{"id":12383,"date":"1976-12-31T20:00:00","date_gmt":"1976-12-31T19:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/publikation\/kulturpolitik-ist-gesellschaftspolitik\/"},"modified":"2021-08-24T21:46:59","modified_gmt":"2021-08-24T19:46:59","slug":"kulturpolitik-ist-gesellschaftspolitik","status":"publish","type":"publikation","link":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/vorgaenge\/24-vorgaenge\/publikation\/kulturpolitik-ist-gesellschaftspolitik\/","title":{"rendered":"Kulturpolitik ist Gesellschaftspolitik"},"content":{"rendered":"<p>Aus: vorg\u00e4nge Nr.24 (Heft 6\/1976), S.25-32<\/p>\n<h2 class=\"auto-created\"><span id=\"freizeit-und-kultur\">Freizeit und Kultur <\/span><\/h2>\n<p>Kulturpolitik l\u00e4\u00dft sich deutlich von Bildungspolitik abgrenzen, die sich ausschlie\u00dflich auf die F\u00f6rderung der arbeits- und ausbildungsbezogenen Bet\u00e4tigung der Bev\u00f6lkerung bezieht. Kulturpolitik ist nichts Neues. Freilich haben sich mit dem Ende des Absolutismus, mit der Demokratisierung der Gesellschaft Inhalte, Tr\u00e4ger und Ziele der Kulturpolitik ge\u00e4ndert. Kulturpolitik wird diskutiert, wo Gebietsk\u00f6rperschaften \u00f6ffentliche Mittel f\u00fcr kulturelle Zwecke in Form von Subventionen bereitstellen, entweder f\u00fcr Dienstleistungen verschiedenster Art oder zum Unterhalt \u00f6ffentlicher Einrichtungen. Kulturpolitik ist, im Gegensatz zur Bildungspolitik, ausschlie\u00dflich freizeitorientiert. F\u00fcr den Kulturpolitiker ist so das Verh\u00e4ltnis von Kultur und Freizeit st\u00e4ndiger Gegenstand der Untersuchung.<\/p>\n<h2 class=\"auto-created\"><span id=\"mehr-demokratie-in-der-kulturpolitik-wagen\">Mehr Demokratie in der Kultur&shy;po&shy;litik wagen<\/span><\/h2>\n<p>Ein weiteres wichtiges Thema ist die \u00d6ffnung der Kultur f\u00fcr breitere Bev\u00f6lkerungsschichten. Kulturpolitik darf sich nicht nach den Neigungen oder Abneigungen von Interessengruppen richten; sie ist den kulturellen Bed\u00fcrfnissen aller Menschen in einem Gemeinwesen verpflichtet und das Ergebnis demokratischer Entscheidungsprozesse. In der Kulturpolitik mehr Demokratie wagen bedeutet, sich aktiv um das Publikum zu bem\u00fchen; es bedeutet weiter institutionelle und materielle Demokratisierung der kulturellen Einrichtungen und eine Intensivierung soziokultureller, kommunikativer und \u00e4sthetischer Aktivit\u00e4ten. So gesehen ist alle Kulturpolitik wichtiger Bestandteil jeder Gesellschaftspolitik, weil sie sich nicht darauf beschr\u00e4nken l\u00e4\u00dft, beispielsweise den Zugang zu einer in ihrem Wert absolut gesetzten Kunst zu verbessern, sondern die Kunst zu einem Bestandteil des demokratischen Lebensprozesses machen will. Kulturpolitik zielt darauf ab, die zwischenmenschlichen Beziehungen im Gesellschaftsleben zu verbessern und zwar evolution\u00e4r nach demokratischen Spielregeln.<\/p>\n<h2 class=\"auto-created\"><span id=\"kultur-und-soziale-emanzipation\">Kultur und soziale Emanzi&shy;pa&shy;tion<\/span><\/h2>\n<p>Unsere \u00fcberlieferte, b\u00fcrgerliche Form des menschlichen Zusammenlebens weist eine Stufung nach St\u00e4nden und Klassen auf, in der die in der Emanzipation Hierarchie obenstehende und materiell herrschende Klasse Tr\u00e4ger des kulturellen Lebens ist. Sie allein bestimmt die Inhalte des kulturellen Lebens, und alle Aufsteiger, alle um den sozialen Aufstieg k\u00e4mpfenden Individuen bem\u00fchen sich, die Lebensform und Lebenshaltung der oberen Klasse, bei uns des verm\u00f6genden und finanziell gesicherten B\u00fcrgertums, auch im kulturellen Bereich nachzuahmen. Daraus resultiert die irrt\u00fcmliche Feststellung ideologisch ausgerichteter Kulturkritiker, da\u00df die \u00f6ffentliche Kulturpolitik ausschlie\u00dflich auf die Stabilisierung der b\u00fcrgerlichen Kulturprivilegien ausgerichtet sei. Daraus folgt bei ihnen die Gleichsetzung von \u00f6ffentlicher Kulturpolitik gleich Systemstabilisierung. Richtig ist nur, da\u00df die oft beklagte geringe gesellschaftliche Effektivit\u00e4t einer neuen Kulturpolitik hier ihre Ursache hat. Ebenso wahr bleibt aber; Wer eine Umbildung unserer Gesellschaftsform in Richtung mehr Demokratie, mehr soziale Gerechtigkeit anstrebt, kann das kulturelle Angebot nicht aussparen; im Gegenteil, nur \u00fcber das Kulturleben einer Gesellschaft k\u00f6nnen nachhaltige Verbesserungen in der Gesellschaftsordnung erzielt werden. Die Inhalte des kulturellen Angebots m\u00fcssen st\u00e4ndig infragegestellt werden. Daraus resultiert die au\u00dferordentlich wichtige Rolle, die allen kreativen K\u00fcnsten, allen Spielformen und Kommunikationsinstitutionen in den Pl\u00e4doyers f\u00fcr eine neue Kulturpolitik zuf\u00e4llt. Die wenigen neu entstandenen Kommunikationszentren in der Bundesrepublik empfinden sich so selbst in gleicher Weise als soziale und kulturelle Institution und nehmen f\u00fcr sich in Anspruch, eine Freizeitst\u00e4tte zu sein und ein p\u00e4dagogischer Emanzipationsmotor.<\/p>\n<h2 class=\"auto-created\"><span id=\"konservative-kulturhaushalte\">Konser&shy;va&shy;tive Kultur&shy;haus&shy;halte<\/span><\/h2>\n<p>Die Ursache f\u00fcr das Unbehagen an der Kulturpolitik der St\u00e4dte ist die Tatsache, da\u00df die Kulturhaushalte so aussehen, als h\u00e4tten gesellschaftliche Ver\u00e4nderungen nicht stattgefunden. Der Haushalt ist der wichtigste Teil der Kulturpolitik. Es gibt zwar keine Kulturpolitik in den St\u00e4dten und L\u00e4ndern, die sich offen dazu bekennt, durch die Ausschaltung der unteren Klasse- Klasse ist in diesem Zusammenhang der pr\u00e4zisere Ausdruck als Unterschicht- bewu\u00dft die Anschauungen und Privilegien der das gesellschaftliche Leben bestimmenden Oberschicht durchzusetzen, aber in der Praxis l\u00e4uft es darauf hinaus. Das kulturelle Angebot erfolgt nur f\u00fcr eine herrschende Schicht, die den Kulturjargon versteht.<\/p>\n<h2 class=\"auto-created\"><span id=\"einwaende-gegen-eine-demokratische-kulturpolitik\">Einw&auml;nde gegen eine demokra&shy;ti&shy;sche Kultur&shy;po&shy;litik<\/span><\/h2>\n<p>Die Vertreter einer alternativen Kulturpolitik, die den Mechanismus des gesellschaftlichen Lebens durchschauen, stehen den immer gleichen Problemen und Argumenten gegen\u00fcber, wenn sie die schicksalhafte Kulturlosigkeit der Unterprivilegierten, immerhin gut die H\u00e4lfte der Bev\u00f6lkerung, durchbrechen wollen. Sehr oft wird ihnen vorgehalten, da\u00df sie sich mit einem Kulturangebot begn\u00fcgen wollen, das erheblich unter dem Niveau unserer Kulturtradition bleibt. Verbreitet ist auch der Slogan, da\u00df das demokratische Gleichheitsprinzip sich nicht auf den Kulturbereich \u00fcbertragen lasse, oder das gr\u00f6\u00dfte Mi\u00dfverst\u00e4ndnis, das Unterscheidungsverm\u00f6gen f\u00fcr Fragen der Kunst sei nicht im gleichen Ma\u00dfe allen Menschen eigen und deshalb sei die F\u00e4higkeit, Kunst zu begreifen, nur einer Minderheit mitgegeben. Wenn diese Behauptungen erst einmal aufgestellt sind und Zweifel daran laut werden, dann wird zugegeben und theatralisch verk\u00fcndet, das sei eine tragische Ungerechtigkeit der Natur des Menschen und eben deshalb nicht korrigierbar. Gerade weil diese Vorurteile als Klischees weit verbreitet sind, wird es notwendig sein, sich mit solchen Argumenten ernsthafter auseinanderzusetzen, als es gemeinhin geschieht. Erfreulich bleibt da die Beobachtung (und es ist ein Beweis f\u00fcr das doch schon stark entwickelte demokratische Bewu\u00dftsein unserer Gesellschaft), da\u00df die Vertreter derartiger Thesen sich dagegen wehren, da\u00df ihre Denkungsart als &#8222;elit\u00e4rer Hochmut&#8221; abqualifiziert wird.<\/p>\n<p><b>Fehlende Integration der \u00f6konomischen Unterschichten <br \/>in das kulturelle Leben<\/b><\/p>\n<p>In naher Zukunft gilt es das Problem zu l\u00f6sen, wie die sich zwar nicht als Proletariat f\u00fchlende, aber von der &#8222;Hand in den Mund und auf Raten&#8221; lebende \u00f6konomische Unterschicht unserer hochindustrialisierten Gesellschaft, der eine Teilnahme am Kulturleben bisher systematisch verwehrt wurde, in das kulturelle Leben einer demokratischen Gesellschaft integriert werden kann; und das sowohl in den St\u00e4dten als auf dem Lande, denn das macht keinen Unterschied. Dem gegenw\u00e4rtigen Zustand, da\u00df gro\u00dfe Bereiche des kulturellen Lebens v\u00f6llig brachliegen und sich beispielsweise Vernissagen der Galerien und Museen nur an Insider, an Kleinstgruppen der Gesellschaft wenden, mu\u00df entgegengehandelt werden. Erfreuliche Gegenbeispiele einer Umorientierung aus den Siebziger Jahren k\u00f6nnen diese Forderung nur unterstreichen.<\/p>\n<h2 class=\"auto-created\"><span id=\"sozialpolitische-zielsetzungen-demokratischer-kulturpolitik\">Sozial&shy;po&shy;li&shy;ti&shy;sche Zielset&shy;zungen demokra&shy;ti&shy;scher Kultur&shy;po&shy;litik<\/span><\/h2>\n<p>Es ist unbestritten, da\u00df die Kulturarbeit in unseren St\u00e4dten einen Beitrag zu leisten hat zur. Verwirklichung besserer Lebensbedingungen und zur Verwirklichung der Forderung nach menschlichen St\u00e4dten. Die Anzahl der Menschen, die sich am kulturellen Leben beteiligen, mu\u00df erh\u00f6ht werden. Kultur kann nicht mehr das Vorrecht einer kleinen elit\u00e4ren Gruppe von Bildungsb\u00fcrgern bleiben, sondern sie mu\u00df alle Schichten der Bev\u00f6lkerung erfassen. Mit einem Satz l\u00e4\u00dft sich diese kulturpolitische Aufgabe beschreiben: Wir m\u00fcssen den kulturellen Bed\u00fcrfnissen breiter Bev\u00f6lkerungsschichten gerecht werden und diese Bed\u00fcrfnisse, wo sie nicht ausgepr\u00e4gt vorhanden sind, durch sinnvolle Arbeit wecken oder daf\u00fcr sorgen, da\u00df sie bewu\u00dft werden. In diesem Sinne enth\u00e4lt Kulturpolitik auch sozialpolitische Zielsetzungen, die ihren Ausdruck in dem seit vielen Jahren verwendeten Begriff &#8222;Soziokultur&#8221; gefunden haben.<\/p>\n<h2 class=\"auto-created\"><span id=\"volkshochschule-und-politische-bildung\">Volks&shy;hoch&shy;schule und politische Bildung<\/span><\/h2>\n<p>Von den traditionell subventionierten Kultureinrichtungen erf\u00fcllten bisher die Volkshochschulen am meisten die selbst gestellte Aufgabe, m\u00fcndigen B\u00fcrgern die \u00f6konomischen und politischen Mechanismen unserer Industriegesellschaft begreiflich zu machen. Unter dem Stichwort &#8222;Politische Bildung&#8221; enthalten ihre Arbeitspl\u00e4ne zahlreiche Veranstaltungen, die den H\u00f6rern die in vielf\u00e4ltige Einzelinteressen gespaltene und durch mannigfache Interessenkonflikte zerkl\u00fcftete pluralistische Gesellschaft begreiflich machen. Sie zeigen auch, auf welche Weise &#8211; etwa durch solidarisches Verhalten &#8211; die eigenen Interessen wahrgenommen werden k\u00f6nnen. Nur auf diese Weise k\u00f6nnen die zahlreich vorhandenen Widerspr\u00fcche und die zahlreichen materiellen Ungerechtigkeiten in unserer Gesellschaft sichtbar gemacht werden. Daraus resultiert dann der Wunsch nicht nach Stabilisierung, sondern nach einer \u00c4nderung gegebener unzul\u00e4nglicher Verh\u00e4ltnisse. Niemand wird behaupten, da\u00df die Materialien zur politischen Bildung der Gewerkschaften, der politischen Parteien und der kulturellen Institutionen, um nur die B\u00fcchereien und Volkshochschulen und sicherlich auch das dramatische Theater zu nennen, aber auch die vielf\u00e4ltigen Angebote des kommerziellen Kulturangebotes, wie Verlage und Schallplattenindustrie, da\u00df dieses ganze Angebot ohne Wirkung geblieben ist.<\/p>\n<h2 class=\"auto-created\"><span id=\"die-parteien-vernachlaessigen-die-kulturpolitik\">Die Parteien vernach&shy;l&auml;s&shy;sigen die Kultur&shy;po&shy;litik<\/span><\/h2>\n<p>Die Bedeutung von Kulturangebot und Freizeitpolitik f\u00fcr die Bewu\u00dftseinsbildung breiter Schichten unserer Bev\u00f6lkerung ist in der Vergangenheit \u00fcbersehen worden, in erster Linie von den politischen Parteien, und zwar ohne Ausnahme. Die Parteien haben nicht erkannt, wie wichtig das kulturelle Bewu\u00dftsein f\u00fcr die politische Entscheidung des Menschen ist, etwa bei Wahlen. M\u00f6glicherweise haben sie es deshalb nicht richtig eingesch\u00e4tzt, weil Kulturpolitik, aufgrund der Kulturautonomie der L\u00e4nder, St\u00e4dte und sonstiger Gebietsk\u00f6rperschaften, auf Bundesebene kaum diskutiert wird, im Gegensatz zu Fragen der Bildungspolitik. Weiter sind im Vergleich zu anderen Bereichen der \u00f6ffentlichen Haushalte- Soziales, Verkehr, Schulen, Wohnungsbau, Gesundheitsvorsorge- die Ausgaben f\u00fcr Kultur nicht bedeutend; sie betragen in vielen St\u00e4dten nur rund 2% und in den theatertragenden Gro\u00df- und Mittelst\u00e4dten rund 4% des Etats der \u00f6ffentlichen Haushalte. Aus diesem Grund ist f\u00fcr Politiker der Kulturbereich nicht so gewichtig, zumal sich in Rezessionszeiten nennenswerte Einsparungen auch bei ausgiebiger Diskussion nicht erzielen lassen.<\/p>\n<h2 class=\"auto-created\"><span id=\"kulturangebot-und-freizeit\">Kultu&shy;r&shy;an&shy;gebot und Freizeit<\/span><\/h2>\n<p>\u00dcbersehen wird dabei, da\u00df das \u00f6ffentliche Kulturangebot einschlie\u00dflich des reichen Angebotes der Kommerz-Kulturindustrie fast hundertprozentig den Freiraum des Einzelnen anspricht. Dieses Kulturbed\u00fcrfnis wird ausschlie\u00dflich in der Freizeit befriedigt. In seiner Freizeit schaltet der B\u00fcrger Medien ein, liest er Zeitungen und B\u00fccher, besucht das Kino, h\u00f6rt Schallplatten und besch\u00e4ftigt er sich mit seinen kulturellen Hobbys wie Fotografie, Briefmarken, Sammlung von Kunst. In seiner Freizeit bet\u00e4tigt er sich im Gesangverein und geht sonstigen kulturellen Liebhabereien nach. \u00dcber die Befriedigung seiner Kulturbef\u00fcrfnisse erfolgt seine Meinungsbildung, entsteht \u00f6ffentliche Meinung. B\u00fcrger-Engagement und Verst\u00e4ndnis f\u00fcr die Fortentwicklung des Demokratisierungs-prozesses in der Gesellschaft zu wecken ist nur in der Freizeit des B\u00fcrgers m\u00f6glich. Die Freizeit ist so gut wie immer von der Arbeit losgel\u00f6st und der Bereich der Selbstverwirklichung. Liebe, Familie und alle damit verbundenen Geschehnisse, Religion, mitmenschliche Kontakte, die Befriedigung emotionaler und k\u00f6rperlicher Bed\u00fcrfnisse, also die letzte Sinngebung des menschlichen Lebens erfolgt in der Freizeit. Das ganze immer noch au\u00dferordentlich potentielle kulturelle Vereinsleben kann sich ebenfalls nur in der Freizeit der B\u00fcrger entfalten.<br \/>Wenn die heute dem Einzelnen zur Verf\u00fcgung stehende freie Zeit das Produkt unserer Industriegesellschaft ist, dann k\u00f6nnen wir nur w\u00fcnschen, da\u00df sich die industrielle Entwicklung fortsetzt. Nur konservative und generell emanzipationsfeindliche Kr\u00e4fte haben immer Bedenken gegen eine weitere, auch aus vielen \u00f6konomischen Gr\u00fcnden notwendige Verk\u00fcrzung der Arbeitszeit. Das war schon im 19. Jahrhundert so und wird auch so bleiben. Reaktion\u00e4re Kr\u00e4fte haben immer die Sorge, da\u00df die breiten Bev\u00f6lkerungsschichten mit dem Mehr an Freizeit nichts anzufangen wissen; eine v\u00f6llig \u00fcberfl\u00fcssige Sorge. Richtig ist aber, da\u00df wir unser \u00f6ffentliches und auch das kommerzielle Kulturangebot noch viel sorgf\u00e4ltiger vorbereiten und planen m\u00fcssen, um allen, sowohl individuellen als auch gesellschaftlichen Anspr\u00fcchen zu gen\u00fcgen.<br \/>Dazu geh\u00f6rt, da\u00df die Kulturpolitik, mehr noch als die Bildungspolitik, ihre gesellschaftspolitische Aufgabe darin sehen mu\u00df, die in der Freizeit besonders kra\u00df sp\u00fcrbare Chancenungleichheit benachteiligter Gruppen in unserer Gesellschaft zu eliminieren.<\/p>\n<h2 class=\"auto-created\"><span id=\"privatwirtschaftliche-vermarktung-des-kulturangebots\">Privat&shy;wirt&shy;schaft&shy;liche Vermarktung des Kultu&shy;r&shy;an&shy;ge&shy;bots<\/span><\/h2>\n<p>Bei kulturpolitischen Diskussionen wird zu leicht \u00fcbersehen, da\u00df unser Kulturangebot zum gr\u00f6\u00dften Teil Dom\u00e4ne der Privatwirtschaft ist. Die gesamte Produktion und Distribution von B\u00fcchern, Zeitungen, Zeitschriften, Schallplatten, Filmen, der Kassettenvertrieb und die Herstellung audiovisueller Mittel, liegt nahezu ausschlie\u00dflich in der Hand privater Unternehmen; aber auch andere Bereiche, wie der Kunsthandel oder die Verbreitung zeitgen\u00f6ssischer Musik und nicht zuletzt das riesige Angebot an Unterhaltungsmusik werden kommerziell befriedigt. Die zunehmende Vermarktung des Freizeitangebotes macht die staatliche Kulturpolitik nicht einfacher.<\/p>\n<h2 class=\"auto-created\"><span id=\"kopflastigkeit-der-etats-zugunsten-von-musik-und-theater\">Kopflas&shy;tig&shy;keit der Etats zugunsten von Musik und Theater<\/span><\/h2>\n<p>Wer nun aber die Priorit\u00e4ten der \u00f6ffentlichen Kulturhaushalte untersucht und die Mittel aufteilt nach den einzelnen Angebotsbereichen &#8211; etwa Reinausgaben f\u00fcr Musiktheater, Konzertwesen, Schauspiel, Bibliotheken, Museen, Weiterbildung, Allgemeine Kulturpflege -&#8218; der wird zur eigenen \u00dcberraschung feststellen, da\u00df die Kulturhaushalte der deutschen St\u00e4dte ein \u00fcbereinstimmendes Merkmal aufweisen und zwar die Kopflastigkeit ihrer Etats zugunsten der Bereiche Orchester, Oper, Unterhaltungstheater. Die meisten St\u00e4dte wenden f\u00fcr ihre Museen und B\u00fcchereien, f\u00fcr die F\u00f6rderung bildender Kunst und Literatur, f\u00fcr die Unterst\u00fctzung des kulturellen Vereinslebens und f\u00fcr den riesigen Be-reich der Erwachsenenbildung weniger Haushaltsmittel auf als f\u00fcr den Musik\/Theaterkomplex allein. Hinzu kommt, da\u00df sich dieses Angebot &#8211; besonders auff\u00e4llig ist das beim Konzertwesen- nur an die immer gleichen kleinen Gruppen der Bev\u00f6lkerung wendet.<br \/>Es w\u00e4re interessant zu erfahren, welche Mittel in den Kulturhaushalten der L\u00e4nder und St\u00e4dte f\u00fcr Unterprivilegierte ausgegeben werden, beispielsweise f\u00fcr Nacht- und Schichtarbeiter, f\u00fcr Flie\u00dfbandarbeiter, f\u00fcr ausl\u00e4ndische Arbeitnehmer, die in manchen gro\u00dfst\u00e4dtischen Wohnbezirken 20 bis 25% der Bev\u00f6lkerung stellen, f\u00fcr berufst\u00e4tige Frauen mit Kleinkindern, und f\u00fcr die fast 20% unserer Bev\u00f6lkerung ohne Hauptschulabschlu\u00df. Dieser ganze Bev\u00f6lkerungskreis ist nicht identisch mit den von der Sozialpolitik betreuten &#8222;sozial Schwachen&#8221;. Bisher sind diese mehr als die H\u00e4lfte der Bev\u00f6lkerung umfassenden Dezifitgruppen kulturell kaum in Erscheinung getreten. Es ist leicht nachzuweisen, da\u00df die Kulturhaushalte keine m\u00fcde Mark aufwenden zur direkten kulturellen Betreuung dieser Bev\u00f6lkerungsgruppen.<\/p>\n<h2 class=\"auto-created\"><span id=\"insider-unter-sich\">Insider unter sich&hellip;<\/span><\/h2>\n<p>Da die \u00f6ffentlichen Kulturinstitute im Regelfall keine differenzierte Besucherstatistik f\u00fchren, besitzen die Politiker auch keinerlei Statistiken \u00fcber die soziale Struktur der Besucher kultureller Veranstaltungen. Sie nehmen nicht zur Kenntnis, da\u00df sich im Philharmonischen Konzert oder bei der Er\u00f6ffnung von Kunstausstellungen in Museen nur immer der kleine, immer gleiche und sich gegenseitig genau kennende und \u00fcberschaubare Personenkreis- alles Insider- trifft. Bei diesen hochsubventionierten Kulturveranstaltungen ist man, wie tr\u00f6stlich, fast wie in einer Gro\u00dffamilie, immer unter seinesgleichen. Pastor Paul Schulz von der St.-Jacobi-Kirche in Hamburg hat sich dar\u00fcber beklagt, da\u00df 95 % der Hamburger Theologen dazu da seien, um gerade 5% der Bev\u00f6lkerung seelsorgerisch zu betreuen. Niemand k\u00fcmmere sich um die unglaublich vielen Menschen, die das Vertrauen zur Kirche verloren haben.<br \/>Das gleiche kann man vom Kulturangebot behaupten, denn 95 % der Reinausgaben f\u00fcr das Kulturleben sind dazu da, das Vergn\u00fcgen von 5% der Bev\u00f6lkerung an Kunst und Unterhaltung zu finanzieren. Niemand k\u00fcmmert sich um die unglaublich vielen Menschen, die das herk\u00f6mmliche Kulturangebot nicht erreicht.<\/p>\n<h2 class=\"auto-created\"><span id=\"kulturfoerderung-nur-fuer-eine-elite\">Kultur&shy;f&ouml;r&shy;de&shy;rung nur f&uuml;r eine &bdquo;Elite&rdquo;?<\/span><\/h2>\n<p>Die Frage nach der sozialen Struktur der Besuchergruppen ist aber eine Voraussetzung f\u00fcr ausgewogene Kulturpolitik; denn es bedeutet einen Unterschied, ob ein kleiner elit\u00e4rer Bev\u00f6lkerungsteil eine mit Millionenbetr\u00e4gen gef\u00f6rderte Kultureinrichtung frequentiert oder ob ein Besucherkreis mit der Bev\u00f6lkerung einer Stadt oder eines Stadtteils nahezu identisch ist. Wenn wir zu echten kulturpolitischen Entscheidungen gelangen wollen, werden wir die Finanzstrukturen unserer Kulturinstitute durchsichtig machen m\u00fcssen und wir werden Material dar\u00fcber erarbeiten m\u00fcssen, das uns Aufschlu\u00df \u00fcber die Schichten gibt, die unsere Kulturinstitute besuchen. Dann werden unsere Politiker mit Sachverhalten konfrontiert, die blitzartig erhellen werden, weshalb es in unserer so statistikfreudigen Zeit nirgends qualifiziertes Zahlenmaterial gibt, das helfen k\u00f6nnte, die Verwendung \u00f6ffentlicher Mittel f\u00fcr kulturelle Zwecke nachpr\u00fcfbar zu machen.<\/p>\n<h2 class=\"auto-created\"><span id=\"kulturforschung-und-kulturentwicklung\">Kultur&shy;for&shy;schung und Kultur&shy;ent&shy;wick&shy;lung<\/span><\/h2>\n<p>Obwohl das methodische Instrumentarium zur Verf\u00fcgung steht, ist die empirische Kulturforschung unterentwickelt und nur in Ans\u00e4tzen vorhanden. Ohne Ausbau der Kulturforschung kann es auch keine Kulturentwicklungsplanung geben. Es fehlt so die Erfassung des Bestandes kultureller Einrichtungen wie eine Analyse der Besucher, beziehungsweise Benutzerzahlen. Wir wissen auch nichts \u00fcber den Bedarf an kulturellen Institutionen und wie man sich die oft geforderte kulturelle Infrastruktur einer Stadt vorstellt. Es ist deshalb so schwierig, weil das kulturelle Angebot, bisher jedenfalls, zu den freiwilligen Selbstverwaltungsaufgaben der St\u00e4dte, Kreise und Gemeinden geh\u00f6rt oder sich in privater Tr\u00e4gerschaft befindet. Es d\u00fcrfte aber in absehbarer Zeit, und das w\u00e4re eine wichtige Voraussetzung f\u00fcr eine erfolgreiche Gesellschaftspolitik, keine Stadt mehr. ohne einen Kulturentwicklungsplan geben, aus dem die Bev\u00f6lkerung ersehen kann, auf welche Weise langfristig ihre Anspr\u00fcche an das Kulturangebot befriedigt werden. Selbstverst\u00e4ndlich sollte es sein, da\u00df das Kulturangebot gr\u00f6\u00dftenteils im Bereich der Wohnumgebung mit maximal 30 Minuten Fu\u00dfweg erbracht wird, denn dort wird die meiste Freizeit verlebt. Damit ist auch die Forderung nach der Schaffung neuer Kultureinrichtungen verbunden, die eine Begegnung der Bev\u00f6lkerung auch au\u00dferhalb der Kneipen erm\u00f6glichen.<br \/>Der Hannoversche Kulturpolitiker Heinz Meyer hat es so formuliert:<br \/>&#8222;F\u00fcr den Politiker, der die Bed\u00fcrfnisse und Mangelerscheinungen der kulturell Benachteiligten &#8211; aber politisch vollberechtigten &#8211; Mehrheit der Bev\u00f6lkerung ernst nimmt, f\u00fcr den kommt schon heute dem Kommunikationszentrum in der soziokulturellen Infrastruktur einer Stadt der gleiche Stellenwert zu wie einem Theater oder einer Bibliothek.&#8221;<\/p>\n<h2 class=\"auto-created\"><span id=\"kommunikation-und-partizipation\">Kommu&shy;ni&shy;ka&shy;tion und Parti&shy;zi&shy;pa&shy;tion<\/span><\/h2>\n<p>Eine der Hauptursachen f\u00fcr das schlechte Wohnklima in Ballungsr\u00e4umen Kommunikation ist der Mangel an Kommunikation innerhalb der Bev\u00f6lkerung. Das ist und Partizipation f\u00fcr viele Menschen viel belastender, als wir ahnen. Eine aufgeschlossene Gesellschaftspolitik mu\u00df das Freizeit- und Kulturangebot in die allgemeinen politischen und sozialen Auseinandersetzungen einbeziehen. Das in den letzten Jahrzehnten von den Arbeitnehmern erk\u00e4mpfte Mehr an arbeitsfreier Zeit mu\u00df f\u00fcr eine zeitgem\u00e4\u00dfe Kulturarbeit nutzbar gemacht werden und darf nicht in starkem Ma\u00dfe, wie es jetzt geschieht, von einer auf Gewinn eingestellten Freizeitindustrie ausgef\u00fcllt werden. Dabei m\u00fcssen Partizipation, Mitbestimmung, politisches und soziales Engagement zur Diskussion gestellt und die Selbstverwaltung kultureller Einrichtungen durch die engagierte Bev\u00f6lkerung erm\u00f6glicht werden. Dabei kommt es nicht so sehr auf eine verwaltungsm\u00e4\u00dfige und organisatorische Selbstverwaltung an, denn da sind Jugendliche und Erwachsene in gleicher Weise \u00fcberfordert, sondern auf eine inhaltliche Demokratisierung.<\/p>\n<h2 class=\"auto-created\"><span id=\"die-kulturpolitische-gesellschaft\">Die &bdquo;Kultur&shy;po&shy;li&shy;ti&shy;sche Gesell&shy;schaft&ldquo;<\/span><\/h2>\n<p>In den siebziger Jahren ist die jahrzehntelang festgefahrene Kulturpolitik und Freizeitpolitik in Bewegung geraten. Das zeigt auch die im Sommer 1976 erfolgte Gr\u00fcndung einer &#8222;Kulturpolitischen Gesellschaft&#8221; f\u00fcr die Bundesrepublik als Zusammenschlu\u00df aller derjenigen, die aktiv die Arbeit an einer neuen Kulturpolitik unterst\u00fctzen wollen. Nach ihrer Grundsatzerkl\u00e4rung will diese Gesellschaft alle Ans\u00e4tze f\u00fcr eine erweiterte Kulturpolitik, ausgerichtet auf alle Bev\u00f6lkerungsschichten, f\u00f6rdern.<\/p>\n<h2 class=\"auto-created\"><span id=\"weg-vom-kulturprivileg\">&bdquo;Weg vom Kultur&shy;pri&shy;vileg&ldquo;<\/span><\/h2>\n<p>Das Wort &#8222;Chancengleichheit&#8221;, von Georg Picht in die Auseinandersetzungen um eine neuorientierte Bildungspolitik eingef\u00fchrt, hat zwangsl\u00e4ufig auch im Bereich der Kulturpolitik zu neuen Denkweisen gef\u00fchrt. Der Forderung in der Bildungspolitik &#8222;Weg vom Bildungsprivileg&#8221; entspricht die Forderung in der Kulturpolitik &#8222;Weg vom Kulturprivileg&#8221;. In der ersten Auseinandersetzung der Reformer mit der b\u00fcrgerlichen Repr\u00e4sentationskultur hat sich eine F\u00fclle von Mi\u00dfverst\u00e4ndnissen aufgetan, die bereinigt werden m\u00fcssen, so zum Beispiel als bedeute Reform ein Zur\u00fcckdr\u00e4ngen der Tradition oder mangelnde Bereitschaft zur Pflege \u00fcberkommenen Kulturerbes. Weiter wissen wir aus Erfahrung, da\u00df Politiker auf neue Forderungen nur reagieren, wenn sie sp\u00fcren, da\u00df eine breite \u00d6ffentlichkeit die neuen kulturpolitischen Themen begreift und bejaht. Es bedarf sicher noch vieler Bem\u00fchungen, bis es so weit ist.<\/p>\n<h2 class=\"auto-created\"><span id=\"widerstaende-gegen-den-abbau-von-privilegien\">Widerst&auml;nde gegen den Abbau von Privilegien<\/span><\/h2>\n<p>Der Kulturpolitiker, der es f\u00fcr notwendig h\u00e4lt, die kulturellen Bed\u00fcrfnisse aller Bev\u00f6lkerungsschichten seiner Stadt zu befriedigen, ja solche Bed\u00fcrfnisse \u00fcberhaupt erst zu wecken, kommt nicht umhin, den Interessen einer kleinen bildungsb\u00fcrgerlichen Schicht, die bisher ausschlie\u00dflich ber\u00fccksichtigt worden ist, auf andere als gewohnte weise gerecht zu werden. Bei diesem Versuch, Privilegien abzubauen, bekommt er sofort den Widerstand dieser Gruppen zu sp\u00fcren, die sofort von Kulturabbau reden, wo doch die Teilhabe breiter Bev\u00f6lkerungschichten am Kulturleben erst geschaffen werden mu\u00df. Da\u00df dar\u00fcberhinaus bei den berechtigten Versuchen, die Kulturlandschaft neu zu formen, die gleichen Kr\u00e4fte Widerstand leisten, die sich in unserer Gesellschaft gegen eine Umverteilung des Produktiv-Verm\u00f6gens wehren, ist nicht verwunderlich.<br \/>An erster Stelle der Priorit\u00e4tenliste einer neuen Kulturpolitik steht der Mensch, und in seinem gesellschaftlichen Interesse, sowohl soziokulturell als auch individuell, m\u00fcssen neue Zielsetzungen f\u00fcr eine zeitgem\u00e4\u00dfe Kulturpolitik nicht nur, formuliert, sondern auch praktiziert werden.<\/p>\n","protected":false},"featured_media":0,"template":"","categories":[],"tags":[667],"autoren":[2456],"publikationen":[1313],"class_list":["post-12383","publikation","type-publikation","status-publish","hentry","tag-vorgaenge-artikel","autoren-alfons-spielhoff","publikationen-24-vorgaenge"],"acf":[],"yoast_head":"<!-- This site is optimized with the Yoast SEO plugin v28.6 - https:\/\/yoast.com\/product\/yoast-seo-wordpress\/ -->\n<title>Kulturpolitik ist Gesellschaftspolitik - Humanistische Union<\/title>\n<meta name=\"robots\" content=\"index, follow, max-snippet:-1, max-image-preview:large, max-video-preview:-1\" \/>\n<link rel=\"canonical\" href=\"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/vorgaenge\/24-vorgaenge\/publikation\/kulturpolitik-ist-gesellschaftspolitik\/\" \/>\n<meta property=\"og:locale\" content=\"de_DE\" \/>\n<meta property=\"og:type\" content=\"article\" \/>\n<meta property=\"og:title\" content=\"Kulturpolitik ist Gesellschaftspolitik - Humanistische Union\" \/>\n<meta property=\"og:description\" content=\"Aus: vorg\u00e4nge Nr.24 (Heft 6\/1976), S.25-32 Freizeit und Kultur Kulturpolitik l\u00e4\u00dft sich deutlich von Bildungspolitik abgrenzen, die sich ausschlie\u00dflich auf die F\u00f6rderung der arbeits- und ausbildungsbezogenen Bet\u00e4tigung der Bev\u00f6lkerung bezieht. Kulturpolitik ist nichts Neues. Freilich haben sich mit dem Ende des Absolutismus, mit der Demokratisierung der Gesellschaft Inhalte, Tr\u00e4ger und Ziele der Kulturpolitik ge\u00e4ndert. Kulturpolitik [weiterlesen]\" \/>\n<meta property=\"og:url\" content=\"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/vorgaenge\/24-vorgaenge\/publikation\/kulturpolitik-ist-gesellschaftspolitik\/\" \/>\n<meta property=\"og:site_name\" content=\"Humanistische Union\" \/>\n<meta property=\"article:modified_time\" content=\"2021-08-24T19:46:59+00:00\" \/>\n<meta name=\"twitter:card\" content=\"summary_large_image\" \/>\n<meta name=\"twitter:site\" content=\"@humunion\" \/>\n<meta name=\"twitter:label1\" content=\"Gesch\u00e4tzte Lesezeit\" \/>\n\t<meta name=\"twitter:data1\" content=\"16\u00a0Minuten\" \/>\n<script type=\"application\/ld+json\" class=\"yoast-schema-graph\">{\"@context\":\"https:\\\/\\\/schema.org\",\"@graph\":[{\"@type\":\"WebPage\",\"@id\":\"https:\\\/\\\/www.humanistische-union.de\\\/publikationen\\\/vorgaenge\\\/24-vorgaenge\\\/publikation\\\/kulturpolitik-ist-gesellschaftspolitik\\\/\",\"url\":\"https:\\\/\\\/www.humanistische-union.de\\\/publikationen\\\/vorgaenge\\\/24-vorgaenge\\\/publikation\\\/kulturpolitik-ist-gesellschaftspolitik\\\/\",\"name\":\"Kulturpolitik ist Gesellschaftspolitik - Humanistische Union\",\"isPartOf\":{\"@id\":\"https:\\\/\\\/www.humanistische-union.de\\\/#website\"},\"datePublished\":\"1976-12-31T19:00:00+00:00\",\"dateModified\":\"2021-08-24T19:46:59+00:00\",\"breadcrumb\":{\"@id\":\"https:\\\/\\\/www.humanistische-union.de\\\/publikationen\\\/vorgaenge\\\/24-vorgaenge\\\/publikation\\\/kulturpolitik-ist-gesellschaftspolitik\\\/#breadcrumb\"},\"inLanguage\":\"de\",\"potentialAction\":[{\"@type\":\"ReadAction\",\"target\":[\"https:\\\/\\\/www.humanistische-union.de\\\/publikationen\\\/vorgaenge\\\/24-vorgaenge\\\/publikation\\\/kulturpolitik-ist-gesellschaftspolitik\\\/\"]}]},{\"@type\":\"BreadcrumbList\",\"@id\":\"https:\\\/\\\/www.humanistische-union.de\\\/publikationen\\\/vorgaenge\\\/24-vorgaenge\\\/publikation\\\/kulturpolitik-ist-gesellschaftspolitik\\\/#breadcrumb\",\"itemListElement\":[{\"@type\":\"ListItem\",\"position\":1,\"name\":\"Publikationen\",\"item\":\"https:\\\/\\\/www.humanistische-union.de\\\/publikationen\\\/\"},{\"@type\":\"ListItem\",\"position\":2,\"name\":\"vorg\u00e4nge\",\"item\":\"https:\\\/\\\/www.humanistische-union.de\\\/publikationen\\\/vorgaenge\\\/\"},{\"@type\":\"ListItem\",\"position\":3,\"name\":\"vorg\u00e4nge 24\",\"item\":\"https:\\\/\\\/www.humanistische-union.de\\\/publikationen\\\/vorgaenge\\\/24-vorgaenge\\\/\"},{\"@type\":\"ListItem\",\"position\":4,\"name\":\"Kulturpolitik ist Gesellschaftspolitik\"}]},{\"@type\":\"WebSite\",\"@id\":\"https:\\\/\\\/www.humanistische-union.de\\\/#website\",\"url\":\"https:\\\/\\\/www.humanistische-union.de\\\/\",\"name\":\"Humanistische Union\",\"description\":\"\",\"publisher\":{\"@id\":\"https:\\\/\\\/www.humanistische-union.de\\\/#organization\"},\"potentialAction\":[{\"@type\":\"SearchAction\",\"target\":{\"@type\":\"EntryPoint\",\"urlTemplate\":\"https:\\\/\\\/www.humanistische-union.de\\\/?s={search_term_string}\"},\"query-input\":{\"@type\":\"PropertyValueSpecification\",\"valueRequired\":true,\"valueName\":\"search_term_string\"}}],\"inLanguage\":\"de\"},{\"@type\":\"Organization\",\"@id\":\"https:\\\/\\\/www.humanistische-union.de\\\/#organization\",\"name\":\"Humanistische Union e.V.\",\"url\":\"https:\\\/\\\/www.humanistische-union.de\\\/\",\"logo\":{\"@type\":\"ImageObject\",\"inLanguage\":\"de\",\"@id\":\"https:\\\/\\\/www.humanistische-union.de\\\/#\\\/schema\\\/logo\\\/image\\\/\",\"url\":\"https:\\\/\\\/www.humanistische-union.de\\\/wp-content\\\/uploads\\\/2023\\\/09\\\/HU-LOGO-blau_RGB-high-scaled-e1704725806773.jpg\",\"contentUrl\":\"https:\\\/\\\/www.humanistische-union.de\\\/wp-content\\\/uploads\\\/2023\\\/09\\\/HU-LOGO-blau_RGB-high-scaled-e1704725806773.jpg\",\"width\":1000,\"height\":536,\"caption\":\"Humanistische Union e.V.\"},\"image\":{\"@id\":\"https:\\\/\\\/www.humanistische-union.de\\\/#\\\/schema\\\/logo\\\/image\\\/\"},\"sameAs\":[\"https:\\\/\\\/x.com\\\/humunion\",\"https:\\\/\\\/mastodon.social\\\/@humunion\",\"https:\\\/\\\/bsky.app\\\/profile\\\/humanistischeunion.bsky.social\"]}]}<\/script>\n<!-- \/ Yoast SEO plugin. -->","yoast_head_json":{"title":"Kulturpolitik ist Gesellschaftspolitik - Humanistische Union","robots":{"index":"index","follow":"follow","max-snippet":"max-snippet:-1","max-image-preview":"max-image-preview:large","max-video-preview":"max-video-preview:-1"},"canonical":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/vorgaenge\/24-vorgaenge\/publikation\/kulturpolitik-ist-gesellschaftspolitik\/","og_locale":"de_DE","og_type":"article","og_title":"Kulturpolitik ist Gesellschaftspolitik - Humanistische Union","og_description":"Aus: vorg\u00e4nge Nr.24 (Heft 6\/1976), S.25-32 Freizeit und Kultur Kulturpolitik l\u00e4\u00dft sich deutlich von Bildungspolitik abgrenzen, die sich ausschlie\u00dflich auf die F\u00f6rderung der arbeits- und ausbildungsbezogenen Bet\u00e4tigung der Bev\u00f6lkerung bezieht. Kulturpolitik ist nichts Neues. Freilich haben sich mit dem Ende des Absolutismus, mit der Demokratisierung der Gesellschaft Inhalte, Tr\u00e4ger und Ziele der Kulturpolitik ge\u00e4ndert. Kulturpolitik [weiterlesen]","og_url":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/vorgaenge\/24-vorgaenge\/publikation\/kulturpolitik-ist-gesellschaftspolitik\/","og_site_name":"Humanistische Union","article_modified_time":"2021-08-24T19:46:59+00:00","twitter_card":"summary_large_image","twitter_site":"@humunion","twitter_misc":{"Gesch\u00e4tzte Lesezeit":"16\u00a0Minuten"},"schema":{"@context":"https:\/\/schema.org","@graph":[{"@type":"WebPage","@id":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/vorgaenge\/24-vorgaenge\/publikation\/kulturpolitik-ist-gesellschaftspolitik\/","url":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/vorgaenge\/24-vorgaenge\/publikation\/kulturpolitik-ist-gesellschaftspolitik\/","name":"Kulturpolitik ist Gesellschaftspolitik - Humanistische Union","isPartOf":{"@id":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/#website"},"datePublished":"1976-12-31T19:00:00+00:00","dateModified":"2021-08-24T19:46:59+00:00","breadcrumb":{"@id":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/vorgaenge\/24-vorgaenge\/publikation\/kulturpolitik-ist-gesellschaftspolitik\/#breadcrumb"},"inLanguage":"de","potentialAction":[{"@type":"ReadAction","target":["https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/vorgaenge\/24-vorgaenge\/publikation\/kulturpolitik-ist-gesellschaftspolitik\/"]}]},{"@type":"BreadcrumbList","@id":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/vorgaenge\/24-vorgaenge\/publikation\/kulturpolitik-ist-gesellschaftspolitik\/#breadcrumb","itemListElement":[{"@type":"ListItem","position":1,"name":"Publikationen","item":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/"},{"@type":"ListItem","position":2,"name":"vorg\u00e4nge","item":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/vorgaenge\/"},{"@type":"ListItem","position":3,"name":"vorg\u00e4nge 24","item":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/vorgaenge\/24-vorgaenge\/"},{"@type":"ListItem","position":4,"name":"Kulturpolitik ist Gesellschaftspolitik"}]},{"@type":"WebSite","@id":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/#website","url":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/","name":"Humanistische Union","description":"","publisher":{"@id":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/#organization"},"potentialAction":[{"@type":"SearchAction","target":{"@type":"EntryPoint","urlTemplate":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/?s={search_term_string}"},"query-input":{"@type":"PropertyValueSpecification","valueRequired":true,"valueName":"search_term_string"}}],"inLanguage":"de"},{"@type":"Organization","@id":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/#organization","name":"Humanistische Union e.V.","url":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/","logo":{"@type":"ImageObject","inLanguage":"de","@id":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/#\/schema\/logo\/image\/","url":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/wp-content\/uploads\/2023\/09\/HU-LOGO-blau_RGB-high-scaled-e1704725806773.jpg","contentUrl":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/wp-content\/uploads\/2023\/09\/HU-LOGO-blau_RGB-high-scaled-e1704725806773.jpg","width":1000,"height":536,"caption":"Humanistische Union e.V."},"image":{"@id":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/#\/schema\/logo\/image\/"},"sameAs":["https:\/\/x.com\/humunion","https:\/\/mastodon.social\/@humunion","https:\/\/bsky.app\/profile\/humanistischeunion.bsky.social"]}]}},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/hu-json\/wp\/v2\/publikation\/12383","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/hu-json\/wp\/v2\/publikation"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/hu-json\/wp\/v2\/types\/publikation"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/hu-json\/wp\/v2\/media?parent=12383"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/hu-json\/wp\/v2\/categories?post=12383"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/hu-json\/wp\/v2\/tags?post=12383"},{"taxonomy":"autoren","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/hu-json\/wp\/v2\/autoren?post=12383"},{"taxonomy":"publikationen","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/hu-json\/wp\/v2\/publikationen?post=12383"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}