{"id":12384,"date":"1976-12-31T19:30:00","date_gmt":"1976-12-31T18:30:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/publikation\/kultursatt-in-der-stadt\/"},"modified":"1976-12-31T12:00:00","modified_gmt":"1976-12-31T11:00:00","slug":"kultursatt-in-der-stadt","status":"publish","type":"publikation","link":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/vorgaenge\/24-vorgaenge\/publikation\/kultursatt-in-der-stadt\/","title":{"rendered":"Kultursatt in der Stadt?"},"content":{"rendered":"<p>Einige Perspektiven kommunaler Kulturkonjuktur-Politik.Aus: vorg\u00e4nge Nr.24 (Heft 6\/1976), S.33-38<\/p>\n<p><b>&#8222;Kulturpolitik&#8220;<br \/><\/b>Die Kulturpolitik sch\u00fctzt sich als junges &#132;Fach&#148;, wie die meisten frischen &#132;Kulturpolitik&#148; Disziplinen mit Kompetenzanspruch und Legitimationsdefiziten, durch eine eigene hermetische Sprache- in diesem Fall vor den allzu pragmatistischen Anspr\u00fcchen und Einschr\u00e4nkungen kommunal- und landespolitischer Allt\u00e4glichkeiten. Bazon Brock, Miterfinder einer neuen Vermittlung von Kunst und so etwas wie ein kulturpolitischer Avantgardist, bleibt deshalb ganz konsequent fern dem Gemeinderatston, wenn er feststellt: &#132;Die formale Legitimation f\u00fcr kulturpolitische Arbeit wird in einer repr\u00e4sentativen Demokratie durch Wahl und Berufung zum Funktionstr\u00e4ger gesichert. Solche Funktionsautorit\u00e4t wird immer dann problematisch, wenn sie nicht von Aussagenautorit\u00e4t begleitet ist.&#148; Freilich: &#132;Das Argument, da\u00df der Wahl zum Funktionstr\u00e4ger immer schon eine Sicherung der Aussagenkompetenz des Funktionstr\u00e4gers vorausginge, ist allein dadurch aufs \u00e4u\u00dferste abgeschw\u00e4cht, da\u00df in jedem Falle verfahren werden mu\u00df, unabh\u00e4ngig davon, ob Aussagenkompetenz in hinreichendem Ma\u00dfe vorhanden ist.&#8220;* Soll hei\u00dfen: Kulturpolitiker betreiben ihr Gesch\u00e4ft auch, wenn ihm- wie den meisten Gesch\u00e4ften- keine oder kaum eine Theorie zugrundeliegt. Wohl wahr.<br \/>Da\u00df es auch die umgekehrte M\u00f6glichkeit gibt, Kulturpolitik als theoretisches Planspiel mit utopistischen Z\u00fcgen sozusagen gratis und gegen den Strich der trivialen Zugest\u00e4ndnisse des Tages zu treiben, hilft aus Brocks Theorie-Praxis-Not nicht heraus, deutet jedoch an, wie wenig fruchtbar hier der Wunsch des Vaters des Gedankens sein kann.<\/p>\n<p><b>Das Beispiel M\u00fcnchen<\/b><br \/>Wenn es richtig ist, da\u00df der Weg irgendwo dazwischen liegt, also in einer Das Beispiel tats\u00e4chlich einschr\u00e4nkbaren begehbaren Richtung mit dem Ziel einer M\u00fcnchen wenigstens mittelfristigen Planungsperspektive, d\u00fcrfte beispielsweise M\u00fcnchen mit der Forderung nach einem speziellen Kapitel &#132;Kultur&#148; in seinem Stadtentwicklungsplan auch im Sinne Bazon Brocks gut beraten sein. Ein Entwurf dazu, der zur Zeit \u00f6ffentlich diskutiert wird, liegt vor. Schon diese Tatsache belegt eine wenngleich zur\u00fcckhaltend ge\u00e4u\u00dferte Theoriefreundlichkeit, die sich beruft auf ein \u00fcberaus zahlreiches kollegiales Angebot, aber versucht, sowohl ideologisch wie terminologisch das Kind im Bade zu lassen. Im wesentlichen geht es um einige prinzipielle Abgrenzungen, ohne die konkrete kultur-politische Perspektiven Gefahr liefen, sich ins Beliebige zu verfl\u00fcchten. Sie sind bezogen auf eine Metropole, deren Probleme weniger die Entwicklung von Kultur als deren Verbreitung und Vermittlung ist. Hier zehn Antworten auf die Frage, was denn Kulturarbeit in einer vermeintlich kultur\u00fcbers\u00e4ttigten Stadt bedeuten kann.<\/p>\n<p><b>1. Kulturbegriff<br \/><\/b>&#132;Kulturelles Leben&#148;, wie ein durch vielen unzul\u00e4ssigen Gebrauch abgen\u00fctzter Begriff hei\u00dft, bedeutet nicht eine hochgelegene, vornehm umz\u00e4unte Spielwiese, auf der sich wenige Kundige delektieren, sondern umfa\u00dft den gesamten der Phantasie der Menschen zug\u00e4nglichen Lebensbereich. Eine Kultur in dieser umfassenden Bedeutung verhilft &#8211; unabh\u00e4ngig von ihren wandelbaren Formen und Inhalten &#8211; zum gr\u00f6\u00dferen Selbstverst\u00e4ndnis des einzelnen und damit vor allem zu einer gesteigerten M\u00f6glichkeit dieses einzelnen, sich als gesellschaftliches Wesen zu begreifen. Kultur, hei\u00dft dies, hat eine soziale Funktion. Sie hatte diese Funktion als Privileg bestimmter Schichten schon immer. Da\u00df diese Funktion nun alle B\u00fcrger einschlie\u00dft, ist &#8211; nach Feudal- und Klassenstaat &#8211; die neue Voraussetzung der entwickelten Demokratie.<\/p>\n<p><b>2. Kultur gegen Zivilisation<br \/><\/b>Ein so umfassend verstandener Kulturbegriff, der Kultur als Lebens- und Alltagsnotwendigkeit und nicht als gelegentlichen Luxus begreift, darf sich auch nicht mehr &#8211; aus der &#132;Furcht eines \u00e4sthetizistischen Kleinb\u00fcrgertums&#148; (Thomas Mann) heraus &#8211; im Sinne eines &#132;affirmativen&#148; Kulturbegriffs (Herbert Marcuse) von der &#132;Zivilisation&#148; abgrenzen und ein selbst\u00e4ndiges Wertreich f\u00fcr sich beanspruchen. Im Gegenteil ist in diese Bestimmung von Kultur &#8211; neben den klassischen musischen Kulturbereichen &#8211; alles einzubeziehen, was einmal als die mindere &#132;Zivilisation&#148; abgetan wurde und immer noch wird: von der Wohn- bis zur E\u00df-,,Kultur&#8220;, vom Freizeitverhalten bis zum Umweltbewu\u00dftsein.<\/p>\n<p><b>3. Bildung und Kultur<\/b><br \/>Das daran anschlie\u00dfende Postulat, Kulturpolitik als ein Instrumentarium zur Entwicklung des demokratischen Selbstbewu\u00dftseins zu verstehen, bliebe grau wie alle Theorie ohne die Einsicht, da\u00df es immer noch eine kleine Minderheit in unserer Gesellschaft ist, die mit Kultur &#8211; wie immer sie verstanden wird vertrauten Umgang pflegt.<br \/>Die soziale Qualit\u00e4t von Kultur stellt sich also erst her, wenn m\u00f6glichst viele daran teilhaben k\u00f6nnen. Dies setzt eine hinreichende Ausbildung und Ein\u00fcbung in die Kulturtechniken und die Geschichtlichkeit von Kultur voraus. Das &#8211; analog zu Freuds Schrift so zu bezeichnende &#8211; &#132;Behagen in der Kultur&#148; (Hermann Glaser), Ziel jeder verantwortlichen Kulturpolitik, ist den Menschen nicht von vornherein mitgegeben. Kultur ist daher eine Funktion von Bildung, durchaus auch im Sinne \u00e4sthetischer<br \/>Kulturbegriff Bildung gemeint; oder in der Formulierung des Deutschen St\u00e4dtetags (1973): &#132;Das Angebot an Kultur und Erholung ist mit dem Angebot an Bildung eng zu verkn\u00fcpfen. Es ist ein system\u00fcbergreifendes Bildungskonzept zu entwickeln, das nicht nur Schulen und Volkshochschulen, sondern alle Bildungs- und Kultureinrichtungen zu erfassen hat, in denen gebildet und ausgebildet wird. Die Abkapselung der bestehenden Institutionen und der jeweiligen Kultursparten verhindert die erforderliche Ausf\u00e4cherung in andere Bereiche. Notwendig sind interdisziplin\u00e4re Verflechtungen und fach\u00fcbergreifende Strukturen. Es sind Kristallisationspunkte eines vielf\u00e4ltigen sozialen Beziehungsgeflechts von Bildung, Kultur, Geselligkeit, Sport, Erholung und Versorgung in der Stadt zu schaffen.&#148;<\/p>\n<p><b>4. Kulturp\u00e4dagogik<\/b><br \/>Wenn Bildung und Kultur f\u00fcr die kommunale Kulturpolitik untrennbar verbunden sind &#8211; wof\u00fcr sich der von der Bund-L\u00e4nder-Kommission f\u00fcr Bildungsplanung angebotene Begriff der &#132;kulturellen Bindung&#148; empfiehlt &#8211; und diese Bindung die Stadt als Kulturlandschaft erst entstehen l\u00e4\u00dft, so schlie\u00dft sich daran die Forderung nach kulturp\u00e4dagogischen Angeboten als selbstverst\u00e4ndlich an. Dies bedeutet konkret die enge Verflechtung aller klassischen Kulturinstitutionen von der Philharmonie bis zum Schauspiel mit allen Bildungseinrichtungen, vor allem der Erwachsenenbildung. F\u00fcr diesen Verbund bestimmend ist das Ziel, f\u00fcr alle angebotenen Kulturbereiche geeignete p\u00e4dagogische und didaktische Mittel zu entwickeln, die eine gr\u00f6\u00dfere Zahl von B\u00fcrgern- vor allem die bisher abseitsstehenden- an der Kultur mit gr\u00f6\u00dferem Gewinn teilhaben lassen. Diese unabdingbare Forderung klingt weniger idealistisch, wenn gleich angef\u00fcgt wird, da\u00df der Sinn einer Kultur\u00fcbung- der aktiven wie der passiven- nicht zuletzt der Gewinn an Lust und Freude ist.<\/p>\n<p><b>5. Urbanit\u00e4t<\/b><br \/>Eine wichtige Vorbedingung f\u00fcr eine erfolgreiche Kulturp\u00e4dagogik ist die M\u00f6glichkeit des einzelnen, mit seiner Stadt und ihrem kulturellen Angebot ein produktives Verh\u00e4ltnis einzugehen; nicht nur Konsument zu sein, sondern auch Produzent in dem Sinne, da\u00df er sich aktiv mit seiner Umgebung identifizieren kann. Sich in einer wirtlichen Stadt wohl zu f\u00fchlen, ist eine Qualit\u00e4t, die eng mit der sozialen Bindung der Kultur zusammenh\u00e4ngt. Sie ist die Voraussetzung von Urbanit\u00e4t. Kommunale Kulturarbeit bedeutet in diesem Zusammenhang auch, Mitverantwortung zu tragen f\u00fcr eine \u00e4sthetischen Prinzipien verpflichtete Stadtplanung und -gestaltung.<\/p>\n<p><b>6. Stadtteilkultur und die Aktivit\u00e4t des Einzelnen<\/b><br \/>Urbanit\u00e4t ist nicht allein gegeben durch ein nach dem herk\u00f6mmlichen Residenzstadtmuster funktionierendes zentrales Kulturangebot. Dessen historisch gewachsene Bedeutung Theater, Konzertsaal, Museen &#8211; wird nicht geschm\u00e4lert durch die moderne kulturpolitische Pr\u00e4misse, da\u00df ein produktives Verh\u00e4ltnis des einzelnen zur Kultur vornehmlich in seiner engeren Lebensumwelt herstellbar ist. Deshalb ist die tats\u00e4chlich urbane Kultur stets bezogen auf die besonderen Bindungen eines \u00fcberschaubaren Stadtteils. Hier sind auch die besonderen, oft stadtteilspezifischen Bed\u00fcrfnisse der B\u00fcrger am genauesten zu erkunden. Kultur im hier gebrauchten umfassenden Sinn wird also einem Stadtteil nicht verordnet, sondern gemeinsam von B\u00fcrgern und kommunaler Kulturverwaltung aus ihren M\u00f6glichkeiten entwickelt. Kulturarbeit bedeutet hier mehr Anregung als Vollzug.<\/p>\n<p><b>7. Kulturorte<\/b><br \/>Dezentrale, stadtteilbezogene Kulturarbeit mit den B\u00fcrgern und nicht nur f\u00fcr die B\u00fcrger braucht &#8211; so die sch\u00f6ne Wortpr\u00e4gung von Hermann Glaser &#8211; den &#132;Kulturort&#148;, also R\u00e4umlichkeiten zum Lernen (Volkshochschule), Lesen (Bibliothek), Musizieren, Spielen und miteinander Reden (Mehrzwecksaal). Zum Kulturort geh\u00f6ren aber auch jene &#132;Nischen&#148;, die besonders konzentrierte Formen des geselligen Lebens erm\u00f6glichen: H\u00f6fe und M\u00e4rkte, Wirtshausg\u00e4rten und Brunnenpl\u00e4tze. Hier hat recht verstandene kommunale Kulturpolitik Anst\u00f6\u00dfe f\u00fcr ein urbanes Leben zu geben.<\/p>\n<p><b>8. \u00d6ffentlichkeit<\/b><br \/>Der Zusammenhang von Kultur und Bildung in der hier formulierten Kulturpolitik und die bisher unzureichende Erschlie\u00dfung kultureller Interessen verlangen eine aktive \u00d6ffentlichkeitsarbeit. Sie mu\u00df bestimmt sein von der Voraussetzung, da\u00df nicht nur der B\u00fcrger zur Kultur, sondern auch die Kultur zum B\u00fcrger kommen kann. Keine noch so traditionell ehrw\u00fcrdige Kultureinrichtung (Orchester, Theaterensemble usw.) darf sich f\u00fcr zu etabliert halten, ihren konventionellen Repr\u00e4sentationsrahmen gelegentlich zu verlassen, um sich in ungewohnter Umgebung den ihrer Kunst Ungewohnten zu pr\u00e4sentieren: Alle B\u00fcrger haben das Recht und m\u00fcssen die Gelegenheit bekommen, sich an und mit der Kultur zu erfreuen, die sie bezahlen. Bei allen notwendigen kulturp\u00e4dagogischen Ambitionen darf nicht vergessen werden, da\u00df der Festcharakter von Kultur immer noch der beste Vermittler ist.<\/p>\n<p><b>9. Kunst versus Kultur?<\/b><br \/>Aus alledem folgt ein Kulturverst\u00e4ndnis, das sich nicht wie manche sich fortschrittlich geb\u00e4rdende Kulturpolitik- abgel\u00f6st hat von der Erfahrung von Kunst &#130; wie sie \u00fcbermittelt ist und weiterlebt. Der Kulturbegriff, der meint, die \u00e4sthetischen und emotionalen Qualit\u00e4ten von Kunst eintauschen zu k\u00f6nnen gegen technokratische Kommunikationsleistungen, f\u00f6rdert kommunale Ver\u00f6dung. Wer demgegen\u00fcber unter dem Vorzeichen des hier zu Grunde gelegten Kulturbegriffs und angesichts der spezifischen historisch und atmosph\u00e4rischen Ausgangslage einer Stadt die entwickelte Unverwechselbarkeit einer st\u00e4dtischen Kultur im Auge hat, wird der kommunalen Kulturpolitik materiell und ideell einen h\u00f6heren Rang als bisher einr\u00e4umen m\u00fcssen.<\/p>\n<p><b>10. Vor dem Kulturtisch: die Satten und die Appetitlosen<\/b><br \/>Sch\u00f6n und gut. Dergleichen Leitlinien geraten besonders dann in den Verdacht, zur baren Absichtserkl\u00e4rung zu gerinnen, wenn sie f\u00fcr eine Stadt gelten, deren Kulturintensit\u00e4t sozusagen schon in der Gr\u00fcndungsurkunde festgeschrieben scheint. M\u00fcnchen, das sich gerne als Kulturhauptstadt der Nation titulieren l\u00e4\u00dft, ist der wohl eklatanteste Fall solch ungebrochener Selbsteinsch\u00e4tzung. Tats\u00e4chlich hat die Herkunft M\u00fcnchens als Residenzstadt kunstsinniger Herz\u00f6ge und K\u00f6nige ein urbanes Ensemble entstehen lassen, das die selbstverst\u00e4ndliche Anwesenheit von &#132;Kultur&#148; mit geradezu imperialer Geste unterstellt. Dies und einige auf ein gesondertes Blatt geh\u00f6rende regionale psychologische Bedingungen des \u00f6rtlichen Bodenstandes haben zu bestimmten Graden der Selbstzufriedenheit gef\u00fchrt, die jegliche \u00fcber das gemauerte Kulturselbstverst\u00e4ndnis hinausf\u00fchrende Aktivit\u00e4ten als wenigstens suspekt, wenn nicht gar \u00fcberfl\u00fcssig erscheinen lassen. Aktive Kulturpolitik mu\u00df also in einem so ausgestatteten Operationsfeld st\u00e4ndig den Beweis mitliefern, da\u00df sie, wenn sie etwas tut, dies nicht tut, um den gewachsenen Bestand zu roden.<br \/>Zum historischen Angebot kommt &#8211; noch massiver und vielf\u00e4ltiger- das aktuelle. So bietet beispielsweise M\u00fcnchen eine Theater-, Galerien-und Museenszenerie, deren Quantit\u00e4t wahrlich weltst\u00e4dtisch zu nennen w\u00e4re. Zwei Opernh\u00e4user, drei hochklassige Sinfonie-orchester &#8211; daran zeigt sich schon der Akzent auf der Repr\u00e4sentationsseite der Kultur\u00fcbung. Warum dann, so fragen manche in der Tat, noch zus\u00e4tzliche Kulturambitionen?<br \/>Weil die Fassade, auch wenn sie noch so imposant gegliedert ist, mitunter dar\u00fcber hinwegt\u00e4uscht, da\u00df die Kultur\u00fcbung dahinter zur widerstandslosen Routine erstarrt ist oder doch wenigstens sich zu einem nichts weiter als Freundlichkeit provozierenden Angebot verharmlost hat. Dieser Gefahr gegen\u00fcber mu\u00df eine recht verstandene und gerade eine auch bewahrende Kulturpolitik den Stachel setzen, Widerstand provozieren, die vor lauter Kulturzufriedenheit aufgestauten Aggressionen freisetzen.<\/p>\n<p><b>Wider die kulturelle Appetitlosigkeit<\/b><br \/>Es gibt auch und gerade bei der kommunalen Kultur einen Grad der Wider die kulturelle \u00dcbers\u00e4ttigung, der zu chronischer Appetitlosigkeit f\u00fchrt. Die M\u00fcnchener etwa, soll das hei\u00dfen, k\u00f6nnten Gefahr laufen, vor lauter Wald die B\u00e4ume nicht mehr zu sehen. Eine aktive Kulturpolitik, die sich nicht in archivarischer Bl\u00e4sse damit begn\u00fcgt, die Sch\u00e4tze in Schachteln zu verwalten, wird es deshalb als eine ihrer vordringlichsten Aufgaben ansehen m\u00fcssen, auf die Kultur, die da ist, aufmerksam zu machen. St\u00e4dtische Kultur ohne \u00d6ffentlichkeit in der Stadt wird zum erstarrten Museum.<\/p>\n<p>*Bazon Brock: Die Funktion der Kunst in der Gesellschaft von morgen. In: Perspektiven kommunaler Kulturpolitik. Beschreibungen und Entw\u00fcrfe. Hrsg v Hilmar Hoffmann. Frankfurt a M 1974, S 255.<\/p>\n","protected":false},"featured_media":0,"template":"","categories":[],"tags":[667],"autoren":[2457],"publikationen":[1313],"class_list":["post-12384","publikation","type-publikation","status-publish","hentry","tag-vorgaenge-artikel","autoren-juergen-kolbe","publikationen-24-vorgaenge"],"acf":[],"yoast_head":"<!-- This site is optimized with the Yoast SEO plugin v28.5 - https:\/\/yoast.com\/product\/yoast-seo-wordpress\/ -->\n<title>Kultursatt in der Stadt? - Humanistische Union<\/title>\n<meta name=\"robots\" content=\"index, follow, max-snippet:-1, max-image-preview:large, max-video-preview:-1\" \/>\n<link rel=\"canonical\" href=\"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/vorgaenge\/24-vorgaenge\/publikation\/kultursatt-in-der-stadt\/\" \/>\n<meta property=\"og:locale\" content=\"de_DE\" \/>\n<meta property=\"og:type\" content=\"article\" \/>\n<meta property=\"og:title\" content=\"Kultursatt in der Stadt? - Humanistische Union\" \/>\n<meta property=\"og:description\" content=\"Einige Perspektiven kommunaler Kulturkonjuktur-Politik.Aus: vorg\u00e4nge Nr.24 (Heft 6\/1976), S.33-38 &#8222;Kulturpolitik&#8220;Die Kulturpolitik sch\u00fctzt sich als junges &#132;Fach&#148;, wie die meisten frischen &#132;Kulturpolitik&#148; Disziplinen mit Kompetenzanspruch und Legitimationsdefiziten, durch eine eigene hermetische Sprache- in diesem Fall vor den allzu pragmatistischen Anspr\u00fcchen und Einschr\u00e4nkungen kommunal- und landespolitischer Allt\u00e4glichkeiten. 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