{"id":12288,"date":"1982-02-01T12:45:00","date_gmt":"1982-02-01T11:45:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/publikation\/friedensforschung-in-der-bundesrepublik\/"},"modified":"1982-02-01T12:00:00","modified_gmt":"1982-02-01T11:00:00","slug":"friedensforschung-in-der-bundesrepublik","status":"publish","type":"publikation","link":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/vorgaenge\/55-vorgaenge\/publikation\/friedensforschung-in-der-bundesrepublik\/","title":{"rendered":"Friedensforschung in der Bundesrepublik"},"content":{"rendered":"<p>Ein zehnj\u00e4hriges Jubil\u00e4um?<\/p>\n<p>aus: vorg\u00e4nge Nr. 55 (Heft 1\/1982), S. 27-35<\/p>\n<p>Im Jahre 1980 konnte die etablierte F\u00f6rderung der Friedens- und Konfliktforschung in der Bundesrepublik ihr zehnj\u00e4hriges Bestehen feiern. Dieses Jubil\u00e4um, das von der \u00d6ffentlichkeit kaum beachtet vor\u00fcber ging, gibt den Anlass, die heutige Situation der institutionalisierten Friedensforschung (FF) und ihrer F\u00f6rderungsorganisationen in der Bundesrepublik unter die Lupe zu nehmen. Dabei f\u00e4llt auf den ersten Blick die Spannung zwischen dem wissenschaftlichen Anspruch der FF und ihrer begrenzten Arbeitsm\u00f6glichkeit neben der mangelnden Umsetzung ihrer Forschungsergebnisse in die politische Praxis auf (1) . Ich will im folgenden nicht detailliert die Auspr\u00e4gungen der einzelnen Forschungshypothesen und -methoden diskutieren, sondern eher die realen Arbeitsbedingungen bundesdeutscher FF darstellen, die zwischen wissenschaftspolitischer Legitimation und parteipolitischer Opportunit\u00e4t ihren Weg zu Eigenst\u00e4ndigkeit und relevanten Ergebnissen f\u00fcr die praktische Politik finden muss.<\/p>\n<h5 align=\"justify\"><span id=\"friedensforschung-muss-kritisch-sein\">Friedens&shy;for&shy;schung muss kritisch sein<\/span><\/h5>\n<p>Dieses Spannungsverh\u00e4ltnis scheint gerade in der Bundesrepublik besonders ausgepr\u00e4gt, da die Arbeit der Friedensforscher kaum durch ein positives Bild in der \u00d6ffentlichkeit erleichtert wird. Im Gegenteil, zahlreiche Politiker und Publizisten obstruieren diese Wissenschaftsdisziplin: F. J. Strau\u00df verhalf der Friedensforschung im Jahre 1979 zu mehr \u00f6ffentlicher Aufmerksamkeit im negativen Sinne, als es darum ging, den Austritt Bayerns aus der zentralen F\u00f6rderungsinstitution, der Deutschen Gesellschaft f\u00fcr Friedens- und Konfliktforschung (DGFK), zu rechtfertigen. Dieser Austritt kurz nach der R\u00fcstungs-kontrolldebatte am 8. und 9. M\u00e4rz 1979 im Deutschen Bundestag war die Konsequenz aus lange anhaltenden Protesten und pauschalen Vorurteilen gegen\u00fcber der bundesrepublikanischen FF allgemein, die permanent als linkslastig, marxistisch orientiert und antipluralistisch angeprangert wurde. Unter der Oberfl\u00e4che christdemokratischer Beteuerung der Notwendigkeit einer Friedenswissenschaft machte sich indes seit Jahren Unmut breit (2): Man wollte allzu beharrliche und gut fundierte Gesellschaftskritik aus diesem Forschungsbereich nun doch nicht tolerieren, vielmehr erwarteten CDU und CSU lediglich Handlungsfunktionen f\u00fcr ratlose und \u00fcberforderte Sicherheitspolitiker (2a).<br \/>F\u00fcr diese Verunglimpfungskampagne erhalten die Unionsparteien und konservative Publizisten Unterst\u00fctzung durch einige Gelehrte, die die an sich kritische FF als &#132;Kapitulationsideologie&#148; (Topitsch), &#132;institutionalisierte Verdr\u00e4ngung&#148; (Sonnemann) und &#132;Heilsglauben unserer Zeit im Gewande der Wissenschaft&#148; (Tenbruck) l\u00e4cherlich machen und ihr die Wissenschaftlichkeit absprechen wollen (3).<\/p>\n<h5 align=\"justify\"><span id=\"was-will-friedensforschung\">Was will Friedens&shy;for&shy;schung?<\/span><\/h5>\n<p>Aber zun\u00e4chst soll es um die grundlegendere Frage gehen, was Friedensforschung eigentlich ist und wohin sie f\u00fchren soll. Prim\u00e4rer Bezugspunkt der FF ist die Sicherung des Friedens zwischen Staaten, auf den sich die Ziele und die praktischen Handlungsanleitungen der Wissenschaft orientieren (4). Die Vertreter dieser Forschung stellen sich die gro\u00dfe Aufgabe, den anhaltenden R\u00fcstungswettlauf theoretisch zu beobachten und kontrollierbar zu machen, ja die Teilung der Welt in zwei antagonistische Bl\u00f6cke \u00fcberwinden zu helfen (5).<br \/>Sie versuchen mithin, die latente Katastrophe des Untergangs der Menschheit zu vereiteln. Dieses Fernziel wird allerdings heute durch n\u00e4herliegende Fakten \u00fcberdeckt, die eine FF notwendiger denn je erscheinen lassen: steigende Milit\u00e4rausgaben in Ost und West (6) trotz Abr\u00fcstungsgespr\u00e4chen; wachsender Waffenexport aus den Industriestaaten in die Dritte Welt (7); nicht zuletzt kriegerische Konflikte in etlichen Zonen der Welt, die seit den 50er Jahren mehr als 10 Millionen Menschen das Leben kosteten.<br \/>Diese Fakten der wachsenden Militarisierung in Nord und S\u00fcd (8), der zunehmend blutigeren Konflikte zwischen und besonders in Staaten, verlangen nach wissenschaftlicher, also systematischer und rationaler Analyse der Ursachen und ihrer verheerenden Folgen.<br \/>Allerdings werden jene Fakten in unserer Gesellschaft geradezu verdr\u00e4ngt, die \u00f6ffentlichen Kontroversen \u00fcber die Sicherheitspolitik und die Dynamik der Waffentechnologieentwicklung schaffen, sofern sie \u00fcberhaupt stattfinden, nur langsam ein mageres Problembewusstsein, das zudem auf abstrakter Ebene h\u00e4ngen bleibt.<br \/>Die Probleme selbst hingegen sind ganz konkret, erfordern eine fundierte Analyse aller ihrer Entstehungsfaktoren und eine praxisorientierte Umsetzung in Handlungsanleitungen f\u00fcr das politisch-administrative System. Dort m\u00fcssten sie mehr als bisher diskutiert und in Entscheidungen transformiert werden, die das Dilemma der R\u00fcstungsexpansion und ihrer enormen Folgekosten mit Blick auf einen dauerhaften Frieden (9) \u00fcberwinden <br \/>k\u00f6nnen.<br \/>Die FF untersucht in diesem Sinne Ursachen, (oft verdeckte) Erscheinungen und (oft offenkundige) Wirkungen latenter Gewaltanwendung in und zwischen Staaten; sie versucht \u00fcberdies, angemessene politische Modelle zur Verhinderung dieser Gewaltanwendung zu konstruieren. Wie schwer dies ist, kann man sich vorstellen.In seinem grundlegenden Werk zur bundesdeutschen FF (das auch die Haltung der Regierungs-politik zur FF beeinflusste) stellt Kaiser fest, diese habe zum Ziel, &#132;&#8230; mit wissenschaftlichen Methoden die Bedingungen einer friedlichen Welt, ihre Schaffung und Aufrechterhaltung zu untersuchen und eine Praxeologie zur Durchsetzung des Friedens zu entwickeln&#8220; (10). Nur ist eben dieser Friedensbegriff noch wenig konkret und dar\u00fcber hinaus umstritten.<br \/>Eine detailliertere Bestimmung von FF nach ihrer Arbeitsweise schl\u00e4gt Wette vor, wobei er sechs Merkmale unterscheidet (11): wiederum die Bindung an den Wert Frieden, 2. die gesamtsystemare Analyse als integrale Betrachtung aller gesellschaftlichen Bereiche, 3. eine interdisziplin\u00e4re Kooperation, 4. die meist umstrittene &#132;wirklichkeitsver\u00e4ndernde Zielsetzung&#148;, 5. die erforderliche Unabh\u00e4ngigkeit vom Regierungssystem und 6. von nationalen Interessen; das letzte Merkmal wird heute besonders angesichts des Waffenexports der Bundesrepublik relevant.<\/p>\n<h5 align=\"justify\"><span id=\"friedensforschung-entwickelte-sich-langsam\">Friedens&shy;for&shy;schung entwickelte sich langsam<\/span><\/h5>\n<p>Die Friedensforschung entfaltete sich zun\u00e4chst nach dem Zweiten Weltkrieg in den USA, sp\u00e4ter vor allem in Skandinavien und einigen anderen europ\u00e4ischen Staaten. Erst seit Mitte der 60er Jahre wurde sie auch in der Bundesrepublik als selbst\u00e4ndige wissenschaftliche Disziplin zwar noch nicht recht anerkannt, aber geduldet. Allerdings arbeiteten erst einzelne Wissenschaftler oder kleine Gruppen auf diesem Gebiet mit dem Ziel, die vielf\u00e4ltigen Probleme der Zukunfts- und Friedenssicherung mit wissenschaftlicher Methode zu l\u00f6sen. In der \u00d6ffentlichkeit bestand damals freilich noch kein Bewusstsein von der Notwendigkeit einer institutionalisierten FF (12).<br \/>Wissenschaftler und auch einige Politiker, die an Alternativen zur praktizierten R\u00fcstungs- und Blockpolitik interessiert waren, setzten von Anfang an gro\u00dfe Erwartungen in die neue Disziplin und versprachen sich viel, vielleicht zu viel von ihr.<br \/>Seit Ende der 60er Jahre wurde auch die\u00a0FF vom allgemeinen politischen Bewusstseinswandel erfasst und st\u00fcrzte sich auf neue Forschungsaufgaben, die sie kritischer werden lie\u00df als je zuvor. Neue Denkanst\u00f6\u00dfe stellten den Status quo der Sicherheitspolitik, der g\u00fcltigen Milit\u00e4rstrategien und der lange Zeit einge\u00fcbten Feindbilder in Frage (13).<\/p>\n<h5 align=\"justify\"><span id=\"initiativen-zur-institutionalisierung\">Initiativen zur Insti&shy;tu&shy;ti&shy;o&shy;na&shy;li&shy;sie&shy;rung<\/span><\/h5>\n<p>Die Leistungen der Friedensforschung in Westdeutschland wurden zuerst von der Sozialdemokratie, besonders von Heinemann und Brandt, erkannt und hervorgehoben. Nach zahlreichen Gespr\u00e4chen und Verhandlungen war es 1970 endlich soweit, dass eine F\u00f6rderer und Mittelverteilungsgesellschaft f\u00fcr FF gegr\u00fcndet werden konnte. Brandt sagte bei einem Gespr\u00e4ch im Bundeskanzleramt am 8. Juni 1970: &#132;Die Friedensforschung hat f\u00fcr uns alle &#8230; eine besondere Bedeutung. Wir alle wollen die gewaltfreie L\u00f6sung von Konflikten; die Friedens- und Konfliktforschung kann uns bei diesen Bem\u00fchungen neue Wege und neue M\u00f6glichkeiten des Handelns aufzeigen&#8220; (14).<br \/>Und Heinemann sagte in seiner Antrittsrede als Bundespr\u00e4sident schon am 1. Juli 1969 zur Idee einer institutionalisierten FF: &#132;Hilfreich w\u00e4re es, wenn auch wir der Friedensforschung, das hei\u00dft einer wissenschaftlichen Ermittlung nicht nur der milit\u00e4rischen Zusammenh\u00e4nge zwischen R\u00fcstung, Abr\u00fcstung und Friedenssicherung, sondern zwischen allen Faktoren, also z.B. auch den sozialen, den wirtschaftlichen und den psychologischen, die geb\u00fchrende Aufmerksamkeit zuwenden w\u00fcrden (15).&#148;<br \/>Die Forderung hat ihre Aktualit\u00e4t nicht eingeb\u00fc\u00dft, im Gegenteil, sie ist heute wichtiger denn je. Nach Empfehlungen des Wissenschaftsrates zur F\u00f6rderung der Friedens- und Konfliktforschung vom 30. Mai 1970, die sich vor allem auf Kaisers Buch aus demselben Jahr st\u00fctzten, wurde die DGFK als zentrale F\u00f6rdergesellschaft am 28. Oktober 1970 gegr\u00fcndet (16).<\/p>\n<h5 align=\"justify\"><span id=\"kritische-und-traditionelle-friedensforschung\">Kritische und tradi&shy;ti&shy;o&shy;nelle Friedens&shy;for&shy;schung<\/span><\/h5>\n<p>Dass man die Friedensforschung schon bald in traditionelle (seit den Jahren des Kalten Krieges) und kritisch-emanzipatorische (seit Ende der 60er Jahre) unterteilte, konnte kaum \u00fcberraschen und f\u00fchrte zu starkem Zulauf f\u00fcr die letztere Gruppe von Wissenschaftlern. Seit Ende der 70er Jahre versucht man, den Dialog zwischen traditioneller und kritischer FF zu intensivieren, um eine Synthese auf der Ebene des Praxisbezugs jener Theorierichtungen zu erhalten. Kurz-, mittel- und langfristige Optionen f\u00fcr einen zuk\u00fcnftigen, inter- und intragesellschaftlichen Frieden sollen dadurch vereint werden k\u00f6nnen (17). Allerdings sind die Wege, die die beiden Gruppen (die Kategorisierung ist freilich nur idealtypisch) methodisch beschreiten, und die Ziele, die sie anvisieren, recht unterschiedlich (18).\u00a0<br \/>So analysiert die traditionelle Friedensforschung in erster Linie die Bedingungen des &#132;negativen Friedens&#8220;(Abwesenheit von Krieg), also prim\u00e4r die Ursachen f\u00fcr Konflikte zwischen Staaten und Bl\u00f6cken (Kriege). Ihre Beeinflussung durch den aus den USA Importierten Idealismus (19) begr\u00fcndete die transdisziplin\u00e4re Orientierung und die Auffassung von einer Konfliktsymmetrie zwischen Staaten, die im Rahmen einer Strategie des Krisenmanagements erhalten werden soll.<br \/>Die kritische Friedensforschung andererseits sucht nach den Bedingungen eines &#132;positiven Friedens&#148;, d.h. der Freiheit und Gerechtigkeit zwischen und auch in Staaten (20). Dieser innerstaatliche Friede wurde durch die Theorie der &#132;strukturellen Gewalt&#148; (Galtung) problematisiert, wobei wirtschaftliche Ausbeutung, soziale Ungerechtigkeit und allgemein innergesellschaftliche Konflikte (vor allem in Staaten der Dritten Welt) in den Vordergrund der Forschung ger\u00fcckt werden (21).<br \/>Die interdisziplin\u00e4re Orientierung (22) erleichterte der kritischen Variante der FF die Formulierung neuer Problemfelder, wie: das Verh\u00e4ltnis zwischen Gro\u00dfm\u00e4chten und kleinen Staaten, der Nord-S\u00fcd-Konflikt, das Verh\u00e4ltnis zwischen &#132;Zentrum&#148; und &#132;Peripherie&#148;, die Dekolonialisierung u.a. (23).<br \/>Die theoretische Basis f\u00fcr diese Themenerweiterung bietet die Auffassung einer grunds\u00e4tzlichen Konfliktasymmetrie durch ungleiche Machtverteilung zwischen und in Staaten, wobei oft konkrete Utopien zur \u00dcberwindung dieses generellen Machtungleichgewichts in politische Handlungsanweisungen \u00fcbergehen.<br \/>Die kritische FF lie\u00df sich leicht, das war nicht anders zu erwarten, in eine die systemver\u00e4ndernde, gewaltlose Emanzipation propagierende Gruppe (24) und in eine revolution\u00e4re, Gewalt legitimierende Gruppe (25) untergliedern. Letztere Richtung wird heute von den wenigsten Forschern in der Bundesrepublik vertreten, hingegen von der DDR-Forschung relativ positiv bewertet: &#132;Darin zeigt sich in gewissem Umfang der von der objektiven Realit\u00e4t ausgehende Zwang zur Beseitigung v\u00f6llig irrealer Darstellungen durch b\u00fcrgerliche Denker, auch wenn dabei klassen- und systemneutrale Tendenzen auftreten &#8230;&#8220; (26) und Ideen des &#132;Maoismus&#148; \u00fcbernommen w\u00fcrden (27).<\/p>\n<h5 align=\"justify\"><span id=\"probleme-der-friedensforschung\">Probleme der Friedens&shy;for&shy;schung<\/span><\/h5>\n<p>Indessen meldeten sich nicht nur Kritiker von links, sondern seit den Anfingen der Friedensforschung auch solche von rechts, zumeist Publicity suchende Politiker, die sich \u00fcber die Arbeit der Friedensforscher schlecht informiert hatten und \u00fcber das vorgeblich verlorene Geld f\u00fcr deren F\u00f6rderung lamentierten (28).<br \/>Wenngleich einer der wichtigsten Vertreter der westdeutschen FF diese als &#132;provokative Forschung&#8220; (29) bezeichnete, die Wissenschaftler und Politiker zugleich herausfordern m\u00fcsse, war die Disziplin schon bald \u00fcberfordert. Die Synthese verschiedener Wissenschaftsdisziplinen, eine Systemanalyse auf h\u00f6chster Ebene mit gleichzeitiger Praxisbezogenheit waren allzu gro\u00dfe Aufgaben f\u00fcr die junge, kaum etablierte Forschung. Jene Provokation war dessen ungeachtet von Anfang an beabsichtigt und sollte als Herausforderung an eine tolerante offene Gesellschaft verstanden werden. Kritik an der FF wurde gesucht und akzeptiert, um eine konstruktive Diskussion der Forschungsergebnisse in der Wissenschaft sowie zwischen ihr und der praktischen Politik zu beleben. Nicht zuletzt sollte jeder Bundesb\u00fcrger auf die Probleme der Friedenssicherung hingewiesen werden, um dadurch eine breite Basis in der Bev\u00f6lkerung zur Unterst\u00fctzung von ad\u00e4quaten L\u00f6sungsvorschl\u00e4gen zu erhalten (30).<br \/>Die Diskussion innerhalb der Wissenschaft lief auch tats\u00e4chlich an, man stritt \u00fcber Sachfragen und Begriffsbestimmungen. Die sachliche Auseinandersetzung mit der praktischen Politik in angemessener Form fehlt jedoch bis heute, da stressgeplagte Politiker sich kaum um die Forschungsergebnisse der FF k\u00fcmmern, geschweige denn sie als Alternative zur eigenen Politik anerkennen. Verst\u00e4ndnisschwierigkeiten wegen allzu komplizierter Ausdrucksweise der Wissenschaftler dienen weithin als Ausrede f\u00fcr fehlendes Interesse an unkonventionellen Forschungsergebnissen.<br \/>Als Folge dieser Restriktion wurde Friedensforschung Mitte der 70er Jahre pragmatischer definiert als &#132;&#8230; forschungspolitisches Programm, das mit Hilfe sozialwissenschaftlicher Theorieans\u00e4tze und Methoden verwirklicht werden soll&#8220; (31). Die vormals so breit angelegte Provokation wurde akademisiert, b\u00fcrokratisiert und ist bis heute einer weitgehenden Anpassung an vorgegebene Bedingungen der Politik gewichen. Die Forschung vermeldet nun weitgehend experimentelle Ans\u00e4tze und verliert langsam, aber sicher den anf\u00e4nglichen Elan.<br \/>Die Friedensforscher versuchten trotz ihres unbequemen Standortes zwischen allen St\u00fchlen dazu beizutragen, die Probleme von Frieden und Gerechtigkeit und die oft unpopul\u00e4ren L\u00f6sungsvorschl\u00e4ge publik zu machen. Sie wiesen konsequent auf die Verantwortung jedes Politikers, jedes Wissenschaftlers, ja auch jedes B\u00fcrgers f\u00fcr die \u00dcberwindung jener Probleme hin und blieben dennoch bislang ziemlich wirkungslos. So weist etwa Groten ern\u00fcchtert und desillusionierend nach, dass die Kritik des Abschreck-ungssystems zwischen den politischen Bl\u00f6cken &#132;. .. in der \u00d6ffentlichkeit keine Resonanz gefunden&#148; habe (32).<\/p>\n<h5 align=\"justify\"><span id=\"die-dgfk-als-zentrale-institution\">Die DGFK als zentrale Institution<\/span><\/h5>\n<p>Um all jene restriktiven Bedingungen der Forschungsarbeit und ihrer praktischen Umsetzung zu \u00fcberwinden, wurde eine zentrale F\u00f6rderung der Friedensforschung und der \u00d6ffentlichkeitsarbeit alsbald dringend notwendig. Die zu diesem Zweck 1970 gegr\u00fcndete DGFK wurde eine komplizierte institutionelle Konstruktion, was ihren Kompromisscharakter als Ausdruck divergirender Interessen der politischen Parteien und\u00a0 der gesellschaftlichen Gruppen hervorhebt. Durch sie sollte die Forschungsf\u00f6rderung, bislang nur im wissenschaftlichen Elfenbeinturm praktiziert, systematisch an die \u00d6ffentlichkeit gebracht und ihrer Kontrolle ausgesetzt werden.<br \/>Laut Satzung hat die DGFK die Aufgabe, ,,&#8230; die Friedens- und Konfliktforschung zu f\u00f6rdern sowie zur Verbreitung des Friedensgedankens beizutragen. Die Gesellschaft entwickelt Programme zur F\u00f6rderung der Friedens- und Konfliktforschung und zur Verbreitung des Friedensgedankens und unterst\u00fctzt deren Durchf\u00fchrung durch die Bereitstellung von Mitteln&#8220; (33).<br \/>Ihre Mitglieder und Tr\u00e4ger sind: Bund und L\u00e4nder DGB, DAG, BDI, BDA, EKD, Katholische Kirche und der Zentralrat der Juden. Die Versammlung der Vertreter dieser Tr\u00e4ger entscheidet einmal im Jahr \u00fcber Haushalt, Entlastung des Vorstands, Satzungs\u00e4nderungen und den Jahresbericht.<br \/>Die F\u00f6rderungspolitik selbst legt ein Kuratorium aus 16 Vertretern der Wissenschaft und ebenso vielen Vertretern der Parteien und gesellschaftlichen Gruppen fest. Die Kuratoriumsmitglieder werden nach drei Jahren neu berufen, ein Drittel der Wissenschaftler wird sogar j\u00e4hrlich f\u00fcr drei Jahre neu berufen. Durch dieses Rotationsprinzip wird erstens Filzokratie vermieden und zweitens der Gremienpluralismus gewahrt, der eine ebenfalls pluralistische F\u00f6rderungspolitik nach sich zieht.<br \/>Die Wissenschaftler werden von einem Konzil vorgeschlagen und vom Bundespr\u00e4sidenten berufen; ein Drittel der 50 Mitglieder des Konzils werden alle zwei Jahre kooptiert. Die DGFK selbst hat keinen Vorsitzenden, aber einen f\u00fcr f\u00fcnf Jahre gew\u00e4hlten Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer bzw. Vorstand (34).<br \/>\u00dcber die einzelnen F\u00f6rderungsprojekte, die in den unregelm\u00e4\u00dfig erscheinenden DGFK-Informationen ausgewiesen werden, entscheidet eine F\u00f6rderungskommission. Ihre 12 Mitglieder werden zur H\u00e4lfte vom Kuratorium, zur H\u00e4lfte vom Senat der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) benannt, um auch die Verbindung zu dieser F\u00f6rde-rungsgemeinschaft zu festigen. Dieser Kommission geh\u00f6rten bis 1978 nur Wissenschaftler an, die \u00fcber den wissenschaftlichen Wert anstehender Projekte kompetent und ohne au\u00dfer wissenschaftliche R\u00fccksichten oder Vorurteile entscheiden konnten. Seit der Ministerpr\u00e4sidentenkonferenz vom 19. Oktober 1978 aber wurde dieses Prinzip dahingehend ge\u00e4ndert, dass weiterhin auch L\u00e4ndervertreter in der Kommission Stimmrecht ha-ben und so eine vermeintlich einseitige Wissenschaftsorientierung verhindern sollen (35).<br \/>Die DGFK wird zu 80 % durch den Bund und zu 20 % durch die L\u00e4nder und andere finanziert, wobei schon 1975 das Saarland und 1979 Bayern und Niedersachsen austraten. Die Mittel stiegen von 19701,2 Mio. DM auf 19712,9 Mio. DM, stagnierten bis 1977 bei 3,4 Mio. DM und umfassten 1979 3,6 Mio. DM. Im Jahre 1979 trugen davon der Bund 2,9 Mio. DM, die L\u00e4nder 726 000 DM und die Katholische Kirche 10 000 DM (36).<br \/>Seit Beginn der F\u00f6rderung im Jahre 1971 bis 1979 gab die DGFK insgesamt 22 Mio. DM f\u00fcr 220 wissenschaftliche Arbeiten, Tagungen und Ver\u00f6ffentlichungen aus, w\u00e4hrend sie 190 F\u00f6rderungsantr\u00e4ge, mithin fast die H\u00e4lfte der vorgelegten Antr\u00e4ge ablehnte. Die Entwicklung eines Senkrechtstarters kostete circa 1,5 Mio. DM (ohne die enorme Kostensteigerung, die auf uns zukommt), und das Land Bayern hat mit seinem Austritt der DGFK 120 000 DM entzogen, so dass die institutionalisierte FF 1979 weniger Mittel zur Verf\u00fcgung hatte, als zwei moderne Leopard-Panzer kosten.<br \/>Aufgrund der knappen Mittel mussten Priorit\u00e4ten gesetzt werden: Die Schwerpunkte der F\u00f6rderung durch die DGFK waren einerseits der Ost-West-Konflikt (,&#130;Friedenswahrung und \u00dcbergangsstrategien in Europa&#8220;), andererseits der Nord-S\u00fcd-Konflikt (,&#130;Konflikte zwischen westeurop\u00e4ischen Industriestaaten und Entwicklungsl\u00e4ndern und deren friedliche \u00dcberwindung&#8220;). <br \/>Die F\u00f6rderungskomission koordinierte hierzu systematisch die Projekte und die Gesch\u00e4ftsf\u00fchrung lie\u00df die Forschungsergebnisse in praxisorientiertes Material f\u00fcr Politik und Gesellschaft umsetzen (37). Aufgrund ihrer Leistungen ist die DGFK mittlerweile (sie musste die Vernachl\u00e4ssigung der FF in der Bundesrepublik aufholen) im In- und Ausland anerkannt, ist Anlaufstelle f\u00fcr Wissenschaftler und zahlreiche Politiker, und kooperiert mehr und mehr mit der UNO oder der UNESCO (38).<br \/>Neben dieser zentralen Institution der Friedensforschung bestehen freilich noch etliche Organisationen, die sich die F\u00f6rderung der Analyse und Verbreitung des Friedens-gedankens zur Aufgabe gemacht haben; auf diese Institutionen soll hier nicht weiter eingegangen werden (39).<\/p>\n<h5 align=\"justify\"><span id=\"das-politische-vorgehen-gegen-die-dgfk\">Das politische Vorgehen gegen die DGFK<\/span><\/h5>\n<p>Eine der wichtigsten Ursachen f\u00fcr den mangelhaften Dialog zwischen Wissenschaftlern und Politikern bzw. Beamten scheint nicht zuletzt die bereits angesprochene, ablehnende Haltung der CDU\/CSU und der konservativen Publizistik gegen\u00fcber der FF zu sein.<br \/>So verurteilen Unionspolitiker planm\u00e4\u00dfig die F\u00f6rderungspolitik der DGFK und die von ihr protegierten Forschungen als radikale Systemver\u00e4nderung und w\u00e4hnen den gesamten Wissenschaftsbetrieb marxistisch unterwandert (40). CSU-Politiker sprechen von &#132;linker Schlagseite&#148; (Bayern-Kurier vom 14. April 1979) und &#132;marxistischen Projektarbeitern&#148; (Anton Pfeifer), der nieders\u00e4chsische CDU-Politiker Pestel und nat\u00fcrlich F. J. Strau\u00df unterstellen prompt &#132;mangelnden Pluralismus&#148; in der DGFK und ihren Gremien.<br \/>Einzelne Forschungsprojekte werden von den Unionsparteien eingehend und vorurteilsvoll analysiert und kritisiert als marxistische Machwerke (wom\u00f6glich von Moskau gesteuert?); diese punktuelle Kritik, die keineswegs wissenschaftlich fundiert ist, \u00fcbertragen CDU und CSU sodann auf die gesamte Institution DGFK. Heinemann hat diese Praktiken schon 1970 gesehen; er sagte am 28. Oktober 1970: &#132;Wir d\u00fcrfen es nicht zulassen, dass eine wissenschaftliche Disziplin, von der viel f\u00fcr die Zukunft abh\u00e4ngen kann, von solchen in Acht und Bann getan wird, denen sie einfach nicht in ihr Weltbild passt&#8220; (41).<\/p>\n<h5 align=\"justify\"><span id=\"austritte-als-konsequenz\">Austritte als Konsequenz<\/span><\/h5>\n<p>Das Bundesland Bayern machte schon 1976, nach dementsprechenden Artikeln im &#132;Bayern-Kurie?&#8216;, den Vorschlag, die Arbeit der DGFK \u00fcberpr\u00fcfen zu lassen. Die Folgen der \u00dcberpr\u00fcfung (die Kriterien sind unbekannt) wurden durch den Beschluss der Ministerpr\u00e4sidenten vom 19. Oktober 1978 bekannt gegeben, der in der Forderung gipfelte, in der F\u00f6rderungspolitik sei der &#132;politische Pluralismus zu gew\u00e4hrleisten&#8220; (42). Um die Effektivit\u00e4t der Arbeit oder deren praktisch-politische Auswirkungen ging es also nicht, ganz davon abgesehen, dass politischer Pluralismus seit jeher gewahrt wurde.<br \/>Bevor die DGFK \u00fcberhaupt angemessen reagieren konnte, k\u00fcndigte der bayerische Ministerpr\u00e4sident F. J. Strau\u00df die Mitgliedschaft am 30. M\u00e4rz 1979, noch vor Ablauf einer Frist f\u00fcr die DGFK. Die Gr\u00fcnde wurden nachgereicht: die DGFK werde wahrscheinlich die Forderungen der Ministerpr\u00e4sidenten nicht erf\u00fcllen, die Verwaltungskosten seien zu hoch, und andere nachgeschobene Ursachen (43).<br \/>Bereits im Mai 1979 wurde die Satzung der DGFK den Forderungen entsprechend ge\u00e4ndert (44), die Frist reichte bis Dezember 1979. Obschon im August 1979 dann die Erf\u00fcllung des Verlangten den L\u00e4ndern schriftlich mitgeteilt worden war, trat im September 1979 das Land Niedersachsen von der Mitgliedschaft in der DGFK zur\u00fcck mit der nun wirklich unverst\u00e4ndlichen Begr\u00fcndung, die F\u00f6rdergesellschaft erf\u00fclle die Forderungen der Ministerpr\u00e4sidenten nicht (45).<br \/>Die Entscheidung Albrechts wurde also keineswegs \u00fcberzeugend begr\u00fcndet, im Gegenteil, falsche Annahmen \u00fcber die Arbeit der DGFK und mangelnde Informationen zogen schlie\u00dflich den weittragenden Entschluss des Austritts nach sich. Die Unionsparteien, von der Wichtigkeit der Friedensforschung angeblich \u00fcberzeugt, verlangen nun die F\u00f6rderung durch die DFG, um nicht der Ablehnung jedweder FF bezichtigt werden zu k\u00f6nnen. Indessen kann die DFG kaum Forschungsprojekte initiieren, geschweige denn alternative Wissenschaftsans\u00e4tze f\u00f6rdern. Zudem ist FF keine eng begrenzte Disziplin wie die \u00fcbrigen von der DFG gef\u00f6rderten Wissenschaftsbereiche, die zweckgebundene Mittel ohne weiteres entgegennehmen k\u00f6nnen. Dies wird der CDU\/CSU wohl bewusst gewesen sein, zumal die DFG selbst eine eigenst\u00e4ndige FF favorisiert.<br \/>Die teilweise arg widerspr\u00fcchliche Argumentation der Unionsparteien in Bund und L\u00e4ndern ist ausschlie\u00dflich parteipolitisch begr\u00fcndet, weder an speziellen Projekten orientiert noch wissenschaftspolitisch haltbar. Der nieders\u00e4chsische Kultusminister Pestel hat dies besonders deutlich gemacht, als er feststellte: &#132;Jemand der wei\u00df; wie die DGFK entstanden ist, der wei\u00df auch, dass es h\u00f6chste Zeit ist, dass die Forschungsf\u00f6rderung in die H\u00e4nde der allgemeinen Forschungsf\u00f6rderung gelegt wird&#8220; (46). Die parteipolitische Sto\u00dfrichtung ist evident: Die von Sozialdemokraten besonders begr\u00fc\u00dfte und initiierte Institutionalisierung der F\u00f6rderung der FF wird angeprangert als Mittel der Gesellschaftsver\u00e4nderung, des Kampfes gegen die &#132;freiheitlich-demokratische Grundordnung&#8220; (47). Wissenschaftler werden verunsichert und die vor allem im Ausland anerkannte DGFK in eine politische Ecke gedr\u00e4ngt, in der sie angeblich linkslastig arbeitet und einseitig festgelegt sei. Die Tatsachen aber sprechen dagegen (48).<br \/>Parteipolitische Opportunit\u00e4t scheint zu obsiegen und der bundesdeutschen Friedensforschung erheblichen Schaden zuf\u00fcgen zu k\u00f6nnen, da sie finanziell abh\u00e4ngig ist. Ginge es nach den W\u00fcnschen der Unionsparteien, so m\u00fcsste die F\u00f6rderung der FF weitgehend eingeschr\u00e4nkt werden, um einen l\u00e4stigen Bereich \u00f6ffentlicher Kritik an bestehenden gesellschaftlichen und politischen Strukturen Mund tot machen zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<h5 align=\"justify\"><span id=\"mehr-praxisorientierung-ist-notwendig\">Mehr Praxiso&shy;ri&shy;en&shy;tie&shy;rung ist notwendig<\/span><\/h5>\n<p>Der Praxisbezug der Friedensforschung muss verbessert werden, dar\u00fcber ist sich auch die DGFK im klaren (49). Neben dem praxisorientierten Teil der DGFK-Arbeit rief der Kuratoriumspr\u00e4sident Jacobsen beispielsweise im letzten Jahr umfassende Dialoge zwischen Wissenschaftlern und Politikern sowie zwischen Vertretern traditioneller und kritischer Friedensforschung ins Leben (50). Aber der insoweit bestehende, wenn auch qualitativ ver\u00e4nderte Praxisbezug, den Politiker meist ignorieren, darf nicht die Einstellung der FF \u00fcberhaupt recht fertigen. Die Sozialwissenschaften ben\u00f6tigen ein geraumes Potential an theoretischer Grundlagenforschung, um alternative Forschungs- und Erkl\u00e4rungsans\u00e4tze zu ermitteln und zu operationalisieren. Erst diese theoretische Basis erm\u00f6glicht praxisbezogene Einschlie\u00dfung solcher Ans\u00e4tze, die bislang noch nicht im erforderlichen Ma\u00df geleistet wird, Friedensforschung braucht die Freiheit, Fragen stellen zu k\u00f6nnen, die bestehende Strukturen und Hypothesen problematisieren (51).<br \/>\u00d6ffentlichkeit und Politik m\u00fcssen darauf aufmerksam gemacht werden, dass in Zukunft nicht weniger, sondern mehr FF ben\u00f6tigt wird, um durch Institutionen wie die DGFK alle Bundesb\u00fcrger von der Dringlichkeit der Friedenssicherung und der Abr\u00fcstung zu \u00fcberzeugen. Die DGFK hat bereits viel geleistet, und sie wird noch viel mehr leisten m\u00fcssen; hierzu braucht sie unsere Unterst\u00fctzung. Die SPD hat auf ihrem Parteitag 1979 diese Unterst\u00fctzung zugesagt und weitergehende Vorschl\u00e4ge zum Ausbau der bundesrepublikanischen FF gemacht (52). Da diese aber nicht ohne den jetzt schon sicheren Widerstand von Seiten der konservativen Parteien, Publizistik und milit\u00e4rischer Kreise realisiert werden k\u00f6nnen, kommt es darauf an, jeden B\u00fcrger f\u00fcr potentielle Schritte zur Friedenssicherung und deren wissenschaftlicher Grundlegung zu<br \/>sensibilisieren.Angesichts wachsender Schwierigkeiten der Sicherheits- und Ver-teidigungspolitik (53) muss die Spannung zwischen wissenschaftspolitischer Legitimation und parteipolitischer Opportunit\u00e4t \u00fcberwunden werden. Dass dies m\u00f6glich ist, beweist die Friedensforschung in den skandinavischen Staaten, in denen sie zwar Politikbera-tungsfunktionen innehat, nicht aber zum Krisenmanagementlieferant instrumentalisiert ist. Daneben sollte die Aufgeschlossenheit gegen\u00fcber wissenschaftlich fundierten Modellen und Analysekapazit\u00e4ten, die immer auch kritisierbar bleiben m\u00fcssen, auch in milit\u00e4rischen Kreisen verst\u00e4rkt werden (55).<br \/>Die wieder entdeckten, fast allt\u00e4glich gewordenen Ph\u00e4nomene wie Widerstand gegen Abr\u00fcstungsverhandlungen wegen vermeintlicher Bedrohung, Forderungen nach immer neuen, qualitativ verbesserten Waffensystemen und deren Export in politisch labile Staaten, schlie\u00dflich die Aufwertung des Milit\u00e4rischen in unserer Gesellschaft, sollten wirklich der Vergangenheit angeh\u00f6ren.<br \/>Die Stabilisierung der Arbeit der Friedensforschung kann ein Beitrag hierzu sein, ohne dass sie<br \/>zum Handlanger f\u00fcr technokratische Regierungspolitik degeneriert. Erst dann wird sie ihren Weg zwischen wissenschaftspolitischer Legitimation und parteipolitischer Opportunit\u00e4t finden k\u00f6nnen, der zur Verhinderung von Gewalt zwischen und in Staaten beitr\u00e4gt.<\/p>\n<p><b>Verweise<\/b><\/p>\n<p>1 Vgl. zuletzt Wilhelm Bruns, Themenbereich Abr\u00fcstungspolitik, in: Neue Gesellschaft Jg. 28 1981 H.3, S. 285ff., der zu seiner Literatur\u00fcbersicht abschlie\u00dfend feststellt, die Abr\u00fcstung sei das &#132;Notwendige, das zwar in der Theorie m\u00f6glich, aber in der Praxis schwierig zu realisieren ist&#148; (S. 288); \u00e4hnlich Wilfried v. Bredow, Neuere Literatur aus der Friedensforschung, in: Bl\u00e4tter f\u00fcr deutsche und internationale Politik Jg. 23 1978 H.5, S. 603 ff.; auch Hans G\u00fcnter Brauch, Entwicklungen und Ergebnisse der Friedensforschung, in: Neue Politische Literatur NPL Jg.23 1978 H.1, S. 71 ff.:<br \/>2 Vgl. &#132;Der Dolch steckt in der Leiche&#148;. Westdeutsche Friedensforschung im Widerstreit der Parteipolitik, in: SPIEGEL Jg.33 1979 H.34, S. 30 ff.; so auch Frank Nie\u00df, Kleinkrieg um die Friedensforschung, Sendung im S\u00fcddeutschen Rundfunk 22. M\u00e4rz 1980.<br \/>2a In diesem Sinne soll auch die \u00d6ffentlichkeit st\u00e4rker beeinflusst werden, denn: &#132;Die offenen, freien Gesellschaften, in denen kritische Fragen an die Staatspolitik gerichtet werden . . . haben es schwerer, die Notwendigkeiten einzusehen oder wenigstens hinzunehmen &#8230;&#148;! So Lothar Ruehl, Das \u00f6ffentliche Bewusstsein als politische Gr\u00f6\u00dfe, in: Clausewitz-Gesellschaft (Hg), a.a.O., S. 267; vgl. zum tats\u00e4chlich unbefriedigenden \u00f6ffentlichen Bewusstsein Ralf Zoll, Sicherheitspolitik und \u00f6ffentliche Meinung in der Bundesrepublik &#8211; Erkenntnisse aus empirischen Studien, in: ders. (Hg), Wie integriert ist die Bundeswehr? Zum Verh\u00e4ltnis von Milit\u00e4r und Gesellschaft in der Bundesrepublik, M\u00fcnchen 1979, 5.166 ff., der f\u00fcr Mitte der70erJahre zu dem ersch\u00fctternden Ergebnis gelangt\u00a0in der Bundesrepublik gibt es keine politische \u00d6ffentlichkeit zum Gegenstand Sicherheitspolitik und Streitkr\u00e4fte&#8220;, S. 181. Allerdings hat sich dieser Befund bis 1981 sicherlich etwas ge\u00e4ndert, man spricht jetzt allenthalben von der Krise der Sicherheits- und Verteidigungspolitik . .<br \/>3 Vgl. Manfred Funke (Hg), Friedensforschung &#8211; Entscheidungshilfe gegen Gewalt, Bonn 21978, 5. 425 ff.; v. Bredow, in: Bl\u00e4tter, a.a.O.<br \/>4 Zu diesem Zweck wird versucht, verschiedene Wissenschaftsdisziplinen zu verkn\u00fcpfen, u.a. Politologie, Soziologie, Politische \u00d6konomie, Sozialpsychologie; vgl. Ekkehart Krippendorff (Hg), Friedensforschung, K\u00f6ln, Berlin 1968, bes. S. 13-23; Wolf Dieter Eberwein, Peter Reichel, Friedens- und Konfliktforschung. Eine Einf\u00fchrung, M\u00fcnchen 1976, S. 67 f.f.; Hubert Groten, Friedensforschung &#8211; Anspruch und Praxis, Baden-Baden 1977, S. 32 f.f.; zur historischen FF: Hartmut Soell, Zur historischen Dimension der Friedens- und Konfliktforschung in der Bundesrepublik, in: Archiv f\u00fcr Sozialgeschichte A.f.S. B.d. XVI 1976, S. 501 f.f. m. viel Literatur.<br \/>5 Diese Bipolarit\u00e4t schien in den 70er Jahren angesichts der Erfolge der Entspannungspolitik der Vergangenheit anzugeh\u00f6ren, man sprach von zunehmender Multipolarit\u00e4t. Zu Beginn der 80er Jahre scheint ein R\u00fcckschritt zum Blockdenken bewusst in Kauf genommen zu werden.<br \/>6 Vgl. Stockholm International Peace Research Institute SIPRI (Hg), R\u00fcstungsjahrbuch 80\/81, gek\u00fcrzte Fassung, Reinbek b Harnbung 1980, S. 35 Peter Sonnet, Finanzielle Abr\u00fcstung &#8211; Chance oder neue Illusion? in: Vorg\u00e4nge Jg.19 198\/ H.516, Nr. 47148, S. 19 ff.<br \/>7 Vgl. Studiengruppe Milit\u00e4rpolitik, Aufr\u00fcsten, um ab zur\u00fcsten? Informationen zur Lage, Reinbek b Hamburg 1980, S. 259 ff.<br \/>8 Weitere Fakten in SIPRI (g), R\u00fcstung und Abr\u00fcstung im Atomzeitalter. Ein Handbuch, Reinbek b Hamburg 1977.<br \/>9 Vgl. zum umstrittenen Friedensbegriff Ernst-Otto Czempiel, Schwerpunkte und Ziele der Friedensforschung. M\u00fcnchen 1972; Johan Galtung, Modelle zum Frieden. Methoden und Ziele der Friedensforschung, Wuppertal 1972; Reimer Gronemeyer, Frieden. Reihe Grundwerte B.d. 3 &#130;Baden-Baden 1978; jetzt; im Zusammenhang mit der Clausewitz-Renaissance. Hans Apel, Vom Kriege &#8211; Vom Frieden. Zur Sicherheitspolitik der Bundesrepublik Deutschland, in: Clausewitz-Gesellschaft e.V. (Hg), Freiheit ohne Krieg? Beitr\u00e4ge zur Strategie-Diskussion . . . &#130; Bonn 1980, 5.13 f.f.; zu kurzfristigen Friedensvor-stellungen im Rahmen der Abschreckungspolitik Rolf F. Pauls, Friedenssicherung durch ein freiheitlich integriertes B\u00fcndnis, in: e.b.d, 5. 111ff.<br \/>10 Karl Kaiser, Friedensforschung in der Bundesrepublik, G\u00f6ttingen 1970, S. 31; vgl. zu dieser Studie die umfassende Besprechung von Alfred Walter, in: Probleme des Friedens Info Jg.10 1975 H.5-8, 5. 31 ff.<br \/>11 Vgl. Wolfram Wette, Friedensforschung, Milit\u00e4rgeschichtsforschung, Geschichtswissenschaft. Aspekte einer Kooperation, in: Funke (Hg), Friedensforschung, a.a.O., 5.143 f.<br \/>12 Vgl. Kaiser, Friedensforschung, a.a.O., 5.136 f.f.; Karlheinz Koppe, Die . Friedensforschung wartet auf den Dialog, in: NG Jg.24 1977 H.3, S. 220ff; Eberwein\/Reichel, Friedens- und Konfliktforschung, a.a.O., S. 39 ff.<br \/>13 Vgl. exemplarisch Dieter Senghaas, Aufr\u00fcstung durch R\u00fcstungskontrolle, Stuttgart 1972; Hessische Stiftung f\u00fcr Friedens- und Konfliktforschung HSFK (Hg), Zur Analyse au\u00dfenpolitisch relevanter Feindbilder in der Bundesrepublik. 9 Bde. Frankfurt 1977.<br \/>14 Presse- und Informationsamt der Bundesregierung (Hg), Bulletin Nr. 80, 1970, S. 798.<br \/>15 Bulletin Nr. 87, 1969, S. 749; zum 30. Jahrestag des Kriegsbeginns sagte Heinemann \u00fcber Rundfunk: &#132;Der Krieg ist kein Naturgesetz, sondern Ergebnis menschlichen Handelns. Deshalb gilt es, diesem Handeln auf die Spur zu kommen&#148;, in: Bulletin Nr. 11 1 &#130; 1969, S. 945.<br \/>16 Vgl. die Satzung der DGFK vom 30, M\u00e4rz 1971, in: DGFK-Hefte Nr. l, S. 5 ff.; zur Gr\u00fcndung auch Hermann Pfister, Alfred Walter, Friedensforschung in der BRD Teil 1, in: Probleme des Friedens &#8211; Info Jg.9 1974 H.9-12.<br \/>17 Vgl. zur wissenschaftlichen Diskussion Funke (Hg), Friedensforschung, aa0.; Gertrud K\u00fchnlein, Die Entwicklung der kritischen Friedensforschung in der Bundesrepublik Deutschland, Frankfurt 1978; Hans-G\u00fcnter Brauch, Entwicklungen und Ergebnisse der Friedensforschung (1969-1978), Frankfurt 1979; beispielhaft zur Diskussion \u00fcber Begriffe die Kontroverse \u00fcber den Gewaltbegriff zwischen E. Jahn und P. Graf Kielmannsegg in: DGFK-Informationen 1979 H.1 u 2, 1980 H.1, &#132;Forum&#148;.<br \/>18 Vgl. Reinhard Meyers, Weltpolitik in Grundbegriffen, B.d. l, D\u00fcsseldorf 1979, S. 37 f.f.; David J. Dunn, Peace Research, in: Trevor Taylor (Hg), Approaches and Theory in International Relations, London 1978, S. 257 ff.<br \/>19 Vgl. Reinhard Meyers, Die Lehre von den Internationalen Beziehungen, D\u00fcsseldorf 1977, S. 44 ff.<br \/>20 Vgl. Fritz Vilmar, Systematischer Entwurf zur Kritischen Friedensforschung, in: Dieter Senghaas (Hg), Kritische Friedensforschung, Frankfurt 1977,bes. S. 371 ff.<br \/>21 Vgl. Johan Galtung, Gewalt, Frieden und Friedensforschung, in: ders, Strukturelle Gewalt, Reinbek b Hamburg 1975, 5.10 ff.; die angewandte Theorie exemplarisch in Dieter Senghaas (Hg), Imperialismus und strukturelle Gewalt, Frankfurt 1976, bes. S. 29-104.<br \/>22 Vilmar nennt &#132;5 Abteilungen&#148; der Friedensforschung, die verkn\u00fcpft werden: Sozialgeschichte, Ideologiekritik, Sozialpsychologie, Praxeologie und Friedensp\u00e4dagogik, vgl. Vilmar, Systematischer Entwurf, a.a.O., S. 371.<br \/>23 Vgl. Jahrbuch f\u00fcr Friedens- und Konfliktforschung, B.d.I: Bedrohungsvorstellungen als Faktor der internationalen Politik, D\u00fcsseldorf 1971; B.d. III: Perspektiven der Kooperation zwischen kapitalistischen und sozialistischen L\u00e4ndern, D\u00fcsseldorf 1973; B.d. IV: Friedensforschung und Entwicklungspolitik, D\u00fcsseldorf 1975; B.d. V: R\u00fcstung und Milit\u00e4r in der Bundesrepublik Deutschland, Opladen 1977; B.d. VI: Konflikte in der Arbeitswelt, Waldkirch 1977.<br \/>24 Vgl. die Erkl\u00e4rung zur Friedensforschung in: Senghaas (Hg), Kritische Friedensforschung, a.a.O., S. 416 ff.<br \/>25 Vgl. Lars Dencik, Pl\u00e4doyer f\u00fcr eine revolution\u00e4re Konfliktforschung in: e.b.d., S. 247ff.<br \/>26 Alfred B\u00f6nisch, Wolfgang Steinke, B\u00fcrgerliche Friedensforschung. Probleme, Widerspr\u00fcche, Tendenzen, Frankfurt 1974 (Berlin-Ost 1973), S. 31.<br \/>27 Vgl. W\u00f6rterbuch der marxistisch-leninistischen Soziologie, Berlin Ost 1977, S. 196.<br \/>28 Vgl. Karlheinz Koppe, Friedensforschung im Spannungsfeld der Politik: Die Auseinandersetzung um die DGFK, in: Politische Vierteljahresschrift PVS Jg. 21 1980 H.1, S. 97 ff.<br \/>29 Vgl. Ernst-Otto Gempiel, Friedensforschung ist provokative Forschung, in: DGFK-Informationen 1974, H.1-2.<br \/>30 Vgl. Koppe in NG, a.a.O., S. 222.<br \/>31 Eberwein\/Reichel, a.a.O., S. 69.<br \/>32 Groten, Friedensforschung, a.a.O., 5.129 f; vgl. Karl W. Deutsch, Ab-schreckungspolitik und gesellschaftliche Ordnung, in: Jahrbuch B.d. 1, a.a.O., S. 41 ff.<br \/>33 Satzung der DGFK e.V. \u00a7 2 Abs. l, in: DGFK-Hefte Nr. l (Stand Juni 1980), S. 5.<br \/>34 Vorstand: Karlheinz Koppe, Vorsitzender des Kuratoriums seit 1,1. 1980: Prof. Dr. Hans-Adolf Jacobsen, Vorsitzender der F\u00f6rderungskommission: Prof. Dr. Jost Deibr\u00fcck.\u00a0.<br \/>35 Die Kommission wurde ohnehin seit 1975 von Vertretern des Bundes, der L\u00e4nder, der gesellschaftlichen Gruppen und der DFG beraten!<br \/>36 Vgl. Jahresbericht 1979, in: DGFK-Informationen 1\/1980, S. 5ff, die anderen gesellschaftlichen Gruppen \u00fcberlassen die Finanzierung der \u00f6ffentlichen Hand.<br \/>37 Vgl. als Beispiele die seit 1978 herausgegebenen DGFK-Papiere f\u00fcr die Praxis (PP) und die praxisorientierten DGFK-Hefte.<br \/>38 Vgl. Forschung f\u00fcr den Frieden, 5 Jahre DGFK. Eine Zwischenbilanz, Boppard 1975.<br \/>39 Hier sind zu nennen: die Arbeitsgemeinschaft f\u00fcr Friedens- und Konfliktforschung AFK, die Hessische Stiftung Friedens- und Konfliktforschung HSFK (vgl. zu deren zehnj\u00e4hrigem Bestehen FAZ v. 8.8. 1980 u. A.A. Guha in FR v. 8.8.1980), das Institut f\u00fcr Friedensforschung und Sicherheitspolitik Universit\u00e4t Hamburg IFSH und schlie\u00dflich das Max-Planck-Institut Starnberg, das 1980 weitgehend lahm gelegt wurde (vgl. hierzu G. Picht in Die ZEIT v. 7.3,1980, J. Herbig in Der SPIEGEL Nr. 19 v. 5.5.1980).<br \/>40 Vgl. Koppe in: PVS, a.a.O., 5.103, Anm. 2-5.<br \/>41 Bulletin Nr. 148, 1970, S. 1561.<br \/>42 Vgl. den Wortlaut in: DGFK-Informationen 1\/1979, 5,2.<br \/>43 Vgl. die Landtagsdebatte um den Austritt Bayerns in: Bayerischer Landtag, 9. Wahlperiode, Stenogr. Bericht der 45. Sitzung, 20. Dezember 1979; Vorw\u00e4rts Nr. 37, 1979, S. 15.<br \/>44 Vgl. zu den praktischen Folgen den Jahresbericht 1979 in: DGFK-Informationen 1\/1980, S. 5 ff.<br \/>45 Vgl. DGFK-Informationen 2\/1979, S. 3ff.<br \/>46 Nieders\u00e4chsischer Landtag, 9. Legislaturperiode, Stenogr. Bericht, Sp. 2361.<br \/>47 Dass die &#132;Verfassungsv\u00e4ter&#148; sich eine andere Richtung deutscher Friedenspolitik w\u00fcnschten, zeigt zuletzt G\u00f6tz Frank, Der Friedensauftrag in der Wehrordnung des Grundgesetzes, in: Friedensanalysen 14, Frankfurt\/M 1981, 5.106 ff.; au\u00dferdem Dieter S. Lutz, &#132;Positiver Frieden&#148; als Verfassungsauftrag, in: Friedensanalysen 6. Frankfurt 1977, 5.178 ff.<br \/>48 Vgl. den Leserbrief Prof. Jacobsens in Die Zeit v. 6.6.1980.<br \/>49 Vgl. Hans-Adolf Jacobsen, Friedensforschung und politische Praxis, in: DGFK-Informationen 1\/1980, S.1 ff.; Richtlinien zur Praxis-Bezogenheit der DGFK-Arbeit in DGFK-Informationen 2\/1979, S. 5, nach denen die F\u00f6rderungskommission aufgerufen ist, a) die Praxis-Relevanz der Fragestellung eines Projekts zu pr\u00fcfen, b) die Durchf\u00fchrung zu kontrollieren und c) die Praxis-Kontakte darstellen zu lassen.<br \/>50 Vgl. Manfred Funke, Frieden und Entspannungspolitik, in: Bonner Universit\u00e4ts-Nachrichten Jg.13 1980 Nr. 139, S. 23f, der die Bilanz einer von Prof. Jacobsen initiierten und organisierten Ringveranstaltung zieht. Die Veranstaltung im Sommersemester 1980 an der Uni Bonn unter dem Titel &#132;Frieden und Entspannungspolitik in unserer Zeit &#8211; Bestimmungsfaktoren und Perspektiven&#148;, umfasste drei Vortr\u00e4ge (Prof. K.W.Deutsch\/Harvard, Dr. Sulek\/Warschau und Prof. Domes\/Saarbr\u00fccken) sowie eine Podiumsdiskussion mit Dr. Alois Mertens (CDU), Kurt Jung (FDP) und Karsten Voigt (SPD) sowie Prof. Gerda Zellentin, Dr. J. Joffe und W.v.Raven unter dem Thema &#132;Entspannung &#8211; Chancen und Gefahren&#148;, die viele Zuh\u00f6rer fanden. Jacobsen schl\u00e4gt weiterhin Studiengruppen vor, die Wissenschaftler und Politiker an einen Tisch bringen sollen, vgl. General-Anzeiger v. 25.4.1980; auch die Vorschl\u00e4ge von Erhard Rosenkranz, Die L\u00fccke zwischen Theorie und Praxis in der R\u00fcstungskontrollpolitik, in: Wolfgang Fechner, Dieter O.A.Wolf (Hg), Sicherheit und Frieden. Politik zwischen Verteidigung und R\u00fcstungskontrolle, Bonn 1979, bes. 5. 202f.<br \/>51 Vgl. Dieter Senghaas, Friedensforschung Theoretische Fragestellungen und praktische Probleme, in: Jahrbuch f\u00fcr Friedens- und Konfliktforschung, B.d. II: Friedensforschung und politische Praxis, D\u00fcsseldorf 1972, 5.10 ff.<br \/>52 Vorstand der SPD (Hg), Dokumente. Beschl\u00fcsse zur . . . Friedens-und Sicherheitspolitik, SPD-Parteitag Berlin 1979, Bonn 1980, Antrag 11, S. 18 zur Praxis-Relevanz, Verst\u00e4ndlichkeit und finanziellen Absicherung der Friedensforschung; Antrag 60, S. 23 f zu einer Kommission f\u00fcr alternative Sicherheitspolitik; und Antrag 87, S. 37 zur Unabh\u00e4ngigkeit der Friedensforschung, damit \u00a0der Spielraum f\u00fcr kritische und unbequeme Aussagen erhalten bleibt.&#8220;<br \/>53 Vgl. zuletzt Alfred Mechtersheimer, Probleme und Perspektiven der deutschen Sicherheitspolitik in den achtziger Jahren, Rede v. 14.2. 1981, in: Frankfurter Rundschau v. 10.3.1981, S. L Of, hier wird z.B. auch die R\u00fcstungskontrollpolitik in Frage gestellt und eine neues europ\u00e4isches Bewusstsein zur. Sicherheitspolitik gefordert.<br \/>54 Vgl. Eberwein\/Reichel, a.a.O., S. 31 ff.; Hans-G\u00fcnter Brauch, Abr\u00fcstung . . . &#130; 8. Nordische Konferenz \u00fcber Friedens-Forschung, in: DGFK-Informationen 1\/1979, S. 35 f.f.; Peace Research in Nordic Countries, in: Finnish Peace Research Association (Hg), Rauhaan Tutkien. Report on the 8th Nordic Conference on Peace Research, Turku o.J. (1979), S. 59ff.<br \/>55 Vgl. zur Problematik der Offiziersausbildung in diesem Zusammenhang jetzt Mathias Jopp, Milit\u00e4rische Bildungsreform und Demokratie: Idee und Wirklichkeit des Studiums an den Bundeswehrhochschulen, in Friedensanalysen 14, a.a.O. S. 167 f.f.; allgemein zum Problemkreis Milit\u00e4r und Gesellschaft Wilfried v. Bredow, Zeit der Gew\u00f6hnung. Bemerkungen \u00fcber sozialwissenschaftliche Literatur zum Thema &#132;Milit\u00e4r&#148; in der Bundesrepublik, in: Ralf Zoll (Hg), Wie integriert ist die Bundeswehr?, a.a.O., S. 234 ff.<\/p>\n","protected":false},"featured_media":0,"template":"","categories":[],"tags":[667],"autoren":[2428],"publikationen":[1294],"class_list":["post-12288","publikation","type-publikation","status-publish","hentry","tag-vorgaenge-artikel","autoren-peter-sonnet","publikationen-55-vorgaenge"],"acf":[],"yoast_head":"<!-- This site is optimized with the Yoast SEO plugin v28.5 - https:\/\/yoast.com\/product\/yoast-seo-wordpress\/ -->\n<title>Friedensforschung in der Bundesrepublik - Humanistische Union<\/title>\n<meta name=\"robots\" content=\"index, follow, max-snippet:-1, max-image-preview:large, max-video-preview:-1\" \/>\n<link rel=\"canonical\" href=\"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/vorgaenge\/55-vorgaenge\/publikation\/friedensforschung-in-der-bundesrepublik\/\" \/>\n<meta property=\"og:locale\" content=\"de_DE\" \/>\n<meta property=\"og:type\" content=\"article\" \/>\n<meta property=\"og:title\" content=\"Friedensforschung in der Bundesrepublik - Humanistische Union\" \/>\n<meta property=\"og:description\" content=\"Ein zehnj\u00e4hriges Jubil\u00e4um? aus: vorg\u00e4nge Nr. 55 (Heft 1\/1982), S. 27-35 Im Jahre 1980 konnte die etablierte F\u00f6rderung der Friedens- und Konfliktforschung in der Bundesrepublik ihr zehnj\u00e4hriges Bestehen feiern. 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