{"id":12092,"date":"1970-08-01T18:00:00","date_gmt":"1970-08-01T17:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/publikation\/das-problem-der-theologischen-fakultaeten-an-der-universitaet\/"},"modified":"1970-08-01T12:00:00","modified_gmt":"1970-08-01T11:00:00","slug":"das-problem-der-theologischen-fakultaeten-an-der-universitaet","status":"publish","type":"publikation","link":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/vorgaenge\/1968\/publikation\/das-problem-der-theologischen-fakultaeten-an-der-universitaet\/","title":{"rendered":"Das Problem der theologischen Fakult\u00e4ten an der Universit\u00e4t"},"content":{"rendered":"<p>&#8222;Freiwilliger Exodus der Theologie aus der Universit\u00e4t?&#8220;<\/p>\n<p>vorg\u00e4nge 1968 (8-9), S. 315-319<\/p>\n<p>In Vorg\u00e4nge 5\/68, S. 175-185, er\u00f6ffneten wir mit einem Beitrag von Dr. Ernst Haenssler, Basel, &#132;Die Krisis der theologischen Fakult\u00e4t&#148;, eine Diskussion \u00fcber die Rechtm\u00e4\u00dfigkeit der theologischen Fakult\u00e4ten an den Universit\u00e4ten und \u00fcber deren eventuelle Ersetzung durch religionswissenschaflliche Fakult\u00e4ten oder Lehrst\u00fchle. Dr. Gerhard Szczesny hatte die Diskussion mit einem Vorwort er\u00f6ffnet (das, da in Heft 5 drucktechnisch verdorben, im richtigen Wortlaut in Heft 6\/68, S. 239, noch einmal abgedruckt wurde). Will Cremer hatte zur Diskussion einen Beitrag &#132;Zur Situation der Religionswissenschaft&#148; beigesteuert.<br \/>Hier folgen nun die ersten Stellungnahmen zur Diskussion; von Prof. Klaus K\u00fcnkel, P\u00e4dagogische Hochschule Osnabr\u00fcck, und von Theodor Sch\u00e4fer, Universit\u00e4t Marburg, tiilir hoffen weitere Diskussionsbeitr\u00e4ge ver\u00f6ffentlichen zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Klaus K\u00fcnkel<br \/>&#132;Freiwilliger Exodus der Theologie aus der Universit\u00e4t&#148;?<\/p>\n<p>Eine Herausforderung an die Theologie<br \/>Unter dem Thema &#132;Die Krisis der theologischen Fakult\u00e4t&#148; schreibt Ernst Haenssler, Basel, in den Vorg\u00e4ngen 5\/68 \u00fcber das Problem der theologischen Fakult\u00e4ten an der Universit\u00e4t. Seine Ausf\u00fchrungen zielen auf die grunds\u00e4tzlidie Infragestellung der Theologie als Fakult\u00e4t und begr\u00fcnden diese im Verst\u00e4ndnis des theologischen Wahrheitsanspruches. Wir versuchen im folgenden ein Gespr\u00e4ch mit den Gedanken Haensslers, dankbar die ergangene Herausforderung an das theologische Selbstverst\u00e4ndnis aufnehmend.(1)<\/p>\n<p>1.<br \/>Grund f\u00fcr die Entfernung der theologischen Fakult\u00e4t aus der Universit\u00e4t ist das Postulat der &#132;Trennung von Staat und Kirche&#148;. Da die theologischen Fakult\u00e4ten als Hauptzweck die Heranibildung von Geistlichen f\u00fcr bestimmte Kirchen angaben, haben sie an staatlichen Universit\u00e4ten nichts zu suchen. Sie sind &#132;Zwittergebilde&#148; (176), die sowohl den Kirchen als auch dem Staat geh\u00f6ren und h\u00f6rig sind. Haenssler zitiert Erwin Fischer(2) &#132;Einmal sind die theologischen Fakult\u00e4ten die Ausbildungsst\u00e4tten f\u00fcr die Geistlichen der gro\u00dfen christlichen Kirchen, ferner sind sie Staatseinnichtungen&#148; (252). &#132;In einem Staat, der Religionsfreiheit anerkennt und sich zu dem Trennungsprinzip bekennt, k\u00f6nnen die Geistlichen f\u00fcr einige Religionsgesellschaften, m\u00f6ge es sich bei ihnen auch um die gro\u00dfen christlichen Kirchen handeln, nicht vom Staat ausgebildet wenden. Dadurch begibt sich :der Staat auf das ihm verschlossene staatsfreie Gebiet und verl\u00e4\u00dft die Gebote der Neutralit\u00e4t und Parit\u00e4t. Die Folgen sind \u00dcbergriffe auf beiden Seiten&#148; (253). Die Kirche m\u00f6ge also, wie sie das zum Teil ja auch schon tut, ihre Pastoren selbst ausbilden und nicht den Staat daf\u00fcr in Anspruch nehmen. Die Gefahr der \u00dcbergriffe w\u00e4re damit gebannt.<\/p>\n<p>2.<br \/>Also soll die Sache der Theologie aus den Universit\u00e4ten verschwinden? Das will auch Haenssler (im Anschlu\u00df an Szczesny und Fischer) nicht. Der Universit\u00e4t obliegt die Aufgabe der Wahrheitsfindung. Aufgrund fr\u00fcherer Wahrheitserkenntnisse in Auseinandersetzung mit den materiellen und geistigen M\u00e4chten der uns umgebenden realen Welt &#132;wird die Menschenwahrheit Stufe um Stufe aufgebaut&#148; (176). Sie ist immer aufs neue zu erarbeiten. &#132;Nicht die Realit\u00e4t selbst, wohl aber die wahre Aussage \u00fcber diese Realit\u00e4t ist eine Setzung, ist eine Sch\u00f6pfung des Menschen&#148; (176). (Diese Formulierung l\u00e4\u00dft die abgelehnte Alternative anklingen : Die Wahrheit des Menschen in der Welt ist nicht eine feststehende &#132;Gotteswahrheit&#148;, ist nicht &#132;Sch\u00f6pfung Gottes&#8220;.) Innerhalb dieses nicht endenden Prozesses der Wahrheitsfindung hat die Theologie mitzureden. Hier ist ihr Raum: &#132;Diese menschlich eigenst\u00e4ndige, in Wissenschaft und Philosophie sich rundende Wahrheitsbem\u00fchung mu\u00df sich unbedingt mit der Tatsache des religi\u00f6sen, im engeren Sinne des christlichen Ph\u00e4nomens abgeben&#148; (177). &#132;Die Einsicht setzt sich durch, da\u00df die abendl\u00e4ndische Universit\u00e4t in ihrer geisteswissenschaftlichen Arbeit dem gro\u00dfen Ph\u00e4nomen der Religion dasselbe wissenschaftliche Interesse und dieselbe Sorgfalt entgegenbringen mu\u00df wie der Sprache, der Musik, der Antike, dem Recht, der Literatur&#148; (177). Das hei\u00dft also: Wirklichkeit w\u00e4re verk\u00fcrzt, wollte man die Dimension der Religion und des Christentums in ihr, wollte man die Auswirkungen von Religion und Christentum nicht wahrnehmen. Der Mensch w\u00e4re verk\u00fcrzt, wollte man vom &#132;Horizont des Glaubens&#8220;(3) abstrahieren. Wirklichkeit und Mensch w\u00e4ren an der Universit\u00e4t nicht recht, nicht sachlich repr\u00e4sentiert, wollte man &#132;das Ph\u00e4nomen der Religion&#148; auf ihr nicht bedenken und erforschen.<br \/>Jedoch die Universit\u00e4t mu\u00df diese Aufgabe leisten nicht um der Kirche willen, sondern &#132;aus ihrem eigenen Seins- und Wahrheitsbereich heraus&#148;. Die Sache, die bisher die Theologie vertritt, mu\u00df darum &#132;als Religionswissenschaft und Religionsphilosophie, als Religionsgeschichte und Religionsph\u00e4nomenologie&#148; vertreten und bedacht werden. Dabei handelt es um eine &#132;pure und integrale Funktion der menschlich-eigenst\u00e4ndigen Erkenntnisarbeit&#148; (177), nicht aber um eine Funktion der Kirche, als welche Theologie sich traditionsgem\u00e4\u00df versteht.<br \/>Man k\u00f6nnte fragen, ab denn die Sache der Theologie, die bisher in der theologischen Fakult\u00e4t vertreten wird, in so einer Konzeption nicht auch au\u00dferhalb der theologischen Fakult\u00e4t richtig vertreten werden k\u00f6nnte. Bevor wir uns dieser Frage stellen, haben wir jedoch den zweiten, viel gewichtigeren Einwand Haensslers gegen die theologische Fakult\u00e4t zu h\u00f6ren.<\/p>\n<p>3.<br \/>Der von der Theologie in ihrem Selbstverst\u00e4ndnis als Dienst an der Kirche vertretene Wahrheitsbegriff und der Wahrheitsbegriff der Universit\u00e4t schlie\u00dfen einander aus. &#132;Die Theologie hat nicht, wie die Profanwissenschaft, die Aufgabe, eine Wahrheit zu suchen oder zu schaffen; sie ist je bereits im Besitz ihrer Glaubenswahrheit. Diese Glaubenswahrheit ist ihr gegeben, ist ihr immer vorgegeben und im Voraus schon festgelegt in der Offenbarung&#148; (177). &#132;Die Grundvoraussetzung der christlichen Theologie besteht in der bestimmten Aussage, da\u00df nur in dem abgegrenzten Feld der Bibel, wie es durch den Kanon bestimmt ist, nur im Raum des christlichen Denkens und Redens der Kirche &#8230; von Offenbarung \u00fcberhaupt geredet werden kann&#148; (177). Aufgrund dieses so verstandenen und abgelehnten Offenbarungspositivismus, so wird gefolgert, w\u00e4hne sich die Theologie im Besitze der &#132;vollen Wahrheit&#148;. &#132;Theologie wird nicht m\u00fcde zu versichern, da\u00df die einzig m\u00f6gliche und volle Wahrheit in der Theologie liegt; der Wissenschaft und der Philosophie dagegen komme nur zweitrangige Wahrheit zu&#148; (192). Die Folge dieses ihres theologischen Wahrheitsverst\u00e4ndnisses sei darum, wie Haenssler offensichtlich annimmt: &#132;\u00a0\u00a0 die ganze Universit\u00e4t wieder wie im Mittelalter zu rechristianisieren&#148; (182). &#132;Der christliche Absolutismus &#8230; geht aufs ganze: Konfessionalisierung, genauer: Verchristlichung der ganzen Universit\u00e4t&#148; (181).<br \/>Zugegeben, es gibt Sonderlinge und Fachidioten, auch unter Hochschullehrern, auch in der theologischen Fakult\u00e4t, so \u00fcber einen Kamm scherend kann man jedoch nicht von der Theologie reden. Hier mu\u00df widersprochen werden, nicht nur hinsichtlich der absurden von Haenssler gezogenen und gef\u00fcrchteten Konsequenzen der angeblichen Christianisierungsabsicht der Universit\u00e4ten seitens der theologischen Fakult\u00e4t, sondern vor allem um der Sache willen, die die Theologie betreibt.<br \/>Denn es stimmt nicht, da\u00df die Theologie einen definitiven, ein f\u00fcr allemal feststehenden Wahrheitsbegriff hat. Nichts steht fest: weder die theologische Lehre von Gott \u2015 sie ist stets neu zu finden und zu formulieren; noch die theologische Lehre von der Sch\u00f6pfung \u2015 Sch\u00f6pfung meint kein vergangenes Faktum, auch was Sch\u00f6pfung ist, ist stets neu zu finden und zu gewinnen und zu realisieren; noch die Lehre von Christus, von der Erl\u00f6sung usf. Was Erl\u00f6sung bedeutet, was S\u00fcnde inhaltlich meint, wovon und wozu Christus nach der Predigt der Kirche und der Lehre der Theologie befreit, das alles l\u00e4\u00dft sich nicht in einer theologia perennis sagen, das alles mu\u00df riskiert werden im Kontext der Geschichte, im vern\u00fcnftigen Umgang mit der Tradition, die Herausforderung der Gegenwart und der anderen Wissenschaften annehmend, neu zu sagen. Jaspers&#8216; von Haenssler zitiertes Wort gilt auch f\u00fcr die Sache der Theologie: &#132;Es ist heute aber noch alles extrem unfertig&#148; (176). Die von Haenssler anerkannte Lage der einmal nicht mehr als Fakult\u00e4t existierenden Theologie, die im o. g. Sinne inmitten der anderen Wissenschaften ihre Sache repr\u00e4sentiert, kann und mu\u00df um dieser Sache der Theologie und um der Studenten willen anerkannt werden: &#132;F\u00fcr die Theologie aber und die theologische Fakult\u00e4t liegen in dieser Reform schwere Bedrohungen. In der st\u00e4ndigen Zusammenarbeit mit den Profanwissenschaften wird der theologische Wahrheitsbegriff, der von der Offenbarung ausgeht, Tag f\u00fcr Tag konfrontiert mit dem Wahrheitsbegriff der Profanfakult\u00e4ten, die alle in ihrer Arbeit nicht von der christlichen Offenbarung, wohl aber von der irdischen Realit\u00e4t ausgehen&#148; (181). Noch einmal: Erst im Gespr\u00e4ch mit den sogenannten Profanwissenschaften kann es der Theologie gelingen, ihre Sache sachlich und zeitgem\u00e4\u00df zur Sprache zu bringen. Isoliert sie sich, verwirkt sie sich.<\/p>\n<p>4.<br \/>Haenssler formuliert den theologischen Wahrheitsbegriff folgenderma\u00dfen: &#132;Die theologische Fakult\u00e4t aber untersteht und dient ihrer eigenen Auffassung von Wahrheit; sie dient einer Wahrheit, die von Gott her geschaffen und in Christus offenbart worden ist. Das aber ist nicht eine m\u00fchsam von Menschen geschaffene Menschenwahrheit, das ist Gotteswahrheit; nicht Wahrheit \u00fcber Gott, sondern Wahrheit von Gott&#148; (178). In der Tat, ein so verstandener Wahrheitsbegriff mu\u00df mit einem intoleranten Absolutheitsanspruch gekoppelt werden, zumal, wenn er so ist, wie Haenssler ihn beschrieben hat, d. h. wenn er a) im Sinne definitiver Setzung gebraucht wind und b) als nicht hinterfragbar, als irrational im Sinne der Nichtevidenz praktiziert wird.<br \/>Jedoch (a) ist es seit einigen hundert Jahren bereits auf dem Felde der Theologie nicht mehr m\u00f6glich, das geschriebene Bibelwort oder die auf bestimmte Weise institutionalisierte Kirche als die definitive Gestalt des Wortes Gottes bzw. als einzig m\u00f6gliche Weise von Kirche auszugeben mit der Begr\u00fcndung, so sei es offenbart. Vielmehr geht es darum, im Dialog von &#132;Wort Gottes&#148; gestern (Bibel und Tradition) und der Wirklichkeit haute, die unter anderem durch die anderen Fakult\u00e4ten repr\u00e4sentiert wird, die theologische Wahrheit heute zu finden und als ihre Folge die Gestalt der Kirche heute. Das ist ein sehr menschlicher Vorgang, darum wie anderswo auch durch Menschlichkeit stets gehemmt. M\u00f6glich ist er und der Kirche und Theologie aufgegeben aufgrund dessen, da\u00df (b) die Wahrheit, mit der die Theologie es zu tun hat, nicht eine unmenschliche, unvern\u00fcnftige, irrationale, unirdische ist, sondern eine, die man einsehen kann, wenn sie in vern\u00fcnftiger, verst\u00e4ndiger Sprache gesagt wird, die einleuchten kann, die von sich, wenn man nach ihr fragt \u2015 fragt aufgrund der Fraglichkeit menschlicher Existenz, die zu kennen heutzutage mitnichten ein Proprium der Theologie ist \u2015, \u00fcberzeugen und \u00fcberf\u00fchren kann. Denn die theologische Wahrheit ist nicht eine, die man glauben mu\u00df nach dem Motto: &#132;Fri\u00df Vogel oder stirb&#148;. Glauben im theologischen Sinne gibt es nur in freiwilliger Entscheidung, als Ja-Sagen zu etwas, was von sich \u00fcberzeugt, was sich als Wahrheit f\u00fcr mich erweist, was evident .ist.<\/p>\n<p>5.<br \/>Damit ist ein weiterer Verdacht Haensslers abzuweisen, der, wie sollte es anders sein, nat\u00fcrlich auch Folge von erfahrener Christlichkeit ist. Er sagt, wissenschaftliches und christlich-theologisches Denken seien von Grund aus verschieden und unvereinbar. Denn: &#132;Wissenschaftliches Denken ruht auf der Erkenntnis unserer realen Diesseitswelt; das christliche Denken aber ruht auf der \u00dcberzeugung von der Existenz, vom Wesen und Sein zweier v\u00f6llig disparater Welten &#8230; Das christliche Denken mu\u00df st\u00e4ndig Bedacht nehmen auf die Existenz zweier Welten und mu\u00df aus seinen Grundvoraussetzungen heraus durch eine besondere Bewertung des christlichen Apriorismus, des deduktiven Denkens, der Ahnung, der Intuition, des emotionalen Bereiches \u00fcberhaupt, des Irrationalen und Antiintellektuellen, des Alogischen und des Pr\u00e4logischen das wissenschaftlich-philosophische Denken einschr\u00e4nken, um der anderen Welt, der Gotteswelt, und dem ihr gem\u00e4\u00dfen Denken und F\u00fchlen auch noch Spielraum zu verschaffen&#148; (177).<br \/>Ganz eindeutig werden hier das Christliche und bestimmte weltanschaulich gebundene Sprache, in der das Christliche im Laufe vergangener Jahrhunderte zur Sprache kam, miteinander identifiziert. Sp\u00e4testens seit Bonhoeffer und Bultmann \u2015 und die denken in der Nachfolge Luthers und Paulus&#8216; und Jesu \u2015 wei\u00df man in der evangelischen Theologie, und neuerdings ebenfalls in der katholischen Theologie, da\u00df die Konzeption von den &#132;zwei v\u00f6llig disparaten Welten&#148; (s. o.), von der himmlischen, jenseitigen Gotteswelt und der irdischen Menschenwelt zeitbedingte Weltdeutung war, Weltanschauung, dessen au\u00dferchristliche Entstehung aufzuzeigen ist, mittels welcher auch das Christliche sich artikulierte, da\u00df jedoch dieses Christliche nicht an die Konzeption dieser Weltdeutung gebunden ist, vielmehr dazu beitrug, sie zu \u00fcberwinden.<\/p>\n<p>6.<br \/>In der Konsequenz seines Verst\u00e4ndnisses der christlichen Wahrheit h\u00e4lt Haenssler diese mit dem das Gesetz der Universit\u00e4t bestimmenden Wahrheitsverst\u00e4nidnisse der Wissenschaffen f\u00fcr unvereinbar und unzumutbar. Das w\u00e4re sie in der Tat, wenn es stimmte, da\u00df &#132;Theologie nicht m\u00fcde wird zu versichern, da\u00df die einzig m\u00f6gliche und volle Wahrheit in der Theologie liege; der Wissenschaft und der Philosophie dagegen komme nur eine zweitrangige Wahrheit zu&#8220; (182). Wo sagt die Theologie das? Wo sagt sie das heute? Redet sie wirklich den Naturwissenschaften, der Medizin etc. ins Gesch\u00e4ft, verbietet sie ihnen, das zu sagen, was sie sagen m\u00fcssen, korrigiert sie sie? (Das Schuldbekenntnis, da\u00df Theologie und Kirche in der Vergangendeit einmal so gehandelt haben, abzulegen, ist die Theologie heute, selber entsetzt \u00fcber diese Ungeheuerlichkeit, bereit.) Kann man nicht vielmehr z. B. bei Friedrich Gogarten nachlesen, da\u00df die Wissenschaften auf keinen Fall ihr stetes offenes Fragen und Sich-Selbst-Infragestellen zugunsten einer Absolutsetzung bisheriger Ergebnisse, denn das w\u00e4re Ideologisierung, aufgeben d\u00fcrfe? S\u00e4tze, fr\u00fcher h\u00e4ufiger als heute gesagt, da\u00df z. B. Christus auch die Wahrheit der Medizin sei, meinen bestimmt nicht, da\u00df man beten statt den Mediziner konsultieren soll. Sie k\u00f6nnen aber meinen, da\u00df das medizinische Wissen \u00fcber den Menschen noch nicht das ganze Wissen \u00fcber den Menschen ist, da\u00df der Mensch noch unter anderen als nur medizinischen Kategorien zu sehen sei und da\u00df in dieser Fragestellung das, was der Jesus gesagt hat und was im Anschlu\u00df an ihn von der Theologie gesagt wird, als n\u00fctzlich und hilfreich geh\u00f6rt werden k\u00f6nnte \u2015 genau in dem Sinne, wie ja auch Haenssler, um den ganzen Kosmos in der Universit\u00e4t zu bedenken, zu repr\u00e4sentieren, die Erkundung dessen, was die Religionen und der christliche Glaube sagen, nicht eliminieren will. \u2015 Trotzdem, weil es sich um Verschiedenes handelt einerseits bei der Medizin, um beim Beispiel zu bleiben, andererseits bei der Theologie, sollte man solche S\u00e4tze, wie den genannten, nicht formulieren. Sie m\u00fcssen, bringt man beides auf eine Ebene, mi\u00dfverstanden werden, wie Haenssler es tut, wenn er vom Christianisierungsanspruch der Theologen hinsichtlich der Universit\u00e4t spricht.<br \/>Sollte man dann aber nicht konsequenterweise darauf verzichten, nun doch einen &#132;eindeutigen&#148; Wahrheitsbegriff f\u00fcr die Universit\u00e4t fordern zu wollen? Haenssler h\u00e4lt die Theologie ob ihrer angeblichen Intoleranz f\u00fcr &#132;untragbar auch f\u00fcr die Idee der Universit\u00e4t, die nicht nur zu reiner Wissenschaftlichkeit, sondern auch zu eindeutiger Wahrhaftigkeit verpflichtet&#148; (178). Die aber w\u00e4re nicht garantiert angesichts der Tatsache, da\u00df &#132;wir in einem und demselben Raum und unter einem und demselben Dach derselben Institution zwei grundverschiedene und gegens\u00e4tzliche Wahrheitsauffassungen \u00fcber einen und denselben Gegenstand, \u00fcber Religion und Christenglauben&#148; haben (178).<br \/>Haenssler meint, da\u00df man einerseits als Funktion\u00e4r der Kirche von einem angeblich festen Wahrheitshagriff ausgehend und andererseits aus der wissenschaftlichen Distanz des Religionswissenschaftlers Christentum lehre. Nun, Lehrstreitigkeiten gibt es auch au\u00dferhalb der Theologie. Verabsolutierungen von Erkenntnissen ebenfalls. So etwas korrigiert sich im Fortgang der Forschung, daf\u00fcr eben ist die Universit\u00e4t da. In der Theologie ist es nicht anders. Homogenit\u00e4t in dem Sinne, da\u00df alle einer Meinung sind, ist doch kein Universit\u00e4tsideal. Gefordert werden kann nur die Bereitschaft, sich korrigieren zu lassen. Das gilt selbstverst\u00e4ndlich auch f\u00fcr den Theologen, und zwar nicht nur hinsichtlich seiner historischen Forschungsergebnisse und Auslegungen, sondern auch hinsichtlich seines Glaubens an Gott.<\/p>\n<p>7.<br \/>Dem Theologen wird vorgeworfen, da\u00df er eventuell existentiell glaubt, w\u00e4hrend der Religionswissenschaftler in einem von sich distanzierteren Verh\u00e4ltnis zur betriebenen Sache stehe. Der erstere sei darum nicht universitabel. Es w\u00e4re zu fragen, ob Haenssler hier nicht den Glauben des Theologen mit einer Glaubensnorm verwechselt, die jener f\u00fcr wahr h\u00e4lt und die er absolut setzt, nach Meinung Haensslers. Das bedingt dann allerdings eine unwissenschaftliche Haltung \u2015 wie ebenfalls ein indoktrin\u00e4rer Unglaube eine unwissenschaftliche Haltung zur Folge hat. Von dieser unbelehrbaren Haltung ist jedoch das pers\u00f6nliche Engagement an die zu lehrende Sache zu unterscheiden, das doch wohl bei keinem Wissenschaftler fehlen darf. Der Traum von der angeblichen Objektivit\u00e4t der Wissenschaften ist doch im Zeitalter der Hermeneutik auch anderswo ausgetr\u00e4umt. Das meint auch Szczesny, wenn er im Vorwort zu Haensslers Ausf\u00fchrungen schreibt: &#132;Es versteht sich von selbst, da\u00df auch in einer religionswissenschaftlichen Fakult\u00e4t christliche Professoren christliche Themen behandeln und dabei ihre pers\u00f6nliche Glaubensbindung in keiner Weise verheimlichen oder verdr\u00e4ngen m\u00fcssen&#148; (175). Pers\u00f6nlicher Glaube und Wissenschaft sind keine Gegens\u00e4tze, wenn beide im Fragen bleiben. Erst das angeblich fraglose Wissen ist unwissenschaftlich.<br \/>Im Selbstverst\u00e4ndnis des Theologen ist an dieser Stelle kein Unterschied zu dem, was von jedem anderen Universit\u00e4tslehrer auch zu fordern ist. Damit verbunden ist der andere von Haenssler gegen die Theologie durchgehaltene Vorwurf: Sie wisse schon vor dem Nachdenken und Forschen kraft des Glaubens an die Offenbarung, was Wahrheit ist. Wie wir zeigten, wei\u00df sie es nicht. Offenbarung in diesem Sinne verstanden als zum blinden Glauben verpflichtet an in der Bibel Offenbartes ist ein Unding und Unsinn. Wie schon gesagt, geht es vielmehr darum, aufgrund von Tradition und Bibel die theologische Wahrheit heute zu finden, die dann Offenbarung f\u00fcr mich werden kann, wenn sie von sich als Wahrheit \u00fcberzeugt. Man sollte meinen, die Struktur solcher Wahrheitsfindung ist den anderen Wissenschaften nicht unbekannt: Auch sie gehen nicht voraussetzungslos und ohne Vorverst\u00e4ndnis an ihre Arbeit, auch sie sind Produkt der Geschichte, dieser empfangend und kritisch verpflichtet, und bringen ihre Gewordenheit mit ins Unternehmen, ihre Sache heute neu und besser als gestern zu sagen, hinein. Auch sie haben sich &#132;von den Hemmungen des Objektivit\u00e4tsbegriffes&#148; zu befreien, wie Gadamer(4) es nennt. Das hei\u00dft von der typischen Vorstellung der Aufkl\u00e4rung, es g\u00e4be so etwas wie ein vorurteilsfreies, objektives Erkennen. Das Gegenteil ist zu sagen: da\u00df das Vorurteil, es g\u00e4be kein Vorurteil, der sicherste Beweis f\u00fcr ein Vorurteil ist. &#132;Es sind die undurchschauten Vorurteile, deren Herrschaft uns gegen die in der \u00dcberlieferung sprechende Sache taub macht.&#148; Darum kommt es auf die &#132;abhebende Aneignung der eigenen Vormeinungen und Vorurteile&#148; an, &#132;es gilt, der eigenen Voreingenommenheit inne zu sein&#8220;. &#132;Wirklich historisches Denken mu\u00df die eigene Geschichtlichkeit rnitdenken.&#8220;(5)<\/p>\n<p>8.<br \/>Ohngeachtet alles dessen, was gegen Haenssler zu antworten ist, Gewicht bekommt sein Angriff auf die Theologie durch den Aufweis der Kirchen-, der Konfessionsverflochtenheit der Theologie. Sie ist nun einmal nicht denkbar ohne Tradition der Kirchen und ohne die Wirklichkeit der Kirchen. Die &#132;\u00f6ffentliche Meinung&#148; (182) \u00fcbt sozialen Druck auf die Wissenschaftlichkeit der Theologie aus. Die Tatsache, da\u00df die theologische Fakult\u00e4t der Kirche die Pastoren liefert und die Kirche \u2015 wer das auch immer ist \u2015 an diese Pastorenausbildung Erwartungen heranbringt, besteht. Der Irrglaube, die Theologie habe einen definitiven, absoluten objektiven Wahriheitsbegriff, entsteht aufgrund immobiler Kirchlichkeit, die sich selbst zu kritisieren f\u00fcrchtet. Ebenfalls entstehen hier die m\u00f6glichen Auswirkungen dieses Irrglaubens in die Theologie hinein. Dagegen haben die Theologen zu k\u00e4mpfen. Es mutet aber sonderbar an, wenn Haenssler dann diese immobile Kirche, die sich &#132;kein anderes Evangelium&#148; nennt, in der Weise als absolute Gr\u00f6\u00dfe akzeptiert, da\u00df er sagt: &#132;Die Gemeinden werden unruhig und stellen bereits besorgte Fragen, ob die, von ihnen bestellte Universit\u00e4tstheologie noch im Sinne ihres kirchlichen Auftrages wirkt&#148; (182). Auf diese Weise holt sich Haenssler Sch\u00fctzenhilfe gegen die Theologie. Er holt sich Sch\u00fctzenhilfe gerade mit solchen Indoktrinationen gegen die Theologie, die er als angeblich vorhanden bei der Theologie angreift. \u2015 Was w\u00fcrden aber wohl, um ein Beispiel zu nehmen, die Politologen sagen, wenn man ihnen unwissenschaftliches Verhalten vorw\u00fcrfe aufgrund dessen, da\u00df die Politiker im Lande und die Volksmassen, deren Sprecher zu sein sie vorgeben, dumm sind und nach dem Ma\u00dfe ihrer Dummheit Einflu\u00df auf die Politologie an den Hochschulen zu nehmen sich bem\u00fchen?<\/p>\n<p>9.<br \/>Damit kommen wir zu den Konsequenzen, im Blick auf welche Haensslers Herausforderung uns denken l\u00e4\u00dft. Er ruft uns in ein Gespr\u00e4ch, das wir um der Theologie selbst willen aufzunehmen haben. Eine m\u00f6gliche Aufnahme dieser Herausforderung sehe ich in zweierlei Richtungen:<br \/>a) Es m\u00fc\u00dfte dem Stil theologischer Rede und Lehre, nicht nur da, wo es sich um Glaubensfragen handelt, sondern auch da, wo es sich um historische Fragen handelt, anzumerken sein, da\u00df hier nicht objektive, definitive Wahrheit gelehrt wird, denn auch endg\u00fcltige Geschichtsdeutungen gibt es nicht. Das gilt sowohl da, wo die theologische Lehre konfessorisch vorgetragen wird, d. h., wo das Engagiertsein von der Sache bestimmend wird, als auch da, wo der Lehrende sich &#132;f\u00fcr die Dauer des Unterrichtes von festgelegten (,sozialisierten&#8216;) Glaubenspositionen zu l\u00f6sen versucht, um sich der Skepsis des Gedankens zu exponieren.&#8220;(6)<br \/>Wenn die Sache der Theologie \u00fcberzeugen soll, mu\u00df sie so vorgetragen werden, da\u00df man sie versteht. Wir haben die M\u00fche, sie einsichtig zu machen, auf uns zu nehmen. Wir haben uns zu trennen von historischem Ballast, wo dieser gebraucht wird als Norm f\u00fcr ein Glaubenssoll heute. Und wir haben, wenn wir heute von Glaubenss\u00e4tzen und Kircheneinrichtungen reden, die aus der Vergangenheit stammen, diese in ihrer zeitgeschichtlichen Bedingtheit als &#132;Glaube damals&#148; und Auswirkungen des Glaubens damals zu erkennen zu geben. Das gilt, um Beispiele zu nennen, f\u00fcr die Fassung des apostolischen Glaubensbekenntnisses, f\u00fcr das Ganze des christlichen Dogmas, f\u00fcr das Verst\u00e4ndnis der Sakramente als Sakramente und anderes mehr. Auch der Kanon als Kanon mu\u00df als zeitbedingte Entscheidung von Menschen zur Sprache kommen (s. Haenssler, S. 178); ihm eignet nicht dogmatische, nicht Offenbarungsqualit\u00e4t, sondern nur die historische Qualit\u00e4t einer Ur-Kunde des christlichen Glaubens. Die Unaufgebbarkeit des biblischen Kanons ist eine, die sich darin bew\u00e4hren mu\u00df, da\u00df sie zum Finden des &#132;Wortes Gottes&#148; heute verhilft.<br \/>Unsere Rede vom christlichen Glauben mu\u00df den H\u00f6rer freilassen, sich selbst zu entscheiden. Erzwungener Glaube ist nun einmal kein Glaube. Die Sache, nicht die Intensit\u00e4t unserer Rede, soll ihn \u00fcberzeugen. Er mu\u00df auch Nein sagen d\u00fcrfen. Das mu\u00df er wissen und sp\u00fcren, wenn er den Theologen h\u00f6rt.<br \/>In dieser Hinsicht ist zu fragen, ob wirklich ein prinzipieller Unterschied zwischen wissenschaftlicher Lehre \u00fcber den Glauben der Christen \u00fcnd der christlichen Predigt besteht.<br \/>b) Haensslers Intention zielt auf den Exodus der theologischen Fakult\u00e4t aus der Universit\u00e4t. Daseinsberechtigung habe &#132;das Christentum&#148; nur innerhalb der Geisteswissenschaften, da soll es zur Darstellung und Erforschung kommen. Man mu\u00df aber wohl um der Wissenschaftlichkeit willen hinzuf\u00fcgen: Da soll es zur Darstellung auch seines Anspruches kommen \u2015 genau wie jede andere Sache und Wissenschaft auch erst dann recht dargestellt ist, wenn ihr Anspruch einsichtig gemacht wird. Um der offenen Repr\u00e4sentanz dessen willen, was zu unserer Welt geh\u00f6rt, geh\u00f6rt die Sache der Theologie an die Universit\u00e4t, so sagt auch Haenssler. Das schlie\u00dft aber das Gespr\u00e4ch im Sinne des Gebens und Nehmens mit den anderen ein. Auch des Gebens. Um der Sachlichkeit willen, nicht um sich christlich vereinnahmen zu lassen, sondern um den Weltaspekt und die Weltdeutung der Christen als Frage an das eigene Tun und als Einwand gegen eventuelle Absolutsetzung der eigenen Sache und der eigenen Forschungsergebnisse zu erfahren, m\u00fc\u00dfte den &#132;Wissenschaften&#148; selber an der Anwesenheit der theologischen Stimme in der Universit\u00e4t liegen. Kann dieses Gespr\u00e4ch innerhalb der Fakult\u00e4t nicht geschehen, sind die Fakult\u00e4tsgrenzen anzugreifen \u2015 doch das ist sofort etwas, was f\u00fcr die anderen Fakult\u00e4ten auch gilt! Universit\u00e4tsreformpl\u00e4ne sehen das dankenswerterweise vor.<br \/>Es bleibt die Frage, ob die Pastorenausbildung weiterhin Aufgabe der staatlichen Universit\u00e4ten sein soll. Haenssler spricht im Referieren von Univ\u00e4rsit\u00e4tsreformpl\u00e4nen von einer &#132;Trennung der akademischen Berufsausbildung im engeren Sinne von der akademischen Bildung im weiteren Sinne (=praktisch-berufliche Abzweckung)&#148; (181). Ist das eine wirklich ohne das andere m\u00f6glich? Wird nicht gerade die &#132;akademische Bildung im engeren Sinne&#148; realer, konkreter, wenn sie im Medium sach- und berufsbezogener Aufgaben arbeitet? Das betrifft alle Disziplinen der Universit\u00e4t, es ist eine hochschuldidaktische Frage. Gilt nicht f\u00fcr alle Bereiche der Wissenschaft, da\u00df ihre Wahrheit und ihr Sachanspruch leichter gefunden werden und Studenten einsichtig zu machen und darzustellen sind, wo Wissenschaft nicht um der Wissenschaft willen getrieben wind, sondern um verpflichtender Aufgaben in der Gesellschaft willen? Man denke sich ein Medizinstudium ohne Krankenhaus, einen Philologiestudenten ohne Schule. Gerade hier gr\u00fcndet der Vorwurf der Studenten gegen die &#132;Fachidioten&#148;. Auch der Anspruch der von der Theologie vertretenen Sache, den Haenssler ja an der Universit\u00e4t nicht missen will, verlangt eine analoge Darstellung und Repr\u00e4sentanz an der Universit\u00e4t.<br \/>Theologie und Kirche lag bisher daran, da\u00df der Pfarrernachwuchs aus dem Grunde an der Universit\u00e4t studiert, um das Gespr\u00e4ch mit den anderen F\u00e4chern zu f\u00fchren, um die Sachanspr\u00fcche und Wahrheiten der anderen kennenzulernen,. um sich vor der Engigkeit des Denkens und des Glaubens zu sch\u00fctzen, um die Aufgabe zu erkennen, die Sache der Theologie angesichts der Herausforderung durch die Welt heute zu formulieren, weil sie als Sache von gestern heute nichts ist. Das aufzugeben, wird nicht anzustreben sein. Sollte darum eine nahe oder ferne Zukunft einmal die Pastorenausbildung von der Universit\u00e4t weg in die Hand der Kirchen legen, so w\u00e4re auf jeden Fall daran festzuhalten, da\u00df die zuk\u00fcnftigen Pastoren ihre &#132;akademische Bildung im engeren Sinne&#148; auf der Universit\u00e4t beziehen, egal ab dieses nun durch Studieren der als Fakult\u00e4t institutionalisierten Theologie oder durch Studium der Theologie im Rahmen der philosophischen Fakult\u00e4t geschieht. Die der pfarrerberuflichen Ausbildung im engeren Sinne eignenden Aufgaben w\u00fcrden danach der Kirche zufallen \u2015 die gl\u00fccklicherweise nicht \u00fcberall so ist, wie Haenssler sie beschreibt.<\/p>\n<p>1 Der Verf. ist als Dozent f\u00fcr ev. Theologie und Religionsp\u00e4dagogik an einer P\u00e4dagogischen Hochschule bereits in der Lage, die Haenssler f\u00fcr erstrebenswert h\u00e4lt: ohne sch\u00fctzende Fakult\u00e4t im Hintergrund obliegt es ihm, den christlichen Wahrheitsanspruch im Bereich der &#132;Profanwissenschaffen&#148; und im Gespr\u00e4ch mit ihnen zu vertreten.<br \/>2 Erwin Fischer, Trennung von Staat und Kirche, 1964.<br \/>3 Theodor Wilhelm, Theorie der Schule, Hauptschule und Gymnasium im Zeitalter der Wissenschaften, 1967, S.295: &#132;Der Horizont des Glaubens&#148;, S. 307: &#132;Im Religionsunterricht mu\u00df dem Sch\u00fcler klar werden, da\u00df es neben der rechtlichen, naturwissenschaftlichen und \u00e4sthetischen immer auch die religi\u00f6se Weise gibt, die Welt zu ,sehen&#8216; und die pers\u00f6nliche Verantwortung in ihr zu deuten.&#148;<br \/>4 Hans Georg Gadamer, Wahrheit und Methode, 1960, 250.<br \/>5 Gadamer, aaO., S. 253 f., 283.<br \/>6 Th. Wilhelm, aaO., S. 307.<\/p>\n","protected":false},"featured_media":0,"template":"","categories":[],"tags":[667],"autoren":[2355],"publikationen":[1462],"class_list":["post-12092","publikation","type-publikation","status-publish","hentry","tag-vorgaenge-artikel","autoren-klaus-kuenkel","publikationen-1462"],"acf":[],"yoast_head":"<!-- This site is optimized with the Yoast SEO plugin v28.6 - https:\/\/yoast.com\/product\/yoast-seo-wordpress\/ -->\n<title>Das Problem der theologischen Fakult\u00e4ten an der Universit\u00e4t - Humanistische Union<\/title>\n<meta name=\"robots\" content=\"index, follow, max-snippet:-1, max-image-preview:large, max-video-preview:-1\" \/>\n<link rel=\"canonical\" href=\"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/vorgaenge\/1968\/publikation\/das-problem-der-theologischen-fakultaeten-an-der-universitaet\/\" \/>\n<meta property=\"og:locale\" content=\"de_DE\" \/>\n<meta property=\"og:type\" content=\"article\" \/>\n<meta property=\"og:title\" content=\"Das Problem der theologischen Fakult\u00e4ten an der Universit\u00e4t - Humanistische Union\" \/>\n<meta property=\"og:description\" content=\"&#8222;Freiwilliger Exodus der Theologie aus der Universit\u00e4t?&#8220; vorg\u00e4nge 1968 (8-9), S. 315-319 In Vorg\u00e4nge 5\/68, S. 175-185, er\u00f6ffneten wir mit einem Beitrag von Dr. Ernst Haenssler, Basel, &#132;Die Krisis der theologischen Fakult\u00e4t&#148;, eine Diskussion \u00fcber die Rechtm\u00e4\u00dfigkeit der theologischen Fakult\u00e4ten an den Universit\u00e4ten und \u00fcber deren eventuelle Ersetzung durch religionswissenschaflliche Fakult\u00e4ten oder Lehrst\u00fchle. Dr. Gerhard [weiterlesen]\" \/>\n<meta property=\"og:url\" content=\"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/vorgaenge\/1968\/publikation\/das-problem-der-theologischen-fakultaeten-an-der-universitaet\/\" \/>\n<meta property=\"og:site_name\" content=\"Humanistische Union\" \/>\n<meta name=\"twitter:card\" content=\"summary_large_image\" \/>\n<meta name=\"twitter:site\" content=\"@humunion\" \/>\n<meta name=\"twitter:label1\" content=\"Gesch\u00e4tzte Lesezeit\" \/>\n\t<meta name=\"twitter:data1\" content=\"22\u00a0Minuten\" \/>\n<script type=\"application\/ld+json\" class=\"yoast-schema-graph\">{\"@context\":\"https:\\\/\\\/schema.org\",\"@graph\":[{\"@type\":\"WebPage\",\"@id\":\"https:\\\/\\\/www.humanistische-union.de\\\/publikationen\\\/vorgaenge\\\/1968\\\/publikation\\\/das-problem-der-theologischen-fakultaeten-an-der-universitaet\\\/\",\"url\":\"https:\\\/\\\/www.humanistische-union.de\\\/publikationen\\\/vorgaenge\\\/1968\\\/publikation\\\/das-problem-der-theologischen-fakultaeten-an-der-universitaet\\\/\",\"name\":\"Das Problem der theologischen Fakult\u00e4ten an der Universit\u00e4t - Humanistische Union\",\"isPartOf\":{\"@id\":\"https:\\\/\\\/www.humanistische-union.de\\\/#website\"},\"datePublished\":\"1970-08-01T17:00:00+00:00\",\"breadcrumb\":{\"@id\":\"https:\\\/\\\/www.humanistische-union.de\\\/publikationen\\\/vorgaenge\\\/1968\\\/publikation\\\/das-problem-der-theologischen-fakultaeten-an-der-universitaet\\\/#breadcrumb\"},\"inLanguage\":\"de\",\"potentialAction\":[{\"@type\":\"ReadAction\",\"target\":[\"https:\\\/\\\/www.humanistische-union.de\\\/publikationen\\\/vorgaenge\\\/1968\\\/publikation\\\/das-problem-der-theologischen-fakultaeten-an-der-universitaet\\\/\"]}]},{\"@type\":\"BreadcrumbList\",\"@id\":\"https:\\\/\\\/www.humanistische-union.de\\\/publikationen\\\/vorgaenge\\\/1968\\\/publikation\\\/das-problem-der-theologischen-fakultaeten-an-der-universitaet\\\/#breadcrumb\",\"itemListElement\":[{\"@type\":\"ListItem\",\"position\":1,\"name\":\"Publikationen\",\"item\":\"https:\\\/\\\/www.humanistische-union.de\\\/publikationen\\\/\"},{\"@type\":\"ListItem\",\"position\":2,\"name\":\"vorg\u00e4nge\",\"item\":\"https:\\\/\\\/www.humanistische-union.de\\\/publikationen\\\/vorgaenge\\\/\"},{\"@type\":\"ListItem\",\"position\":3,\"name\":\"vorg\u00e4nge 1968\",\"item\":\"https:\\\/\\\/www.humanistische-union.de\\\/publikationen\\\/vorgaenge\\\/1968\\\/\"},{\"@type\":\"ListItem\",\"position\":4,\"name\":\"Das Problem der theologischen Fakult\u00e4ten an der Universit\u00e4t\"}]},{\"@type\":\"WebSite\",\"@id\":\"https:\\\/\\\/www.humanistische-union.de\\\/#website\",\"url\":\"https:\\\/\\\/www.humanistische-union.de\\\/\",\"name\":\"Humanistische Union\",\"description\":\"\",\"publisher\":{\"@id\":\"https:\\\/\\\/www.humanistische-union.de\\\/#organization\"},\"potentialAction\":[{\"@type\":\"SearchAction\",\"target\":{\"@type\":\"EntryPoint\",\"urlTemplate\":\"https:\\\/\\\/www.humanistische-union.de\\\/?s={search_term_string}\"},\"query-input\":{\"@type\":\"PropertyValueSpecification\",\"valueRequired\":true,\"valueName\":\"search_term_string\"}}],\"inLanguage\":\"de\"},{\"@type\":\"Organization\",\"@id\":\"https:\\\/\\\/www.humanistische-union.de\\\/#organization\",\"name\":\"Humanistische Union e.V.\",\"url\":\"https:\\\/\\\/www.humanistische-union.de\\\/\",\"logo\":{\"@type\":\"ImageObject\",\"inLanguage\":\"de\",\"@id\":\"https:\\\/\\\/www.humanistische-union.de\\\/#\\\/schema\\\/logo\\\/image\\\/\",\"url\":\"https:\\\/\\\/www.humanistische-union.de\\\/wp-content\\\/uploads\\\/2023\\\/09\\\/HU-LOGO-blau_RGB-high-scaled-e1704725806773.jpg\",\"contentUrl\":\"https:\\\/\\\/www.humanistische-union.de\\\/wp-content\\\/uploads\\\/2023\\\/09\\\/HU-LOGO-blau_RGB-high-scaled-e1704725806773.jpg\",\"width\":1000,\"height\":536,\"caption\":\"Humanistische Union e.V.\"},\"image\":{\"@id\":\"https:\\\/\\\/www.humanistische-union.de\\\/#\\\/schema\\\/logo\\\/image\\\/\"},\"sameAs\":[\"https:\\\/\\\/x.com\\\/humunion\",\"https:\\\/\\\/mastodon.social\\\/@humunion\",\"https:\\\/\\\/bsky.app\\\/profile\\\/humanistischeunion.bsky.social\"]}]}<\/script>\n<!-- \/ Yoast SEO plugin. -->","yoast_head_json":{"title":"Das Problem der theologischen Fakult\u00e4ten an der Universit\u00e4t - Humanistische Union","robots":{"index":"index","follow":"follow","max-snippet":"max-snippet:-1","max-image-preview":"max-image-preview:large","max-video-preview":"max-video-preview:-1"},"canonical":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/vorgaenge\/1968\/publikation\/das-problem-der-theologischen-fakultaeten-an-der-universitaet\/","og_locale":"de_DE","og_type":"article","og_title":"Das Problem der theologischen Fakult\u00e4ten an der Universit\u00e4t - Humanistische Union","og_description":"&#8222;Freiwilliger Exodus der Theologie aus der Universit\u00e4t?&#8220; vorg\u00e4nge 1968 (8-9), S. 315-319 In Vorg\u00e4nge 5\/68, S. 175-185, er\u00f6ffneten wir mit einem Beitrag von Dr. Ernst Haenssler, Basel, &#132;Die Krisis der theologischen Fakult\u00e4t&#148;, eine Diskussion \u00fcber die Rechtm\u00e4\u00dfigkeit der theologischen Fakult\u00e4ten an den Universit\u00e4ten und \u00fcber deren eventuelle Ersetzung durch religionswissenschaflliche Fakult\u00e4ten oder Lehrst\u00fchle. Dr. Gerhard [weiterlesen]","og_url":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/vorgaenge\/1968\/publikation\/das-problem-der-theologischen-fakultaeten-an-der-universitaet\/","og_site_name":"Humanistische Union","twitter_card":"summary_large_image","twitter_site":"@humunion","twitter_misc":{"Gesch\u00e4tzte Lesezeit":"22\u00a0Minuten"},"schema":{"@context":"https:\/\/schema.org","@graph":[{"@type":"WebPage","@id":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/vorgaenge\/1968\/publikation\/das-problem-der-theologischen-fakultaeten-an-der-universitaet\/","url":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/vorgaenge\/1968\/publikation\/das-problem-der-theologischen-fakultaeten-an-der-universitaet\/","name":"Das Problem der theologischen Fakult\u00e4ten an der Universit\u00e4t - Humanistische Union","isPartOf":{"@id":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/#website"},"datePublished":"1970-08-01T17:00:00+00:00","breadcrumb":{"@id":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/vorgaenge\/1968\/publikation\/das-problem-der-theologischen-fakultaeten-an-der-universitaet\/#breadcrumb"},"inLanguage":"de","potentialAction":[{"@type":"ReadAction","target":["https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/vorgaenge\/1968\/publikation\/das-problem-der-theologischen-fakultaeten-an-der-universitaet\/"]}]},{"@type":"BreadcrumbList","@id":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/vorgaenge\/1968\/publikation\/das-problem-der-theologischen-fakultaeten-an-der-universitaet\/#breadcrumb","itemListElement":[{"@type":"ListItem","position":1,"name":"Publikationen","item":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/"},{"@type":"ListItem","position":2,"name":"vorg\u00e4nge","item":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/vorgaenge\/"},{"@type":"ListItem","position":3,"name":"vorg\u00e4nge 1968","item":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/vorgaenge\/1968\/"},{"@type":"ListItem","position":4,"name":"Das Problem der theologischen Fakult\u00e4ten an der Universit\u00e4t"}]},{"@type":"WebSite","@id":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/#website","url":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/","name":"Humanistische Union","description":"","publisher":{"@id":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/#organization"},"potentialAction":[{"@type":"SearchAction","target":{"@type":"EntryPoint","urlTemplate":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/?s={search_term_string}"},"query-input":{"@type":"PropertyValueSpecification","valueRequired":true,"valueName":"search_term_string"}}],"inLanguage":"de"},{"@type":"Organization","@id":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/#organization","name":"Humanistische Union e.V.","url":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/","logo":{"@type":"ImageObject","inLanguage":"de","@id":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/#\/schema\/logo\/image\/","url":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/wp-content\/uploads\/2023\/09\/HU-LOGO-blau_RGB-high-scaled-e1704725806773.jpg","contentUrl":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/wp-content\/uploads\/2023\/09\/HU-LOGO-blau_RGB-high-scaled-e1704725806773.jpg","width":1000,"height":536,"caption":"Humanistische Union e.V."},"image":{"@id":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/#\/schema\/logo\/image\/"},"sameAs":["https:\/\/x.com\/humunion","https:\/\/mastodon.social\/@humunion","https:\/\/bsky.app\/profile\/humanistischeunion.bsky.social"]}]}},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/hu-json\/wp\/v2\/publikation\/12092","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/hu-json\/wp\/v2\/publikation"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/hu-json\/wp\/v2\/types\/publikation"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/hu-json\/wp\/v2\/media?parent=12092"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/hu-json\/wp\/v2\/categories?post=12092"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/hu-json\/wp\/v2\/tags?post=12092"},{"taxonomy":"autoren","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/hu-json\/wp\/v2\/autoren?post=12092"},{"taxonomy":"publikationen","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/hu-json\/wp\/v2\/publikationen?post=12092"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}