{"id":12549,"date":"1977-10-01T19:10:00","date_gmt":"1977-10-01T18:10:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/publikation\/strafvollzug-im-wandel\/"},"modified":"2021-08-24T21:47:18","modified_gmt":"2021-08-24T19:47:18","slug":"strafvollzug-im-wandel","status":"publish","type":"publikation","link":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/vorgaenge\/29-vorgaenge\/publikation\/strafvollzug-im-wandel\/","title":{"rendered":"Strafvollzug im Wandel: Eindr\u00fccke, Probleme, Tendenzen"},"content":{"rendered":"<p>aus: vorg\u00e4nge Nr. 29 (Heft 5\/1977), S. 38-52<\/p>\n<p><i>Der Strafvollzug ist im Wandel und das am 1. Januar 1977 inkraftgesetzte neue Strafvollzugsgesetz markiert diese Entwicklung. Trotzdem hat es bisher nur zu halbherzigen und darum neue Probleme schaffenden Reformen ermuntert. Unser Strafvollzug befindet sich noch auf halbem Wege zwischen dem als inhuman erkannten Verwahrvollzug und einem sozialisieren-den Behandlungsvollzug. Der Autor dieses auf die Praxis bezogenen kritischen Beitrags ist Leiter des Grundsatzreferats im Strafvollzugsamt der hamburger Justizbeh\u00f6rde.<\/i><\/p>\n<h2 class=\"auto-created\"><span id=\"begrenzte-veraenderungen\">Begrenzte Ver&auml;n&shy;de&shy;rungen<\/span><\/h2>\n<p>I.<\/p>\n<p>Die Reformbewegung seit den sp\u00e4ten 60er Jahren ist am Strafvollzug nicht spurlos vor\u00fcbergegangen. Einige zum Teil bedeutsame Ver\u00e4nderungen sind zu verzeichnen: Die paramilit\u00e4rische Regelhaftigkeit des Zusammenlebens in den Anstalten wurde weithin gelockert, die Personalausstattung verbessert, die Verbindung zur Au\u00dfenwelt durch neue Ausgangs- und Urlaubsregelungen intensiviert, der offene Vollzug st\u00e4rker betont. In nahezu allen Bundesl\u00e4ndern wird mit behandlungsorientierten Anstalten experimentiert. Am 1. 1. 1977 trat das Strafvollzugsgesetz (StVollzG) in Kraft, das diese Entwicklungen kodifiziert hat und &#8211; auf der Grundlage eines erstmals so klar in den Vordergrund ger\u00fcckten Behandlungszieles &#8211; weitere Ver\u00e4nderungen erm\u00f6glicht.\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Dennoch ist die Wirklichkeit des Strafvollzuges weiterhin deprimierend. Der Nachholbedarf war und ist zu gro\u00df, als da\u00df die auch in den Jahren gr\u00f6\u00dferer Reformwilligkeit und guter Konjunktur nur z\u00f6gernd flie\u00dfenden Mittel bereits Entscheidendes h\u00e4tten \u00e4ndern k\u00f6nnen. Zudem hat die Sparpolitik der Bundesl\u00e4nder den weiteren Ausbau zun\u00e4chst abrupt gestoppt und den Vollzug in einer zwiesp\u00e4ltig-unentschiedenen Lage zur\u00fcckgelassen:<\/p>\n<h2 class=\"auto-created\"><span id=\"liberalisierung-des-gefaengnisalltags\">Libera&shy;li&shy;sie&shy;rung des Gef&auml;ng&shy;ni&shy;sall&shy;tags<\/span><\/h2>\n<p>1. Die \u00fcberwiegende Zahl der Ver\u00e4nderungen kann &#8212; neben einem Ausbau der Rechtsstellung der Gefangenen &#8211; als Liberalisierungen des Gef\u00e4ngnisalltags bezeichnet werden. Auch in Anstalten mit hohem Sicherheitsgrad wird &#8211; wenn auch noch nicht \u00fcberall &#8211; zunehmend die Ausstattung der Zellen mit Regalen, Blument\u00f6pfen, B\u00fcchern, Bildern, Akten, Gardinen, Vogelk\u00e4figen und Vorh\u00e4ngen zugelassen. Immer mehr Anstalteil verzichten auf den Einschlu\u00df nach Arbeitsende und haben sich auf ein offenes Haus bis 18 oder 19 Uhr eingerichtet. Zunehmend wird in H\u00e4usern mit Einzelunterk\u00fcnften f\u00fcr die Nacht der sogenannte Umschlu\u00df praktiziert, d.h. zwei oder drei Gefangene erhalten die M\u00f6glichkeit, die Nacht gemeinsam zu verbringen. Hier und da wird bereits in einem beschr\u00e4nkten Umfang Privatkleidung zugelassen. Wo immer dies m\u00f6glich ist, werden Gemeinschaftsr\u00e4ume f\u00fcr Fernsehen, Basteln, Interessen- und Gespr\u00e4chsgruppen geschaffen. Kaum eine Anstalt ist ohne Stationssprecher und Insassenvertretung. Zahlreiche Gefangenenzeitungen entstehen, gehen ein und entstehen neu. Ausf\u00fchrungen, Ausgang mit und ohne Begleitung, Urlaub aus unterschiedlichen Anl\u00e4ssen und Regelurlaube zur Aufrechterhaltung der Bindungen nach drau\u00dfen und zur Vorbereitung der Entlassung werden gew\u00e4hrt. Der Briefverkehr und Telefonate mit Angeh\u00f6rigen werden erleichtert, Besuchsm\u00f6glichkeiten ausgeweitet und die Zusammenarbeit mit freiwilligen Helfern und Helfergruppen intensiviert.<\/p>\n<h2 class=\"auto-created\"><span id=\"halbherzige-reformen-neue-konflikte\">Halbherzige Reformen &ndash; neue Konflikte<\/span><\/h2>\n<p>Diese und andere Ma\u00dfnahmen haben den Vollzug humaner gemacht; sie haben aber auch eine Kehrseite: Die Un\u00fcbersichtlichkeit der Zellen erschwert ihre Revision, die Gef\u00e4hrdung der Mitarbeiter, z.B. durch Gewalthandlungen und der Insassen, z.B. durch Rauschmittelkonsum, kann zu-nehmen. Die Offenheit nach innen kann negative subkulturelle Entwicklungen, die zur Unterdr\u00fcckung der weniger Robusten f\u00fchren, f\u00f6rdern. Die Vermehrung der Besuche, Briefe, Telefonate, des Paketempfangs, der Ausf\u00fchrungen und Urlaube, die Vielzahl der Betreuer bindet die Arbeitskraft der Bediensteten zus\u00e4tzlich in einem erheblichen Ma\u00dfe.<br \/>Alles in allem nimmt mit der \u00d6ffnung der Anstalten die Zahl der Interaktionen zu und damit die Zahl der m\u00f6glichen Konflikte. Das w\u00e4re &#8212; weil Voraussetzung f\u00fcr Verhaltens\u00e4nderungen &#8212; positiv, wenn das entsprechende Personal bereitst\u00fcnde, um mit den Insassen zu arbeiten. Weil das aber nicht hinreichend der Fall ist, entsteht der Eindruck des Unfertigen: Der erste Schritt, Liberalisierung und Humanisierung &#8211; sicher mehr oder weniger entschlossen &#8212; wird getan, der zweite Schritt, Strukturierung des offenen Milieus auf das Behandlungsziel hin, unterbleibt, weil er zu teuer ist. In erster Linie w\u00e4re mehr und fachlich gut ger\u00fcstetes Personal erforderlich. Dar\u00fcber hinaus m\u00fc\u00dfte, da an Neubauten wohl nur im Ausnahmefall zu denken ist, die panoptische und panakustische Geb\u00e4udesubstanz der alten Gef\u00e4ngnisse und Zuchth\u00e4user durch Umbauma\u00dfnahmen in dezentralisierte, voneinander abschlie\u00dfbare Untereinheiten &#8212; bis hin zu Wohngruppen &#8212; gegliedert werden. Solange das nicht entschlossen geschieht, bleibt der Vollzug in krisenanf\u00e4lliger Unentschiedenheit. Auf den alten Strukturen sitzen liberalisierte Verkehrsformen auf; welche Kommunikationsinhalte sich durchsetzen, ist von den Anstalten kaum st\u00e4rker steuerbar als in den Zeiten des Verwahrvollzuges. Die Gef\u00e4hrdung des immerhin Erreichten wird durch einen zweiten Sachverhalt erh\u00f6ht:<\/p>\n<h2 class=\"auto-created\"><span id=\"psychologische-probleme-der-bediensteten\">Psycho&shy;lo&shy;gi&shy;sche Probleme der Bediens&shy;teten<\/span><\/h2>\n<p>2. Wer im Umgang mit Gefangenen &#8212; dies gilt in entsprechender Abwandlung auch f\u00fcr andere Arbeitsfelder &#8212; eingefahrene Kommunikationsgleise verl\u00e4\u00dft und versucht, eine helfende Beziehung herzustellen, wird in einen Strudel von Problemen hineingezogen. Unter der Decke routinierter Abl\u00e4ufe liegen Verzweiflung, Ausweg- und Hilflosigkeit, \u00dcberdru\u00df, Aggressivit\u00e4t und Selbstverachtung so dicht, da\u00df schon ein geringes Ma\u00df an Zuwendung die Kruste aus Konventionen aufbrechen l\u00e4\u00dft. Nahezu gesetzm\u00e4\u00dfig entsteht daraus nicht nur &#8212; in rein quantitativer Betrachtung &#8212; zunehmend mehr Arbeit, sondern &#8212; wesentlicher noch &#8212; die betreffenden Bediensteten sehen sich einer starken psychischen Belastung ausgesetzt. Solange sie von ihrer Zahl und Ausbildung her garnicht in der Lage sein k\u00f6nnen, dies auch nur f\u00fcr die Mehrzahl der Einzelf\u00e4lle zu meistern, kann Routine, die Verwaltung der Gefangenen und ihrer Probleme, auch als ein Akt des Selbstschutzes begriffen werden.<\/p>\n<h2 class=\"auto-created\"><span id=\"auch-die-gefangenen-sind-kritischer-geworden\">Auch die Gefangenen sind kritischer geworden<\/span><\/h2>\n<p>Es ist nicht weiter verwunderlich, da\u00df das von den Gefangenen nicht akzeptiert wird. Im Gegenteil. Sie sind, nicht anders als viele Gruppen in der Gesellschaft auch, kritischer geworden. Sie haben gelernt, was in allen Medien diskutiert wird: da\u00df Gef\u00e4ngnisse totale Institutionen sind, die die Lebensunt\u00fcchtigkeit ihrer Insassen vergr\u00f6\u00dfern. Sie haben miterlebt, wie die Forderungen von Wissenschaftlern und Praktikern im Strafvollzugsgesetz ihren Niederschlag in f\u00fcr sie unmittelbar bedeutsamen Bestimmungen zu finden schienen. Und sie sehen nun, da\u00df viele Hoffnungen sich nicht erf\u00fcllt haben. Zwar wirkt sich das Gesetz auf den Alltag in den Institutionen in vielen Einzelheiten aus ganz voran mit der Urlaubsregelung, die freilich in \u00e4hnlicher Form von mehreren Bundesl\u00e4ndern bereits vor dem 1. 1. 1977 praktiziert worden war; entscheidende Ver\u00e4nderungen, die einen qualitativ anderen Vollzug bewirkt h\u00e4tten, sind das aber (noch) nicht. Bei den Insassen f\u00fchrt die Entt\u00e4uschung nicht \u00fcberall nur zur Resignation oder zu der Bereitschaft, das Erreichte z\u00f6gernd anzuerkennen, sie provoziert auch Kritik und Unruhe. Die Gefangenen haben durch die Diskussion \u00fcber den Strafvollzug in der \u00d6ffentlichkeit, durch die hier und da existenten Beispiele eines anderen Vollzuges und durch die Praxis engagierter Mitarbeiter zumindest eine Ahnung davon bekommen, da\u00df Vieles anders, hilfreicher und lebensn\u00e4her sein k\u00f6nnte.<br \/>Wer die Reform trotz zunehmender Schwierigkeiten weiterhin will, mu\u00df nun auch die Ungeduld der Gefangenen einkalkulieren; er darf sich nicht wundern, da\u00df sie mehr wollen als den kleinen Finger, der ihnen hinge-streckt wurde. Dabei spielt es zun\u00e4chst keine Rolle, ob Aussage (&#8222;ich will resozialisiert werden&#8220;) und Motivation in jedem Falle \u00fcbereinstimmen, oder ob alle Forderungen oder auch nur ihr Umfang berechtigt sind, oder ob die richtigen Forderungen an die richtige Adresse gerichtet werden. F\u00fcr das Verst\u00e4ndnis der Situation ist zun\u00e4chst allein die unverstellte, von moralischen Wertungen freie Wahrnehmung der Tatsache wichtig, da\u00df auch die von den Gefangenen erlebte Diskrepanz zwischen dem als notwendig Angek\u00fcndigten und dem in der Praxis Eingel\u00f6sten die Krisenanf\u00e4lligkeit des Vollzuges erh\u00f6ht.<\/p>\n<h2 class=\"auto-created\"><span id=\"verunsicherung-der-mitarbeiter\">Verun&shy;si&shy;che&shy;rung der Mitarbeiter<\/span><\/h2>\n<p>3. Eine weitere Quelle der Unsicherheit ist die Verunsicherung der Mitarbeiter. Die prek\u00e4re Rolle des Aufsichtsdienstes an der Nahtstelle zwischen Mitarbeitern und Insassen wurde oft beschrieben. Zu den traditionellen Konflikten sind allm\u00e4hlich andere getreten: Vor dem Hintergrund einer verbesserten Ausbildung mit erheblichen Stundenanteilen f\u00fcr Psychologie, P\u00e4dagogik und Soziologie f\u00fchlen sich die Beamten in ihrer sp\u00e4teren Praxis durch die offenkundige FestIegung auf die traditionelle Rolle unterfordert. Zugleich klagen sie dar\u00fcber, da\u00df sie mit den Problemen, vor die sie der liberalisierte Vollzug stellt, alleingelassen und damit \u00fcberfordert werden.<br \/>Der Widerspruch ist aufl\u00f6sbar. Zun\u00e4chst weitere Konflikte: Die Entscheidungsspielr\u00e4ume der Beamten sind gering, entsprechend wenden sich die Gefangenen unmittelbar an kompetentere Gespr\u00e4chspartner. Das gilt um so mehr, je offener eine Anstalt nach innen ist, d.h. je leichter es f\u00fcr die Gefangenen ist, an einen h\u00f6hergestellten Mitarbeiter heranzukommen. Dabei werden die Beamten nicht nur schlicht \u00fcbergangen &#8212; was f\u00fcr sich schon schmerzlich genug ist &#8212; die Gefangenen zeigen \u00fcberdies oft deutlich, herablassend und aggressiv, wie gering sie ihre Bedeutung einsch\u00e4tzen. Weithin ungel\u00f6st ist auch das Problem des kontinuierlichen Einsatzes der Aufsichtsbediensteten in der Betreuungsarbeit. Der h\u00e4ufige Wechsel der Stationen, das Pendeln zwischen Stationsdienst und anderen Diensten und der unvermeidliche Schichtdienst verhindern den Aufbau tragf\u00e4higer beruflicher Beziehungen. Verhindert wird dadurch auch, da\u00df der Beamte &#8212; obwohl er es vielfach besser wei\u00df &#8212; in Konfliktsituationen anders als formal-administrativ reagiert: Es sind nicht &#8222;seine&#8221; Gefangenen, die er agieren sieht, sondern die der Station XY; er kennt sie nicht, jedenfalls nicht genug. Verhindert wird weiter, da\u00df die Beamten sich f\u00fcr &#8222;ihre&#8221; Station, die es ja nicht gibt, engagieren und langfristig und planvoll handeln. Paradoxerweise werden die Beamten durch diese Art des Einsatzes letztlich auch in einem Bereich korrumpiert, der in vielen Anstalten nachwievor als der ihre angesehen wird und der ihnen in anderen Anstalten als letzter Halt geblieben ist: die Aufrechterhaltung der Sicherheit und der formalen Ordnung. Wer setzt sich schon konsequent durch und f\u00fcllt seine Stunden mit \u00c4rger, wenn er nicht auch die Fr\u00fcchte seines Handelns ernten kann und wenn er zus\u00e4tzlich bef\u00fcrchten mu\u00df, da\u00df sich die andere Schicht oder der Kollege, der morgen an seiner Stelle steht, schon l\u00e4ngst mit den Gefangenen arrangiert hat!?<\/p>\n<h2 class=\"auto-created\"><span id=\"ueberholte-organisation-des-aufsichtsdienstes\">&Uuml;berholte Organi&shy;sa&shy;tion des Aufsichts&shy;dienstes<\/span><\/h2>\n<p>Die Organisation des Aufsichtsdienstes ist \u00fcberholt. Die wesentlichste Bezugsgruppe eines Beamten ist nachwievor die Gro\u00dfgruppe aller Aufsichtsbediensteten. Diese Orientierung war von der Sache her &#8222;richtig&#8221;, solange die paramilit\u00e4rische Ordnung des Gef\u00e4ngnisses auf die sichere Verwahrung seiner Insassen gerichtet war, f\u00fcr den Aufsichtsbeamten jedenfalls andere Aufgaben noch kaum gesehen wurden. Die Durchsetzung des Behandlungszieles verlangt eine andere Organisation. Anzustreben sind &#8212; auf der Grundlage auch baulich voneinander getrennter, \u00fcberschaubarer Wohngruppen &#8212; dezentralisierte Verantwortungs- und Entscheidungsbereiche und die wohngruppenbezogene Zusammenwirkung verschiedener Berufsgruppen in Teams. Bezugsgruppe aller Berufsgruppen ist in einem solchen Vollzug in erster Linie die Gruppe der Kollegen im engsten Arbeitsbereich. Dieser heute (oder auch morgen) allein sachad\u00e4quate Bezug l\u00f6st die Orientierung der Aufsichtsbediensteten an ihrer Gro\u00dfgruppe, die der Sozialp\u00e4dagogen an den Sozialabteilungen und die der Psychologen an den psychologischen Abteilungen ab. Zugleich wird die Spezialisierung im Aufsichtsdienst um eine wichtige Rolle erweitert: um die des regelm\u00e4\u00dfig anwesenden, qualifizierten Stations- oder Wohngruppenbeamten.<\/p>\n<h2 class=\"auto-created\"><span id=\"angst-vor-dem-unbekannten\">Angst vor dem Unbekannten<\/span><\/h2>\n<p>Nun geht es den Mitarbeitern nicht anders als den Gefangenen: Sie erleben die Diskrepanz zwischen dem f\u00fcr die Zukunft Verhei\u00dfenen und der kl\u00e4glichen Realit\u00e4t des Alltags. Dabei sehen sich die Aufsichtsbediensteten vor einem doppelten Dilemma: In der Hoffnung auf die noch undeutlich sichtbaren Strukturen eines m\u00f6glichen k\u00fcnftigen Vollzuges mischt sich die Angst vor dem Unbekannten. Die berufliche Sozialisation der Beamten hat \u00fcberwiegend im Vollzug von gestern und vorgestern stattgefunden. Die Ma\u00dfst\u00e4be zur Bewertung des Heute werden dieser Vergangenheit entnommen und in der Gro\u00dfgruppe der Beamten immer wieder neu best\u00e4tigt. Liberalisierungen des Vollzuges werden auf der Ebene des unmittelbaren Umgangs mit Gefangenen oft lediglich als Unordnung erlebt. Notwendige Lernprozesse, die Bearbeitung der allt\u00e4glichen Konfliktsituationen, d.h. die Strukturierung des Wandels finden aus den bekannten Gr\u00fcnden kaum statt: Die baulichen Verh\u00e4ltnisse lassen die Bildung \u00fcberschaubarer Abteilungen nicht zu, den Beamten werden st\u00e4ndig wechselnde Einsatzorte zugemutet und den Mitarbeitern des gehobenen und des h\u00f6heren Dienstes fehlt es wegen einer permanenten \u00dcberlastung an der notwendigen Zeit. Manchmal fehlt auch die Einsicht in die Notwendigkeit einer systematischen Einbeziehung der Aufsichtsdienstbeamten in die eigene Arbeit. So l\u00e4\u00dft nicht nur die Furcht vor der unbekannten Zukunft die Aufsichtsdienstbeamten z\u00f6gern; hinzu kommen die nicht immer ermutigenden Erfahrungen der Gegenwart.<\/p>\n<h2 class=\"auto-created\"><span id=\"gefaehrdung-des-erreichten\">Gef&auml;hrdung des Erreichten<\/span><\/h2>\n<p>Die hier in Umrissen dargelegte schwierige Situation des Personals im Strafvollzug ist letztlich Ausdruck der unentschiedenen Gesamtlage. Mit einer Gef\u00e4hrdung des Erreichten und seiner Fortentwicklung durch gr\u00f6\u00dfere Teile des Personals wird dann zu rechnen sein, wenn der Vollzug im Stadium der ungemein kr\u00e4fteverschlei\u00dfenden Liberalisierung stehen bleibt. Der f\u00fcr Reformen aufgeschlossene Teil der Mitarbeiter wird resignieren oder sich den auf Sicherung und Beharrung dr\u00e4ngenden Pers\u00f6nlichkeitsanteilen \u00f6ffnen, wenn die erforderlichen s\u00e4chlichen und personalen Ressourcen weiterhin ausbleiben. Getragen von den eher konservativen Bediensteten werden die unverbesserlich reaktion\u00e4ren Kr\u00e4fte Oberwasser gewinnen und den Ton angeben.<br \/>Aus der \u00d6ffentlichkeit heraus wird diese Tendenz durch zwei subjektiv kontr\u00e4re, objektiv sich aber erg\u00e4nzende Entwicklungen gest\u00fctzt: durch dogmatische Linksgruppen und ihre Mitl\u00e4ufer, soweit sie Einflu\u00df auf den Strafvollzug zu erlangen suchen und durch reformfeindliche journalistische und politische Gruppierungen und die sie legitimierenden Wissenschaftler.<\/p>\n<h2 class=\"auto-created\"><span id=\"die-eingesperrten-opfer-und-taeter\">Die Einge&shy;sperrten &ndash; Opfer und T&auml;ter<\/span><\/h2>\n<p>4. Der folgende Abschnitt ist noch mehr als die anderen subjektiv. Das Thema ist heikel. Nicht, weil es Abgrenzungsschwierigkeiten gibt, sondern weil die Versuchung zu bedenken ist, da\u00df mit der Abgrenzung zugleich jede radikale Idee ins Abseits gestellt werden k\u00f6nnte.<br \/>Der Vollzug ist ein empfindliches Arbeitsfeld. Er spiegelt mehr als andere Bereiche gesellschaftliche Deformationen und Widerspr\u00fcche wider. Es ist wohl richtig: Die Eingesperrten sind Opfer, in der Regel Opfer ihrer Milieus. Dies festzusteIlen und darauf eine Ideologie zu bauen, die sie ungeschoren l\u00e4\u00dft; nutzt ihnen freilich zuletzt. Die Eingesperrten sind auch T\u00e4ter, hier und heute Handelnde. Sie sch\u00e4digen sich selbst und ihre Umwelt mit falschen L\u00f6sungen f\u00fcr ihre Probleme. An diesem Sachverhalt m\u00fcssen Hilfen ansetzen, die die Straff\u00e4lligen als Subjekte ernst nehmen. Das hat allenfalls sehr vermittelt mit \u00f6konomischen und politischen Prozessen gesamtgesellschaftlicher Art zu tun. Man wird davon ausgehen m\u00fcssen, da\u00df in allen heute existierenden Gesellschaftsordnungen diejenigen, die aufgrund ung\u00fcnstiger Entwicklungsbedingungen und Sch\u00e4digungen anderer Art Anpassungsschwierigkeiten haben, unter anderen auch zu sozialsch\u00e4dlichen L\u00f6sungen greifen. Auf der Ebene des unmittelbaren Umgangs mit Gefangenen werden somit &#8211; auf der Grundlage eines humanen Imperativs &#8211; stets sozialpsychologische und psychologische Kategorien und L\u00f6sungswege im Vordergrund stehen.<\/p>\n<h2 class=\"auto-created\"><span id=\"gesellschaftlicher-perspektiven-und-sozialpsychologische-therapie\">Gesell&shy;schaft&shy;li&shy;cher Perspek&shy;tiven und sozial&shy;psy&shy;cho&shy;lo&shy;gi&shy;sche Therapie<\/span><\/h2>\n<p>Mit diesen Aussagen sollen kriminalit\u00e4tsf\u00f6rdernde soziale Strukturen und unmenschliche Verfolgungs- und Sanktionssysteme nicht relativiert und in Schutz genommen werden. Im Gegenteil: Die wertgebundene, den &#8222;subjektiven Faktor&#8221; einbeziehende Zusammenf\u00fchrung einer gesellschaftlichen Perspektive und Orientierung und einer sozialpsychologisch fundierten Handwerklichkeit erm\u00f6glicht \u00fcberhaupt erst den st\u00e4ndigen Versuch, Recht und Unrecht zu benennen und das eigene Handeln daran zu messen. Ein solcher Zugang zur sozialen Wirklichkeit wird allerdings stets unvollkommen und kompromi\u00dfhaft sein, weil er darauf verzichten kann, die eigenen Unzul\u00e4nglichkeiten in andere zu projizieren und sich die Welt vorschnell in Freund-Feind-Klischees \u00fcberschaubar zu machen.<br \/>Zugleich erlaubt diese Sichtweise, auf Unrecht auch dann hinzuweisen, wenn andere einen barbarischen Sachverhalt mit Worten in einen Akt h\u00f6heren Rechts verwandeln. So ist das staatlich sanktionierte T\u00f6ten eines Menschen Unrecht, gleichg\u00fcltig in wessen Volkes oder welcher Klasse Namen es geschieht.<\/p>\n<p><b>Kurzschl\u00fcssig-eindeutiges Weltbild<\/b><br \/>Der Strafvollzug hat sich seit jeher mit einem kurzschl\u00fcssig-eindeutigen Weltbild &#8212; hier die Guten, dort die B\u00f6sen &#8212; eingerichtet. Er ist schon aus diesem Grund ein schwieriges Feld f\u00fcr Reformen. Aus dem gleichen Grunde ist er offenbar ein attraktives Feld f\u00fcr dogmatische Gruppen, die ebenfalls auf Eindeutigkeit angewiesen zu sein scheinen. Sie kehren lediglich die Definitionen um: Die Guten oder doch potentiell Guten sind nun &#8212; von ihnen selbst abgesehen &#8212; die Eingesperrten, die B\u00f6sen sind die, die sie bewachen, b\u00f6se ist auch der Staat, der die W\u00e4chter bestellt und bezahlt. Wo dieses Schwarz-Wei\u00df-Gem\u00e4lde eindeutig sichtbar ist, ist die Grenzziehung leicht: Dem Vollzug m\u00fcssen Gruppen ferngehalten werden, die die Gefangenen, um welcher hehren Ziele immer, zu Schachfiguren in Strategie- und Taktikkonzepten reduzieren und dem Personal mit Menschenverachtung begegnen.<br \/>Die Grenzziehung ist um so mehr erforderlich, als sich die Feindschaft dieser Gruppen nicht zuletzt gegen die richtet, die \u00fcberkommene Strukturen abzubauen versuchen, um der Komplexit\u00e4t der Wirklichkeit zur Geltung zu verhelfen. Allerdings steckt in dem Wort &#8222;Abgrenzung&#8221; auch ein doppeltes Problem: Der Hinweis auf unmenschliche Verh\u00e4ltnisse wird nicht falsch, weil er von einer zweifelhaften Motivation getragen wird. Er mu\u00df ernst genommen werden, auch wenn die Schwarz-Wei\u00df-Denker von der anderen Seite dann ihrerseits mit Verd\u00e4chtigungen zur Hand sind.<br \/>Schwieriger ist das Problem der zahlreichen gutgl\u00e4ubigen Mitl\u00e4ufer zu l\u00f6sen. &#8222;Abgrenzung&#8221; kann hier die Mitwirkung an einem Definitionsproze\u00df bewirken, der einen Betroffenen \u00fcberhaupt erst endg\u00fcltig auf die Rolle des Au\u00dfenseiters festlegt.<\/p>\n<h2 class=\"auto-created\"><span id=\"dogmatische-gruppen-gefaehrden-den-strafvollzug\">Dogmatische Gruppen gef&auml;hrden den Straf&shy;vollzug<\/span><\/h2>\n<p>F\u00fcr den Strafvollzug bedeutet das Wirken dogmatischer Gruppen eine Gef\u00e4hrdung in unmittelbarer und in mittelbarer Hinsicht. Unmittelbare Gef\u00e4hrdungen bestehen, wo konspirative Verbindungen zwischen drau\u00dfen und drinnen hergestellt werden. Weniger sichtbar, aber sehr viel verh\u00e4ngnisvoller sind die mittelbaren Wirkungen. Der Vollzug ger\u00e4t in die Gefahr, die bescheidene \u00d6ffnung nach au\u00dfen wieder zur\u00fcckzunehmen und sich zur Abwehr der Gef\u00e4hrdung erneut einzuigeln. Dabei arbeiten &#8212; gewollt oder nicht &#8211; einmal mehr die Extreme Hand in Hand auf ein Ziel hin: auf die Einengung des schon zu gro\u00df gewordenen Horizonts.<br \/>Reformen k\u00f6nnen auch dann beeintr\u00e4chtigt werden, wenn einzelne fest angestellte oder ehrenamtliche Mitarbeiter wegen ihrer zu weit gesteckten und radikal motivierten Ziele scheitern, den Kontakt zum \u00fcbrigen Personal verlieren und &#8212; abermals in unbewu\u00dfter, aber wirkungsvoller Zusammenarbeit &#8211; von Reaktion\u00e4ren als Verk\u00f6rperer eines neuen Vollzugs hochstilisiert und in verzerrender Koppelung mitsamt jeder Bem\u00fchung um Wandel der L\u00e4cherlichkeit preisgegeben werden.<\/p>\n<h2 class=\"auto-created\"><span id=\"ruecklaeufige-tendenzen\">R&uuml;ckl&auml;ufige Tendenzen<\/span><\/h2>\n<p>5. Seit 1974\/1975 erscheinen in der deutschen Presse Artikel mit \u00dcberschriften wie: &#8222;Im Strafvollzug k\u00fcndigt sich wieder sch\u00e4rferer Wind an&#8220; [1], ,,,Liberale Irrlichter` &#8211; einseitiges Resozialisierungsdenken und Kriminalit\u00e4t&#8220; [2], &#8222;Scheitert die Strafvollzugsreform?&#8220; [3], &#8222;Reformkorrekturen im Strafvollzug&#8220; [4]. Unter der Schlagzeile &#8222;Die Reformen in der Zelle werden zur Illusion&#8221; schreibt Die Welt am 27. 8. 1975: &#8222;Das Pendel schl\u00e4gt zur\u00fcck. Die Vorstellung, ein humanisierter Strafvollzug mit einer Resozialisierung der H\u00e4ftlinge m\u00fcsse einen R\u00fcckgang der Kriminalit\u00e4t zur Folge haben, st\u00f6\u00dft auf immer st\u00e4rkere Zweifel.&#8221; Die Zeitung beruft sich vor allem auf die Diskussion in den USA, die &#8211; auf einer breiten, mittlerweile freilich verebbten &#8222;law and order&#8220;-Bewegung basierend[5] &#8211; in erster Linie durch steigende Kriminalit\u00e4tsziffern und durch verschiedene Ver\u00f6ffentlichungen von Wissenschaftlern hervorgerufen worden war. Kenn-zeichnend f\u00fcr die Diskussion ist eine Presse\u00fcberschrift wie: &#8222;Big Change in Prison. Punish &#8212; Not Reform&#8220; [6].<\/p>\n<p><b>Die Martinson-Studie<\/b><br \/>Eine besonders hohe Bedeutung erlangte ein Beitrag des amerikanischen Soziologen R. Martinson aus dem Fr\u00fchjahr 1974 [7]. Martinson untersuchte im Rahmen einer Sekund\u00e4ranalyse 231 in englischer Sprache erschienene, methodisch einigerma\u00dfen akzeptable empirische Studien \u00fcber Resozialisationsprogramme im Strafvollzug. Erfa\u00dft wurde der Zeitraum von 1945 bis 1967. Die urspr\u00fcnglich untersuchten Probandengruppen, die Trainings- und Behandlungsprogramme und ihre Zielsetzungen und die Erhebungsmethoden waren au\u00dferordentlich unterschiedlich. Martinson interessierte sich &#8212; als Ma\u00dfstab f\u00fcr Erfolg und Mi\u00dferfolg &#8212; lediglich f\u00fcr die R\u00fcckfallquote. Er kam zu dem Ergebnis, da\u00df &#8212; mit wenigen und isolierten Ausnahmen &#8212; durch die Programme keine nennenswerten Auswirkungen auf die R\u00fcckf\u00e4llgef\u00e4hrdung erzielt worden seien [8].<br \/>Diese Aussage und ihre Grundlagen werden lebhaft diskutiert. So wurde z.B. eine Umfrage unter den leitenden Beamten der Vollzugsverwaltungen der amerikanischen Bundesstaaten und des Bundes vorgenommen und ver\u00f6ffentlicht [9]. Danach wird von 63% der Befragten der Erfolg von Rehabilitationsprogrammen bejaht, 15% wollen vor einem endg\u00fcltigen Urteil weitere Erfahrungen abwarten (N = 80; 4 Verweigerungen).Weiter wurde darauf hingewiesen, da\u00df Martinson implizit von der Ausnahme aus-gehe, da\u00df jedes Programm von vornherein auf die Verringerung der R\u00fcckf\u00e4lligkeit angelegt worden sei und da\u00df alle Programme f\u00fcr alle Gefangenen geeignet sein m\u00fc\u00dften, einen solchen Beitrag zu leisten[10]. Eine Schw\u00e4che der Martinsonschen Arbeit sei auch, da\u00df er nur Forschungsprojekte bis 1967 untersucht habe. Die Reformbewegung habe aber erst danach begonnen [11]. Es wird auch darauf hingewiesen, da\u00df Martinson selbst zu dem Ergebnis kommt, da\u00df in \u00fcber 40% der untersuchten Arbeiten positive Resultate zu verzeichnen seien, wenn auch in einigen Programmen nur f\u00fcr bestimmte Typen von Straff\u00e4lligen oder unter bestimmten Umst\u00e4nden [12]. Martinson relativiert in der Regel positive Ergebnisse durch Hinweise auf methodische Schw\u00e4chen, ein offenbar besonders engagiertes Personal [13] usw. Bei der insgesamt oft fragw\u00fcrdigen Qualit\u00e4t der Untersuchungen gelten \u00e4hnliche Einschr\u00e4nkungen aber auch f\u00fcr Studien ohne signifikant positive oder gar negative Ergebnisse.<\/p>\n<h2 class=\"auto-created\"><span id=\"bisher-nur-ansaetze-zu-einem-behandlungs-vollzug\">Bisher nur Ans&auml;tze zu einem &bdquo;Behand&shy;lungs&ldquo;-Vollzug<\/span><\/h2>\n<p>Die Arbeiten von Martinson und anderen [14] werden jedoch nicht einfach nur zur\u00fcckgewiesen. Daf\u00fcr haben sie zuviel Substanz. Ein ernsthafter Proze\u00df der Auseinandersetzung mit einem viel zu anspruchsvollen Behandlungsbegriff ist in Gang gekommen. Realistischere Konzepte und bescheidenere Versprechungen gegen\u00fcber Politikern und der \u00d6ffentlichkeit werden verlangt [15]. Daraus ist auch f\u00fcr deutsche Verh\u00e4ltnisse viel zu lernen. Jedoch darf bei allem berechtigten Nachdenken \u00fcber den Erfolg von Behandlungsprogrammen und \u00fcber die Ziele des Vollzugs nicht au\u00dfer acht bleiben, da\u00df der Vollzug noch nicht so ist, da\u00df man von einem &#8222;Behandlungs&#8220;-vollzug sprechen k\u00f6nnte. Es gibt Ans\u00e4tze, mehr nicht. Somit ist jede Kritik, die unter Berufung auf h\u00e4ufig imagin\u00e4re Mi\u00dferfolgszahlen, auf hysterisch aufgebauschte Skandale im Vollzug und auf Pannen bei Ausf\u00fchrungen und Urlauben den &#8222;Behandlungs&#8220;-vollzug schlechthin treffen und Hebel zu seiner Beseitigung liefern will, zumindest zu pauschal, um in der Sache weiterhelfen zu k\u00f6nnen.<br \/>Kritisiert wird ein Vollzug, den es (noch) nicht gibt. Es ist ein Streit in einer Welt aus gro\u00dfen Worten. Die den Vollzug reformiert haben, sind daran nicht unschuldig: Allzu lange haben sie der Neigung nachgegeben, aus h\u00e4ufig kurzfristigen politischen Erw\u00e4gungen heraus Humanisierungen und Liberalisierungen als Behandlungsma\u00dfnahmen anzupreisen. Trotz ihrer Irrealit\u00e4t bleibt die Kritik am &#8222;Behandlungs&#8220;-vollzug nicht ohne Folgen: Sie trifft bescheidene Fortschritte und kann Weiterentwicklungen blockieren.<br \/>Der Vollzug ist somit nicht nur auf einem schwierigen Weg ohne Sicherheit \u00fcber Ziele und Mittel; er steht zus\u00e4tzlich unter Beschu\u00df, weil er sich auf diesen Weg begeben hat und damit notwendigerweise zum Nachdenken zwingt und Schwierigkeiten bereitet.<\/p>\n<p>II.<br \/>Es ist nicht meine Absicht, auf die offenen Fragen der vorangegangenen Abschnitte abschlie\u00dfende Antworten zu versuchen. Die Aufgabe w\u00e4re zu gro\u00df. Immerhin sind in Umrissen einige Feststellungen m\u00f6glich:<\/p>\n<h2 class=\"auto-created\"><span id=\"rueckkehr-zum-verwahrvollzug-keine-alternative\">R&uuml;ckkehr zum Verwahr&shy;vollzug keine Alternative<\/span><\/h2>\n<p>1. Die R\u00fcckkehr zum Verwahrvollzug ist keine Alternative zum gegenw\u00e4rtigen Stand der Entwicklung. Dies aus verschiedenen Gr\u00fcnden. Es ist schwer vorstellbar, da\u00df zus\u00e4tzlich zum Zur\u00fcckbleiben hinter berechtigten Hoffnungen ein Zur\u00fcckgehen hinter den auch durch das StVollzG markierten Stand von den Betroffenen hingenommen w\u00fcrde. Trotz aller Ern\u00fcchterung nach Jahren des Reformeifers w\u00fcrde die Restauration der alten Gef\u00e4ngnisverh\u00e4ltnisse auch nicht in unsere gesellschaftliche Wirklichkeit passen. Freilich entwickeln sich &#8222;gesellschaftliche Wirklichkeiten&#8221; nicht in naturgesetzlicher Berechenbarkeit. Es kommt darauf an, was die gesellschaftlichen Subjekte in ihren jeweiligen Verantwortungsbereichen tun und lassen. Wie eine Gesellschaft sich organisiert und welche Verkehrsformen in ihr \u00fcblich sind, ist auch von dem Verhalten der Millionen Einzelnen abh\u00e4ngig. Zu einer passiv-strukturalistischen Sicht tritt die Betonung der Chance zum intentionalen Handeln.<br \/>Eine demokratische Ordnung ger\u00e4t in Gefahr, wenn in ihr das Potential an menschenverachtender Aggressivit\u00e4t w\u00e4chst. Wie weit eine Gesellschaft verroht ist, l\u00e4\u00dft sich auch an dem Zustand ihrer Gef\u00e4ngnisse und der Art ihres Umgangs mit Straff\u00e4lligen ablesen. Verrohung kann hier nicht nur hei\u00dfen, da\u00df Gefangene in Nummern verwandelt und nach einer Periode der erzwungenen Anpassung voller Ha\u00df in die Gesellschaft entlassen werden. Mindestens so wichtig ist die charakterliche Deformation, die sich an einem Personal ereignen kann, dem Tag f\u00fcr Tag die Durchsetzung sinnleerer Zw\u00e4nge obliegt.<br \/>Der humanisierte und liberalisierte Vollzug verringert den Ha\u00df zwischen den Gruppen in den Anstalten. Vielleicht ist auch die Hoffnung nicht unberechtigt, da\u00df diese Erfahrung nach drau\u00dfen \u00fcbertragen wird. Darauf sollte aber nicht zu sehr gesetzt werden. Der Vollzug ist noch von den alten Strukturen gepr\u00e4gt, die neuen Entwicklungen sind &#8212; wie dargelegt &#8212; h\u00f6chst krisenanf\u00e4llig. Es kommt hinzu, da\u00df Gefangene auf Grund ihrer Sozialisation eher die zerst\u00f6rerischen Seiten menschlicher Interaktionen erfahren und gelernt haben und letztlich auch auf den Umgang untereinander anwenden. Die Chance dazu ist um so gr\u00f6\u00dfer, je gr\u00f6\u00dfer der Freiraum nach innen bei gleichzeitiger Abgrenzung nach au\u00dfen ist und je weniger das Milieu im inneren durch personelle und s\u00e4chliche Vorkehrungen strukturiert wird.<\/p>\n<p>2. Erforderlich ist somit die Sicherung und die Fortentwicklung des Begonnenen. Der weitere Ausbau mu\u00df sich insbesondere an den folgenden Grunds\u00e4tzen orientieren:<\/p>\n<p>2.1. &#8222;Im Vollzug der Freiheitsstrafe soll der Gefangene f\u00e4hig werden, k\u00fcnftig in sozialer Verantwortung ein Leben ohne Straftaten zu f\u00fchren&#8221; ( \u00a7 2 StVollzG). Dieses (Behandlungs-)Ziel ist nur zu erreichen, wenn den sch\u00e4dlichen Folgen des Freiheitsentzuges entgegengewirkt und das Leben im Vollzug den allgemeinen Lebensverh\u00e4ltnissen so weit wie m\u00f6glich an-geglichen wird ( \u00a7 3 Abs 2 u 3 StVollzG) und wenn der Vollzug dem Gefangenen aktiv hilft, sich in das Leben in Freiheit einzugliedern ( \u00a7 3 Abs 3 StVollzG).<\/p>\n<h2 class=\"auto-created\"><span id=\"fehlgelaufene-sozialisationsprozesses\">Fehlge&shy;lau&shy;fene Sozia&shy;li&shy;sa&shy;ti&shy;ons&shy;pro&shy;zesses<\/span><\/h2>\n<p>2.2. Die Mehrzahl der Gefangenen ist &#8211; wie ihr Lebensweg zeigt &#8211; nicht in der Lage, den Anforderungen eines normgerechten Lebens in Freiheit nachzukommen. Fast regelm\u00e4\u00dfig lassen sich als \u00e4u\u00dfere Merkmale dieses Scheiterns schwierige h\u00e4usliche Verh\u00e4ltnisse oder Fremderziehung bei Pflegeeltern oder in Heimen w\u00e4hrend der Kindheit oder Jugend, keine oder abgebrochene Berufsausbildungen, h\u00e4ufige Arbeitsplatzwechsel, das Fehlen emotional befriedigender Beziehungen, Ehezerw\u00fcrfnisse und Ehescheidungen sowie Alkoholgef\u00e4hrdung und Alkoholabh\u00e4ngigkeit nachweisen. Diese bei Gefangenen gegen\u00fcber der Normalbev\u00f6lkerung \u00fcberproportional h\u00e4ufig anzutreffenden Merkmale einer mi\u00dfgl\u00fcckten Anpassung sind &#8211; wie die kriminellen Handlungen selbst auch &#8211; in der Regel Anzeichen f\u00fcr fehlgelaufene Sozialisationsprozesse. Je nachdem, ob &#8211; als permanente Struktur, nicht schon als vor\u00fcbergehende Situation &#8211; eine \u00fcberstrenge, eine verw\u00f6hnende oder eine inkonsistente Erziehung zugrundelag, ob innerhalb dieser Aufwuchsbedingungen das Kind abgelehnt oder angenommen worden war, ob sich beispielsweise die permanent \u00fcberstrenge Erziehung eher in moralischem Druck und Liebesentzug oder in autorit\u00e4rem Gehabe und in Kindesmi\u00dfhandlungen \u00e4u\u00dferte usw, haben diese Merkmale f\u00fcr den Betroffenen eine andere Bedeutung. Entsprechend der unterschiedlichen Ausgangslage mu\u00df auch Behandlung jeweils anders ansetzen.<\/p>\n<h2 class=\"auto-created\"><span id=\"organische-ursachen\">Organische Ursachen<\/span><\/h2>\n<p>Zus\u00e4tzlich zu den weit \u00fcberwiegenden psycho-sozialen Ursachen abweichenden Verhaltens k\u00f6nnen unterschiedliche, mehr oder weniger betei ligte organische Ursachen festgestellt werden. So k\u00f6nnen erbliche Belastungen und genetische Sch\u00e4digungen einem Menschen die Anpassung an die geltenden Normen erschweren. Angeborene k\u00f6rperliche Defekte k\u00f6nnen zu psychischen und sozialen St\u00f6rungen in fr\u00fcher Kindheit und Jugend f\u00fchren. Auch nach verschiedenen Krankheiten, nach Alkohol-und Drogenmi\u00dfbrauch und durch die Folgen schwerer Verletzungen kann sich ein abweichendes Verhalten entwickeln. Auch hier ist eine Behandlung nach den Bed\u00fcrfnissen des Einzelfalles unerl\u00e4\u00dflich. &#8222;Behandlung&#8221; soll hier und im Folgenden als umfassender Begriff verwendet werden, der keineswegs allein spezielle therapeutische Ans\u00e4tze, sondern ebenso gezielte Beratungs- und Betreuungsangebote, Methoden der Umweltgestaltung sowie der Aus- und Weiterbildung umfa\u00dft.<\/p>\n<h2 class=\"auto-created\"><span id=\"der-gefangene-als-subjekt\">Der Gefangene als Subjekt<\/span><\/h2>\n<p>2.3. Der herk\u00f6mmliche Vollzug verst\u00e4rkt die Defizite der Gefangenen durch ein \u00dcberma\u00df an Regelungen, die die F\u00e4higkeit zum selbstverantwortlichen Handeln weiter beeintr\u00e4chtigen, durch die Reduzierung der M\u00f6glichkeiten zur Auseinandersetzung mit wichtigen gesellschaftlichen Institutionen bzw. durch die Wirkungen ihrer anomal verzerrten, anstaltsbezogenen Organisation (z.B. Arbeit, Familie, Freizeit, \u00d6ffentlichkeit, Umgang mit Beh\u00f6rden) und durch die starke Beschr\u00e4nkung noch bestehender und die Erschwerung neuer Kontakte.<br \/>Von einem Behandlungsvollzug k\u00f6nnte letztlich erst dann geredet werden, wenn sowohl die subjektiven Voraussetzungen, d.h. die Einstellungen der Mitarbeiter, als auch die objektiven Bedingungen der Anstalten &#8212; insbesondere die \u00dcberschaubarkeit der Abteilungen, ein differenziertes Angebot schulischer, gewerblicher und im engeren Sinne therapeutischer Angebote und die Qualifikation der Mitarbeiter &#8212; es zulassen, den Gefangenen als Subjekt mit bestimmten Bed\u00fcrfnissen, mit positiven und negativen Seiten wahrzunehmen und &#8212; darauf aufbauend &#8212; ihm entsprechend zu helfen.<\/p>\n<h2 class=\"auto-created\"><span id=\"das-sicherheits-problem\">Das Sicher&shy;heits&shy;-&shy;Pro&shy;blem<\/span><\/h2>\n<p>2.4. Behandlung findet unter den Bedingungen des Freiheitsentzuges statt. Befreiungsversuche m\u00fcssen verhindert werden, und zwar um so nachhaltiger, je geschlossener die Anstalt ist. Sicherheit beruht auf zweierlei: auf Bekanntschaft, auf der Chance somit, das Verhalten anderer einzusch\u00e4tzen und vorhersehen zu k\u00f6nnen, und auf einem gewisserma\u00dfen \u00fcber-individuellen, m\u00f6glichst l\u00fcckenlosen Sicherungssystem, symbolisiert in Mauern, Gittern und Schl\u00f6ssern. Die beiden Ans\u00e4tze sind nur in Grenzen vereinbar. So k\u00f6nnen schematische Kontrollen und die Reaktionen der Gefangenen auf sie als Elemente der Realit\u00e4t Material therapeutischer Bem\u00fchungen sein. Je nach Lage des Einzelfalls wird jedoch ein nicht zu bew\u00e4ltigender Rest an Aggressionen gegen ein solcherma\u00dfen institutionalisiertes Mi\u00dftrauen bleiben, und zwar in um so h\u00f6herem Ma\u00dfe, je nachhaltiger die Sicherungsma\u00dfnahmen am schw\u00e4chsten Glied orientiert sind und bedingungslos durchgesetzt werden. Es ist wohl sinnlos, diesen nicht zu bew\u00e4ltigenden Rest besch\u00f6nigend oder harmonisierend aufl\u00f6sen zu wollen. Er hat dort, wo ein an den Interessen der Einzelnen orientierter Vollzug versucht wird, seine Legitimation in zweierlei: Zum einen ist Sicherung nach au\u00dfen die Voraussetzung f\u00fcr die Behandlung derjenigen, die sich anders jeder verhaltensmodifizierenden Ma\u00dfnahme entziehen w\u00fcrden, zum anderen ist Sicherung erforderlich, um die Gesellschaft in Einzelf\u00e4llen vor sozialsch\u00e4dlichem Verhalten zu sch\u00fctzen.<\/p>\n<h2 class=\"auto-created\"><span id=\"ausnahmen\">Ausnahmen<\/span><\/h2>\n<p>2.5. Die bisher skizzierten Grunds\u00e4tze und die anschlie\u00dfenden Folgerungen f\u00fcr die Vollzugsgestaltung gelten im Prinzip und &#8211; nach den vorliegenden Erkenntnissen &#8211; f\u00fcr die Mehrheit der an einem beliebigen Stichtag einsitzenden Gefangenen. Sie gelten nicht oder nur in modifizierter Form f\u00fcr die folgenden Gruppen:<br \/>&#8212; F\u00fcr Gefangene mit kurzen Freiheitsstrafen. Bei ihnen wird bisher stets davon ausgegangen, da\u00df sie \u00fcberwiegend nicht behandlungsbed\u00fcrftig sind. In der Regel bleibt es, h\u00e4ufig nach einem Verkehrsdelikt, bei einer einmaligen Ber\u00fchrung mit dem Strafvollzug. Selbst wenn eine partielle, auf Untergruppen bezogene Behandlungsbed\u00fcrftigkeit zu konstatieren w\u00e4re, m\u00fc\u00dfte dann eine meist fehlende Behandlungsbereitschaft in relativ kurzer Zeit angeregt werden. Auf der anderen Seite fehlen in Vollzugsanstalten f\u00fcr Gefangene mit kurzen Strafen bundesweit nahezu alle baulichen und personellen Voraussetzungen, um Erfahrungen mit Kurzzeitbehandlungsprogrammen zu sammeln.<br \/>&#8211; F\u00fcr Gefangene mit l\u00e4ngeren Strafen, die nicht behandlungsbed\u00fcrftig oder (noch nicht, nicht mehr) behandlungsf\u00e4hig sind. Diese Gruppe kann bei realistischer Betrachtung der Gesamtsituation nicht unber\u00fccksichtigt bleiben. Sie ist in sich heterogen, \u00fcber ihre Gr\u00f6\u00dfe l\u00e4\u00dft sich, da von Behandlungsunf\u00e4higkeit h\u00e4ufig erst nach einem oder wiederholten Behandlungsversuchen geredet werden kann, nichts abschlie\u00dfendes sagen. Sie ist vermutlich klein. Zu nennen sind hier \u00e4ltere Gefangene, die in ihrem kriminellen Verhalten und den ihm zugrundeliegenden Pers\u00f6nlichkeitsst\u00f6rungen erheblich verfestigt sind, einmalige Konfliktt\u00e4ter, aber auch Wirtschaftsstraft\u00e4ter, NS-T\u00e4ter und weithin sicher auch Gewaltt\u00e4ter im Gefolge des Baader-Meinhof-Komplexes. F\u00fcr diese T\u00e4terkreise m\u00fcssen ihnen jeweils entsprechende Betreuungsformen gefunden werden; ihre Zusammenlegung mit Gefangenen, f\u00fcr die spezielle Behandlungsprogramme entwickelt werden, sollte in einem k\u00fcnftigen Strafvollzug grunds\u00e4tzlich vermieden werden.<\/p>\n<h2 class=\"auto-created\"><span id=\"vollzugsgestaltung\">Vollzugsgestaltung<\/span><\/h2>\n<p>3. Folgerungen f\u00fcr die Vollzugsgestaltung:<\/p>\n<p>3.1. M\u00f6glichst realistische Lebensbedingungen: Auf die F\u00f6rderung der Selbstt\u00e4tigkeit, der Selbst\u00e4ndigkeit und des Verantwortungsbewu\u00dftseins der Gefangenen ist gro\u00dfer Wert zu legen. Dabei sind nicht Appelle entscheidend, sondern die \u00dcbungsr\u00e4ume, die im Alltag der Institution einger\u00e4umt werden. Die Schaffung realistischer Lebensbedingungen gelingt am ehesten im offenen Vollzug. Bei einer gr\u00f6\u00dferen Gruppe als bisher wird die Unterbringung im offenen Vollzug anzustreben sein (vgl \u00a7 \u00a7 3, 10, 141, Abs 2 und 147 StVollzG). Bei anderen wird ein allm\u00e4hlicher \u00dcbergang aus festeren Abteilungen in Abteilungen mit zunehmenden Freiheitsr\u00e4umen organisiert werden m\u00fcssen ( \u00a7 11 StVollzG). F\u00fcr die Planung folgt daraus, da\u00df f\u00fcr die mit kriminellen Handlungen erheblich vorbelasteten, f\u00fcr den offenen Vollzug noch nicht geeigneten Gefangenen, ein in sich differenzierter Vollzug, der eine zunehmende \u00d6ffnung und damit die allm\u00e4hliche Begegnung und Auseinandersetzung des Gefangenen mit den Anforderungen der Au\u00dfenwelt zul\u00e4\u00dft, geschaffen werden mu\u00df.<br \/>M\u00f6glichst realistische Lebensbedingungen sind auch nach innen herzu-stellen. Dazu geh\u00f6rt insbesondere, da\u00df die Gefangenen ihre Angelegenheiten weitgehend selbst regeln sollten und da\u00df &#8211; von seiten der Anstalt &#8211; f\u00fcr m\u00f6glichst realistische Arbeits-, Freizeit- und Besuchsbedingungen gesorgt werden mu\u00df. Au\u00dferdem geh\u00f6rt hierzu das Recht auf den R\u00fcckzug in eine gesch\u00fctzte Privatsph\u00e4re. Voraussetzung daf\u00fcr ist in erster Linie die Unterbringung in Einzelwohnr\u00e4umen.<\/p>\n<h2 class=\"auto-created\"><span id=\"differenzierte-unterbringung\">Diffe&shy;ren&shy;zierte Unter&shy;brin&shy;gung<\/span><\/h2>\n<p>3.2. Differenzierung: Die Anstalten m\u00fcssen so organisiert werden, da\u00df die Unterbringung unterschiedlicher Gefangenengruppen mit unterschiedlichen Bed\u00fcrfnissen und Behandlungserfordernissen m\u00f6glich ist ( \u00a7 141 StVollzG). Eine solche Differenzierung ist nur dort durchf\u00fchrbar, wo in einer Einweisungsanstalt oder -abteilung qualifiziertes Personal f\u00fcr ein Einweisungsverfahren zur Verf\u00fcgung steht, und wo in den Anstalten die Empfehlungen der Fachkr\u00e4fte verwirklicht werden k\u00f6nnen. Bleibt die Frage, nach welchen Gesichtspunkten Anstalten differenziert werden sollten. Neben die \u00fcblichen Kriterien wie insbesondere Strafl\u00e4nge, Gef\u00e4hrlichkeit, Fluchtverdacht und berufliche Qualifikation f\u00fcr den Einsatz in Eigenbetrieben sollten zunehmend Kriterien wie Behandlungsbed\u00fcrftigkeit und -f\u00e4higkeit sowie schulische und berufliche Ausbildungserfordernisse treten. Undurchf\u00fchrbar ist wohl &#8211; zumindest nach den heute vorliegenden Erkenntnissen &#8211; eine hier und da geforderte Differenzierung der Anstalten nach Pers\u00f6nlichkeitstypen. Hier sollten jedoch die Anstalten selbst, besonders die st\u00e4rker behandlungsorientierten, innerhalb ihres Bereichs solche Kriterien ber\u00fccksichtigen.<br \/>Mittelfristig w\u00e4ren, neben den Differenzierungsm\u00f6glichkeiten nach jung &#8211; alt, kurzstrafig &#8211; langstrafig und gef\u00e4hrlich &#8211; weniger gef\u00e4hrlich, Unterbringungs- und Behandlungsm\u00f6glichkeiten vor allem f\u00fcr stark behandlungsbed\u00fcrftige Gefangene in sozialtherapeutischen Anstalten zu schaffen.<\/p>\n<h2 class=\"auto-created\"><span id=\"ueberschaubare-abteilungen-oder-wohngruppen\">&Uuml;berschau&shy;bare Abteilungen oder Wohngruppen<\/span><\/h2>\n<p>3.3. \u00dcberschaubarkeit: Die Realisierung des Behandlungszieles setzt enge berufliche Beziehungen zwischen fachlich vorgebildeten Mitarbeitern und zwischen Mitarbeitern und Gefangenen voraus. Das ist nur in \u00fcberschaubaren Abteilungen oder in Wohngruppen mit 25 bis 12 Gefangenen m\u00f6glich. Die psycho-sozialen Prozesse, die in solchen Gruppen ingangkommen k\u00f6nnen, sind eine besonders wichtige Grundlage f\u00fcr Verhaltens\u00e4nderungen bei den Insassen. Sie erm\u00f6glichen zudem ein H\u00f6chstma\u00df an Sicherheit durch auf Bekanntschaft beruhende soziale Kontrolle. \u00dcberdies reduzieren \u00fcberschaubare Wohngruppen die Gef\u00e4hrdung der Insassen durch antisoziale, subkulturelle Normen, wie sie insbesondere in solchen Gro\u00dfgruppen von Gefangenen zu beobachten sind, die unter dem Druck engmaschiger Reglementierungen zu existieren gezwungen sind.<\/p>\n<h2 class=\"auto-created\"><span id=\"kontakte-zur-aussenwelt\">Kontakte zur Au&szlig;enwelt<\/span><\/h2>\n<p>3.4. Verkehr mit der Au\u00dfenwelt: Die Verringerung der negativen Folgen totaler Institutionen setzt weiter voraus, da\u00df zwischen den Insassen in der Anstalt und den Bezugspersonen in der Au\u00dfenwelt m\u00f6glichst dichte und intensive Kontakte zugelassen werden (vgl \u00a7 1, Abs 1 u. \u00a7 \u00a7 23 f f StVollzG). Die Intensivierung des Ausgangs-, Urlaubs- und Besuchsverkehrs sowie der fr\u00fchzeitigen Vermittlung der Gefangenen in Au\u00dfenarbeit verlangt auch, da\u00df neue Anstalten in m\u00f6glichst verkehrsg\u00fcnstiger Lage errichtet werden. Vollzugsgettos sollten durch die Einbindung der Einrichtungen in besiedelte Gebiete vermieden werden.<\/p>\n<p><b>Schulische und berufliche Ausbildung<\/b><br \/>3.5. F\u00f6rderung der allgemeinen und beruflichen F\u00e4higkeiten: Die Verwirklichung des Behandlungszieles verlangt zudem die F\u00f6rderung der allgemeinen und beruflichen F\u00e4higkeiten der Gefangenen. Bezogen auf die Errichtung und den Umbau von Anstalten ist daraus herzuleiten, da\u00df f\u00fcr ausreichenden Raum f\u00fcr Behandlung, schulische und berufliche Ausbildung und f\u00fcr sinnvolle Arbeitsangebote gesorgt werden mu\u00df.<\/p>\n<p>3.6. Mitarbeiter: Die genannten vollzugsgestalterischen Leits\u00e4tze wirken sich nur dann im Sinne einer Senkung der R\u00fcckfallzahlen aus, wenn die durch sie gegebenen Freir\u00e4ume durch geschulte Mitarbeiter in ausreichen-der Zahl so strukturiert werden, da\u00df die einzelnen Gefangenen zur Auseinandersetzung mit problematischen Verhaltensweisen gezwungen und zur \u00dcbernahme positiver Verhaltensalternativen ermutigt werden. So sollten insbesondere die \u00fcberschaubaren Wohngruppen mit sozialp\u00e4dagogisch bef\u00e4higten Mitarbeitern des gehobenen Dienstes (insbesondere Sozialarbeiter) und des mittleren Dienstes besetzt werden. Zus\u00e4tzlich m\u00fcssen je nach Zweckbestimmung der einzelnen Anstalten und Abteilungen in ausreichendem Ma\u00dfe verschiedene Fach\u00e4rzte, Psychologen, P\u00e4dagogen, Handwerksmeister und sonstige Dienste vertreten sein.<\/p>\n<h2 class=\"auto-created\"><span id=\"anmerkungen\">Anmerkungen<\/span><\/h2>\n<p>1 Der Tagesspiegel vom 10.10.1975<br \/>2 Rheinischer Merkur vom 3.10.1975<br \/>3 Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 19.12.1974<br \/>4 Deutsche Richterzeitung 11\/1975<br \/>5 Vgl Gunther Arzt: Der Ruf nach Recht und Ordnung, T\u00fcbingen 1976<br \/>6 U.S. News &amp; World Report, August 1975<br \/>7 Robert Martinson: What works? &#8212; questions and answers about prison reform, in: The Public Interest, Spring 1974<br \/>8 Martinson: aa0, S 25<br \/>9 Michael S. Serrill: Is Rehabilitation Dead? in: Corrections Magazine, Mai\/Juni 1975<br \/>10 Serrill: aaO, S6<br \/>11 Serrill: aaO, S 6<br \/>12 Daniel Glaser: Achieving Better Questions: A Half Century&#8217;s Progress in Correctional Research, in: Federal Probation, Vol 39,3\/1975, S 4<br \/>13 Martinson: aaO, S 43<br \/>14 Vgl Norval Morris: The Future of Imprisonement, Chicago u London 1974; James Q. Wilson: Thinking About Crime, New York 1975<br \/>15 Vgl Norman A. Cazlson: The Federal Prison System: Forty-five Years of Change, in: Federal Probation, Vol 39,2\/1975; George I. Diffenbaucher: Settling for &#8222;Humanization&#8221;: Evidence of Despair or of Facing &#8222;Reality&#8220;?, in: Federal Probation, Vol 40,1\/1976; Claude T. Mangrum: Correction&#8217;s Taznished Halo, in: Federal Probation, Vo140,1\/1976<\/p>\n<p>Frau M. Meisling und Herr Dr. A. Weinert haben mir mit der kritischen Durchsicht dieser Arbeit sehr geholfen; f\u00fcr den Inhalt des Aufsatzes bin ich allein verantwortlich.<\/p>\n","protected":false},"featured_media":0,"template":"","categories":[],"tags":[667],"autoren":[2509],"publikationen":[1308],"class_list":["post-12549","publikation","type-publikation","status-publish","hentry","tag-vorgaenge-artikel","autoren-gerhard-rehn","publikationen-29-vorgaenge"],"acf":[],"yoast_head":"<!-- This site is optimized with the Yoast SEO plugin v28.6 - https:\/\/yoast.com\/product\/yoast-seo-wordpress\/ -->\n<title>Strafvollzug im Wandel: Eindr\u00fccke, Probleme, Tendenzen - Humanistische Union<\/title>\n<meta name=\"robots\" content=\"index, follow, max-snippet:-1, max-image-preview:large, max-video-preview:-1\" \/>\n<link rel=\"canonical\" href=\"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/vorgaenge\/29-vorgaenge\/publikation\/strafvollzug-im-wandel\/\" \/>\n<meta property=\"og:locale\" content=\"de_DE\" \/>\n<meta property=\"og:type\" content=\"article\" \/>\n<meta property=\"og:title\" content=\"Strafvollzug im Wandel: Eindr\u00fccke, Probleme, Tendenzen - Humanistische Union\" \/>\n<meta property=\"og:description\" content=\"aus: vorg\u00e4nge Nr. 29 (Heft 5\/1977), S. 38-52 Der Strafvollzug ist im Wandel und das am 1. Januar 1977 inkraftgesetzte neue Strafvollzugsgesetz markiert diese Entwicklung. Trotzdem hat es bisher nur zu halbherzigen und darum neue Probleme schaffenden Reformen ermuntert. Unser Strafvollzug befindet sich noch auf halbem Wege zwischen dem als inhuman erkannten Verwahrvollzug und einem [weiterlesen]\" \/>\n<meta property=\"og:url\" content=\"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/vorgaenge\/29-vorgaenge\/publikation\/strafvollzug-im-wandel\/\" \/>\n<meta property=\"og:site_name\" content=\"Humanistische Union\" \/>\n<meta property=\"article:modified_time\" content=\"2021-08-24T19:47:18+00:00\" \/>\n<meta name=\"twitter:card\" content=\"summary_large_image\" \/>\n<meta name=\"twitter:site\" content=\"@humunion\" \/>\n<meta name=\"twitter:label1\" content=\"Gesch\u00e4tzte Lesezeit\" \/>\n\t<meta name=\"twitter:data1\" content=\"30\u00a0Minuten\" \/>\n<script type=\"application\/ld+json\" class=\"yoast-schema-graph\">{\"@context\":\"https:\\\/\\\/schema.org\",\"@graph\":[{\"@type\":\"WebPage\",\"@id\":\"https:\\\/\\\/www.humanistische-union.de\\\/publikationen\\\/vorgaenge\\\/29-vorgaenge\\\/publikation\\\/strafvollzug-im-wandel\\\/\",\"url\":\"https:\\\/\\\/www.humanistische-union.de\\\/publikationen\\\/vorgaenge\\\/29-vorgaenge\\\/publikation\\\/strafvollzug-im-wandel\\\/\",\"name\":\"Strafvollzug im Wandel: Eindr\u00fccke, Probleme, Tendenzen - Humanistische Union\",\"isPartOf\":{\"@id\":\"https:\\\/\\\/www.humanistische-union.de\\\/#website\"},\"datePublished\":\"1977-10-01T18:10:00+00:00\",\"dateModified\":\"2021-08-24T19:47:18+00:00\",\"breadcrumb\":{\"@id\":\"https:\\\/\\\/www.humanistische-union.de\\\/publikationen\\\/vorgaenge\\\/29-vorgaenge\\\/publikation\\\/strafvollzug-im-wandel\\\/#breadcrumb\"},\"inLanguage\":\"de\",\"potentialAction\":[{\"@type\":\"ReadAction\",\"target\":[\"https:\\\/\\\/www.humanistische-union.de\\\/publikationen\\\/vorgaenge\\\/29-vorgaenge\\\/publikation\\\/strafvollzug-im-wandel\\\/\"]}]},{\"@type\":\"BreadcrumbList\",\"@id\":\"https:\\\/\\\/www.humanistische-union.de\\\/publikationen\\\/vorgaenge\\\/29-vorgaenge\\\/publikation\\\/strafvollzug-im-wandel\\\/#breadcrumb\",\"itemListElement\":[{\"@type\":\"ListItem\",\"position\":1,\"name\":\"Publikationen\",\"item\":\"https:\\\/\\\/www.humanistische-union.de\\\/publikationen\\\/\"},{\"@type\":\"ListItem\",\"position\":2,\"name\":\"vorg\u00e4nge\",\"item\":\"https:\\\/\\\/www.humanistische-union.de\\\/publikationen\\\/vorgaenge\\\/\"},{\"@type\":\"ListItem\",\"position\":3,\"name\":\"vorg\u00e4nge 29\",\"item\":\"https:\\\/\\\/www.humanistische-union.de\\\/publikationen\\\/vorgaenge\\\/29-vorgaenge\\\/\"},{\"@type\":\"ListItem\",\"position\":4,\"name\":\"Strafvollzug im Wandel: Eindr\u00fccke, Probleme, Tendenzen\"}]},{\"@type\":\"WebSite\",\"@id\":\"https:\\\/\\\/www.humanistische-union.de\\\/#website\",\"url\":\"https:\\\/\\\/www.humanistische-union.de\\\/\",\"name\":\"Humanistische Union\",\"description\":\"\",\"publisher\":{\"@id\":\"https:\\\/\\\/www.humanistische-union.de\\\/#organization\"},\"potentialAction\":[{\"@type\":\"SearchAction\",\"target\":{\"@type\":\"EntryPoint\",\"urlTemplate\":\"https:\\\/\\\/www.humanistische-union.de\\\/?s={search_term_string}\"},\"query-input\":{\"@type\":\"PropertyValueSpecification\",\"valueRequired\":true,\"valueName\":\"search_term_string\"}}],\"inLanguage\":\"de\"},{\"@type\":\"Organization\",\"@id\":\"https:\\\/\\\/www.humanistische-union.de\\\/#organization\",\"name\":\"Humanistische Union e.V.\",\"url\":\"https:\\\/\\\/www.humanistische-union.de\\\/\",\"logo\":{\"@type\":\"ImageObject\",\"inLanguage\":\"de\",\"@id\":\"https:\\\/\\\/www.humanistische-union.de\\\/#\\\/schema\\\/logo\\\/image\\\/\",\"url\":\"https:\\\/\\\/www.humanistische-union.de\\\/wp-content\\\/uploads\\\/2023\\\/09\\\/HU-LOGO-blau_RGB-high-scaled-e1704725806773.jpg\",\"contentUrl\":\"https:\\\/\\\/www.humanistische-union.de\\\/wp-content\\\/uploads\\\/2023\\\/09\\\/HU-LOGO-blau_RGB-high-scaled-e1704725806773.jpg\",\"width\":1000,\"height\":536,\"caption\":\"Humanistische Union e.V.\"},\"image\":{\"@id\":\"https:\\\/\\\/www.humanistische-union.de\\\/#\\\/schema\\\/logo\\\/image\\\/\"},\"sameAs\":[\"https:\\\/\\\/x.com\\\/humunion\",\"https:\\\/\\\/mastodon.social\\\/@humunion\",\"https:\\\/\\\/bsky.app\\\/profile\\\/humanistischeunion.bsky.social\"]}]}<\/script>\n<!-- \/ Yoast SEO plugin. -->","yoast_head_json":{"title":"Strafvollzug im Wandel: Eindr\u00fccke, Probleme, Tendenzen - Humanistische Union","robots":{"index":"index","follow":"follow","max-snippet":"max-snippet:-1","max-image-preview":"max-image-preview:large","max-video-preview":"max-video-preview:-1"},"canonical":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/vorgaenge\/29-vorgaenge\/publikation\/strafvollzug-im-wandel\/","og_locale":"de_DE","og_type":"article","og_title":"Strafvollzug im Wandel: Eindr\u00fccke, Probleme, Tendenzen - Humanistische Union","og_description":"aus: vorg\u00e4nge Nr. 29 (Heft 5\/1977), S. 38-52 Der Strafvollzug ist im Wandel und das am 1. Januar 1977 inkraftgesetzte neue Strafvollzugsgesetz markiert diese Entwicklung. Trotzdem hat es bisher nur zu halbherzigen und darum neue Probleme schaffenden Reformen ermuntert. Unser Strafvollzug befindet sich noch auf halbem Wege zwischen dem als inhuman erkannten Verwahrvollzug und einem [weiterlesen]","og_url":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/vorgaenge\/29-vorgaenge\/publikation\/strafvollzug-im-wandel\/","og_site_name":"Humanistische Union","article_modified_time":"2021-08-24T19:47:18+00:00","twitter_card":"summary_large_image","twitter_site":"@humunion","twitter_misc":{"Gesch\u00e4tzte Lesezeit":"30\u00a0Minuten"},"schema":{"@context":"https:\/\/schema.org","@graph":[{"@type":"WebPage","@id":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/vorgaenge\/29-vorgaenge\/publikation\/strafvollzug-im-wandel\/","url":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/vorgaenge\/29-vorgaenge\/publikation\/strafvollzug-im-wandel\/","name":"Strafvollzug im Wandel: Eindr\u00fccke, Probleme, Tendenzen - Humanistische Union","isPartOf":{"@id":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/#website"},"datePublished":"1977-10-01T18:10:00+00:00","dateModified":"2021-08-24T19:47:18+00:00","breadcrumb":{"@id":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/vorgaenge\/29-vorgaenge\/publikation\/strafvollzug-im-wandel\/#breadcrumb"},"inLanguage":"de","potentialAction":[{"@type":"ReadAction","target":["https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/vorgaenge\/29-vorgaenge\/publikation\/strafvollzug-im-wandel\/"]}]},{"@type":"BreadcrumbList","@id":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/vorgaenge\/29-vorgaenge\/publikation\/strafvollzug-im-wandel\/#breadcrumb","itemListElement":[{"@type":"ListItem","position":1,"name":"Publikationen","item":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/"},{"@type":"ListItem","position":2,"name":"vorg\u00e4nge","item":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/vorgaenge\/"},{"@type":"ListItem","position":3,"name":"vorg\u00e4nge 29","item":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/vorgaenge\/29-vorgaenge\/"},{"@type":"ListItem","position":4,"name":"Strafvollzug im Wandel: Eindr\u00fccke, Probleme, Tendenzen"}]},{"@type":"WebSite","@id":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/#website","url":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/","name":"Humanistische Union","description":"","publisher":{"@id":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/#organization"},"potentialAction":[{"@type":"SearchAction","target":{"@type":"EntryPoint","urlTemplate":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/?s={search_term_string}"},"query-input":{"@type":"PropertyValueSpecification","valueRequired":true,"valueName":"search_term_string"}}],"inLanguage":"de"},{"@type":"Organization","@id":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/#organization","name":"Humanistische Union e.V.","url":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/","logo":{"@type":"ImageObject","inLanguage":"de","@id":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/#\/schema\/logo\/image\/","url":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/wp-content\/uploads\/2023\/09\/HU-LOGO-blau_RGB-high-scaled-e1704725806773.jpg","contentUrl":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/wp-content\/uploads\/2023\/09\/HU-LOGO-blau_RGB-high-scaled-e1704725806773.jpg","width":1000,"height":536,"caption":"Humanistische Union e.V."},"image":{"@id":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/#\/schema\/logo\/image\/"},"sameAs":["https:\/\/x.com\/humunion","https:\/\/mastodon.social\/@humunion","https:\/\/bsky.app\/profile\/humanistischeunion.bsky.social"]}]}},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/hu-json\/wp\/v2\/publikation\/12549","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/hu-json\/wp\/v2\/publikation"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/hu-json\/wp\/v2\/types\/publikation"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/hu-json\/wp\/v2\/media?parent=12549"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/hu-json\/wp\/v2\/categories?post=12549"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/hu-json\/wp\/v2\/tags?post=12549"},{"taxonomy":"autoren","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/hu-json\/wp\/v2\/autoren?post=12549"},{"taxonomy":"publikationen","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/hu-json\/wp\/v2\/publikationen?post=12549"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}