{"id":12610,"date":"1976-04-17T20:30:00","date_gmt":"1976-04-17T19:30:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/publikation\/ueber-einige-differenzierungen-des-begriffs-gleichheit-im-historischen-prozess-gesehen\/"},"modified":"2021-08-24T21:46:47","modified_gmt":"2021-08-24T19:46:47","slug":"ueber-einige-differenzierungen-des-begriffs-gleichheit-im-historischen-prozess-gesehen","status":"publish","type":"publikation","link":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/vorgaenge\/20-vorgaenge\/publikation\/ueber-einige-differenzierungen-des-begriffs-gleichheit-im-historischen-prozess-gesehen\/","title":{"rendered":"\u00dcber einige Differenzierungen des Begriffs \u201eGleichheit\u0094 \u0097 im historischen Proze\u00df gesehen"},"content":{"rendered":"<p>aus vorg\u00e4nge Nr. 20 (Heft 2\/1976), S. 58-66<\/p>\n<h2 class=\"auto-created\"><span id=\"schlagwort-oder-leitwort\">Schlagwort oder Leitwort?<\/span><\/h2>\n<p>Wolfgang Harich hat im Zusammenhang mit seinem Ruf &#8222;Zur\u00fcck zu Babeuf `konstatiert: &#8222;Der Sinn der Weltgeschichte liegt, falls sie \u00fcberhaupt einen hat, in der fortschreitenden Verwirklichung des Prinzips der Gleichheit aller Menschen&#8221;. Es gibt Gr\u00fcnde genug, sich dieser m\u00f6glichen Sinngebung anzuschlie\u00dfen. Nur: was hei\u00dft &#8222;Gleichheit&#8221;, was hie\u00df im Proze\u00df der Weltgeschichte je &#8222;Gleichheit&#8221;? Wenn ein axiomatisch-werthaft besetzter Begriff wie &#8222;Gleichheit&#8221; nicht zu einem agitatorisch verzerrten Schlagwort verkommen soll, bedarf es der Aufkl\u00e4rung \u00fcber seine bisher historisch zu verifizierenden Inhalte. Erst dann kann er aktuell wieder Leitwertcharakter f\u00fcr emanzipatorisches Interesse gewinnen.<\/p>\n<p>I<\/p>\n<h2 class=\"auto-created\"><span id=\"rechtliche-gleichheit-als-absicherung-oekonomischer-ungleichheit\">Rechtliche Gleichheit als Absicherung &ouml;kono&shy;mi&shy;scher Ungleich&shy;heit<\/span><\/h2>\n<p>Der Leitwert der fr\u00fchb\u00fcrgerlich-fr\u00fchkapitalistischen Emanzipationsbewegung hie\u00df nicht Gleichheit, sondern Freiheit. Der Begriff der Gleichheit war ein aus dem Freiheits-Verst\u00e4ndnis abgeleiteter: Freiheit ist die Gleichheit der B\u00fcrger im Staate. Gleichheit ist die gleiche Freiheit der \u00f6konomisch ungleichen Eigent\u00fcmer als B\u00fcrger. Es ging um die Gleichheit der rechtlichen Bedingungen f\u00fcr alle; die faktischen Unterschiede des Eigentums wurden nicht in Frage gestellt, vielmehr sanktioniert. Denn: rechtliche Gleichheit, rechtsstaatliche Sicherung einer m\u00f6glichst umfassenden staatsfreien Sph\u00e4re und durch Normen gebundene Berechenbarkeit des intersubjektiven Verkehrs wie der staatlichen Intervention waren die Voraussetzungen f\u00fcr die Entfaltung der kapitalistischen Produktionsweise und f\u00fcr die Durchsetzung des sie konstituierenden Prinzips des (ungleichen) Privateigentums. Die rechtliche Gleichheit sicherte die \u00f6konomische Ungleichheit ab.<\/p>\n<p>II<\/p>\n<h2 class=\"auto-created\"><span id=\"kleineigentuemer-und-kleinproduzenten\">Klein&shy;ei&shy;gen&shy;t&uuml;mer und Klein&shy;pro&shy;du&shy;zenten<\/span><\/h2>\n<p>Auch die Leveller, die Bewegung der &#8222;Gleichmacher&#8221; in der englischen b\u00fcrgerlichen Revolution, wollten &#8211; wie ihre Nachfolger auf dem Kontinent, die Jakobiner und die Sansculotten, &#8211; nicht &#8222;levelling the estates&#8221;. Sie bekannten sich ausdr\u00fccklich zum Privateigentum, zum status quo der Eigentumsverteilung. Der von ihnen vorgeschlagenen Repr\u00e4sentative sollte ausdr\u00fccklich untersagt sein, &#8222;to levell mens Estates, destroy Propriety, or make all things common&#8221;. Die (rechtlich abgesicherte) gleiche Freiheit war nicht die Freiheit der (\u00f6konomisch) Gleichen. War es ein Irrtum, da\u00df die Leveller sich Leveller nannten, oder das bewu\u00dfte denunziatorisch gemeinte Kalk\u00fcl ihrer bourgeoisen Gegner, sie so zu nennen? Aber warum hatten sie Gegner, wenn sie erkl\u00e4rterma\u00dfen nichts weniger wollten als &#8222;communism&#8221;? Die Anh\u00e4nger der Leveller waren \u00fcberwiegend Kleineigent\u00fcmer, die &#8211; abgesehen von wenigen Ausnahmen, die zu Kapitalisten wurden, &#8211; bedroht waren, im Zuge der Entfaltung des Kapitalismus ins Proletariat abzusinken. Ihr Interesse im \u00dcbergang von der einen in die andere Produktionsweise war, sich selbst als das Volk schlechthin begreifen zu k\u00f6nnen und damit den Anspruch zu rechtfertigen, da\u00df sie, indem sie als Kleineigent\u00fcmer ihre Interessen artikulierten, die wahren Interessen des ganzen Volkes vertraten.<br \/>Ihr Gesellschaftsmodell war das der frei bestimmten kooperativen Assoziation von unabh\u00e4ngigen Kleinproduzenten und Kleineigent\u00fcmern bei prinzipieller \u00f6konomischer Gleichheit (hergestellt durch statisch-st\u00e4ndische Wettbewerbsbeschr\u00e4nkungen oder &#8212; wie sp\u00e4ter bei Rousseau &#8212; durch Vorkehrungen f\u00fcr den Ausgleich der ungleichen Entwicklung). Dies war der historische Kompromi\u00df der Kleineigent\u00fcmer: unter grunds\u00e4tzlicher Anerkennung des Grundprinzips der kapitalistischen Produktionsweise, des Privateigentums, die Errichtung einer station\u00e4ren, dauernd im Gleichgewicht zu haltenden Gesellschaft der gleichen Eigent\u00fcmer. Diese Gleichheit war eine bourgeoise Gleichheit; sie ist in den meisten vormarxistischen Modellen des Kommunismus nur &#8222;verproletarisiert&#8221;, nicht wirklich aufgehoben worden.<\/p>\n<p>III<\/p>\n<h2 class=\"auto-created\"><span id=\"babeuf-und-das-recht-auf-gleiche-beduerfnisbefriedigung\">Babeuf und das Recht auf gleiche Bed&uuml;rf&shy;nis&shy;be&shy;frie&shy;di&shy;gung<\/span><\/h2>\n<p>Die Jakobiner waren gescheitert, weil sie am kapitalistischen Prinzip des Privateigentums festhielten und dessen das Gleichgewicht der egalit\u00e4ren Gesellschaft der Kleineigent\u00fcmer st\u00f6rende Konsequenzen terroristisch eliminierten. Babeuf\u00a0 hingegen, der &#8222;linksextremistische Opponent Robespierres&#8221; (Harich), war der Auffassung, da\u00df alle Menschen von Natur das gleiche Recht besa\u00dfen, ihre Bed\u00fcrfnisse zu befriedigen, und damit Anspruch auf den gleichen Genu\u00df aller G\u00fcter (l&#8217;\u00e9galit\u00e9 des jouissances) hatten. Da das Privateigentum notwendig Ungleichheit zur Folge hatte, war es abzuschaffen. Das einzige Mittel, die tats\u00e4chliche reale Gleichheit zu garantieren, war die G\u00fctergemeinschaft aller Mitglieder der Gesellschaft.<br \/>Das war nicht mehr kleinb\u00fcrgerlicher Egalitarismus, sondern Verteilungskommunismus. Es finden sich zwar bei Babeuf\u00a0 Hinweise auf die Notwendigkeit einer kommunistischen Produktionsgemeinschaft, doch bleiben sie unausgef\u00fchrt. Auch sucht man bei Babeuf vergebens eine Beschreibung einer auf dem \u00dcberflu\u00df an Konsumg\u00fctern errichteten kommunistischen Gesellschaft, die auf der Expansion der industriellen Produktion beruht. Babeufs Kommunismus ist vielmehr entsprechend dem von ihm in seiner Zeit vorgefundenen Stillstand in der Entfaltung der Produktivkr\u00e4fte ein Kommunismus der gleichen Verteilung des Mangels an G\u00fctern.<\/p>\n<p>IV<\/p>\n<h2 class=\"auto-created\"><span id=\"marx-und-die-positive-aufhebung-des-privateigentums\">Marx und die positive Aufhebung des Privat&shy;ei&shy;gen&shy;tums<\/span><\/h2>\n<p>Karl Marx hat den Verteilungskommunismus als &#8222;rohen Kommunismus&#8221;, als &#8222;gleichmacherischen Kommunismus&#8221;, als &#8222;L\u00f6ffelkommunismus&#8221; verspottet, ausgenommen von diesem Spott jedoch Babeuf, der &#8211; wie im Kommunistischen Manifest zu lesen &#8211; in der Franz\u00f6sischen Revolution &#8222;die Forderungen des Proletariats aussprach&#8221;; ausgenommen auch Wilhelm Weitling, dem es nicht &#8222;um die Verproletarisierung der Gleichheit ging, sondern um das Gleichgewicht zwischen den Bed\u00fcrfnissen und den F\u00e4higkeiten des Menschen&#8221; (Kalivoda). Hatte schon Weitling den Anspruch der Eigentumslosen gegen die Eigent\u00fcmer formuliert und damit der bisherigen Tradition widersprochen, die dem kleinb\u00fcrgerlichen Ideal der Wiederherstellung des wahren Wesens des Menschen folgte, so brach Marx radikal mit dieser Tradition. Marx&#8216; Kommunismus ist nicht einfach die Negation des Privateigentums, sondern seine positive Aufhebung &#8222;als menschlicher Selbstentfremdung und darum als wirkliche Aneignung des menschlichen Wesens durch und f\u00fcr den Menschen&#8221;. Dieser Kommunismus ist &#8222;&#8230; das wirkliche, f\u00fcr die n\u00e4chste geschichtliche Entwicklung notwendige Moment der menschlichen Emanzipation und Wiedergewinnung. Der Kommunismus ist die notwendige Gestalt und das energische Prinzip der n\u00e4chsten Zukunft, aber der Kommunismus ist nicht das Ziel der menschlichen Entwicklung &#8211; die Gestalt der menschlichen Gesellschaft&#8221; (\u00d6konomisch-philosophische Manuskripte).<br \/>Der Kommunismus ist also der Ausdruck der historisch-instrumentellen Vernunft des Menschen, wie auch die Gleichheit als &#8222;Grund des Kommunismus&#8221; nur seine &#8222;politische Begr\u00fcndung&#8221; ist. Das Ziel der menschlichen Entwicklung ist die reale, radikal entfaltete Freiheit aller, jedes einzelnen. Dies gibt dem ber\u00fchmten Satz in der Deutschen Ideologie seinen Sinn: da\u00df die Beseitigung der Arbeitsteilung in der kommunistischen Gesellschaft &#8222;es mir erm\u00f6glicht, heute dies, morgen jenes zu tun, morgens zu jagen, nachmittags zu fischen, abends Viehzucht zu treiben, nach dem Essen zu kritisieren, wie ich gerade Lust habe, ohne je J\u00e4ger, Fischer, Hirt oder Kritiker zu werden&#8221;. Der Mensch hat die Freiheit zur Wahl seiner T\u00e4tigkeiten, die ihn von anderen unterscheiden. Die \u00f6konomisch-soziale Gleichheit des Marxschen Kommunismus wird so zur Voraussetzung der positiven Entfaltung der menschlichen Ungleichheit als Ausdruck totaler menschlicher Freiheit.<\/p>\n<h2 class=\"auto-created\"><span id=\"das-reich-der-freiheit-und-das-reich-der-notwendigkeit\">Das Reich der Freiheit und das Reich der Notwen&shy;dig&shy;keit<\/span><\/h2>\n<p>Marx hat sp\u00e4ter (vgl III. Band des Kapital) diese postulativ-utopischen Aussagen in einer als historisch notwendig gekennzeichneten Entwicklungsperspektive verdeutlicht: Das wahre Reich der Freiheit kann nur auf dem Reich der Notwendigkeit als seiner Basis aufbl\u00fchen; es liegt jenseits der Sph\u00e4re der eigentlichen materiellen Produktion, dort, wo die Arbeit, die immer durch Not und \u00e4u\u00dfere Zweckm\u00e4\u00dfigkeit bestimmt ist, aufh\u00f6rt.In der Kritik des Gothaer Programms (1875) ist Marx noch einmal auf die Bedingungen von Gleichheit und Ungleichheit eingegangen. Er polemisiert u.a. gegen den ersten Absatz des Programmentwurfs, in dem es um das Prinzip der gerechten Verteilung des unverk\u00fcrzten Arbeitsertrages geht. Im Sozialismus oder &#8211; wie Marx sagt &#8211; &#8222;in der ersten Phase der kommunistischen Gesellschaft, wie sie eben aus der kapitalistischen Gesellschaft&#8230; hervorgegangen ist&#8221;, ist das Recht der Produzenten ihren Arbeitslieferungen proportional, &#8222;die Gleichheit besteht darin, da\u00df am gleichen Ma\u00dfstab, der Arbeit, gemessen wird&#8221;. Das bedeutet, da\u00df dieses gleiche Recht seinem Inhalt nach ein Recht der Ungleichheit ist, weil es stillschweigend &#8222;die ungleiche individuelle Begabung und daher Leistungsf\u00e4higkeit als nat\u00fcrliche Privilegien&#8221; anerkennt. Erst in einer h\u00f6heren Phase der kommunistischen Gesellschaft, &#8222;nachdem (&#8230;) die Arbeit nicht nur ein Mittel zum Leben, sondern selbst das erste Lebensbed\u00fcrfnis geworden; nachdem mit der allseitigen Entwicklung der Individuen auch die Produktionskr\u00e4fte gewachsen sind und alle Springquellen des genossenschaftlichen Reichtums voller flie\u00dfen &#8211; erst dann kann&#8230; die Gesellschaft auf ihre Fahnen schreiben: Jeder nach seinen F\u00e4higkeiten, jedem nach seinen Bed\u00fcrfnissen.&#8221;<br \/>Marx sieht also erst in der entwickelten kommunistischen Gesellschaft die Reste des b\u00fcrgerlichen Rechtsverst\u00e4ndnisses, wie es sich im Eigentum des Menschen an seiner Arbeitskraft ausdr\u00fcckt, aufgehoben. Erst sie bringt auch die Aufhebung der Trennung der beiden Reiche der Notwendigkeit und der Freiheit. Harich interpretiert dies in dem Sinne, da\u00df diesen Aufhebungen &#8222;die Anerziehung neuer Bed\u00fcrfnisse und Gewohnheiten des Menschen&#8221; vorangegangen sein mu\u00df. Dies schl\u00f6sse eine weitreichende Konsequenz f\u00fcr die Realisation des Marxschen Begriffs der individuellen Ungleichheit auf der Basis der kollektiven Gleichheit (die durch die Vergesellschaftung der Produktionsmittel determiniert ist) ein: Steht also historisch je wieder die Bed\u00fcrfnisstruktur des Menschen, da formbar und variabel, zur Disposition &#8211; und dann wem eigentlich?<\/p>\n<p>V<\/p>\n<h2 class=\"auto-created\"><span id=\"unentwickelter-kommunismus\">&bdquo;Unent&shy;wi&shy;ckelter Kommunismus&ldquo;<\/span><\/h2>\n<p>Marx hatte seine Entwicklungsperspektive f\u00fcr den Kommunismus an\u00a0 industriell entwickelte Gesellschaften gekn\u00fcpft. Historisch setzte sich die &#8222;proletarische&#8221; Revolution bisher nur in \u00f6konomisch unentwickelten L\u00e4ndern durch. Es entstand daher zun\u00e4chst ein primitiver &#8222;unentwickelter Kommunismus&#8221; (Stojanovic); ein Kommunismus des nivellierenden Egalitarismus, der asketischen Gleichheit der Revolution\u00e4re. Der Zwang zur Erhaltung dieses einfachen Kommunismus unter den gegebenen \u00f6konomischen Entwicklungsbedingungen auch nach dem revolution\u00e4ren Kampf brachte eine neue &#8222;etatistische Klasse&#8221; hervor, die, wie immer noch in China, durch Simulierung revolution\u00e4rer Situationen die Ausgangsbedingungen f\u00fcr die asketische revolution\u00e4re Gleichheit und diese selbst wiederherstellt. In der Sowjetunion hat indessen die Herausbildung der &#8222;neuen Klasse&#8221; zu einer beinahe antagonistisch zu nennenden Zwei-Klassen-Struktur gef\u00fchrt: auf der einen Seite die Industriearbeiter und Kollektivbauern, auf der anderen die herrschende Klasse derjenigen, die sich das Monopol der Verf\u00fcgung \u00fcber die Produktionsmittel und \u00fcber die Verteilung des Mehrproduktes vorbehalten haben. Obzwar rechtlich ohne Anspruch auf Eigentum \u00fcbt die &#8222;neue Klasse&#8221; eine unbegrenzte \u00f6konomische Macht aus, &#8222;wie sie eine herrschende Klasse noch in keiner kapitalistischen Gesellschaft je hatte&#8221; (Kolakowski). So hat die Vergesellschaftung der Produktionsmittel zu einer verst\u00e4rkten Klassenspaltung und in deren Konsequenz zu einer Aufspaltung der genossenschaftlichen Gleichheit in eine &#8222;obere&#8221; und in eine &#8222;untere&#8221; Gleichheit gef\u00fchrt. Diese Aufspaltung verschleiert eine Ungleichheit, wie sie nicht einmal mehr in hochindustriell entwickelten bzw im \u00dcbergang zur nachindustriellen Gesellschaft begriffenen kapitalistischen L\u00e4ndern besteht. Eine weitere Entwicklungsm\u00f6glichkeit aus dem unterentwickelten Kommunismus heraus scheint\u00a0\u00a0 sich in Jugoslawien zu ergeben. Die Ans\u00e4tze zu einem als h\u00f6here Form des Kommunismus interpretieren Selbstverwaltungssozialismus entwickeln sich zur\u00fcck in das Gesellschaftsmodell der kleinb\u00fcrgerlichen Egalit\u00e4t. Das gesellschaftliche Eigentum wird umgewandelt in das Aktion\u00e4rseigentum der assoziierten Arbeiterkollektive; Marktelemente werden als Regulative restituiert; die M\u00f6glichkeit privater Inhaberschaft von kleinen Fabriken zugelassen. Sollte der jugoslawisch Sozialismus &#8212; pars pro toto f\u00fcr den Reformkommunismus? &#8212; zum klein b\u00fcrgerlichen Egalitarismus regredieren, so erg\u00e4be sich auch eine neue Perspektive f\u00fcr eine (un)heimliche Konvergenz der Systeme.<\/p>\n<p>VI<\/p>\n<h2 class=\"auto-created\"><span id=\"gleichheit-und-ungleichheit-in-den-kapitalistischen-industrielaendern\">Gleichheit und Ungleich&shy;heit in den kapita&shy;lis&shy;ti&shy;schen Indus&shy;tri&shy;e&shy;l&auml;n&shy;dern<\/span><\/h2>\n<p>Denn die Gleichheit in den kapitalistischen Industriel\u00e4ndern besteht alle Aussagen essayistisch zugespitzt &#8212; in der &#8222;Sozialisierung&#8221; der Privilegien, in der Angleichung der Einkommen zur gro\u00dfen breiten Mitte hin. Die sozialstrukturell immer dominanter werdende, indessen \u00f6konomisch keineswegs herrschende Klasse ist die &#8222;neue Klasse&#8221; der Quasi-Kleinb\u00fcrger (was Mentalit\u00e4t, Einkommenserwartung, also alles, was de Distributionsbereich unmittelbar oder vermittelt angeht, aber keineswegs die Stellung im Produktionsproze\u00df). Das &#8222;Proletariat&#8221; ist zur deklassierten Klasse geworden; es hat sich &#8212; nach mehr als 150 Jahren Kampf &#8212; <br \/>gewisserma\u00dfen selbst abgeschafft, nicht etwa positiv aufgehoben zum Menschen an und f\u00fcr sich; es ist funktionell in die gesellschaftlichen Randgruppen der Alten, Verarmten, Arbeitslosen, der besch\u00e4ftigungslose Jugendlichen, der Kranken, der Frauen, der untersten Lohn- und Gehaltsempf\u00e4nger und der vom Norm-Verhalten Abweichenden abgedr\u00e4ngt. Die neue Mitte sucht hierzulande ihre relative Gleichheit in der Vorstellung von sich selbst als &#8222;wir Deutschen, wir B\u00fcrger dieses Landes&#8221; au: zudr\u00fccken (Umfrageergebnis: 78% bzw 82% f\u00fchlen sich pers\u00f6nlich angesprochen). Optimierbares Habenwollen und nicht qualitatives Tun k\u00f6nnen kennzeichnet sie, und Leistung wird erbracht in der Erwartung eines Mehr an individuellem Konsum und Besitz. Zu dieser individuell-konsumptiven und besitzindividualistischen Gleichheit steht im Widerspruch die horrende Ungleichheit in der Verf\u00fcgungsgewalt \u00fcber die Verwendung des Mehrwertes. (Allenfalls \u00fcber den demokratischen Staat besteht mittelbare Einflu\u00dfm\u00f6glichkeit). Seit Marx wei\u00df man, da\u00df der Luxuskonsum der \u00f6konomisch herrschenden Klasse (wie auch die Privilegien der &#8222;neuen Klasse&#8221; in den sogenannten sozialistischen L\u00e4ndern) \u00f6konomisch unwesentlich ist, da\u00df die Ungleichheit der Einkommen nur eine Folge der Ungleichheit in der Verf\u00fcgung \u00fcber die durch die Gemeinschaft der Arbeitenden geschaffenen Werte ist.<\/p>\n<p>VII<\/p>\n<h2 class=\"auto-created\"><span id=\"bedingungen-der-gleichheit\">Bedingungen der Gleichheit<\/span><\/h2>\n<p>Da\u00df es bisher keine Gleichheit im Marxschen Sinne verwirklicht gibt, hat\u00a0 sozialistische Autoren wie den Praxis-Philosophen Svetozar Stojanovic und auch Leszek Kolakowski veranla\u00dft, \u00fcber die Bedingungen der Gleichheit nachzudenken. Absolute Einkommensgleichheit ist \u00f6konomisch undurchf\u00fchrbar; sie kann nur in kleinen Produktions- und Konsumgemeinschaften praktiziert werden. Absolute soziale Gleichheit w\u00fcrde das Prinzip der Individualit\u00e4t negieren und widerspr\u00e4che einer realistischen Einsch\u00e4tzung der M\u00f6glichkeiten der menschlichen Natur. Es wird keine Gesellschaft geben k\u00f6nnen, die alle Produkte nur den Bed\u00fcrfnissen gem\u00e4\u00df verteilen w\u00fcrde: Die Bed\u00fcrfnisse werden die M\u00f6glichkeiten zu ihrer Befriedigung stets \u00fcbersteigen. Au\u00dferdem w\u00fcrde das Prinzip der Verteilung nach den Bed\u00fcrfnissen genauso Ungleichheiten hervorrufen wie das der Verteilung nach den Resultaten der Arbeit; es w\u00fcrde den beg\u00fcnstigen, der weniger arbeitet, weil ja alle &#8212; unabh\u00e4ngig von dem von ihnen f\u00fcr die Gesellschaft Erarbeiteten &#8212; gem\u00e4\u00df ihren Bed\u00fcrfnissen erhalten w\u00fcrden. Stojanovic schl\u00e4gt deshalb eine Kombination beider Verteilungsprinzipien vor, wodurch beider Schw\u00e4chen, die zu &#8222;Ungleichheit und Ungerechtigkeit in der gesellschaftlichen Verteilung&#8221; f\u00fchren, neutralisiert werden. Die Verteilung der G\u00fcter erfolgt nach den Resultaten der Arbeit; Ungleichheiten, die dabei entstehen, werden kompensiert durch solidarische Redistribution f\u00fcr die Entwicklung der materiellen Gleichheit der Gesamtgesellschaft (was in der aktuellen Diskussion mit &#8222;Sozialinvestitionen&#8221; bezeichnet wird). Dazu bedarf es der \u00dcbernahme einiger ethischer Elemente des unentwickelten asketischen Kommunismus und der Institutionen einer entwickelten Selbstverwaltung der Gesellschaft.<\/p>\n<p>VIII<\/p>\n<h2 class=\"auto-created\"><span id=\"harich-gleiche-verteilung-des-mangels\">Harich: Gleiche Verteilung des Mangels<\/span><\/h2>\n<p>F\u00fcr Wolfgang Harich ist die relative Gleichheit der Verteilung der G\u00fcter auf der Basis des wachsenden gesellschaftlich produzierten Reichtums keine Alternative mehr angesichts der \u00f6kologischen Krise in Permanenz. Deshalb seine Aufforderung zur R\u00fcckkehr der Arbeiterbewegung &#8222;nun auf h\u00f6herer Stufenleiter&#8221; zu Babeufs Kommunismus der gleichen Verteilung des Mangels, da die &#8222;Springquellen&#8221; des kapitalistischen Reichtums, nachdem sie 200 Jahre lang geflossen sind, nun nicht mehr fliessen k\u00f6nnen.<br \/>So entwirft Harich das Projekt eines Kommunismus der Rationierung der Null-Wachstum erlaubt, die Marktbeziehungen ausschaltet, in\u00a0 Gebrauchswerte aufh\u00f6ren, Waren zu sein, der das Geld abschafft, Leistungsprinzip obsolet werden l\u00e4\u00dft. Dieser Kommunismus wird nicht die \u00dcberflu\u00dfgesellschaft sein, wie sie sich Weitling und Marx vorgestellt haben; und er wird auch nie ohne staatliche Autorit\u00e4t und kodifiziertes Recht auskommen: &#8222;Jeder Gedanke an ein k\u00fcnftiges Absterben des Staates ist daher illusorisch&#8221;.<\/p>\n<h2 class=\"auto-created\"><span id=\"havemanns-asketischer-kommunismus\">Havemanns asketischer Kommunismus<\/span><\/h2>\n<p>Harich unterscheidet sich mit diesem Projekt scharf von dem asketisch Kommunismus-Entwurf Robert Havemanns. F\u00fcr diesen ergibt die soziale Gleichheit in der vern\u00fcnftigen Verwendung der G\u00fcter &#8222;das vielf\u00e4ltige Spektrum aller M\u00f6glichkeiten des Menschen, die frei entwickelte Individualit\u00e4t, die ganze Einmaligkeit jedes Menschen, die menschliche Ungleichheit also als Negation der Negation unserer urspr\u00fcnglichen tierhaften Ungleichheit. Menschsein ist eine dialektische Einheit von Gleichheit und Ungleichheit.&#8221; Um die soziale Ungleichheit g\u00e4nzlich aufzuheben, m\u00fcssen die hierarchischen Strukturen der Gesellschaft aufgel\u00f6st werden, mu\u00df der Staat absterben.<br \/>Havemann will einen asketischen Kommunismus, in den bewu\u00dft ein\u00a0 utopisches Moment aufgenommen ist, gewisserma\u00dfen als Zielprojektion. Die Ann\u00e4herung an dieses Ziel ist geleitet von der Hoffnung auf wachsende Vern\u00fcnftigkeit des Menschen. Havemanns Kommunismus insofern zukunftsbezogen-offen. Harich dagegen fordert ausdr\u00fccklich die R\u00fcckkehr des Kommunismus zu seiner vorindustriellen, kleinb\u00fcrgerlich-b\u00e4uerlichen, radikal demokratischen (dh jakobinerhaft-diktatorischen) Traditionslinie. In ihrem Verlauf wurde der kleineigent\u00fcmerische Egalitarismus Rousseaus zu seiner proletarisch-kommunistischen Konsequenz vorgetrieben, wenngleich seine ethischen Werte nicht verloren gingen. So liegt denn die Analogie nahe: Wie Konsumverzicht im Interesse der fr\u00fchen puritanischen Bourgeoisie lag (als Voraussetzung der Entfaltung der Produktivkr\u00e4fte), so mu\u00df sich jetzt die Menschheit vieles versagen, weil die Entwicklung der Produktivkraft einen Stand erreicht hat, bei dem der Akkumulationsproze\u00df an seine absolute Grenze st\u00f6\u00dft. Fortschreitende Verwirklichung des Prinzips der Gleichheit durch R\u00fcckschritt in vorindustriekapitalistische Tradition des Gleichheitsdenkens?<\/p>\n<p>IX<\/p>\n<h2 class=\"auto-created\"><span id=\"demokratisch-sozialistische-alternativen\">Demokra&shy;tisch-&shy;so&shy;zi&shy;a&shy;lis&shy;ti&shy;sche Alter&shy;na&shy;tiven<\/span><\/h2>\n<p>Harich fordert &#8222;die Linke&#8221; in den kapitalistischen L\u00e4ndern auf, unter Ausnutzung des Pluralismus &#8222;sei es auf friedlichem Wege, sei es durch gewaltsamen Umsturz&#8221; die Macht im Staate zu erringen und: &#8222;dann schleunigst weg mit diesem System und her mit der wahren, der urspr\u00fcnglichen Demokratie, die in Europa als erste die Jakobiner&#8230; verwirklicht haben und die Babeuf mit seiner ,Verschw\u00f6rung der Gleichen&#8216; wiederherstellen wollte&#8220;.<br \/>Vertreter demokratisch-sozialistischer Strategien (wie z.B. Johano Strasser), die sich ebenfalls durch die \u00f6kologische Krise herausgefordert sehen, teilen diesen ahistorischen Zynismus nicht. Ihr Konzept ist: Homogenisierung der gro\u00dfen Mehrheit der Bev\u00f6lkerung durch &#8222;mehr materielle Gleichheit&#8221; &#8212; durch entsprechende Verteilung der Prim\u00e4reinkommen im Lohnkampf, aber auch durch die Ausweitung des \u00f6ffentlichen Angebots einer Gleichheit der Chancen zur Verwirklichung der menschlichen M\u00f6glichkeiten. Auf diese Weise k\u00f6nnte klassische Klassenidentit\u00e4t (wieder?) erzeugt und funktionell und instrumentell (also im \u00fcbertragenen Sinne) das Proletariat (wieder?) hergestellt werden; denn das Ganze zielt auf ein Optimum an gesellschaftlicher Konsensbildung als Voraussetzung f\u00fcr demokratisch legitimierte Entscheidungen \u00fcber die Grundrichtung der gesellschaftlichen Entwicklung: &#8222;Ein demokratischer, humaner und pluralistischer Sozialismus ist auch angesichts der ,Grenzen des Wachstums` m\u00f6glich und notwendig.&#8220;<\/p>\n<p>X<\/p>\n<h2 class=\"auto-created\"><span id=\"verteilungsgleichheit-und-verfuegungsgleichheit\">Vertei&shy;lungs&shy;gleich&shy;heit und Verf&uuml;&shy;gungs&shy;gleich&shy;heit<\/span><\/h2>\n<p>Materielle Gleichheit ist nicht identisch mit der absoluten Gleichheit der je individuellen Einkommen. Materielle Gleichheit bedeutet \u00fcberwiegend und vor allem Ausweitung der kollektiven Leistungen der Gesellschaft. In diesem Sinne ist materielle Gleichheit unabdingbar notwendig, denn sie stellt die kollektive Voraussetzung dar f\u00fcr die individuelle Freiheit der Wahl der Selbstverwirklichung, d.h. der Herstellung der gr\u00f6\u00dftm\u00f6glichen Ungleichheit unter den Menschen.<br \/>Doch die Forderung nach mehr materieller Gleichheit reduziert das Problem der Gleichheit auch aktuell auf den Kampf um die Verteilungsgleichheit und bedeutet deshalb kein substantielles Eingehen auf die Problematik der Verf\u00fcgungsgleichheit. Zu fordern, zu vertreten und schlie\u00dflich zu praktizieren ist daher eine Kombination der unter dieser Perspektive &#8222;blo\u00df&#8221; materiellen Gleichheit des Verbrauchs des Produzierten mit der formalen rechtlichen Gleichheit der Verf\u00fcgung \u00fcber die Produktionsmittel und der Entscheidung \u00fcber die Verwendung und Verteilung der geschaffenen Werte und G\u00fcter durch die Produzenten (im weitesten Sinne).<br \/>Damit stellen sich der nachindustriellen Gesellschaft als einer \u00dcbergangsgesellschaft \u00e4hnliche Probleme wie der fr\u00fchb\u00fcrgerlich-fr\u00fchkapitalistischen: es geht, es mu\u00df gehen auch um die Gleichheit der rechtlichen Bedingungen f\u00fcr alle Produzenten. <br \/>Mu\u00df? Gleichheit, die ich meine, als Wille und Vorstellung oder als eine Art kategorischer Imperativ? Diese \u00dcberlegungen zur Gleichheit sind nur ein Angebot f\u00fcr Differenzierungen, die erst noch zu strategischen Kosequenzen f\u00fchren m\u00f6gen, nicht m\u00fcssen. Ob diese dann Realit\u00e4t ver\u00e4ndern werden, ist ebenso offen. Indessen kann man Kolakowski folgen, der f\u00fcr den Sozialismus feststellt, was auch f\u00fcr die Forderung nach Gleichheil gilt: &#8222;Es ist dies&#8230; eine offene Perspektive, in der es uns freisteht, f\u00fcr das zu optieren, was wir f\u00fcr einen menschlichen Wert erachten&#8221;.<\/p>\n<h2 class=\"auto-created\"><span id=\"benutzte-literatur\">Benutzte Literatur<\/span><\/h2>\n<p>Martin Gralher: Demokratie und Repr\u00e4sentation in der Englischen Revolution. Meisenheim aG 1973 <br \/>Wolfgang Harich: Kommunismus ohne Wachstum? Reinbek 1975. Zitate S 62 f, 162, 179 f, 161, 186, 115 f, 206<br \/>Robert Havemann: \u00dcber die Ungleichheit der Menschen, in: Frankfurter Hefte 21. Jg 1966. Zitat S 187 <br \/>Robert Havemann: Freiheit als Notwendigkeit, in: Rudi Dutschke, Manfred Wilke (Hrsg): Die Sowjetunion, Solchenizyn und die westliche Linke. Rororo-aktuell Bd 1875. Reinbek 1975 <br \/>Leszek Kolakowski: Marxismus &#8212; Utopie und Anti-Utopie. Urban-Taschenb\u00fccher Bd 865. Stuttgai 1974. Zitate S 95, 94<br \/>Robert Kalivoda: Der Marxismus und die moderne geistige Wirklichkeit. Edition suhrkamp Bd 37 Frankfurt aM 1970. Zitat S 97.<br \/>J\u00fcrgen Schlumbohm: Freiheitsbegriff und Emanzipationsproze\u00df. Kleine Vandenhoeck-Reihe Bd 138 G\u00f6ttingen 1973<br \/>J\u00fcrgen Schlumbohm: Freiheit. Die Anf\u00e4nge der b\u00fcrgerlichen Emanzipationsbewegung in Deutschland im Spiegel ihres Leitwortes. D\u00fcsseldorf 1975<br \/>Svetozar Stojanovic: Kritik und Zukunft des Sozialismus. Fischer-Taschenbuch $d 1264. Frankfurt aM 1972Johano Strasser: Grenzen des Wachstums &#8212; Grenzen der Freiheit?, in: Technologie und Politik aktuell-Magazin Bd 3 &#8222;Welthungerkatastrophe und Agrarpolitik&#8220; (= rororo-aktuell Bd 1942). Reinbek 1975. Zitat S\u00a022<\/p>\n<p>______________________________________________________<\/p>\n<p>&#8222;Man muss das Geld in Verruf bringen. Es w\u00e4re n\u00fctzlich, da\u00df diejenigen, die h\u00f6chstens Ansehen oder sogar Macht besitrzen, gering entlohnt werden. Die menschlichen Beziehungen m\u00fcssen der Kategorie nichtme\u00dfbarer Dinge zugeordnet werden. \u00d6ffentlich soll anerkannt sein, da\u00df ein Bergmann, ein Drucker, ein Minister miteinander gleich sind.&#8220;<\/p>\n<p>&#8222;Indem man das Geld zur einzigen oder beinah einzigen Triebfeder aller Handlungen, zum einzigen oder beinah einzigen Ma\u00dfstab aller Dinge machte, hat man das Gift der Ungleichheit allenthalben verbreitet. Es stimmt zwar, da\u00df diese Ungleichheit beweglich ist; sie ist nicht an die Personen gebunden, denn das Geld wird gewonnen und verloren; aber sie ist nicht minder wirklich.&#8220;<\/p>\n<blockquote>\n<p class=\"bodytext\"><i>Simone Weil (1.Zitat aus: Unterdr\u00fcckung und Freiheit. Politische Schriften Hg von Heinz Abosch, M\u00fcnchen 1975; 2.Zitat aus:Die Entwurzelung. Einf\u00fchrung in die Pflichten dem menschlichen Wesen gegen\u00fcber, 1949. Deutsch: M\u00fcnchen 1965).<\/i><\/p>\n<\/blockquote>\n<p>______________________________________________________<\/p>\n","protected":false},"featured_media":0,"template":"","categories":[],"tags":[761,667],"autoren":[461],"publikationen":[1317],"class_list":["post-12610","publikation","type-publikation","status-publish","hentry","tag-gleichheit","tag-vorgaenge-artikel","autoren-helga-grebing","publikationen-20-vorgaenge"],"acf":[],"yoast_head":"<!-- This site is optimized with the Yoast SEO plugin v28.6 - https:\/\/yoast.com\/product\/yoast-seo-wordpress\/ -->\n<title>\u00dcber einige Differenzierungen des Begriffs \u201eGleichheit\u0094 \u0097 im historischen Proze\u00df gesehen - Humanistische Union<\/title>\n<meta name=\"robots\" content=\"index, follow, max-snippet:-1, max-image-preview:large, max-video-preview:-1\" \/>\n<link rel=\"canonical\" href=\"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/vorgaenge\/20-vorgaenge\/publikation\/ueber-einige-differenzierungen-des-begriffs-gleichheit-im-historischen-prozess-gesehen\/\" \/>\n<meta property=\"og:locale\" content=\"de_DE\" \/>\n<meta property=\"og:type\" content=\"article\" \/>\n<meta property=\"og:title\" content=\"\u00dcber einige Differenzierungen des Begriffs \u201eGleichheit\u0094 \u0097 im historischen Proze\u00df gesehen - Humanistische Union\" \/>\n<meta property=\"og:description\" content=\"aus vorg\u00e4nge Nr. 20 (Heft 2\/1976), S. 58-66 Schlagwort oder Leitwort? 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