{"id":12554,"date":"1976-12-31T18:00:00","date_gmt":"1976-12-31T17:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/publikation\/thesen-zur-jugend-subkultur-in-der-brd-1976\/"},"modified":"2021-08-24T21:47:00","modified_gmt":"2021-08-24T19:47:00","slug":"thesen-zur-jugend-subkultur-in-der-brd-1976","status":"publish","type":"publikation","link":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/vorgaenge\/24-vorgaenge\/publikation\/thesen-zur-jugend-subkultur-in-der-brd-1976\/","title":{"rendered":"Thesen zur Jugend-Subkultur in der BRD 1976"},"content":{"rendered":"<p>aus: vorg\u00e4nge Nr. 24 (Heft 6\/1976), S. 62-72<\/p>\n<p>1. Ich bin von der Redaktion aufgefordert worden, wahrscheinlich auf Grund meines Buchs Theorie der Subkultur [1], f\u00fcr dieses Heft einen Artikel zur &#8222;Jugend-Subkultur&#8220; zu schreiben. Wieder einmal in der Deutschen Bundesbahn, 21 Minuten vor dem Tag des Redaktionsschlusses, sehe ich mich doch noch in der Lage, dieser Aufforderung nachzukommen.<\/p>\n<p>2. Die Themenstellung erheischt zun\u00e4chst die Frage, was denn &#8222;Jugend&#8220; und was denn &#8222;Kultur&#8220; (und folglich &#8222;Subkultur&#8220;) sei. Was ich unter &#8222;Kultur&#8220;\/&#8220;Subkultur&#8220; verstehe, ist bekannt (wenn auch nicht unumstritten [2]) : den Inbegriff (oder auch, der Sache nach, die Totalit\u00e4t) aller Normen, Wertordnungen, Werkzeuge, Verkehrsformen etc. bzw den Inbegriff all dieser, die sich in einem wesentlichen Ausma\u00df von solchen der jeweils bestehenden Gesamtgesellschaft unterscheiden.<\/p>\n<p>3. Eine solche Bestimmung hat Folgen f\u00fcr die Behandlung der Themenstellung. &#8222;Kultur&#8220; versteht sich dann nicht nur als Frage der Kunst (und ihrer Randformen), der Moral, der Etikette, sondern bezieht das Ganze der immateriellen Produktion (mit \u00dcberlappungen zur materiellen: &#8222;Werkzeuge&#8220;) mit ein. In meinem Falle f\u00fchrt dies der Tendenz nach zu einer schier endlosen Abfolge von &#8222;Subkultur und&#8230;&#8220;-Fragestellungen. Hier ist es halt &#8222;Subkultur und Jugend&#8220;.<\/p>\n<h2 class=\"auto-created\"><span id=\"was-ist-das-eigentlich-jugend\">Was ist das eigentlich: Jugend?<\/span><\/h2>\n<p>4. Die Schwierigkeiten mit dem Begriff &#8222;Jugend&#8220; habe nicht nur ich. Zu erinnern ist an die periodisch auftretenden Debatten \u00fcber die Verringerung der Altersgrenze f\u00fcr die Jungsozialisten in der SPD; derzeit wird gerade diese Diskussion f\u00fcr das Jugendwerk der Arbeiterwohlfahrt gef\u00fchrt [3]. Der politische Hintergrund dieser Kontroversen zeigt auf, da\u00df eine Ausdehnung der &#8222;Jugend&#8220; von der &#8222;Nicht-Jugend&#8220; als bedrohlich wahrgenommen wird. Je weniger &#8222;Jugend&#8220;, desto besser f\u00fcr die \u00c4lteren. Andrerseits weisen die Interessen der produzierenden Unternehmen in eine entgegengesetzte Richtung: der Konsum ihrer Produkte soll zum Ausdruck einer fortbestehenden Identifikation mit der &#8222;Jugend&#8220; werden [4]. Also: je mehr &#8222;Jugend&#8220;, desto besser f\u00fcr die Firmenbilanz.<\/p>\n<p>5. Zwischenzeitlich scheint nachgewiesen, da\u00df &#8222;Jugend&#8220;, ebenso wie &#8222;Kindheit&#8220; oder &#8222;Alter&#8220;, ziemlich neuen Datums ist [5]. Weit davon entfernt, eine biologische Konstante zu sein, entsteht die Ausgrenzung der &#8222;Jugend&#8220; mit dem Aufkommen der gro\u00dfen Industrie im 18. und 19. Jahrhundert. Die Kinder und Jugendlichen, geleitet von der Erfahrung ihrer Gro\u00dffamilie, wachsen in Mittelalter und fr\u00fcher Neuzeit allm\u00e4hlich in ihre Berufe hinein. (Siehe als Ausdruck der Regel die von Erwachsenen nicht unterscheidbaren Gesichter auf Brueghel-Bildern; siehe als Ausdruck krisenzeitlicher Ausnahme den Simplicius des Grimmelshausen.) Handinhand mit der durch Verschulung [6] und Entwicklung der neuzeitlichen P\u00e4dagogik [7] gekennzeichneten Notwendigkeit zur abgehobenen Qualifikation von Arbeitskr\u00e4ften f\u00fcr die Industrie vollzieht sich die Entwicklung von. &#8222;Jugend&#8220;.<\/p>\n<p>6. &#8222;Jugend&#8220; erscheint also zun\u00e4chst nicht als eine Kategorie der Biologie, sondern als eine Kategorie der Qualifikation: gemeint sind die f\u00fcr den Arbeitsproze\u00df noch nicht vollg\u00fcltig Qualifizierten. Anhand der Schulentwicklungen l\u00e4\u00dft sich nachweisen, da\u00df sich der Begriff von &#8222;Jugend&#8220; klassenspezifisch herausbildet: eine b\u00fcrgerliche &#8222;Jugend&#8220; gibt es fr\u00fcher als eine Arbeiter&#8220;jugend&#8220;.<\/p>\n<p>7. Dies w\u00fcrde aber noch nicht erkl\u00e4ren, wieso &#8222;Jugend&#8220; als Gattungsbegriff \u00fcberhaupt denkbar ist. Meine eigene &#8222;Jugend&#8220; als universit\u00e4r qualifizierter Intellektueller, verschleierte Arbeitslosigkeit inbegriffen, endete im Alter von 32 Jahren. Nach dem genannten Kriterium endet die &#8222;Jugend&#8220; eines Sonderschulabg\u00e4ngers, der eine Hilfsarbeiterstelle antritt, mit 14 Jahren (ein Alter, nachdem manchen Auffassungen zufolge die &#8222;Jugend&#8220; erst beginnt).<\/p>\n<p>8. Ist das genannte Kriterium den jeweils bestehenden Produktionsverh\u00e4ltnissen geschuldet, verbleibt seine Verallgemeinerung in Abh\u00e4ngigkeit vom jeweils erreichten Stand der Produktivkr\u00e4fte. (\u00c4hnliches gilt im\u00fcbrigen f\u00fcr das &#8222;Alter&#8220;, wie die best\u00e4ndig gef\u00fchrte Diskussion um Rentendynamik, zuk\u00fcnftige Finanzierungssorgen der Rentenversicherungstr\u00e4ger etc. beweist.)<\/p>\n<p>9. Der &#8222;ideelle Gesamtjugendliche&#8220; (ein so scheu\u00dflicher Begriff, da\u00df ich ihn in diesem Aufsatz kein zweites Mal verwenden werde) verdankt sich also demjenigen erreichten Stand der Produktivkr\u00e4fte, der bei optimaler Mittelverwendung seiner gesamten Generation eine gleich hohe Qualifikation erm\u00f6glichen w\u00fcrde. Die jahrgangsbezogen \u00fcberaus hohen Hochschulbesucherzahlen etwa in den USA und in der UdSSR zeigen, ebenso wie das popul\u00e4re Schlagwort, keinem \u00fcber drei\u00dfig zu trauen, die derzeitigen Grenzwerte der Altersbestimmung von &#8222;Jugend&#8220; f\u00fcr hochindustrialisierte Gesellschaften an.<br \/>Um diese Werte herum oszilliert der jeweils empirische &#8222;Jugendliche&#8220; einer gegebenen Gesamtgesellschaft. Mag er nun privilegiert oder arbeitslos genug sein, individuell diesen Grenzwert hinauszuschieben, mag er nun aufgrund von Erscheinungsformen seiner Klassenlage weit unterhalb der gesamtgesellschaftlich notwendigen Qualifikationsgrenze gen\u00f6tigt sein, in den Produktionsproze\u00df einzuitreten.<\/p>\n<p>10. Es liegt auf der Hand, da\u00df die Bestimmung von &#8222;Jugend&#8220; solcherart vom jeweils erreichten Produktionsniveau abh\u00e4ngig ist. In dem biologischen Alter, in dem im einen Land gerade der Grenzwert von &#8222;Jugend&#8220; erreicht wird, mag in einem anderen Land schon nahezu die durchschnittliche Lebenserwartung liegen.<\/p>\n<p>11. Mit der Abh\u00e4ngigkeit des Begriffs von &#8222;Jugend&#8220; vom erreichten Stand der Produktivkr\u00e4fte ist gleichzeitig gesagt, da\u00df in seiner allgemeinen Tendenz der Grenzwert von &#8222;Jugend&#8220; dazu neigt, sich nach oben zu verschieben. Die Entwicklung des Kapitalverwertungsprozesses [8] ebenso wie die (widerspr\u00fcchlich) humane Neigung zur Erleichterung der M\u00fchsal von Arbeit (in ihr Extrem getrieben in der imgrunde logisch widersinnigen Forderung nach der Abschaffung von Arbeit \u00fcberhaupt [9]) treiben eine unweigerliche Entwicklung der Produktivkr\u00e4fte hervor (von der gleichzeitigen Entwicklung von Destruktivkr\u00e4ften mu\u00df in diesem Zusammenhang abgesehen werden). Soweit nicht der Begriff der &#8222;Produktivkr\u00e4fte&#8220; technizistisch verk\u00fcrzt wird, \u00e4ndert daran auch die Diskussion um \u00d6kologie und Wachstumsbegrenzung nichts [10]. (Die Verallgemeinerung einer energiesparenden &#8222;mittleren Technologie&#8220; w\u00fcrde etwa einen bedeutenden Fortschritt in der Entwicklung der Produktivkr\u00e4fte darstellen).<\/p>\n<p>12. Das macht: die &#8222;Jugend&#8220; wird &#8222;\u00e4lter&#8220; werden. In ihrer allgemeinen Tendenz hat sich die &#8222;Jugend&#8220; verbreitert und wird sich weiter verbreitern. Dies macht es \u00fcberhaupt erst m\u00f6glich, von einer &#8222;Jugendkultur&#8220; zu sprechen, folglich auch von einer &#8222;Jugendsubkultur&#8220; (ebenso auch die Werbestrategien, eine &#8222;Zielgruppe Jugend&#8220; betreffend).<\/p>\n<p>12. A: Hier mu\u00df auch die im \u00fcbrigen interessante Fragestellung ausgeklammert werden, inwieweit der angedeutete gesellschaftliche Proze\u00df auch Tendenzen hervortreibt, den Begriff &#8222;Jugend&#8220; wieder in sich zur\u00fcckzunehmen. Ebenfalls, unter welchen gesellschaftlichen Bedingungen diese Tendenzen zur Entfaltung k\u00e4men. Anzeichen daf\u00fcr sind vorhanden. Wird zum Beispiel, wie im Konzept der &#8222;permanenten Weiterbildung&#8220; [11] (und in dazu alternativen, etwa an Illich orientierten, Konzepten [12]), davon ausgegangen, Qualifikationsprozesse als eine lebenslange Aufgabe verbindlich zu machen, so schl\u00e4gt der Begriff der &#8222;Jugend&#8220; am Punkt der endlosen Erweiterung seines Grenzwerts um. (\u00c4hnliche Anzeichen lie\u00dfen sich aus den Gegenst\u00e4nden der Mode, der Biologie, des Rechts etc zusammentragen.) Maler des 22. Jahrhunderts k\u00f6nnten vielleicht wieder Jugendliche mit erwachsenen Gesichtern malen.<\/p>\n<h2 class=\"auto-created\"><span id=\"funktionen-der-akkumulationszyklen\">Funktionen der Akkumu&shy;la&shy;ti&shy;ons&shy;zy&shy;klen<\/span><\/h2>\n<p>13. Jedoch zeichnen sich Tendenzen dadurch aus, da\u00df es immer ihnen entgegenwirkende Tendenzen gibt. Diese besonderen Tendenzen h\u00e4ngen in letzter Instanz von langfristigen wirtschaftlichen Schwankungen ab [13], die den Zyklus von Kapitalakkumulation, und auch von Erneuerungen von Produktivkr\u00e4ften, zum Ausdruck bringen. (Von<br \/>besonderen Tendenzen, die aus Entwicklungsprozessen in Jugendsubkulturen selbst resultieren, wird weiter unten die Rede sein.)<\/p>\n<p>14. Die Funktion der Akkumulationszyklen f\u00fcr die besonderen Tendenzen zur Entwicklung der Personenzusammenfassung &#8222;Jugend&#8220; und ihres Begriffs l\u00e4\u00dft sich, in aufsteigender Reihenfolge, in dreierlei Hinsicht beschreiben:<\/p>\n<p>a) unmittelbar \u00f6konomisch;<br \/>b) empirisch: gesellschaftlich, politisch, kulturell;<br \/>c) als wichtig f\u00fcr die jeweilige Formbestimmung der Jugendsubkulturen.<\/p>\n<p>15. Zu a) In den Zeiten absteigender Akkumulationszyklen (z.B. 1914-1940 oder ab 1966\/67) sinkt im allgemeinen das Ausma\u00df umzuverteilender Revenuen (Eink\u00fcnfte). Dies findet seinen auff\u00e4higsten Ausdruck in der \u00f6ffentlichen Mittelknappheit: der Staat hat (z.B. infolge relativ sinkenden Steueraufkommens) zu wenig Geld, um Bildungs-, Sozial-, Kulturma\u00dfnahmen ausf\u00fchren zu k\u00f6nnen, die die Weiterqualifikation der &#8222;Jugend&#8220; sicherzustellen imstande sind. (Was nicht hei\u00dft, da\u00df er f\u00fcr andere Staatsaufgaben, wie R\u00fcstung und Polizei, nicht noch genug Mittel h\u00e4tte: er braucht sie auch besonders, da in diesen zyklischen Phasen die Wahrscheinlichkeit der Produktion von Kriegen und Revolutionen eher zunimmt.) Andere Ausdrucksformen sind: Arbeitslosigkeit, Inflation, Reallohnsenkungen, und in deren Folge relative Verelendung (und manchmal auch absolute).<br \/>F\u00fcr unser Thema hei\u00dft dies: die empirische &#8222;Jugend&#8220;, weniger qualifiziert, fr\u00fcher dem durchg\u00e4ngigen Kampf um den Verkauf der Arbeitskraft ausgesetzt, wird &#8222;j\u00fcnger&#8220;.<\/p>\n<p>16. Zu b) Gerade weil in diesen Zeiten absteigender Akkumulationszyklen relative Verelendung stattfindet, kann (mu\u00df nicht: dies bed\u00fcrfte einer jeweils genaueren Untersuchung) die Unzufriedenheit mit einer gegebenen Gesellschaftsordnung sich bis zu dem Bed\u00fcrfnis steigern, diese zu ver\u00e4ndern. Vorbeugen ist besser als heilen, sagen sich die Staaten: diese Zeiten stellen sich historisch dar auch als Bl\u00fctezeiten der Zensur (zB Metternich w\u00e4hrend 1823-184$), der Parteienverbote (zB Sozialistengesetz 1878-91), der politischen Justiz sowohl 1873-96, als auch 1914-1940), letztlich des Faschismus (1914-45).<\/p>\n<p>17. Die bestimmte geschichtliche Situation eines Landes in ihrem Widerspiel von Entfaltung der Produktivkr\u00e4fte, Formen der \u00f6konomischen Krise, St\u00e4rke der repressiven Ma\u00dfnahmen und der diesen entgegenwirkenden Kr\u00e4fte (vorallem der Arbeiterbewegung) formt die Erfahrungen jener Menschen, also auch jener &#8222;Jugendlichen&#8220;, die dieser geschichtlichen Situation unterworfen sind. Dies umsomehr, und wohl auch teils phasenverschoben, wenn diesen Erfahrungen jene aus dem gerade vergangenen aufsteigenden Akkumulationszyklus entgegenstehen, der zumeist als &#8222;Wirtschaftswunder&#8220; (1949-67), &#8222;Belle epoque&#8220; (1897-1914) oder \u00e4hnlich erlebt worden ist.<\/p>\n<p>18. Das hei\u00dft f\u00fcr unser Thema: die empirische &#8222;Jugend&#8220; sinkt zus\u00e4tzlich erheblich unter ihren logischen Grenzwert, wenn sie sich durch ihre historische Lage dazu gezwungen sieht, ihre Erfahrungen so aufzuarbeiten, da\u00df sie durch Anpassung an die gegebene Gesellschaftsstruktur das je vergangene &#8222;goldene Zeitalter&#8220; wiederherzustellen glaubt. Sie wird fr\u00fcher &#8222;erwachsen&#8220;. Es k\u00f6nnte auch gesagt werden: sie resigniert fr\u00fcher.<\/p>\n<p>19. Aktuelle Illustration (BRD 1976): Berufsverbote, Einschr\u00e4nkungen der Meinungsfreiheit ( \u00a7 88 a, \u00a7 130), Arbeitslosigkeit und Jugendarbeitslosigkeit, Numerus Clausus (und die diesem folgende Verlagerung von Stress, Leistungsdruck und sozialdarwinistischem Konkurrenzkampf in die Schulb\u00e4nke), Regelstudienzeit, R\u00fccknahme geplanter Reformen in der Berufsausbildung, Spitzelwesen, Baf\u00f6G-K\u00fcrzungen, Ansteigen von Alkoholismus und Mi\u00dfbrauch anderer Drogen, Ansteigen von psychischer Krankheit und Kriminalit\u00e4t: alle diese Erscheinungsformen des derzeitigen absteigenden Akkumulationszyklus beeintr\u00e4chtigen erheblich ein produktives Aufarbeiten der Krisenerfahrungen. Je weniger die vorangegangene Phase bewu\u00dft erlebt worden ist, destomehr steigt die Anpassungsneigung (unter diesen Bedingungen).<br \/>Selbst in der Statistik zu den Bundestagswahlen 1976 schl\u00e4gt sich, in verk\u00fcmmerter Form, diese Entwicklung nieder: Die &#8222;junge Jugend&#8220; (die 18 bis 25j\u00e4hrigen) neigte dazu, mehrheitlich CDU\/CSU zu w\u00e4hlen. Die &#8222;alte Jugend&#8220; (die 25 bis 30j\u00e4hrigen) hat die mehrheitliche Wahl der SPD beibehalten. Da sie schon anderes lebensgeschichtlich erfahren hat, erscheint ihr die &#8222;Tendenzwende&#8220; (eine ideologische Verkl\u00e4rung der genannten sozio-\u00f6konomischen Prozesse) nicht als naturgeschichtliche Notwendigkeit.<\/p>\n<p>20. Zu c) Subkulturen (und seit ca 1880 auch<br \/>Jugendsubkulturen) hat es, als Gruppen mit dem Anspruch einer Totalit\u00e4t abweichender Ansichten und Praktiken, wohl seit den Folgeerscheinungen der neuzeitlichen Revolution, also auch in den verschiedenen Akkumulationszyklen seit dem Aufkommen der gro\u00dfen Industrie, gegeben. Was aber von letzteren dann grundlegend beeinflu\u00dft zu werden scheint, ist die Bestimmung der Form, in denen die besonderen Subkulturen denken, f\u00fchlen und handeln. Auch diese Formbestimmungen zeigen die entgegenwirkende Tendenz, die &#8222;Jugend&#8220; nach unten &#8222;einzuschr\u00e4nken&#8220;.<\/p>\n<h2 class=\"auto-created\"><span id=\"einfluss-absteigender-akkumulationszyklen\">Einflu&szlig; abstei&shy;gender Akkumu&shy;la&shy;ti&shy;ons&shy;zy&shy;klen<\/span><\/h2>\n<p>21. Meines Erachtens k\u00f6nnen inetwa folgende Momente des Einflusses absteigender Akkumulationszyklen auf Jugendsubkulturen verallgemeinert werden:<\/p>\n<p>1) Da infolge \u00f6ffentlicher Mittelknappheit, Mangel an umzuverteilenden Revenuen etc der Staat und andere politische Gro\u00dfverb\u00e4nde weniger hierf\u00fcr infragekommen (von deren politischer Negation durch [und der] Jugendsubkulturen ganz zu schweigen), sind Jugendsubkulturen st\u00e4rker an Normen der Selbsthilfe und Selbstorganisation (bis hin zur Autarkie) orientiert. Die aufsteigen-den Akkumulationszyklen sind die relativen Bl\u00fctezeiten der Gewerkschaftsbewegungen, die absteigenden die relativen Bl\u00fctezeiten der Genossenschaftsbewegungen.<br \/>2) Aus denselben Gr\u00fcnden k\u00f6nnen Jugendsubkulturen, wenigstens zeitweise und auf von der Gesamtgesellschaft \u00fcberschaubarem Raum, Funktionen \u00f6ffentliche Kultur- und Sozialpolitik \u00fcbernehmen [14].<br \/>3) St\u00e4rker als in Zeiten aufsteigender Akkumulationszyklen wird, als Folgeerscheinung \u00f6ffentlicher Repression, seitens der Jugendsubkulturen versucht, ihre Absicht gesellschaftlicher Ver\u00e4nderung durch Umgehung des direkten Wegs zu erreichen. Hierf\u00fcr kommen Religion, Sexualit\u00e4t, R\u00fcckkehr zur Natur im Selbstverst\u00e4ndnis der Jugendsubkulturen infrage; neuerdings auch Psychotherapien.<br \/>4) W\u00e4hrend der aufsteigende Akkumulationszyklus von Versuchen begleitet wird, die (Weiter-) Qualifikation durch Angleichung an den formalen, gesamtgesellschaftlichen Weg zu erreichen, wird das Qualifikationsbestreben subkultureller Jugendlicher in absteigenden Akkumulationszyklen durch die Orientierung an h\u00e4ufig informellen, stark erfahrungsorientierten Qualifikationsprozessen gekennzeichnet.<\/p>\n<p>21. A. So scheint mir auch der vielbeschworene &#8222;Generationskonflikt&#8220; in den letzten beiden Jahrhunderten eine Folge der offenkundigen Tatsache zu sein, da\u00df Eltern und Kinder nahezu notwendigerweise ihre lebensgeschichtlich entscheidenden Erfahrungen in verschiedenen akkumulationszyklischen Phasen gemacht haben.<\/p>\n<p>22. Es erschiene mir nun als Nonsense, die verschiedenen Erscheinungsformen jugendlicher Subkultur allein auf der Grundlage von akkumulationszyklischen Entwicklungen zu bestimmen. Lokale und regionale Besonderheiten \u00f6konomischer, politischer und kultureller Art, die Klassenlage der Betroffenen, weltweite Moden etc spielen eine, mitunter im einzelnen entscheidende, Rolle. (So w\u00e4re es durchaus m\u00f6glich, die unterschiedliche Entwicklung der Studentenbewegung 1967 in den St\u00e4dten Berlin, Frankfurt, Heidelberg, M\u00fcnchen, T\u00fcbingen, Hamburg &#8211; den Hauptorten der sp\u00e4teren Fraktionen &#8211; schon aufgrund des &#8222;Klimas&#8220; der jeweiligen Universit\u00e4t, das hei\u00dft der wissenschaftlichen Verkehrsformen der Hochschullehrer, zu skizzieren.)<\/p>\n<h2 class=\"auto-created\"><span id=\"die-weiterentwicklung-der-produktivkraefte\">Die Weiter&shy;ent&shy;wick&shy;lung der Produk&shy;tiv&shy;kr&auml;fte<\/span><\/h2>\n<p>23. Bevor ich nun den Versuch unternehme, in verk\u00fcrzten Anmerkungen den Stand der Jugendsubkulturen in der BRD 1976 zu bestimmen, ist doch noch auf die aktuelle inhaltliche Seite des derzeit vorherrschenden absteigenden Akkumulationszyklus einzugehen. Dies betrifft wiederum die Tendenz zur Weiterentwicklung der Produktivkr\u00e4fte.<\/p>\n<p>24. Der derzeit vorherrschende Akkumulationszyklus begann etwa 1940, er wird nach allen bislang vorliegenden Erfahrungen zwischen 1990 und 1993 enden. Die ihm zugrundeliegende Innovation ist die Elektronik und, als dieser folgende Wissenschaft, die Kybernetik. Der zun\u00e4chst erzielte Effekt dieser elektronisch-kybernetischen Produktionsweise ist ein neuer Schub in der ver\u00e4nderten organischen Zusammensetzung des Kapitals (branchenweise mag die Maschinerie die menschliche Arbeit so gut wie vollst\u00e4ndig zu beherrschen), die M\u00f6glichkeit totaler Kontrolle des Einzelmenschen, eine weltweite Konzentration der Einzelkapitale (einschlie\u00dflich deren generalstabsm\u00e4\u00dfigen Planung ihrer Produktions- und Distributionsstrategien). Andererseits zeigt sich vage am Horizont die nunmehr technische (wenngleich nicht politische) M\u00f6glichkeit von starker Arbeitszeitverminderung, umfassender Demokratisierung und Dezentralisierung.<\/p>\n<p>25. Einige der wesentlichen kulturellen Auswirkungen der elektronisch-kybernetischen Produktionsweise sind:<\/p>\n<p>1) Die Lohnarbeit des Intellektuellen wird nunmehr nicht nur der Form nach, sondern auch als inhaltliche Unterstellung unter die elektronische Maschinerie der bestehenden Produktionsweise unterworfen.<br \/>2) Die elektronische Maschinerie verst\u00e4rkt zun\u00e4chst den Zwang zur gro\u00dfen Serie; sie erzwingt die Arbeit in Gruppen, Teams, Kollektiven.<br \/>3) Sie verst\u00e4rkt gleichzeitig die weitere Vereinzelung des Einzelnen, zwingt ihn gleichzeitig von au\u00dfen mit seinesgleichen in Gruppen zusammen.<br \/>4) Sie erm\u00f6glicht gleicherma\u00dfen erstmalig in der Menschheitsgeschichte das zeit\u00f6konomische \u00dcberwiegen von Freizeit \u00fcber Arbeitszeit f\u00fcr einen gro\u00dfen Teil der Bev\u00f6lkerung.<br \/>5) Sie erm\u00f6glicht ebenfalls erstmalig in der Menschheitsgeschichte die Ausrottung der gesamten Menschheit durch eigene Hand.<br \/>6) Elektronische Medien werden zum allt\u00e4glichen Spiel-Zeug auch der Lohnabh\u00e4ngigen.<\/p>\n<p>26. Diesen Auswirkungen entziehen sich auch die Jugendsubkulturen nicht, sei es in Form der Affirmation, sei es in Form der Negation.<\/p>\n<p>27. Somit l\u00e4\u00dft sich der Stand der aktuellen Entwicklung der Jugendsubkultur wie folgt andeuten:<\/p>\n<h2 class=\"auto-created\"><span id=\"die-autonome-jugendzentrenbewegung\">Die autonome Jugend&shy;zen&shy;tren&shy;be&shy;we&shy;gung<\/span><\/h2>\n<p>28. St\u00e4rkster Ausdruck der Jugendsubkultur ist die autonome Jugendzentrenbewegung, mit hunderten Initiativen bis hin in kleine Gemeinden. Auf Selbsthilfe hin orientiert, von den St\u00e4dten \u00f6konomisch im Stich gelassen, wehrt sie sich zunehmend gegen organisatorische Einfl\u00fcsse von au\u00dfen, auch gegen solche aus politischen Subkulturen.<\/p>\n<p>29. Die Jugendzentrenbewegung ist in ihrer eigenen Praxis immer noch weithin konsumorientiert, auch wenn es sich dabei weitgehend um einen &#8222;alternativen&#8220;, &#8222;armen&#8220; Konsum handelt, Der Gedanke an eigene Produktion ist erst vereinzelt, und da im Gefolge der Jugendarbeitslosigkeit aufgekommen, wird er noch seltener praktisch realisiert.<\/p>\n<p>30. Die Praxis der Jugendzentren zeichnet sich weitgehend durch den Mangel an verbaler Qualifikation aus. \u00dcberwiegendes Mittel zur Vergesellschaftung der Jugendlichen ist hier die Musik geblieben. Soweit themenbezogene Arbeitskreise bestehen, ist der Erwerb erfahrungsbezogener Qualifikationen (Foto, Film, Kleinpresse, Keramik) weithin ihr Gegenstand.<\/p>\n<p>31. Im Gegensatz etwa zur Sch\u00fclerbewegung (Sch\u00fcler-Union) ist bislang der Einbruch (und die Vereinnahmung) in die (der) Jugendzentren seitens an gesamtgesellschaftlichen Normen und Werthaltungen orientierter Jugendgruppen nicht gelungen.<br \/>32. Die Jugendzentrenbewegung ist vergleichsweise wenig studentisch beeinflu\u00dft. Einige ihrer regionalen Schwerpunkte liegen in Gegenden, wo es kaum Hochschulen gibt (L\u00fcneburger Heide, Rems-Murr-Kreis in W\u00fcrttemberg, von Hoch-schulen abgelegene Teile des Ruhrgebiets).<\/p>\n<h2 class=\"auto-created\"><span id=\"aesthetische-formen\">&Auml;sthetische Formen<\/span><\/h2>\n<p>33. Das Anh\u00f6ren oder auch Produzieren von Musik, zumeist mit Hilfe elektronischer Medien, hat an Beliebtheit nichts eingeb\u00fc\u00dft. Festivals und gro\u00dfe lokale Musikveranstaltungen sind nachwievor Lieblingstreffpunkte von Jugendsubkulturen. Grundlage der Musik bietet eine variierbare Mischung von Rock-, Pop- und Jazzelementen, seltener auch von Elementen zeitgen\u00f6ssischer konzertanter Musik. Im einzelnen m\u00f6gen da gro\u00dfe, klassenspezifische, Unterschiede bestehen. Die emphatische Interpretation vorgeblicher oder wirklicher emanzipatorischer Funktion dieser Musik, etwa als &#8222;sprachlose Rebellion&#8220; [15], hat abgenommen.<\/p>\n<p>34. Allm\u00e4hlich gewinnen andere \u00e4sthetische Formen der Selbstdarstellung, bzw der Darstellung eigener Probleme, an Beliebtheit. Zu nennen ist hier der Videofilm, die Theatergruppe (die etwa Probleme der Jugendlichen im F\u00fcrsorgeerziehungsheim, in der Diskothek etc darstellerisch aufgreift), das Soziodrama. Da\u00df vereinzelt auch wieder das 1967\/68 mit gro\u00dfem Pomp begrabene Kabarett die Szene betritt, scheint mir ein sicheres Anzeichen f\u00fcr die versch\u00e4rfte staatliche Unterdr\u00fcckung zu sein.<\/p>\n<h2 class=\"auto-created\"><span id=\"wohngemeinschaften-und-landkommunen\">Wohnge&shy;mein&shy;schaften und Landkom&shy;munen<\/span><\/h2>\n<p>35. Die Wohngemeinschaftsbewegung (WG; als Massenbewegung ein wirklicher Spr\u00f6\u00dfling der elektronisch-kybernetischen Produktionsweise) nimmt weiterhin zu. Dies mag manlfrau leicht den Anschl\u00e4gen in den Hochschulorten und den Kleinanzeigen in der alternativen Presse entnehmen. Versuche, die WG-Bewegung zum Ausgangspunkt einer breiteren, sich auch als politisch verstehender Str\u00f6mung zu machen, sind vorerst gescheitert. (Eine Reihe von WG-Kooperativen hat sich aufgel\u00f6st oder ihre T\u00e4tigkeiten ein-geschr\u00e4nkt; der &#8222;Alternative Info-Verteiler&#8220; als ihr dezentrales Koordinationsorgan vegetiert eher dahin.)<\/p>\n<p>36. Die Wohngemeinschaftsbewegung scheint sich allm\u00e4hlich \u00fcber studentische und akademische Kreise hinaus einzudehnen. Ein Anzeichen daf\u00fcr ist wiederum, da\u00df sie auch in hochschularmen Gegenden auftritt (zB in Ostwestfalen, wo sie weitgehend von Jungarbeitern repr\u00e4sentiert wird). Ebenso allm\u00e4hlich ist (wiederum verst\u00e4rkt durch die herrschende Arbeitslosigkeit &#8211; oder doch zumindest durch die Angst vor dieser) das Interesse an alternativer \u00d6konomie [16] in der WG-Bewegung gestiegen.<\/p>\n<p>37. Mag die WG-Bewegung noch so sehr ideologisch als die Produktionsst\u00e4tte des &#8222;neuen Menschen&#8220; verkl\u00e4rt worden seinl [17], die materielle Grundlage ihrer Chancen liegt in niedrigem Arbeitslosengeld, sinkendem Baf\u00f6G, sinkendem Reallohn. So verstehen sich alternativer Konsum und &#8222;Kultur der Armut&#8220; [18] von selbst, auch wenn sich oft empirisch die Motivation der WG-Bewohner zu dieser nicht als Folge, sondern als Vorwegnahme von Arbeitslosigkeit, vermittelt \u00fcber die Vermeidung der oft m\u00f6rderisch versch\u00e4rften Konkurrenz mit ihren Folgeerscheinungen (Stress, psychosomatische Krankheiten etc) darstellt.<\/p>\n<p>38. Wie zu erwarten, haben sich Selbsthilfegruppen in den letzten Jahren stark vermehrt. Zumindest in K\u00f6ln, Dortmund, Bielefeld, Berlin und Frankfurt haben sich Arbeitslosenselbsthilfen gebildet, die sich mit Maurerarbeiten, Transporten und L\u00e4den \u00fcber Wasser halten. (Aus den WG-Kooperativen entstandene Institutionen in Hamburg, Hannover und M\u00fcnchen erf\u00fcllen teils eine \u00e4hnliche Funktion.) Jedenfalls in Wiesbaden hat sich der erste Konsumverein aus den Bewohnern einer Obdachlosensiedlung heraus neukonstituiert. Die Geschichte der Genossenschaftsbewegung wird in Kreisen der Jugendsubkultur wieder neu studiert [19]<\/p>\n<p>39. Auch die Tendenz zur Gr\u00fcndung von Landkommunen h\u00e4lt immer noch an. Anscheinend ist der Proze\u00df der Freisetzung agrarischer Arbeitskraft noch nicht so weit zum Stillstand gekommen, da\u00df das Problem steigender Grundrente diese Tendenz h\u00e4tte beeintr\u00e4chtigen k\u00f6nnen. So treten auch die Landkommunen vermehrt in strukturschwachen Randgebieten, teils mit Grenzb\u00f6den, auf (Landkreis Danneberg-L\u00fcchow, Niederbayern, W\u00fcrttemberg, Schleswig-Holstein). Doch ist, im Gegensatz zu den USA, Gro\u00dfbritannien oder der Schweiz, ihr Stellenwert als (sub-) kulturbildender Faktor eher gering. Es werden eher wenig B\u00f6den bebaut, der Lebensunterhalt setzt sich aus einem bi\u00dfchen Gartenbau, etwas Handwerk und etwas Spenden von st\u00e4dtischen Bekannten zusammen; wirklich aktiv sind eigentlich nur die Landkommunen im alternativen Mediensektor (Oberm\u00fchle, Kompost, upn).<\/p>\n<p>Die Selbstdarstellungen von Landkommunen (vor allem in &#8222;Kompost&#8220;) haben teils etwas R\u00fchrendes, teils etwas unfreiwillig Komisches an sich.<\/p>\n<p>40. Die Frage der Drogen hat in den letzten f\u00fcnf Jahren ihren alternativen Stellenwert fast vollkommen eingeb\u00fc\u00dft. Wie in der Gesamtgesellschaft ist die beherrschende Droge der Alkohol. Fraglos gibt es noch eine Drogensubkultur (allein in Frankfurt \u00fcber 2000 Fixer), die sich jedoch von der Jugendsubkultur weitgehend losgel\u00f6st und regressiven Charakter angenommen hat. Dementsprechend haben sich auch die Release-Gruppen weitgehend aufgel\u00f6st und sind durch die im gesamtgesellschaftlichen Sinne affirmativ arbeitenden Daytop- oder Four-Steps-H\u00e4user (mit starker Betonung auf Autorit\u00e4t und Hierarchie) ersetzt worden. (Ausnahmen, wie die Free Clinic Heidelberg, die bis jetzt vom Heidelberger Oberb\u00fcrgermeister Zundel immer noch nicht totzukriegen war, best\u00e4tigen die Regel.)<\/p>\n<h2 class=\"auto-created\"><span id=\"politische-tendenzen\">Politische Tendenzen<\/span><\/h2>\n<p>41. Wie aus allem zum Begriff der &#8222;Jugend&#8220; gesagten hervorgeht, ist die politische Kultur der Jugendsubkulturen stark zur\u00fcckgegangen. In Zeiten, in denen eine Unterschrift f\u00fcr amnesty international, eine Kandidatur f\u00fcr den MSB Spartakus oder ein Foto von einer Demonstration unter Umst\u00e4nden f\u00fcr ein Berufsverbot hinreichen k\u00f6nnen, oder ein Engagement f\u00fcr eine gewerkschaftliche Jugendvertretung den Arbeitsplatz nach Beendigung der Lehre in Frage stellt, \u00fcber-legt man\/frau sich schon seine politische Meinungs\u00e4u\u00dferung.<\/p>\n<p>42. Die Fraktionierung der Linken hat sich in den letzten zwei Jahren wenig ver\u00e4ndert; sie ist (ich z\u00e4hle immer noch 33 &#8222;gr\u00f6\u00dfere&#8220; Fraktionen) wohl auch eher ein Produkt von Leistungsdruck und von Konkurrenz als von entfalteten politischen Auseinandersetzungen (rational, dh nach politischen &#8222;Linien&#8220;, m\u00fc\u00dften 6-7 Fraktionen reichen). Die Mitgliederzahl der politischen Gruppen stagniert mit wenigen Ausnahmen oder ist gar zur\u00fcckgegangen [20]. Die politische Kultur ist mittlerweile weitgehend eine Dom\u00e4ne der &#8222;alten Jugend&#8220;, wenn nicht der \u00fcber Drei\u00dfigj\u00e4hrigen, denen ja nicht zu trauen ist (und die nichts mehr zu verlieren haben, weil sie in den Akten des Bundesamts f\u00fcr Verfassungsschutz ohnehin schon erfa\u00dft sind).<\/p>\n<p>43. Es w\u00e4re aber nun ein Fehlschlu\u00df, aus dieser Entwicklung auf eine Entpolitisierung der Jugendsubkulturen zu schlie\u00dfen. Eher l\u00e4\u00dft sich sagen, da\u00df die politischen Normen der Jugendsubkulturen an den linken Gruppen vorbeigehen. Die st\u00e4rkste Fraktion in den Jugendsubkulturen ist die der Fraktionslosen (m\u00f6gen manche von ihnen auch formal einer Fraktion angeh\u00f6ren). Auf studentischer Ebene ist ein Anzeichen daf\u00fcr die in den letzten zwei Jahren gestiegene Bedeutung der &#8222;Basisgruppen&#8220;, die eine Anzahl von AStAen (mit-)tragen (zB Frankfurt, Hannover, Heidelberg, Kassel), und auch in der VDS-Koalition mit vertreten sind.<\/p>\n<p>44. Die Bestimmung der politischen Normen der Jugendsubkulturen w\u00fcrde einen eigenen detaillierten Aufsatz voraussetzen. Hervorstechend ist ihre Ambivalenz: eine Mischung aus Organisationsfeindlichkeit (soweit es \u00fcber die sehr gesch\u00e4tzte Form der lokalen, sinnlich erfahrbaren Gruppe hinausgeht), die teils aus schlechten Erfahrungen mit den Fraktionen, teils aus einem Horror vor den sich konzentrierenden Apparaten (des Staats, der Konzerne, der Medien, auch der Gewerkschaften, der Parteien und der Kirchen) hervorgehen, aus Angst, gepaart mit manchmal \u00fcbertrieben demonstriertem Mut, aus realer Utopie, aus gemischten Versatzst\u00fccken pazifistischer, r\u00e4tedemokratischer, \u00f6kologischer, gewerkschaftlicher, b\u00fcrgernaher, sozialrebellischer, natur-dialektischer Herkunft &#8211; und manchmal in ein und derselben Person.<\/p>\n<p>45. Ausdruck dieser Ambivalenz ist zum Beispiel, da\u00df das &#8211; 1970 so \u00fcbliche &#8211; Abfragen des politischen Bekenntnisses in der Jugendsubkultur weitgehend verp\u00f6nt geworden ist, da\u00df man\/frau aber merkw\u00fcrdig auff\u00e4llt, wenn man\/frau anstatt von &#8222;Bullen&#8220; von &#8222;Polizisten&#8220; spricht. (Ein Ausdruck realer Erfahrungen; versch\u00e4rft durch die Kenntnis von der Erschie\u00dfung auch Unbeteiligter, von Ingrid Reppel bis zu G\u00fcnther Jendrian und Jan McLeod, tr\u00e4gt diese Haltung doch den Keim politischer Gefahren in sich, da statt des repressiven Gesamtzusammenhangs der sinnlich wahrnehmbare einzelne Polizist politisch verantwortlich gemacht wird.)<\/p>\n<p>46. Nach einer mehrj\u00e4hrigen &#8222;subkulturellen&#8220; L\u00fccke hinter den USA, Gro\u00dfbritannien und den Niederlanden sind in den letzten Jahren auch in der BRD Strategien zur Umgehung des direkten Wegs zwecks gesellschaftlicher Ver\u00e4nderung ins Gespr\u00e4ch gekommen. Auf die allm\u00e4hliche Steigerung der Bedeutung alternativer \u00d6konomie wurde bereits hingewiesen; hinzu kommt, da\u00df diese, als Teilstrategie, auch von &#8222;\u00fcberalterten&#8220; politischen Gruppen, wie &#8222;Autonomie&#8220; (die sich vorher nach dem Vorbild von &#8222;Lotta continua&#8220; auf den Betriebskampf des &#8222;multinationalen Massenarbeiters&#8220; festgelegt hatte) und dem Sozialistischen B\u00fcro (in der Unterst\u00fctzung portugiesischer Landkooperativen, und in der Form von &#8222;Rotarbeit&#8220; f\u00fcr arbeitslose Intellektuelle) anerkannt worden war.<\/p>\n<h2 class=\"auto-created\"><span id=\"religioes-motivierte-normen\">Religi&ouml;s motivierte Normen<\/span><\/h2>\n<p>47. Religi\u00f6s motivierte Normen spielen noch immer nicht die Rolle in der Jugendsubkultur wie etwa in den USA. (Ein Jimmy Carter als Guru jugendlicher Subkulturen w\u00e4re in der BRD noch undenkbar.) Die Bedeutung von Hare Krishna und dem Guru Maharaj Gi ist eher zur\u00fcckgegangen; die Transzendentale Meditation ist eher in b\u00fcrgerlichen Kreisen beliebt. Regional ist Gruppen der &#8222;Children of God&#8220;, der &#8222;Ananda Marga&#8220; und der &#8222;Church of Scientology&#8220; ein gewisser Einflu\u00df auf Jugendsubkulturen zuzusprechen, wo sie sich mit anderen subkulturellen Normen verbunden haben (so in G\u00f6ttingen, wo &#8222;Ananda Marga&#8220; die WG-Kooperative mitbetreibt; an<br \/>anderen Orten ist dies die Funktion des evangelischen &#8222;Martinswerks&#8220;). Die Anthroposophie \u00fcbt zwar in einer Reihe von Fragen einen gewissen Einflu\u00df (der auch im Steigen begriffen ist) auf Jugendsubkulturen aus (alternative \u00d6konomie, Landbau, Di\u00e4t, Qualifikation), aber gerade in religi\u00f6sen Fragen nicht.<\/p>\n<p>48. Wo religi\u00f6se Normen eine Rolle spielen, da in der Form eines religi\u00f6sen Synkretismus, der geradezu r\u00f6misch-vorchristliche Dimensionen annimmt. Dieser Synkretismus ist sehr verbreitet; brutal ausgedr\u00fcckt: ein Verschnitt aus Astrologie, Castaneda, Tao, Buddha, Aurobindo, der Bergpredigt, dem I-Ching &#8211; wenngleich nicht so systematisiert wie bei dem US-Guru Metalica. In Verbindung mit politischen, \u00f6kologischen und antipsychiatrischen Normen d\u00fcrfte diese Form der Religiosit\u00e4t noch eine Zukunft haben, vorallem je agnostischer oder milieuchristlicher die Verlautbarungen von Gesamtgesellschaft und subkulturellen Konkurrenzfraktionen ausf allen [21].<\/p>\n<p>49. Solche Entwicklungen abweichend religi\u00f6ser Art kennzeichneten immer, teils als Alternative zu, teils als Amalgam mit politischen Bewegungen, die Lage in absteigenden Akkumulationszyklen. Erinnert sei an George Thompsons beredte Schildung der &#8222;Propheten&#8220; zwischen 1823 und 1835 und an die materialistisch-synkretistische Ersatzreligion aus Comte, Renan, Haeckel etc um 1890. \u00c4hnliches gilt f\u00fcr die politische Befreiung mithilfe der Aufhebung der Zwangsmonogamie. Die pantagamen Modelle von Fourier, Enfantin (Mesuilmontant) und Onei\u00e4a bl\u00fchten zwischen 1823 und 1848. In der Weimarer Republik gab es Wilhelm Reichs Sexpol-Bewegung.<\/p>\n<h2 class=\"auto-created\"><span id=\"neue-formen-der-sexualitaet\">Neue Formen der Sexualit&auml;t<\/span><\/h2>\n<p>50. Heute hat die Jugendsubkultur die gesellschaftlich (Frauenarbeit) und biochemisch (Pille) verursachten Lockerungen der Sexualnormen anerkennend zur Kenntnis genommen; die Gesamtgesellschaft allerdings weitgehend auch. (In dieser Hinsicht beginnt der Katholizismus zur regressiven Subkultur zu werden: siehe Scheidungsvolksbegehren in Italien, &#8222;Aktion Leben&#8220; im B\u00fcndnis mit der NDP in \u00d6sterreich, Bischof Lefebvre in Frankreich.) Erste Gegentendenz dazu: Teile der Jugendsubkultur beginnen die Pille in Frage zu stellen.<\/p>\n<p>51 . Die empirischen Umfragen, die sich auf dieses tabuierte Gebiet nat\u00fcrlich st\u00fcrzen, legen gro\u00dfen Wert darauf, da\u00df die Institution der Ehe in der Jugendkultur weithin anerkannt sei, und da\u00df die sexuelle &#8222;Freiz\u00fcgigkeit&#8220; vorehelichen Charakter trage. Fraglich ist, ob die reale Ambivalenz (die sich auch in Fr\u00fchehen und Scheidungsraten ausdr\u00fcckt) durch das methodische Instrumentarium der empirischen Sozialforschung gemessen werden kann.<br \/>Dagegen spricht die au\u00dferordentlich emotionell gef\u00fchrte Diskussion, die in der Jugendsubkultur (wo immer Informationen dar\u00fcber vorliegen) \u00fcber die von \u00d6sterreich ausgehende Aktionsanalytische Organisation gef\u00fchrt wird. Die AAO hat ihre Mitgliederzahl auch in den letzten Jahren vervierfacht. Au\u00dfer Frage scheint mir zu stehen, da\u00df das die Jugendsubkultur Faszinierende an diesem Modell die gemeinsame Sexualit\u00e4t von je circa 30 Frauen und M\u00e4nnern ist &#8211; und nicht so sehr die gemeinsame \u00d6konomie (die es auch anderswo gibt, wenngleich weniger konsequent) oder die Aktionsanalyse (die sich von anderen vom sp\u00e4ten Reich beeinflu\u00dften Gef\u00fchlstherapien nur unwesentlich unterscheidet). W\u00e4hrend der obligatorische Haarschnitt eher ebenso abschreckend wirkt (die Mehrzahl der Haare in der Jugendsubkultur ist immer noch lang) wie die strikt autorit\u00e4re Hierarchie (die wohl nur auf die k\u00fcnftigen Gurus anziehend wirkt).<\/p>\n<p>52. Zur Illustration:<\/p>\n<p>Wiederholt habe ich erlebt, da\u00df das AAO-Modell von jungen M\u00e4nnern aus der Jugendsubkultur eifrig diskutiert wurde, als sie keine Freundin hatten, um sofort nach Erlangen einer Freundin durch das &#8222;voreheliche Verhalten&#8220; ersetzt zu werden. Je nach Streit oder Vers\u00f6hnung mit der Freundin gewann oder verlor die AAO an Attraktivit\u00e4t. Auch auf geschiedene M\u00e4nner \u00fcbt es eine gewisse Anziehungskraft aus, w\u00e4hrend geschiedene Frauen sich eher der Frauenbewegung zuwenden (f\u00fcr welche folglich, die Altersstruktur betreffend, h\u00e4ufig \u00e4hnliches gilt wie f\u00fcr die politischen Gruppen).<\/p>\n<p>53. Auch sonst sind die sexuellen Normen in Bewegung geraten. Durch die Schwulen- und Lesbenbewegung eingef\u00fchrt, werden diese sexuellen Praktiken vorallem in den Teilen der Jugendsubkultur diskutiert, die Frauen- oder M\u00e4nnergruppen zugeh\u00f6ren. (Oft unter erheblichem Gruppendruck, was zu dem b\u00f6sen Bonmot gef\u00fchrt hat, heute w\u00fcrde man schwul oder lesbisch wie man fr\u00fcher in eine Partei oder Gewerkschaft gegangen sei.) Neuerdings bestehen Bestrebungen, die P\u00e4derastie zu enttabuieren [22].<\/p>\n<h2 class=\"auto-created\"><span id=\"rueckkehr-zur-natur\">R&uuml;ckkehr zur Natur<\/span><\/h2>\n<p>54. Die &#8222;R\u00fcckkehr zur Natur&#8220; nimmt ebenfalls die verschiedensten Formen an. Von den Landkommunen war schon die Rede; ansonsten findet sie sich als Beimischung zu anderen Wertordnungssynthesen. &#8222;Bei sich selbst beginnen&#8220; ist hier ebenso beliebt wie bei den Psychotherapien, und dient ebenso oft als Rationalisierung f\u00fcr Mangel an politischem Verhalten in einer Reihe anderer Fragen. Es mag sich um Fahrradfahren handeln oder um makrobiotische Rezepte, um den Besuch im Reformhaus oder um Drogenverbote (Rauchverbote auf Tagungen werden fast so hitzig diskutiert wie die AAO), um Naturheilverfahren oder um Hausgeburten (Frauenbewegung!). Nicht zu ber\u00fccksichtigen ist hier der Kampf gegen die Kernkraftwerke; dieser ist ebensowenig spezifisch f\u00fcr Jugendsubkulturen wie die B\u00fcrgerinitiativen allgemein, oder die Stadtzeitungen.<\/p>\n<h2 class=\"auto-created\"><span id=\"psychotherapien\">Psychotherapien<\/span><\/h2>\n<p>55. Auch die psychotherapeutischen Normen sind in der Zwischenzeit gl\u00fccklich in der BRD gelandet. Aus einer Mischung von Kaputtgemachtwordensein, antipsychiatrischer Einstellung, Team-\/Gruppenarbeit und dem Versuch, der gesamtgesellschaftlich produzierten Isolation zu entgehen, ergie\u00dft sich die Milchstra\u00dfe von Initiativen und Therapien \u00fcber den Selbstsucher: Bioenergetik, Gestalttherapie, Rollenspiel, Gespr\u00e4chsgruppen, K\u00f6rpererfahrung (incl Aikido und Tai-Chi), Selbsterfahrung, Encounter mit und ohne Musik, Prim\u00e4rtherapie, Aktionsanalyse, katathymes Bilderleben, Gro\u00dfgruppentherapie (Rattner), Consciousness-Raising-Gruppen (Frauenbewegung!), anonyme Neurotiker und Verband der Selbsthilfegruppen; als, da gesamt-gesellschaftlich, verp\u00f6nt gelten die Pharmakotherapie (mit Recht), die Verhaltenstherapie (zum Teil mit Recht), und weitgehend auch schon die Psychoanalyse (&#8222;zu viel Sprache&#8220;).<\/p>\n<p>56. Die Lernziele dieser Therapien haben einen durchschlagenden Erfolg hinsichtlich vieler jugendlich-subkultureller Normen erzielt &#8211; auch gerade bei Personen, die nie eine dieser Therapien durchlaufen haben. Es gilt als Norm, sensibel auf den anderen einzugehen (ob es auch immer geschieht, ist eine andere Frage), dessen K\u00f6rper zu beachten (soviel gestreichelt und umarmt wurde vor f\u00fcnf Jahren nur bei ausl\u00e4ndischen Arbeitnehmern), Konflikte umgehend auszutragen (was auch wieder zu einer ldeologie &#8211; in Kassel zB zur ldeologie der &#8222;Auseinandersetzung&#8220;, der Aneignung nicht durch Produktion, sondern grunds\u00e4tzlich durch Konflikt &#8211; f\u00fchren kann).<\/p>\n<p>57. Nachteilig beeinflu\u00dft wurde durch therapeutische Normen, erfahrungsorientierte Qualifikation, politische Ambivalenz und elektronische Spiel-Zeuge die Haltung zur Sprache. Dem gesamtgesellschaftlichen Geschw\u00e4tz wurde das jugendlich-subkulturelle Schweigen entgegengesetzt, dem politisch-subkulturellen Theorie-Trip die jugendlich-subkulturelle &#8222;linke Legasthenie&#8220;. Die Lesegewohnheiten etwa reichen h\u00e4ufig \u00fcber Comics, Papers (nicht \u00fcber 10 Seiten) und Romane (zB eben &#8222;Castaneda&#8220;) nicht hinaus. Grammatik wird zur Repression (ist es zum Teil wohl auch, wird aber isolativ nur noch als solche gesehen). &#8222;Gute Vibrations&#8220; werden h\u00e4ufig dann wahrgenommen, wenn niemand in der Gruppe etwas redet. Janov und die AAO reduzieren die Sprache zum Schrei.<\/p>\n<h2 class=\"auto-created\"><span id=\"pazifismus-und-zivildienst\">Pazifismus und Zivildienst<\/span><\/h2>\n<p>58. Die Negation der M\u00f6glichkeit menschlicher Selbstzerst\u00f6rung ist ein allgemein gehaltener, manchmal etwas abstrakter Pazifismus. Wohl mag f\u00fcr die Jugendkultur gelten, da\u00df die Bundes-wehr (Arbeitslosigkeit!, Numerus Clausus!) wieder an Beliebtheit gewonnen hat. (Auch einzelne Subkulturen wie einige china-orientierte K-Gruppen und neuerdings die AAO haben gesamtgesellschaftlich letztlich affirmative Wehrkonzepte.) F\u00fcr die Jugendsubkultur gilt, da\u00df die Anzahl der Ersatzdienstleistenden nur unwesentlich abgenommen hat. H\u00e4ufig wird der Zivildienst als wichtiges Moment erfahrungsorientierter Qualifikation angesehen. In den Jugendsubkulturen gilt die Norm der Sympathie f\u00fcr den &#8222;bewaffneten Kampf&#8220; nur vergleichsweise selten, vorallem dann, wenn der gesamtgesellschaftlich produzierte Leidensdruck zu hoch wurde (und die Subkultur ihn nicht auffangen konnte) [23].<\/p>\n<p>59. Der Ersatzdienst geht in den Vorstellungen der Jugendsubkulturen gut einher mit \u00f6kologischen Ans\u00e4tzen, therapeutischer Sensibilit\u00e4t, elektronischer Musik und b\u00fcrgernaher, ansonsten wenig organisierter Gruppenarbeit. \u00c4hnliches gilt auch f\u00fcr das Wiederaufkommen der 1968 ebenfalls totgesagten Lyrik, die sich betont um den Ausdruck pers\u00f6nlicher Erfahrungen bem\u00fcht. Als ehrenamtlicher Redakteur einer Stadtzeitung bin ich immer wieder \u00fcber die H\u00e4ufigkeit der Zusendungen von Lyrik und Kurzprosa erstaunt.<\/p>\n<p>60. Die Hoffnung, mit Menschen, und noch nicht unter Maschinen, arbeiten zu k\u00f6nnen, f\u00fchrte eine Reihe von Studenten dazu, einen Sozialberuf erlernen zu wollen, oder, sollte auch dies sich als zu entfremdet erweisen, an der alternativen \u00d6konomie mitzufummeln. Dies f\u00fchrt uns zu der oben erw\u00e4hnten sozialpolitischen Funktion der Jugendsubkulturen. Die billigen Initiativen \u00e1\u00a0 la Free Clinic, die zwischendurch durchgef\u00fchrte Behausung und gelegentlich auch Problemlinderung von psychosozial Verelendeten in Wohngemeinschaften oder Landkommunen, die Selbsthilfe, die informellen Therapien etc &#8211; sie sparen dem Staat und den Tr\u00e4gern der Freien Wohlfahrtsverb\u00e4nde j\u00e4hrlich Millionen ein. Auch ist zu erwarten, bei aller Skepsis gegen den langfristigen Trend, da\u00df durch die vorgesehene (vereinzelt auch schon durchgef\u00fchrte) Bildung von lokalen psychosozialen Arbeitsgemeinschaften Initiativgruppen zun\u00e4chst eher aufgewertet werden [24].<\/p>\n<h2 class=\"auto-created\"><span id=\"selbstorganisierung\">Selbstorganisierung<\/span><\/h2>\n<p>61. Die Selbst-Organisierung der Jugendsubkulturen vollzieht sich langsam, widerspr\u00fcchlich, qualvoll und unter Knarren. Rudi Dutschkes Hoffnung, in ihren Initiativen kleine autonome Zellen einer k\u00fcnftigen Partei zu sehen [25], halte ich f\u00fcr auch mittelfristig illusorisch. Mal vollzieht sie sich in Form einer Vernetzung etwa eines Jugendzentrums, einer WG-Kooperative und einer Stadtzeitung (Duisburg, Uelzen), mal im Kampf um ein gro\u00dffl\u00e4chiges und umfassendes Kommunikationszentrum, h\u00e4ufig vorerst erfolglos (Christiania\/ Kopenhagen, Arena St.Marx\/Wien), h\u00e4ufig nur in durch Personalunionen verbundenen st\u00e4dtischen Kontakten.<\/p>\n<p>62. Dieser Artikel wurde f\u00fcr die Vorg\u00e4nge geschrieben, die von der Humanistischen Union mitverantwortet werden. Deshalb zum Abschlu\u00df ein Wort an die &#8222;Zielgruppe&#8220; dieses Artikels: Sie, wie ich, geh\u00f6ren meistens nicht (mehr) den Jugendsubkulturen an. Sie k\u00f6nnen sie durch zweierlei unterst\u00fctzen:<\/p>\n<p>Zum einen durch den weiteren Ausbau der HU zu einer umfassenden B\u00fcrgerrechtsbewegung, die mithilft, Berufsverbote, Zensur etc zu vermeiden, und dadurch die kompensatorische Umgehung direkter gesellschaftlicher Ver\u00e4nderung zu vermindern.<br \/>Zum anderen durch die (materielle und) ideelle Hilfe f\u00fcr die meist armen jugendsubkulturellen Selbsthilfeinitiativen.<\/p>\n<p>1 Kiepenheuer &amp; Witsch, K\u00f6ln\/Berlin 1971.<\/p>\n<p>2 Siehe dazu zB Dahlm\u00fcller, Hund, Kommer: Kritik des Fernsehens, Darmstadt\/Neuwied 1974.<\/p>\n<p>3 Bericht \u00fcber die 2. Jahreshauptversammlung des JW der AWO Nordhessen vom 23.-25.10.76 in Kassel.<\/p>\n<p>4 Siehe daf\u00fcr exemplarisch die Werbung f\u00fcr Afri-Cola und Canadian Club Whisky.<\/p>\n<p>S Siehe zB Shulamith Firestone: Nieder mit der Kindheit!, in: Kursbuch 35\/1974, Berlin.<\/p>\n<p>6 Siehe die Arbeiten von ivan Illich.<\/p>\n<p>7 Siehe etwa die Arbeiten von Hartmut Oberlercher.<\/p>\n<p>8 Siehe dazu noch immer am besten: Karl Marx, Kapital I, MEW 23, ab S 192 ff.<\/p>\n<p>9 Siehe etwa in der Zeitschrift &#8222;Autonomie&#8220;, in den Publikationen der &#8222;Situationistischen Internationale&#8220; etc.<\/p>\n<p>10 zB bei Meadows: Grenzen des Wachstums, Stuttgart 1972.<\/p>\n<p>11 Siehe zB Joachim Knoll (Hg): Lebenslanges Lernen,<br \/>Hamburg 1975.<\/p>\n<p>12 Siehe zB Heinrich Dauber, Etienne Verne: Lernen, Leben, Arbeiten, Reinbek 1976.<\/p>\n<p>13 Siehe dazu zB Ernest Mandel: Der Sp\u00e4tkapitalismus, Frankfurt 1972.<\/p>\n<p>14 Diesen (wenngleich in sich widerspr\u00fcchlichen) Proze\u00df habe ich in meinem Thesenpapier zu Subkultur und st\u00e4dtischer Kulturpolitik (in: Revermann, Schwencke, Spielhoff: Perspektiven einer st\u00e4dtischen Kulturpolitik, M\u00fcnchen 1973) kurz darzustellen versucht.<\/p>\n<p>15 Nach dem gleichnamigen Buch von Dieter Baacke.<\/p>\n<p>16 Zu Struktur, aber auch Systemgrenzen der alternativen \u00d6konomie siehe mein Nachwort &#8222;Notate zur Kritik alternativer \u00d6konomie&#8220; in: m 19: Materialien zur alternativen \u00d6konomie, Arbeitsgemeinschaft Sozialpolitischer Arbeitskreise, M\u00fcnchen 1975.<\/p>\n<p>17 zB in Judson Jeromes ansonsten ausgezeichnetem Buch mit dem irref\u00fchrenden Titel &#8222;Communes and the New Anarchism&#8220;, London 1974.<\/p>\n<p>18 Nach dem auf lateinamerikanische Subkulturen gem\u00fcnzten Buchtitel von Oscar Lewis.<\/p>\n<p>19 Karl Wissmann: Wesen und Werden der Konsumgenossenschaften, Meisenheim\/Glan 1974, wurde 1975 in der Jugendsubkultur neu herausgegeben.<\/p>\n<p>20 In diesen Fragen immer noch sehr informativ: der Jahresbericht des Bundesamtes f\u00fcr Verfassungsschutz 1975, Bonn 1976.<\/p>\n<p>21 Anzeichen daf\u00fcr in der neueren Literatur: Judson Jerome wurde schon erw\u00e4hnt. Theodore Roszak zieht in seinem neuen Werk &#8222;Where the Wasteland ends&#8220; seinen nicht-integrativen Bogen von William Blake \u00fcber (hierin den Anthroposophen \u00e4hnlich) den Farbenlehre-Goethe und Swinburne zu einem (in vielem recht vern\u00fcnftigen) subkulturell-politischen Programm. Dieter Duhm (Der Mensch ist anders. Lampertsheim 1975) kombiniert Marxismus, Psychoanalyse, Naturdialektik und den oben erw\u00e4hnten religi\u00f6sen Synkretismus. J\u00fcrgen vom Scheidt (Innenweltverschmutzung, M\u00fcnchen 1976 2. Auflage), von Gruppentherapie und Yoga herkommend, empfiehlt Gruppenarbeit und Guru: und zwar nahezu unabh\u00e4ngig von besonderen Inhalten, die der Guru vertritt.<\/p>\n<p>22 Vgl Blatt (Stadtzeitung f\u00fcr M\u00fcnchen) Nr 79, das auch prompt deswegen beschlagnahmt wurde.<\/p>\n<p>23 Siehe dazu meinen Artikel im &#8222;Evangelischen Almanach f\u00fcr Literatur und Theologie&#8220;: Gewalt; Wuppertal 1972. Sehr instruktiv f\u00fcr den letzteren Aspekt ist auch das zu unrecht diffamierte Buch von Michael (Bommi) Baumann: Wie alles anfing, 2. Auflage, Trikont M\u00fcnchen (und andere Orte) 1976.<\/p>\n<p>24 Siehe dazu den Bericht f\u00fcr die Bundesregierung: Untersuchung zur Lage der psychisch Kranken in der BRD, Bonn 1975; und: Horst Eberhard Richter: Fl\u00fcchten oder Standhalten, Reinbek 1976.<\/p>\n<p>25 Siehe Interview in &#8222;Stadtzeitung&#8220; Kassel, 1\/1976<\/p>\n","protected":false},"featured_media":0,"template":"","categories":[],"tags":[680,667],"autoren":[535],"publikationen":[1313],"class_list":["post-12554","publikation","type-publikation","status-publish","hentry","tag-pluralismus","tag-vorgaenge-artikel","autoren-rolf-schwendter","publikationen-24-vorgaenge"],"acf":[],"yoast_head":"<!-- This site is optimized with the Yoast SEO plugin v28.6 - https:\/\/yoast.com\/product\/yoast-seo-wordpress\/ -->\n<title>Thesen zur Jugend-Subkultur in der BRD 1976 - Humanistische Union<\/title>\n<meta name=\"robots\" content=\"index, follow, max-snippet:-1, max-image-preview:large, max-video-preview:-1\" \/>\n<link rel=\"canonical\" href=\"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/vorgaenge\/24-vorgaenge\/publikation\/thesen-zur-jugend-subkultur-in-der-brd-1976\/\" \/>\n<meta property=\"og:locale\" content=\"de_DE\" \/>\n<meta property=\"og:type\" content=\"article\" \/>\n<meta property=\"og:title\" content=\"Thesen zur Jugend-Subkultur in der BRD 1976 - Humanistische Union\" \/>\n<meta property=\"og:description\" content=\"aus: vorg\u00e4nge Nr. 24 (Heft 6\/1976), S. 62-72 1. Ich bin von der Redaktion aufgefordert worden, wahrscheinlich auf Grund meines Buchs Theorie der Subkultur [1], f\u00fcr dieses Heft einen Artikel zur &#8222;Jugend-Subkultur&#8220; zu schreiben. Wieder einmal in der Deutschen Bundesbahn, 21 Minuten vor dem Tag des Redaktionsschlusses, sehe ich mich doch noch in der Lage, [weiterlesen]\" \/>\n<meta property=\"og:url\" content=\"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/vorgaenge\/24-vorgaenge\/publikation\/thesen-zur-jugend-subkultur-in-der-brd-1976\/\" \/>\n<meta property=\"og:site_name\" content=\"Humanistische Union\" \/>\n<meta property=\"article:modified_time\" content=\"2021-08-24T19:47:00+00:00\" \/>\n<meta name=\"twitter:card\" content=\"summary_large_image\" \/>\n<meta name=\"twitter:site\" content=\"@humunion\" \/>\n<meta name=\"twitter:label1\" content=\"Gesch\u00e4tzte Lesezeit\" \/>\n\t<meta name=\"twitter:data1\" content=\"30\u00a0Minuten\" \/>\n<script type=\"application\/ld+json\" class=\"yoast-schema-graph\">{\"@context\":\"https:\\\/\\\/schema.org\",\"@graph\":[{\"@type\":\"WebPage\",\"@id\":\"https:\\\/\\\/www.humanistische-union.de\\\/publikationen\\\/vorgaenge\\\/24-vorgaenge\\\/publikation\\\/thesen-zur-jugend-subkultur-in-der-brd-1976\\\/\",\"url\":\"https:\\\/\\\/www.humanistische-union.de\\\/publikationen\\\/vorgaenge\\\/24-vorgaenge\\\/publikation\\\/thesen-zur-jugend-subkultur-in-der-brd-1976\\\/\",\"name\":\"Thesen zur Jugend-Subkultur in der BRD 1976 - Humanistische Union\",\"isPartOf\":{\"@id\":\"https:\\\/\\\/www.humanistische-union.de\\\/#website\"},\"datePublished\":\"1976-12-31T17:00:00+00:00\",\"dateModified\":\"2021-08-24T19:47:00+00:00\",\"breadcrumb\":{\"@id\":\"https:\\\/\\\/www.humanistische-union.de\\\/publikationen\\\/vorgaenge\\\/24-vorgaenge\\\/publikation\\\/thesen-zur-jugend-subkultur-in-der-brd-1976\\\/#breadcrumb\"},\"inLanguage\":\"de\",\"potentialAction\":[{\"@type\":\"ReadAction\",\"target\":[\"https:\\\/\\\/www.humanistische-union.de\\\/publikationen\\\/vorgaenge\\\/24-vorgaenge\\\/publikation\\\/thesen-zur-jugend-subkultur-in-der-brd-1976\\\/\"]}]},{\"@type\":\"BreadcrumbList\",\"@id\":\"https:\\\/\\\/www.humanistische-union.de\\\/publikationen\\\/vorgaenge\\\/24-vorgaenge\\\/publikation\\\/thesen-zur-jugend-subkultur-in-der-brd-1976\\\/#breadcrumb\",\"itemListElement\":[{\"@type\":\"ListItem\",\"position\":1,\"name\":\"Publikationen\",\"item\":\"https:\\\/\\\/www.humanistische-union.de\\\/publikationen\\\/\"},{\"@type\":\"ListItem\",\"position\":2,\"name\":\"vorg\u00e4nge\",\"item\":\"https:\\\/\\\/www.humanistische-union.de\\\/publikationen\\\/vorgaenge\\\/\"},{\"@type\":\"ListItem\",\"position\":3,\"name\":\"vorg\u00e4nge 24\",\"item\":\"https:\\\/\\\/www.humanistische-union.de\\\/publikationen\\\/vorgaenge\\\/24-vorgaenge\\\/\"},{\"@type\":\"ListItem\",\"position\":4,\"name\":\"Thesen zur Jugend-Subkultur in der BRD 1976\"}]},{\"@type\":\"WebSite\",\"@id\":\"https:\\\/\\\/www.humanistische-union.de\\\/#website\",\"url\":\"https:\\\/\\\/www.humanistische-union.de\\\/\",\"name\":\"Humanistische Union\",\"description\":\"\",\"publisher\":{\"@id\":\"https:\\\/\\\/www.humanistische-union.de\\\/#organization\"},\"potentialAction\":[{\"@type\":\"SearchAction\",\"target\":{\"@type\":\"EntryPoint\",\"urlTemplate\":\"https:\\\/\\\/www.humanistische-union.de\\\/?s={search_term_string}\"},\"query-input\":{\"@type\":\"PropertyValueSpecification\",\"valueRequired\":true,\"valueName\":\"search_term_string\"}}],\"inLanguage\":\"de\"},{\"@type\":\"Organization\",\"@id\":\"https:\\\/\\\/www.humanistische-union.de\\\/#organization\",\"name\":\"Humanistische Union e.V.\",\"url\":\"https:\\\/\\\/www.humanistische-union.de\\\/\",\"logo\":{\"@type\":\"ImageObject\",\"inLanguage\":\"de\",\"@id\":\"https:\\\/\\\/www.humanistische-union.de\\\/#\\\/schema\\\/logo\\\/image\\\/\",\"url\":\"https:\\\/\\\/www.humanistische-union.de\\\/wp-content\\\/uploads\\\/2023\\\/09\\\/HU-LOGO-blau_RGB-high-scaled-e1704725806773.jpg\",\"contentUrl\":\"https:\\\/\\\/www.humanistische-union.de\\\/wp-content\\\/uploads\\\/2023\\\/09\\\/HU-LOGO-blau_RGB-high-scaled-e1704725806773.jpg\",\"width\":1000,\"height\":536,\"caption\":\"Humanistische Union e.V.\"},\"image\":{\"@id\":\"https:\\\/\\\/www.humanistische-union.de\\\/#\\\/schema\\\/logo\\\/image\\\/\"},\"sameAs\":[\"https:\\\/\\\/x.com\\\/humunion\",\"https:\\\/\\\/mastodon.social\\\/@humunion\",\"https:\\\/\\\/bsky.app\\\/profile\\\/humanistischeunion.bsky.social\"]}]}<\/script>\n<!-- \/ Yoast SEO plugin. -->","yoast_head_json":{"title":"Thesen zur Jugend-Subkultur in der BRD 1976 - Humanistische Union","robots":{"index":"index","follow":"follow","max-snippet":"max-snippet:-1","max-image-preview":"max-image-preview:large","max-video-preview":"max-video-preview:-1"},"canonical":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/vorgaenge\/24-vorgaenge\/publikation\/thesen-zur-jugend-subkultur-in-der-brd-1976\/","og_locale":"de_DE","og_type":"article","og_title":"Thesen zur Jugend-Subkultur in der BRD 1976 - Humanistische Union","og_description":"aus: vorg\u00e4nge Nr. 24 (Heft 6\/1976), S. 62-72 1. Ich bin von der Redaktion aufgefordert worden, wahrscheinlich auf Grund meines Buchs Theorie der Subkultur [1], f\u00fcr dieses Heft einen Artikel zur &#8222;Jugend-Subkultur&#8220; zu schreiben. Wieder einmal in der Deutschen Bundesbahn, 21 Minuten vor dem Tag des Redaktionsschlusses, sehe ich mich doch noch in der Lage, [weiterlesen]","og_url":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/vorgaenge\/24-vorgaenge\/publikation\/thesen-zur-jugend-subkultur-in-der-brd-1976\/","og_site_name":"Humanistische Union","article_modified_time":"2021-08-24T19:47:00+00:00","twitter_card":"summary_large_image","twitter_site":"@humunion","twitter_misc":{"Gesch\u00e4tzte Lesezeit":"30\u00a0Minuten"},"schema":{"@context":"https:\/\/schema.org","@graph":[{"@type":"WebPage","@id":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/vorgaenge\/24-vorgaenge\/publikation\/thesen-zur-jugend-subkultur-in-der-brd-1976\/","url":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/vorgaenge\/24-vorgaenge\/publikation\/thesen-zur-jugend-subkultur-in-der-brd-1976\/","name":"Thesen zur Jugend-Subkultur in der BRD 1976 - Humanistische Union","isPartOf":{"@id":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/#website"},"datePublished":"1976-12-31T17:00:00+00:00","dateModified":"2021-08-24T19:47:00+00:00","breadcrumb":{"@id":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/vorgaenge\/24-vorgaenge\/publikation\/thesen-zur-jugend-subkultur-in-der-brd-1976\/#breadcrumb"},"inLanguage":"de","potentialAction":[{"@type":"ReadAction","target":["https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/vorgaenge\/24-vorgaenge\/publikation\/thesen-zur-jugend-subkultur-in-der-brd-1976\/"]}]},{"@type":"BreadcrumbList","@id":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/vorgaenge\/24-vorgaenge\/publikation\/thesen-zur-jugend-subkultur-in-der-brd-1976\/#breadcrumb","itemListElement":[{"@type":"ListItem","position":1,"name":"Publikationen","item":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/"},{"@type":"ListItem","position":2,"name":"vorg\u00e4nge","item":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/vorgaenge\/"},{"@type":"ListItem","position":3,"name":"vorg\u00e4nge 24","item":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/vorgaenge\/24-vorgaenge\/"},{"@type":"ListItem","position":4,"name":"Thesen zur Jugend-Subkultur in der BRD 1976"}]},{"@type":"WebSite","@id":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/#website","url":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/","name":"Humanistische Union","description":"","publisher":{"@id":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/#organization"},"potentialAction":[{"@type":"SearchAction","target":{"@type":"EntryPoint","urlTemplate":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/?s={search_term_string}"},"query-input":{"@type":"PropertyValueSpecification","valueRequired":true,"valueName":"search_term_string"}}],"inLanguage":"de"},{"@type":"Organization","@id":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/#organization","name":"Humanistische Union e.V.","url":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/","logo":{"@type":"ImageObject","inLanguage":"de","@id":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/#\/schema\/logo\/image\/","url":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/wp-content\/uploads\/2023\/09\/HU-LOGO-blau_RGB-high-scaled-e1704725806773.jpg","contentUrl":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/wp-content\/uploads\/2023\/09\/HU-LOGO-blau_RGB-high-scaled-e1704725806773.jpg","width":1000,"height":536,"caption":"Humanistische Union e.V."},"image":{"@id":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/#\/schema\/logo\/image\/"},"sameAs":["https:\/\/x.com\/humunion","https:\/\/mastodon.social\/@humunion","https:\/\/bsky.app\/profile\/humanistischeunion.bsky.social"]}]}},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/hu-json\/wp\/v2\/publikation\/12554","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/hu-json\/wp\/v2\/publikation"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/hu-json\/wp\/v2\/types\/publikation"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/hu-json\/wp\/v2\/media?parent=12554"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/hu-json\/wp\/v2\/categories?post=12554"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/hu-json\/wp\/v2\/tags?post=12554"},{"taxonomy":"autoren","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/hu-json\/wp\/v2\/autoren?post=12554"},{"taxonomy":"publikationen","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/hu-json\/wp\/v2\/publikationen?post=12554"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}