{"id":12097,"date":"1977-01-28T15:01:00","date_gmt":"1977-01-28T14:01:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/publikation\/das-reservat-der-utopie-und-der-rueckkehr-zur-heimat\/"},"modified":"2021-08-24T21:47:03","modified_gmt":"2021-08-24T19:47:03","slug":"das-reservat-der-utopie-und-der-rueckkehr-zur-heimat","status":"publish","type":"publikation","link":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/vorgaenge\/26-vorgaenge\/publikation\/das-reservat-der-utopie-und-der-rueckkehr-zur-heimat\/","title":{"rendered":"Das Reservat der Utopie und der R\u00fcckkehr zur Heimat"},"content":{"rendered":"<p>aus: vorg\u00e4nge Nr.26 (Heft 2\/1977), S. 49-57<\/p>\n<h2 class=\"auto-created\"><span id=\"die-sehnsucht-nach-einem-verlorenen-paradies-der-traum-von-einem-reich-der-freiheit-und-gerechtigkeit-ist-dem-bewusstsein-der-gepeinigten-menschheit-unterlegt-um-ihres-ueberlebens-willen-der-kampf-gegen-die-entmenschlichung-des-menschen-lebt-von-dieser-utopie-sie-gibt-seiner-geschichte-sinn-und-richtung-von-dieser-insel-des-sinns-in-einer-nicht-menschlichen-welt-handelt-in-dem-folgenden-aufsatz-der-muenchener-geschichtsphilosoph-johann-ludwig-doederlein\">Die Sehnsucht nach einem verlorenen Paradies, der Traum von einem Reich der Freiheit und Gerech&shy;tig&shy;keit ist dem Bewu&szlig;tsein der gepeinigten Menschheit unterlegt um ihres &Uuml;berlebens willen. Der Kampf gegen die Entmensch&shy;li&shy;chung des Menschen lebt von dieser Utopie; sie gibt seiner Geschichte Sinn und Richtung. Von dieser &bdquo;Insel des Sinns&rdquo; in einer nicht-&shy;mensch&shy;li&shy;chen Welt handelt in dem folgenden Aufsatz der M&uuml;nchener Geschichts&shy;phi&shy;lo&shy;soph Johann Ludwig D&ouml;derlein.<\/span><\/h2>\n<p><b>Die Sehnsucht nach dem verlorenen Paradies<\/b><\/p>\n<p>Seit Jahrtausenden m\u00fcht sich die gepeinigte Menschheit um die Bew\u00e4ltigung einer ebenso trostlosen wie trivialen Aufgabe. Sie besteht darin, in Sicherheit und Frieden essen und wohnen, arbeiten und leben zu k\u00f6nnen. Seit Jahrtausenden sehnen die Menschen sich danach, in eine als Paradies empfundene wirkliche Heimat zur\u00fcckzukehren, aus der sie einmal vertrieben worden sind. Wovon Mythen und M\u00e4rchen erz\u00e4hlen, was die Stifter von Religionen gewollt, was Philosophen ergr\u00fcbelt, Dichter ertr\u00e4umt, Gelehrte erforscht, Staatsm\u00e4nner und Revolution\u00e4re erstrebt haben und wodurch Menschen in Bewegung gebracht wurden &#8211; all dies dreht sich um diesen Pol des Menschseins und der Menschlichkeit. Im tiefsten Grunde ist es aber nur die Notwendigkeit, den Fortbestand des menschlichen Lebens auf dieser Erde im Guten oder im B\u00f6sen zu sichern, die das Sinnen und Trachten, das Denken und Tun der Menschen in unabl\u00e4ssiger Bewegung h\u00e4lt. Das Ziel, das man erreichen wollte, blieb ein Ideal und wurde immer wieder aufs neue als eine Utopie, als ein niemals auszuf\u00fchrender Plan menschheitlicher Ordnung verk\u00fcndet.<\/p>\n<h2 class=\"auto-created\"><span id=\"die-materiellen-voraussetzungen\">Die materiellen Voraus&shy;set&shy;zungen<\/span><\/h2>\n<p>Die einfache Tatsache, da\u00df der utopische Menschheitstraum ohne bestimmte materielle Voraussetzungen niemals zu verwirklichen sei, regte immer wieder dazu an, den Nachweis zu f\u00fchren, da\u00df diese materiellen Voraussetzungen im Laufe der Zeit fortschreitend dazu heranreifen, die Menschheit eines fernen Tages doch einmal in einen von N\u00f6ten und Sorgen freien Zustand zu versetzen. Diese W\u00fcnschbarkeit und Zuk\u00fcnftigkeit des Noch-Nicht-Seins einer befriedeten Menschheit wird also als Utopie von wissenschaftlich gef\u00fchrten Nachweisen begleitet, da\u00df die fortschreitenden Ver\u00e4nderungen der Lebensbedingungen den Menschen zwangsl\u00e4ufig vor Aufgaben stellt, die er um des Weiterlebens oder des \u00dcberlebens willen l\u00f6sen mu\u00df.<\/p>\n<h2 class=\"auto-created\"><span id=\"sozialismus-oder-barbarei\">&bdquo;Sozi&shy;a&shy;lismus oder Barbarei&rdquo;<\/span><\/h2>\n<p>F\u00fcr Marx gipfelt diese wissenschaftlich gest\u00fctzte Utopie in der Alternative: Sozialismus oder Barbarei. Wenn die Umwandlung der kapitalistischen Produktionsweise in die sozialistische nicht gel\u00e4nge, das hei\u00dft wenn die Produktionsmittel aus privater nicht in gesellschaftliche Verf\u00fcgungsgewalt \u00fcbergingen, dann sei die Barbarei keine abstrakte Drohung, sondern die konkrete Erwartung des Untergangs der ganzen Menschengesellschaft. Weltkriege, wie die beiden in unserem Jahrhundert stattgefundenen und ein m\u00f6glicher dritter sind dem Marxismus zufolge ein integraler Bestandteil des kapitalistischen Systems und ebenso unvermeidlich, wie die immer engere Verflechtung der Staatsgewalt mit der Verf\u00fcgungsgewalt \u00fcber die Produktionsmittel, die begleitet sei vom Wiederaufleben der direkten Sklaverei und dem Anwachsen der sogenannten parasit\u00e4ren Schichten. Kriege und B\u00fcrgerkriege geh\u00f6rten dann zur Existenzgewohnheit der b\u00fcrgerlichen Gesellschaft; Interventionen ausl\u00e4ndischen M\u00e4chte, die mit wirtschaftlichen Repressalien vorbereitet w\u00fcrden, seien an der Tagesordnung; nationale Minderheiten w\u00fcrden, wenn nicht vernichtet, so doch vertrieben oder unterdr\u00fcckt; ein best\u00e4ndig zunehmender Prozentsatz des Sozialprodukts entfalle auf die Herstellung von Zerst\u00f6rungsmitteln, sowie auf den Unterhalt der mit Zerst\u00f6rungsaufgaben betrauten Dienste und Einrichtungen, w\u00e4hrend die \u00f6ffentliche Bettelei f\u00fcr alle m\u00f6glichen lindernden und ablenkenden Zwecke zunehme.<\/p>\n<h2 class=\"auto-created\"><span id=\"ein-neues-utopie-bewusstsein-ist-notwendig\">Ein neues Utopie-&shy;Be&shy;wu&szlig;t&shy;sein ist notwendig<\/span><\/h2>\n<p>F\u00fcr einen Marxisten sind nun derartige Voraussagen, wie man sie seit mehreren Jahrzehnten mit einer durch Hinweise auf Realit\u00e4ten nicht zu mindernden Wiederholungsfreude immer wieder von neuem vernehmen kann, nicht zu ersch\u00fcttern, obwohl die Erfahrungen der letzten drei\u00dfig Jahre uns hinl\u00e4nglich belehrt haben, da\u00df es nicht mehr darauf ankommen kann, den Gang der geschichtlichen Entwicklung vorauszubestimmen. Vielmehr: Ein neues Bewu\u00dftsein von der Realisierbarkeit der alten, auf die Vernunft und das Naturrecht gegr\u00fcndeten Utopien ist notwendig und mu\u00df sich im Dickicht unserer von den zivilisatorischen Tendenzen des Jahrhunderts gestellten Daseinsprobleme Bahn brechen. Die alten Gesellschaftsordnungen der Antike und des Mittelalters mit ihren Eigentumsverh\u00e4ltnissen und Klassenbildungen haben viele Jahrhunderte gebraucht, bis sie sich im Fortschritt des Bewu\u00dftseins der Freiheit erledigten und schlie\u00dflich von der b\u00fcrgerlichen Gesellschaft abgel\u00f6st wurden. Diese ist nur nach langen K\u00e4mpfen und mit Hilfe blutiger Revolutionen aus dem Scho\u00df der Zeit geboren worden. Es ist ein Wahn, wenn man versuchen will, die b\u00fcrgerliche Gesellschaftsordnung mit ihren Eigentumsverh\u00e4ltnissen und ihrer Klassenstruktur zu verewigen.<\/p>\n<h2 class=\"auto-created\"><span id=\"ernst-blochs-prinzip-hoffnung\">Ernst Blochs Prinzip Hoffnung<\/span><\/h2>\n<p>Mit diesen auf die Lehre von Marx gegr\u00fcndeten und von den Marxisten in Ernst Blochs unserem Jahrhundert propagierten Erkenntnissen hat die Weltbewegung des Kommunismus vom Prinzip Hoffnung her zu deuten versucht. Das Prinzip Hoffnung mu\u00df sich in den Raum der politischen Verwirklichung hinein \u00f6ffnen, wo das ideologische Hinterland gleichsam nur den Nachschub bereith\u00e4lt f\u00fcr die Front, an der das Novum, das hei\u00dft, die neue Gesellschaft und das neue Menschentum erk\u00e4mpft und der Umsturz vollzogen wird. Am Ende von Blochs Riesenwerk steht nicht der eschatologische Ausblick auf das tausendj\u00e4hrige Reich, das irgendwann einmal anbrechen soll, sondern der humane Aspekt des Marxismus, der die Entmenschlichung des Menschen aufheben und eine noch niemals im Gro\u00dfen und Allgemeinen bew\u00e4hrte Menschlichkeit verwirklichen will.<\/p>\n<h2 class=\"auto-created\"><span id=\"ziel-der-hoffnung-freiheit\">Ziel der Hoffnung:&nbsp; Freiheit<\/span><\/h2>\n<p>Das Ziel, auf das die Hoffnung gerichtet ist, wird mit dem viel gebrauchten und mi\u00dfbrauchten Begriff &#8222;Freiheit&#8221; bezeichnet; es ist die Freiheit im Sinne der Befreiung des Menschen von \u00fcberst\u00e4ndig gewordenen Einengungen und Zw\u00e4ngen wie von Strebungen und Vorstellungen, die sich in unserer Zeit als illusorisch erweisen m\u00fcssen. Es sind freilich die Freiheiten, die schon vom Liberalismus des 19. Jahrhunderts verk\u00fcndet wurden und die in unserem Jahrhundert noch einen b\u00fcrgerlichen Demokraten wie Franklin Delano Roosevelt dazu inspiriert haben, eine neue Weltordnung zu verk\u00fcnden und erste Blicke auf das gelobte Land einer befriedeten Menschheit zu werfen. Es ist die Freiheit von Not und die Freiheit von Furcht, die Freiheit der Entfaltung menschlicher Anlagen und die Freiheit der nicht zu vereitelnden Solidarit\u00e4t unter den Menschen; aber diese Freiheiten liegen nicht in einem fernen Reich, sondern sollen schon in unserer Epoche, die den Kommunismus hervorbringen wird, ihr Licht verbreiten, indem sie in gradueller, allm\u00e4hlicher Ann\u00e4herung realisierbar werden. Diese m\u00f6gliche Realisierung der Freiheiten soll den Menschen in eine Heimat f\u00fchren oder zur\u00fcckbringen, aus der er vertrieben wurde oder deutlicher gesagt: aus der er sich selbst herausgetrieben hat. Dadurch hat er sich von sich selbst und von seinen Mitmenschen entfremdet.<\/p>\n<h2 class=\"auto-created\"><span id=\"entfremdung\">Entfremdung<\/span><\/h2>\n<p>Entfremdung ist der Zustand seines Lebensgef\u00fchls geworden, weil in der Gesamtsituation, in die er geraten ist, die Beziehungen zwischen den Menschen als Verh\u00e4ltnisse zwischen Sachen und Dingen erscheinen und weil die durch die T\u00e4tigkeit der Menschen hervorgebrachten Produkte wie, auch die Verh\u00e4ltnisse, in denen er lebt und produziert, ihm als fremde, ihn beherrschende M\u00e4chte gegen\u00fcbertreten. Im Kapitalismus hat diese auf politisch-\u00f6konomischem, auf kulturellem und auf religi\u00f6sem Gebiet erfahrbare Entfremdung einen allumfassenden Charakter angenommen.<\/p>\n<h2 class=\"auto-created\"><span id=\"hegel-und-feuerbach\">Hegel und Feuerbach<\/span><\/h2>\n<p>Hegel hatte den Proze\u00df der Entfremdung als Selbstentfremdung durch die Vergegenst\u00e4ndlichung menschlicher Wesenskr\u00e4fte im Arbeitsproze\u00df gedeutet und die \u00c4u\u00dferung der Entfremdung unabh\u00e4ngig von den Bedingungen der Produktion und der Art der Aneignung ihrer Ergebnisse als einen rein geistigen Vorgang erkl\u00e4rt. Ludwig Feuerbach hatte dann die Selbstentfremdung des menschlichen Wesens als die verlorengegangene Einheit des Menschen mit dem Menschen, als den f\u00fchlbar gewordenen Gegensatz von Ich und Du, von Individuum und Gattung gedeutet. Zur Selbstentfremdung geh\u00f6re dann auch der Zwang, die Welt gleichsam zu verdoppeln und in einem Jenseits das zu suchen, was im Diesseits verloren gegangen ist: eine Heimat. In diesem Sinne seien die Religionen dann nichts anderes als illusion\u00e4re, phantastische Reflexe menschlicher Erfahrungen, in denen er sich nicht mit seinem Entfremdungszustand abfinden will. Aber diese geistigen und religi\u00f6sen Sch\u00f6pfungen des Menschen, die Imaginationen einer zweiten, jenseitigen Welt, k\u00f6nnen die verlorene Heimat nicht ersetzen oder wiederkehren lassen. In diesen religi\u00f6sen Sch\u00f6pfungen treten dem Menschen wieder objektive, ihn ihrer Willk\u00fcr ausliefernde M\u00e4chte entgegen, ohne da\u00df er sich der neuen Entfremdung bewu\u00dft wird, mit der er sich seinen eigenen Gedankensch\u00f6pfungen unterwirft.<\/p>\n<h2 class=\"auto-created\"><span id=\"entfremdungserfahrung-in-der-arbeit\">Entfrem&shy;dungs&shy;er&shy;fah&shy;rung in der Arbeit<\/span><\/h2>\n<p>Immerhin ist dieser Entfremdungsvorgang vergleichbar mit der Entfremdungserfahrung, die der Mensch in seiner Arbeit erlebt: Der Gegenstand, den die Arbeit produziert, also das Produkt, tritt ihm als ein fremdes Wesen, als eine vom Produzenten unabh\u00e4ngige Macht gegen\u00fcber. In der Bestimmung, da\u00df der Arbeiter sich zum Produkt seiner Arbeit wie zu einem fremden Gegenstand verh\u00e4lt, sind nun die Tatsachen begr\u00fcndet, da\u00df er sich in seiner Arbeit nicht bejaht, sondern verneint, da\u00df er sich ungl\u00fccklich f\u00fchlt und keine freie physische und geistige Energie entwickeln kann. Von hier aus sind dann alle dem Kapitalismus eigenen verh\u00e4ngnisvollen gesellschaftlichen und menschlichen Konsequenzen abzuleiten und all die Entfremdungsph\u00e4nomene zu erkl\u00e4ren, die in den Widerspr\u00fcchen zwischen dem Volk und dem Staat, zwischen pers\u00f6nlichen und gesellschaftlichen Interessen und zwischen dem nicht bewu\u00dft gewordenen Zwang und der bewu\u00dft gewordenen Freiheit im Verhalten und im Handeln zutage treten.<br \/>&#8222;Aber als ein letzthin freies Leben wurde stets ein Leben jenseits der Arbeit und der damit aufgeworfenen gesellschaftlichen Probleme gemeint. Was aber damit erstrebt wurde, erschien nur als Traum an den geschichtlichen R\u00e4ndern: R\u00fcckw\u00e4rts im Zeitalter, das deshalb ein Goldenes genannt wird und vorw\u00e4rts im Reich der Freiheit. Das Recht auf ein solches Leben in einer wahren Heimat klingt daher utopisch, und so wurde auch Naturrechtliches als Rechtsutopie bezeichnet.&#8221; Soweit Bloch.<\/p>\n<h2 class=\"auto-created\"><span id=\"naturrecht-der-strenge-vetter-der-utopie\">Naturrecht &ndash; der &bdquo;strenge Vetter der Utopie&rdquo;<\/span><\/h2>\n<p>Es sind einmal Sozialutopien als Erzeugnisse einer vorausschweifenden\u00a0 Phantasie, die von den Tatsachen der Entfremdung aus ins Reich des M\u00f6glichen dringt, zum andern ist es das Naturrecht, der strenge Vetter der Utopie, wie es im &#8222;Prinzip Hoffnung&#8221; hei\u00dft, das die Bedingungen der M\u00f6glichkeit eines unverminderten Menschseins in der Gesellschaft und damit der Aufhebung der Entfremdung bereith\u00e4lt. Das der nat\u00fcrlichen menschlichen Vernunft entspringende und von ihr geforderte Recht hat darum einen utopischen Charakter, weil es als das ewig gleiche Recht dem historischen Wandel nicht ausgesetzt ist und sich den historischen, politisch motivierten Rechtssatzungen einzelner Staaten und V\u00f6lker, also dem positiven Recht nicht anpassen mu\u00df. Im Gegenteil: Die wandelbaren geschichtlichen Rechtssatzungen m\u00fcssen sich, wenn sie an den ewig geltenden moralischen Normen gemessen werden, vor den Forderungen des Naturrechts legitimieren.<\/p>\n<h2 class=\"auto-created\"><span id=\"naturrecht-und-sozialutopien-abschaffung-des-elends-abschaffung-der-erniedrigung\">Naturrecht und Sozia&shy;l&shy;u&shy;to&shy;pien: Abschaffung des Elends &ndash; Abschaffung der Ernied&shy;ri&shy;gung<\/span><\/h2>\n<p>Wer das Naturrecht als ein Korrektiv f\u00fcr eine durch den Fortschritt der Zivilisation entfremdete Menschheit gebrauchen will, mu\u00df fragen, wie es einen Zusammenhang zwischen dem Naturrecht und den Sozialutopien geben kann. Die Bl\u00fcte des Naturrechts f\u00e4llt in das 17. und 18. Jahrhundert, die Sozialutopien haben im fr\u00fchen 19. Jahrhundert ihre klassisch zu nennende Auspr\u00e4gung gefunden. Sie sind im Zeichen der industriellen Revolution entworfen und verk\u00fcndet worden. Sie gehen, wie Bloch sagt, \u00fcberwiegend auf Gl\u00fcck, mindestens aber auf Abschaffung der Not und der Zust\u00e4nde, die diese erhalten oder produzieren und damit das Heimatrecht der Menschen auf dieser Erde in Abrede stellen. Die Naturrechtstheorien gehen \u00fcberwiegend auf W\u00fcrde, auf Menschenrechte, auf juristische Garantien der menschlichen Sicherheit und Freiheit als Kategorien des humanen Stolzes. Demgem\u00e4\u00df richtet sich die Sozialutopie vor allem auf Abschaffung des menschlichen Elends, das Naturrecht vor allem auf Abschaffung der menschlichen Erniedrigung. So ist das humanistische Element in Sozialutopien und Naturrechtslehren weitgehend verschieden. Um diesen Unterschied auf sinnf\u00e4llige Weise deutlich zu machen, kann man sagen: Bei den Sozialutopien geben die Ph\u00e4aken, beim Naturrecht gibt Brutus ein Modell.<\/p>\n<h2 class=\"auto-created\"><span id=\"historische-verschraenkungen\">Historische Verschr&auml;n&shy;kungen<\/span><\/h2>\n<p>Doch beide Manifestationen der Humanit\u00e4t haben eine lange Geschichte, und diese beweist, da\u00df es da zwischen beiden Gedankenrichtungen, die auf eine Wiederherstellung menschlicher Zust\u00e4nde und auf eine R\u00fcckkehr in die eigentliche menschliche Heimat zielen, Verschr\u00e4nkungen gibt.\u00a0.<br \/>Platon, die Stoa und Augustin entwarfen Idealstaaten, Thomas Morus, Campanella und Bacon schrieben ihre Utopien mit naturrechtlichen Seitenblicken. Die Stoa hat ihre Naturrechtslehre im engen Zusammenhang mit ihrer Weltstaatsutopie entwickelt. Aber auch das eigentliche klassische Naturrecht, das des 17. und 18. Jahrhunderts, ist mit den Sozialutopien durch einen Generalnenner verbunden: Durch die gleiche Art gutmachenwollender und wiederherstellender Projektion, wie Bloch sagt, und dies nicht nur in einem positiv konstruierenden, sondern auch in einem negativ ignorierenden Sinn.<br \/>Hier wie dort wird eine aus den Erfahrungen, das hei\u00dft aus gegebenen schlechten Umst\u00e4nden herr\u00fchrende Durchkreuzung fortgelassen; hier wie dort wird in reibungsloser Weise von der Natur des Menschen her und zur Natur des Menschen hin eine Zweckbeziehung mit besseren Mitteln als bisher ausgeformt. Der Unnatur der jeweils gegenw\u00e4rtigen Verh\u00e4ltnisse wird immer eine Art von sozialistischer Natur entgegen-gestellt. So hatten zu Beginn des 19. Jahrhunderts Samt Simon, Owen und Fourier verfahren.<\/p>\n<h2 class=\"auto-created\"><span id=\"marx-durchbruch-zur-konkretheit\">Marx&lsquo; Durchbruch zur Konkretheit<\/span><\/h2>\n<p>Marx aber sprengte die Abstraktheit und angebliche Ewigkeit der so ausgedachten vern\u00fcnftigen Theorien. Er nimmt, wie Bloch sagt, die Ma\u00dfe und vor allem die Wege des Sozialismus aus der dialektisch konkreten Geschichte statt aus der Privatheit des Besserwissenwollens und der von au\u00dfen herangebrachten unhistorischen Idee einer unver\u00e4nderlichen Menschlichkeit. \u00dcbrig blieben, wie Friedrich Engels von den Sozialutopien sagt, &#8222;die genialen Gedankenkeime und Gedanken, die unter der phantastischen H\u00fclle \u00fcberall und immer wieder hervorbrechen und f\u00fcr die die Philister blind sind&#8221;.<\/p>\n<h2 class=\"auto-created\"><span id=\"das-naturrecht-als-regulativ-des-sozialismus\">Das Naturrecht als Regulativ des Sozialismus<\/span><\/h2>\n<p>Das Naturrecht blieb trotz seiner von Marx angef\u00fchrten politisch-historischen Schw\u00e4che f\u00fcr den Sozialismus ein Regulativ, das hei\u00dft eine Zielvorstellung, von der aus unsere Erfahrungen und unsere Absichten auf ihre humane und moralische Bedeutsamkeit hin beurteilt werden. Der im Sozialismus enthaltene proletarische Humanismus ist nur durch die \u00dcberlieferung des Naturrechts denkbar. Marx selbst nimmt die vernichtete W\u00fcrde des Menschen in der Klasse mit radikalen Ketten als Argument, um auf eine Sph\u00e4re hinzuweisen, eine Sph\u00e4re der Inhumanit\u00e4t, welche kein besonderes Recht in Anspruch nimmt, weil kein besonderes Unrecht, sondern das Unrecht schlechthin in ihr ver\u00fcbt wird. Ein Unrecht schlechthin kann aber als solches weder bezeichnet, noch gemessen, noch gutgemacht werden, wenn kein Recht schlechthin und keine naturrechtliche Rechtsutopie anerkannt werden.<br \/>Die von Marx und Engels als das zu erreichende Ziel verk\u00fcndete Emanzipation des Menschen oder besser gesagt: zum Menschen hat zur Voraussetzung weniger den philanthropischen Affekt der Sozialutopien als das auf Vernunft und Gewissen gegr\u00fcndete Pathos des Naturrechts. Utopisch und naturrechtlich motiviert lautet die Maxime des Sozialismus: Keine menschliche W\u00fcrde ohne Ende der Not und kein den Menschen gem\u00e4\u00dfes Gl\u00fcck ohne das Ende alter und neuer Zw\u00e4nge, die den Menschen von sich und seinesgleichen in der Welt entfremden.<\/p>\n<h2 class=\"auto-created\"><span id=\"wesen-des-menschen\">&bdquo;Wesen des Menschen&rdquo;?<\/span><\/h2>\n<p>Wer auf diese Weise die Menschlichkeit des Menschen in einem utopischen Bewu\u00dftsein festzuhalten und durch naturrechtliche Forderungen zu sichern versucht, mu\u00df in die Gefahr geraten, den bis auf den heutigen Tag abgelaufenen und von Epoche zu Epoche auf immer neue, wechselnde Tendenzen gerichteten geschichtlichen Proze\u00df nur von den negativen Entfremdungsmomenten her zu erfassen. Es hat seine Bedenken, vom Menschen und der Menschlichkeit \u00fcberhaupt zu sprechen. Man schreibt dann dem Menschen ein Wesen oder eine Struktur zu, die einerseits intakt bleiben und andererseits gest\u00f6rt werden kann. Diese Rede vom Menschen ist, wie Hans Freyer sagt, f\u00fcr immer diskreditiert und sogar objektiv verdorben worden &#8211; durch die abstrakte Philosophie und vor allem durch die Politik, wobei die erstere f\u00fcr die Einbr\u00fcche der letzteren. erst die . M\u00f6glichkeit geschaffen hat. Dies ist dadurch zu erkl\u00e4ren, da\u00df f\u00fcr ein historisch verantwortliches politisches Handeln fernliegende utopische Ziele gesetzt sind und eine nicht praktikable Verfahrens- und Handlungsmethode durch naturrechtliche Vorschriften befolgt werden soll.<\/p>\n<h2 class=\"auto-created\"><span id=\"leeres-schema\">Leeres Schema<\/span><\/h2>\n<p>Nichts ist leichter, als das Wesen des Menschen schematisch festzulegen und alle konkreten Erf\u00fcllungen nur als historische Varianten, als zuf\u00e4llig und situationsbedingt abzutun. In der Leere des Schemas ist ja alles schon untergebracht, was man sp\u00e4ter vielleicht noch brauchen kann, um eine vorgegebene, mit Axiomen und Maximen ausgestattete Theorie zus\u00e4tzlich zu st\u00fctzen. So verfahren alle politischen Systeme, wenn sie die naturrechtliche Denkweise und einen zweckm\u00e4\u00dfig zusammengestellten Katalog der Menschenrechte zur Legitimierung ihrer Machtordnung und ihrer politischen Praktiken benutzen wollen. Die klassischen Grundrechte der liberalen Demokratie sind unter dem Zeichen der Humanit\u00e4t oder des Humanismus in der gleichen Weise in einem Katalog zusammengefa\u00dft worden, wie die Rechtsnormen und Rechtsforderungen f\u00fcr eine sozialistische Gesellschaftsordnung unter dem Zeichen eines realen Humanismus, wie ihn Marx und Engels verstanden, und auf den sich Lenin, Stalin und Mao tse tung immer wieder berufen haben.<\/p>\n<h2 class=\"auto-created\"><span id=\"kommunistischer-humanismus\">Kommu&shy;nis&shy;ti&shy;scher&nbsp; Humanismus<\/span><\/h2>\n<p>Auf jeden Fall ist einer Verwechslung des europ\u00e4isch-amerikanischen Humanismus oder Humanitarismus mit dem Humanismus der kommunistischen M\u00e4chte vorzubeugen, wenn auch nur am Rande utopische Gedanken von der Wiederherstellung einer verloren gegangenen Menschlichkeit und der R\u00fcckkehr in die eigentliche menschliche Heimat zur Rede stehen. &#8222;Im Sozialismus&#8221;, hei\u00dft es in einem als programmatisch anzusehenden sowjetischen Essay, &#8222;ist echte Menschenliebe nicht mit abstraktem, sei es religi\u00f6sem, sei es ethischem Humanismus und abstrakt aufgefa\u00dften Werten zu vereinbaren. Sie bildet eine organische Einheit mit der Unvers\u00f6hnlichkeit gegen\u00fcber den Feinden des Kommunismus, und das hei\u00dft der Menschlichkeit und der nat\u00fcrlichen Menschenrechte.&#8221;<\/p>\n<h2 class=\"auto-created\"><span id=\"mao-allgemeine-menschenliebe-erst-jenseits-der-klassengesellschaft\">Mao: Allgemeine Menschen&shy;liebe erst jenseits der Klassen&shy;ge&shy;sell&shy;schaft<\/span><\/h2>\n<p>In einem \u00e4hnlichen Sinn hat sich Mao tse tung in den Reden an die Schriftsteller und K\u00fcnstler im neuen China ge\u00e4u\u00dfert. &#8222;Manche Genossen sagen&#8221;, hei\u00dft es da, &#8222;da\u00df alles aus Liebe hervorgehen mu\u00df. Nehmen wir diese sogenannte Liebe als Beispiel &#8211; da m\u00fcssen wir doch erkennen, da\u00df es in der Klassengesellschaft nur die klassenbedingte Liebe gibt. Diese Genossen fordern eine \u00fcber den Klassen stehende allgemeine Menschenliebe, eine abstrakte Liebe, wie sie auch eine abstrakte Freiheit, eine abstrakte Wahrheit und eine abstrakte menschliche Natur fordern. Eine sogenannte Liebe zur Menschlichkeit hat es seit der Spaltung der Menschheit in Klassen nicht mehr gegeben. Die herrschenden Klassen haben sich wohl daf\u00fcr eingesetzt, Konfuzius und Tolstoi haben sie gefordert, aber sie ist ja nie verwirklicht worden. Die wahre Liebe zur Menschheit wird sicher einmal kommen, aber erst nach der Beseitigung der Klassen auf der Welt.&#8221;<br \/>Die in der Zukunft in einem noch fernliegenden Reich beheimatete wahre Humanit\u00e4t setzt also das System der Entfremdung oder der Entfremdungen voraus, in dem die menschlichen Reserven bereits vorhanden sind, aus denen in der Auseinandersetzung mit den Beharrungsm\u00e4chten der Zeit, f\u00fcr den Marxisten also im Klassenkampf, die Hoffnung auf die Erf\u00fcllung des \u00e4ltesten Traums der Menschheit gesch\u00f6pft wird.<\/p>\n<h2 class=\"auto-created\"><span id=\"welche-reserven-hat-die-menschheit-noch-fuer-eine-bessere-zukunft\">Welche Reserven hat die Menschheit noch f&uuml;r eine bessere Zukunft?<\/span><\/h2>\n<p>Wer die in der Gegenwart zu allgemeiner Erfahrung gewordene reduzierte Menschlichkeit von der Erwartung einer besseren Zukunft her mit Sinn erf\u00fcllen will, ist vor drei wichtige Fragen gestellt: Sind die Kr\u00e4fte oder die Reserven noch so intakt, da\u00df sie die Hoffnung auf die bessere Zukunft rechtfertigen? K\u00f6nnen sie ohne Verf\u00e4lschung mobilisiert werden? Und: Besitzen sie gen\u00fcgend Elastizit\u00e4t oder Wandlungsf\u00e4higkeit, um in den noch zu bestehenden Entfremdungssituationen Hoffnungen auf eine L\u00f6sung der R\u00e4tsel unseres Daseins beleben zu k\u00f6nnen? Ein Denker wie Theodor W. Adorno hat auf diese drei Fragen mit Nein geantwortet. Die Dialektik des Weltlaufs im Proze\u00df der Geschichte kann nur einen negativen Sinn zur Erkenntnis bringen. Die Natur l\u00e4\u00dft sich mit der Zivilisation nicht vers\u00f6hnen, und die Geschichte der Menschheit wird niemals in ein Paradies einm\u00fcnden.<\/p>\n<h2 class=\"auto-created\"><span id=\"adornos-negative-dialektik\">Adornos Negative Dialektik<\/span><\/h2>\n<p>F\u00fcr Hegel und f\u00fcr Marx lag der Sinn der Dialektik in der Negation der Negation, was einen Umschlag ins Positive und zugleich die Gewi\u00dfheit des Positiven bedeuten mu\u00dfte; denn dadurch kam das Denken und der die Negativit\u00e4ten immer wieder herausstellende Proze\u00df der Geschichte ja zu einem Ende, und die Identit\u00e4t von Vernunft und Wirklichkeit war erreicht. Die Negativit\u00e4ten sind aber weder im Begriff noch in der Hoffnung auf ein m\u00f6gliches Reich allgemeiner Menschenliebe aufl\u00f6sbar und mit dieser unserer Welt und Wirklichkeit nicht identifizierbar. In einer negativen Dialektik &#8211; so hei\u00dft der Titel von Adornos Hauptwerk &#8211; ist Dialektik nur der Abdruck eines allgemeinen Verblendungszusammenhangs, der weder durch Harmonisierungen noch durch Utopien beseitigt werden kann. Denn das Weltsystem ist und bleibt das allerbedingteste derer, die dar\u00fcber verf\u00fcgen und nicht einmal wissen, wie sehr es ihr eigenes ist. &#8222;Der materielle gesellschaftliche Produktionsvorgang als das bestimmende Moment der Geschichte ist ein Unauf gel\u00f6stes, Unvers\u00f6hntes und ein Unaufl\u00f6sbares und Unvers\u00f6hnbares.&#8221; Dies die Worte Adornos.<\/p>\n<h2 class=\"auto-created\"><span id=\"sorel-rational-aufgeputzte-mythen\">Sorel: Rational aufgeputzte Mythen<\/span><\/h2>\n<p>Will man aus der Geschichte eine Anweisung auf eine L\u00f6sung der Menschheitsprobleme finden, so wird man, wie Georges Sorel das ausgedr\u00fcckt hat, nur rational aufgeputzten Mythen begegnen, von denen die Menschen in Bewegung gehalten wurden. Und es sind dann nur primitive Triebe aus dunklen Schichten des Menschentums, die unter dem Motto von Freiheit, Gleichheit und Br\u00fcderlichkeit emporschie\u00dfen und in einer b\u00fcrokratisch verwalteten technisch industriellen Umwelt die Chancen f\u00fcr eine zivilisierte Barbarei wittern und auch zu ergreifen versuchen.<\/p>\n<h2 class=\"auto-created\"><span id=\"menschlichkeit-forderung-und-stets-bedrohte-position\">Mensch&shy;lich&shy;keit: Forderung und stets bedrohte Position<\/span><\/h2>\n<p>Dies ist also ein Aspekt der Zukunft, in dem die Entfremdungen gleichsam verewigt sind. Aber in der Geschichte sind ja auch diejenigen Situationen zu erkennen, aus denen realisierte Begriffe des Menschen und der Menschlichkeit abgelesen werden k\u00f6nnen. Die Menschheit hat ihre Menschlichkeit erworben und gewahrt, indem sie von Epoche zu Epoche diese Menschlichkeit in bestimmten Situationen zur Geltung brachte, und eine verlorene Menschlichkeit wurde wiedergewonnen, indem sie durch Wandlungen ihrer selbst noch immer einer entfremdeten Umwelt Herr wurde, in die sie sich verirrt oder in die sie sich gewagt hatte. Das Naturrecht hatte richtig erkannt, da\u00df Menschlichkeit eine Forderung ist und zugleich eine Position, die immer bedroht bleibt.\u00a0,<\/p>\n<h2 class=\"auto-created\"><span id=\"eine-insel-des-sinns\">Eine Insel des Sinns<\/span><\/h2>\n<p>In jedem einzelnen Fall ist die Menschlichkeit in der Geschichte eine Insel gewesen, eine Insel des Sinns in einer zwar nicht sinnlosen aber nicht-menschlichen Welt, eine Insel, die, sei es in gl\u00fcckhafter Fahrt, sei es im Abenteuer, sei es im Schiffbruch erreicht worden ist und die nun auch in Zukunft gehalten werden mu\u00df. Von dieser Insel aus sind die gegen unser Jahrhundert gerichteten Tendenzen zu erkennen, die den mit dem Fortschritt der technisch industriellen Zivilisation herbeigef\u00fchrten Entfremdungen ein Paroli bieten und die M\u00f6glichkeit der R\u00fcckkehr in eine Heimat im Blick behalten, in der der mit Vernunft begabte Mensch dem Menschen ein Helfer sein wird.<\/p>\n","protected":false},"featured_media":0,"template":"","categories":[],"tags":[667],"autoren":[2357],"publikationen":[1311],"class_list":["post-12097","publikation","type-publikation","status-publish","hentry","tag-vorgaenge-artikel","autoren-johann-ludwig-doederlein","publikationen-26-vorgaenge"],"acf":[],"yoast_head":"<!-- This site is optimized with the Yoast SEO plugin v28.6 - https:\/\/yoast.com\/product\/yoast-seo-wordpress\/ -->\n<title>Das Reservat der Utopie und der R\u00fcckkehr zur Heimat - Humanistische Union<\/title>\n<meta name=\"robots\" content=\"index, follow, max-snippet:-1, max-image-preview:large, max-video-preview:-1\" \/>\n<link rel=\"canonical\" href=\"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/vorgaenge\/26-vorgaenge\/publikation\/das-reservat-der-utopie-und-der-rueckkehr-zur-heimat\/\" \/>\n<meta property=\"og:locale\" content=\"de_DE\" \/>\n<meta property=\"og:type\" content=\"article\" \/>\n<meta property=\"og:title\" content=\"Das Reservat der Utopie und der R\u00fcckkehr zur Heimat - Humanistische Union\" \/>\n<meta property=\"og:description\" content=\"aus: vorg\u00e4nge Nr.26 (Heft 2\/1977), S. 49-57 Die Sehnsucht nach einem verlorenen Paradies, der Traum von einem Reich der Freiheit und Gerech&shy;tig&shy;keit ist dem Bewu&szlig;tsein der gepeinigten Menschheit unterlegt um ihres &Uuml;berlebens willen. 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