{"id":12603,"date":"1977-01-28T14:00:00","date_gmt":"1977-01-28T13:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/publikation\/ueber-die-abtreibung-der-frauenfrage\/"},"modified":"1977-01-28T12:00:00","modified_gmt":"1977-01-28T11:00:00","slug":"ueber-die-abtreibung-der-frauenfrage","status":"publish","type":"publikation","link":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/vorgaenge\/26-vorgaenge\/publikation\/ueber-die-abtreibung-der-frauenfrage\/","title":{"rendered":"\u00dcber die Abtreibung der Frauenfrage"},"content":{"rendered":"<p>aus: vorg\u00e4nge Nr.26 (Heft 2\/1977), S.102-104<\/p>\n<p><i>Marielouise Janssen-Jurreit: Sexismus. \u00dcber die Abtreibung der Frauenfrage. 755 Seiten, Hanser-Verlag, M\u00fcnchen 1977, 39,80 DM.<\/i><\/p>\n<p>Da irrt ein Amokl\u00e4ufer durch die Redaktionen bundesdeutscher Medien: Ernest Borneman, Verfasser von &#132;Das Patriarchat&#148;, befindet sich auf dem Rachefeldzug gegen Marielouise Janssen-Jurreits &#132;Sexismus&#148; &#8211; wie gegen die Feministinnen schlechthin. Borneman kann wohl nicht verwinden, da\u00df er den bundesdeutschen Feministinnen vergeblich sein &#132;Kapital der Frauenbewegung&#148; (Borneman \u00fcber sein Buch) angedient hat. Seitdem M. Janssen-Jurreit im sozialdemokratischen Vorw\u00e4rts einen Verri\u00df des &#132;Patriarchats&#148; ver\u00f6ffentlicht hat (,&#130;Mi\u00dflungener Nachweis einer universalen matristischen Urkultur&#8220;), schl\u00e4gt der in seiner Eitelkeit gekr\u00e4nkte Borneman gegen den &#132;Sexismus&#148; zu. Diffamierungen der Autorin oder aber der gesamten Frauenbewegung als angeblichen Wegbereiterinnen eines &#132;antifeministischen Faschismus&#148; sind dabei der rote Faden. Verf\u00e4lschungen wie die Reduktion feministischer Thesen auf die &#132;Homoerotik als politisches Konzept&#148; sind dabei noch harmlos. Wes Geistes Kind der &#132;Marxist&#148; Ernest Borneman ist, belegt wohl eher dieses Zitat aus Warum: &#132;Genau wie es heute in der ,autonomen` Frauenbewegung eine Anzahl von Frauen gibt, die sich als Sozialistinnen verstehen, so gab es in den homoerotischen Zellen der SA viele M\u00e4nner, die sich als Sozialisten betrachteten, aber aus der KPD und SPD in R\u00f6hms Arme gefl\u00fcchtet waren, weil sie meinten, dort eine freiere Entfaltung ihres spezifisch m\u00e4nnlichen Sozialismus finden zu k\u00f6nnen.&#148; Traurig, aber nicht \u00fcberraschend, da\u00df sich Redakteure als B\u00fcndnispartner f\u00fcr derartige &#132;Rezensionen&#148; hergeben. F\u00fcr Marielouise Janssen-Jurreit ist Borneman ein &#132;Scharlatan&#148; und nichts weiter als ein &#132;D\u00e4niken des Feminismus&#148;&#8230;<br \/>Aus dem Geburtsland der neuen Frauenbewegung, den USA, kommen erste, enthusiastische Reaktionen auf den &#132;Sexismus&#148;. So schreibt Fran P. Hosken im &#132;Women&#8217;s international network news&#148; unter anderem: &#132;Dieses Buch verspricht, dem Feminismus in aller Welt die Basis zu geben.&#148; Ein amerikanischer und schwedischer Verleger haben bereits die Rechte gekauft.<br \/>Wie wichtig ist &#132;Sexismus&#148; wirklich? Stimmt der Begriff von Frauen und M\u00e4nnern als &#132;zwei Nationen auf einem Boden&#148;? Was hat es mit dem &#132;Geschlechterkrieg&#148; auf sich? Gab es tats\u00e4chlich matristische, also mutterrechtliche Kulturen, deren Merkmal repressionsarme Herrschaft war?<br \/>Festzuhalten ist, da\u00df der Geschlechterkrieg keine Erfindung von Frauenrechtlerinnen ist. Vielmehr ist er wesenhaft Ausdruck der Herrschaft eines Geschlechts \u00fcber das andere &#8211; des Sexismus. Janssen-Jurreit: &#132;Feminismus richtet sich gegen den patriarchalischen Charakter aller existierenden Institutionen ohne Ausnahme.&#148; Ihre umfassende kulturhistorische Analyse des &#132;m\u00e4nnlichen Welterkl\u00e4rungs-Monopols&#148; war seit langem \u00fcber-f\u00e4llig. Es ist der erste mir bekannte Versuch, anhand einer F\u00fclle von Materialien zu beweisen, da\u00df eine Vorherrschaft m\u00e4nnlicher Privilegien unabh\u00e4ngig von Klassenstrukturen durchg\u00e4ngig in der Geschichte vorhanden war und da\u00df Matriarchate auch heute noch nicht definitiv nachgewiesen werden k\u00f6nnen.<br \/>Janssen-Jurreit beschreibt auf kluge und durch Quellen-Material belegte Weise, wie Unterdr\u00fcckung von Frauen-Interessen systematisch von &#8211; zwangsl\u00e4ufig &#8211; patriarchalischen Historikern, Psychologen, Ethnologen und Politikern betrieben wurde. &#132;Geschichte als die Verneigung von M\u00e4nnern voreinander.&#148; So sieht es die Autorin mit ironischer Anspielung auf m\u00e4nnliche Ignoranz und Unmenschlichkeit. Geschichtsschreibern wie Golo Mann wirft sie vor, nichts anderes zu entwickeln, als die &#132;Perspektive eines Herrenabends&#148;. Die Unterschlagung der Frauen in der Geschichte geht auf das Konto aller Historiker. Janssen-Jurreit: &#132;Mit der Nennung einer einzigen deutschen Frau in der Geschichte des 19. Jahrhunderts unterbietet Golo Mann noch den Anteil, den Frauen in den Geschichtsb\u00fcchern f\u00fcr den Schulunterricht haben!&#148; Charakteristisch f\u00fcr m\u00e4nnliche Geschichtsschreibung ist nicht nur die Unterschlagung des weiblichen Beitrags \u00fcberhaupt, sondern auch die Darstellungsweise von Entwicklungen, die ohne ihre K\u00e4mpfe dargestellt werden. Jurreit: &#132;Das Frauenstimmrecht kam aus einem luftleeeren, geschichtslosen Raum. Es fiel sozusagen als spontane Idee vom Himmel.&#148;<br \/>Dieses Zitat ist typisch f\u00fcr den Stil der Autorin. Ironie ist durchg\u00e4ngig und machte mir gro\u00dfen Spa\u00df beim Lesen. Die gro\u00dfe Gefahr f\u00fcr die Perpetuierung des Status quo im Patriarchat hat die Verfasserin vorallem in den Unterrichtsb\u00fcchern erkannt: &#132;Solange Geschichtsschreibung einseitig f\u00fcr eine Identifikation mit m\u00e4nnlichen Helden-und F\u00fchrerrollen sorgt, wird sie ein patriarchalisches Propaganda-Instrument bleiben, das kleine Jungen lehrt, die Welt zu beherrschen und zu zerst\u00f6ren, weil sie sie als ihr Alleineigentum empfinden.&#148;<br \/>Bisher unantastbare Gr\u00f6\u00dfen wie etwa Oswald Spengler werden im Sexismus ihrer Reputation auf ganz simple Weise entkleidet, wenn frau\/man beispielsweise Spenglers Devise erf\u00e4hrt: &#132;Der Mann macht Geschichte, das Weib ist Geschichte&#148; &#8230; Da\u00df auch die sozialistischen Theoretiker nicht ungeschoren davonkommen, war zu erwarten. So analysiert Jurreit die Thesen Morgans und Bachofens \u00fcber mutterrechtlichen Kulturen und kommt zu der Erkenntnis, da\u00df diese Thesen &#150; von Engels und Marx kritiklos \u00fcbernommen &#150; nicht mehr haltbar sind. Damit entzieht sie den sozialistischen Theoretikern den Boden f\u00fcr die Behauptung, da\u00df es \u00f6konomische Ursachen waren, die eine evolution\u00e4re Wandlung mutterrechtlicher Kulturen ins Patriarchatbewirkthaben: &#132;Die evol\u00fctionistische Annahme eines Matriarchats am Beginn der Geschichte, zusammen mit kommunistischer Haushaltung, war lange Zeit ein Grundpfeiler des hist\u00f6rischen Materialismus und machte viele Frauen zu \u00fcberzeugten Anh\u00e4ngerinnen der sozialistischen Idee von der Frauenemanzipation. Seit dem Ende der Stalin\u00e4ra wurde jedoch die Matriarchats-Theorie offen oder versteckt von kommunistischen Vorgeschichtsforschern in Zweifel gezogen.&#148; Der Nachweis f\u00fcr ein universelles Matriarchat fehlt also. Im Hinblick auf die Versuche in der Frauenbewegung, Belege f\u00fcr die Existenz frauendominierter Gesellschaften zu suchen, tr\u00f6stet die Autorin mit einem \u00fcberzeugenden Hinweis: &#132;Der leicht zu f\u00fchrende Nachweis ihrer seit Jahrtausenden bis heute andauernden Unterdr\u00fcckung gen\u00fcgt vollauf zur Begr\u00fcndung von Frauenforderungen.&#148;<br \/>Bei den Exponenten der sozialistischen Theorie kommt Janssen-Jurreit zu ersch\u00fctternden Aussagen \u00fcber die frauenfeindliche Praxis der potentiellen Proletarier-Befreier. Es werden Brief stellen zitiert, in denen etwa Marx die Geburt einer Tochter gegen\u00fcber Engels bedauert. \u00dcber die Tr\u00e4nenb\u00e4che seiner Frau Jenny ergeht er sich ebenfalls unger\u00fchrt. Dazu die Autorin: &#132;Die r\u00fccksichtslose intellektuelle Selbstverwirklichung von Marx, der intellektuelle Mehrwert, den er produzierte, ging zulasten seiner Frau Jenny.&#148;<br \/>Engels wird angekreidet, da\u00df er seine Gef\u00e4hrtin Lizzy Burns, eine Arbeitertochter, nicht vom Analphabetentum befreit habe. Das Leben der Marx-T\u00f6chter &#150; so erf\u00e4hrt frau\/man &#150; war gepr\u00e4gt von all den Problemen, die ihr Vater in seiner Arbeit ausgespart hatte. Dabei kritisiert die Autorin nicht nur, da\u00df das Thema Empf\u00e4ngnis-Verh\u00fctung von Engels und Marx nicht ber\u00fchrt worden war, sondern auch die Tatsache, da\u00df die beiden die damals bereits vorliegenden Erkenntnisse \u00fcber frauenspezifische Unterdr\u00fcckung nicht ber\u00fccksichtigt haben: &#132;Marx und Engels entwickelten die Frauenfrage nicht nur nicht weiter, sondern sie blieben auch hinter vielen zeitgen\u00f6ssischen Denkans\u00e4tzen zur\u00fcck.&#148; Im selben Jahr, als 1848 das Kommunistische Manifest in London verfa\u00dft wurde, ver\u00f6ffentlichten Amerikanerinnen ein feministisches Manifest, das &#132;einen andern Ton anschlug als die flehentlichen Bitten und Appelle deutscher Frauen, von den M\u00e4nnern als Menschen akzeptiert zu werden&#148;. Karl Marx wird von Janssen-Jurreit vorgeworfen, nie die m\u00e4nnliche Denkschablone durchbrochen zu haben. Und in Marxens Versuch, den Geschlechterwiderspruch aufzuarbeiten, findet sie nichts als &#132;dialektische Phrasen&#148;.<br \/>Die alte Frauenbewegung und ihre emanzipatorischen K\u00e4mpfe bis heute nehmen einen breiten Raum ein und geh\u00f6ren in die Unterrichtsb\u00fccher an jeder Schule. Die Feministin Janssen-Jurreit schm\u00e4lert nicht die Verdienste der Frauen, die &#150; mit dem Stimmrecht in der Tasche &#150; glaubten, alle Voraussetzungen f\u00fcr die zwangsl\u00e4ufig weitergehende Gleichberechtigung der Frauen geschaffen zu haben. Da\u00df dies ein Trugschlu\u00df war, erfahren wir nicht zuletzt aus den Statistiken \u00fcber die Repr\u00e4sentanz der Frauen in der politischen Hierarchie. Janssen-Jurreit stellt vehement den Weg der Frauen in die m\u00e4nnlichen Institutionen infrage und schreibt: &#132;Der Eintritt in die M\u00e4nnerparteien sollte ihnen endlich den ersehnten politischen Prestigegewinn bringen. Daf\u00fcr kastrierten sie ihre eigenen wirkungsvollen und. erprobten Kampforganisationen und degradierten sie zu bedeutungslosen Verb\u00e4nden im vorparlamentarischen Raum, statt sie als unabh\u00e4ngige politische Kr\u00e4fte zu etablieren. Die Mitgliedschaft in diesen Parteien bedeutete die Zerst\u00f6rung des Selbstbewu\u00dftseins und der ldentit\u00e4t, die sie sich in langen Kampagnen erworben hatten. Sie wurden wieder Sklavinnen &#150; im besten FaliParadepferde und Aush\u00e4ngeschilder f\u00fcr eine m\u00e4nnliche Parteielite.&#148;<br \/>Diese Darstellung ist eine der brisantesten des Buches, fordert sie doch vorallem progressive Politikerinnen heraus, ihre &#132;Dennoch-Haltung&#148; zu rechtfertigen. Die Existenz der Frauenbewegung im au\u00dferparlamentarischen Raum jedoch zeigt, wie wirkungsvoll sie von au\u00dfen patriarchalische Strukturen infrage stellen kann. Einen Beleg f\u00fcr die Vereinnahmung der Politikerinnen durch patriarchalische Institutionen liefert Frau Jurreit mit einer bisher unver\u00f6ffentlichten Umfrage unter m\u00e4nnlichen und weiblichen Parlamentariern. Auff\u00e4llig ist dort das Ausma\u00df weiblicher Selbstverleugnung und die fast vollst\u00e4ndige Anpassung an m\u00e4nnliche Interessen. Seit der ehemalige bayerische Landtagspr\u00e4sident die einzelne Frau im Parlament mit einer Blume verglich, eine Masse von Frauen jedoch mit Unkraut, hat sich die Verachtung der Politiker gegen\u00fcber ihrer weiblichen Konkurrenz kaum ge\u00e4ndert.<br \/>Die Frage, inwieweit die Beteiligung der Frauen an der Produktion ein Weg f\u00fcr die Partizipation an politischer Macht sein kann, f\u00fchrt Janssen-Jurreit zu der Erkenntnis, da\u00df der Anteil der Frauen an der Produktion zwar eine &#132;notwendige, aber nicht ausreichende Bedingung f\u00fcr die Entwicklung des weiblichen Status&#148; ist. Vielmehr vermi\u00dft die Autorin eine angemessene Bewertung aller Volkswirtschaften f\u00fcr die gratis geleistete Reproduktionsarbeit von Hausfrauen und M\u00fcttern. Da\u00df es damit in den Ostblock-L\u00e4ndern genauso schlecht bestellt ist wie in den kapitalistischen L\u00e4ndern, erkl\u00e4rt sie so: &#132;Da die androzentrische Perspektive von der sozialistischen Theorie in diesem Punkt nicht durchbrochen wurde, ist die unbezahlte und gesellschaftlich nicht eintauschbare Dienstleistung der Frau im Haushalt und an den Kindern, die von der berufst\u00e4tigen Frau nach dem offiziellen Feierabend und an arbeitsfreien Tagen geleistet wird, das gemeinsame patriarchalische Fundament von sozialistischen und kapitalistischen L\u00e4ndern.&#148;<br \/>Dem Mutterkult als Unterdr\u00fcckungsinstrument widmet die Autorin ausf\u00fchrliche Betrachtungen &#150; angefangen von der Psychoanalyse bis zur ebenfalls wissenschaftlich monopolisierten M\u00e4nnerideologie \u00fcber die angebliche Notwendigkeit einer einseitigen Mutter-Kind-Beziehung. Geschlechtsunterschiede, wie sie sich heute in der Macht-Ohnmacht-Beziehung zwischen Mann und Frau darstellen, schreibt die Verfasserin vorallem patriarchalisch dominierter Psychologie zu: &#132;M\u00e4nner neigen dazu, die gefundenen Geschlechtsunterschiede &#150; sofern sie positiv in bezug auf traditionelle Vorstellungen von M\u00e4nnlichkeit und Weiblichkeit ausfallen &#150; maximal zu interpretieren. Bei Frauen besteht die Tendenz, die gefundenen Geschlechtsdifferenzen &#150; auch da, wo sie<br \/>eher positiv f\u00fcr die Frauen ausfallen &#150; weitgehend zu minimalisieren.&#148;<br \/>Nirgendwo wird eindringlicher belegt, da\u00df die &#132;Realit\u00e4t in unserer Gesellschaft vom Mann definiert wird, ohne ernsthafte Chance, sich der Allgewalt dieser Definitionen zu entziehen&#148;, wie bei den Kapiteln \u00fcber Sexualit\u00e4t und Gewalt. Die Informationen \u00fcber die physische und psychische Amputation bei Frauen, insbesondere \u00fcber die grauenhaften Genitalverst\u00fcmmelungen in arabischen L\u00e4ndern, sind beispielhaft f\u00fcr die l\u00fcckenhafte Informationspraxis in den M\u00e4nner-Medien. Janssen-Jurreit: &#132;Die Leugnung der Klitoris als zentrales Sexualorgan der Frau geht weit \u00fcber die Dimension eines anatomischen oder wissenschaftlichen Irrtums hinaus. Sie ist ein Anschlag auf die geistige Autonomie der Frau, die selbst nicht in der Lage ist, ihre eigenen K\u00f6rpererfahrungen gegen m\u00e4nnliche Definitionen durchzusetzen. W\u00e4hrend die chirurgische Entfernung der Klitoris Orgasmusunf\u00e4higkeit zur Folge hat, erreicht die Freudsche Methode, die Klitoris durch eine simple Denkoperation zu eliminieren, einen Effekt, der psychologisch mit den Folgen einer Klitoris-Entfernung zu vergleichen ist.&#148;<br \/>Ich erfuhr aus dem Seximus au\u00dferdem zum ersten Mal: von Frauenaufst\u00e4nden in Afrika, die in der Ausdehnung und Intensit\u00e4t zum Teil \u00fcber heutige Frauenrevolten hinausgingen; ich erfuhr, da\u00df die D\u00e4monisierung des Weiblichen dazu gef\u00fchrt hatte, da\u00df m\u00e4nnliche Afrikaner aus der Sahel-Zone Nigerias die Unmoral ihrer Frauen f\u00fcr die D\u00fcrrekatastrophe verantwortlich gemacht hatten; ich erfuhr schlie\u00dflich, da\u00df es doch nicht die Frauen gewesen waren, die mehrheitlich f\u00fcr Hitler gestimmt hatten; und ich las Zahlen \u00fcber die traditionellen T\u00f6tungen weiblicher Kinder, sowie Statistiken aus arabischen L\u00e4ndern, wo der Anteil der Frauen weit unter dem Weltdurchschnitt liegt.<br \/>Der Sexismus in den westlichen Industriel\u00e4ndern hat zwar ein anderes Gesicht, die Auswirkungen aber sind dieselben. Marielouise Janssen-Jurreit l\u00e4\u00dft jedoch keinen Zweifel daran, da\u00df ihr und den Frauenrechtsk\u00e4mpferinnen nicht an einer Umkehrung der Machtverh\u00e4ltnisse liegt. Vielmehr will sie die Abschaffung des m\u00e4nnlichen Welterkl\u00e4rungs-Monopols und eine Neudefinition weiblicher und m\u00e4nnlicher Werte.<\/p>\n","protected":false},"featured_media":0,"template":"","categories":[],"tags":[667],"autoren":[2520],"publikationen":[1311],"class_list":["post-12603","publikation","type-publikation","status-publish","hentry","tag-vorgaenge-artikel","autoren-barbara-schleich","publikationen-26-vorgaenge"],"acf":[],"yoast_head":"<!-- This site is optimized with the Yoast SEO plugin v28.6 - https:\/\/yoast.com\/product\/yoast-seo-wordpress\/ -->\n<title>\u00dcber die Abtreibung der Frauenfrage - Humanistische Union<\/title>\n<meta name=\"robots\" content=\"index, follow, max-snippet:-1, max-image-preview:large, max-video-preview:-1\" \/>\n<link rel=\"canonical\" href=\"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/vorgaenge\/26-vorgaenge\/publikation\/ueber-die-abtreibung-der-frauenfrage\/\" \/>\n<meta property=\"og:locale\" content=\"de_DE\" \/>\n<meta property=\"og:type\" content=\"article\" \/>\n<meta property=\"og:title\" content=\"\u00dcber die Abtreibung der Frauenfrage - Humanistische Union\" \/>\n<meta property=\"og:description\" content=\"aus: vorg\u00e4nge Nr.26 (Heft 2\/1977), S.102-104 Marielouise Janssen-Jurreit: Sexismus. \u00dcber die Abtreibung der Frauenfrage. 755 Seiten, Hanser-Verlag, M\u00fcnchen 1977, 39,80 DM. Da irrt ein Amokl\u00e4ufer durch die Redaktionen bundesdeutscher Medien: Ernest Borneman, Verfasser von &#132;Das Patriarchat&#148;, befindet sich auf dem Rachefeldzug gegen Marielouise Janssen-Jurreits &#132;Sexismus&#148; &#8211; wie gegen die Feministinnen schlechthin. Borneman kann wohl nicht [weiterlesen]\" \/>\n<meta property=\"og:url\" content=\"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/vorgaenge\/26-vorgaenge\/publikation\/ueber-die-abtreibung-der-frauenfrage\/\" \/>\n<meta property=\"og:site_name\" content=\"Humanistische Union\" \/>\n<meta name=\"twitter:card\" content=\"summary_large_image\" \/>\n<meta name=\"twitter:site\" content=\"@humunion\" \/>\n<meta name=\"twitter:label1\" content=\"Gesch\u00e4tzte Lesezeit\" \/>\n\t<meta name=\"twitter:data1\" content=\"10\u00a0Minuten\" \/>\n<script type=\"application\/ld+json\" class=\"yoast-schema-graph\">{\"@context\":\"https:\\\/\\\/schema.org\",\"@graph\":[{\"@type\":\"WebPage\",\"@id\":\"https:\\\/\\\/www.humanistische-union.de\\\/publikationen\\\/vorgaenge\\\/26-vorgaenge\\\/publikation\\\/ueber-die-abtreibung-der-frauenfrage\\\/\",\"url\":\"https:\\\/\\\/www.humanistische-union.de\\\/publikationen\\\/vorgaenge\\\/26-vorgaenge\\\/publikation\\\/ueber-die-abtreibung-der-frauenfrage\\\/\",\"name\":\"\u00dcber die Abtreibung der Frauenfrage - Humanistische Union\",\"isPartOf\":{\"@id\":\"https:\\\/\\\/www.humanistische-union.de\\\/#website\"},\"datePublished\":\"1977-01-28T13:00:00+00:00\",\"breadcrumb\":{\"@id\":\"https:\\\/\\\/www.humanistische-union.de\\\/publikationen\\\/vorgaenge\\\/26-vorgaenge\\\/publikation\\\/ueber-die-abtreibung-der-frauenfrage\\\/#breadcrumb\"},\"inLanguage\":\"de\",\"potentialAction\":[{\"@type\":\"ReadAction\",\"target\":[\"https:\\\/\\\/www.humanistische-union.de\\\/publikationen\\\/vorgaenge\\\/26-vorgaenge\\\/publikation\\\/ueber-die-abtreibung-der-frauenfrage\\\/\"]}]},{\"@type\":\"BreadcrumbList\",\"@id\":\"https:\\\/\\\/www.humanistische-union.de\\\/publikationen\\\/vorgaenge\\\/26-vorgaenge\\\/publikation\\\/ueber-die-abtreibung-der-frauenfrage\\\/#breadcrumb\",\"itemListElement\":[{\"@type\":\"ListItem\",\"position\":1,\"name\":\"Publikationen\",\"item\":\"https:\\\/\\\/www.humanistische-union.de\\\/publikationen\\\/\"},{\"@type\":\"ListItem\",\"position\":2,\"name\":\"vorg\u00e4nge\",\"item\":\"https:\\\/\\\/www.humanistische-union.de\\\/publikationen\\\/vorgaenge\\\/\"},{\"@type\":\"ListItem\",\"position\":3,\"name\":\"vorg\u00e4nge 26\",\"item\":\"https:\\\/\\\/www.humanistische-union.de\\\/publikationen\\\/vorgaenge\\\/26-vorgaenge\\\/\"},{\"@type\":\"ListItem\",\"position\":4,\"name\":\"\u00dcber die Abtreibung der Frauenfrage\"}]},{\"@type\":\"WebSite\",\"@id\":\"https:\\\/\\\/www.humanistische-union.de\\\/#website\",\"url\":\"https:\\\/\\\/www.humanistische-union.de\\\/\",\"name\":\"Humanistische Union\",\"description\":\"\",\"publisher\":{\"@id\":\"https:\\\/\\\/www.humanistische-union.de\\\/#organization\"},\"potentialAction\":[{\"@type\":\"SearchAction\",\"target\":{\"@type\":\"EntryPoint\",\"urlTemplate\":\"https:\\\/\\\/www.humanistische-union.de\\\/?s={search_term_string}\"},\"query-input\":{\"@type\":\"PropertyValueSpecification\",\"valueRequired\":true,\"valueName\":\"search_term_string\"}}],\"inLanguage\":\"de\"},{\"@type\":\"Organization\",\"@id\":\"https:\\\/\\\/www.humanistische-union.de\\\/#organization\",\"name\":\"Humanistische Union e.V.\",\"url\":\"https:\\\/\\\/www.humanistische-union.de\\\/\",\"logo\":{\"@type\":\"ImageObject\",\"inLanguage\":\"de\",\"@id\":\"https:\\\/\\\/www.humanistische-union.de\\\/#\\\/schema\\\/logo\\\/image\\\/\",\"url\":\"https:\\\/\\\/www.humanistische-union.de\\\/wp-content\\\/uploads\\\/2023\\\/09\\\/HU-LOGO-blau_RGB-high-scaled-e1704725806773.jpg\",\"contentUrl\":\"https:\\\/\\\/www.humanistische-union.de\\\/wp-content\\\/uploads\\\/2023\\\/09\\\/HU-LOGO-blau_RGB-high-scaled-e1704725806773.jpg\",\"width\":1000,\"height\":536,\"caption\":\"Humanistische Union e.V.\"},\"image\":{\"@id\":\"https:\\\/\\\/www.humanistische-union.de\\\/#\\\/schema\\\/logo\\\/image\\\/\"},\"sameAs\":[\"https:\\\/\\\/x.com\\\/humunion\",\"https:\\\/\\\/mastodon.social\\\/@humunion\",\"https:\\\/\\\/bsky.app\\\/profile\\\/humanistischeunion.bsky.social\"]}]}<\/script>\n<!-- \/ Yoast SEO plugin. -->","yoast_head_json":{"title":"\u00dcber die Abtreibung der Frauenfrage - Humanistische Union","robots":{"index":"index","follow":"follow","max-snippet":"max-snippet:-1","max-image-preview":"max-image-preview:large","max-video-preview":"max-video-preview:-1"},"canonical":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/vorgaenge\/26-vorgaenge\/publikation\/ueber-die-abtreibung-der-frauenfrage\/","og_locale":"de_DE","og_type":"article","og_title":"\u00dcber die Abtreibung der Frauenfrage - Humanistische Union","og_description":"aus: vorg\u00e4nge Nr.26 (Heft 2\/1977), S.102-104 Marielouise Janssen-Jurreit: Sexismus. \u00dcber die Abtreibung der Frauenfrage. 755 Seiten, Hanser-Verlag, M\u00fcnchen 1977, 39,80 DM. Da irrt ein Amokl\u00e4ufer durch die Redaktionen bundesdeutscher Medien: Ernest Borneman, Verfasser von &#132;Das Patriarchat&#148;, befindet sich auf dem Rachefeldzug gegen Marielouise Janssen-Jurreits &#132;Sexismus&#148; &#8211; wie gegen die Feministinnen schlechthin. Borneman kann wohl nicht [weiterlesen]","og_url":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/vorgaenge\/26-vorgaenge\/publikation\/ueber-die-abtreibung-der-frauenfrage\/","og_site_name":"Humanistische Union","twitter_card":"summary_large_image","twitter_site":"@humunion","twitter_misc":{"Gesch\u00e4tzte Lesezeit":"10\u00a0Minuten"},"schema":{"@context":"https:\/\/schema.org","@graph":[{"@type":"WebPage","@id":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/vorgaenge\/26-vorgaenge\/publikation\/ueber-die-abtreibung-der-frauenfrage\/","url":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/vorgaenge\/26-vorgaenge\/publikation\/ueber-die-abtreibung-der-frauenfrage\/","name":"\u00dcber die Abtreibung der Frauenfrage - Humanistische Union","isPartOf":{"@id":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/#website"},"datePublished":"1977-01-28T13:00:00+00:00","breadcrumb":{"@id":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/vorgaenge\/26-vorgaenge\/publikation\/ueber-die-abtreibung-der-frauenfrage\/#breadcrumb"},"inLanguage":"de","potentialAction":[{"@type":"ReadAction","target":["https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/vorgaenge\/26-vorgaenge\/publikation\/ueber-die-abtreibung-der-frauenfrage\/"]}]},{"@type":"BreadcrumbList","@id":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/vorgaenge\/26-vorgaenge\/publikation\/ueber-die-abtreibung-der-frauenfrage\/#breadcrumb","itemListElement":[{"@type":"ListItem","position":1,"name":"Publikationen","item":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/"},{"@type":"ListItem","position":2,"name":"vorg\u00e4nge","item":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/vorgaenge\/"},{"@type":"ListItem","position":3,"name":"vorg\u00e4nge 26","item":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/vorgaenge\/26-vorgaenge\/"},{"@type":"ListItem","position":4,"name":"\u00dcber die Abtreibung der Frauenfrage"}]},{"@type":"WebSite","@id":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/#website","url":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/","name":"Humanistische Union","description":"","publisher":{"@id":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/#organization"},"potentialAction":[{"@type":"SearchAction","target":{"@type":"EntryPoint","urlTemplate":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/?s={search_term_string}"},"query-input":{"@type":"PropertyValueSpecification","valueRequired":true,"valueName":"search_term_string"}}],"inLanguage":"de"},{"@type":"Organization","@id":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/#organization","name":"Humanistische Union e.V.","url":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/","logo":{"@type":"ImageObject","inLanguage":"de","@id":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/#\/schema\/logo\/image\/","url":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/wp-content\/uploads\/2023\/09\/HU-LOGO-blau_RGB-high-scaled-e1704725806773.jpg","contentUrl":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/wp-content\/uploads\/2023\/09\/HU-LOGO-blau_RGB-high-scaled-e1704725806773.jpg","width":1000,"height":536,"caption":"Humanistische Union e.V."},"image":{"@id":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/#\/schema\/logo\/image\/"},"sameAs":["https:\/\/x.com\/humunion","https:\/\/mastodon.social\/@humunion","https:\/\/bsky.app\/profile\/humanistischeunion.bsky.social"]}]}},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/hu-json\/wp\/v2\/publikation\/12603","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/hu-json\/wp\/v2\/publikation"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/hu-json\/wp\/v2\/types\/publikation"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/hu-json\/wp\/v2\/media?parent=12603"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/hu-json\/wp\/v2\/categories?post=12603"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/hu-json\/wp\/v2\/tags?post=12603"},{"taxonomy":"autoren","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/hu-json\/wp\/v2\/autoren?post=12603"},{"taxonomy":"publikationen","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/hu-json\/wp\/v2\/publikationen?post=12603"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}