{"id":12539,"date":"1985-11-30T03:00:00","date_gmt":"1985-11-30T02:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/publikation\/vom-sinn-und-widersinn-des-geheimhaltens\/"},"modified":"1985-11-30T12:00:00","modified_gmt":"1985-11-30T11:00:00","slug":"vom-sinn-und-widersinn-des-geheimhaltens","status":"publish","type":"publikation","link":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/vorgaenge\/78-vorgaenge\/publikation\/vom-sinn-und-widersinn-des-geheimhaltens\/","title":{"rendered":"Vom Sinn und Widersinn des Geheimhaltens"},"content":{"rendered":"<p>aus vorg\u00e4nge Nr. 78 (Heft 6\/1985), S. 105-112<\/p>\n<p>Mancher Leser mag vermuten, nachfolgende \u00dcberlegungen seien durch die auffallende Serie von gefl\u00fcchteten oder gefa\u00dften Agenten beiderlei Geschlechts veranla\u00dft, die in diesen Monaten nicht nur in der Bundesrepublik Deutschland die Aufmerksamkeit der Medien und Staatsb\u00fcrger auf sich ziehen, weil begreiflicherweise in dieser Zeit der Wechselb\u00e4der von Entspannung\/vertrauensbildenden Ma\u00dfnahmen und explodierender globaler und orbitaler Superr\u00fcstungen die Wirksamkeit der \u00bbMaulw\u00fcrfe\u00ab in West und Ost gesteigertes Interesse findet. Doch es ist nicht so: Mich bewegt vielmehr die Grundsatzfrage, ob in diesem Land, das durch die verschiedensten Geschichtsepochen f\u00fcr eine \u00fcbertrieben gr\u00fcndliche, perfektionistisch gewissenhafte Mentalit\u00e4t ber\u00fchmt und ber\u00fcchtigt ist, im Alltag ein vern\u00fcnftiges Ma\u00df von Geheimnisschutz praktiziert oder durch ein (neurotisches?) \u00dcberma\u00df von Geheimniskr\u00e4merei tragisch Abwehrhaltungen erzeugt werden, die das Gegenteil des legitim Bezweckten bewirken.<\/p>\n<p>Zur Veranschaulichung meines Motivs stelle ich zwei Erfahrungen voran, die ich 1962 und 1983 machte. Damals war ich in M\u00fcnster praktisch schutzlos brutaler Verfolgung durch nazistische Staatsanw\u00e4lte ausgeliefert, die mich verleumdeten, gemeingef\u00e4hrlich geisteskrank zu sein, und meine lebenslange Zwangsunterbringung in einem Irrenhaus gemeinsam mit dem korrupten Oberb\u00fcrgermeister hartn\u00e4ckig betrieben. Ihnen mi\u00dffiel sehr, da\u00df ich den sehr dubiosen Gewalttod eines prominenten Rechtsanwalts aufkl\u00e4ren helfen wollte, der der Juniorpartner in der Soziet\u00e4t des OB war und als hochwahrscheinliches Opfer eines Mordes zynisch als \u00bbein sonnenklarer Fall von Freitod\u00ab hingestellt worden ist &#8211; quasi mafiaw\u00fcrdig. Meine Aktivit\u00e4ten im Stillen und Gewohnten wurden l\u00e4cherlich gemacht und abgeblockt, aber noch hingenommen. Erst als ich durch die Verteilung von Flugbl\u00e4ttern \u00d6ffentlichkeit herstellte (\u00bbdie \u00f6ffentliche Sicherheit, Ruhe und Ordnung st\u00f6rte\u00ab!), schlug der Staatsapparat gnadenlos zu.<\/p>\n<p>Ein sog. Gerichtspsychiater, dem die Medizinische Fakult\u00e4t der Universit\u00e4t als einer \u00bb\u00fcblen Zeiterscheinung\u00ab die Umhabilitation als DDR-Fl\u00fcchtling verweigert hatte, erschien mit dein Ansinnen vor meiner Wohnung, ihn doch am besten gleich in meinem wohlverstandenen Interesse in das Landeskrankenhaus zu begleiten. Ich wollte seinen Auftrag sehen. \u00bbGanz unm\u00f6glich! Das ist streng geheim!!\u00ab , war seine sofortige Entgegnung. So forderte ich ihn zum unverz\u00fcglichen Verlassen des Treppenhauses auf. Er ging und fertigte aus der hohlen Hand zwei sog. Aktengutachten \u00fcber mich, die von Unwahrheiten strotzten, aber meine sofort notwendige unbegrenzte Zwangsunterbringung behaupteten. Deren Beschaffung durch einen Verteidiger war schwer, ihre Widerlegung durch vier Fachleute der Psychiatrie von Rang angesichts der vorherrschenden Neigung, \u00bbPrivatgutachten\u00ab grunds\u00e4tzlich nicht auszustellen, um sich nicht selber das Wasser als gerichtliche Sachverst\u00e4ndiger abzugraben, zeitfressend m\u00fchselig, schlie\u00dflich jedoch erfolgreich. Aber wieder schlug justiziell die Borniertheit die Vernunft aus dem Rennen: Anerkennung wurde den Expertisen mit dem \u00bbArgument\u00ab versagt, die Autoren kannten ja die Akten nicht! Der Antrag, sie ihnen dann doch zur \u00dcberpr\u00fcfung ihrer Erkenntnisse zuzuleiten, verfiel wiederum der Ablehnung. So kann die Staatsmacht durch vors\u00e4tzliche Transparenzverweigerung ihren Mitb\u00fcrgern das Leben \u00fcber lange Zeit zur H\u00f6lle machen.<\/p>\n<p>Die zweite Erfahrung betrifft Heinrich B\u00f6ll. Mit ihm wurde ich \u00fcber einen Freund im Dezember 1962 bekannt, als ich mich vor der drohenden, durch Beschwerden nicht abwendbaren Einschleppgefahr ins Irrenhaus auf den guten Rat meines Verteidigers verbarg. B\u00f6ll bewies dem doch praktisch Fremden gegen\u00fcber nicht nur die Gr\u00f6\u00dfe, mir sein Ferienhaus in Irland auf unbegrenzte Zeit als Asyl zur Verf\u00fcgung zu stellen; er stattete mich sogar noch mit 350 DM Bargeld aus f\u00fcr die Fahrt dorthin. Meine Dankbarkeit daf\u00fcr \u00fcberdauert seinen fr\u00fchen Tod.<\/p>\n<p>Seit 1979 bem\u00fche ich mich um die Befreiung eines unschuldig \u00bbwegen Mordes pp.\u00ab zu lebenslanger Gef\u00e4ngnisstrafe verurteilten Hilfsarbeiters, dessen Schwiegersohn den Raub\u00fcberfall vor seiner Frau und deren Mutter zweifach &#8211; zehn und elf Monate nach der erstinstanzlichen Verurteilung durch das Schwurgericht &#8211; gestanden hat, nachdem Bieralkohol seine Zunge l\u00f6ste. Wie etliche andere, so bat ich auch Herrn B\u00f6ll um seine Intervention bei der Justizbeh\u00f6rde, nachdem sich mein Eindruck gefestigt hatte, da\u00df diese inzwischen sehr wohl selber das Fehlerhafte der Verurteilung erkannt hatte, aus niedrigen Prestige\u00fcberlegungen unter Ausnutzung alter Gesetzesbestimmungen jedoch die n\u00f6tige Korrektur stur ablehnte. Dazu \u00fcbergab ich ihm eine komprimierte Darstellung des Sachverhalts. Als ich auch nach Monaten nichts wieder von der Sache h\u00f6rte, fragte ich an, was denn aus der F\u00fcrsprache geworden sei, und ob ich jetzt wohl eine Abschrift der Eingabe f\u00fcr meine Handakten bekommen k\u00f6nne. Das lehnte B\u00f6lls Sekret\u00e4rin in seinem Namen mit der Begr\u00fcndung ab, \u00bbdie Korrespondenz von Herrn B\u00f6ll ist privat, und ich bin nicht befugt, davon Kopien zu machen. Bitte verstehen Sie, da\u00df ich Ihnen die private Korrespondenz von Herrn B\u00f6ll nicht in Ablichtungen zug\u00e4nglich machen kann.\u00ab (19.8.83)<\/p>\n<p>Geheim ist, wie das Grimmsche W\u00f6rterbuch, Sp. 2351 sagt, das Adjektiv zu Heim wie heimlich, mit dem es an sich zusammenf\u00e4llt, seine j\u00fcngere Schwesterbildung seit der neuhochdeutschen Zeit, w\u00e4hrend heimlich schon im Althochdeutschen bezeugt sei. Auf 20 Spalten werden dort dann die verschiedenen Wortbedeutungen und Belege daf\u00fcr von Geheimelei f\u00fcr Mystizismus bis Geheimzimmer (des K\u00f6nigs Kabinett, aber auch das nur der Freundin zug\u00e4ngliche Boudoir h\u00f6hergestellter Damen) zusammengestellt. Sie verraten schon quantitativ, wie tief und ausgedehnt dies Wort mit seinen Zusammensetzungen in fast alle menschlichen Bez\u00fcge hineinreicht, einigerma\u00dfen r\u00e4tselhaft f\u00fcr uns aufgekl\u00e4rte Zeitgenossen, ja Bildschirmvoyeure, denen praktisch keine Intimit\u00e4t verborgen und verschlossen bleibt.<\/p>\n<p>Ich kann hier nicht einmal die sieben Grundbedeutungen von geheim referieren. Es mu\u00df gen\u00fcgen, da\u00df geheim &#8211;\u00a0 heimlich, vertraut, famili\u00e4r, ja behaglich in seiner eigentlichen Bedeutung \u00bbunmittelbaren Anschlu\u00df an Heim gewann\u00ab und \u00bbhier und da auch wirklich volksm\u00e4\u00dfig wurde\u00ab: daheim ist es geheim! In diesem Sinne l\u00e4\u00dft das heute zur gedankenlosen Steigerung f\u00fcr \u00bbsehr\u00ab verkommene \u00bbunheimlich\u00ab genau den Gegensatz zum Gemeinten auch im emotionalen Umfeld aufklingen und erkennen.<\/p>\n<p>So war das geheime Haustier das heimisch gewordene zahme, domestizierte Tier im Unterschied zum wilden der freien Wildbahn, die (Brief)Tauben nicht weniger als H\u00fchner, G\u00e4nse, K\u00e4lber und Schweine.<\/p>\n<p>Freilich schwingt auch hier schon mit, was sp\u00e4ter im Bedeutungskern nach vorne r\u00fcckte: Geheim ist das Geheimnisvolle, das nicht voll benannt, erkl\u00e4rt, begriffen werden kann, das &#8211; ob gegen\u00fcber Gott, dem Monarchen, dem Geliebten, dem Vorgesetzten, dem Offizier, dem Feind, der \u00d6ffentlichkeit, der Presse usw. &#8211; verborgen und gesch\u00fctzt werden mu\u00df, bis hin zu solchen Zweckgeheimnissen im Finanz-, Steuer-, Bank-, Kredit-, B\u00f6rsen-, Immobilien- und Spekulationswesen. \u00bbUnbefugte\u00ab sollen nicht wissen, was ich wei\u00df, was meine Gruppe, Partei, mein Stand, mein Forscher- und Entwicklungsteam, mein Volk, meine Armee, meine Religionsgemeinschaft wei\u00df bis hin zur Arkandiszipiin: Wissen ist Macht, das Herrschaftswissen zumal und leichter regiert&#8217;s sich mit k\u00fcnstlich dumm gehaltenen und dann unvermeidlich abh\u00e4ngigen \u00bbLaien\u00ab als mit wachen, wissbegierigen, emanzipierten und nach Teilhabe an sozialer Verantwortung strebenden m\u00fcndigen Staatsb\u00fcrgern.<\/p>\n<p>Ein Standardwerk der Wortfeldforschung (Wehrle-Eggers, Deutscher Wortschatz, Stuttgart 1961) ordnet die von \u00bbgeheim\u00ab abgeleiteten W\u00f6rter nicht weniger als 26 Wortgruppen zu, die hier nur einmal aufgef\u00fchrt seien, um darzutun, wie sehr sich dieser soziale Kernbegriff in die disparatesten Felder des Denkens, Sprechens und Ordnens verzweigt: Ausschlu\u00df &#8211; Aufenthaltsort &#8211; Beh\u00e4ltnis\/Verwahrraum &#8211; Unwissenheit &#8211; Vorausschau &#8211; Unverst\u00e4ndlichkeit &#8211; Mehrdeutigkeit &#8211; Offenheit &#8211; Verborgenheit &#8211; Geheimhaltung &#8211; Offenlegung &#8211; Schlupfwinkel &#8211; Geheimnis &#8211; Bote &#8211; T\u00e4uschung &#8211; Schrift &#8211; Wahlfreiheit &#8211; Heilmittel &#8211; Sicherheit &#8211; Flucht &#8211; Ratschlag &#8211; Zweckverband &#8211; Seelenqual &#8211; Unehre &#8211; \u00dcberhebung und Geheimlehre.<\/p>\n<p>Gibt es doch neben den Geheimdiensten, Geheimagenten und Geheimb\u00fcnden z.B. die Geheimdiplomatie, das Geheimfach und -gemach, den Geheimfonds, die Geheimklausel, die Geheimlehre, das Geheimmittel, die Geheimpolizei, den Geheimrat, Geheimkurier, Geheimschreiber, Geheimschl\u00fcssel, Geheimsprache, Geheimsender, Geheimt\u00fcr, Geheimtinte, Geheimsinn, Geheimvertrag und Geheimwissenschaft!<\/p>\n<p>Was an der Geheimdiplomatie geheim sei, fragt Ludwig Marcuse (Argumente und Rezepte, M\u00fcnchen 1967) sp\u00f6ttisch und antwortet: \u00bbDer Tag und die Stunde, wann sie sich trafen, und die Farbe der Krawatte des Unterh\u00e4ndlers\u00ab. Aber ist die normale Diplomatie \u00fcberzeugender? \u00bbMan sieht, wie die Partner ins Konferenzzimmer gehen und wieder aus ihm herauskommen, ja man erf\u00e4hrt das Ergebnis: beide sind friedliebend!\u00ab &#8211; so Marcuse.<\/p>\n<p>Andererseits: welcher politische Fortschritt ist es doch, da\u00df wir geheim w\u00e4hlen d\u00fcrfen, ohne da\u00df uns einer in der Anonymit\u00e4t der Wahlkabine \u00fcber die Schulter schauen und registrieren darf, welcher politischen Versprechung ins Unberechenbare wir an einem bestimmten Datum unsere Stimme(n) anvertraut haben, allen geschichtlichen T\u00e4u-schungen und Entt\u00e4uschungen zum Trotz stets neu hoffend, sie k\u00f6nnten sich ja doch einmal erf\u00fcllen?<\/p>\n<p>Hat die Geheimtinte noch heute Wert und Berechtigung, oder ist sie im Zeitalter von Codes und Chips nur noch ein bel\u00e4chelnswerter Anachronismus?<\/p>\n<p>Solche Fragen k\u00f6nnen darauf hindeuten, da\u00df dem Geheimgebrauch etwas sehr Zwiesp\u00e4ltiges, Ambivalentes anhaftet, das eine eindeutige Bewertung prinzipiell unm\u00f6glich macht. Es gibt in unserer Welt unbefugte, auf Ausnutzen, \u00dcbervorteilen, Ausbeuten, Betr\u00fcgen und Sch\u00e4digen angelegte Neugier und darum staatlich anscheinend notwendi-gerweise betriebene Aussp\u00e4hung und Spionageabwehr, im Privaten wie Gesch\u00e4ftlichen Diskretion und Ausschlu\u00df der \u00d6ffentlichkeit, sogar vor Gericht, wenn \u00f6ffentliches Verhandeln die Wahrheitsfindung grob erschwerte oder sch\u00fctzenswerte Sozialg\u00fcter (Sittlichkeit, Jugendschutz usw.) gef\u00e4hrdete. Eigensucht und L\u00fcge haben zun\u00e4chst immer f\u00fcr den gewissenlosen Anwender gegen\u00fcber edler altruistischer und wahrhaftiger Verhaltensweise Start- und Positionsvorteile. So befreiend und gewinnend, aufschlie\u00dfend und zum Guten ansteckend Offenheit und Vertrauensvorschu\u00df sein k\u00f6nnen, so verheerende Sch\u00e4den kann eine arglose, naive und unangebrachte gutgl\u00e4ubige, gutm\u00fctige Grundhaltung f\u00fcr den Betroffenen und die ihm Anvertrauten bewirken, mitunter erst provozieren, wenn dem Handelnden die Unterscheidungsgabe und Menschenkenntnis fehlen, die f\u00fcr ein sachgerecht differenzierendes Reagieren ohne \u00bb\u00dcberfahrenwerden\u00ab unerl\u00e4\u00dflich ist.<\/p>\n<p>Sehen wir n\u00e4her zu, ob die einschl\u00e4gig wichtigsten Nachbarw\u00f6rter uns vielleicht Leitlinien bei der Suche nach einem Kriterium sein k\u00f6nnen, das uns besser ausr\u00fcstet zu entscheiden, wie weit wir die Geheimhaltung treiben sollten, ohne der verachteten und ver\u00e4chtlichen Geheimniskr\u00e4merei zu verfallen.<\/p>\n<p>Diese findet sich in der Nachbarschaft von \u00bbHintert\u00fcr(chen), Hinterh\u00e4ltigkeit, Heimlichtuerei, Okkultismus, Versteckspiel, Augurenl\u00e4cheln, Einfl\u00fcsterung, Rotwelsch &#8211; anonym, verstohlen, verkappt, verschleiert, getarnt, hinten herum, erschlichen\u00ab, um nur die Haupt- und Eigenschaftsw\u00f6rter zu nennen, denen sich noch etliche verbale Umschreibungen anf\u00fcgen lie\u00dfen. Von einer Geheimnissucht wu\u00dften unsere Vorfahren sogar, auch von der Proportion, da\u00df sie mit der Kleinheit einer Gemeinde w\u00e4chst, wohl \u00e4hnlich dem Klatsch- und Tratschbed\u00fcrfnis, das in den Gro\u00df- und Weltst\u00e4dten der vereinzelnden Anonymit\u00e4t und dem Desinteresse am Nachbarn, vor allem denen in den Hochh\u00e4usern und wabenf\u00f6rmigen Wohnmaschinen zum Opfer f\u00e4llt. Beim Geheimniskr\u00e4mer d\u00fcrfte in der Regel hinzukommen, da\u00df er sein Wichtigtuertum zum Kompensieren seiner Minderwertigkeitsempfindungen braucht &#8211; als Person und erst recht als Funktion\u00e4r oder Amtstr\u00e4ger, der \u00fcber daseinsgestaltende Machtchancen verf\u00fcgen und diese willkommen ausweiten kann, wenn er sein Tun und Unterlassen gegen\u00fcber dem Gesuch- oder Antrag- oder Bittsteller zus\u00e4tzlich mit dem Mantel des Geheimnistr\u00e4chtigen umh\u00fcllen kann.<\/p>\n<p>Der rum\u00e4nische Philosoph Emile M. Cioran sagte treffend, Geheimnis sei \u00bbein Wort, das wir ben\u00fctzen, um andere zu t\u00e4uschen, um sie glauben zu machen, wir seien tiefer als sie\u00ab. Seine Landsm\u00e4nnin Carmen Sylva &#151; hinter diesem Pseudonym verbirgt sich die K\u00f6nigin Elisabeth von Rum\u00e4nien (1843-1916) &#151; hat die Bumerangwirkung des (verkrampften) Geheimhaltenwollens gegen alle Vernunft treffend in den Aphorismus eingefangen: \u00bbEin Geheimnis ist wie ein Loch im Gewande: je mehr man es zu verbergen sucht, desto mehr zeigt man es!\u00ab<\/p>\n<p>Aber auch unser deutscher Volksmund sch\u00e4tzt die M\u00f6glichkeit, etwas auf Dauer geheimhalten zu k\u00f6nnen, eher skeptisch gering ein: \u00bbIst es noch so fein gesponnen, kommt es doch ans Licht der Sonnen.\u00ab Ich nehme an, da\u00df sich in dieser Redensart nicht nur die Erfahrung niedergeschlagen hat, da\u00df gerade das \u00bbunter dem Siegel der Verschwiegenheit\u00ab &#8211; M\u00e4nnern wie Frauen! &#8211; Anvertraute besonders zuverl\u00e4ssig weitererz\u00e4hlt und so schnell offenbar wird. Das Volk scheint vielmehr zu ahnen, da\u00df der Gesellschaft wie der Natur eine Tendenz zum Reifen, Aufgehen, Durchbrechen und Offenbarwerden innewohnt. Dahinter kann die \u00dcberlegung stehen, die ja in sich erfahrungsges\u00e4ttigt ist, da\u00df im Normalfall das Licht nicht zu scheuen braucht, wer das Rechte tun will, da\u00df vielmehr Diebe, R\u00e4uber und Einbrecher die Dunkelheit vorziehen, und die Betr\u00fcger, Veruntreuer, Erpresser usw. zumindest das D\u00e4mmerige und Anonyme unklarer Situationen, die L\u00f6cher in den Maschen, durch die sie schl\u00fcpfen k\u00f6nnen.<br \/>Zudem wei\u00df jeder aus eigener Erfahrung, da\u00df es nicht angenehm ist, Tr\u00e4ger eines Geheimnisses sein zu m\u00fcssen, das strikt bewahrt werden soll. Nur Abgebr\u00fchte macht das nicht befangen und verlegen: Sie k\u00f6nnen gleichwohl dreist anderen in die Augen sehen und sich verstellen, heucheln und charmant-gewinnend sein, damit das wehrlose Opfer vielleicht ausholen und geschickt ausfragen, ehe es gemerkt hat, wem es da auf den Leim gegangen ist.<br \/>Doch braucht man ja gar nicht an die zwielichtige Spionenszene zu denken: Wohl alle Institutionen im weltlichen wie kirchlichen Bereich verpflichten ihre \u00bbBeamten\u00ab oder sonstigen Mitarbeiter zum strengen Stillschweigen, selbst \u00fcber die Zurruhe-Setzung hinaus, \u00fcber alles, was ihnen \u00bbdienstlich\u00ab zur Kenntnis gekommen ist, und die Zahl der Anweisungen und Druckschriften \u00bbNur f\u00fcr den Dienstgebrauch!\u00ab, also weit unterhalb von Verschlu\u00dfsachen, geheimen und streng geheimen Anordnungen, Pl\u00e4nen, Erlassen usw. ist Legion. Die Finanzb\u00fcrokratie treibt es z.B. sogar so weit, ihre unangenehme h\u00f6chstrichterliche Entscheidungen der Finanzgerichtsbarkeit nicht zu ver\u00f6ffentlichen, den Steuerpflichtigen also vors\u00e4tzlich vorzuenthalten, damit er sich in gleichgelagerten F\u00e4llen nicht auf sie berufen kann! Wie das mit dem Rechtsstaatsprinzip vertr\u00e4glich sein kann, ist mir unerfindlich.<br \/>Niemand wird dem das Wort reden, da\u00df im \u00f6ffentlichen Dienst m\u00e4nnliche und weibliche Plaudertaschen bedenkenfrei all das weitererz\u00e4hlen d\u00fcrften, was ihnen bei ihren dienstlichen Verrichtungen zur Kenntnis gelangt ist und andere Mitmenschen beim besten Willen nichts angeht. Was einer f\u00fcr Krankheiten, Notf\u00e4lle, wirtschaftliche Tiefschl\u00e4ge erleidet und etwa den Krankenkassen, Krankenh\u00e4usern, \u00c4rzten, Banken, Sozial\u00e4mtern anvertrauen mu\u00df, um Abhilfe und F\u00f6rderung erlangen zu k\u00f6nnen, ist aus der Natur der Sache unter dem verfassungsrechtlich garantierten Schutz seiner unantastbaren Personenw\u00fcrde vertraulich und verschwiegen zu behandeln, mu\u00df einem quasi Beichtgeheimnisschutz unterliegen.<br \/>Wie fatal aber eine absolute Verschwiegenheitsvergatterung werden kann, zeigt sich bei \u00f6ffentlichen Korruptionsf\u00e4llen. Da k\u00f6nnen jahrelang Gro\u00dfkonzerne Parteien und Politiker mit Millionensummen raffiniert schmieren und steuerlich durch unwahr hoch ausgestellte Spendenbescheinigungen noch gewinnen. Wenn ein couragierter Finanzbeamter mehr durch Zufall darauf st\u00f6\u00dft und das nach dem Gleichbehandlungsgebot Gebotene veranlassen will, riskiert er den Unwillen seiner Vorgesetzen, eine verh\u00fcllte Strafversetzung oder extrem sogar seine Entlassung! Schon die Ank\u00fcndigung, einen Mi\u00dfstand notfalls den Massenmedien mitzuteilen, kann existenzvernichtende disziplinarrechtliche Folgen zeitigen oder gar Strafsanktionen wegen \u00bbN\u00f6tigung\u00ab ausl\u00f6sen. Fast durchg\u00e4ngig werden Insider, die verdreckte Nester s\u00e4ubern und dem Gemeinwohl dienen wollen, als \u00bbNestbeschmutzer\u00ab diskreditiert, wenn nicht gar verleumdet, in der \u00c4rzte-und Zahn\u00e4rzteschaft nicht anders als bei Architekten, Apothekern, Polizisten (die sich \u00fcber hundertfach als Autobahnr\u00e4uber gro\u00dffl\u00e4chig und jahrelang bet\u00e4tigen konnten, ehe sie angeklagt wurden!) und Industriefirmen.<\/p>\n<p>Es ist eine Schraube ohne Ende: F\u00fcr stabile W\u00e4hrungen kann heute offenbar kein Staat der Erde, keine Notenbank mehr sorgen. Der Kaufkraftverfall l\u00f6st den Gegendruck aus, die Wertverluste durch durchgesetze Lohn- und Gehaltserh\u00f6hungen mindestens auszugleichen, m\u00f6glichst zu antizipieren. Das reizt unvermeidlich die allgemeine Begehrlichkeit an, nicht nur das Profitstreben der Unternehmungen, sondern auch die chronische Habgier (haben wird wichtiger als sein!) der kleinen Verbraucher schon. Das Geld und seine Anonymit\u00e4t, die auch allen illegalen Erwerb bis hin zum Bankraub verh\u00fcllt, l\u00e4\u00dft durchg\u00e4ngig alle Lebensbereiche vom Sport bis zur Politik, von der Kommunikation bis zu den Kirchen (ob Vatikan oder Baghwan) als Brutalma\u00dfstab verderben, seit es sich vom Tauscherleichterungsmittel zum \u00bbBrecheisen der Macht\u00ab (F. Nietzsche), zum \u00bbwichtigsten Ding der Welt\u00ab (G.B. Shaw), zum \u00bbObjekt der Anbetung, das dem Menschen entfremdete Wesen seiner Arbeit und seines Daseins\u00ab (Karl Marx) entwickelt hat. Der enge Zusammenhang zwischen anonym vagabundierendem, spekulationsgeilem Kapitalgeld (vgl. Eurodollars) und dem neurotischen Bed\u00fcrfnis, die Geheimhaltungs-manie der Machtinstitutionen uferlos auszudehnen, ist zwar kaum erkannt, m.E. aber &#8211; sieht man nur tief genug &#8211; nicht bezweifelbar. Denn Macht- und Raffgier zerst\u00f6ren nat\u00fcrlich Vertrauen und Bereitschaft zum br\u00fcderlichen oder solidarischen Zusammenleben mit den Mitmenschen; so mu\u00df die engmachende Angst wachsen, die dazu verleitet, wenn auch garantiert vergeblich, mit exzessiver Heimlichtuerei mehr Sicherheit und \u00dcberlegenheit im Konkurrenzdschungel zu ergattern.<br \/>Die Eiert\u00e4nze um den Datenschutz, die unwahrhaftigen Beteuerungen von Politikern, man werde Parteien und Volksvertreter mit gl\u00e4sernen Taschen schaffen, signalisieren m.E. am deutlichsten die Unm\u00f6glichkeit, in Fortf\u00fchrung der seitherigen Entwicklung das sozial bek\u00f6mmliche Ma\u00df von sachlich gebotener Diskretion f\u00fcr die pers\u00f6nlich sch\u00fctzenswerte Personsph\u00e4re je auch nur entfernt erreichen zu k\u00f6nnen. Wenn j\u00fcngst ein ausgebuffter Medienmakler wie der M\u00fcnchner Hans-Rudolf Beierlein als sein Gesch\u00e4ftsprinzip zynisch verk\u00fcndet: \u00bbIch will Kohle machen! Wer am meisten zahlt, der ist mein Freund!\u00ab, dann macht solch ein menschenverachtendes, antisoziales Eingest\u00e4ndnis seinen \u00c4u\u00dferer nicht etwa in der sozialen Wertsch\u00e4tzung unm\u00f6glich, sondern zus\u00e4tzlich \u00bbinteressant\u00ab und zum Gegenstand sensationeller Agenturmeldungen und Reportagen in den Printmedien. Ich finde, hier handelt es sich nicht mehr allein um eine Frage ethischer Entr\u00fcstung.<br \/>Was hat der moderne \u00bbRechtsstaat\u00ab seit Franz Kafka hinzugelernt?<br \/>Noch immer k\u00f6nnen vornehmlich Juristen, besonders in den Staatsanwaltschaften und Gerichten aller Instanzen, mit dem Versenden und Verschieben von Akten eine infame Politik zum Nachteil Beschuldigter treiben. Er selbst darf nach obsoleten Paragraphen und Verordnungen in sie direkt keinen Einblick nehmen, nur \u00fcber Rechtsanw\u00e4lte, die dies Privileg oft schamlos mi\u00dfbrauchen, nicht nur geldlich, sondern auch proze\u00dfstrategisch bis hin zum Verrat. Klagt man das einer Rechtsanwaltskammer, bekommt man wiederum keine Kenntnis von den Rechtfertigungsversuchen des \u00dcbelt\u00e4ters und mitunter nicht einmal vom Resultat des Beschwerdeverfahrens, wenn es nicht sogar mit dem Stereotyp beendet wird, man sehe zu \u00bbstandesrechtlichen Ma\u00dfnahmen keine Veranlassung\u00ab.<br \/>Zeigt man als kostenbewu\u00dfter Steuerpflichtiger dem Rechnungshof des Bundes oder Landes die Vergeudung gro\u00dfer Steuersummen an und bittet um die Mitteilung des dadurch Veranla\u00dften, kommt &#8211; wie am 30.7.85 aus D\u00fcsseldorf &#8211; das Bedauern, \u00bbMitteilungen \u00fcber evtl. Ma\u00dfnahmen der Rechnungspr\u00fcfung und deren Ergebnisse nur den nach dem Gesetz hierf\u00fcr vorgesehenen Stellen\u00ab zusenden zu d\u00fcrfen! Wer glaubt, da\u00df dann doch wenigstens die Petitionsaussch\u00fcsse von Bund und L\u00e4ndern oder der Mainzer &#8218; Ombudsmann, hierwegen angerufen, f\u00fcr Kl\u00e4rung und Reform sorgten, ist nichts denn ein hoffnungsloser Narr.<\/p>\n<p><i>Was folgt aus all dem Mitgeteilten?<\/i><\/p>\n<p>Klagen hilft und \u00e4ndert nichts. Es fehlt erschreckend an sozial wachem Verantwortungsgef\u00fchl, an B\u00fcrgermut und z\u00e4her Ausdauer im Verfolgen f\u00fcr richtig und wichtig erkannter Ziele zum Nutzen der Gesamtgesellschaft. Bei den Politikern, die mehr und<br \/>mehr geneigt sind, sich eigens\u00fcchtig selber zu bevorteilen und das Stimmvieh Wahlvolk weiterhin unwissend und dumm zu halten, ist der Gemeinnutz erb\u00e4rmlich schlecht aufgehoben und nirgends in guten H\u00e4nden. Die meisten Zeitgenossen sind tr\u00e4ge, sich der M\u00fche und den drohenden Unannehmlichkeiten auszusetzen, die Besserungsanst\u00f6\u00dfe in der Regel im Gefolge haben. Die Minderheit, die nicht dazu z\u00e4hlt, verliert bei mehreren Mi\u00dferfolgen schnell den Mut und resigniert, wird \u00bbklug\u00ab und dreht bei, um sich nur ja nicht dem Geruch des L\u00e4cherlichen oder Absonderlichen auszuliefern. Wie es angesichts dieser schlimmen Lage bei der Jugend und den mittleren Jahrg\u00e4ngen, denen noch vitale Dynamik zuzutrauen ist, zu einer Bewu\u00dftseins\u00e4nderung und aktiven Motivierung kommen k\u00f6nnte, vermag ich nicht zu \u00fcbersehen. Das Beispiel einzelner Unentwegter hat mit Sicherheit keine ausreichende soziale Ansteckungskraft. Mit der Gefahr soll nach einem H\u00f6lderlinwort das Rettende auch wachsen; besser ist, man verl\u00e4\u00dft sich auf diese hehre Verhei\u00dfung nicht: \u00bbIch habe in meiner Freizeit Besseres zu tun!\u00ab Wirklich Besseres?<\/p>\n<p>So viel Offenlegung wie nur irgend m\u00f6glich, so viel Geheimhaltung wie nach der dem Menschen von Natur eigenen Personenw\u00fcrde n\u00f6tig &#8211; das ist ein richtiger Grundsatz, aber ein unbefriedigend formaler! Wie l\u00e4\u00dft er sich material f\u00fcllen?<br \/>Die Demokratie lebt von der Zuversicht, da\u00df die Mehrheit eines Volkes &#8211; wie in der Gau\u00dfschen Verteilungskurve &#8211; richtig sieht, was gut, richtig und ihr bek\u00f6mmlich ist, w\u00e4hrend die Minderheiten links und rechts davon (geometrisch, nicht politisch gemeint) nach geschichtlicher Erfahrung der Zeit voraus oder hinterher sind, jedenfalls nicht \u00bbauf der H\u00f6he der Zeit\u00ab . Jedoch ist nach einem Kierkegaardwort \u00bbschnell Witwer, wer sich mit dem Zeitgeist verheiratet\u00ab: Auf die rechte Mischung von Bewahren des Bew\u00e4hrten und rechtzeitigem Absto\u00dfen des \u00dcberlebten, Ahnen des Zukunftstr\u00e4chtigen kommt es an. Ohne Informiertsein sind keine tragf\u00e4higen Entschl\u00fcsse, Entscheidungen und Beschl\u00fcsse bis hin zu Gesetzen m\u00f6glich. Das impliziert, da\u00df die Regierenden den Regierten so umfassend wie m\u00f6glich ihr Sachwissen mitteilen m\u00fcssen, es nicht \u00e4ngstlich f\u00fcr sich behalten wollen d\u00fcrfen. Denn so verlieren sie den Lebenskontakt zu der \u00bbBasis\u00ab, und das hat sich geschichtlich noch immer rasch als politisch t\u00f6dlich erwiesen. Weil aber die Regierenden niemals automatisch eine Positivelite der Regierten sind, sondern h\u00e4ufig charakterlich und rhetorisch das reine Gegenteil, k\u00f6nnen sie nicht besser sein als die Menge, die sie w\u00e4hlt. Der geheimen Wahl wohnt paradox die, Verpflichtung inne, auf der Offenlegung der wahren Absichten der Kandidaten zu bestehen und sich von ihnen nicht mit s\u00fcffigen Fangslogans abspeisen zu lassen. Wahlversammlungen in verr\u00e4ucherten Kneipenhinterzimmern sind kein zureichender Ort der Pr\u00fcfung. Das Geheimhaltungs-problem l\u00f6st sich im selben Ma\u00df, als die Entschlossenheit m\u00fcndiger B\u00fcrger w\u00e4chst, an ihrem Geschick verantwortungsbewu\u00dft und haftungsbereit beteiligt zu werden.<\/p>\n","protected":false},"featured_media":0,"template":"","categories":[],"tags":[667],"autoren":[2507],"publikationen":[1272],"class_list":["post-12539","publikation","type-publikation","status-publish","hentry","tag-vorgaenge-artikel","autoren-guenter-weigand","publikationen-78-vorgaenge"],"acf":[],"yoast_head":"<!-- This site is optimized with the Yoast SEO plugin v28.5 - https:\/\/yoast.com\/product\/yoast-seo-wordpress\/ -->\n<title>Vom Sinn und Widersinn des Geheimhaltens - Humanistische Union<\/title>\n<meta name=\"robots\" content=\"index, follow, max-snippet:-1, max-image-preview:large, max-video-preview:-1\" \/>\n<link rel=\"canonical\" href=\"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/vorgaenge\/78-vorgaenge\/publikation\/vom-sinn-und-widersinn-des-geheimhaltens\/\" \/>\n<meta property=\"og:locale\" content=\"de_DE\" \/>\n<meta property=\"og:type\" content=\"article\" \/>\n<meta property=\"og:title\" content=\"Vom Sinn und Widersinn des Geheimhaltens - 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