{"id":12544,"date":"1985-02-24T08:00:00","date_gmt":"1985-02-24T07:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/publikation\/und-bist-du-nicht-willig-dann-brauch-ich-gewalt\/"},"modified":"1985-02-24T12:00:00","modified_gmt":"1985-02-24T11:00:00","slug":"und-bist-du-nicht-willig-dann-brauch-ich-gewalt","status":"publish","type":"publikation","link":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/vorgaenge\/73-vorgaenge\/publikation\/und-bist-du-nicht-willig-dann-brauch-ich-gewalt\/","title":{"rendered":"\u00bbUnd bist du nicht willig, dann brauch ich Gewalt\u00ab"},"content":{"rendered":"<p>P\u00e4dagogische Ma\u00dfnahmen f\u00fcr arbeitslose Jugendliche<\/p>\n<p>aus vorg\u00e4nge Nr. 73 (Heft 1\/1985), S. 51-55<\/p>\n<p>Anders als \u00bbnormale\u00ab Arbeitslose sind Jugendliche einer enormen P\u00e4dagogisierung ihrer Lebenslage ausgesetzt. Sie sind nicht einfach ohne Arbeit, ohne Lehrstelle, ohne Geld und lediglich mit dem Arbeitsamt oder einer Umschulungsma\u00dfnahme konfrontiert. Jugendarbeitslosigkeit wird verwaltet und verdeckt durch eine Vielzahl p\u00e4dagogischer Projekte und staatlicher Ma\u00dfnahmen. Die Meldung beim Arbeitsamt f\u00fchrt nur bei wenigen Jugendlichen zum Bezug von Arbeitslosenunterst\u00fctzung, aber bei vielen in die M\u00fchle der \u00bbArbeitslosenma\u00dfnahmen\u00ab. Es gibt Motivationskurse, Projekte zum Nachholen des Hauptschulabschlusses, au\u00dferbetriebliche Ausbildungs- und Arbeitsma\u00dfnahmen, die Kombination von Arbeit und Hauptschulabschlu\u00df und noch vieles andere.<br \/>Alle diese Projekte zeichnen sich dadurch aus, p\u00e4dagogisch betreut und begleitet zu\u00a0 sein. W\u00e4hrend das Ziel von Umschulungsma\u00dfnahmen f\u00fcr Erwachsene in der Qualifikation ihrer Arbeitskraft liegt, werden die Ziele von Ma\u00dfnahmen f\u00fcr Jugendliche haupts\u00e4chlich p\u00e4dagogisch und psychologisch definiert. So mu\u00df den Jugendlichen ihre Situation als Ergebnis von Verhaltens- und Motivationsdefiziten (P\u00fcnktlichkeit, Sauberkeit, Konfliktf\u00e4higkeit, H\u00f6flichkeit&#8230;) erscheinen. Damit verl\u00e4ngert Jugendarbeitslosigkeit nicht nur die Unselbst\u00e4ndigkeit und Infantilit\u00e4t, sondern unterwirft die Jugendlichen einer zus\u00e4tzlichen, p\u00e4dagogischen Definitionsgewalt, die &#151; gekoppelt an staatliche Unterhaltszahlungen &#151; in der Gestalt von Projekten und Ma\u00dfnahmen unmittelbaren Einflu\u00df auf ihre Lebenslage nimmt. Der gemeinsame Nenner all dieser Projekte: die Jugendlichen sind perspektivlos, weil sie keine Arbeit haben, deswegen ist es besser sie machen \u00bbirgendetwas\u00ab, als zu Hause oder auf der Stra\u00dfe rumzuh\u00e4ngen.<\/p>\n<p>Im Folgenden beschreibe ich eine Ma\u00dfnahme, die zur Zeit in einer Stadt des Ruhrgebietes stattfindet.<\/p>\n<p>An der Ma\u00dfnahme nehmen ca. 170 Jugendliche teil. Ein Teil von ihnen soll den Hauptschulabschlu\u00df nachholen. Etwa ein Jahr lang m\u00fcssen sie t\u00e4glich 6 Stunden Unterricht in den \u00fcblichen Schulf\u00e4chern \u00fcber sich ergehen lassen. Unter der st\u00e4ndig formulierten Drohung des Rausschmisses wegen zu hoher Fehlzeiten, k\u00f6nnen die Sch\u00fcler monatlich eine Ausbildungsbeihilfe von 250,&#151; DM nach Hause tragen. Mit Wohngeld und erg\u00e4nzender Sozialhilfe &#151; was eine F\u00fclle von Beh\u00f6rdenkontakten und -g\u00e4ngen zur Voraussetzung hat &#151; k\u00f6nnen sie es maximal zu einem Einkommen bringen, das dem Sozialhilfesatz entspricht. Die Sch\u00fcler kommen zu 80% von Sonderschulen, haben abgebrochene Lehren, ein Jobberleben oder die pure Arbeitslosigkeit hinter sich. Sie sind zwischen 17 und 23 Jahren alt. Vor dem Beginn des Kurses m\u00fcssen sie 3 Monate beim Arbeitsamt gemeldet sein. In der Regel waren sie allerdings 1\/2\u00a0 bis 1 1\/2 Jahre arbeitslos. Die Vermittlung in die Kurse war teilweise freiwillig, teilweise geschah sie unter der Drohung von Sperrfristen oder dem \u00bbVersprechen\u00ab einer v\u00f6lligen Unt\u00e4tigkeit des Arbeitsamtes. Die Klassen werden somit aus dem Karteikasten des Arbeitsamtes zusammengestellt.<\/p>\n<p>Der andere Teil ist in einem Programm \u00bbArbeit und Lernen\u00ab zusammengefa\u00dft. Vormittags arbeiten die jungen Leute vier Stunden lang als ABM-Kr\u00e4fte (befristet auf 18 Monate) in verschiedenen st\u00e4dtischen Einrichtungen. Nachmittags wird mit vier Stun den Unterricht der Hauptschulabschlu\u00df der 9. Klasse angestrebt. Auch bei ihnen ist der Sozialhilfesatz die Einkommensh\u00f6chstgrenze. F\u00fcr ihre Arbeit erhalten die Jugendlichen 650,&#151; DM brutto. Jede unentschuldigte Fehlzeit bei der Arbeit wird direkt mit einem Einkommensabzug sanktioniert. Mit den Anfahrtswegen zur Schule und Arbeit sind manche t\u00e4glich bis zu 11 Stunden unterwegs. Auch sie stehen unter der st\u00e4ndigen Drohung, wegen Fehlzeiten im Unterricht oder bei der Arbeit aus der Ma\u00dfnahme entlassen zu werden und damit jeglichen Anspruch gegen\u00fcber dem Arbeitsamt zu verlieren. Die Arbeitsstellen werden per Handzeichen, ohne Informationen \u00fcber die Art der T\u00e4tigkeit verteilt. Bei den Arbeitsstellen gibt es ein enormes Qualit\u00e4tsgef\u00e4lle: sie reichen von angenehmer Schreinerarbeit in Kleingruppen \u00fcber t\u00e4gliches B\u00fccherabstauben mit Terpentin in Bibliotheken, Putzen von Badeanstalten mit giftigen Chemikalien, Bl\u00e4tterfegen in den G\u00e4rten st\u00e4dtischer Bildungseinrichtungen, Hilfsdiensten f\u00fcr Schulhausmeister bis zu begehrten Arbeitspl\u00e4tzen bei der Feuerwehr und in der K\u00fcche von Kindertagesst\u00e4tten, die von Fall zu Fall auch die Teilnahme an Gruppenarbeit mit Kindern erm\u00f6glichen.<\/p>\n<p>Bei den Programmen ist die Betreuung durch Sozialp\u00e4dagogen und Lehrern auf ABM-Basis zugeordnet. Neben dem Ausf\u00fcllen von Antr\u00e4gen, Urlaubsscheinen usw., Einzelgespr\u00e4chen mit dem Ziel der Reduzierung der enormen Fehlquoten, besteht die Aufgabe der Sozialp\u00e4dagogen haupts\u00e4chlich darin, zwischen den Unterrichtsstunden den Pausenclown zu spielen und w\u00f6chentlich vier Stunden Sozialkunde zu geben. F\u00fcr diesen Unterricht oder andere Projekte stehen keine finanziellen Mittel oder eigene R\u00e4ume zur Verf\u00fcgung. Obwohl der Hauptschulabschlu\u00df die Aussichten nicht wesentlich verbessert, die finanzielle Absicherung sehr bescheiden ist und die Lerninhalte und -methoden zum gro\u00dfen Teil mit der Lebensrealit\u00e4t der Jugendlichen wenig zu tun haben, erleben viele die Kurse dennoch positiv.<\/p>\n<p><i>Birgit ist 22 Jahre alt und wohnt mit ihrem Freund in einer viel zu teuren Wohnung. Mit 16 ist sie zu Hause ausgezogen und hat sich seitdem mit verschiedenen Jobs durchgeschlagen. Sie hat viele schlechte Erfahrungen mit M\u00e4nnern gemacht und ist in der Schule auch schon einmal mit einem blauen Auge erschienen. Eigentlich w\u00fcrde sie gerne ein paar Monate nach Portugal fahren. An Fernsehen, Video und Kleidern hat sie kein Interesse. Wichtig f\u00fcr sie sind Kreativit\u00e4t, individuelle Selbstverwirklichung, harmonische Beziehungen.<\/i><\/p>\n<p><i>Ludger ist krank. Er darf keine schweren Arbeiten verrichten und verbringt einen gro\u00dfen Teil seines Lebens bei \u00c4rzten, Internisten und Vertrauens\u00e4rzten. Er glaubt den h\u00f6chst unterschiedlichen Diagnosen der \u00c4rzte nicht und auch nicht, da\u00df er irgendwann wieder gesund sein wird. Er bezweifelt, da\u00df er mit seinen Krankheiten jemals einen Arbeitsplatz bekommen kann.<\/i><\/p>\n<p><i>Eva m\u00f6chte Schauspielerin werden oder, falls dies nicht klappen sollte, eine Band managen. Andere \u00dcberlegungen zu ihrer Zukunft k\u00f6nnen sie nicht beeindrucken. In ihrer Freizeit lernt sie Breakdance und schreibt ein Buch \u00fcber eine Popgruppe. (Eva entspricht, das mu\u00df dazu gesagt werden, eher dem Gegenteil g\u00e4ngiger Sch\u00f6nheitsvorstellungen).<\/i><\/p>\n<p>Ihnen allen bietet die Schule Raum, ihren Tr\u00e4umen nachzuh\u00e4ngen, wenn auch das sub stantielle Angebot mit den komplizierten und differenzierten Lebenssituationen und Zukunftsw\u00fcnschen wenig zu tun hat.\u00a0\u00a0Es gibt auch eine Reihe von Jugendlichen, die durch ihre Beteiligung an der Ma\u00dfnahme\u00a0 zum ersten Mal in ihrem Leben \u00fcber eigenes Geld verf\u00fcgen. Andere &#151; sie sind der besondere Adressat von Lehrern und Sozialp\u00e4dagogen, bem\u00fchen sich ernsthaft um den<br \/>Hauptschulabschlu\u00df.<\/p>\n<p><i>Willi hat eine Fleischerlehre gemacht, ist aber dreimal durch die Abschlu\u00dfpr\u00fcfung gefallen. Der Direktor der Berufsschule hat ihm gesagt, er k\u00f6nne es noch einmal versuchen, wenn er den Hauptschulabschlu\u00df hat. Die Arbeit als Fleischer hat Willi Spa\u00df gemacht und er meint, da\u00df er den praktischen Teil gut beherrscht. Seine Erfolge in der Schule haben ihm wieder Mut gemacht.<\/i><\/p>\n<p>In dem Programm \u00bbArbeit und Lernen\u00ab finden sich viele Jugendliche, die zwar gerne und regelm\u00e4\u00dfig arbeiten gehen, aber den Sinn des Unterrichtes nicht einsehen wollen. Auch die Tatsache, da\u00df kaum jemand mit dem Geld auskommt, wenn er\/sie nicht auf finanzielle Unterst\u00fctzung der Eltern hoffen kann oder Schwarzarbeit macht, tr\u00e4gt nicht\u00a0 zur Regelm\u00e4\u00dfigkeit des Schulbesuches bei:<\/p>\n<p><i>Ivo ist Jugoslawe und lebt in einem Erziehungsheim. Manchmal kommt er zur Schule, manchmal nicht. Er bessert seine magere Beihilfe mit Jobben und Klauen auf. Manchmal haut er aus dem Heim ab, taucht aber nach einiger Zeit wieder auf. Mit den Erziehern des Heimes lebt er auf Kriegsfu\u00df.<\/i><\/p>\n<p><i>Franz mu\u00dfte seine Lehre abbrechen, weil die Firma pleite war. Besondere Berufsw\u00fcnsche hat er nicht, geht aber gerne arbeiten. Schule interessiert ihn \u00fcberhaupt nicht, deswegen kommt er nie. Weil er mit dem Geld nicht auskommt, arbeitet er in einer Disco als Rausschmei\u00dfer.<\/i><\/p>\n<p>Besonders absurd ist die Teilnahme derjenigen, die bereits einen Hauptschulabschlu\u00df haben. Sie wurden in die Ma\u00dfnahme gedr\u00e4ngt, weil das Arbeitsamt keine anderen M\u00f6glichkeiten hat und den Kurs f\u00fcllen wollte.<\/p>\n<p><i>Marion hat die Hauptschule abgeschlossen. Sie h\u00e4lt den Kurs f\u00fcr baren Unsinn und glaubt ohnehin nicht daran, jemals einen Arbeitsplatz zu bekommen. Sie glaubt, auch eine Lehre w\u00fcrde f\u00fcr sie nicht mehr in Frage kommen, weil sie zu alt sei (sie ist 20). Die Arbeit in der Kindertagesst\u00e4tte macht ihr ungeheuren Spa\u00df, weil sie nicht nur in der K\u00fcche arbeiten mu\u00df, sondern auch mit den Kindern zusammen kommt.<\/i><\/p>\n<p><i>Mehmet ist T\u00fcrke und hat in seinem Heimatland eine h\u00f6here Schule abgeschlossen. Er arbeitet daraufhin, in der T\u00fcrkei die Aufnahmepr\u00fcfung f\u00fcr die Universit\u00e4t zu bestehen, um dann sp\u00e4ter an eine deutsche Hochschule zu wechseln. Daf\u00fcr lernt er sehr diszipliniert. Auch Mehmet kommt mit dem Geld nicht aus und arbeitet abends und nachts bei McDonalds. Au\u00dferdem ist er noch Mitglied in einer t\u00fcrkischen Organisation.<\/i><\/p>\n<p>Objektiv k\u00f6nnen die Kurse die Aufgaben nicht erf\u00fcllen, die ihnen zugedacht sind. Auch ein Hauptschulabschlu\u00df sichert heute keinen Arbeitsplatz, keine Lehrstelle.\u00a0 Selbst die Zeit als ABM-Kraft qualifiziert kaum, vermittelt keine spezifischen Berufserfahrungen und wird bei sp\u00e4teren Bewerbungen eher nachteilig sein. Subjektiv werden die Kurse dennoch &#151; das zeigen die Beispiele &#151; h\u00f6chst widerspr\u00fcchlich durch- und erlebt. Manche Jugendliche f\u00fchlen sich in der Ma\u00dfnahme wohl und kommen gerne. Auf der anderen Seite reicht die Bandbreite des Verhaltens bis hin zu einer vollkommenen Verweigerung, zur Ablehnung jedweder aktiven Beteiligung, zu unersch\u00fctterbarem Desinteresse.<br \/>Die proklamierten p\u00e4dagogisch-psychologischen Ziele sind ebenfalls nicht einl\u00f6sbar. Anders als regul\u00e4re Arbeit wirken die p\u00e4dagogischen Arbeitsma\u00dfnahmen nicht sinn- und identit\u00e4tsstiftend, noch begr\u00fcnden sie eine Perspektive \u00fcber ihre Dauer hinaus.<br \/>Durch die der Sozialhilfe angeglichene Entlohnung ist selbst der Tauschwert solcher \u00bbArbeit\u00ab \u00e4u\u00dferst gering.<br \/>Die materiellen Vorteile solcher Ma\u00dfnahmen zu genie\u00dfen, sich aber den p\u00e4dagogischen\u00a0 und Kontrollanspr\u00fcchen zu entziehen, geh\u00f6rt zum Repertoire jugendlicher \u00dcberlebensstrategien in der Krise. Die \u00bbZweckentfremdung\u00ab, der eigene Gebrauch unter Modifizierung der Vorschriften und Erwartungen, macht das Leben in p\u00e4dagogischen Projeken erst ertr\u00e4glich: etwas Geld zur Verf\u00fcgung haben, einen Freiraum ausleben, Leute kennenlernen, aus pers\u00f6nlicher Isolation herauskommen, faulenzen usw. Diese Verhaltensweisen sind auf das \u00bbhier und jetzt\u00ab ausgerichtet, sie k\u00f6nnen keine Zukunftsvorstellungen in sich tragen. Diese illusionslose, pragmatische Verwertungsmentalit\u00e4t zahlreicher Jugendlicher gr\u00fcndet sich auf entsprechende Erfahrungen und eine tiefe Skepsis gegen\u00fcber jeglichen Versprechungen.<br \/>Die Verbindung zwischen den Arbeitslosenma\u00dfnahmen und den an ihnen beteiligten Jugendlichen wird damit \u00fcberwiegend formal. Zwar gibt es immer wieder einzelne, \u00bbdie es schaffen\u00ab, die den Hauptschulabschlu\u00df nachholen und tats\u00e4chlich eine Arbeitsstelle bekommen. Sie dienen allerdings mehr der Best\u00e4tigung der P\u00e4dagogen als zum Ansporn f\u00fcr die \u00fcbrigen Jugendlichen.<br \/>Die p\u00e4dagogischen Versuche haben ohnehin f\u00fcr die Lehrer und Sozialarbeiter eine gr\u00f6\u00dfere Bedeutung als f\u00fcr die Jugendlichen. F\u00fcr ihr berufliches Selbstverst\u00e4ndnis, ihre professionelle Identit\u00e4t wie auch f\u00fcr den Wunsch, den als AB-Ma\u00dfnahme befristeten Arbeitsplatz langfristig zu sichern, ist der p\u00e4dagogische Bestandteil der Ma\u00dfnahmen ausschlaggebend. Die Immunit\u00e4t der meisten Jugendlichen gegen p\u00e4dagogische Bem\u00fchungen und Motivierungsk\u00fcnste bringt die Lehrer und Sozialarbeiter bald dazu, sich mit der physischen Pr\u00e4senz der Jugendlichen zu begn\u00fcgen. Wenn sie allerdings mit massiver Verweigerung konfrontiert sind, wenn allmorgendliche Weckanrufe, Briefe, pers\u00f6nliches Betteln, \u00dcberreden und Drohen nichts fruchten, wird gelegentlich die Anwesenheit auch erzwungen, die Abwesenheit geahndet. Da\u00df damit P\u00e4dagogik zur reinen Kontrollt\u00e4tigkeit und zum Element von Krisen- und Herrschaftsstrategie wird, mu\u00df nicht besonders belegt werden. Verwunderlich sind das hartn\u00e4ckige Leugnen dieser Tatsache, das Insistieren auf der \u00bbSinnhaftigkeit\u00ab solcher Projekte und die Beteuerung, wie vorrangig das Wohl der Jugendlichen sei.<br \/>Vielleicht sollten wir uns angew\u00f6hnen, die Auswirkungen solcher Ma\u00dfnahmen auf alle\u00a0 Beteiligten zu ber\u00fccksichtigen: schlie\u00dflich ist auch die p\u00e4dagogische Intelligenz eine \u00bbjugendliche Problemgruppe des Arbeitsmarktes\u00ab.<\/p>\n","protected":false},"featured_media":0,"template":"","categories":[],"tags":[820,655,821,667],"autoren":[444],"publikationen":[1277],"class_list":["post-12544","publikation","type-publikation","status-publish","hentry","tag-arbeitslosigkeit","tag-existenzsicherung","tag-generationen","tag-vorgaenge-artikel","autoren-uwe-krombach","publikationen-73-vorgaenge"],"acf":[],"yoast_head":"<!-- This site is optimized with the Yoast SEO plugin v28.5 - https:\/\/yoast.com\/product\/yoast-seo-wordpress\/ -->\n<title>\u00bbUnd bist du nicht willig, dann brauch ich Gewalt\u00ab - Humanistische Union<\/title>\n<meta name=\"robots\" content=\"index, follow, max-snippet:-1, max-image-preview:large, max-video-preview:-1\" \/>\n<link rel=\"canonical\" href=\"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/vorgaenge\/73-vorgaenge\/publikation\/und-bist-du-nicht-willig-dann-brauch-ich-gewalt\/\" \/>\n<meta property=\"og:locale\" content=\"de_DE\" \/>\n<meta property=\"og:type\" content=\"article\" \/>\n<meta property=\"og:title\" content=\"\u00bbUnd bist du nicht willig, dann brauch ich Gewalt\u00ab - Humanistische Union\" \/>\n<meta property=\"og:description\" content=\"P\u00e4dagogische Ma\u00dfnahmen f\u00fcr arbeitslose Jugendliche aus vorg\u00e4nge Nr. 73 (Heft 1\/1985), S. 51-55 Anders als \u00bbnormale\u00ab Arbeitslose sind Jugendliche einer enormen P\u00e4dagogisierung ihrer Lebenslage ausgesetzt. 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