuml;r immer &#8211; auch nicht das auf eine vorrangig &ouml;konomische Triebfeder ausgerichtete Integrationsprojekt EU. Das Ende der Geschichte im Sinne der von Francis Fukuyama ge&auml;u&szlig;erten Erwartung eines globalen Siegeszuges von Liberalismus, Demokratie und Marktwirtschaft ist zumindest vertagt. <br \/>Mit dem Sieg von &Ouml;VP und FP&Ouml; bei den Parlamentswahlen in &Ouml;sterreich und dem Wahlerfolg von Andrej Babi&#353; &#8222;Aktion unzufriedener B&uuml;rger&#8220; (ANO) in Tschechien hat sich der Kreis von Mitgliedstaaten, die durch Parteien mitregiert werden (d&uuml;rften), die gegen eine weitere Vertiefung der EU eingestellt sind und sich f&uuml;r eine R&uuml;ckgewinnung traditioneller staatlicher Souver&auml;nit&auml;t einsetzen, nochmals deutlich erweitert. Das Ungarn Victor Orbans und das Polen der von Lech Kaczyinski dominierten PiS-Regierung d&uuml;rften im Kreis der EU-Mitgliedstaaten strategische Partner gewinnen.<br \/>Die EU erlebt aber nicht nur eine in erheblichen Teilen der Bev&ouml;lkerung von Mitgliedstaaten der EU geduldete oder gar bef&ouml;rderte Enttabuisierung der Aush&ouml;hlung tragender europ&auml;ischer Grundwerte. Dieser Prozess wird vielmehr begleitet und bef&ouml;rdert durch eine Ent-TINA[2]-isierung der bisherigen Integrationslogik, die selbst Angeh&ouml;rige der Funktionseliten der EU auf europ&auml;ischer[3] und mitgliedstaatlicher Ebene[4] erfasst. Wer gegen die EU in ihrer bisherigen Ausgestaltung ist, muss (auch deshalb) kein Gegner Europas sein. <br \/>Allerdings erscheint eine Weiterentwicklung der EU au&szlig;erhalb der Wahrung des bisherigen Besitzstandes kaum vorstellbar. Insofern stellt das Brexit-Votum des Vereinigten K&ouml;nigreichs eine dramatische europ&auml;ische Zeitenwende dar. Die Briten haben mit 51,9 % f&uuml;r einen Ausstieg aus der EU gestimmt. F&uuml;r Gegner der EU stellt dieser Paukenschlag einen pr&auml;zedenzlosen Bezugspunkt f&uuml;r eine R&uuml;ckabwicklung europ&auml;ischer Integration dar, f&uuml;r die EU selbst eine erhebliche Einbu&szlig;e an politischem und &ouml;konomischem Gewicht im Rahmen der Globalisierung. Indessen hat sich die Bef&uuml;rchtung,[5] dass der Brexit einen Dominoeffekt auch auf andere europ&auml;ische L&auml;nder aus&uuml;ben k&ouml;nnte, die in einen populistisch initiierten Zyklus von Referenden in dritten Mitgliedstaaten wie Frankreich oder den Niederlanden zum EU-Austritt m&uuml;nden k&ouml;nnten, zumindest bislang als unbegr&uuml;ndet erwiesen. <br \/>Der folgende Beitrag bem&uuml;ht sich im Blick auf die nationalen Wahlen und Abstimmungen der vergangenen zw&ouml;lf Monate in Mitgliedstaaten der EU um eine differenzierte Betrachtung der Haltungen zum Projekt einer immer engeren Union der V&ouml;lker Europas, wie es in der Pr&auml;ambel des EU-Vertrages als Verfassungsurkunde der bestehenden EU angelegt ist. Bei der Frage, wer Gegner Europas ist, orientiert sich der Beitrag dabei normativ an den Grundwerten der EU, wie sie nicht nur im Vertrag &uuml;ber die Europ&auml;ische Union verankert sind.<\/p>\n<p><b>Wahlergebnisse und Alarmsignale f&uuml;r Europa<\/b><\/p>\n<p>Der Ausgang der Wahlen in den Mitgliedstaaten der EU l&auml;sst zumindest in den Staaten West- und Mitteleuropas einen gemeinsamen Trend der &#8211; allerdings unterschiedlich intensiven -&#8211; St&auml;rkung rechtspopulistischer und EU-kritischer Kr&auml;fte erkennen.<\/p>\n<p>Bei den Pr&auml;sidentschaftswahlen in Frankreich erreichte Marine LePen im ersten Wahlgang am 23. April 2017 7 678 491 Stimmen und einen Stimmenanteil von 21,30 % der abgegebenen Stimmen. Zum zweiten Mal in der Geschichte der franz&ouml;sischen Pr&auml;sidentschaftswahlen qualifizierte sich ein Mitglied des Front National f&uuml;r die Stichwahlen. Erneut gelang es, eine sog. republikanische Solidarit&auml;t gegen dieses Mitglied zu aktivieren, was in den Sieg von Emmanuel Macron am 7. Mai 2017 mit einem Stimmenanteil von 66,10 % m&uuml;ndete. W&auml;hrend allerdings Jean-Marie LePen 2002 im zweiten Wahlgang nur 5.525.906 Stimmen errang, waren es bei seiner Tochter, Nachfolgerin und Konkurrentin Marine LePen&nbsp; 10.638.475 Stimmen.[6] Bei den anschlie&szlig;enden Parlamentswahlen gewannen KandidatInnen des Front National im ersten Wahlgang am 11. Juni 2017 nur 2.990.454 Stimmen und bei der Stichwahl am 18. Juni 2017 sogar nur 1.590.869 Stimmen. Dem Front National, geh&ouml;ren nunmehr acht (zuvor: zwei) Abgeordnete in der 577 Sitze umfassenden franz&ouml;sischen Nationalversammlung an.[7]&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; <br \/>Nicht nur auf der rechten, sondern auch auf der linken Seite des politischen Spektrums Frankreichs erzielten EU-kritische Kr&auml;fte zumindest Achtungserfolge: Jean-Luc M&eacute;lenchon erreichte im ersten Wahlgang der franz&ouml;sischen Pr&auml;sidentschaftswalen mit 7.059.951 Stimmen einen Anteil von 19,58 % der abgegebenen Stimmen &#8211; knapp weniger als der im erste Wahlgang drittplatzierte Kandidat Fran&ccedil;ois Fillon. Im ersten Wahlgang der franz&ouml;sischen Parlamentswahlen erreichte M&eacute;lenchons Partei La France insoumise (zu deutsch: Das unbeugsame Frankreich) mit 2.497.622 Stimme einen Stimmenanteil von 11,03 % der abgegebenen Stimmen.&nbsp; M&eacute;lenchon spricht sich u.a. f&uuml;r ein Ende der Unabh&auml;ngigkeit der EZB, eine Abschaffung des Stabilit&auml;ts- und Wachstumspakts und eine umfassende Neuverhandlung der europ&auml;ischen Vertr&auml;ge aus. Falls diese Verhandlungen scheitern sollten, soll Frankreich die europ&auml;ische W&auml;hrungsunion oder nach einem Referendum die EU selbst verlassen.[8]<br \/>Bei der 2. Runde der Pr&auml;sidentschaftswahlen in &Ouml;sterreich errang der Kandidat der rechtspopulistischen FP&Ouml; Norbert Hofer in der Wiederholung der Stichwahl am 4. Dezember 2016 mit 2.124.661 Stimmen einen Stimmanteil von 46,21 % der abgegebenen Stimmen und unterlag damit denkbar knapp Alexander Van der&nbsp; Bellen, dem fr&uuml;heren Vorsitzenden der &ouml;sterreichischen Gr&uuml;nen.[9]&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; <br \/>Bei den Nationalratswahlen am 15. Oktober 2017 wurde die konservative &Ouml;VP unter dem neuen Vorsitzenden und amtierenden Au&szlig;enminister Sebastian Kurz mit 1.595.526 Stimmen und einem Stimmenanteil von 31,47&nbsp;% (2013: 1.125.876 Stimmen &#8211; 23,99 %) st&auml;rkste politische Kraft im &ouml;sterreichischen Bundesparlament. Die FP&Ouml; erzielte mit 1.316.442 Stimmen und einem Stimmenanteil von 25,97 % (2013: 962.313 Stimmen &#8211; 20,51 %) zwar ein nur marginal schlechteres Ergebnis als die SP&Ouml; &#8211; aber in absoluten Stimmzahlen das beste Ergebnis und beim Stimmgewicht nach 1999 (26,91 %) das zweitbeste Ergebnis bei Nationalratswahlen ihrer bisherigen Parteigeschichte. Die Einbu&szlig;en der FP&Ouml; im Vergleich zu Umfragen zu Beginn des Jahres d&uuml;rften nicht zuletzt auch in der &Uuml;bernahme programmatischer Punkte der FP&Ouml;, insbesondere im Bereich der Fl&uuml;chtlings-und Migrationspolitik, durch die &Ouml;VP unter ihren neuen Vorsitzenden eine Ursache haben. Die sogenannte W&auml;hlerstromanalyse f&uuml;r &Ouml;sterreich[10] zeigt, dass die &Ouml;VP besonders Nichtw&auml;hlerInnen mobilisieren konnte &#8211; hier gewann sie 102 000 Stimmen hinzu. Aber auch bei der rechtspopulistischen FP&Ouml; konnte die &Ouml;VP viele Stimmen abgreifen, ebenso wie bei den Gr&uuml;nen. Die FP&Ouml; wiederum konnte bei den Sozialdemokraten viele W&auml;hlerInnen&nbsp;abwerben.<br \/>Bei den Parlamentswahlen in den Niederlanden am 15. M&auml;rz 2017 errang die offen islamfeindliche Partij voor de Vrijheid des Rechtspopulisten Geert Wilders deutliche Stimmengewichte im Vergleich zur Parlamentswahl 2012: 1.372.941 Stimmen (2012: 950.263) und 13,1 % Stimmanteil (2012: 10,1 %). Die PVV wurde damit zwar zur zweitst&auml;rksten parteipolitischen Kraft in den Niederlanden, blieb aber deutlich hinter den Erfolgserwartungen w&auml;hrend des Wahlkampfes und &#8211; trotz deren Stimmenverlusten &#8211; hinter der liberal-konservativen Volkspartij voor Vrijheid en Democratie (VVD) des niederl&auml;ndischen Ministerpr&auml;sidenten Mark Rutte mit 2.238.351 Stimmen (2012: 2.504.948) und 21,3 % Stimmanteil (2012: 26,6 %) zur&uuml;ck. St&auml;rkste Gewinner bei den Parlamentswahlen waren die gr&uuml;ne Parteien GroenLinks mit einem Gewinn von 6,8 % auf 9,1 % der Stimmen, die linksliberale Partei D66 mit einem Gewinn von 4,2 % auf 12,2 % der Stimmen sowie der christdemokratische CDA mit einem Gewinn von 3,9 % auf 12,4 % der Stimmen.[11] VVD, CDA, D66 und ChristenUnie (3,4 % der Stimmen) bilden seit Oktober 2017 die neue niederl&auml;ndische Regierung.[12]<br \/>Bei den Parlamentswahlen in Bulgarien am 26. M&auml;rz 2017 errang das rechtspopulistische bis &#8211;extremistische Wahlb&uuml;ndnis Vereinigte Patrioten einen Stimmenanteil von 9,07 % (-2,73 %). Die neue rechtspopulistische Kraft Wolja errang 4,15 % der Stimmen. Die offen EU- und demokratiekritische Bulgarische Sozialistische Partei, die Nachfolgepartei der fr&uuml;heren sozialistischen Staatspartei, konnte ihren Stimmenanteil um 11,80 % auf 27,20 % steigern.[13] Im Nachgang zur Parlamentswahl bildete die dem christdemokratisch-konservativen europ&auml;ischen Parteiverbund EVP angeh&ouml;rige liberal-konservative, pro-europ&auml;ische GERB als st&auml;rkste parlamentarische Kraft (32,65 % der Stimmen) zusammen mit den Vereinigten Patrioten eine von der Wolja-Partei parlamentarisch unterst&uuml;tzte Koalition.<br \/>In Tschechien gewann bei den Parlamentswahlen am 20. und 21. Oktober 2017 Andrej Babi&#353; mit seiner ANO-Partei fast&nbsp;30&nbsp;% der Stimmen. Der Populist hat in den wenigen Jahren der politischen Existenz seiner Partei mehrere EU-kritische Positionswechsel vollzogen: von pro-EU zu EU-Skepsis, von Zustimmung zur Einwanderung ins alternde und um Arbeitskr&auml;fte ringende Tschechien zur Ablehnung, vom Euro-Bef&uuml;rworter zum&nbsp;Euro-Gegner. Die neue Protestpartei Die Piraten gewann, nicht zuletzt dank Unterst&uuml;tzung junger W&auml;hlerInnen fast 11 % der Stimmen. Die gegen die EU positionierten Kommunisten b&uuml;&szlig;ten zwar erheblich Stimmen ein, sind aber mit 8 % weiterhin stark im Parlament vertreten.&nbsp;Alarmierend bei den Parlamentswahlen in Tschechien ist insbesondere der Erfolg der neuen rechtsradikalen Bewegung Freiheit und direkte Demokratie von Tomio Okamura. Diese Bewegung fordert ein Verbot des Islams und ein Referendum &uuml;ber einen EU-Austritt Tschechiens. &#8222;Nein zum Islam, nein zum Diktat der EU!&#8220; sowie &#8222;Geld den Anst&auml;ndigen, nicht den Parasiten!&#8220; sind nur einige Beispiele ihrer zwischen Populismus und Extremismus chargierenden Slogans. Diese Partei wurde mit 10,6 % und 22 Mandaten viertst&auml;rkste Kraft im tschechischen Parlament.[14] Die einzige Partei, die einen explizit proeurop&auml;ischen Wahlkampf gef&uuml;hrt hatte, die konservative TOP 09 des fr&uuml;heren Au&szlig;enministers Karel Schwarzenberg, schaffte es nur knapp &uuml;ber die F&uuml;nf-Prozent-H&uuml;rde.<\/p>\n<p>Eine weitgehende Gemeinsamkeit der j&uuml;ngsten Wahlen ist der Niedergang der sozialdemokratischen Parteienfamilie in Europa.<\/p>\n<p>Bei den Pr&auml;sidentschaftswahlen in Frankreich erreichte der Kandidat der Parti Socialiste&nbsp; Beno&icirc;t Hamon im ersten Wahlgang am 23. April 2017 mit 2.291.288 Stimmen und einem Stimmenanteil von 6,36 % der abgegebenen Stimmen weit abgeschlagen erstmalig in der Geschichte der franz&ouml;sischen Pr&auml;sidentschaftswahlen nur den f&uuml;nften Platz unter den BewerberInnen. Das Debakel f&uuml;r den PS setzte sich bei den anschlie&szlig;enden Parlamentswahlen vor: Dort gewannen KandidatInnen der Parti Socialiste im ersten Wahlgang am 11. Juni 2017 mit 1.685.677 Stimmen nur 7,44 % der abgegebenen Stimmen, im zweiten Wahlgang mit 1.032.842 Stimmen nur noch 5,68 % der abgegebenen Stimmen und damit 30 von 577 Mandaten in der Nationalversammlung. <br \/>Beim ersten Wahlgang der &ouml;sterreichischen Pr&auml;sidentschaftswahlen errang der Kandidat der SP&Ouml; Rudolf Hundstorfer am 24. April 2016 lediglich 482.790 Stimmen und einen Stimmenanteil von 11,28 %.[15] Erstmalig in der Geschichte der zweiten &ouml;sterreichischen Republik nach 1945 gelang damit einer von der SP&Ouml; unterst&uuml;tzten Person nicht der Einzug zumindest in die zweite Runde der Pr&auml;sidentschaftswahlen.[16] <br \/>Dieses Debakel (das in vergleichbarer Weise auch die &Ouml;VP erlitt), konnte die SP&Ouml; bei den Nationalratswahlen 2017 nicht ausgleichen: Die SP&Ouml; unter Vorsitz von Bundeskanzler Christian Kern gewann mit 1.361.746 Stimmen einen Stimmanteil von 26,86 % (2013: 1.258.605 Stimmen \/ 26,82 %) und konnte damit ihren absoluten Stimmenanteil zwar erh&ouml;hen, aber ihr prozentual schlechtestes Ergebnis von 2013 nur marginal verbessern.<br \/>Den gr&ouml;&szlig;ten Verlust bei den niederl&auml;ndischen Parlamentswahlen erlitt die sozialdemokratische Partij van de Arbeid, die nur noch 5,7 % und damit ihr historisch schlechtestes Wahlergebnis erreichte &#8211; nachdem sie 2012 mit 24,8 % noch (knapp hinter der VVD) zweitst&auml;rkste parteipolitische Kraft und Regierungspartei geworden war.<br \/>Den gr&ouml;&szlig;ten Verlust bei den tschechischen Parlamentswahlen erlitt die sozialdemokratische ?SSD, die nur noch 7 % und damit ihr historisch schlechtestes Wahlergebnis erreichte &#8211; nachdem sie 2013 mit 20,5 % noch Wahlsiegerin gewesen war.<\/p>\n<p>Mit Blick auf die traditionell antinationalistische und proeurop&auml;ische Ausrichtung dieser Parteienfamilie und die Probleme, die mit diesem Niedergang f&uuml;r den demokratischen Diskurs &uuml;ber die Zukunft unserer Gesellschaft verbunden sein k&ouml;nnen, ist auch dieser Entwicklung ein Gef&auml;hrdungspotential f&uuml;r Europa eigen.<br \/>Einen Ausrei&szlig;er aus diesem Niedergang bildet lediglich die Labour Party unter Vorsitz von Jeremy Corbyn: Sie erhielt bei den vorgezogenen Unterhauswahlen am 8. Juni 2017 40 % der Stimmen (ein Zuwachs von 9,5 %) und konnte die Anzahl ihrer Sitze im Unterhaus, in dem die konservative Premierministerin May nunmehr eine von der nordirischen DUP tolerierte Minderheitsregierung f&uuml;hrt, im Vergleich zur vorherigen Wahl 2015 auf 262 von 650 Abgeordneten (+30) steigern.[17]<br \/>Soziodemographische Erkenntnisse aus den j&uuml;ngsten Wahlen und Abstimmungen<br \/>Je &auml;lter W&auml;hlerInnen sind, um so st&auml;rker sind tendenziell EU-kritische Einstellungen aktivierbar.<\/p>\n<p>Beim britischen Referendum zur EU-Mitgliedschaft pr&auml;ferierten &auml;ltere Bev&ouml;lkerungsteile den Brexit, j&uuml;ngere den Verbleib in der EU.[18] Bei den &uuml;ber 65-J&auml;hrigen lag die Zustimmung zum EU-Austritt bei 63 %, bei den 50- bis 64-J&auml;hrigen immerhin noch bei 56 %. Unter den 25-49-J&auml;hrigen waren hingegen 55 % sog. Remainers, bei den 18-24-J&auml;hrigen sogar 80 %.<br \/>Hinter dem Wahlerfolg von Sebastian Kurz in &Ouml;sterreich steht zwar keine einzelne Bev&ouml;lkerungsgruppe. Allerdings waren seine Zustimmungswerte bei den &uuml;ber 60-J&auml;hrigen mit 36&nbsp;% (Stimmenanteil insgesamt: 31,6 %) am h&ouml;chsten. Bei den bis 29-J&auml;hrigen holte die Partei demgegen&uuml;ber nur 28 %, bei den 30 bis 59-J&auml;hrigen 31 %. Fast spiegelbildlich hierzu stellen sich die Werte bei der FP&Ouml; dar: Diese schnitt bei den bis 29-J&auml;hrigen (bei einem Stimmenanteil von 26 % insgesamt) mit 30 % am besten und bei den &uuml;ber 60-J&auml;hrigen mit 19 % am schlechtesten ab.<br \/>In einem mehrheitlich EU-kritisch eingestellten gesellschaftlichen Umfeld[19] wurde Andrej Babi&#353; mit seiner Bewegung ANO mit einem Programm, das auf die Priorit&auml;ten&nbsp; &#8222;Sicherheit&#8220;, &#8222;effektiver und wirtschaftlicher Staat&#8220;, &#8222;Investitionen in unser Land&#8220;, &#8222;Investitionen in unsere Leute&#8220; setzte, vor allem von mittleren und &auml;lteren Altersgruppen gew&auml;hlt. Bei den &uuml;ber 60-J&auml;hrigen erzielte er bei einem Gesamt-Stimmenanteil bei den tschechischen Parlamentswahlen von 29,6 % sogar 41 %.[20]<br \/>Ein disparateres Bild zeigt sich insoweit bei den Pr&auml;sidentschaftswahlen in Frankreich: Die schw&auml;chste Zustimmung erfuhr LePen dort nach Befragungen zwischen erstem und zweitem Wahlgang in der Altersgruppe der 60-69-J&auml;hrigen (30 %) sowie der Altersgruppe der mindestens 70 Jahre alten W&auml;hlerInnen (22 %). Aber auch bei den 18-24-J&auml;hrigen waren die Zustimmungswerte f&uuml;r LePen unterdurchschnittlich (34 %). Diese W&auml;hlergruppe, die in der ersten Runde der Pr&auml;sidentschaftswahlen noch mit relativer Mehrheit Jean-Luc M&eacute;lenchon gew&auml;hlt hatten, &auml;u&szlig;erten in der Befragung kurz vor der Stichwahl mit deutlicher Mehrheit (66 %) die Absicht, Macron zu w&auml;hlen. Die st&auml;rkste Zustimmung erfuhr LePen in der Altersgruppe zwischen 35 und 49 Jahren (43 %).[21] Die &uuml;ber s&auml;mtlichen Bev&ouml;lkerungsgruppen beobachtbaren Einbr&uuml;che in den Zustimmungswerten f&uuml;r LePen d&uuml;rften nicht zuletzt auch in ihrer &uuml;bereinstimmend als wenig sachkundig und pr&auml;sidentiell empfundenen Performance bei dem TV-Duell mit Macron begr&uuml;ndet liegen.[22]<\/p>\n<p>Manches spricht daf&uuml;r, dass &auml;ltere Mitb&uuml;rgerInnen st&auml;rker als j&uuml;ngere in Zeiten tats&auml;chlicher oder&nbsp; vermeintlicher politischer, &ouml;konomischer oder gesellschaftlicher Krisen zu einer nostalgischen &#8222;Kehrtwende ins Gestern&#8220;&nbsp; neigen und unter der Sehnsucht nach der &#8222;guten alten Zeit&#8220; leiden, in der die Dinge noch unilateraler und vor allem &uuml;berschaubarer schienen.[23] J&uuml;ngere Mitb&uuml;rgerinnen, die nur die Zeit der europ&auml;ischen Erweiterung und Vertiefung kennen, k&ouml;nnen sich ein Leben mit Grenzen l&auml;ngst nicht mehr vorstellen.<br \/>Eine zweite Erkenntnis aus den untersuchten Wahlen: In st&auml;dtischen Milieus sind tendenziell EU-kritische Einstellungen weniger stark verbreitet als in l&auml;ndlichen.<\/p>\n<p>Die W&auml;hlerInnen in den gro&szlig;en britischen St&auml;dten stimmten in vielen F&auml;llen gegen den EU-Austritt. In London waren fast 60 % der W&auml;hler Remainers, in Manchester sogar mehr als 60 %, in Liverpool 58,2 %. In l&auml;ndlichen Regionen wie Yorkshire war demgegen&uuml;ber der Anteil der Brexiteers besonders stark. Im dortigen Wahlbezirk East Lindsey etwa stimmten 71 % und damit nahezu drei Viertel der W&auml;hler f&uuml;r den Brexit. Hier erzielte die UKIP auch in der Vergangenheit gro&szlig;e Erfolge.<br \/>Befragungen zwischen erstem und zweitem Wahlgang bei der Pr&auml;sidentschaftswahl in Frankreich zufolge war der Anteil von Personen, die LePen w&auml;hlen wollten, in St&auml;dten mit mehr als 100.000 Einwohnern am geringsten, in l&auml;ndlichen Gebieten am h&ouml;chsten.[24]<br \/>Die proeurop&auml;isch eingestellte tschechische Partei TOP 09 erzielte in Prag mit 13&nbsp;% ihren h&ouml;chsten Stimmenanteil; au&szlig;erhalb der Hauptstadt schnitt sie erheblich schw&auml;cher ab.<\/p>\n<p>Im Hinblick auf die Zukunft des Projekts Europa besonders bedeutsam ist eine dritte Erkenntnis: Bei ArbeiterInnen und Personen mit geringem Bildungs- und Berufsabschluss sind tendenziell EU-kritische Einstellungen st&auml;rker aktivierbar als bei sozial besser gestellten Bev&ouml;lkerungsgruppen mit h&ouml;herem Bildungs- und Berufsabschluss.<\/p>\n<p>In der YouGov-Umfrage vom Juni 2016 sprachen sich unter den Befragten der so genannten &#8222;ABC1&#8220;-Gruppe, die in der britischen Marktforschung die Mitglieder einer der drei h&ouml;chsten sozio&ouml;konomischen Gruppen bezeichnet, 59&nbsp;% klar f&uuml;r einen Verbleib in der EU aus. In der &#8222;C2DE&#8220;-Gruppe der drei niedriger gestellten Schichten votierten hingegen 61&nbsp;% f&uuml;r den Brexit.<br \/>Befragungen zwischen erstem und zweitem Wahlgang bei der Pr&auml;sidentschaftswahl in Frankreich zufolge verdienen Macron-W&auml;hler mehr Geld als die seiner Kontrahentin. 75 % der Befragten, die im 2. Wahlgang f&uuml;r Macron stimmen wollten, haben in ihrem Haushalt mehr als 3.000 Euro zur Verf&uuml;gung. Befragte mit der Absicht, Le Pen zu w&auml;hlen, sind mit 45 % dagegen am ehesten in der Einkommensgruppe unter 1.250 Euro vertreten.&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; <br \/>Je besser ausgebildet die W&auml;hler waren, desto eher planten sie, Macron zu w&auml;hlen: W&auml;hrend 45 % der W&auml;hlerInnen mit einem geringeren Bildungsabschluss als dem bac, d.h. dem franz&ouml;sischen Abitur, planten, f&uuml;r LePen zu stimmen, waren es bei W&auml;hlerInnen mit mindestens dem bac+3, d.h. W&auml;hlerInnen mit dreij&auml;hrigem Studium und Erwerb der licence, nur 19 %.[25]<br \/>Wie schon bei fr&uuml;heren Wahlen in &Ouml;sterreich hat die FP&Ouml; auch 2017 unter Arbeitern besonders gut abgeschnitten. Insgesamt gaben hier 59 % ihre Stimme den Freiheitlichen (bei einem Wahlergebnis von 26 %). Die Sozialdemokraten, die klassischen Vertreter der Arbeiter, kamen in dieser Bev&ouml;lkerungsgruppe nur noch auf 19 %.[26]<\/p>\n<p>Dies ist nicht zuletzt auch Ausfluss eines fiskal- und sozialpolitischen Defizits der vertieften europ&auml;ischen Integration &uuml;ber die Vertr&auml;ge von Maastricht und Amsterdam, in der die Balance zwischen Freiheits-, Gleichheits- und Solidarit&auml;tsversprechen zu zerbrechen und das Versprechen auf Wohlstand f&uuml;r alle zur Chim&auml;re zu werden droht.[27] Ein Vergleich zwischen deutscher Wiedervereinigung und europ&auml;ischer Integration belegt insoweit paradigmatisch bemerkenswerte Unterschiede: die deutsche Wiedervereinigung wurde innenpolitisch durch den Abschluss einer Wirtschafts-, W&auml;hrungs- und Sozialunion besiegelt, w&auml;hrend der Euro nur im Rahmen einer Wirtschafts- und W&auml;hrungsunion eingef&uuml;hrt wurde, bei der schon nominell die soziale Komponente fehlte und die wirtschaftliche Angleichung der Lebensverh&auml;ltnisse in der EU weder vertraglich hinreichend vorgegeben noch im Zeichen der nationalen Pr&auml;gung des politischen Diskurses bei Wahlen erfolgversprechend erscheint.<\/p>\n<p><b>Gefahren f&uuml;r Europa im Lichte der Grundwerte der EU &#8211; eine europarechtliche Einordnung<\/b><\/p>\n<p>Nicht jede Gegnerschaft zu bisherigen sekund&auml;rrechtlichen Akten der EU, verbunden mit dem Wunsch, diese in unionsrechtskonformer Weise zu &auml;ndern, begr&uuml;ndet eine Gegnerschaft zur EU. Selbst der Wille zur &Auml;nderung von EUV und AEUV als &#8222;Verfassungsurkunden&#8220; der EU begr&uuml;ndet eine solche Gegnerschaft. Die Gegnerschaft geht vielmehr nur mit einer Ablehnung der Grundwerte der EU einher, die nunmehr in Art. 2 EUV verankert sind:<br \/>&#8222;Die Werte, auf die sich die Union gr&uuml;ndet, sind die Achtung der Menschenw&uuml;rde, Freiheit, Demokratie, Gleichheit, Rechtsstaatlichkeit und die Wahrung der Menschenrechte einschlie&szlig;lich der Rechte der Personen, die Minderheiten angeh&ouml;ren. Diese Werte sind allen Mitgliedstaaten in einer Gesellschaft gemeinsam, die sich durch Pluralismus, Nichtdiskriminierung, Toleranz, Gerechtigkeit, Solidarit&auml;t und die Gleichheit von Frauen und M&auml;nnern auszeichnet.&#8220;<br \/>Es handelt sich hierbei nicht um isoliert der EU eigene Grundwerte. Auch europ&auml;ische Staaten, die (noch) nicht der EU angeh&ouml;rten oder angeh&ouml;ren, wie z.B. die T&uuml;rkei und die damalige UdSSR, aber auch au&szlig;ereurop&auml;ische Staaten wie Kanada und die USA, haben sich mit der &#8222;Charta von Paris f&uuml;r ein neues Europa&#8220;[28] als Schlussdokument der&nbsp;KSZE-Sondergipfelkonferenz am 21. November 1990 kurz nach der Wiedervereinigung Deutschlands auf Grundwerte verst&auml;ndigt, die mit denen des Art. 2 EUV im Wesentlichen deckungsgleich sind. Dies gilt nicht zuletzt f&uuml;r das Bekenntnis zu Menschenrechten, Demokratie und Rechtsstaatlichkeit. Auch f&uuml;r die Nicht-EU-Mitgliedstaaten T&uuml;rkei und Russische F&ouml;deration beansprucht diese Charta fortdauernde Geltung.<br \/>Nicht jede Verletzung eines der vorgenannten Grundwerte begr&uuml;ndet eine Gegnerschaft zu Europa. Dies ist &#8211; in Anlehnung an Art. 7 EUV &#8211; nur bei einer nachhaltigen Ablehnung dieser Grundwerte der Fall, insbesondere dann, wenn sich diese qualifizierte Gegnerschaft in einer staatlichen wiederholten Verletzung dieser Werte &auml;u&szlig;ert.[29]<br \/>Eine solche nachhaltige Ablehnung stellt es z.B. dar, wenn die FP&Ouml; in ihrem Wahlprogramm zur Nationalratswahl 2017 ausschlie&szlig;lich &ouml;sterreichische Staatsb&uuml;rger in den Genuss ihrer &#8222;Forderungen zur Beseitigung der Fairness-Krise&#8220; gelangen lassen will, die EMRK durch eine &#8222;&Ouml;sterreichische Menschenrechtskonvention&#8220;, &#8222;die auch das Heimatrecht der &Ouml;sterreicher sch&uuml;tzt&#8220;, ersetzen will, und eine &#8222;sektorale Schlie&szlig;ung des &ouml;sterreichischen Arbeitsmarktes f&uuml;r EU-Ausl&auml;nder und Drittstaatsangeh&ouml;rige zum Schutz heimischer Arbeitnehmer&#8220; fordert.[30] <br \/>Eine besondere Gef&auml;hrdungslage f&uuml;r Europa &#8211; Einschr&auml;nkungen der Freiheit und Missachtung der Verantwortung der Medien<br \/>Als Karl F&uuml;rst zu Schwarzenberg, der fr&uuml;here tschechische Au&szlig;enminister, gefragt wurde, was denn der gr&ouml;&szlig;te Konstruktionsfehler bei der Osterweiterung der Europ&auml;ischen Union w&auml;re, wies er auf die fehlende Unabh&auml;ngigkeit der Justiz hin. Das ist richtig, greift aber zu kurz. Denn die Freiheit der Medien ist genauso wichtig f&uuml;r eine demokratische Gesellschaft.[31] Aber die EU wird nicht nur durch einen zunehmenden Zugriff staatlicher Stellen auf die Medien sowie durch die Ballung von politischer und medialer Macht bedroht.[32] In nennenswertem Umfang erfolgt eine solche Gef&auml;hrdung bereits heute auch durch Hass und Fake News in sozialen Netzwerken. Um Gefahren f&uuml;r das Projekt Europa im Zeitalter von Digitalisierung und Globalisierung nachhaltig abwehren und eind&auml;mmen zu k&ouml;nnen, bedarf es deshalb auch einer werteorientierten Kommunikationsordnung, die das Internet nicht als de facto unregulierbaren Raum toleriert, sondern den Jugendschutz und den Schutz der Menschenw&uuml;rde auch digital ernst nimmt. <br \/>Die geplante Digitalunion[33] ist insoweit ein wichtiger, aber noch nicht hinreichender Schritt. Zur Selbstbehauptung Europas braucht es auch den Mut, gegen au&szlig;ereurop&auml;ische Intermedi&auml;re wie Google oder Facebook europ&auml;ische Konkurrenten in Stellung zu bringen. Nur mit einer digitalen Industriepolitik Europas beh&auml;lt es seine Wettbewerbsf&auml;higkeit, ohne die seine soziale Dimension nicht ausbaubar ist.&nbsp; Auch Kleinm&uuml;tigkeit stellt deshalb eine Gefahr f&uuml;r ein demokratisches, freies, solidarisches und soziales Europa dar.<\/p>\n<p><b>DR.&nbsp;J&Ouml;RG UKROW<\/b>&nbsp;&nbsp; <i>war viele Jahre lang Rundfunkreferent in der Saarl&auml;ndischen Staatskanzlei sowie als Lehrbeauftragter am Europa-Institut, Sektion Rechtswissenschaft t&auml;tig. Seit 2011 ist er Landesvorsitzender der Europa-Union Saar sowie seit diesem Jahr gesch&auml;ftsf&uuml;hrendes Vorstandsmitglied des Instituts f&uuml;r Europ&auml;isches Medienrecht (EMR).<\/i><\/p>\n<h5>Anmerkungen:<br \/><\/h5>\n<p>1 Vgl. Krastev, Europad&auml;mmerung, 2017, S. 129 f.<\/p>\n<p>2 TINA = There is no alternative.<\/p>\n<p>3 Vgl. <i>Juncker<\/i>, Rede zur Lage der Union 2017, <a href=\"http:\/\/europa.eu\/rapid\/press-release_SPEECH-17-3165_de.htm\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">http:\/\/europa.eu\/rapid\/press-release_SPEECH-17-3165_de.htm<\/a>; Report by President Donald Tusk to the European Parliament on October European Council meetings and presentation of the Leaders&#8216; Agenda, <a href=\"http:\/\/www.european-council.europa.eu\/en\/press\/press-releases\/2017\/10\/24\/tusk-report-european-parliament-strasbourg\/pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">http:\/\/www.european-council.europa.eu\/en\/press\/press-releases\/2017\/10\/24\/tusk-report-european-parliament-strasbourg\/pdf<\/a><\/p>\n<p>4 Vgl. insbesondere die Europa-Rede des franz&ouml;sischen Pr&auml;sidenten <i>Macron <\/i>am 26. September 2017 <a href=\"http:\/\/www.elysee.fr\/declarations\/article\/initiative-pour-l-europe-discours-d-emmanuelmacron-pour-une-europe-souveraine-unie-democratique\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">http:\/\/www.elysee.fr\/declarations\/article\/initiative-pour-l-europe-discours-d-emmanuelmacron-pour-une-europe-souveraine-unie-democratique\/<\/a><\/p>\n<p>5 Zu einer solchen Dystopie vgl. <i>Ukrow<\/i>, W&auml;chst Europa an seinen rechtspopulistischen Feinden? Vorg&auml;nge Nr. 216 (4\/2016), S. 47 ff.<\/p>\n<p>6 Vgl. <a href=\"https:\/\/www.interieur.gouv.fr\/Elections\/Les-resultats\/Presidentielles\/elecresult__presidentielle-2017\/%28path%29\/presidentielle-2017\/FE.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">https:\/\/www.interieur.gouv.fr\/Elections\/Les-resultats\/Presidentielles\/elecresult__presidentielle-2017\/(path)\/presidentielle-2017\/FE.html<\/a><\/p>\n<p>7 Vgl. <a href=\"https:\/\/www.interieur.gouv.fr\/Elections\/Les-resultats\/Legislatives\/elecresult__legislatives-2017\/%28path%29\/legislatives-2017\/FE.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">https:\/\/www.interieur.gouv.fr\/Elections\/Les-resultats\/Legislatives\/elecresult__legislatives-2017\/(path)\/legislatives-2017\/FE.html<\/a>. Der Front National scheint seit den Pr&auml;sidentschafts- und Parlamentswahlen in eine versch&auml;rfte innerparteiliche Krise zu geraten; vgl. <a href=\"https:\/\/www.eurotopics.net\/de\/186557\/schwaecht-machtkampf-den-front-national\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">https:\/\/www.eurotopics.net\/de\/186557\/schwaecht-machtkampf-den-front-national<\/a>.<\/p>\n<p>8 Vgl. <a href=\"http:\/\/melenchon.fr\/2016\/09\/23\/plan-b-continue-chemin\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">melenchon.fr\/2016\/09\/23\/plan-b-continue-chemin\/<\/a> sowie z.B. <i>Rousset\/Mazuir<\/i>, Jean-Luc M&eacute;lenchon : son r&eacute;sultat &agrave; la pr&eacute;sidentielle, son parcours, son programme, <a href=\"https:\/\/www.lesechos.fr\/elections\/dossiers\/0211690187738\/0211690187738-presidentielle-2017-jean-luc-melenchon-sa-campagne-son-projet-2057500.php#DGRlqRvtEWYYqjoB.99\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">https:\/\/www.lesechos.fr\/elections\/dossiers\/0211690187738\/0211690187738-presidentielle-2017-jean-luc-melenchon-sa-campagne-son-projet-2057500.php#DGRlqRvtEWYYqjoB.99<\/a><\/p>\n<p>9 Vgl. <a href=\"http:\/\/www.bmi.gv.at\/412\/Bundespraesidentenwahlen\/Bundespraesidentenwahl_2016\/files\/Kundmachung_BWB_BPW16_Ergebnis_2WG_WH.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">http:\/\/www.bmi.gv.at\/412\/Bundespraesidentenwahlen\/Bundespraesidentenwahl_2016\/files\/Kundmachung_BWB_BPW16_Ergebnis_2WG_WH.pdf<\/a><\/p>\n<p>10 Vgl. <a href=\"http:\/\/www.sora.at\/themen\/wahlverhalten\/wahlanalysen\/waehlerstromanalysen\/nrw17.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">http:\/\/www.sora.at\/themen\/wahlverhalten\/wahlanalysen\/waehlerstromanalysen\/nrw17.html<\/a><\/p>\n<p>11 Vgl. <a href=\"https:\/\/www.kiesraad.nl\/adviezen-en-publicaties\/rapporten\/2017\/3\/kerngegevens-tweedekamerverkiezing-2017\/kerngegevens-tweede-kamerverkiezing-2017\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">https:\/\/www.kiesraad.nl\/adviezen-en-publicaties\/rapporten\/2017\/3\/kerngegevens-tweedekamerverkiezing-2017\/kerngegevens-tweede-kamerverkiezing-2017<\/a><\/p>\n<p>12 <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/tp\/features\/Niederlande-Viererkoalition-aus-Wirtschaftsliberalen-Linksliberalen-Katholiken-und-Kalvinisten-3856203.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">https:\/\/www.heise.de\/tp\/features\/Niederlande-Viererkoalition-aus-Wirtschaftsliberalen-Linksliberalen-Katholiken-und-Kalvinisten-3856203.html<\/a><\/p>\n<p>13 Vgl. <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/politik\/ausland\/bulgarien-populisten-dominieren-bei-wahl-im-aermsten-eu-land-a-1140110.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">http:\/\/www.spiegel.de\/politik\/ausland\/bulgarien-populisten-dominieren-bei-wahl-im-aermsten-eu-land-a-1140110.html<\/a><\/p>\n<p>14 Vgl. <i>Hassel<\/i>, Tschechien r&uuml;ckt nach rechts, SZ v. 23.10.2017, S. 1; <i>van de Rakt<\/i>, Nach der Wahl in Tschechien: Das Ende der liberalen Demokratie in &#8222;Osteuropa&#8220;?, <a href=\"https:\/\/www.boell.de\/de\/2017\/10\/26\/tschechien-nach-der-wahl\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">https:\/\/www.boell.de\/de\/2017\/10\/26\/tschechien-nach-der-wahl<\/a><\/p>\n<p>15 Vgl. <a href=\"http:\/\/wahl16.bmi.gv.at\/1604-0.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">wahl16.bmi.gv.at\/1604-0.html<\/a><\/p>\n<p>16 Vgl. <a href=\"http:\/\/www.bmi.gv.at\/412\/Bundespraesidentenwahlen\/Historischer_Rueckblick.aspx\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">www.bmi.gv.at\/412\/Bundespraesidentenwahlen\/Historischer_Rueckblick.aspx<\/a><\/p>\n<p>17 Vgl. <a href=\"http:\/\/researchbriefings.parliament.uk\/ResearchBriefing\/Summary\/CBP-7979#fullreport\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">researchbriefings.parliament.uk\/ResearchBriefing\/Summary\/CBP-7979<\/a><\/p>\n<p>18 Beim Brexit-Referendum wurden keine umfassenden Nachwahlbefragungen durchgef&uuml;hrt. Pr&auml;zise Daten zur W&auml;hlerstruktur und dem Abstimmverhalten gibt es deshalb nicht, wohl aber Hinweise durch Umfragen bei insgesamt 3766 W&auml;hlern des britischen Meinungsforschungsinstitut YouGov und der Zeitung &#8222;The Times&#8220; vom 20. bis 22. Juni 2016 kurz vor dem Referendum.<\/p>\n<p>19 In einer Umfrage der Forschungsabteilung des Soziologischen Instituts CVVM gaben im Sommer 2017 nur 56 % der Befragten an, dass sie der EU-Mitgliedschaft des Landes zustimmen. 76 % meinten, dass Tschechien nicht ausreichend Einfluss auf Entscheidungen und Verhandlungen in der EU habe. Vgl. <i>van de Rakt<\/i>, Nach der Wahl in Tschechien: Das Ende der liberalen Demokratie in &#8222;Osteuropa&#8220;?, <a href=\"https:\/\/www.boell.de\/de\/2017\/10\/26\/tschechien-nach-der-wahl\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">https:\/\/www.boell.de\/de\/2017\/10\/26\/tschechien-nach-der-wahl<\/a><\/p>\n<p>20 Vgl. van de Rakt, Nach der Wahl in Tschechien: Das Ende der liberalen Demokratie in &#8222;Osteuropa&#8220;? <a href=\"https:\/\/www.boell.de\/de\/2017\/10\/26\/tschechien-nach-der-wahl.\" rel=\"nofollow noopener\">https:\/\/www.boell.de\/de\/2017\/10\/26\/tschechien-nach-der-wahl.<\/a><\/p>\n<p>21 Vgl. <a href=\"https:\/\/www.franceculture.fr\/politique\/age-diplome-revenus-qui-vote-macron-qui-vote-lepen\" rel=\"nofollow noopener\">https:\/\/www.franceculture.fr\/politique\/age-diplome-revenus-qui-vote-macron-qui-vote-lepen<\/a><\/p>\n<p>22 Vgl. hierzu z.B. <a href=\"https:\/\/www.theguardian.com\/world\/2017\/may\/04\/french-election-marine-lepen-and-emmanuel-macron-trade-insults-in-tv-debate\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">https:\/\/www.theguardian.com\/world\/2017\/may\/04\/french-election-marine-lepen-and-emmanuel-macron-trade-insults-in-tv-debate<\/a><\/p>\n<p>23 Vgl. hierzu Bauman, Retrotopia, 2017, S. 15<\/p>\n<p>24 L&auml;ndliche Gebiete: 43 % LePen &#8211; 57 % Macron; St&auml;dte mit 100.000 Einwohnern und Gro&szlig;raum Paris 28 % LePen &#8211; 72 % Macron; vgl. <a href=\"https:\/\/www.franceculture.fr\/politique\/age-diplome-revenus-quivote-macron-qui-vote-le-pen\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">https:\/\/www.franceculture.fr\/politique\/age-diplome-revenus-quivote-macron-qui-vote-le-pen<\/a>.<\/p>\n<p>25 Vgl. <a href=\"https:\/\/www.franceculture.fr\/politique\/age-diplome-revenus-qui-vote-macron-qui-vote-lepen.\" rel=\"nofollow noopener\">https:\/\/www.franceculture.fr\/politique\/age-diplome-revenus-qui-vote-macron-qui-vote-lepen.<\/a><\/p>\n<p>26 Vgl. <i>Brunner\/Moscovici<\/i>, Wer in &Ouml;sterreich wen gew&auml;hlt hat, <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/politik\/waehlergruppen-breite-basis-fuer-kurz-1.3710242\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">http:\/\/www.sueddeutsche.de\/politik\/waehlergruppen-breite-basis-fuer-kurz-1.3710242<\/a>.<\/p>\n<p>27 Vgl. <i>Gu&eacute;rot<\/i>, Der neue B&uuml;rgerkrieg, 2017, S. 23 ff.<\/p>\n<p>28 Vgl. <a href=\"http:\/\/www.bundestag.de\/blob\/189558\/21543d1184c1f627412a3426e86a97cd\/charta-data.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">www.bundestag.de\/blob\/189558\/21543d1184c1f627412a3426e86a97cd\/charta-data.pdf<\/a><\/p>\n<p>29 Die Bedeutung dieser nicht zuletzt auch grundrechtlichen Komponente des europ&auml;ischen Grundwerte-Kanons hat der &ouml;sterreichische Bundespr&auml;sident Van der Bellen anl&auml;sslich der Beauftragung des Vorsitzenden der &Ouml;VP, Sebastian Kurz, mit der Regierungsbildung in &Ouml;sterreich am 20. Oktober 2017 unterstrichen; vgl. <a href=\"http:\/\/www.bundespraesident.at\/newsdetail\/artikel\/erklaerung-desbundespraesidenten-zum-regierungsbildungsauftrag-an-sebastian-kurz\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">http:\/\/www.bundespraesident.at\/newsdetail\/artikel\/erklaerung-desbundespraesidenten-zum-regierungsbildungsauftrag-an-sebastian-kurz\/<\/a><\/p>\n<p>30 Vgl. <a href=\"https:\/\/www.fpoe.at\/fileadmin\/user_upload\/www.fpoe.at\/dokumente\/2017\/Wahlprogramm2017\/Wahlprogramm_8_9_low.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">https:\/\/www.fpoe.at\/fileadmin\/user_upload\/www.fpoe.at\/dokumente\/2017\/Wahlprogramm2017\/Wahlprogramm_8_9_low.pdf<\/a>.<\/p>\n<p>31 Vgl. <i>Siebenhaar<\/i>, Verteidiger der Demokratie gesucht, <a href=\"http:\/\/www.handelsblatt.com\/unternehmen\/it-medien\/medienkommissar\/der-medien-kommissar-verteidiger-der-demokratie-gesucht-\/20490666.html.\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">http:\/\/www.handelsblatt.com\/unternehmen\/it-medien\/medienkommissar\/der-medien-kommissar-verteidiger-der-demokratie-gesucht-\/20490666.html.<\/a><\/p>\n<p>32 So ist z.B. der Aufstieg von <i>Andrej Babi&#353; <\/i>ohne sein Medienimperium kaum vorstellbar. Vgl. <i>Siebenhaar<\/i>,Verteidiger der Demokratie gesucht, <a href=\"http:\/\/www.handelsblatt.com\/unternehmen\/it-medien\/medienkommissar\/der-medien-kommissar-verteidiger-der-demokratie-gesucht-\/20490666.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">http:\/\/www.handelsblatt.com\/unternehmen\/it-medien\/medienkommissar\/der-medien-kommissar-verteidiger-der-demokratie-gesucht-\/20490666.html<\/a>.<\/p>\n<p>33 Vgl. <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/wirtschaft\/diginomics\/mariya-gabriel-im-interview-kein-europaeisches-google-15266391.html?printPagedArticle=true#pageIndex_0\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/wirtschaft\/diginomics\/mariya-gabriel-im-interview-kein-europaeisches-google-15266391.html?printPagedArticle=true#pageIndex_0<\/a>.<\/p>\n<p><b>DR.&nbsp;J&Ouml;RG UKROW<\/b>&nbsp;&nbsp; <i>war viele Jahre lang Rundfunkreferent in der Saarl&auml;ndischen Staatskanzlei sowie als Lehrbeauftragter am Europa-Institut, Sektion Rechtswissenschaft t&auml;tig. Seit 2011 ist er Landesvorsitzender der Europa-Union Saar sowie seit diesem Jahr gesch&auml;ftsf&uuml;hrendes Vorstandsmitglied des Instituts f&uuml;r Europ&auml;isches Medienrecht (EMR).<\/i><\/p>\n<h5>Anmerkungen:<br \/><\/h5>\n<p>1 Vgl. Krastev, Europad&auml;mmerung, 2017, S. 129 f.<\/p>\n<p>2 TINA = There is no alternative.<\/p>\n<p>3 Vgl. <i>Juncker<\/i>, Rede zur Lage der Union 2017, <a href=\"http:\/\/europa.eu\/rapid\/press-release_SPEECH-17-3165_de.htm\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">http:\/\/europa.eu\/rapid\/press-release_SPEECH-17-3165_de.htm<\/a>; Report by President Donald Tusk to the European Parliament on October European Council meetings and presentation of the Leaders&#8216; Agenda, <a href=\"http:\/\/www.european-council.europa.eu\/en\/press\/press-releases\/2017\/10\/24\/tusk-report-european-parliament-strasbourg\/pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">http:\/\/www.european-council.europa.eu\/en\/press\/press-releases\/2017\/10\/24\/tusk-report-european-parliament-strasbourg\/pdf<\/a><\/p>\n<p>4 Vgl. insbesondere die Europa-Rede des franz&ouml;sischen Pr&auml;sidenten <i>Macron <\/i>am 26. September 2017 <a href=\"http:\/\/www.elysee.fr\/declarations\/article\/initiative-pour-l-europe-discours-d-emmanuelmacron-pour-une-europe-souveraine-unie-democratique\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">http:\/\/www.elysee.fr\/declarations\/article\/initiative-pour-l-europe-discours-d-emmanuelmacron-pour-une-europe-souveraine-unie-democratique\/<\/a><\/p>\n<p>5 Zu einer solchen Dystopie vgl. <i>Ukrow<\/i>, W&auml;chst Europa an seinen rechtspopulistischen Feinden? Vorg&auml;nge Nr. 216 (4\/2016), S. 47 ff.<\/p>\n<p>6 Vgl. <a href=\"https:\/\/www.interieur.gouv.fr\/Elections\/Les-resultats\/Presidentielles\/elecresult__presidentielle-2017\/%28path%29\/presidentielle-2017\/FE.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">https:\/\/www.interieur.gouv.fr\/Elections\/Les-resultats\/Presidentielles\/elecresult__presidentielle-2017\/(path)\/presidentielle-2017\/FE.html<\/a><\/p>\n<p>7 Vgl. <a href=\"https:\/\/www.interieur.gouv.fr\/Elections\/Les-resultats\/Legislatives\/elecresult__legislatives-2017\/%28path%29\/legislatives-2017\/FE.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">https:\/\/www.interieur.gouv.fr\/Elections\/Les-resultats\/Legislatives\/elecresult__legislatives-2017\/(path)\/legislatives-2017\/FE.html<\/a>. Der Front National scheint seit den Pr&auml;sidentschafts- und Parlamentswahlen in eine versch&auml;rfte innerparteiliche Krise zu geraten; vgl. <a href=\"https:\/\/www.eurotopics.net\/de\/186557\/schwaecht-machtkampf-den-front-national\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">https:\/\/www.eurotopics.net\/de\/186557\/schwaecht-machtkampf-den-front-national<\/a>.<\/p>\n<p>8 Vgl. <a href=\"http:\/\/melenchon.fr\/2016\/09\/23\/plan-b-continue-chemin\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">melenchon.fr\/2016\/09\/23\/plan-b-continue-chemin\/<\/a> sowie z.B. <i>Rousset\/Mazuir<\/i>, Jean-Luc M&eacute;lenchon : son r&eacute;sultat &agrave; la pr&eacute;sidentielle, son parcours, son programme, <a href=\"https:\/\/www.lesechos.fr\/elections\/dossiers\/0211690187738\/0211690187738-presidentielle-2017-jean-luc-melenchon-sa-campagne-son-projet-2057500.php#DGRlqRvtEWYYqjoB.99\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">https:\/\/www.lesechos.fr\/elections\/dossiers\/0211690187738\/0211690187738-presidentielle-2017-jean-luc-melenchon-sa-campagne-son-projet-2057500.php#DGRlqRvtEWYYqjoB.99<\/a><\/p>\n<p>9 Vgl. <a href=\"http:\/\/www.bmi.gv.at\/412\/Bundespraesidentenwahlen\/Bundespraesidentenwahl_2016\/files\/Kundmachung_BWB_BPW16_Ergebnis_2WG_WH.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">http:\/\/www.bmi.gv.at\/412\/Bundespraesidentenwahlen\/Bundespraesidentenwahl_2016\/files\/Kundmachung_BWB_BPW16_Ergebnis_2WG_WH.pdf<\/a><\/p>\n<p>10 Vgl. <a href=\"http:\/\/www.sora.at\/themen\/wahlverhalten\/wahlanalysen\/waehlerstromanalysen\/nrw17.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">http:\/\/www.sora.at\/themen\/wahlverhalten\/wahlanalysen\/waehlerstromanalysen\/nrw17.html<\/a><\/p>\n<p>11 Vgl. <a href=\"https:\/\/www.kiesraad.nl\/adviezen-en-publicaties\/rapporten\/2017\/3\/kerngegevens-tweedekamerverkiezing-2017\/kerngegevens-tweede-kamerverkiezing-2017\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">https:\/\/www.kiesraad.nl\/adviezen-en-publicaties\/rapporten\/2017\/3\/kerngegevens-tweedekamerverkiezing-2017\/kerngegevens-tweede-kamerverkiezing-2017<\/a><\/p>\n<p>12 <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/tp\/features\/Niederlande-Viererkoalition-aus-Wirtschaftsliberalen-Linksliberalen-Katholiken-und-Kalvinisten-3856203.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">https:\/\/www.heise.de\/tp\/features\/Niederlande-Viererkoalition-aus-Wirtschaftsliberalen-Linksliberalen-Katholiken-und-Kalvinisten-3856203.html<\/a><\/p>\n<p>13 Vgl. <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/politik\/ausland\/bulgarien-populisten-dominieren-bei-wahl-im-aermsten-eu-land-a-1140110.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">http:\/\/www.spiegel.de\/politik\/ausland\/bulgarien-populisten-dominieren-bei-wahl-im-aermsten-eu-land-a-1140110.html<\/a><\/p>\n<p>14 Vgl. <i>Hassel<\/i>, Tschechien r&uuml;ckt nach rechts, SZ v. 23.10.2017, S. 1; <i>van de Rakt<\/i>, Nach der Wahl in Tschechien: Das Ende der liberalen Demokratie in &#8222;Osteuropa&#8220;?, <a href=\"https:\/\/www.boell.de\/de\/2017\/10\/26\/tschechien-nach-der-wahl\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">https:\/\/www.boell.de\/de\/2017\/10\/26\/tschechien-nach-der-wahl<\/a><\/p>\n<p>15 Vgl. <a href=\"http:\/\/wahl16.bmi.gv.at\/1604-0.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">wahl16.bmi.gv.at\/1604-0.html<\/a><\/p>\n<p>16 Vgl. <a href=\"http:\/\/www.bmi.gv.at\/412\/Bundespraesidentenwahlen\/Historischer_Rueckblick.aspx\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">www.bmi.gv.at\/412\/Bundespraesidentenwahlen\/Historischer_Rueckblick.aspx<\/a><\/p>\n<p>17 Vgl. <a href=\"http:\/\/researchbriefings.parliament.uk\/ResearchBriefing\/Summary\/CBP-7979#fullreport\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">researchbriefings.parliament.uk\/ResearchBriefing\/Summary\/CBP-7979<\/a><\/p>\n<p>18 Beim Brexit-Referendum wurden keine umfassenden Nachwahlbefragungen durchgef&uuml;hrt. Pr&auml;zise Daten zur W&auml;hlerstruktur und dem Abstimmverhalten gibt es deshalb nicht, wohl aber Hinweise durch Umfragen bei insgesamt 3766 W&auml;hlern des britischen Meinungsforschungsinstitut YouGov und der Zeitung &#8222;The Times&#8220; vom 20. bis 22. Juni 2016 kurz vor dem Referendum.<\/p>\n<p>19 In einer Umfrage der Forschungsabteilung des Soziologischen Instituts CVVM gaben im Sommer 2017 nur 56 % der Befragten an, dass sie der EU-Mitgliedschaft des Landes zustimmen. 76 % meinten, dass Tschechien nicht ausreichend Einfluss auf Entscheidungen und Verhandlungen in der EU habe. Vgl. <i>van de Rakt<\/i>, Nach der Wahl in Tschechien: Das Ende der liberalen Demokratie in &#8222;Osteuropa&#8220;?, <a href=\"https:\/\/www.boell.de\/de\/2017\/10\/26\/tschechien-nach-der-wahl\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">https:\/\/www.boell.de\/de\/2017\/10\/26\/tschechien-nach-der-wahl<\/a><\/p>\n<p>20 Vgl. van de Rakt, Nach der Wahl in Tschechien: Das Ende der liberalen Demokratie in &#8222;Osteuropa&#8220;? <a href=\"https:\/\/www.boell.de\/de\/2017\/10\/26\/tschechien-nach-der-wahl.\" rel=\"nofollow noopener\">https:\/\/www.boell.de\/de\/2017\/10\/26\/tschechien-nach-der-wahl.<\/a><\/p>\n<p>21 Vgl. <a href=\"https:\/\/www.franceculture.fr\/politique\/age-diplome-revenus-qui-vote-macron-qui-vote-lepen\" rel=\"nofollow noopener\">https:\/\/www.franceculture.fr\/politique\/age-diplome-revenus-qui-vote-macron-qui-vote-lepen<\/a><\/p>\n<p>22 Vgl. hierzu z.B. <a href=\"https:\/\/www.theguardian.com\/world\/2017\/may\/04\/french-election-marine-lepen-and-emmanuel-macron-trade-insults-in-tv-debate\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">https:\/\/www.theguardian.com\/world\/2017\/may\/04\/french-election-marine-lepen-and-emmanuel-macron-trade-insults-in-tv-debate<\/a><\/p>\n<p>23 Vgl. hierzu Bauman, Retrotopia, 2017, S. 15<\/p>\n<p>24 L&auml;ndliche Gebiete: 43 % LePen &#8211; 57 % Macron; St&auml;dte mit 100.000 Einwohnern und Gro&szlig;raum Paris 28 % LePen &#8211; 72 % Macron; vgl. <a href=\"https:\/\/www.franceculture.fr\/politique\/age-diplome-revenus-quivote-macron-qui-vote-le-pen\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">https:\/\/www.franceculture.fr\/politique\/age-diplome-revenus-quivote-macron-qui-vote-le-pen<\/a>.<\/p>\n<p>25 Vgl. <a href=\"https:\/\/www.franceculture.fr\/politique\/age-diplome-revenus-qui-vote-macron-qui-vote-lepen.\" rel=\"nofollow noopener\">https:\/\/www.franceculture.fr\/politique\/age-diplome-revenus-qui-vote-macron-qui-vote-lepen.<\/a><\/p>\n<p>26 Vgl. <i>Brunner\/Moscovici<\/i>, Wer in &Ouml;sterreich wen gew&auml;hlt hat, <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/politik\/waehlergruppen-breite-basis-fuer-kurz-1.3710242\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">http:\/\/www.sueddeutsche.de\/politik\/waehlergruppen-breite-basis-fuer-kurz-1.3710242<\/a>.<\/p>\n<p>27 Vgl. <i>Gu&eacute;rot<\/i>, Der neue B&uuml;rgerkrieg, 2017, S. 23 ff.<\/p>\n<p>28 Vgl. <a href=\"http:\/\/www.bundestag.de\/blob\/189558\/21543d1184c1f627412a3426e86a97cd\/charta-data.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">www.bundestag.de\/blob\/189558\/21543d1184c1f627412a3426e86a97cd\/charta-data.pdf<\/a><\/p>\n<p>29 Die Bedeutung dieser nicht zuletzt auch grundrechtlichen Komponente des europ&auml;ischen Grundwerte-Kanons hat der &ouml;sterreichische Bundespr&auml;sident Van der Bellen anl&auml;sslich der Beauftragung des Vorsitzenden der &Ouml;VP, Sebastian Kurz, mit der Regierungsbildung in &Ouml;sterreich am 20. Oktober 2017 unterstrichen; vgl. <a href=\"http:\/\/www.bundespraesident.at\/newsdetail\/artikel\/erklaerung-desbundespraesidenten-zum-regierungsbildungsauftrag-an-sebastian-kurz\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">http:\/\/www.bundespraesident.at\/newsdetail\/artikel\/erklaerung-desbundespraesidenten-zum-regierungsbildungsauftrag-an-sebastian-kurz\/<\/a><\/p>\n<p>30 Vgl. <a href=\"https:\/\/www.fpoe.at\/fileadmin\/user_upload\/www.fpoe.at\/dokumente\/2017\/Wahlprogramm2017\/Wahlprogramm_8_9_low.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">https:\/\/www.fpoe.at\/fileadmin\/user_upload\/www.fpoe.at\/dokumente\/2017\/Wahlprogramm2017\/Wahlprogramm_8_9_low.pdf<\/a>.<\/p>\n<p>31 Vgl. <i>Siebenhaar<\/i>, Verteidiger der Demokratie gesucht, <a href=\"http:\/\/www.handelsblatt.com\/unternehmen\/it-medien\/medienkommissar\/der-medien-kommissar-verteidiger-der-demokratie-gesucht-\/20490666.html.\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">http:\/\/www.handelsblatt.com\/unternehmen\/it-medien\/medienkommissar\/der-medien-kommissar-verteidiger-der-demokratie-gesucht-\/20490666.html.<\/a><\/p>\n<p>32 So ist z.B. der Aufstieg von <i>Andrej Babi&#353; <\/i>ohne sein Medienimperium kaum vorstellbar. Vgl. <i>Siebenhaar<\/i>,Verteidiger der Demokratie gesucht, <a href=\"http:\/\/www.handelsblatt.com\/unternehmen\/it-medien\/medienkommissar\/der-medien-kommissar-verteidiger-der-demokratie-gesucht-\/20490666.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">http:\/\/www.handelsblatt.com\/unternehmen\/it-medien\/medienkommissar\/der-medien-kommissar-verteidiger-der-demokratie-gesucht-\/20490666.html<\/a>.<\/p>\n<p>33 Vgl. <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/wirtschaft\/diginomics\/mariya-gabriel-im-interview-kein-europaeisches-google-15266391.html?printPagedArticle=true#pageIndex_0\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/wirtschaft\/diginomics\/mariya-gabriel-im-interview-kein-europaeisches-google-15266391.html?printPagedArticle=true#pageIndex_0<\/a>.<\/p>\n<p>Eine weitgehende Gemeinsamkeit der j&uuml;ngsten Wahlen ist der Niedergang der sozialdemokratischen Parteienfamilie in Europa.<\/p>\n<p>Bei den Pr&auml;sidentschaftswahlen in Frankreich erreichte der Kandidat der Parti Socialiste&nbsp; Beno&icirc;t Hamon im ersten Wahlgang am 23. April 2017 mit 2.291.288 Stimmen und einem Stimmenanteil von 6,36 % der abgegebenen Stimmen weit abgeschlagen erstmalig in der Geschichte der franz&ouml;sischen Pr&auml;sidentschaftswahlen nur den f&uuml;nften Platz unter den BewerberInnen. Das Debakel f&uuml;r den PS setzte sich bei den anschlie&szlig;enden Parlamentswahlen vor: Dort gewannen KandidatInnen der Parti Socialiste im ersten Wahlgang am 11. Juni 2017 mit 1.685.677 Stimmen nur 7,44 % der abgegebenen Stimmen, im zweiten Wahlgang mit 1.032.842 Stimmen nur noch 5,68 % der abgegebenen Stimmen und damit 30 von 577 Mandaten in der Nationalversammlung. <br \/>Beim ersten Wahlgang der &ouml;sterreichischen Pr&auml;sidentschaftswahlen errang der Kandidat der SP&Ouml; Rudolf Hundstorfer am 24. April 2016 lediglich 482.790 Stimmen und einen Stimmenanteil von 11,28 %.[15] Erstmalig in der Geschichte der zweiten &ouml;sterreichischen Republik nach 1945 gelang damit einer von der SP&Ouml; unterst&uuml;tzten Person nicht der Einzug zumindest in die zweite Runde der Pr&auml;sidentschaftswahlen.[16] <br \/>Dieses Debakel (das in vergleichbarer Weise auch die &Ouml;VP erlitt), konnte die SP&Ouml; bei den Nationalratswahlen 2017 nicht ausgleichen: Die SP&Ouml; unter Vorsitz von Bundeskanzler Christian Kern gewann mit 1.361.746 Stimmen einen Stimmanteil von 26,86 % (2013: 1.258.605 Stimmen \/ 26,82 %) und konnte damit ihren absoluten Stimmenanteil zwar erh&ouml;hen, aber ihr prozentual schlechtestes Ergebnis von 2013 nur marginal verbessern.<br \/>Den gr&ouml;&szlig;ten Verlust bei den niederl&auml;ndischen Parlamentswahlen erlitt die sozialdemokratische Partij van de Arbeid, die nur noch 5,7 % und damit ihr historisch schlechtestes Wahlergebnis erreichte &#8211; nachdem sie 2012 mit 24,8 % noch (knapp hinter der VVD) zweitst&auml;rkste parteipolitische Kraft und Regierungspartei geworden war.<br \/>Den gr&ouml;&szlig;ten Verlust bei den tschechischen Parlamentswahlen erlitt die sozialdemokratische ?SSD, die nur noch 7 % und damit ihr historisch schlechtestes Wahlergebnis erreichte &#8211; nachdem sie 2013 mit 20,5 % noch Wahlsiegerin gewesen war.<\/p>\n<p>Mit Blick auf die traditionell antinationalistische und proeurop&auml;ische Ausrichtung dieser Parteienfamilie und die Probleme, die mit diesem Niedergang f&uuml;r den demokratischen Diskurs &uuml;ber die Zukunft unserer Gesellschaft verbunden sein k&ouml;nnen, ist auch dieser Entwicklung ein Gef&auml;hrdungspotential f&uuml;r Europa eigen.<br \/>Einen Ausrei&szlig;er aus diesem Niedergang bildet lediglich die Labour Party unter Vorsitz von Jeremy Corbyn: Sie erhielt bei den vorgezogenen Unterhauswahlen am 8. Juni 2017 40 % der Stimmen (ein Zuwachs von 9,5 %) und konnte die Anzahl ihrer Sitze im Unterhaus, in dem die konservative Premierministerin May nunmehr eine von der nordirischen DUP tolerierte Minderheitsregierung f&uuml;hrt, im Vergleich zur vorherigen Wahl 2015 auf 262 von 650 Abgeordneten (+30) steigern.[17]<br \/>Soziodemographische Erkenntnisse aus den j&uuml;ngsten Wahlen und Abstimmungen<br \/>Je &auml;lter W&auml;hlerInnen sind, um so st&auml;rker sind tendenziell EU-kritische Einstellungen aktivierbar.<\/p>\n<p>Beim britischen Referendum zur EU-Mitgliedschaft pr&auml;ferierten &auml;ltere Bev&ouml;lkerungsteile den Brexit, j&uuml;ngere den Verbleib in der EU.[18] Bei den &uuml;ber 65-J&auml;hrigen lag die Zustimmung zum EU-Austritt bei 63 %, bei den 50- bis 64-J&auml;hrigen immerhin noch bei 56 %. Unter den 25-49-J&auml;hrigen waren hingegen 55 % sog. Remainers, bei den 18-24-J&auml;hrigen sogar 80 %.<br \/>Hinter dem Wahlerfolg von Sebastian Kurz in &Ouml;sterreich steht zwar keine einzelne Bev&ouml;lkerungsgruppe. Allerdings waren seine Zustimmungswerte bei den &uuml;ber 60-J&auml;hrigen mit 36&nbsp;% (Stimmenanteil insgesamt: 31,6 %) am h&ouml;chsten. Bei den bis 29-J&auml;hrigen holte die Partei demgegen&uuml;ber nur 28 %, bei den 30 bis 59-J&auml;hrigen 31 %. Fast spiegelbildlich hierzu stellen sich die Werte bei der FP&Ouml; dar: Diese schnitt bei den bis 29-J&auml;hrigen (bei einem Stimmenanteil von 26 % insgesamt) mit 30 % am besten und bei den &uuml;ber 60-J&auml;hrigen mit 19 % am schlechtesten ab.<br \/>In einem mehrheitlich EU-kritisch eingestellten gesellschaftlichen Umfeld[19] wurde Andrej Babi&#353; mit seiner Bewegung ANO mit einem Programm, das auf die Priorit&auml;ten&nbsp; &#8222;Sicherheit&#8220;, &#8222;effektiver und wirtschaftlicher Staat&#8220;, &#8222;Investitionen in unser Land&#8220;, &#8222;Investitionen in unsere Leute&#8220; setzte, vor allem von mittleren und &auml;lteren Altersgruppen gew&auml;hlt. Bei den &uuml;ber 60-J&auml;hrigen erzielte er bei einem Gesamt-Stimmenanteil bei den tschechischen Parlamentswahlen von 29,6 % sogar 41 %.[20]<br \/>Ein disparateres Bild zeigt sich insoweit bei den Pr&auml;sidentschaftswahlen in Frankreich: Die schw&auml;chste Zustimmung erfuhr LePen dort nach Befragungen zwischen erstem und zweitem Wahlgang in der Altersgruppe der 60-69-J&auml;hrigen (30 %) sowie der Altersgruppe der mindestens 70 Jahre alten W&auml;hlerInnen (22 %). Aber auch bei den 18-24-J&auml;hrigen waren die Zustimmungswerte f&uuml;r LePen unterdurchschnittlich (34 %). Diese W&auml;hlergruppe, die in der ersten Runde der Pr&auml;sidentschaftswahlen noch mit relativer Mehrheit Jean-Luc M&eacute;lenchon gew&auml;hlt hatten, &auml;u&szlig;erten in der Befragung kurz vor der Stichwahl mit deutlicher Mehrheit (66 %) die Absicht, Macron zu w&auml;hlen. Die st&auml;rkste Zustimmung erfuhr LePen in der Altersgruppe zwischen 35 und 49 Jahren (43 %).[21] Die &uuml;ber s&auml;mtlichen Bev&ouml;lkerungsgruppen beobachtbaren Einbr&uuml;che in den Zustimmungswerten f&uuml;r LePen d&uuml;rften nicht zuletzt auch in ihrer &uuml;bereinstimmend als wenig sachkundig und pr&auml;sidentiell empfundenen Performance bei dem TV-Duell mit Macron begr&uuml;ndet liegen.[22]<\/p>\n<p>Manches spricht daf&uuml;r, dass &auml;ltere Mitb&uuml;rgerInnen st&auml;rker als j&uuml;ngere in Zeiten tats&auml;chlicher oder&nbsp; vermeintlicher politischer, &ouml;konomischer oder gesellschaftlicher Krisen zu einer nostalgischen &#8222;Kehrtwende ins Gestern&#8220;&nbsp; neigen und unter der Sehnsucht nach der &#8222;guten alten Zeit&#8220; leiden, in der die Dinge noch unilateraler und vor allem &uuml;berschaubarer schienen.[23] J&uuml;ngere Mitb&uuml;rgerinnen, die nur die Zeit der europ&auml;ischen Erweiterung und Vertiefung kennen, k&ouml;nnen sich ein Leben mit Grenzen l&auml;ngst nicht mehr vorstellen.<br \/>Eine zweite Erkenntnis aus den untersuchten Wahlen: In st&auml;dtischen Milieus sind tendenziell EU-kritische Einstellungen weniger stark verbreitet als in l&auml;ndlichen.<\/p>\n<p>Die W&auml;hlerInnen in den gro&szlig;en britischen St&auml;dten stimmten in vielen F&auml;llen gegen den EU-Austritt. In London waren fast 60 % der W&auml;hler Remainers, in Manchester sogar mehr als 60 %, in Liverpool 58,2 %. In l&auml;ndlichen Regionen wie Yorkshire war demgegen&uuml;ber der Anteil der Brexiteers besonders stark. Im dortigen Wahlbezirk East Lindsey etwa stimmten 71 % und damit nahezu drei Viertel der W&auml;hler f&uuml;r den Brexit. Hier erzielte die UKIP auch in der Vergangenheit gro&szlig;e Erfolge.<br \/>Befragungen zwischen erstem und zweitem Wahlgang bei der Pr&auml;sidentschaftswahl in Frankreich zufolge war der Anteil von Personen, die LePen w&auml;hlen wollten, in St&auml;dten mit mehr als 100.000 Einwohnern am geringsten, in l&auml;ndlichen Gebieten am h&ouml;chsten.[24]<br \/>Die proeurop&auml;isch eingestellte tschechische Partei TOP 09 erzielte in Prag mit 13&nbsp;% ihren h&ouml;chsten Stimmenanteil; au&szlig;erhalb der Hauptstadt schnitt sie erheblich schw&auml;cher ab.<\/p>\n<p>Im Hinblick auf die Zukunft des Projekts Europa besonders bedeutsam ist eine dritte Erkenntnis: Bei ArbeiterInnen und Personen mit geringem Bildungs- und Berufsabschluss sind tendenziell EU-kritische Einstellungen st&auml;rker aktivierbar als bei sozial besser gestellten Bev&ouml;lkerungsgruppen mit h&ouml;herem Bildungs- und Berufsabschluss.<\/p>\n<p>In der YouGov-Umfrage vom Juni 2016 sprachen sich unter den Befragten der so genannten &#8222;ABC1&#8220;-Gruppe, die in der britischen Marktforschung die Mitglieder einer der drei h&ouml;chsten sozio&ouml;konomischen Gruppen bezeichnet, 59&nbsp;% klar f&uuml;r einen Verbleib in der EU aus. In der &#8222;C2DE&#8220;-Gruppe der drei niedriger gestellten Schichten votierten hingegen 61&nbsp;% f&uuml;r den Brexit.<br \/>Befragungen zwischen erstem und zweitem Wahlgang bei der Pr&auml;sidentschaftswahl in Frankreich zufolge verdienen Macron-W&auml;hler mehr Geld als die seiner Kontrahentin. 75 % der Befragten, die im 2. Wahlgang f&uuml;r Macron stimmen wollten, haben in ihrem Haushalt mehr als 3.000 Euro zur Verf&uuml;gung. Befragte mit der Absicht, Le Pen zu w&auml;hlen, sind mit 45 % dagegen am ehesten in der Einkommensgruppe unter 1.250 Euro vertreten.&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; <br \/>Je besser ausgebildet die W&auml;hler waren, desto eher planten sie, Macron zu w&auml;hlen: W&auml;hrend 45 % der W&auml;hlerInnen mit einem geringeren Bildungsabschluss als dem bac, d.h. dem franz&ouml;sischen Abitur, planten, f&uuml;r LePen zu stimmen, waren es bei W&auml;hlerInnen mit mindestens dem bac+3, d.h. W&auml;hlerInnen mit dreij&auml;hrigem Studium und Erwerb der licence, nur 19 %.[25]<br \/>Wie schon bei fr&uuml;heren Wahlen in &Ouml;sterreich hat die FP&Ouml; auch 2017 unter Arbeitern besonders gut abgeschnitten. Insgesamt gaben hier 59 % ihre Stimme den Freiheitlichen (bei einem Wahlergebnis von 26 %). Die Sozialdemokraten, die klassischen Vertreter der Arbeiter, kamen in dieser Bev&ouml;lkerungsgruppe nur noch auf 19 %.[26]<\/p>\n<p>Dies ist nicht zuletzt auch Ausfluss eines fiskal- und sozialpolitischen Defizits der vertieften europ&auml;ischen Integration &uuml;ber die Vertr&auml;ge von Maastricht und Amsterdam, in der die Balance zwischen Freiheits-, Gleichheits- und Solidarit&auml;tsversprechen zu zerbrechen und das Versprechen auf Wohlstand f&uuml;r alle zur Chim&auml;re zu werden droht.[27] Ein Vergleich zwischen deutscher Wiedervereinigung und europ&auml;ischer Integration belegt insoweit paradigmatisch bemerkenswerte Unterschiede: die deutsche Wiedervereinigung wurde innenpolitisch durch den Abschluss einer Wirtschafts-, W&auml;hrungs- und Sozialunion besiegelt, w&auml;hrend der Euro nur im Rahmen einer Wirtschafts- und W&auml;hrungsunion eingef&uuml;hrt wurde, bei der schon nominell die soziale Komponente fehlte und die wirtschaftliche Angleichung der Lebensverh&auml;ltnisse in der EU weder vertraglich hinreichend vorgegeben noch im Zeichen der nationalen Pr&auml;gung des politischen Diskurses bei Wahlen erfolgversprechend erscheint.<\/p>\n<p><b>Gefahren f&uuml;r Europa im Lichte der Grundwerte der EU &#8211; eine europarechtliche Einordnung<\/b><\/p>\n<p>Nicht jede Gegnerschaft zu bisherigen sekund&auml;rrechtlichen Akten der EU, verbunden mit dem Wunsch, diese in unionsrechtskonformer Weise zu &auml;ndern, begr&uuml;ndet eine Gegnerschaft zur EU. Selbst der Wille zur &Auml;nderung von EUV und AEUV als &#8222;Verfassungsurkunden&#8220; der EU begr&uuml;ndet eine solche Gegnerschaft. Die Gegnerschaft geht vielmehr nur mit einer Ablehnung der Grundwerte der EU einher, die nunmehr in Art. 2 EUV verankert sind:<br \/>&#8222;Die Werte, auf die sich die Union gr&uuml;ndet, sind die Achtung der Menschenw&uuml;rde, Freiheit, Demokratie, Gleichheit, Rechtsstaatlichkeit und die Wahrung der Menschenrechte einschlie&szlig;lich der Rechte der Personen, die Minderheiten angeh&ouml;ren. Diese Werte sind allen Mitgliedstaaten in einer Gesellschaft gemeinsam, die sich durch Pluralismus, Nichtdiskriminierung, Toleranz, Gerechtigkeit, Solidarit&auml;t und die Gleichheit von Frauen und M&auml;nnern auszeichnet.&#8220;<br \/>Es handelt sich hierbei nicht um isoliert der EU eigene Grundwerte. Auch europ&auml;ische Staaten, die (noch) nicht der EU angeh&ouml;rten oder angeh&ouml;ren, wie z.B. die T&uuml;rkei und die damalige UdSSR, aber auch au&szlig;ereurop&auml;ische Staaten wie Kanada und die USA, haben sich mit der &#8222;Charta von Paris f&uuml;r ein neues Europa&#8220;[28] als Schlussdokument der&nbsp;KSZE-Sondergipfelkonferenz am 21. November 1990 kurz nach der Wiedervereinigung Deutschlands auf Grundwerte verst&auml;ndigt, die mit denen des Art. 2 EUV im Wesentlichen deckungsgleich sind. Dies gilt nicht zuletzt f&uuml;r das Bekenntnis zu Menschenrechten, Demokratie und Rechtsstaatlichkeit. Auch f&uuml;r die Nicht-EU-Mitgliedstaaten T&uuml;rkei und Russische F&ouml;deration beansprucht diese Charta fortdauernde Geltung.<br \/>Nicht jede Verletzung eines der vorgenannten Grundwerte begr&uuml;ndet eine Gegnerschaft zu Europa. Dies ist &#8211; in Anlehnung an Art. 7 EUV &#8211; nur bei einer nachhaltigen Ablehnung dieser Grundwerte der Fall, insbesondere dann, wenn sich diese qualifizierte Gegnerschaft in einer staatlichen wiederholten Verletzung dieser Werte &auml;u&szlig;ert.[29]<br \/>Eine solche nachhaltige Ablehnung stellt es z.B. dar, wenn die FP&Ouml; in ihrem Wahlprogramm zur Nationalratswahl 2017 ausschlie&szlig;lich &ouml;sterreichische Staatsb&uuml;rger in den Genuss ihrer &#8222;Forderungen zur Beseitigung der Fairness-Krise&#8220; gelangen lassen will, die EMRK durch eine &#8222;&Ouml;sterreichische Menschenrechtskonvention&#8220;, &#8222;die auch das Heimatrecht der &Ouml;sterreicher sch&uuml;tzt&#8220;, ersetzen will, und eine &#8222;sektorale Schlie&szlig;ung des &ouml;sterreichischen Arbeitsmarktes f&uuml;r EU-Ausl&auml;nder und Drittstaatsangeh&ouml;rige zum Schutz heimischer Arbeitnehmer&#8220; fordert.[30] <br \/>Eine besondere Gef&auml;hrdungslage f&uuml;r Europa &#8211; Einschr&auml;nkungen der Freiheit und Missachtung der Verantwortung der Medien<br \/>Als Karl F&uuml;rst zu Schwarzenberg, der fr&uuml;here tschechische Au&szlig;enminister, gefragt wurde, was denn der gr&ouml;&szlig;te Konstruktionsfehler bei der Osterweiterung der Europ&auml;ischen Union w&auml;re, wies er auf die fehlende Unabh&auml;ngigkeit der Justiz hin. Das ist richtig, greift aber zu kurz. Denn die Freiheit der Medien ist genauso wichtig f&uuml;r eine demokratische Gesellschaft.[31] Aber die EU wird nicht nur durch einen zunehmenden Zugriff staatlicher Stellen auf die Medien sowie durch die Ballung von politischer und medialer Macht bedroht.[32] In nennenswertem Umfang erfolgt eine solche Gef&auml;hrdung bereits heute auch durch Hass und Fake News in sozialen Netzwerken. Um Gefahren f&uuml;r das Projekt Europa im Zeitalter von Digitalisierung und Globalisierung nachhaltig abwehren und eind&auml;mmen zu k&ouml;nnen, bedarf es deshalb auch einer werteorientierten Kommunikationsordnung, die das Internet nicht als de facto unregulierbaren Raum toleriert, sondern den Jugendschutz und den Schutz der Menschenw&uuml;rde auch digital ernst nimmt. <br \/>Die geplante Digitalunion[33] ist insoweit ein wichtiger, aber noch nicht hinreichender Schritt. Zur Selbstbehauptung Europas braucht es auch den Mut, gegen au&szlig;ereurop&auml;ische Intermedi&auml;re wie Google oder Facebook europ&auml;ische Konkurrenten in Stellung zu bringen. Nur mit einer digitalen Industriepolitik Europas beh&auml;lt es seine Wettbewerbsf&auml;higkeit, ohne die seine soziale Dimension nicht ausbaubar ist.&nbsp; Auch Kleinm&uuml;tigkeit stellt deshalb eine Gefahr f&uuml;r ein demokratisches, freies, solidarisches und soziales Europa dar.<\/p>\n","protected":false},"featured_media":0,"template":"","categories":[],"tags":[667],"autoren":[1514],"publikationen":[1438],"class_list":["post-12073","publikation","type-publikation","status-publish","hentry","tag-vorgaenge-artikel","autoren-joerg-ukrow","publikationen-220-vorgaenge"],"acf":[],"yoast_head":"<!-- This site is optimized with the Yoast SEO plugin v28.5 - https:\/\/yoast.com\/product\/yoast-seo-wordpress\/ -->\n<title>Wer ist gegen Europa? - Analyse der Wahlen in der EU nach dem Brexit-Referendum - Humanistische Union<\/title>\n<meta name=\"robots\" content=\"index, follow, max-snippet:-1, max-image-preview:large, max-video-preview:-1\" \/>\n<link rel=\"canonical\" href=\"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/vorgaenge\/220-vorgaenge\/publikation\/wer-ist-gegen-europa-analyse-der-wahlen-in-der-eu-nach-dem-brexit-referendum-1\/\" \/>\n<meta property=\"og:locale\" content=\"de_DE\" \/>\n<meta property=\"og:type\" content=\"article\" \/>\n<meta property=\"og:title\" content=\"Wer ist gegen Europa? - Analyse der Wahlen in der EU nach dem Brexit-Referendum - Humanistische Union\" \/>\n<meta property=\"og:description\" content=\"vorg&auml;nge Nr. 220 (Heft 4\/2017), S. 69 &#8211; 79 Die Wahlen in Frankreich, &Ouml;sterreich, den Niederlanden, Bulgarien und Tschechien haben nicht nur europakritischen Parteien erhebliche Stimmenzuw&auml;chse gebracht, sondern zugleich der sozialdemokratischen Parteienfamilie in Europa &#8211; mit Ausnahme der Labour Party &#8211; eine Niederlage beschert. 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