{"id":12100,"date":"2017-12-21T11:39:00","date_gmt":"2017-12-21T10:39:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/publikation\/deutschland-in-mit-und-fuer-europa-ein-europaeischer-blick-aus-spanien-1\/"},"modified":"2021-08-30T15:42:45","modified_gmt":"2021-08-30T13:42:45","slug":"deutschland-in-mit-und-fuer-europa-ein-europaeischer-blick-aus-spanien-1","status":"publish","type":"publikation","link":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/vorgaenge\/220-vorgaenge\/publikation\/deutschland-in-mit-und-fuer-europa-ein-europaeischer-blick-aus-spanien-1\/","title":{"rendered":"Deutschland in, mit und f\u00fcr Europa* &#8211; Ein europ\u00e4ischer Blick aus Spanien"},"content":{"rendered":"<p>vorg&auml;nge Nr. 220 (Heft 4\/2017), S. 93 &#8211; 103<\/p>\n<p><i>An Deutschlands Rolle in der EU gibt es verschiedenste Erwartungen &ndash; innerhalb der deutschen Parteienlandschaft, aber mehr noch von unseren europ&auml;ischen Nachbarn. Welche Vorschl&auml;ge zur &Uuml;berwindung der derzeitigen Krise der EU im Raum stehen, woran sich die deutsche (Europa-)Politik bisher orientiert und welche Rolle Deutschland bei den anstehenden Reformen spielen k&ouml;nnte und sollte, schildert der folgende Beitrag.<\/i><\/p>\n<p>Die Einladung, &uuml;ber das Thema Deutschland in Europa zu schreiben, bringt mich in die Verlegenheit, mich zu einer Problematik zu &auml;ussern, &uuml;ber die mittelfristig kein Konsens zu erreichen sein wird. Ich will es dennoch versuchen.<\/p>\n<h2 class=\"auto-created\"><span id=\"ausgangspunkt\">Ausgangs&shy;punkt <\/span><\/h2>\n<p>Ohne die nationalen Interessen der EU-Staaten vernachl&auml;ssigen zu wollen, meine ich, dass es nicht mehr zeitgem&auml;&szlig; ist, als europ&auml;ischer B&uuml;rger in nationalen Kategorien zu denken. Daraus entsteht f&uuml;r mich die b&uuml;rgerliche Pflicht, Europa als Ganzes im Blick zu haben. Es darf nicht mehr um Germany, France oder Spain first, sondern z. B. f&uuml;r alle Sozialfragen nur um European citizens and their protection first gehen. Schon das Grundgesetz verweist uns auf die Herstellung gleichwertiger Lebensverh&auml;ltnisse als Ziel (Art.&nbsp;72 Abs.&nbsp;2 GG) der deutschen Politik. Das muss heute auf die europ&auml;ische Politik &uuml;bertragen werden. Wenn Deutschland eine moralische Nation[1] bleiben m&ouml;chte, muss es solidarisch sein; jegliche Argumentation im Dienste von nationalen Interessen gegen sozialeurop&auml;ische Politiken und gegen eine Transfer-Union disqualifiziert sich selbst als national-demagogischer Populismus. Obwohl die Situation im Moment von der Mehrheit getragen scheint, m&ouml;chte ich nicht ausschliessen, dass sie sich morgen zum Besseren wendet.<\/p>\n<p>Die Rede des franz&ouml;sischen Pr&auml;sidenten Emmanuel Macron in La Sorbonne[2] &uuml;ber eine Neugr&uuml;ndung der EU, die Rede Jean-Claude Junckers vor dem Europ&auml;ischen Parlament[3] und die Beschl&uuml;sse &uuml;ber soziale Rechte in G&ouml;teborg[4] kommen mir zu Hilfe, um mich mit der Neugr&uuml;ndung der EU n&auml;her zu befassen. Dabei werde ich mich hier auf Europa als Sozialunion (1.) und auf die vorgeschlagenen Reformen der Wirtschafts- und W&auml;hrungsunion (2.) beschr&auml;nken.<\/p>\n<h2 class=\"auto-created\"><span id=\"1-europa-als-sozialunion\">1. Europa als Sozialunion <\/span><\/h2>\n<p>F&uuml;r das Projekt einer europ&auml;ischen Sozialunion ist die Situation in Deutschland ausschlaggebend. Als Europ&auml;er habe ich in dieser Beziehung manche Bedenken: zun&auml;chst die wachsende Ungleichheit, die sich in einer Zunahme prek&auml;rer Arbeitspl&auml;tze, niedriger L&ouml;hne und von Armutsrenten in Deutschland &auml;u&szlig;ert.<br \/>Zwar w&auml;chst die deutsche Wirtschaft st&auml;rker denn je, hat die Zahl der Arbeitslosen 2017 einen Tiefstand erreicht, sprudeln die Steuerquellen und geht es den Deutschen in den Meinungsumfragen gut oder sogar sehr gut. In einer solchen Situation ist es aber nicht zu verstehen, dass sich die Armut in der Bev&ouml;lkerung ausbreitet und 25 Prozent der Deutschen ums soziale &Uuml;berleben k&auml;mpfen m&uuml;ssen.<br \/>Schlimmer noch ist der von allen Seiten wahrgenommene und anerkannte Bildungsnotstand: der Mangel an Lehrkr&auml;ften, die unzureichende Infrastruktur, chaotische Lehrprogramme, regressive F&ouml;rderung und daraus folgende Atomisierung sowie eine ziellose Beschleunigung der wissenschaftlichen Forschung &hellip; Als Europ&auml;er kann ich diese bedauerliche Situation im prosperierenden Deutschland nicht guthei&szlig;en. <br \/>Ebensowenig kann als selbstverst&auml;ndlich hingenommen werden, dass unsere europ&auml;ischen Gesellschaften seit der Agenda 2010 von Bundeskanzler Gerhard Schr&ouml;der unter dem Sozialdumping deutscher Unternehmer zu leiden haben, wie etwa Paul Krugman, Joseph E. Stiglitz und selbst die Welthandelsorganisation (WHO) und die Europ&auml;ische Kommission es dem ordoliberalen Finanzminister Wolfgang Sch&auml;uble und der Kanzlerin Angela Merkel in der letzten Dekade wiederholt vorgeworfen haben.<\/p>\n<p>Seit dem Ausbruch der europ&auml;ischen Finanzkrise 2008 ist der Ruf nach europ&auml;ischer Solidarit&auml;t un&uuml;berh&ouml;rbar. Gemeint ist u.a Deutschland, nicht nur weil es sich um das reichste Land handelt, sondern auch, weil die skrupellose Gesch&auml;ftsf&uuml;hrung der deutschen Banken[5] und die gnadenlose Austerit&auml;tspolitik von Finanzminister Sch&auml;uble in unseren L&auml;ndern zum Abbau sozialer Rechte gef&uuml;hrt hat: Sozialleistungen wurden gek&uuml;rzt, Tarifvertragssysteme dezentralisiert, Mindestl&ouml;hne und Geh&auml;lter im &ouml;ffentlichen Dienst eingefroren oder gesenkt. In diesem Zusammenhang darf daran erinnert werden, dass Deutschland 1953 seinerseits in den Genuss eines gro&szlig;z&uuml;gigen Schuldenschnitts seitens der westlichen Siegerm&auml;chte kam.<\/p>\n<p>Keiner brachte wohl die Situation besser auf den Punkt als Altkanzler Helmut Schmidt in seiner Rede auf dem SPD-Bundesparteitag 2011:<br \/>&#8222;Unsere geopolitische Zentrallage, dazu unsere ungl&uuml;ckliche Rolle im Verlaufe der europ&auml;ischen Geschichte bis in die Mitte des 20. Jahrhunderts, dazu unsere heutige Leistungsf&auml;higkeit, all dies zusammen verlangt von jeder deutschen Regierung ein sehr hohes Ma&szlig; an Einf&uuml;hlungsverm&ouml;gen in die Interessen unserer EU-Partner. Und unsere Hilfbereitschaft ist unerl&auml;sslich.<br \/>Wir Deutschen haben doch unsere gro&szlig;e Wiederaufbau-Leistung der letzten sechs Jahrzehnte auch nicht allein und nur aus eigener Kraft zustande gebracht. Sondern sie w&auml;re nicht m&ouml;glich gewesen ohne die Hilfe der westlichen Siegerm&auml;chte, nicht ohne unsere Einbettung in die europ&auml;ische Gemeinschaft und das atlantische B&uuml;ndnis, nicht ohne die Hilfen durch unsere Nachbarn, nicht ohne den politischen Aufbruch im Osten Mitteleuropas und nicht ohne das Ende der kommunistischen Diktatur. Wir Deutschen haben Grund zur Dankbarkeit. Und zugleich haben wir die Pflicht, uns der empfangenen Solidarit&auml;t w&uuml;rdig zu erweisen durch unsere eigene Solidarit&auml;t mit unseren Nachbarn! &#8230; Die deutschen Politiker und die deutschen Medien haben die verdammte Pflicht und Schuldigkeit, diese Einsicht nachhaltig in der &ouml;ffentlichen Meinung zu vertreten.&#8220;[6]<\/p>\n<p>Auch Jean-Claude Juncker hat das europ&auml;ische Bed&uuml;rfnis nach Solidarit&auml;t in seiner Rede zur Lage der Union unterstrichen: <br \/>&#8222;Wenn wir der sozialen Fragmentierung und dem Sozialdumping in Europa ein Ende setzen wollen, sollten die Mitgliedstaaten sich so schnell wie m&ouml;glich &#8230; auf die europ&auml;ische S&auml;ule sozialer Rechte einigen.&#8220;[7]<\/p>\n<p>Nach dem letzten Europagipfel zum Thema Faire Arbeitspl&auml;tze und Wachstum am 17. November 2017 in G&ouml;teborg soll die europ&auml;ische S&auml;ule sozialer Rechte neue und wirksamere Rechte f&uuml;r die B&uuml;rger gew&auml;hrleisten. Sie hat im Wesentlichen drei Dimensionen: Chancengleichheit und Arbeitsmarktzugang, faire Arbeitsbedingungen, Sozialschutz und soziale Inklusion. Der Gastgeber, die schwedische Regierung unter Stefan L&ouml;fven, vertritt seit Langem die Position, dass sich die EU effektiver f&uuml;r die Verbesserung der Lebens- und Arbeitsbedingungen ihrer B&uuml;rger einsetzen solle: <br \/>&#8222;Die EU-Mitgliedstaaten und die EU-Institutionen m&uuml;ssen Entschlossenheit und Engagement zeigen, um die Zuversicht und das Vertrauen in die Zukunft zu st&auml;rken. Wir m&uuml;ssen konkrete Ergebnisse erzielen und den Alltag der Menschen verbessern. 2016 auf dem Gipfel von Bratislava haben wir eine echte Debatte &uuml;ber die Zukunft der EU angestossen, die durch das Anfang 2017 ver&ouml;ffentlichte Weissbuch der Europ&auml;ischen Kommission konkrete Formen angenommen hat. Im Rahmen dieser Debatte haben wir keinen Zweifel daran gelassen, dass ein gerechteres und sozialeres Europa das Herzst&uuml;ck unserer Union sein muss.<br \/>Der EU kommt hierbei eine wichtige unterst&uuml;tzende Rolle zu, was sich in der Entschlossenheit dieser Kommission widerspiegelt, soziale Priorit&auml;ten und soziale Gerechtigkeit in den Mittelpunkt all ihres Handelns zu stellen.&#8220;[8] <br \/>Was ist von der G&ouml;teborg-Erkl&auml;rung zu halten? Gewiss verspricht sie in zwanzig Punkten unter anderem ein Recht auf faire L&ouml;hne, auf einen geregelten K&uuml;ndigungsschutz, Absicherung bei Arbeitslosigkeit sowie Gesundheitsversorgung und Pflege. Die Umsetzung obliegt aber den Mitgliedstaaten. Das Problem dabei ist, dass diese Rechte nur proklamiert wurden und die Standards nicht rechtsverbindlich und viel zu wenig konkret sind, wie Gewerkschaften und linke Parteien kritisieren.<\/p>\n<p>Nach Einsch&auml;tzung des DGBs <br \/>&#8222;handelt es sich bei der Europ&auml;ischen S&auml;ule sozialer Rechte letztlich um eine Zusammenfassung des bestehenden Rechts mit einigen grundlegenden Prinzipien aus Sicht der Europ&auml;ischen Kommission. &hellip; Insofern ist es nur der allerkleinste gemeinsame Nenner, auf den sich die Europ&auml;ische Kommission festlegen wollte und\/oder konnte.&#8220;[9] <br \/>DGB-Chef Reiner Hoffmann fordert deshalb, dass die S&auml;ule rechtsverbindlich und mit einem klaren sozialpolitischen Aktionsprogramm unterf&uuml;ttert wird.[10] Hoffmann schl&auml;gt eine soziale Roadmap vor, anhand derer die Menschen nachvollziehen k&ouml;nnten, ob ihre L&ouml;hne wieder steigen, die Tarifbindung wieder zunimmt, Sozialleistungen wieder Sicherheit und Schutz in Zeiten rasanter Ver&auml;nderungen geben, Arbeitslosigkeit deutlich abnimmt und Arbeitspl&auml;tze wieder sicherer werden. Daf&uuml;r sollte eine soziale Fortschrittsklausel in den EU Vertr&auml;gen verankert werden.<br \/>Auch der franz&ouml;sische Pr&auml;sident Emmanuel Macron hat dazu Stellung genommen und seine Idee eines neu gegr&uuml;ndeten souver&auml;nen Europas ins Spiel gebracht:<br \/>&#8222;Wir k&ouml;nnen dem Weg der nationalen Abschottung nicht mehr folgen. &hellip; Es liegt an uns und an Euch, den einzigen Weg, der unsere Zukunft sichert, zu ebnen, und davon m&ouml;chte ich heute sprechen. Es ist die Neubegr&uuml;ndung eines souver&auml;nen, geeinten und demokratischen Europa. &hellip; Das Europa, wie wir es kennen, ist zu schwach, zu langsam, zu ineffizient, aber allein Europa kann uns seine Handlungsf&auml;higkeit in der Welt geben angesichts der grossen Herausforderungen dieser Zeit.<br \/>In einem Wort: Allein Europa kann tats&auml;chlich Souver&auml;nit&auml;t gew&auml;hrleisten, das heisst, die F&auml;higkeit, in der heutigen Welt zu bestehen, um unsere Werte und unsere Interessen zu verteidigen. Es gilt, eine europ&auml;ische Souver&auml;nit&auml;t aufzubauen und es besteht eine Notwendigkeit, sie aufzubauen. Warum? Weil das, was unsere Identit&auml;t ausmacht, dieses Wertegleichgewicht, dieses Verh&auml;ltnis zur Freiheit, zu den Menschenrechten, zur Gerechtigkeit etwas nie Dagewesenes auf diesem Planeten ist. Die Treue zur Marktwirtschaft, aber auch die zur sozialen Gerechtigkeit sind gleich wichtig. &hellip; <br \/>Wir k&ouml;nnen auch dem Weg der nationalen Abschottung nicht mehr folgen. Das w&auml;re ein kollektiver Untergang. &hellip; <br \/>Es liegt an uns und an euch, den einzigen Weg, der unsere Zukunft sichert, zu ebnen, und davon m&ouml;chte ich heute sprechen. Es ist die Neubegr&uuml;ndung eines souver&auml;nen, geeinten und demokratischen Europa. Haben wir gemeinsam den Mut, uns diesen Weg zu bahnen. Wie ich den Franzosen gegen&uuml;ber in jedem Augenblick dazu stand, so sage ich es heute mit ungebrochener &Uuml;berzeugung: Das Europa, wie wir es kennen, ist zu schwach, zu langsam, zu ineffizient, aber allein Europa kann uns eine Handlungsf&auml;higkeit in der Welt geben angesichts der gro&szlig;en Herausforderungen dieser Zeit.<br \/>In einem Wort: Allein Europa kann tats&auml;chliche Souver&auml;nit&auml;t gew&auml;hrleisten, das hei&szlig;t, die F&auml;higkeit, in der heutigen Welt zu bestehen, um unsere Werte und unsere Interessen zu verteidigen. Es gilt, eine europ&auml;ische Souver&auml;nit&auml;t aufzubauen und es besteht eine Notwendigkeit, sie aufzubauen. Warum? Weil das, was unsere Identit&auml;t ausmacht, was unsere tiefe Identit&auml;t pr&auml;gt, dieses Wertegleichgewicht, dieses Verh&auml;ltnis zur Freiheit, zu den Menschenrechten, zur Gerechtigkeit ist etwas nie Dagewesenes auf diesem Planeten. Die Treue zur Marktwirtschaft, aber auch die zur sozialen Gerechtigkeit ist ebenso wichtig.&#8220; (Macron v. 26.9.2017, S. 3)<br \/>&#8222;Ein Europa, das zusammensteht, um Menschen zu sch&uuml;tzen, einzugreifen, Leben zu retten, das ist ein Europa, das den Sinn f&uuml;r diese Br&uuml;derlichkeit wiederfindet, die wir in dessen Mittelpunkt gestellt haben, das sich aus seinen Beschw&ouml;rungen l&ouml;st, um konkret zu handeln und zu zeigen, welche Kraft im gemeinsamen Handeln steckt.&#8220;[11]<br \/>Wie reagiert Deutschland auf solche &Auml;usserungen? J&uuml;rgen Habermas hat vor einigen Wochen vor der reflexhaften Haltung Deutschlands gegen&uuml;ber Europa gewarnt: &#8222;Was das uns Deutsche wieder kostet? &hellip; sollte nicht die Antwort auf den franz&ouml;sischen Pr&auml;sidenten sein&#8220;[12], so der einpr&auml;gsame Titel seiner Empfehlungen. Die Melodie ist mir von anderer Seite her bekannt: Deutschland war auch im Jahr 2016 wieder der mit Abstand gr&ouml;sste Nettozahler der EU: Rund 13 Milliarden Euro betrug die Differenz zwischen dem deutschen Beitrag und den R&uuml;ckfl&uuml;ssen aus den Gemeinschaftst&ouml;pfen der Union. Auch im Verh&auml;ltnis zur Wirtschaftsleistung ist Deutschland mit 0,4 Prozent seines nationalen Bruttoeinkommens der gr&ouml;&szlig;te Nettobeitragszahler. Zweitgr&ouml;&szlig;ter Nettozahler war im vergangenen Jahr Frankreich mit 8,2 Milliarden Euro, was einem starken Anstieg um ganze 2 Milliarden Euro entspricht.[13]<br \/>Ein gener&ouml;ses Deutschland also? Haushaltskommissar G&uuml;nther Oettinger behauptet, die Nettobeitragszahler seien in Wahrheit die gr&ouml;&szlig;ten Nutznie&szlig;er des Haushalts: sie profitierten gesamtwirtschaftlich durch Arbeitspl&auml;tze, Exporte und Investitionen. In dieser Sicht entspricht der deutsche Beitrag eben dem Preis f&uuml;r den Binnenmarkt; oder wie Kommissionspr&auml;sident Jean-Claude Juncker sagen w&uuml;rde: es handelt sich um den Beitrag zum sozialen Zusammenwachsen der EU. [14]<br \/>Der Publizist Hendrik Kafsack weist in einem Artikel in der FAZ auf die Ambiguit&auml;t der G&ouml;teborg-Beschl&uuml;sse hin: <br \/>&#8222;Die Bef&uuml;rworter der Sozialunion versp&uuml;ren nach dem Brexit &#8230; R&uuml;ckenwind, zumal durch den Wahlsieg Macrons. Juncker und Macron sind entschlossen, der EU einen &#8217;sozialen Stempel&#8216; aufzudr&uuml;cken. Die bittere Ironie liegt darin, dass die EU mit der Proklamierung der &#8218;S&auml;ule sozialer Rechte&#8216;, unabh&auml;ngig davon, wessen Sichtweise sich durchsetzt, der Euroskepsis Vorschub leisten wird. Bleibt es am Ende bei einer blo&szlig;en Proklamation ohne Folgen, werden sich die Anh&auml;nger der Sozialunion in Frankreich und anderswo endg&uuml;ltig von der EU abwenden. &#8230; Schreitet die EU aber tats&auml;chlich auf dem Weg in die Sozialunion voran, weckt sie in den L&auml;ndern, die wie Deutschland die zus&auml;tzlichen Transfers bezahlen m&uuml;ssen, neue Euroskepsis.&#8220;[15] <br \/>Diese Bef&uuml;rchtung scheint gerechtfertigt, zumal auch die unverzeihlichen Unzul&auml;nglichkeiten der europ&auml;ischen S&uuml;dl&auml;nder nicht so leicht vom Tisch zu wischen sind. Es bleibt zu beklagen, dass die &ouml;ffentliche Finanz-Misere der Mittelmeer-L&auml;nder teilweise in der unf&auml;higen, wenn nicht korrupten Politik, der weiten Verbreitung von Steuerdelikten, der ineffizienten &ouml;ffentlichen Verwaltung und dem Mangel an Unternehmer-Initiative ihre Erkl&auml;rung findet.[16] Die deutsche Besorgnis entbehrt durchaus nicht einer gewissen Grundlage. Deshalb m&uuml;ssten die europ&auml;ische Sozialreformen zugleich garantieren, dass kein Missbrauch <i>(moral hazard)<\/i> mit ihnen getrieben wird.<\/p>\n<h2 class=\"auto-created\"><span id=\"2-reformen-in-der-wirtschafts-und-waehrungsunion\">2. Reformen in der Wirtschafts- und W&auml;hrungs&shy;u&shy;nion<\/span><\/h2>\n<p>Pr&auml;sident Macron unterstreicht, dass sein Projekt, die Wirtschafts- und W&auml;hrungsunion zu reformieren, im Zusammenhang mit der Arbeitslosigkeit und der Schaffung von Arbeitspl&auml;tzen zu sehen ist:<br \/>&#8222;Souver&auml;nit&auml;t bedeutet schlie&szlig;lich Wirtschafts-, Industrie- und W&auml;hrungsmacht. &hellip; Aber eine nachhaltige Wirtschaftsmacht kann nur mit Hilfe einer gemeinsamen W&auml;hrung entstehen, weshalb mir soviel an dem Ziel einer Eurozone gelegen ist. &hellip; Denn ausgehend von dieser Wirtschafts- und W&auml;hrungsunion, innerhalb dieses Gremiums, k&ouml;nnen wir das Herzst&uuml;ck eines integrierten Europa schaffen. &hellip; Unsere Herausforderung inmitten der Eurozone besteht darin, herauszufinden, wie wir es schaffen, aus dieser Zone eine Wirtschaftsmacht zu machen, die mit China und den USA konkurrieren kann und wie es uns gelingt, das zu erreichen, woran wir seit zehn Jahren scheitern: Arbeitspl&auml;tze zu schaffen und daf&uuml;r zu sorgen, dass die Generation der heutigen Jugend nicht zu einer Generation wird, die durch unsere Missst&auml;nde und unsere Ungleichgewichte zur Arbeitslosigkeit verdammt ist!&#8220;[17]<br \/>Besonderen Wert legt Macron auf die Erreichung von Konvergenz und Stabilit&auml;t eines europ&auml;ischen Haushalts, der Mittel zur Stabilisierung von Wirtschafts-Krisen zur Verf&uuml;gung stellen soll. Dieser soll von einem durch das Europ&auml;ische Parlament kontrollierten Finanzminister gef&uuml;hrt werden.<br \/>Schlie&szlig;lich betrachtet Macron die Solidarit&auml;t, neben der Kultur, als einen Grundpfeiler seines Europa, ohne mit Kritik an der Austerit&auml;ts- und Wettbewerbspolitik von Merkel und Sch&auml;uble der letzten Dekade zu sparen:<br \/>&bdquo;Auf der Solidarit&auml;t will ich beharren, da wir seit zehn Jahren in Europa viel &uuml;ber Verantwortung gesprochen, aber die Solidarit&auml;t untereinander vergessen haben. [&hellip;] Der gemeinsame Markt, der eigentliche Geist Europas, ist, wie es Jacques Delors sagte, &sbquo;die belebende Konkurrenz, die st&auml;rkende Zusammenarbeit und die vereinende Solidarit&auml;t&lsquo;. Gleichzeitig m&uuml;ssen wir die Essenz dieses Gleichgewichts wiederfinden, damit der regellose Wettbewerb nicht zu einer endg&uuml;ltigen Spaltung f&uuml;hrt.&#8220;[18]<br \/>Die Ideen des franz&ouml;sischen Pr&auml;sidenten enden nicht mit diesen Worten; er fordert zudem mehr Gerechtigkeit und mehr soziale Konvergenz. Dazu macht er zwei konkrete Vorschl&auml;ge, die eine soziale Konvergenz beim Mindestlohn und bei den Sozialversicherungsstandards einschlie&szlig;en. Er schl&auml;gt vor, <br \/>&#8222;dass wir uns auf eine echte Sozialkonvergenz verst&auml;ndigen und schrittweise unsere [nationalen &ndash; ALP] Sozialmodelle einander ann&auml;hern. Das ist vollkommen vereinbar mit unserer globalen Wettbewerbsf&auml;higkeit. &#8230; Nun ist ein R&uuml;ckzug im Gange, der genau daher r&uuml;hrt; &uuml;berall dort, wo die Demokratien dieses Ziel auf die Spitze getrieben haben, zugunsten einer Wettbewerbsf&auml;higkeit ohne Gerechtigkeit, sind sie an ihre Grenzen gesto&szlig;en.&#8220;[19]<br \/>Nat&uuml;rlich ist sich Macron der Schwierigkeiten seines Projektes voll bewusst: &#8222;Das Unaussprechliche auf Deutsch ist der Finanztransfer, das Unaussprechliche auf Franz&ouml;sisch ist die Vertrags&auml;nderung.&#8220;[20] Damit antizipiert der Pr&auml;sident die Antworten, die er vom deutschen Verfassungsgericht, von Dieter Grimm[21] und von einer breiten Mehrheit der deutschen Intelligenz &ndash; mit seiner Lissabon-Entscheidung[22] stand das Bundesverfassungsgericht ja nicht allein &ndash; erhalten wird, wenn es um die &Uuml;bertragung entscheidender Souver&auml;nit&auml;ts-Kompetenzen an die EU geht. Nun erkl&auml;rt der franz&ouml;sische Pr&auml;sident klipp und klar: &#8222;Souver&auml;nit&auml;t, Einheit und Demokratie sind f&uuml;r Europa untrennbar &#8230; Es ist dieses untrennbare Triptychon, das wir hochhalten m&uuml;ssen.&#8220;[23]<br \/>Ich weiss nicht, ob Macron seine Partner gut kennt: In Deutschland hat das Recht mehr Gewicht im sozialen Leben als in jedem anderen europ&auml;ischen Land. Und das Recht ist im Denken bedeutender deutscher Staatsrechtslehrer unl&ouml;sbar an den Begriff des Staates gekoppelt. Von daher f&auml;llt es den Juristen im Allgemeinen, aber besonders den Richtern des Bundesverfassungsgerichts oft schwer, sich dessen bewusst zu werden, dass der Staat nur (noch) ein historisches Ph&auml;nomen darstellt. Sicherlich hat es keinen anderen Staat gegeben und wird es so schnell keinen anderen Staat geben, der verfassunsrechtlich so konsolidiert ist wie die Bundesrepublik Deutschland, einschlie&szlig;lich der au&szlig;erordentlich entwickelten Grundrechte-Garantie. Aber selbst dieser deutsche Staat unterliegt, wie von Hesse dargelegt[24], dem historischen Wandel. <br \/>Ebenso schwer f&auml;llt es den Juristen zu begreifen, dass es Pr&auml;sident Macron ist, der auf der H&ouml;he der Zeit steht, wenn er uns Europa-B&uuml;rgern eine europ&auml;ische Souver&auml;nit&auml;t ans Herz legt. Gewiss kann er mit deutscher Zustimmung rechnen, wenn er fordert, dass Europa die B&uuml;rger von jetzt an besser sch&uuml;tzen m&uuml;sse, als es mit nationalen Politiken allein m&ouml;glich ist &ndash; solche Lippenbekenntnisse verpflichten den Bundestag und das Bundesverfassungsgericht zu nichts. Dagegen werden die Deutschen gro&szlig;e Schwierigkeiten haben, sich vorzustellen wie Europa, das kein Staat ist, morgen souver&auml;n sein k&ouml;nnte[25] &ndash; d. h. &uuml;ber die Kompetenz-Kompetenz verf&uuml;gen w&uuml;rde. <br \/>Wolfgang Sch&auml;uble hat der n&auml;chsten Regierung von Berlin seine Priorit&auml;ten f&uuml;r Europa in Form eines <i>Non-paper for paving the way towards a Stability Union<\/i> hinterlassen:<\/p>\n<blockquote>\n<p class=\"bodytext\">&#8222;1. We must keep fiscal responsabilities and control together, to avoid moral hazard. <br \/>2. We need better instruments to foster the implementation of structural reforms. <br \/>3. We need credible stabilization functions to deal with global or domestic shocks.&#8220;[26]<\/p>\n<\/blockquote>\n<p>Das Bild des B&uuml;rgers, den Macron an die Spitze der souver&auml;nen europ&auml;ischen Unionspolitik stellen m&ouml;chte, bleibt weit von den Vorstellungen des Pr&auml;sidenten des Bundestages, des Bundesverfassungsgerichts, der Leitmedien und einer breiten Mehrheit der deutschen Intelligenz entfernt. <br \/>Deutschland konnte nach der Wahl von Macron in Frankreich im Mai 2017 aufatmen. Aber nun ist es gerade dieser Macron, der Deutschland in die unbequeme Lage versetzt, zu seinen Reform-Vorschl&auml;gen f&uuml;r Europa Stellung zu nehmen. Mit seiner Forderung nach einem gemeinschaftlichen Verteidigungsfond, nach Steuer-Harmonisierung und einem Haushalt f&uuml;r die Eurozone stellt Macron den status quo in Europa in Frage. Das Problem ist, ob das gr&ouml;&szlig;te und reichste Land sich einem europ&auml;ischen politischen Programm anschlie&szlig;t, das von Frankreich aufgestellt und angef&uuml;hrt wird.<br \/>Jean Pisani-Ferry, Assessor des franz&ouml;sischen Pr&auml;sidenten und Gast der Hertie School of Governance in Berlin, sieht das Problem in dem tiefsitzenden Verdacht der Deutschen, <br \/>&#8222;dass die EU-Mitgliedsstaaten ihre Probleme weniger mit nationalen Reformen als mit deutschem Geld beheben wollen. Deutsche Politiker und Meinungsmacher beurteilen praktisch jeden Vorschlag f&uuml;r eine Reform auf EU-Ebene durch dieses Prisma der Verteilungsfrage. Programme, die nicht in strukturelle Transfers m&uuml;nden sollen, werden routinem&auml;&szlig;ig auseinandergenommen, um sicherzugehen, dass sie nicht zu Geldautomaten f&uuml;r andere EU-Mitglieder werden.&nbsp; <br \/>So betrachten die Deutschen einen gemeinsamen Haushalt beispielsweise nicht als M&ouml;glichkeit, &ouml;ffentliche G&uuml;ter wie Forschung oder Infrastruktur zu finanzieren, sondern als Vehikel, mit dem Deutschland gezwungen werden soll, f&uuml;r die Ausgaben anderer L&auml;nder aufzukommen. In &auml;hnlicher Weise wird eine gemeinsame Arbeitslosenversicherung als Programm betrachtet, im Rahmen dessen Deutschland dazu gebracht werden soll, f&uuml;r arbeitslose spanische oder franz&ouml;sische Arbeitnehmer zu bezahlen. Und ein Einlagengarantiesystem f&uuml;r Banken wird als Instrument gesehen, das umsichtige deutsche Sparer zwingen soll, f&uuml;r notleidende Kredite in Italien aufzukommen. [&hellip;]<br \/>Warum ist Deutschland von der Angst besessen, zu viel zu bezahlen? Am EU-Haushalt ist vieles zu kritisieren, aber Deutschland wird nicht unfair behandelt. Deutschland ist vielleicht der gr&ouml;&szlig;te Nettozahler, aber der Grund daf&uuml;r ist, dass es &uuml;ber die gr&ouml;&szlig;te Wirtschaft verf&uuml;gt. Im Verh&auml;ltnis zum Nationaleinkommen tragen L&auml;nder wie Belgien, Frankreich und die Niederlande ebenfalls einen bedeutenden Anteil ihres Nettonationaleinkommens bei.<br \/>&Auml;hnlich unbegr&uuml;ndet sind die deutschen Bef&uuml;rchtungen, wonach der Europ&auml;ische Stabilit&auml;tsmechanismus als Vehikel f&uuml;r versteckte Transfers dient. Ja, der ESM profitiert von niedrigen Kreditkosten, die im Wesentlichen an die kreditnehmenden L&auml;nder weitergegeben werden. Kann Griechenland seine Schulden nicht zur&uuml;ckzahlen, erleiden die ESM-Kreditgeber einen Verlust; und dieses Risiko ist in den von Griechenland zu bezahlenden Zinss&auml;tzen nicht eingepreist. Bislang allerdings hat der ESM kontinuierlich Gewinne verbucht und jeder Verlust w&uuml;rde unter den ESM-Mitgliedern aufgeteilt werden &ndash; darunter beispielsweise auch Italien. Der ESM ist weit davon entfernt, eine von den deutschen Steuerzahlern finanzierte Subventionsmaschinerie zu sein. &#8230; <br \/>Es wird immer im Interesse einer politischen Partei liegen, auf die &Auml;ngste der W&auml;hler zu reagieren. Politiker haben jedoch auch die Pflicht, die W&auml;hler zu informieren, wenn deren &Auml;ngste &uuml;bertrieben oder unbegr&uuml;ndet sind. Europa braucht ein Deutschland, das unausgegorene Vorschl&auml;ge ablehnt. Aber es braucht auch ein Deutschland, das seine engstirnigen Obsessionen &uuml;berwindet und F&uuml;hrerschaft an den Tag legt.&#8220;[27]&nbsp; <br \/>Aus der Sicht eines Spanien, das ohne Z&ouml;gern mehrheitlich der &Uuml;bertragung von Souver&auml;nit&auml;tskompetenzen an die EU zustimmen w&uuml;rde, ist dem franz&ouml;sischen Pr&auml;sidenten nur Gl&uuml;ck zu w&uuml;nschen. Wir Spanier sehen es f&uuml;r Europa und f&uuml;r uns als &auml;u&szlig;erst positiv an, dass die franz&ouml;sisch-deutsche Achse existiert. Wir w&uuml;rden uns gern daran anschlie&szlig;en. Allerdings darf Pr&auml;sident Macron sich nicht der Hoffnung hingeben, dass Deutschland in K&uuml;rze seine Sicht auf Europa teilen wird. Die deutsch-franz&ouml;sische Allianz muss mit erheblichem Widerstand seitens der Regierung, des Bundestages, der Banken, der Industrie und der Medien rechnen.<br \/>Was ist also zu tun? F&uuml;r ein s&uuml;deurop&auml;isches Land gilt zun&auml;chst: Demut und Bewunderung f&uuml;r alles Gro&szlig;artige zu zeigen, was Deutschland als Vorbild geleistet hat und weiter leistet; und gleichzeitig versuchen, mit der Erf&uuml;llung der eigenen Aufgaben, nicht nur dem eigenen Land voranzuhelfen, sondern auch dem Schmarotzer-Vorurteil der nordeurop&auml;ischen Staaten den Boden zu entziehen. Im &Uuml;brigen werden wir weiter geduldig warten m&uuml;ssen, bis die gl&uuml;ckliche Stunde kommt, in der die deutschen Verantwortlichen europ&auml;isch zu denken lernen.<\/p>\n<p><b>ANTONIO L&Oacute;PEZ-PINA<\/b>&nbsp;&nbsp; <i>Prof. Dr. (Jg. 1937), ist ordentlicher Professor f&uuml;r Verfassungsrecht am Jean Monnet Lehrstuhl f&uuml;r europ&auml;ische Rechtskultur der Universidad Complutense Madrid. Ein Postgraduate Studium und verschiedene Forschungsaufenthalte f&uuml;hrten ihn an die Universit&auml;t M&uuml;nchen, die Freie Universit&auml;t Berlin, an die Sorbonne Paris, nach Michigan und nach Harvard. Er war Humboldt-Stipendiat, Senator, von 1977 bis 1979 Mitglied des Verfassungsausschusses an der spanischen verfassungsgebenden Versammlung und von 1983 bis 1991 Staatsrat (Consejo de Estado). Er hat zahlreiche Ver&ouml;ffentlichungen zum (Finanz-) Verfassungsrecht Spaniens, sowie Grundfragen des europ&auml;ischen Rechts.<\/i><\/p>\n<h5><span id=\"anmerkungen\"><\/p>\n<p>Anmerkungen:<\/span><\/h5>\n<p>1 <i>Jasper von Altenbockum<\/i>, Die moralische Nation, Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 2.10.2015.<\/p>\n<p>2 <i>Emmanuel Macron<\/i>: Initiative f&uuml;r Europa. Rede des Staatspr&auml;sidenten an der Sorbonne. Paris am 26.09.2017, abrufbar unter <a href=\"https:\/\/de.ambafrance.org\/IMG\/pdf\/macron_sorbonne_europe_integral.pdf?23641\/4be243b705d8068173926eeb032184acc4a1f073\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">https:\/\/de.ambafrance.org\/IMG\/pdf\/macron_sorbonne_europe_integral.pdf?23641\/4be243b705d8068173926eeb032184acc4a1f073<\/a>.<\/p>\n<p>3 <i>Jean-Claude Juncker<\/i>, Rede zur Lage der Union 2017. Stra&szlig;burg 13.9.2017, abrufbar unter <a href=\"https:\/\/ec.europa.eu\/germany\/news\/20170913-juncker-rede-zur-lage-der-union-2017_de\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">https:\/\/ec.europa.eu\/germany\/news\/20170913-juncker-rede-zur-lage-der-union-2017_de<\/a>.<\/p>\n<p>4 Parlament, Rat und Kommission der Europ&auml;ischen Union: Europ&auml;ische S&auml;ule Sozialer Rechte. G&ouml;teborg 17.11.2017, abrufbar unter <a href=\"https:\/\/ec.europa.eu\/commission\/sites\/beta-political\/files\/socialsummit-european-pillar-social-rights-booklet_de.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">https:\/\/ec.europa.eu\/commission\/sites\/beta-political\/files\/socialsummit-european-pillar-social-rights-booklet_de.pdf<\/a>.<\/p>\n<p>5 <i>Jos&eacute; M&ordf; Zufiaur \/ Antonio L&oacute;pez-Pina<\/i>, Nutznie&szlig;er Deutschland, Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 15.3.2013.<\/p>\n<p>6 <i>Helmut Schmidt: &#8222;<\/i>Deutschland in und mit Europa&#8220;. Rede auf dem SPD-Bundesparteitag am 4.12.2011 in Berlin.<\/p>\n<p>7 <i>Juncker <\/i>v. 13.9.2017 (s. Anm. 3), S. 15.<\/p>\n<p>8 Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 16.11.2017.<\/p>\n<p>9 &#8222;Europa will soziale Spaltung &uuml;berwinden&#8220;. Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 17.11.2017.<\/p>\n<p>10 <i>DGB-Bundesvorstand<\/i>: F&uuml;r mehr soziale Rechte in Europa. Resolution v. 7.11.2017, s. <a href=\"http:\/\/www.dgb.de\/presse\/++co++28097cda-c3b1-11e7-b868-52540088cada\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">http:\/\/www.dgb.de\/presse\/++co++28097cda-c3b1-11e7-b868-52540088cada<\/a>.<\/p>\n<p>11 S. <i>Macron <\/i>v. 26.9.2017 (Anm. 2), S. 5.<\/p>\n<p>12 Spiegel Online v. 26.10.2017.<\/p>\n<p>13 &#8222;Deutschland zahlt mit Abstand am meisten&#8220;, Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 27.11.2017.<\/p>\n<p>14 Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 27.11.2017.<\/p>\n<p>15 <i>Hendrik Kafsack<\/i>, Sparen und gleichzeitig sozial gerecht sein?, Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 20.11.2017.<\/p>\n<p>16 <i>S. J. M. Zufiaur \/ A. L. Pina <\/i>2013 (Anm. 5).<\/p>\n<p>17 <i>Macron <\/i>v. 26.9.2017 (Anm. 2), S. 11f.<\/p>\n<p>18 Ebd., S. 13.<\/p>\n<p>19 Ebd., S. 14. vorg&auml;nge #220 Schwerpunkt: Europa in der Krise<\/p>\n<p>20 Ebd., S. 17.<\/p>\n<p>21 <i>Dieter Grimm<\/i>, Ein souver&auml;nes Europa? Der franz&ouml;sische Pr&auml;sident strebt ein neues politisches Modell f&uuml;r den Kontinent an. Doch daf&uuml;r m&uuml;sste die EU verstaatlicht werden, Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 15.11.2017; <i>ders., <\/i>Europa ja &ndash; aber welches? Zur Verfassung der europ&auml;&iuml;schen Demokratie, M&uuml;nchen: C. H. Beck, 2016; <i>ders., <\/i>Das Grundgesetz als Riegel vor einer Verstaatlichung der Europ&auml;ischen Union. Zum Lissabon-Urteil des Bundesverfassungsgerichts, in: Der Staat 48 (2009). S. auch das Interview mit <i>Grimm <\/i>in dieser Ausgabe der vorg&auml;nge.<\/p>\n<p>22 Urteil vom 30. Juni 2009; vgl. <i>Antonio L&oacute;pez Pina<\/i>, Los Tratados de la Uni&oacute;n Europea, Madrid: Marcial Pons, 2007.<\/p>\n<p>23 <i>Macron <\/i>v. 26.9.2017 (Anm. 2), S. 16.<\/p>\n<p>24 <i>Konrad Hesse<\/i>, Constituci&oacute;n y Derecho constitucional; Significado de los derechos fundamentales, en Manual de Derecho constitucional, 2&ordf; edici&oacute;n (Edici&oacute;n, prolegomena y traducci&oacute;n de Antonio L&oacute;pez Pina). Madrid: Marcial Pons, 2001; <i>ders.<\/i>, Grundz&uuml;ge des Verfassungsrechts der Bundesrepublik Deutschland, 20. Neubearbeitete Auflage, Heidelberg: C. F. M&uuml;ller Verlag, 1995; <i>ders.<\/i>, Contribuci&oacute;n de la Doctrina y la Jurisprudencia constitucional, en Constituci&oacute;n: Norma y Realidad. Teor&iacute;a constitucional para Antonio L&oacute;pez Pina, edici&oacute;n de Jorge Alguacil; Ignacio Guti&eacute;rrez, Madrid: Marcial Pons, 2014; ders., Escritos de Derecho constitucional, edici&oacute;n de Pedro Cruz Villal&oacute;n y Miguel Azpitarte S&aacute;nchez, Madrid: Fundaci&oacute;n Coloquio Jur&iacute;dico Europeo, 2011; Ignacio Guti&eacute;rrez, Gestaci&oacute;n, recepci&oacute;n y vigencia: la teor&iacute;a de la Constituci&oacute;n y el Derecho constitucional de Konrad Hesse, Revista Espa&ntilde;ola de Derecho constitucional, n&ordm; 100, 2014; Peter Lerche, Europ&auml;ische Staatsrechtslehrer. Der Wissenschaftler Konrad Hesse, Jahrbuch des &ouml;ffentlichen Rechts der Gegenwart, Nr. 55, 2009; Peter H&auml;berle, Die &#8218;Grundz&uuml;ge&#8216; und ihre Rezeption im Ausland, Jahrbuch des &ouml;ffentlichen Rechts, Nr.. 57, 2009; ders., In Memoriam Konrad Hesse (1919-2005), Zeitschrift f&uuml;r evangelisches Kirchrecht, Nr. 50, 2005; ders., Zum Tod von Konrad Hesse (1919-2005) Archiv des &ouml;ffentliches Rechts, num. 130, 2005; Antonio L&oacute;pez Pina, Konrad Hesse, magistrado, una de las figuras del Derecho p&uacute;blico europeo, El Pa&iacute;s 20 de abril de 2005; ders., Laudatio in Verfassungsrecht zwischen Wissenschaft und Richterkunst. Konrad Hesse zum 70. Geburtstag, Hans-Peter Schneider; Rudolf Steinberg Hrsg., Heidelberg: C.F. M&uuml;ller Juristischer Verlag, 1990; Konrad Hesse, El texto constitucional como l&iacute;mite de la Interpretaci&oacute;n, en Divisi&oacute;n de poderes e Interpretaci&oacute;n. Hacia una teor&iacute;a de la praxis constitucional, edici&oacute;n de A. L&oacute;pez Pina, Madrid: Ed. Tecnos, 1987.<\/p>\n<p>25 <i>Dieter Grimm <\/i>(s. Anm. 21).<\/p>\n<p>26 <i>Wolfgang Schaeuble<\/i>: Non-paper for paving the way towards a Stability Union, Vortragsfolien v 9.10.2017, abrufbar unter <a href=\"https:\/\/de.slideshare.net\/CarloRossi17\/paper-schaeuble\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">https:\/\/de.slideshare.net\/CarloRossi17\/paper-schaeuble<\/a><\/p>\n<p>27 <i>Jean Pisani-Ferry<\/i>, Deutschlands gef&auml;hrliche Obsession, Project Syndicate v. 9.11.2017, abrufbar unter <a href=\"https:\/\/www.project-syndicate.org\/commentary\/germany-merkel-government-transfer-fears-byjean-pisani-ferry-2017-11\/german\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">https:\/\/www.project-syndicate.org\/commentary\/germany-merkel-government-transfer-fears-byjean-pisani-ferry-2017-11\/german<\/a><\/p>\n","protected":false},"featured_media":0,"template":"","categories":[],"tags":[667],"autoren":[2358],"publikationen":[1438],"class_list":["post-12100","publikation","type-publikation","status-publish","hentry","tag-vorgaenge-artikel","autoren-antonio-lopez-pina","publikationen-220-vorgaenge"],"acf":[],"yoast_head":"<!-- This site is optimized with the Yoast SEO plugin v28.7 - https:\/\/yoast.com\/product\/yoast-seo-wordpress\/ -->\n<title>Deutschland in, mit und f\u00fcr Europa* - Ein europ\u00e4ischer Blick aus Spanien - Humanistische Union<\/title>\n<meta name=\"robots\" content=\"index, follow, max-snippet:-1, max-image-preview:large, max-video-preview:-1\" \/>\n<link rel=\"canonical\" href=\"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/vorgaenge\/220-vorgaenge\/publikation\/deutschland-in-mit-und-fuer-europa-ein-europaeischer-blick-aus-spanien-1\/\" \/>\n<meta property=\"og:locale\" content=\"de_DE\" \/>\n<meta property=\"og:type\" content=\"article\" \/>\n<meta property=\"og:title\" content=\"Deutschland in, mit und f\u00fcr Europa* - Ein europ\u00e4ischer Blick aus Spanien - Humanistische Union\" \/>\n<meta property=\"og:description\" content=\"vorg&auml;nge Nr. 220 (Heft 4\/2017), S. 93 &#8211; 103 An Deutschlands Rolle in der EU gibt es verschiedenste Erwartungen &ndash; innerhalb der deutschen Parteienlandschaft, aber mehr noch von unseren europ&auml;ischen Nachbarn. 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