{"id":12472,"date":"1984-10-01T17:00:00","date_gmt":"1984-10-01T16:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/publikation\/patienten-verfuegung-mustertext\/"},"modified":"2021-08-30T15:39:15","modified_gmt":"2021-08-30T13:39:15","slug":"patienten-verfuegung-mustertext","status":"publish","type":"publikation","link":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/vorgaenge\/69-vorgaenge\/publikation\/patienten-verfuegung-mustertext\/","title":{"rendered":"Patienten-Verf\u00fcgung [Mustertext]"},"content":{"rendered":"<p>aus: vorg&auml;nge Nr. 69 (Heft 3\/1984), S. 118-119<\/p>\n<p><i>Durch den &#8222;Fall Hackethal&#8220; ist das Thema &#8222;humanes Sterben&#8220; wieder einmal in die Schlagzeilen geraten, wenn auch in sehr einseitiger, verengter Art und Weise. Die HUMANISTISCHE UNION hat seit 1978 die Diskussion &uuml;ber die Rechte der Kranken und Sterbenden, wie sie in den Europaratsbeschl&uuml;ssen von 1976 festgelegt sind, aus den juristischen und medizinischen Fachzeitschriften in die &Ouml;ffentlichkeit gebracht. Texte der Beschl&uuml;sse und Literatur dar&uuml;ber sind in den Heften 36 und 52 der Zeitschrift &#8222;vorg&auml;nge&#8220; zu finden.<br \/>Es geht in dieser Diskussion im Kern nicht um die jetzt in der &Ouml;ffentlichkeit diskutierte &#8222;T&ouml;tung auf Verlangen&#8220; gem&auml;&szlig; &sect; 216 StGB, sondern um humane Behandlung, wie sie dem &Auml;rztestand nach seinem Selbstverst&auml;ndnis und nach internationalem Konsens abgefordert wird. Sollten &Auml;rzte den so ge&auml;u&szlig;erten Patientenwillen nicht respektieren, k&ouml;nnten sie wegen K&ouml;rperverletzung angeklagt werden, da grunds&auml;tzlich jede &auml;rztliche Behandlung eine K&ouml;rperverletzung darstellt, die nur deshalb nicht verfolgt wird, weil die Einwilligung des Patienten vorausgesetzt wird.<br \/>Der kritiklose Einsatz moderner medizinischer Ger&auml;te mu&szlig; auf ein unvermeidbares schonungsvolles Ausma&szlig; begrenzt bleiben. Die Menschlichkeit mu&szlig; bei der Betreuung von Patienten Vorrang haben.<br \/>Um denjenigen, die eine unn&ouml;tige Verl&auml;ngerung des Leidens oder Sterbens durch weitere &auml;rztliche Eingriffe und eine extensive Anwendung der sog. Intensivmedizin ablehnen, ein Hilfsmittel in die Hand zu geben f&uuml;r den Fall, da&szlig; sie ihren Willen nicht mehr selbst &auml;u&szlig;ern k&ouml;nnen, hat die &#8222;HUMANISTISCHE UNION&#8220; eine Patienten-Verf&uuml;gung entworfen. &#8222;Die Patienten-Verf&uuml;gung gibt&#8220;, so hei&szlig;t es in dem Beibrief des HU-Bundesvorsitzenden Seifert zu der Verf&uuml;gung, &#8222;den behandelnden &Auml;rzten eine rechtlich relevante Orientierung f&uuml;r die Behandlung in die Hand. &Auml;rzte, die dem Patienten das Selbstbestimmungsrecht auf einen menschenw&uuml;rdigen Tod verweigern, machen sich der vors&auml;tzlichen K&ouml;rperverletzung schuldig. Ihnen kann die weitere Behandlung entzogen werden.<br \/>Das bedeutet, da&szlig; beispielsweise die Angeh&ouml;rigen einen totkranken Patienten mit nach Hause nehmen und unter die Obhut eines Hausarztes stellen k&ouml;nnen. Menschenw&uuml;rdig zu sterben hei&szlig;t auch, den Tod nicht l&auml;nger aus dem h&auml;uslichen Bereich zu verdr&auml;ngen.&#8220;<\/i><\/p>\n<p><i><b>[Anmerkung: Bitte verwenden Sie nicht mehr diesen Text der Patientenverf&uuml;gung! Eine aktualisierte Version finden Sie <\/b><\/i><a href=\"https:\/\/www.humanistische-union.de\/themen\/bioethik\/patientenverfuegung\/anwendung-muster\/\"><i><b>hier<\/b><\/i><\/a><i><b>.]<\/b><\/i><\/p>\n<h4 align=\"center\">PATIENTEN-VERF&Uuml;GUNG<\/h4>\n<p>NAME&nbsp;_________________________________________________<\/p>\n<p>VORNAME ______________________________________________<\/p>\n<p>GEBURTSDATUM&nbsp;_________________________________________<\/p>\n<p>STRASSE _______________________________________________<\/p>\n<p>WOHNORT&nbsp;______________________________________________<\/p>\n<p>TELEFON&nbsp;_______________________________________________<\/p>\n<p>Folgende Personen bevollm&auml;chtige ich, f&uuml;r mich die Einwilligung zu medizinischen Eingriffen zu geben. Sie sind im Fall von Lebensgefahr zu benachrichtigen. Der behandelnde Arzt darf an sie Auskunft geben:<\/p>\n<p>Ich verf&uuml;ge gegen&uuml;ber meinen &Auml;rzten:<\/p>\n<p>Ich w&uuml;nsche einen menschenw&uuml;rdigen Tod und bitte meine &Auml;rzte, mir dabei zu helfen. Ich erkl&auml;re deshalb, da&szlig; ich mit einer Intensivtherapie oder Reanimation nicht einverstanden bin, falls ich in einen Zustand dauernder Bewu&szlig;tlosigkeit durch schwere Dauersch&auml;digung meiner Gehirnfunktion (Decerebration) gerate oder wenn sonst lebenswichtige Funktionen meines K&ouml;rpers auf Dauer ausfallen. Ich verf&uuml;ge: Die Therapie ist einzustellen, wenn mindestens zwei &Auml;rzte festgestellt haben, da&szlig; ich kein menschenw&uuml;rdiges Leben mehr f&uuml;hren kann und meine Sch&auml;digung nicht mehr zu beheben ist.<\/p>\n<p>Ich w&uuml;nsche ein menschenw&uuml;rdiges Sterben und bitte meine &Auml;rzte, mir dabei zu helfen. Ich erkl&auml;re deshalb, da&szlig; im Falle einer zum Tode f&uuml;hrenden Krankheit von allen lebensverl&auml;ngernden Ma&szlig;nahmen abzusehen ist; insbesondere lehne ich ein Leben in Abh&auml;ngigkeit von Maschinen, Schl&auml;uchen oder &auml;hnlichem ab. Mindestens zwei &Auml;rzte m&uuml;ssen den t&ouml;dlichen Verlauf (infauste Prognose) meiner Krankheit festgestellt und prognostiziert haben.<\/p>\n<p>Ich w&uuml;nsche ein menschenw&uuml;rdiges Dasein, solange ich lebe und bitte meine &Auml;rzte, mir dabei zu helfen. Ich erkl&auml;re deshalb meine Einwilligung in eine &auml;rztliche Therapie der Linderung von Leiden und Schmerzen, auch wenn hierzu benutzte Medikamente zur Bewu&szlig;tseinsausschaltung f&uuml;hren oder wegen ihrer &#8211; vom Arzt nicht beabsichtigten &#8211; Nebenwirkungen zu einem fr&uuml;heren Tod f&uuml;hren sollten.<\/p>\n<p>Diese von mir eigenh&auml;ndig und im Vollbesitz meiner geistigen Kr&auml;fte abgegebene Verf&uuml;gung bitte ich zu meinen Krankenunterlagen zu nehmen. Sie stellt f&uuml;r die hier bezeichneten Krankheitsf&auml;lle meine Einwilligung nur zu den angef&uuml;hrten &auml;rztlichen Ma&szlig;nahmen dar. Zu Ma&szlig;nahmen, die dieser Verf&uuml;gung wider-sprechen, verweigere ich ausdr&uuml;cklich die Zustimmung.<\/p>\n<p>Die namentlich aufgef&uuml;hrten Personen, die f&uuml;r mich die Einwilligung zu medizinischen Eingriffen zu geben bevollm&auml;chtigt sind, werden auf die Einhaltung dieser Verf&uuml;gung achten.<\/p>\n<p>ORT ___________________________________________________<\/p>\n<p>DATUM ________________________________________________<\/p>\n<p>UNTERSCHRIFT&nbsp;__________________________________________<\/p>\n<p>Ich best&auml;tige, da&szlig; Frau\/Herr diese Verf&uuml;gung eigenh&auml;ndig unterschrieben hat.<\/p>\n<p>NAME _________________________________________________<\/p>\n<p>ANSCHRIFT _____________________________________________<\/p>\n<p>UNTERSCHRIFT __________________________________________<\/p>\n<p><i>Die Patienten-Verf&uuml;gung in Form eines Passes kann in der Gesch&auml;ftsstelle der HU angefordert werden. Schutzgeb&uuml;hr DM 2,50<br \/><\/i><\/p>\n<p><i><b>[Anmerkung: Bitte verwenden Sie nicht mehr diesen Text der Patientenverf&uuml;gung! Eine aktualisierte Version finden Sie <\/b><\/i><a href=\"https:\/\/www.humanistische-union.de\/themen\/bioethik\/patientenverfuegung\/anwendung-muster\/\"><i><b>hier<\/b><\/i><\/a><i><b>.]<\/b><\/i><\/p>\n","protected":false},"featured_media":0,"template":"","categories":[],"tags":[2542,667],"autoren":[184],"publikationen":[1280],"class_list":["post-12472","publikation","type-publikation","status-publish","hentry","tag-patientenverfuegung-service","tag-vorgaenge-artikel","autoren-humanistische-union","publikationen-69-vorgaenge"],"acf":[],"yoast_head":"<!-- This site is optimized with the Yoast SEO plugin v28.5 - https:\/\/yoast.com\/product\/yoast-seo-wordpress\/ -->\n<title>Patienten-Verf\u00fcgung [Mustertext] - Humanistische Union<\/title>\n<meta name=\"robots\" content=\"index, follow, max-snippet:-1, max-image-preview:large, max-video-preview:-1\" \/>\n<link rel=\"canonical\" href=\"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/vorgaenge\/69-vorgaenge\/publikation\/patienten-verfuegung-mustertext\/\" \/>\n<meta property=\"og:locale\" content=\"de_DE\" \/>\n<meta property=\"og:type\" content=\"article\" \/>\n<meta property=\"og:title\" content=\"Patienten-Verf\u00fcgung [Mustertext] - Humanistische Union\" \/>\n<meta property=\"og:description\" content=\"aus: vorg&auml;nge Nr. 69 (Heft 3\/1984), S. 118-119 Durch den &#8222;Fall Hackethal&#8220; ist das Thema &#8222;humanes Sterben&#8220; wieder einmal in die Schlagzeilen geraten, wenn auch in sehr einseitiger, verengter Art und Weise. 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