{"id":12128,"date":"1976-12-31T11:00:00","date_gmt":"1976-12-31T10:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/publikation\/der-literarische-maulwurf-vii\/"},"modified":"1976-12-31T12:00:00","modified_gmt":"1976-12-31T11:00:00","slug":"der-literarische-maulwurf-vii","status":"publish","type":"publikation","link":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/vorgaenge\/24-vorgaenge\/publikation\/der-literarische-maulwurf-vii\/","title":{"rendered":"Der literarische Maulwurf (VII)"},"content":{"rendered":"<p>Aus: vorg\u00e4nge Nr.24 (Heft 6\/1976), S. 107-112<\/p>\n<p>Geschichte hat die Menschen seit jeher bewegt: Fragen nach ihrer Herkunft, dem Ursprung der sie umgebenden Welt. Versuche, ihre eigene Existenz, die ihrer Umwelt und ihre Beziehungen zu dieser zu erkl\u00e4ren, f\u00fchrten zun\u00e4chst zur Entstehung von Mythen. Mythische Weltbilder k\u00f6nnen kompliziert sein wie moderne Geschichtsphilosophien.<br \/>Geschichte handelt von Tatsachen, von l\u00e4ngst Vergangenem bis zur Schwelle der Gegenwart. Doch Tatsachen sind selten eindeutig. Sie m\u00fcssen zu anderen Tatsachen in Beziehung gesetzt, gewertet, ausgelegt werden. So ist die wissenschaftliche Erforschung geschichtlicher Zust\u00e4nde und Ereignisse l\u00e4ngst nicht mehr nur Sache der &#132;klassischen&#148; Geschichtswissenschaft. Um sie bem\u00fchen sich neben Historikern und Philosophen vor allem auch Anthropologen und Ethnologen, Soziologen und Verhaltensforscher.<br \/>August Nitschke, einem Vertreter der zuletzt genannten Disziplin, ist eine der interessantesten und aufregendsten Neuerscheinungen zu verdanken: <i>&#132;Soziale Ordnungen im Spiegel der M\u00e4rchen. Band 1: Das fr\u00fche Europa (Verlag frommann-holzboog, Stuttgart, Reihe problemata, Nr 53, 219 S, Karton DM 28, geb. DM 38).<\/i> Der Autor, Direktor der Abteilung Historische Verhaltensforschung des Instituts f\u00fcr Sozialforschung der Universit\u00e4t Stuttgart, war nicht zufrieden mit den g\u00e4ngigen Deutungen steinzeitlicher H\u00f6hlenmalereien und der sp\u00e4rlichen aus dieser Zeit erhaltenen Skulpturen als jagdmagischer Bild-zauber, als Manifestationen einer totemistischen Gesellschaft oder von Fruchtbarkeitsriten. Ebenso wenig befriedigten ihn die bisherigen M\u00e4rcheninterpretationen. So kam er auf die Idee, die M\u00e4rchen nach ihrem Alter zu befragen und sie bestimmten Epochen zuzuordnen. Hierf\u00fcr mu\u00dften die M\u00e4rchen analysiert und interpretiert werden. Gleichartige Verhaltensformen lie\u00dfen Schl\u00fcsse auf den Gesellschaftsaufbau der Entstehungszeit zu. F\u00fcr die Datierung diente als Vergleichsobjekt u.a. die bildende Kunst. Aufgrund dieser Methode ermittelte Nitschke, da\u00df die von den Br\u00fcdern Grimm gesammelten M\u00e4rchen zum Teil in der Jungsteinzeit (M\u00e4rchen von der Unke), in einer auf die letzte Eiszeit folgenden J\u00e4ger-und Hirtengesellschaft (Aschenputtel; Ein\u00e4uglein, Zwei\u00e4uglein und Drei\u00e4uglein) usw. entstanden sein m\u00fcssen. Er weist beispielsweise ferner darauf hin, da\u00df in der zuletzt genannten Gruppe &#132;Helden&#148; der M\u00e4rchen ein M\u00e4dchen oder eine junge Frau ist, die von einem Tier oder einem Fr\u00fcchtebaum beschenkt wird, und da\u00df zu dieser M\u00e4r-chengruppe auch der Eva-Mythos geh\u00f6rt, der in der biblischen \u00dcberlieferung allerdings unter einem negativen Aspekt erz\u00e4hlt wird, was nach Nitschke darauf hinweist, da\u00df die israelitische Eva-Geschichte einer sp\u00e4teren Epoche angeh\u00f6rt, die den fr\u00fcheren Mythos bek\u00e4mpft.<br \/>Die Analysen, Ableitungen und Zuordnungen Nitschkes sind \u00fcberzeugend vorgetragen, sie werden- unter Heranziehung auch au\u00dfereurop\u00e4ischer M\u00e4rchen- reichhaltig belegt, die Argumentation wird konkret und jederzeit nachvollziehbar dargeboten. Selbst wenn sich nicht alle Schlu\u00dffolgerungen als best\u00e4ndig erweisen sollten es liegt nun an den anderen Fachdisziplinen, seine Deutung etwa der jungsteinzeitlichen H\u00f6hlenmalereien in Frankreich, Spanien und S\u00fcdafrika nachzupr\u00fcfen-, so ist doch gewi\u00df, da\u00df Nitschkes Thesen zwingen, unsere gesamten Vorstellungen vom Weltbild der vor- und fr\u00fchgeschichtlichen Menschheit zu revidieren. W\u00e4hrend Band 1) sich vorwiegend mit europ\u00e4ischen M\u00e4rchen und Kulturen befa\u00dft, au\u00dfereurop\u00e4ische lediglich zum Vergleich herangezogen werden, soll Band 2) sich mit den Verh\u00e4ltnissen in den au\u00dfereurop\u00e4ischen Kontinenten befassen.<\/p>\n<p>Ebenfalls in die Fr\u00fchgeschichte zur\u00fcck f\u00fchrt das Thema von <i>Klaus Eder: Die Entstehung staatlich organisierter Gesellschaften. Ein Beitrag zu einer Theorie sozialer Evolution (Suhrkamp, 208 S, kart DM 20).<\/i> Der Autor will, ausgehend von einer Erkl\u00e4rung der gesellschaftlichen Entwicklung im Neolithikum, &#132;die arch\u00e4ologisch rekonstruierten Entwicklungsprozesse (der menschlichen Gesellschaft) als entwicklungslogisch nachkonstruierbare evolution\u00e4re Ver\u00e4nderungen . . . interpretieren&#148; (Seite 37). Er nimmt sich also des alten, oft diskutierten aber nie befriedigend erkl\u00e4rten Problems der Entstehung des Staates und von Klassengesellschaften an. Ein interessantes, reizvolles Thema: doch der Autor verschenkt es leider. Seine Schrift wird dem von ihm selbst gesteckten Anspruch in keiner Weise gerecht. Es fehlt ersichtlich schon an der behaupteten Voraussetzung, die von ihm dargestellten Entwicklungsprozesse seien &#132;arch\u00e4ologisch rekonstruiert&#148;. Eder macht nicht einmal den Versuch, seine (von ihm selbst so qualifizierten) Hypothesen anhand von Fakten, n\u00e4mlich Forschungsergebnissen, zu belegen. Die allzu sp\u00e4rlichen Quellenangaben verweisen lediglich auf einige Sekund\u00e4rliteratur, in der umfangreichen Bibliographie fehlen wichtige Autoren (wie Oppenheimer, Wundt, Benedict, Mead), mit denen Eder, auch wenn sie andere Anschauungen vertreten, sich zumindest h\u00e4tte auseinandersetzen m\u00fcssen. Zudem \u00fcbertr\u00e4gt der Verfasser, wenn er schon einmal auf ein konkretes Beispiel verweist, ohne gebotene Vorsicht, Einschr\u00e4nkung und Differenzierung ethnologische Erkenntnisse \u00fcber rezente Naturv\u00f6lker, ja sogar von solchen, deren Gesellschaften zum Zeitpunkt ihrer Erforschung l\u00e4ngst nicht mehr intakt waren, deren urspr\u00fcngliche Verfassung nur noch erschlossen werden kann (z.B. Kwakiutl, Nordwestk\u00fcste Amerikas) auf fr\u00fchzeitliche Verh\u00e4ltnisse allgemein, auch der sp\u00e4teren Kulturv\u00f6lker Asiens und Europas.<br \/>\u00dcberhaupt zeigt der Autor die Neigung, Begriffe, die inhaltlich keineswegs feststehen, zu verallgemeinern, wie: &#132;das archaische Recht&#148; (S 69), ohne mitzuteilen, was er darunter versteht, woher er es kennt, wie es entstanden ist, worin es besteht und wie es gehandhabt wurde. Er stellt es dem &#132;hochkulturellen Recht&#148; gegen\u00fcber, das jedoch keineswegs, wie man der Darstellung Eders entnehmen k\u00f6nnte, (generell oder gar nur) auf Strafe und Abschreckung beruht, wie auch Recht sich nicht im Bereich des Strafrechts ersch\u00f6pft. Die Beispiele lie\u00dfen sich m\u00fchelos vermehren. Nur mit Hilfe solcher Verallgemeinerungen aber gelingt es dem Verfasser, die geschichtliche Entwicklung der menschlichen Gesellschaft (aller Gesellschaften) in ein allgemeing\u00fcltiges Schema einer sozialen Evolution zu bringen. Das liegt nicht zuletzt daran, da\u00df Eder an den Beginn seiner Untersuchungen Hypothesen stellt, die er dann zu beweisen versucht, anstatt das vorhandene umfangreiche Material (etwa aus arch\u00e4ologischen Funden, schriftlicher und m\u00fcndlicher \u00dcberlieferung, anthropologischer und ethnologischer Forschung sowie das der Verhaltensforscher) zusammenzutragen, zu systematisieren und zu analysieren. Das ist heute nat\u00fcrlich nicht mehr ohne EDV-Auswertung m\u00f6glich.<br \/>So leistet Eder dem historischen Materialismus einen schlechten Dienst, w\u00e4hrend es andererseits nicht nur interessant, sondern auch notwendig w\u00e4re, die von Marx und Engels entwickelte Lehre, da\u00df nicht das Bewu\u00dftsein der Menschen ihr Sein, sondern umgekehrt die gesellschaftliche Situation ihr Bewu\u00dftsein bestimmt und die Ver\u00e4nderung der \u00f6ko-nomischen Grundlagen die gesellschaftliche Evolution zur Folge hat, anhand der seither gewonnenen Fakten und Forschungsergebnisse zu \u00fcberpr\u00fcfen. Die Entwicklung rein gedanklicher Theoreme ist einfacher, geh\u00f6rt jedoch in den Bereich der Spekulation. Im \u00fcbrigen erweisen sich die Untersuchungen Eders lediglich als komplizierter theoretischer \u00dcberbau, ohne da\u00df eine wesentliche Weiterentwicklung des historischen Materialismus erkennbar wird. Das B\u00e4ndchen ist zudem nicht leicht lesbar. Man qu\u00e4lt sich durch den reichlich mit Fachjargon durchsetzten Text, da des Autors Sprache leider wenig anschau-lich und begriffsarm ist.<\/p>\n<p>Einem \u00e4hnlichen Thema ist Band 84 der bei <i>Kiepenheuer &#038; Witsch erscheinenden Neuen Wissenschaftlichen Bibliothek gewidmet: Sozialstruktur und politisches System, hrsg von Urs Jaeggi (416 S, brosch DM 28).<\/i> Er stellt eine Reihe (teilweise gek\u00fcrzter) Texte &#132;zum Problem der Sozial-, d.h. Klassenstruktur und des politischen Systems&#148; als Ansatz zu einer Gesellschaftstheorie vor (Vorwort). Sie st\u00fctzen sich durchweg auf den historischen Materialismus. Da es bei Sammelwerken unm\u00f6glich ist, jeden der Mitautoren auch nur vorzustellen, k\u00f6nnen im folgenden nur einige Beitr\u00e4ge stellvertretend genannt werden. Nicos Poulantzas analysiert in einem einleitenden Essay die gesellschaftlichen Klassen in der marxistischen Theorie und fragt nach bestimmten Rollen der Staatsapparate zu den gesellschaftlichen Klassen. Der Herausgeber Urs Jaeggi unternimmt es, die Problematik von Klassenstruktur und politischem System im &#132;Kurzaufri\u00df&#148; darzustellen. In dem Teil des Readers, der sich mit der Entstehung von Klassengesellschaften befa\u00dft, versucht Maurice Godelier eine kritische Bilanz zu geben. Ferner ist Klaus Eder mit einem Beitrag vertreten. Als weitere Autoren seien erw\u00e4hnt: Claus 0ffe(Klassenherrschaft und politisches System), Louis Althusser (Ideologie und ideologische Staatsapparate), Siegfried Grundmann, Ernest Mandel und Charles Bettelheim. Auch manche dieser Beitr\u00e4ge- gewi\u00df nicht alle- leiden an ideologischer \u00dcberfrachtung und sind schwer lesbar.<\/p>\n<p>Einen Lesegenu\u00df dagegen- freilich keine geschichtsphilosophische Theorie &#150; bietet dtv mit der Taschenbuchausgabe von <i>Theodor Mommsen: R\u00f6mische Geschichte (8 Bde in Kassette DM 98). <\/i>Mommsen war nicht Fachhistoriker, sondern Jurist, der sich auf die Rechtsgeschichte und den Journalismus verlegte. Als Journalist der Schleswig-Holsteinischen Zeitung trat er f\u00fcr die Einheit Deutschlands, die Frankfurter Nationalversammlung und ein allgemeines Wahlrecht ein. 1851 forderte das Ministerium des Cultus und \u00f6ffentlichen Unterrichts in Dresden seine Entlassung als Professor an der Universit\u00e4t Leipzig. Er ging ins Schweizer Exil. Dort entstand auch ein Teil der &#132;R\u00f6mischen Ge-schichte&#148;. Mommsens Hauptinteresse galt der Epigraphik, er gab das Corpus der lateinischen Inschriften heraus. Der Ertrag seiner epigraphischen Forschungen kam auch der &#132;R\u00f6mischen Geschichte&#148; zugute. Er nutzte sie vor allem f\u00fcr die Aufhellung der Fr\u00fchgeschichte Roms- indem er anhand von Sprachuntersuchungen die Siedlungsgeschichte Italiens und die Beziehungen der R\u00f6mer zu den anderen italienischen St\u00e4mmen kl\u00e4rte &#150; sowie f\u00fcr die Darstellung sozio\u00f6konomischer Verh\u00e4ltnisse, Im Jahre 1902 erhielt Theodor Mommsen den Literatur-Nobelpreis f\u00fcr seine &#132;R\u00f6mische Geschichte&#148;. Band 8 der dtv-Ausgabe enth\u00e4lt den &#132;Apparat&#148;: eine Einf\u00fchrung des Marburger Historikers Karl Christ, Bibliographie, Zeittafeln, Karten, eine ausf\u00fchrliche Inhalts\u00fcbersicht (die Marginalien der Originalausgabe) sowie Register.<\/p>\n<p>Wer sich f\u00fcr Geschichte interessiert, findet reiche Literatur im Verlag Vandenhoeck &#038; Ruprecht. Preiswert, wenn auch von unterschiedlicher Qualit\u00e4t, sind die B\u00e4ndchen der Kleinen Vandenhoeck-Reihe (VR), Taschenb\u00fccher, die zu Unrecht im Schatten der gro\u00dfen Reihen (dtv, rororo, Fischer). stehen, allerdings etwas teurer sind als jene, weil es sich fast ausschlie\u00dflich nicht um Nachdrucke, sondern um Originalausgaben handelt. Von der auf 10 B\u00e4nde geplanten Deutschen Geschichte ist Ende 1975 Band 3 erschienen: <i>Joachim Leuschner, Deutschland im sp\u00e4ten Mittelalter (VR 1410, 248 S, DM 15,80).<\/i> Er umfa\u00dft die Epoche vom Ende des 12. bis zum Ende des 15. Jahrhunderts, ist eher konservativ angelegt, vermittelt jedoch einen guten und informativen \u00dcberblick. Gleichzeitig erschien in 3., erweiterter Auflage von <i>Karl Bosl: Die Gesellschaft in der Geschichte des Mittelalters (VR 1231, 118 S, DM 9,80).<\/i> Bosl vertritt die These, da\u00df inmitten des Niederbruchs im 7. Jahrhundert auf dem Boden der alten r\u00f6mischen Provinz Gallien so viele neue Elemente und Formen nach dem Erl\u00f6schen des r\u00f6mischen Weltreichs und dem Auslaufen seiner Kultur frei wurden, da\u00df hier eine neue Entwicklung ihren Anfang nahm, die Keime dessen liegen, was sp\u00e4ter politisch, gesellschaftlich und kulturell zu &#132;Europa&#148; wurde (S 9). Allerdings vermi\u00dft man eine eingehendere Bestimmung dessen, was der Autor unter &#132;europ\u00e4ischer Kultur&#148; versteht, im Gegensatz zur mittelmeerischen Kultur der Antike, denn diese &#132;europ\u00e4ische Kultur&#148; wird ganz entscheidend gepr\u00e4gt von ihrem mittelmeerischen Kulturerbe: dem im Orient entstandenen Christentum, r\u00f6mischer Staatsidee sowie griechischer und r\u00f6mischer Bildung, die erst in der Folgezeit weitgehend verlorenging. Das Karolingerreich war ein Vielv\u00f6lkerstaat, basierend auf Christentum, Antikenrenaissance und germanischen Rechtsideen bzw. Gesellschaftsstrukturen. Auch die Behauptung (S 22), der fr\u00e4nkische Hof- und Reichsadel habe zahlreiche Kl\u00f6ster &#132;aus naiver Gl\u00e4ubigkeit&#148; gegr\u00fcndet, verdient Widerspruch: es war massive Politik im Spiel. Christentum und Heidenmission waren ein wichtiges Mittel karolingischer Reichspolitik. Das hier angezeigte B\u00e4ndchen enth\u00e4lt f\u00fcnf Einzelstudien des Autors, zum gro\u00dfen Teil aus Vortr\u00e4gen hervorgegangen, subtile und lesenswerte Einzelstudien des bekannten Histo-rikers. Vor allem sei noch auf den Essay \u00fcber die aristokratische Struktur der mittel-alterlichen Gesellschaft hingewiesen (S 25 ff.), eine ausgezeichnete Studie zur Erl\u00e4u-terung der mittelalterlichen Gesellschaftsstruktur.<\/p>\n<p>Der Band <i>Liberalismus und imperialistischer Staat (VR 1415, 176 S, DM 15,80)<\/i> vereinigt neun Beitr\u00e4ge verschiedener Autoren zum Thema, hervorgegangen aus Referaten und Korreferaten eines wissenschaftlichen Colloquiums in der Theodor-Heu\u00df-Akademie in Gummersbach und einem Nachwort, die sich kritisch mit dem deutschen Liberalismus zu Beginn des 1. Weltkriegs auseinandersetzen. Untersucht und als Legende entlarvt wird die Vorstellung eines immer nur am friedlichen Zusammenleben der V\u00f6lker und Staaten interessierten deutschen Liberalismus. Es wird aufgezeigt, da\u00df auch f\u00fcr Linksliberale (im damaligen Verst\u00e4ndnis) &#150; von den Nationalliberalen gar nicht zu reden &#150; das Verhindern einer sozialdemokratischen Macht\u00fcbernahme vor 1914 wesentlich wichtiger war als der Kampf gegen den Konservativismus, gegen Imperialismus-Ideale und soziale Ungerechtigkeit (Peter-Christian Witt, S 15; Peter Menke-Gl\u00fcckert, S 37; Herausgeber Karl Holl, s 72 ff). Imanuel Geiss untersucht allgemein Sozialstruktur und imperialistische Dispositionen im zweiten deutschen Kaiserreich. Dieses nimmt sich f\u00fcr ihn &#132;als insgesamt mi\u00dflungener Versuch aus, die politischen Konsequenzen aus der seit etwa 200 Jahren anlaufenden industriellen Revolution abzuwehren, wie sie sp\u00e4testens seit der Franz\u00f6-sischen Revolution aufgebrochen waren &#150; b\u00fcrgerlicher Rechtsstaat, parlamentarische Demokratie, Volkssouver\u00e4nit\u00e4t&#148;. Stattdessen habe das Kaiserreich versucht, die Industrialisierung zur Stabilisierung der traditionellen herrschenden Klasse, der Aristokratie, einzusetzen (S 43). Mit dem Untergang des imperialimperialistischen Faktors in zwei Stufen (1918 und 1945) sei auch die Chance zur Entwicklung einer einheitlichen demokratischen Nation untergegangen, wie das Entstehen von zwei deutschen Staaten auf den Tr\u00fcmmern des Dritten Reichs erweise (S 42). Weitere Autoren des lesenswerten B\u00e4ndchens sind: G\u00fcnter Zmarzlik, Lothar Albertin, Wolfgang J. Mommsen, Lothar Gall und G\u00fcnther List.<\/p>\n<p>Wenig ergiebig ist dagegen der Band <i>Das Deutsche Kaiserreich 1871&#150;1914. Ein histo-risches Lesebuch, herausgegeben von Gerhard A. Ritter (VR 1414, 387 S, DM 17,80; 2. Aufl., im wesentlichen unver\u00e4ndert gegen\u00fcber der 1. Auflage von 1967).<\/i> Er teilt den Nachteil aller &#132;Leseb\u00fccher&#148;: subjektive Auswahl, Sammlung von Klein- und Kleinstzitaten. Dar\u00fcber hinaus ist die Anordnung nicht gerade \u00fcbersichtlich, Inhalts- und Quellenverzeichnis erschlie\u00dfen den Band nur ungen\u00fcgend. Man vermi\u00dft eine klare Gliederung. Gleichwohl: es ist interessantes statistisches Material enthalten, und manche Quellen haben hochaktuellen Bezug, so die \u00c4u\u00dferungen des Fraktionsvorsitzenden der Deutschkonservativen Partei im Reichstag, Kuno Graf von Westarp, vor dem Reichstag am 14. 1. 1913 \u00fcber die Unvereinbarkeit der Zugeh\u00f6rigkeit zur Sozialdemokratie mit dem Treueverh\u00e4ltnis des Beamten (S 73). Die Erkl\u00e4rung des preu\u00dfischen Ministers der \u00f6ffentlichen Arbeiten, Hermann Budde, vom 23. 2.1903 im Preu\u00dfischen Abgeordnetenhaus (S 74) zeigt, da\u00df staatstragende Gesinnung nicht erst im Jahre 1975 als Qualifikation f\u00fcr den Beruf eines Lokomotivf\u00fchrers gefordert wurde: &#132;Mein Herr Amtsvorg\u00e4nger hat den Erla\u00df herausgegeben: Wer sich agitatorisch an sozial-demokratischen Bestrebungen beteiligt innerhalb des Eisenbahnpersonals, der wird als Arbeiter sofort entlassen, nat\u00fcrlich unter Einhaltung der gesetzlichen K\u00fcndigungsfrist. Wer als nichtst\u00e4ndiger Beamter dasselbe tut, dem wird ebenfalls gek\u00fcndigt, und er wird entlassen; wer aber als Beamter, der den Treueeid geschworen hat, sich an Umsturzbestrebungen macht, der wird einfach in Disziplinarverfahren beseitigt.&#148;<\/p>\n<p>Ein weiteres B\u00e4ndchen der Kleinen Vandenhoeck-Reihe, herausgegeben von <i>Klaus Vondung, tr\u00e4gt den Titel Das wilhelminische Bildungsb\u00fcrgertum. Zur Sozialgeschichte seiner Ideen (VR 1420, 208 S, DM 15,80).<\/i> Nach der Einleitung des Herausgebers handelt es sich um den Versuch einer &#132;offenen&#148; (d.h.: nicht ideologisch fixierten, also vor allem einer nichtmarxistischen) und realit\u00e4tsad\u00e4quaten sozialhistorischen Analyse. Vertreter verschiedener wissenschaftlicher Disziplinen kommen zu Wort. Es ist ein Jammer, da\u00df gerade der Jurist (Gerhard Dilcher, Professor zu Frankfurt\/Main), der so viel Erhellendes h\u00e4tte beitragen k\u00f6nnen, sein Thema entschieden verfehlt hat. Anstelle einer kritischen Analyse bietet er eine unkritische historische \u00dcbersicht \u00fcber die Rechtsentwicklung im Zweiten Deutschen Kaiserreich, die keinen Makel kennt und an Plattheit kaum zu unterbieten ist. Kein Wort zu Gerbers und Labands Verabsolutierung des Staates, kein Wort zum Gesellschaftsbild des B\u00fcrgerlichen Gesetzbuchs, das am 1.1.1900 in Kraft trat; kein Wort zum Sozialistengesetz, kein Wort auch zu Strafurteilen, die zur Einschr\u00e4nkung der Koalitionsfreiheit und zur Unterdr\u00fcckung der Kunst unter dem Vorwand der Unz\u00fcch-tigkeit und der Gottesl\u00e4sterung f\u00fchrten, um nur einige nahe liegende Beispiele zu nennen. Es w\u00e4re unbillig, die \u00fcbrigen Beitr\u00e4ge an diesem Niveau zu messen. Sie sind ohne Ausnahme interessant, vor allem jene, die \u00fcberraschende Themen aufgreifen: Michael Naumanns Studie etwa &#132;Bildung und Gehorsam. Zur \u00e4sthetischen Ideologie des Bildungsb\u00fcrgertums&#148;, die zeigt, da\u00df Bildung und Pflichtbewu\u00dftsein = Gehorsam zu wesensverwandten Prim\u00e4rtugenden hochstilisiert wurden; Peter Hampes Beitrag &#132;Sozio\u00f6konomische und psychische Hintergr\u00fcnde der bildungsb\u00fcrgerlichen Imperialbegeisterung&#148; auch, der aufdeckt, da\u00df in rechtskonservativen Vereinigungen wie der Deutschen Kolonialgesellschaft t und bei den Alldeutschen das Bildungsb\u00fcrgertum \u00fcberrepr\u00e4sentiert war; oder Ulrich Linses Untersuchung der Jugendkulturbewegung, die er als Gebildeten-Revolte eines sozial und wertm\u00e4\u00dfig verunsicherten Teils des wilhelminischen Bildungsb\u00fcrgertums darstellt. Weitere Autoren: Peter J. Opitz (\u00fcber Max Weber), Eike- Wolfgang Kornha\u00df (\u00fcber Kurt Riezler), Thomas Hollweck (\u00fcber Thomas Mann) und ,Tanos Frecot (\u00fcber die Lebensreformbewegung). Der Vorzug des Bandes ist auch sein Nachteil: man hat zum Schlu\u00df ein B\u00fcndel von Einzelaspekten, die sich nicht zu einem Gesamtbild f\u00fcgen. Der Herausgeber h\u00e4tte hier vielleicht st\u00e4rker ordnend und verbindend wirken sollen. Doch dieser Nachteil ist eben auch der Vorzug des B\u00e4ndchens: \u00fcber zum Teil unbekannte, ver-gessene Aspekte informiert zu werden.<\/p>\n<p>Vandenhoeck &#038; Ruprecht bietet Geschichte nicht nur in Taschenb\u00fcchern, sondern auch in einigen Paperback-Reihen. Eine der interessantesten Neuerscheinungen davon ist sicher-lich das Ende 1975 erschienene erste Sonderheft von <i>Geschichte und Gesellschaft. Zeitschrift f\u00fcr Historische Sozialwissenschaft mit dem Titel Der Deutsche Bauernkrieg 1524&#150;1526, hrsg von Hans-Ulrich Wehler (357 S, DM 39, kart, f\u00fcr Abonnenten der Zeitschrift DM 35).<\/i> In 11 Aufs\u00e4tzen, s\u00e4mtlich Originalbeitr\u00e4ge, versuchen die Autoren, den sozialgeschichtlichen Hintergrund der Bauernaufst\u00e4nde vor 450 Jahren aufzuhellen. Es erweist sich, da\u00df die einzelnen Aufstandsbewegungen territorial durchaus unterschiedliche Ursachen hatten und da\u00df es sich nicht eigentlich um Revolutionen handelte, sondern um Rebellionen, die sich nicht gegen den Landesherrn selbst richteten, dessen Herrschaftsanspruch unbestritten blieb, sondern gegen abgeleitete Obrigkeiten: sich neu bildende Adelsschichten, ein im Zusammenhang mit der Rezeption des r\u00f6mischen Rechts entstehendes neues Beamtentum usw. F\u00fchrer der Bauernbewegungen geh\u00f6rten denn auch zumeist der &#132;Dorfehrbarkeit&#148; an, also einer Schicht, deren gesellschaftliche Stellung durch den entstehenden fr\u00fchmodernen Landesstaat und seine Repr\u00e4sentanten in besonderer Weise bedroht war. Zu revidieren ist allerdings die Auffassung, der Bauernkrieg sei vornehmlich ein Kampf ums alte Recht gewesen; &#132;neben den politischrechtlichen Zielen standen vielmehr ebenfalls und schwergewichtig soziale und wirtschaftliche Antriebskr\u00e4fte im Dr\u00e4ngen auf eine verschiedenartig angestrebte \u00c4nderung der politischen und gesellschaftlichen Gegebenheiten&#148; (Wohlfeil). Dazu kam die Forderung nach der Ein-f\u00fchrung des &#132;Evangeliums&#148; und die Zulassung reformatorischer Prediger. &#132;Mit der Reformation aber gewann der ,witzig` gewordene ,gemeine Mann` die Legitimation, die Rechtfertigung aus dem ,Evangelium`, zum Vorgehen gegen die Privilegierten, die er nun offen f\u00fcr ,unn\u00fctz` und \u00fcberfl\u00fcssig erkl\u00e4rte und deren vielf\u00e4ltige Vorzugsstellungen er zu beseitigen trachtete.&#148; (Endres, S 78, zur Situation in Franken). Wer sich f\u00fcr deutsche Sozialgeschichte und speziell f\u00fcr die Geschichte des deutschen Bauernkriegs interessiert, wird vielf\u00e4ltige Anregungen und neue Erkenntnisse in dem angezeigten Band finden.<\/p>\n<p>Eine weitere interessante Reihe des Verlags <i>Vandenhoeck &#038; Ruprecht sind die Kritischen Studien zur Geschichtswissenschaft, als deren Band 19 soeben erschienen ist: Hans H. Gerth, &#132;B\u00fcrgerliche Intelligenz um 1800. Zur Soziologie des deutschen Fr\u00fchliberalismus&#8220;, mit einem Vorwort und einer erg\u00e4nzenden Bibliographie herausgegeben von Ulrich Herrmann (155 S, kart DM 24).<\/i> Der Text ist selbst schon historisches Dokument. Er ist vor mehr als 40 Jahren als Dissertation entstanden und konnte aus politischen Gr\u00fcnden nicht im Druck erscheinen. Nach zwei Raubdrucken liegt nun die erste Verlagsausgabe vor. Gerth beobachtet, da\u00df seit der Mitte des 18. Jahrhunderts eine stetig wachsende Bereitschaft der deutschen Intelligenz besteht, b\u00fcrgerlich-liberales Gedankengut von England und Frankreich aufzunehmen. Er untersucht die sozialen, politischen, \u00f6kono-mischen und geistesgeschichtlichen Voraussetzungen hierf\u00fcr sowie die Erscheinungsformen des liberalen Denkens in Deutschland um 1800. Er gibt einen Aufri\u00df der Struktursituation der Intelligenz (protestantisches Pfarrhaus; Schulen und Universit\u00e4ten; &#132;Hofmeister&#148; als Verlegenheitsjob f\u00fcr Besitz und pfr\u00fcndelose Intellektuelle). Einen der st\u00e4rksten Integrationsfaktoren des deutschen Fr\u00fchliberalismus erkennt Gerth im liberalen Beamtentum, als wichtigsten Promotor liberaler Gedanken die Literaten, Buch- und Zeitschriftenverleger, die &#150; bei aller Verschiedenheit in Lebensf\u00fchrung und sozialer Position &#150; einig waren in der Opposition gegen die Zensur als dem Willk\u00fcrmoment im Bereich der \u00f6ffentlichen Meinung.<\/p>\n<p>In der gleichen Reihe schlie\u00dflich ist als Band 18 unter dem Titel <i>Gesellschaft, Kultur, Theorie. Gesammelte Aufs\u00e4tze zur neueren Geschichte ein Sammelband von Arbeiten Thomas Nipperdeys erschienen (466 S, kart DM 64).<\/i> Neben Texten zur Theorie der Geschichtswissenschaft (\u00dcber Relevanz, Die anthropologische Dimension der Geschichtswissenschaft, Historismus und Historismuskritik heute) enth\u00e4lt der Band vor allem Beitr\u00e4ge zur Geschichte des sp\u00e4ten 18. Jahrhunderts bis zu den ersten Jahren der Weimarer Republik. Nipperdey bezieht vorwiegend konservative Positionen, einige seiner Aufs\u00e4tze stellen Auseinandersetzungen mit j\u00fcngeren kritischen Historikern (wie Hans- Ulrich Wehler) dar. Dabei versteigt er sich- es sei dem Eifer des Engagements zuge-schrieben- gelegentlich zu so unreflektierten Aussagen wie: es stelle eine Zumutung Gustav Heinemanns an die Historiker dar, Geschichtswissenschaft und Besch\u00e4ftigung mit der Geschichte &#132;in den Dienst eines gegenw\u00e4rtigen Interesses&#148; stellen zu wollen und ihr die Aufgabe einer &#132;politischen P\u00e4dagogik&#148; zuzuweisen; oder: die Behauptung Nipper-deys, die von ihm stets in Anf\u00fchrungszeichen gesetzten kritischen Historiker wollten uns &#132;modische Geschichtsmythen&#148; aufdr\u00e4ngen (S 261), ohne sich zu befragen, ob er uns nicht selbst eine &#132;Geschichtsmythe&#148; vorsetzt, wenn er &#132;sich auf das Feld der Reflexion \u00fcber Alternativen und M\u00f6glichkeiten&#148; der politischen Mitte begibt (S 265) und feststellt, auf die Dauer h\u00e4tte die Mehrheit des Volkes 1848 eine radikalere Politik als die der liberalen Mitte nicht getragen (S 272). Auch die &#132;Trauer \u00fcber das Fehlen der gelungenen Revo-lution&#148; in Deutschland als &#132;Revolutionsnostalgie&#148; abzutun, ist wohl zumindest leicht-fertig, wenn nicht frivol. Abgesehen von polemischen Auseinandersetzungen dieser Art, die zweifellos legitim sind, enth\u00e4lt der Band auch eine Reihe informativer Analysen, so \u00fcber die Organisation der b\u00fcrgerlichen Parteien in Deutschland vor 1918 oder \u00fcber Interessenverb\u00e4nde und Parteien in Deutschland vor dem Ersten Weltkrieg.<\/p>\n<p>Ganz kurz soll abschlie\u00dfend noch auf drei Publikationen zur Zeitgeschichte hingewiesen werden: Bei <i>Kiepenheuer &#038; Witsch ist in der Reihe pocket als Nr. 60 ein B\u00e4ndchen In Sachen Wallraff, hrsg von Christian Linder, erschienen, mit einem &#132;Dossier&#148; zur Person G\u00fcnter Wallraffs und Aufs\u00e4tzen von Heinrich B\u00f6ll, Oskar Negt, Heinrich Vormweg, Peter 0. Chotjewitz ua (176 S, DM 10)<\/i> sowie als pocket 65 die <i>Aufzeichnung eines Gespr\u00e4chs von Christian Linder mit Heinrich B\u00f6ll: Drei Tage im M\u00e4rz (115 S, DM 12)<\/i>. Eine Sammlung politischer Schriften Heinrich B\u00f6lls hat schlie\u00dflich h\u00f6chst verdienstvoll dtv unter dem Titel <i>Schwierigkeiten mit der Br\u00fcderlichkeit herausgebracht (Nr. 1153,112 S, DM 3,80)<\/i>: Texte, die, obgleich sie zum Teil zehn Jahre alt sind, nichts von ihrer Aktualit\u00e4t eingeb\u00fc\u00dft haben, die nach wie vor provozieren, den Leser zwingen, Stellung zu nehmen.<\/p>\n","protected":false},"featured_media":0,"template":"","categories":[],"tags":[667],"autoren":[356],"publikationen":[1313],"class_list":["post-12128","publikation","type-publikation","status-publish","hentry","tag-vorgaenge-artikel","autoren-sieghart-ott","publikationen-24-vorgaenge"],"acf":[],"yoast_head":"<!-- This site is optimized with the Yoast SEO plugin v28.5 - https:\/\/yoast.com\/product\/yoast-seo-wordpress\/ -->\n<title>Der literarische Maulwurf (VII) - Humanistische Union<\/title>\n<meta name=\"robots\" content=\"index, follow, max-snippet:-1, max-image-preview:large, max-video-preview:-1\" \/>\n<link rel=\"canonical\" href=\"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/vorgaenge\/24-vorgaenge\/publikation\/der-literarische-maulwurf-vii\/\" \/>\n<meta property=\"og:locale\" content=\"de_DE\" \/>\n<meta property=\"og:type\" content=\"article\" \/>\n<meta property=\"og:title\" content=\"Der literarische Maulwurf (VII) - Humanistische Union\" \/>\n<meta property=\"og:description\" content=\"Aus: vorg\u00e4nge Nr.24 (Heft 6\/1976), S. 107-112 Geschichte hat die Menschen seit jeher bewegt: Fragen nach ihrer Herkunft, dem Ursprung der sie umgebenden Welt. 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