{"id":12175,"date":"1977-01-28T14:42:00","date_gmt":"1977-01-28T13:42:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/publikation\/die-deutschen-und-ihr-reich\/"},"modified":"2021-08-24T21:47:05","modified_gmt":"2021-08-24T19:47:05","slug":"die-deutschen-und-ihr-reich","status":"publish","type":"publikation","link":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/vorgaenge\/26-vorgaenge\/publikation\/die-deutschen-und-ihr-reich\/","title":{"rendered":"Die Deutschen und ihr Reich"},"content":{"rendered":"<p>aus: vorg\u00e4nge Nr.26 (Heft 2\/1977), S.64-70<\/p>\n<h2 class=\"auto-created\"><span id=\"deutsche-schwierigkeiten-mit-der-geschichte\">Deutsche Schwie&shy;rig&shy;keiten mit der Geschichte<\/span><\/h2>\n<p>Die Deutschen in ihrer Gesamtheit haben noch immer Schwierigkeiten mit ihrer Geschichte, die st\u00e4rker als die eines anderen europ\u00e4ischen Volkes mit dem Begriff &#8222;Reich&#8220; verkn\u00fcpft ist. Nach drei Reichen mit immer katastrophalerem Ende (1806, 1918, 1945) sollte man meinen, da\u00df die Deutschen genug h\u00e4tten vom Reich, seiner Macht und tr\u00fcgerischen Herrlichkeit. Aber, kaum ist&#8217;s zu glauben, es gibt wieder &#8211; oder noch &#8211; politische Kr\u00e4fte in der Bundesrepublik, deren Logik auf ein 4. Reich zielt &#8211; nicht nur die NPD und verwandte rechtsradikale Kr\u00e4fte trauern dem Reich so heftig nach, polemisieren so ma\u00dflos gegen die Bundesrepublik, da\u00df der Verdacht nicht von der Hand zu weisen ist, sie w\u00fcrden am liebsten einen neuen deutschen Machtstaat errichten, wenn sie k\u00f6nnten; zun\u00e4chst &#8222;nur&#8221; in den Grenzen des Deutschen Reichs von 1937, in ihren geheimen Wunschtr\u00e4umen vermutlich anschlie\u00dfend bis zu den Grenzen von 1914, und dann w\u00e4ren neu-deutschen Neuordnungsvorstellungen kaum wieder Grenzen gesetzt, mit katastrophalen R\u00fcckwirkungen wie gehabt.<\/p>\n<h2 class=\"auto-created\"><span id=\"welches-reich\">Welches &bdquo;Reich&rdquo;?<\/span><\/h2>\n<p>Auch Franz Josef Strau\u00df wird sich fragen lassen m\u00fcssen, welche Logik er in seinen Attacken gegen die sozialliberale Ostpolitik und die Ostvertr\u00e4ge anvisierte, wenn er 1972 behauptete, das Deutsche Reich existiere noch immer: Welches Reich? Das letzte, also das 3. Reich? Oder ein von aller Numerierung abstrahiertes, gleichsam &#8222;ewiges&#8221; Reich der Deutschen? Von Otto dem Gro\u00dfen oder gar von Karl dem Gro\u00dfen, in dessen Namen noch immer in Aachen Karlspreise vergeben werden? W\u00e4re ein wie auch immer geartetes Deutsches Reich also sein, zumindest geheimes, Ideal f\u00fcr die politische Existenz der Deutschen? In welcher Form? Als Monarchie, also vermutlich wieder mit einem Kaiser an der Spitze? Oder als caesaristischer F\u00fchrerstaat wie unter Hitler? Wer w\u00e4re, wenn nicht er selbst, der starke Mann dieses neuen Reichs, gekr\u00f6nt oder ungekr\u00f6nt? So w\u00e4ren dann Bundesrepublik Deutschland und DDR nichts als l\u00e4stiges Interregnum, schw\u00e4chliches Intermezzo von Reich zu Reich? Und was w\u00fcrde aus \u00d6sterreich? W\u00fcrde es auch gleich mit vereinnahmt in das neue Reich? Fragen \u00fcber Fragen. Wenn Strau\u00df sie f\u00fcr absurd oder gar diffamierend h\u00e4lt, so mu\u00df die R\u00fcckfrage lauten: Warum dann so unverantwortliches Geschw\u00e4tz, zumal er sich so gern mit der Aura des Wissenden umgibt, der allein in Deutschland sich mit historischen Perspektiven nach r\u00fcckw\u00e4rts und vorw\u00e4rts wirklich auskennt?<\/p>\n<h2 class=\"auto-created\"><span id=\"fatale-interregnums-logik\">Fatale Inter&shy;re&shy;gnums-Logik<\/span><\/h2>\n<p>Auch alle offiziellen wie offizi\u00f6sen Stellen, die noch immer von der Existenz des Deutschen Reichs ausgehen, leisten solchen Fragen nach der politischen Virulenz des Reichsgedankens in Deutschland immer noch oder wieder Vorschub. Schon der Adler an der Stirnwand des Deutschen Bundestags in Bonn seit 1953, fetter selbst als der des 3. Reichs, h\u00e4\u00dflicher noch als der des 2. oder 1. Reichs, sollte f\u00fcr alle Republikaner st\u00e4ndiges \u00c4rgernis sein. Die These von der Weiterexistenz des Deutschen Reichs mit der Bundesrepublik gleichsam als einzig legitimer Statthalterin weist, vielleicht ungewollt, wieder auf jene fatale Interregnums-Logik hin, die der rechtsradikalen Reichs-Romantik zugrunde liegt.<br \/>Sinnvoll ist nat\u00fcrlich die Konstruktion, da\u00df die Bundesrepublik Rechtsnachfolgerin des 1945 untergegangenen deutschen Staats ist, in dessen Rechte und Pflichten sie eintritt, schon weil es aus praktischen Gr\u00fcnden kein Rechtsvakuum zur Regelung vieler Alltagsprobleme geben darf.<br \/>Aber dann ist auch die DDR, so mies sie sich gerade in allerj\u00fcngster Zeit wieder einmal selbst darstellt, Rechtsnachfolger des 1945 untergegangenen deutschen Staats, der damals Deutsches (seit 1938 sogar &#8222;Gro\u00dfdeutsches&#8221;) Reich hie\u00df. Nur: ein Deutsches Reich existiert nicht mehr &#8211; seit 1945. Alles andere ist politisches St\u00fchler\u00fccken, das in seiner Konsequenz Kr\u00e4ften in die H\u00e4nde arbeiten k\u00f6nnte, die den Vertretern der offiziellen oder offizi\u00f6sen Reichs-These, zB dem Bundesverfassungsgericht, sicher auch suspekt und unerw\u00fcnscht sind.<\/p>\n<h2 class=\"auto-created\"><span id=\"reichs-tradition-in-der-ddr\">&bdquo;Reichs&ldquo;-Tradition in der DDR<\/span><\/h2>\n<p>Die Sachlage wird auch nicht gerade dadurch erleichtert, da\u00df die DDR aus taktisch-opportunistischen Gr\u00fcnden sich ihrerseits selektiv an zumindest \u00e4u\u00dferliche Namen und Symbole deutscher Reichsvergangenheit klammert: Deutsche Reichsbahn und Mitropa, Wiederentdeckung und Aufm\u00f6blung der reaktion\u00e4r-deutscht\u00fcmelnden &#8222;Befreiungskriege&#8220;-Ideologie von 1813 in den Jahren seit 1952 zur Gewinnung der Reste des nationaldenkenden B\u00fcrgertums in der DDR, gar die der deutschen (sp\u00e4ter gro\u00dfdeutschen) Wehrmacht nachempfundenen Uniformen der Nationalen Volksarmee, mit altpreu\u00dfisch-militaristischem Zeremoniell, vom Stechschritt \u00fcber Wachabl\u00f6sung vor dem Alten Zeughaus Unter den Linden bis zu militaristischen Renommier-Paraden durch Ost-Berlin zum 1. Mai und \u00e4hnlichen Anl\u00e4ssen. Die Beibehaltung der Mitropa in der DDR ist besonders aufschlu\u00dfreich, denn mit der Mitropa f\u00e4hrt im Geiste mit, wenigstens in der Abk\u00fcrzung verfremdet, die mitteleurop\u00e4isch verschleierte Variante kaiserlich-deutscher Reichshegemonie im 1. Weltkrieg. Die Mitropa wurde immerhin 1917 als &#8222;Mitteleurop\u00e4ische&#8221; Speisewagen- und Schlafwagengesellschaft gegr\u00fcndet, als nach der Eroberung Serbiens (1915) die Deutsche Reichsbahn erstmals den langertr\u00e4umten Schienenweg von Berlin nach Konstantinopel, unter einheitlich deutscher politischer Kontrolle in Regie nehmen konnte. Und die Beteiligung von DDR-Truppen der Nationalen Volksarmee beim Einmarsch in die CSSR 1968 rief unweigerlich, vor allem bei den Betroffenen selbst, die Erinnerung an den Einmarsch von Truppen des (damals schon gro\u00dfdeutschen) Reichs in die CSR 1938 wach, schon weil sich die Uniformen der deutschen Soldaten \u00fcber 30 Jahre hinweg so fatal \u00e4hnelten. Der kritische Au\u00dfenstehende kann vorl\u00e4ufig nur ahnen, was sich hinter der offiziellen DDR-Funktion\u00e4rs-Mentalit\u00e4t, nur kommunistisch gewendet, alles an deutschen Ordnungs- und Hegemonialvorstellungen noch als latente M\u00f6glichkeit verbergen mag, namentlich gegen\u00fcber \u00f6konomisch weniger entwickelten &#8222;Bruderstaaten&#8221; in der sozialistischen Gemeinschaft, wenn sie ideologisch nicht so parieren, wie Moskau und\/oder Ost-Berlin es w\u00fcnschen!<\/p>\n<h2 class=\"auto-created\"><span id=\"oekonomische-krisen-gefahr-fuer-die-freiheit\">&Ouml;konomische Krisen &ndash; Gefahr f&uuml;r die Freiheit<\/span><\/h2>\n<p>Warum dieser hyperkritische Rundschlag? Politisches Gespenstersehen aus reiner Freude an der Kritik? Keineswegs. Wenn nicht alles t\u00e4uscht, so steht uns &#8211; in der Welt insgesamt, im Westen und in der Bundesrepublik besonders &#8211; eine tiefgreifende Strukturkrise ins Haus, die sicher auch uns inzwischen selbstverst\u00e4ndlich gewordene Vorstellungen in Mitleidenschaft ziehen wird. Eine k\u00fcrzlich aufgeschnappte Bemerkung eines \u00e4lteren Mitb\u00fcrgers zu einem Gleichaltrigen mag einen ernstzunehmenden Hinweis geben: &#8222;Wenn sich die Genossen (das meint: die SPD; I. G.) noch lange halten, dann wird es bald wieder wie 1933.&#8221; In der Tat zeigt die historische Erfahrung; da\u00df Freiheiten und Mitbestimmungsrechte, errungen in Zeiten \u00f6konomischer Expansion, in Zeiten einer \u00f6konomischen Krise wieder gef\u00e4hrdet sind. Der Sieg des Faschismus in Deutschland 1933 &#8211; kurzfristig unmittelbare Reaktion auf die gro\u00dfe Weltwirtschaftskrise von 1929, l\u00e4ngerfristig auch Reaktion auf den Verlust des 1. Weltkriegs und den Untergang des 2. Deutschen Reichs &#8211; ist nur das uns am n\u00e4chsten liegende Beispiel, weil es historisch unsere gegenw\u00e4rtige politische Existenz auf vielf\u00e4ltige Weise am nachhaltigsten gepr\u00e4gt hat, direkt oder indirekt.<\/p>\n<h2 class=\"auto-created\"><span id=\"ein-genereller-weltgeschichtlicher-mechanismus\">Ein genereller weltge&shy;schicht&shy;li&shy;cher Mechanismus<\/span><\/h2>\n<p>Aber auch sonst gibt es unz\u00e4hlige Beispiele daf\u00fcr, wie eine Gesellschaft, die an Erfolg und Expansion, \u00f6konomisch wie milit\u00e4risch, auf einen ernsthaften R\u00fcckschlag, gar eine Umkehrung des bisherigen Prozesses, mit Krisen nach Innen reagierte, gar mit Sturz des Regierungssystems, das &#8222;versagt&#8221; hatte, das den gewohnten oder erwarteten Erfolg nicht mehr brachte. Dieser Mechanismus ist so allgemein, vom alten \u00c4gypten und alten China bis in die Gegenwart, da\u00df wir Deutsche uns aus politischem Weltschmerz nach der Erfahrung des Faschismus nun auch nicht in einen historischen Nihilismus zu fl\u00fcchten brauchen. Qu\u00e4lerische Selbstzerst\u00f6rung unserer historischen Identit\u00e4t aus antifaschistischer Gesinnung ist ebenso sch\u00e4dlich wie eine offen oder versteckt reaktion\u00e4re Bagatellisierung des Faschismus. Die Entschlossenheit, die politischen Hypotheken des 3. Reichs zu \u00fcbernehmen, kann vor dem Versinken in Verzweiflung an den Deutschen bewahren, als seien nur die Deutschen schlecht, oder als seien sie besonders schlecht.<br \/>Dazu ist allerdings rationale Kenntnis der Geschichte unerl\u00e4\u00dflich, der au\u00dferdeutschen wie der deutschen. Die au\u00dferdeutsche Geschichte gibt den generellen Mechanismus in der Weltgeschichte zu erkennen, wie expandierende Gesellschaften auf die fr\u00fcher oder sp\u00e4ter eintretenden Niederlagen mit Konflikten nach innen reagieren, bis hin zur Selbstzerst\u00f6rung. Die deutsche Geschichte macht die spezifisch deutsche Variante dieses universalen Mechanismus deutlich, im deutschen Fall noch besonders verquickt mit der Problematik von Reich und Nation.<\/p>\n<h2 class=\"auto-created\"><span id=\"regnum-und-nationalstaat\">&bdquo;Regnum&rdquo; und Natio&shy;nal&shy;staat<\/span><\/h2>\n<p>Alle politischen Gebilde, die sich \u00fcber das Niveau von Stammesgesellschaften oder Stadtstaaten er-hoben, organisierten sich entweder als nationale oder als imperiale Machtstrukturen, oft auch mit einem flie\u00dfenden \u00dcbergang zwischen beiden Typen. Der Zusammenschlu\u00df von meist (aber. nicht notwendig immer) ethnisch, sprachlich und kulturell verwandten Gruppen, meist unter Druck von au\u00dfen (Krieg), zu einem Staat &#8222;nationalen&#8221; Charakters ist die Regel. Die meisten modernen Staaten beanspruchen den Charakter von Nationalstaaten. Als ihre Vorform l\u00e4\u00dft sich das begreifen, was in der westlichen Antike und im europ\u00e4ischen Mittelalter mit dem lateinischen Begriff des &#8222;regnum&#8221; bezeichnet wurde, also des &#8222;K\u00f6nigreichs&#8221;. Ein &#8222;regnum&#8221; stand in der Mitte zwischen Stammesgesellschaften auf barbarischem oder halbbarbarischem Niveau und den gro\u00dfen Imperien, die in der Regel mehr oder weniger identisch waren mit den gro\u00dfen Zentren der antiken Hochkulturen wieder vom alten \u00c4gypten bis zum alten China.<br \/>F\u00fcr die schriftlich artikulierte und daher am ehesten rational fa\u00dfbare Geschichte ist &#8222;regnum&#8221; somit auch die grunds\u00e4tzliche Alternative zum &#8222;imperium&#8221;, den auf Eroberung, aber auch Zivilisierung beruhenden Gro\u00dfstaaten &#8211; z.B. der Perser oder der R\u00f6mer &#8211;, die \u00fcber einen urspr\u00fcnglich &#8222;nationalen&#8221; Kern hinausgriffen. Die Dialektik zwischen Eroberung und Ausbreitung der antiken Hochkulturen beziehungsweise ihren modernen Weiterentwicklungen (k\u00fcrzer: Zivilisation) l\u00e4\u00dft sich seit einem Jahrzehnt, humoristisch verfremdet, gut in den modernen Volksb\u00fcchern des &#8222;Asterix und Obelix&#8221; ablesen, die geradezu von der Spannung zwischen erobernder Zivilisation und, in diesem Fall, sogar dem R\u00fcckzug auf den konservierten pr\u00e4zivilisierten Tribalismus auf Dorfebene leben.<br \/>H\u00e4ufig konstituierte sich ein &#8222;Regnum&#8221; aus einem zerfallenden &#8222;Imperium&#8221;, auf der Grundlage von tribalen Einheiten, die vorher durch imperiale Eroberung in Kontakt mit der jeweils dominierenden Hochkultur gekommen waren, \u00fcber die sich neue, von Au\u00dfen kommende halb-barbarische Eroberer schoben. Eine wichtige Variante f\u00fcr das Zustandekommen eines &#8222;regnum&#8221; bietet Skandinavien, das niemals im Herrschaftsbereich des R\u00f6mischen Reichs lag &#8211; (gewaltsamer) Zusammenschlu\u00df von Kleink\u00f6nigt\u00fcmern in Nachahmung des Prozesses, der weiter s\u00fcdlich auf dem Boden des R\u00f6mischen bzw Fr\u00e4nkischen Reichs schon angelaufen war.<br \/>F\u00fcr unsere Region ist nat\u00fcrlich das R\u00f6mische Reich mit seinen Eroberungen und zivilisatorischen Ausstrahlungen \u00fcber seine Grenzen hinaus und \u00fcber seine politische Existenz hinaus (durch Christentum und lateinische wie orthodoxe Kirchen) das pr\u00e4gende Grundmodell, das sich aber, bei n\u00e4herem Zusehen, auch bei anderen Gro\u00dfreichen finden l\u00e4\u00dft (zB dem persischen, dem arabischen Kalifat usw).\u00a0.<br \/>Symbol imperialer Herrschaft ist in unserer Region der Adler geworden, seitdem Marius den mit r\u00f6mischen Proletariern aufgef\u00fcllten neuen Legionen Roms die Legionsadler verlieh, um ihnen gegen\u00fcber den eingebrochenen barbarischen Kimbern und Teutonen neues Selbstvertrauen zu geben. Eine weitere Variante des Adlers war der Doppeladler, zuletzt in \u00d6sterreich-Ungarn und im zaristischen Ru\u00dfland, der \u00fcber das mittelalterliche Heilige R\u00f6mische Reich und Byzanz, das neupersische Reich der Sassaniden bis auf die Sumerer um 2000 v Chr. zur\u00fcckgeht.<\/p>\n<h2 class=\"auto-created\"><span id=\"nationaler-freiheitskampf-gegen-imperiale-unterdrueckung\">Nationaler Freiheits&shy;kampf gegen imperiale Unter&shy;dr&uuml;&shy;ckung<\/span><\/h2>\n<p>Die meisten modernen Nationalstaaten zumindest Europas weisen somit direkt oder indirekt auf mittelalterliche &#8222;Regna&#8221; zur\u00fcck, die ihrerseits unter direkter oder indirekter Einwirkung von antiken Imperien oder ihren mittelalterlichen Fortsetzungen (Byzanz und Karolingerreich\/Imperium der Deutschen, Osmanisches Reich, Russisches Reich, arabisches Kalifat) standen. Sie bezogen oder beziehen ihr nationales Pathos geradezu aus dem nationalen &#8222;Freiheitskampf&#8221; gegen imperiale Unterdr\u00fcckung oder imperialen Druck- von der spanisch\/portugiesischen &#8222;Reconquista&#8221; im S\u00fcdwesten \u00fcber den Freiheitskampf der Niederlande gegen Spanien im Nordwesten, den Kampf der Russen gegen die Tatarenherrschaft im Osten und der Balkanv\u00f6lker gegen das byzantinische, sp\u00e4ter Osmanische Reich im S\u00fcdosten. Das italienische &#8222;Risorgimento&#8221; des 19. Jahrhunderts lebte vom Ressentiment ment gegen \u00d6sterreich bzw. Osterreich-Ungarn, und selbst die franz\u00f6sische Nationalmonarchie, als unmittelbare Vorstufe zur modernen Nation der Franz\u00f6sischen Revolution seit 1789, erhielt ihre entscheidende Auspr\u00e4gung zu Beginn der Neuzeit in der Selbstbehauptung, gegen\u00fcber dem Druck der Habsburger im Reich und in Spanien. Die Schweiz zehrt vom Freiheitskampf ihrer Urkantone gegen die fiskalischen Anforderungen des modernen Staats in Gestalt des habsburgischen Territorialstaats, der immerhin mehrere Jahrhunderte lang die Grundlage f\u00fcr die Herrschaft der Habsburger im Reich abgegeben hatte.<\/p>\n<h2 class=\"auto-created\"><span id=\"vom-regnum-zum-imperium\">Vom &bdquo;Regnum&rdquo; zum &bdquo;Imperium&rdquo;<\/span><\/h2>\n<p>Umgekehrt widerstanden Gesellschaften, die als &#8222;Regnum&#8221; organisiert waren, kaum der Versuchung, sich zu einem &#8222;Imperium&#8221; auszuweiten, wenn Machtvakua, meist entstanden aus innen-politischen Wirren und Konflikten, bei Nachbarstaaten dazu einluden. So hatten fast alle modernen europ\u00e4ischen Nationen Phasen zumindest versuchter Gro\u00dfmachtbildung mit imperialer Geb\u00e4rde, mit oder ohne Kaisertitel als f\u00f6rmlicher Kr\u00f6nung solch imperialer Pr\u00e4tentionen &#8211; Spanien in S\u00fcditalien wie sp\u00e4ter in der Neuen Welt, Polen vor allem gegen\u00fcber Litauen und Ru\u00dfland, Ungarn vor allem gegen\u00fcber S\u00fcdslawen, Bulgaren, Serben auf dem Balkan, Frankreich in Italien, die Deutschen mit ihren drei Reichen, selbst die heute so friedlichen Skandinavier mit Wikingern (Normannen) im fr\u00fchen Mittelalter bis zum Hochmittelalter, ferner mit Eroberungen untereinander und jenseits von Ost- und Nordsee, oder die Niederl\u00e4nder, deren Herrschaft \u00fcber Belgien zwischen 1815 und 1830 als Bedr\u00fcckung empfunden wurde.<br \/>Die meisten euop\u00e4ischen Nationalstaaten zehren noch heute vom Glanz ihrer jeweils imperialen oder ann\u00e4hernd imperialen Phase der Vergangenheit, je weiter rechts im politischen Spektrum ihre f\u00fchrenden Kr\u00e4fte stehen. Die Ideologie. der Faschisten lebte unter anderem gerade von der Ankn\u00fcpfung an den Glanz imperialer Vergangenheit. Im italienischen Fall ist der Zusammenhang mit geradezu klassischer Klarheit am krampfhaften Bem\u00fchen Mussodinis abzulesen, das &#8222;Imperium Romanum&#8221; wiederherzustellen, bis hin zur Wiederbelebung des Kaisertitels, und wenn nur auf der Grundlage der Eroberung im fernen Aethiopien, das bekanntlich nie zum R\u00f6mischen Reich geh\u00f6rt hatte.<\/p>\n<h2 class=\"auto-created\"><span id=\"konfliktzonen\">Konfliktzonen<\/span><\/h2>\n<p>Konfliktzonen zwischen modernen Nationalstaaten entstehen unter anderem dort, wo sich Territorialforderungen verschiedener Nationalstaaten, abgeleitet aus der einstigen Zugeh\u00f6rigkeit zur jeweiligen imperialen oder quasi-imperialen Phase zweier Staaten, \u00fcberschneiden. Das klarste Beispiel daf\u00fcr ist Makedonien, das jeweils einst vom &#8222;Gro\u00dfbulgarischen&#8221; und vom &#8222;Gro\u00dfserbischen&#8221; Reich im Mittelalter erobert worden war, das aber auch Griechenland beansprucht, schon wegen noch viel \u00e4lterer historischer Zusammenh\u00e4nge. Umgekehrt lassen sich Spannungen zwischen verschiedenen Landesteilen in modernen Nationalstaaten, die teilweise f\u00f6derativ \u00fcberbr\u00fcckt werden, unschwer auf die lange Zugeh\u00f6rigkeit zu imperialen Gebilden unterschiedlichen Charakters und Pr\u00e4gung durch sie erkl\u00e4ren, vor allem in Jugoslawien: Die westlichen Bundesstaaten geh\u00f6rten seit der endg\u00fcltigen Teilung des R\u00f6mischen Reichs (395) stets zum lateinischen, r\u00f6misch-katholischen Westen, der Osten zu Byzanz, zu von Byzanz kirchlich und kulturell gepr\u00e4gten Staaten bzw. zum Osmanischen Reich. Erkennbar, wenn auch politisch nicht mehr potentiell so explosiv wie in Jugoslawien, sind noch die Unterschiede, die 125 Jahre Zugeh\u00f6rigkeiten zu gleich drei imperialen Strukturen in Polen herbeigef\u00fchrt hatten &#8211; zu Ru\u00dfland, \u00d6sterreich-Ungarn und Preu\u00dfen-Deutschland.<\/p>\n<h2 class=\"auto-created\"><span id=\"der-imperiale-faktor-in-der-deutschen-geschichte\">Der imperiale Faktor in der deutschen Geschichte<\/span><\/h2>\n<p>In so weite historische und geographische Zusammenh\u00e4nge ist eine rationale Analyse der deutschen Geschichte zu stellen, um kurzschl\u00fcssige Reaktionen in der einen oder anderen Richtung zu. vermeiden. Die deutsche Geschichte ist besonders intensiv und vielf\u00e4ltig vom imperialen Faktor gepr\u00e4gt. Das deutsche &#8222;Regnum&#8221; entstand, wie das franz\u00f6sische, als Spaltungsprodukt des Karolingerreichs (911), das seinerseits, mit der Kaiserkr\u00f6nung Karrs des Gro\u00dfen (800), den Anspruch erhoben hatte, das R\u00f6mische Reich im lateinischen Westen wieder zu erneuern. In der Tradition Karls des Gro\u00dfen stand wiederum Otto der Gro\u00dfe, als er, in Nachahmung der Karolinger, noch einmal &#8211; das Imperium Romanum mit seiner Kaiserkr\u00f6nung zu erneuern beanspruchte (962), obwohl rund die H\u00e4lfte des damaligen Deutschland nie zum R\u00f6mischen Reich geh\u00f6rt hatte, obwohl die Deutschen als neue Reichsnation keineswegs zu den \u00f6konomisch und zivilisatorisch h\u00f6chststehenden V\u00f6lkern des mittelalterlichen Europa geh\u00f6rten, eher einen bescheidenen Mittelplatz einnahmen.<br \/>Die mittelalterlichen Deutschen schl\u00fcpften daher in kaiserliche Schuhe, die ihnen viel zu weit waren, und in einen viel zu weiten imperialen Mantel, in dem sie sich st\u00e4ndig verhedderten: sie konnten ihren imperialen Anspruch nicht ausf\u00fcllen, weder mit milit\u00e4rischer Macht noch mit zivilisatorisch-kulturellen Leistungen, allenfalls, aber nur f\u00fcr kurze Zeit, mit dem missionarischen Anspruch gegen\u00fcber den slawischen St\u00e4mmen zwischen Deutschland und Polen und gegen\u00fcber Skandinavien. Gleichwohl blieb der imperiale Hegemonialanspruch, den das neue Imperium Romanum mit milit\u00e4rischer Eroberung auszuf\u00fcllen versuchte, wo immer es nur gelang, bis hin zur Erzwingung einer deutschen Oberlehensherrschaft \u00fcber Nachbarstaaten, entsprechend der damals g\u00e4ngigen Form der feudalen Monarchie. Auf dem H\u00f6hepunkt solcher imperialen Anspr\u00fcche, unter dem Staufer Heinrich VI (1190-1197), reichte die (zumindest formale) Anerkennung deutsch-kaiserlicher Oberlehensherrschaft immerhin von England bis nach Zypern und Klein-Armenien, einschlie\u00dflich der Tributsleistung von Byzanz.<\/p>\n<h2 class=\"auto-created\"><span id=\"absturz-in-die-dauer-krise\">Absturz in die Dauer-Krise<\/span><\/h2>\n<p>Der fr\u00fche Tod von Heinrich VI (1197) schnitt konkrete Pl\u00e4ne zur Eroberung des durch seldschukische T\u00fcrken, innere Konflikte und Kreuzz\u00fcge geschw\u00e4chten Byzanz ab und brachte zugleich den Absturz in die eigene Reichskrise, von der sich das Reich der Deutschen im Grunde nie wieder erholte. In der jahrhundertelangen Agonie des ersten Reichs der Deutschen, von 1 197 bis 1806, dar\u00fcber hinaus in der Zeit des Deutschen Bundes (1815-1866) als Ersatz- und Nachfolgeorganisation des untergegangenen Deutschen Reichs, spiegelte die Kyffh\u00e4userlegende mit der Kombination von Kaiser Friedrich I und Friedrich II, jeweils Vater bzw Sohn von Kaiser Heinrich VI, die popul\u00e4re Sehnsucht nach &#8222;Kaiser und Reich&#8221; wider, mithin nach der vergangenen Macht und Herrlichkeit des mittelalterlichen Reichs vor seinem Absturz in die Dauerkrise von \u00fcber 600 Jahren.<\/p>\n<h2 class=\"auto-created\"><span id=\"deutsche-reichs-nostalgie-verhindert-nationalstaat\">Deutsche Reichs&shy;-Nost&shy;algie verhindert Natio&shy;nal&shy;staat<\/span><\/h2>\n<p>Nichts an diesem Vorgang ist an sich ungew\u00f6hnlich: Die Macht- und Glanzperioden von gro\u00dfen Reichen sind in der Regel nur relativ kurz, leben aber auch in anderen Gesellschaften als Glanzpunkte der je nationalen Geschichte sehr viel l\u00e4nger fort. Der Versuch zur Wiederherstellung eines untergegangenen Reichs, wie im Falle der mittelalterlichen Deutschen, auch durch Kr\u00e4fte, die selbst dem untergegangenen Reich nie oder nur marginal angeh\u00f6rt hatten, ist auch anderswo anzutreffen. Ein gutes Beispiel ist die moskowitische Ideologie, die nach dem Fall von Konstantinopel (1453) Moskau als &#8222;Drittes Rom&#8221; beanspruchte, in der Nachfolge von Byzanz, das seinerseits als das Reich der &#8222;Rhom\u00e4er&#8221; die einzig legitime Fortsetzung des R\u00f6mischen Reichs beanspruchte, oder die Erneuerung des Gro\u00dfreichs des Dschingis Khan durch Timur um 1400 von Samarkand aus. Im deutschen Fall aber verhinderte die jahrhundertelange Reichs-Nostalgie die Herausbildung eines Nationalstaats der Deutschen, wie er sich im \u00fcbrigen Europa durch alle inneren und \u00e4u\u00dferen Konflikte \u00fcber die Jahrhunderte hindurch als der Regelfall durchzusetzen begonnen hatte. Die Nationalmonarchie lie\u00df sich, seit den Pr\u00e4zedenzf\u00e4llen der Englischen Revolution im 17., der Franz\u00f6sischen Revolution im sp\u00e4ten 18. Jahrhundert, auf europ\u00e4ischem Boden gleichsam dialektisch zur b\u00fcrgerlichen Demokratie umst\u00fclpen, jetzt schon auf der \u00f6konomischen Grundlage der anlaufenden industriellen Produktion, selbst wenn die westlichen Nationalstaaten ihre Eroberungspotenzen mit der Bildung von Kolonialreichen in \u00dcbersee auslebten.<\/p>\n<h2 class=\"auto-created\"><span id=\"vom-deutschen-bund-zum-kaiserreich\">Vom Deutschen Bund zum Kaiserreich<\/span><\/h2>\n<p>Da das alte Heilige R\u00f6mische Reich Deutscher Nation bei Ausbruch der Franz\u00f6sischen Revolution formal noch bestand, wirkte seine endg\u00fcltige Zertr\u00fcmmerung durch die Franz\u00f6sische Revolution und ihren, sich zuletzt seinerseits kaiserlich-imperial drapierenden Vollstrecker, Napoleon 1, keineswegs als Befreiung vom Alptraum der Geschichte, der die Hirne der damals Lebenden so bedr\u00fcckt hatte, sondern, gekoppelt mit den bei Eroberungen offenbar unvermeidbaren Gewalttaten und Ausbeutungsvorg\u00e4ngen, als &#8222;nationale&#8221; Katastrophe, von der provisorisch zun\u00e4chst die &#8222;Befreiungskriege&#8221; von 1813\/15 wieder befreiten.<br \/>Im Deutschen Bund blieb zwar den Reichspatrioten, wie dem Freiherrn von Stein, ein neues Reich der Deutschen vorenthalten, aber er nahm R\u00fccksicht auf 600 Jahre Geschichte Europas, in der das deutsche Zentrum weitgehend ein Machtvakuum gewesen war, zuletzt ausbalanciert durch die beiden deutschen Gro\u00dfm\u00e4chte \u00d6sterreich und Preu\u00dfen. Die Verhinderung einer neuen Machtzusammenballung in Deutschland, symbolisiert in einem neuen Reich, geschah aber politisch in so reaktion\u00e4rer Form, da\u00df sich vor\u00fcbergehend eher chauvinistische Reichspatrioten und demokratische Republikaner in ihrer Opposition gegen den Deutschen Bund trafen. In der deutschen Revolution von 1848\/49 ging es daher vor-wiegend um die Errichtung eines neuen Reichs f\u00fcr die Deutschen, ob klein-deutscher oder gro\u00df-deutscher Pr\u00e4gung. Nach dem Scheitern einer Reichsgr\u00fcndung \u00fcberwiegend von unten war der Weg frei f\u00fcr die bekannte Reichsgr\u00fcndung eher von oben durch Bismarck mit den drei Blitz-und Einigungskriegen von 1864, 1866 und 1870\/71, die nun tats\u00e4chlich in ein neues Kaiser-reich einm\u00fcndeten.<\/p>\n<h2 class=\"auto-created\"><span id=\"das-scheitern-deutscher-weltmachtpolitik\">Das Scheitern deutscher Weltmacht&shy;po&shy;litik<\/span><\/h2>\n<p>Nach einer Generation der relativen inneren Konsolidierung und der \u00f6konomischen Expansion schlo\u00df sich mit der Weltpolitik, als deutscher Variante des inzwischen weltweit gewordenen modernen Imperialismus, der Versuch zur Expansion in \u00dcbersee an, der seinerseits konsequent in den 1. Weltkrieg und den Versuch zur kontinentalen Expansion in Europa einm\u00fcndete, um die territoriale Basis f\u00fcr die angestrebte deutsche Weltmachtstellung in \u00dcbersee zu verbreitern. Die notwendige \u00dcberanstrengung der deutschen Kr\u00e4fte und Ziele gegen die sprichw\u00f6rtliche &#8222;Welt von Feinden&#8221; f\u00fchrte zum politischen Kollaps der Novemberrevolution 1918 und in die Weimarer Republik, die von deutschen Reichschauvinisten nun als neues Interregnum abgewertet wurde: Aus dem Ressentiment \u00fcber Verlust des Krieges, der Krone und der Prosperit\u00e4t entstand das explosive Gemisch von durchaus heterogenen sozialen und politischen Faktoren, die sich im Nationalsozialismus als deutscher Variante des Faschismus zusammenfanden.<br \/>Der Versuch des (nunmehr 3.) Reichs, durch einen global gewordenen Konflikt hindurch die deutschen Kriegsziele des Kaiserreichs aus dem 1. Weltkrieg noch zu erweitern, gleichzeitig seine Methoden zu vergr\u00f6bern und zu brutalisieren, endete im bekannten Debakel des 2. Weltkriegs und des 3. Reichs, von dem unsere gegenw\u00e4rtige politische Realit\u00e4t historisch ihren Ausgangspunkt nimmt.<\/p>\n<h2 class=\"auto-created\"><span id=\"neue-deutsche-machtzusammenballung\">Neue deutsche Macht&shy;zu&shy;sam&shy;men&shy;bal&shy;lung?<\/span><\/h2>\n<p>Bundesrepublik Deutschland und Deutsche Demokratische Republik sind, historisch gesehen, gleichsam die logischen Zerfallsprodukte des Deutschen Reichs. Beide deutschen Staaten nehmen mit ihrem \u00f6konomischen und milit\u00e4rischen Potential schon l\u00e4ngst den zweiten Platz in West und Ost ein. Zusammengenommen w\u00fcrden sie automatisch wieder eine jener Machtzusammenballungen werden, die dem politischen Gleichgewicht Europas noch nie bek\u00f6mmlich waren. Andererseits ist der Wunsch nach einem Minimum von Zusammengeh\u00f6rigkeit der Deutschen durchaus legitim. Aber die Deutschen in West wie in Ost werden die verheerenden Erfahrungen Europas und der Welt mit neu-deutscher Machtzusammenballung in zwei Weltkriegen zu respektieren haben, wenn sie sich nicht selbst neue politische Katastrophen bereiten wollen.<\/p>\n<h2 class=\"auto-created\"><span id=\"rationale-krisenloesung-statt-flucht-in-die-expansion\">Rationale Krisen&shy;l&ouml;&shy;sung statt Flucht in die Expansion<\/span><\/h2>\n<p>In der sich abzeichnenden Krise \u00f6kologisch-\u00f6konomischer Art, wie sie sich im Konflikt um Kernkraftwerke, j\u00fcngstens in Brokdorf, abzeichnet, ist daher der Weg nach r\u00fcckw\u00e4rts in ein neues Deutsches Reich versperrt. Die anstehenden inneren Konflikte m\u00fcssen wir rational und politisch durchstehen. Die Flucht in die Expansion nach au\u00dfen, zun\u00e4chst einmal &#8222;nur&#8221; zur Wiederherstellung der deutschen Einheit auf der Basis neuer Machtpolitik, k\u00f6nnte, wie gehabt, zu kurzfristigen &#8222;Erfolgen&#8221; f\u00fchren. Sie w\u00fcrden aber mit umso t\u00f6dlicherer Sicherheit in eine noch t\u00f6dlichere Katastrophe als nach 1933 f\u00fchren. Das sollten alle die bedenken, die aus \u00c4rger \u00fcber manchmal tats\u00e4chlich zu weitgegangene Freiheiten und &#8222;Reformen&#8221;, z.B. an Schulen und Universit\u00e4ten, den Sieg einer Reaktion \u00e4 la Strau\u00df oder gar \u00e4 la 1933 w\u00fcnschen oder hinzu-nehmen bereit sind.<\/p>\n","protected":false},"featured_media":0,"template":"","categories":[],"tags":[667],"autoren":[2378],"publikationen":[1311],"class_list":["post-12175","publikation","type-publikation","status-publish","hentry","tag-vorgaenge-artikel","autoren-imanuel-geiss","publikationen-26-vorgaenge"],"acf":[],"yoast_head":"<!-- This site is optimized with the Yoast SEO plugin v28.5 - https:\/\/yoast.com\/product\/yoast-seo-wordpress\/ -->\n<title>Die Deutschen und ihr Reich - Humanistische Union<\/title>\n<meta name=\"robots\" content=\"index, follow, max-snippet:-1, max-image-preview:large, max-video-preview:-1\" \/>\n<link rel=\"canonical\" href=\"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/vorgaenge\/26-vorgaenge\/publikation\/die-deutschen-und-ihr-reich\/\" \/>\n<meta property=\"og:locale\" content=\"de_DE\" \/>\n<meta property=\"og:type\" content=\"article\" \/>\n<meta property=\"og:title\" content=\"Die Deutschen und ihr Reich - Humanistische Union\" \/>\n<meta property=\"og:description\" content=\"aus: vorg\u00e4nge Nr.26 (Heft 2\/1977), S.64-70 Deutsche Schwie&shy;rig&shy;keiten mit der Geschichte Die Deutschen in ihrer Gesamtheit haben noch immer Schwierigkeiten mit ihrer Geschichte, die st\u00e4rker als die eines anderen europ\u00e4ischen Volkes mit dem Begriff &#8222;Reich&#8220; verkn\u00fcpft ist. Nach drei Reichen mit immer katastrophalerem Ende (1806, 1918, 1945) sollte man meinen, da\u00df die Deutschen genug h\u00e4tten [weiterlesen]\" \/>\n<meta property=\"og:url\" content=\"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/vorgaenge\/26-vorgaenge\/publikation\/die-deutschen-und-ihr-reich\/\" \/>\n<meta property=\"og:site_name\" content=\"Humanistische Union\" \/>\n<meta property=\"article:modified_time\" content=\"2021-08-24T19:47:05+00:00\" \/>\n<meta name=\"twitter:card\" content=\"summary_large_image\" \/>\n<meta name=\"twitter:site\" content=\"@humunion\" \/>\n<meta name=\"twitter:label1\" content=\"Gesch\u00e4tzte Lesezeit\" \/>\n\t<meta name=\"twitter:data1\" content=\"19\u00a0Minuten\" \/>\n<script type=\"application\/ld+json\" class=\"yoast-schema-graph\">{\"@context\":\"https:\\\/\\\/schema.org\",\"@graph\":[{\"@type\":\"WebPage\",\"@id\":\"https:\\\/\\\/www.humanistische-union.de\\\/publikationen\\\/vorgaenge\\\/26-vorgaenge\\\/publikation\\\/die-deutschen-und-ihr-reich\\\/\",\"url\":\"https:\\\/\\\/www.humanistische-union.de\\\/publikationen\\\/vorgaenge\\\/26-vorgaenge\\\/publikation\\\/die-deutschen-und-ihr-reich\\\/\",\"name\":\"Die Deutschen und ihr Reich - Humanistische Union\",\"isPartOf\":{\"@id\":\"https:\\\/\\\/www.humanistische-union.de\\\/#website\"},\"datePublished\":\"1977-01-28T13:42:00+00:00\",\"dateModified\":\"2021-08-24T19:47:05+00:00\",\"breadcrumb\":{\"@id\":\"https:\\\/\\\/www.humanistische-union.de\\\/publikationen\\\/vorgaenge\\\/26-vorgaenge\\\/publikation\\\/die-deutschen-und-ihr-reich\\\/#breadcrumb\"},\"inLanguage\":\"de\",\"potentialAction\":[{\"@type\":\"ReadAction\",\"target\":[\"https:\\\/\\\/www.humanistische-union.de\\\/publikationen\\\/vorgaenge\\\/26-vorgaenge\\\/publikation\\\/die-deutschen-und-ihr-reich\\\/\"]}]},{\"@type\":\"BreadcrumbList\",\"@id\":\"https:\\\/\\\/www.humanistische-union.de\\\/publikationen\\\/vorgaenge\\\/26-vorgaenge\\\/publikation\\\/die-deutschen-und-ihr-reich\\\/#breadcrumb\",\"itemListElement\":[{\"@type\":\"ListItem\",\"position\":1,\"name\":\"Publikationen\",\"item\":\"https:\\\/\\\/www.humanistische-union.de\\\/publikationen\\\/\"},{\"@type\":\"ListItem\",\"position\":2,\"name\":\"vorg\u00e4nge\",\"item\":\"https:\\\/\\\/www.humanistische-union.de\\\/publikationen\\\/vorgaenge\\\/\"},{\"@type\":\"ListItem\",\"position\":3,\"name\":\"vorg\u00e4nge 26\",\"item\":\"https:\\\/\\\/www.humanistische-union.de\\\/publikationen\\\/vorgaenge\\\/26-vorgaenge\\\/\"},{\"@type\":\"ListItem\",\"position\":4,\"name\":\"Die Deutschen und ihr Reich\"}]},{\"@type\":\"WebSite\",\"@id\":\"https:\\\/\\\/www.humanistische-union.de\\\/#website\",\"url\":\"https:\\\/\\\/www.humanistische-union.de\\\/\",\"name\":\"Humanistische Union\",\"description\":\"\",\"publisher\":{\"@id\":\"https:\\\/\\\/www.humanistische-union.de\\\/#organization\"},\"potentialAction\":[{\"@type\":\"SearchAction\",\"target\":{\"@type\":\"EntryPoint\",\"urlTemplate\":\"https:\\\/\\\/www.humanistische-union.de\\\/?s={search_term_string}\"},\"query-input\":{\"@type\":\"PropertyValueSpecification\",\"valueRequired\":true,\"valueName\":\"search_term_string\"}}],\"inLanguage\":\"de\"},{\"@type\":\"Organization\",\"@id\":\"https:\\\/\\\/www.humanistische-union.de\\\/#organization\",\"name\":\"Humanistische Union e.V.\",\"url\":\"https:\\\/\\\/www.humanistische-union.de\\\/\",\"logo\":{\"@type\":\"ImageObject\",\"inLanguage\":\"de\",\"@id\":\"https:\\\/\\\/www.humanistische-union.de\\\/#\\\/schema\\\/logo\\\/image\\\/\",\"url\":\"https:\\\/\\\/www.humanistische-union.de\\\/wp-content\\\/uploads\\\/2023\\\/09\\\/HU-LOGO-blau_RGB-high-scaled-e1704725806773.jpg\",\"contentUrl\":\"https:\\\/\\\/www.humanistische-union.de\\\/wp-content\\\/uploads\\\/2023\\\/09\\\/HU-LOGO-blau_RGB-high-scaled-e1704725806773.jpg\",\"width\":1000,\"height\":536,\"caption\":\"Humanistische Union e.V.\"},\"image\":{\"@id\":\"https:\\\/\\\/www.humanistische-union.de\\\/#\\\/schema\\\/logo\\\/image\\\/\"},\"sameAs\":[\"https:\\\/\\\/x.com\\\/humunion\",\"https:\\\/\\\/mastodon.social\\\/@humunion\",\"https:\\\/\\\/bsky.app\\\/profile\\\/humanistischeunion.bsky.social\"]}]}<\/script>\n<!-- \/ Yoast SEO plugin. -->","yoast_head_json":{"title":"Die Deutschen und ihr Reich - Humanistische Union","robots":{"index":"index","follow":"follow","max-snippet":"max-snippet:-1","max-image-preview":"max-image-preview:large","max-video-preview":"max-video-preview:-1"},"canonical":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/vorgaenge\/26-vorgaenge\/publikation\/die-deutschen-und-ihr-reich\/","og_locale":"de_DE","og_type":"article","og_title":"Die Deutschen und ihr Reich - Humanistische Union","og_description":"aus: vorg\u00e4nge Nr.26 (Heft 2\/1977), S.64-70 Deutsche Schwie&shy;rig&shy;keiten mit der Geschichte Die Deutschen in ihrer Gesamtheit haben noch immer Schwierigkeiten mit ihrer Geschichte, die st\u00e4rker als die eines anderen europ\u00e4ischen Volkes mit dem Begriff &#8222;Reich&#8220; verkn\u00fcpft ist. Nach drei Reichen mit immer katastrophalerem Ende (1806, 1918, 1945) sollte man meinen, da\u00df die Deutschen genug h\u00e4tten [weiterlesen]","og_url":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/vorgaenge\/26-vorgaenge\/publikation\/die-deutschen-und-ihr-reich\/","og_site_name":"Humanistische Union","article_modified_time":"2021-08-24T19:47:05+00:00","twitter_card":"summary_large_image","twitter_site":"@humunion","twitter_misc":{"Gesch\u00e4tzte Lesezeit":"19\u00a0Minuten"},"schema":{"@context":"https:\/\/schema.org","@graph":[{"@type":"WebPage","@id":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/vorgaenge\/26-vorgaenge\/publikation\/die-deutschen-und-ihr-reich\/","url":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/vorgaenge\/26-vorgaenge\/publikation\/die-deutschen-und-ihr-reich\/","name":"Die Deutschen und ihr Reich - Humanistische Union","isPartOf":{"@id":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/#website"},"datePublished":"1977-01-28T13:42:00+00:00","dateModified":"2021-08-24T19:47:05+00:00","breadcrumb":{"@id":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/vorgaenge\/26-vorgaenge\/publikation\/die-deutschen-und-ihr-reich\/#breadcrumb"},"inLanguage":"de","potentialAction":[{"@type":"ReadAction","target":["https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/vorgaenge\/26-vorgaenge\/publikation\/die-deutschen-und-ihr-reich\/"]}]},{"@type":"BreadcrumbList","@id":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/vorgaenge\/26-vorgaenge\/publikation\/die-deutschen-und-ihr-reich\/#breadcrumb","itemListElement":[{"@type":"ListItem","position":1,"name":"Publikationen","item":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/"},{"@type":"ListItem","position":2,"name":"vorg\u00e4nge","item":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/vorgaenge\/"},{"@type":"ListItem","position":3,"name":"vorg\u00e4nge 26","item":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/vorgaenge\/26-vorgaenge\/"},{"@type":"ListItem","position":4,"name":"Die Deutschen und ihr Reich"}]},{"@type":"WebSite","@id":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/#website","url":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/","name":"Humanistische Union","description":"","publisher":{"@id":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/#organization"},"potentialAction":[{"@type":"SearchAction","target":{"@type":"EntryPoint","urlTemplate":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/?s={search_term_string}"},"query-input":{"@type":"PropertyValueSpecification","valueRequired":true,"valueName":"search_term_string"}}],"inLanguage":"de"},{"@type":"Organization","@id":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/#organization","name":"Humanistische Union e.V.","url":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/","logo":{"@type":"ImageObject","inLanguage":"de","@id":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/#\/schema\/logo\/image\/","url":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/wp-content\/uploads\/2023\/09\/HU-LOGO-blau_RGB-high-scaled-e1704725806773.jpg","contentUrl":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/wp-content\/uploads\/2023\/09\/HU-LOGO-blau_RGB-high-scaled-e1704725806773.jpg","width":1000,"height":536,"caption":"Humanistische Union e.V."},"image":{"@id":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/#\/schema\/logo\/image\/"},"sameAs":["https:\/\/x.com\/humunion","https:\/\/mastodon.social\/@humunion","https:\/\/bsky.app\/profile\/humanistischeunion.bsky.social"]}]}},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/hu-json\/wp\/v2\/publikation\/12175","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/hu-json\/wp\/v2\/publikation"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/hu-json\/wp\/v2\/types\/publikation"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/hu-json\/wp\/v2\/media?parent=12175"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/hu-json\/wp\/v2\/categories?post=12175"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/hu-json\/wp\/v2\/tags?post=12175"},{"taxonomy":"autoren","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/hu-json\/wp\/v2\/autoren?post=12175"},{"taxonomy":"publikationen","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/hu-json\/wp\/v2\/publikationen?post=12175"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}