{"id":17916,"date":"2022-04-18T19:20:25","date_gmt":"2022-04-18T17:20:25","guid":{"rendered":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/?post_type=publikation&#038;p=17916"},"modified":"2022-04-25T20:05:08","modified_gmt":"2022-04-25T18:05:08","slug":"staerken-und-schwaechen-der-berichterstattung-ueber-corona","status":"publish","type":"publikation","link":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/vorgaenge\/235-vorgaenge\/publikation\/staerken-und-schwaechen-der-berichterstattung-ueber-corona\/","title":{"rendered":"St\u00e4rken und Schw\u00e4chen der Berichterstattung \u00fcber Corona*"},"content":{"rendered":"<p class=\"v-titel-western\" lang=\"zxx\"><a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"#sdfootnote1sym\" name=\"sdfootnote1anc\"><\/a>Der journalistischen Berichterstattung und Kommentierung kommt gerade in Krisenzeiten eine wichtige Kontrollfunktion zu. Inwiefern die deutschsprachigen Medien dieser Ausgabe gerecht wurden, welche problematischen Tendenzen es in der Corona-Berichterstattung gab und wie dem im redaktionellen Alltag zu begegnen w\u00e4re, darauf geht der folgende Beitrag aus einer medienwissenschaftlichen Perspektive ein<\/p>\n<p class=\"v-absatz-ohne-western\" lang=\"de-CH\">Viele Journalistinnen und Journalisten haben in den letzten Monaten im Ausnahmezustand in der Corona-Berichterstattung Einzigartiges geleistet, oftmals im Home-Office. Das verdient Anerkennung \u2013 und dennoch ist unsere Medienwelt nicht in Ordnung. Vor allem mangelt es an Aufkl\u00e4rung \u00fcber systemische M\u00e4ngel im Journalismus, die schwere gesellschaftliche Folgen zeitigen. Die Medien selbst schweigen sich dazu meist aus, w\u00e4hrend andere zu recht f\u00fcrchten, an den Pranger gestellt zu werden, wenn sie auch nur zaghaft und satirisch darauf hinweisen \u2013 wie k\u00fcrzlich einige der 52 Schauspielerinnen und Schauspieler in der <span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Gentium Book Basic;\"><span style=\"font-size: small;\">\u201e<\/span><\/span><\/span>Wir machen alles dicht<span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Gentium Book Basic;\"><span style=\"font-size: small;\">\u201c<\/span><\/span><\/span>-Kampagne.<\/p>\n<h3 class=\"v-zwischen&uuml;berschrift-2-western\"><span id=\"corona-in-den-nachrichten\">Corona in den Nachrichten<\/span><\/h3>\n<p class=\"v-absatz-ohne-western\">Zwei erste wissenschaftliche Studien gaben der Corona-Berichterstattung zun\u00e4chst gute Noten: Im Blick auf die deutsche Berichterstattung gelangte ein Forscherteam von Thorsten Quandt (Universit\u00e4t M\u00fcnster) zum Urteil, d<span lang=\"de-DE\">ie klassischen Medienh\u00e4user h\u00e4tten \u201e<\/span><span lang=\"de-DE\"><i>in den ersten drei Monaten seit Ausbruch des Coronavirus mit einer differenzierten Berichterstattung auf die Pandemie<\/i><\/span><span lang=\"de-DE\">\u201c reagiert, \u201e<\/span><span lang=\"de-DE\"><i>die von keiner systematischen Dramatisierung gepr\u00e4gt war<\/i><\/span><span lang=\"de-DE\">\u201c (Universit\u00e4t M\u00fcnster 2020; Quandt et al. 2020). \u00c4hnlich positiv die Einsch\u00e4tzung der Forscher im s\u00fcdlichen Nachbarland. <\/span>Die Berichterstattung in der Schweiz sei \u201e<i>qualitativ relativ hoch<\/i>\u201c gewesen, hei\u00dft es in einer Forschungsarbeit des Teams von Mark Eisenegger vom Forschungsinstitut \u00d6ffentlichkeit und Gesellschaft der Universit\u00e4t Z\u00fcrich (f\u00f6g). Defizite habe \u201e<i>es jedoch beim Umgang mit Zahlen und Statistiken<\/i>\u201c gegeben, und viele Medien h\u00e4tten sich \u201e<i>in der sensitiven Phase\u201c<\/i> vor dem ersten Lockdown als \u201e<i>zu wenig kritisch<\/i>\u201c erwiesen (Universit\u00e4t Z\u00fcrich 2020; Eisenegger et al. 2020; sp\u00e4ter: f\u00f6g 2020).<\/p>\n<p class=\"v-absatz-einzug-western\">Die wichtigste Frage, um die Qualit\u00e4t der Corona-Berichterstattung angemessen zu bewerten, haben beide Forscherteams indes gar nicht gestellt: Hat die exzessive, ja geradezu <span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Gentium Book Basic;\"><span style=\"font-size: small;\"><span lang=\"de-DE\">\u201e<\/span><\/span><\/span><\/span>corona-monomane<span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Gentium Book Basic;\"><span style=\"font-size: small;\"><span lang=\"de-DE\">\u201c<\/span><\/span><\/span><\/span> Berichterstattung in den Wochen vor und w\u00e4hrend der Corona-Schockstarre im Fr\u00fchjahr 2020 und auch seither in der zweiten und dritten Welle Angst, ja Panik erzeugt und politische Kollateralsch\u00e4den gezeitigt? Hat bei Corona wom\u00f6glich nicht die Politik die Medien vor sich hergetrieben, sondern hat umgekehrt die versp\u00e4tete, dann aber extrem umfangreiche Corona-Berichterstattung der Medien die Politik immer wieder in Zugzwang gebracht?<\/p>\n<p class=\"v-absatz-einzug-western\"><span lang=\"de-DE\">Im M\u00e4rz und April 2020 schnellte der Anteil der Corona-News in den beiden Hauptnachrichtensendungen von ARD und ZDF, Tagesschau und Heute, schlagartig hoch und bewegte sich wochenlang zwischen 60 und 75 Prozent, so das Institut f\u00fcr Medienforschung in K\u00f6ln (IFEM 2020).<sup id=\"cite-ref-0\" class=\"reference\"><a href=\"#cite-note-0\">[1]<\/a><\/sup><\/span><\/p>\n<p class=\"v-bildunterschrift-western\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-17932 aligncenter\" src=\"https:\/\/www.humanistische-union.de\/wp-content\/uploads\/2022\/04\/IFEM1-600x434.jpg\" alt=\"\" width=\"638\" height=\"462\" srcset=\"https:\/\/www.humanistische-union.de\/wp-content\/uploads\/2022\/04\/IFEM1-600x434.jpg 600w, https:\/\/www.humanistische-union.de\/wp-content\/uploads\/2022\/04\/IFEM1-1000x724.jpg 1000w, https:\/\/www.humanistische-union.de\/wp-content\/uploads\/2022\/04\/IFEM1-768x556.jpg 768w, https:\/\/www.humanistische-union.de\/wp-content\/uploads\/2022\/04\/IFEM1-800x579.jpg 800w, https:\/\/www.humanistische-union.de\/wp-content\/uploads\/2022\/04\/IFEM1-450x326.jpg 450w, https:\/\/www.humanistische-union.de\/wp-content\/uploads\/2022\/04\/IFEM1.jpg 1076w\" sizes=\"auto, (max-width: 638px) 100vw, 638px\" \/><\/p>\n<p class=\"v-bildunterschrift-western\" style=\"text-align: left;\">Abbildung 1: Anteil der Corona-Berichterstattung in den Nachrichtensendungen von ARD und ZDF<\/p>\n<p class=\"v-absatz-ohne-western\">Die zitierte Schweizer Studie liefert ganz \u00e4hnliche Anhaltspunkte: Selten sei \u201e<i>ein Thema so stark pr\u00e4sent in den Schweizer Medien<\/i>\u201c gewesen wie die Coronavirus-Pandemie: Im ersten Halbjahr 2020 habe sich an manchen Tagen bis zu 70 Prozent der gesamten Berichterstattung um dieses Thema gedreht. Zum Vergleich: der Anteil mit Beitr\u00e4gen zur Klimadebatte \u2013 das pr\u00e4gende Thema im Wahljahr 2019 \u2013 habe \u201e<i>in Spitzenzeiten kaum mehr als 10 Prozent der Gesamtberichterstattung<\/i>\u201c erreicht (Universit\u00e4t Z\u00fcrich 2020).<\/p>\n<h3 class=\"v-zwischen&uuml;berschrift-2-western\"><span id=\"sondersendungen-und-talkshows\">Sonder&shy;sen&shy;dungen und Talkshows<\/span><\/h3>\n<p class=\"v-absatz-ohne-western\"><a name=\"_Hlk55555918\"><\/a>In einer Studie von Dennis Gr\u00e4f und Martin Hennig (beide Universit\u00e4t Passau) wird ebenfalls auf die \u201e<i>Verengung der Welt<\/i>\u201c aufmerksam gemacht, welche die Medien in den Wochen vor und w\u00e4hrend der Schockstarre konstruierten (Gr\u00e4f\/Hennig 2020). Die Studie fokussiert allerdings \u201enur\u201c auf die zahlreichen Sondersendungen \u201eARD extra\u201c und \u201eZDF special\u201c zu Corona. \u00dcbers Jahr 2020 hinweg gab es davon 134.<\/p>\n<p class=\"v-absatz-einzug-western\">Bis zum 18. Juni gab es innerhalb von 15 Wochen 51 ARD Extra- und 42 ZDF-Spezial-Sendungen. Damit, so stellen die Wissenschaftler fest, sei aus dem Konzept von Sondersendungen, die das regul\u00e4re Programm ver\u00e4ndern, eine \u201eneue Normalit\u00e4t\u201c entstanden: \u201e<i>Wenn nahezu t\u00e4glich das Exzeptionelle zum neuen Regelfall stilisiert wird, dann findet damit zwangsl\u00e4ufig eine lebensweltliche und auch ideologische Engf\u00fchrung statt, die einer Ausblendung aller anderen gesellschaftlich relevanten Gemengelagen entspricht.<\/i>\u201c (Gr\u00e4f\/Hennig 2020, 15) Zum Vergleich, so die beiden Forscher, habe es im gesamten Vorjahr insgesamt 12 ZDF-Spezial-Sendungen gegeben \u2013 also weniger als ein Drittel der Zusatzangebote, die allein in den zwei Monaten von Mitte M\u00e4rz bis Mitte Mai zu Corona ausgestrahlt wurden.<\/p>\n<p class=\"v-absatz-einzug-western\">Die Berichterstattung selbst sei von einer \u201ehyperbolischen Krisenrhetorik\u201c getragen gewesen. Auch sei Verwirrung gestiftet worden: Experten h\u00e4tten wiederholt die Effizienz staatlicher L\u00f6sungsans\u00e4tze bezweifelt, gleichzeitig sei \u201e<i>permanent ein ,Zuwenig\u2019 der staatlichen Intervention angeprangert\u201c<\/i> und fortlaufend der Wunsch nach klaren Vorgaben konstruiert worden. Diese einseitige Krisenrhetorik sei \u201e<i>auf bildlicher Ebene dupliziert und \u00fcbersteigert worden<\/i>\u201c \u2013 die Autoren verweisen auf \u201e<i>Bildwelten apokalyptischer Endzeiterz\u00e4hlungen<\/i>\u201c.<\/p>\n<p class=\"v-absatz-einzug-western\">Noch krasser ist die Situation bei den Talkshows: 66 von insgesamt 106 solcher Sendungen bei ARD und ZDF besch\u00e4ftigten sich 2020 mit Corona. Weit abgeschlagen lagen mit acht Sendungen die US-Wahlen auf dem zweiten Platz. Unter den G\u00e4sten belegten f\u00fcnf Politiker der Regierungsparteien die vorderen Pl\u00e4tze \u2013 je 14 Auftritte hatten allein Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) und der Scharfmacher unter den Pandemie-Wellenreitern, der SPD-Politiker Karl Lauterbach. Dass im Vergleich dazu sachkompetente Experten nicht ganz so wichtig scheinen, zeigt sich an Auftritten der deutschen Star-Virologen: Hendrik Streeck und Alexander Kekul\u00e9 waren nur halb so oft dabei, Christian Drosten sogar nur viermal (Schr\u00f6der 2020).<\/p>\n<h3 class=\"v-zwischen&uuml;berschrift-2-western\"><span id=\"nachrichtenauswahl-als-journalistische-herausforderung\">Nachrich&shy;te&shy;n&shy;aus&shy;wahl als journa&shy;lis&shy;ti&shy;sche Heraus&shy;for&shy;de&shy;rung<\/span><\/h3>\n<p class=\"v-absatz-ohne-western\"><a name=\"_Hlk48903938\"><\/a>Die Schriftstellerin und brandenburgische Verfassungsrichterin Juli Zeh res\u00fcmierte in der Zeit, die Pandemie habe \u201e<i>konkurrierende Fundamental\u00e4ngste<\/i>\u201c ausgel\u00f6st, die \u201eaufeinanderprallen\u201c. Eine Angst beziehe sich \u201e<i>auf das Virus: Krankheit, Tod, Zusammenbruch des Gesundheitssystems. Eine weitere auf \u00f6konomischen Existenzverlust und volkswirtschaftlichen Ruin. Eine dritte auf die Art der Virusbek\u00e4mpfung: Abschaffung der Demokratie, schrittweiser \u00dcbergang in eine Vor- und F\u00fcrsorgediktatur<\/i>\u201c. (Zeh 2020)<\/p>\n<p class=\"v-absatz-einzug-western\">K\u00f6nnte es sein, dass ein von <i>Public Relations<\/i> getriebener und vom Herdentrieb infizierter Journalismus vor allem in der Schockphase vor dem ersten Lockdown, aber durchaus auch seither, der erstgenannten Angst viel zu viel und den beiden anderen viel zu wenig Aufmerksamkeit gewidmet hat? Einerseits ist die Nachrichtenauswahl mit die wichtigste und vornehmste Aufgabe des professionellen Journalismus. Es gilt im Kern noch immer Niklas Luhmanns Einsch\u00e4tzung, dass wir das, was wir \u00fcber die Welt wissen, aus den Medien wissen \u2013 wobei zu den klassischen Nachrichtenmedien heute die sozialen Netzwerke mit ihren Echokammern hinzugekommen sind.<\/p>\n<p class=\"v-absatz-einzug-western\">Unser Weltbild wird also von den Medien gepr\u00e4gt. Die Medien orientieren sich indes, wie gesagt, umgekehrt in ihrer Auswahl immer mehr an der Nachfrage der Nutzer. Genau an dieser Stelle wird die mediale Aufmerksamkeits\u00f6konomie (Franck 1998 und 2020) zum gesellschaftlichen Verh\u00e4ngnis: Mediale \u00dcberaufmerksamkeit erzeugt bei den Nutzern sowohl Angst und Panik als auch fokussiertes Interesse, also steigende Nutzernachfrage. Gestiegene Nachfrage, die ja inzwischen unmittelbar in Echtzeit messbar ist, verleitet wiederum die Redaktionen zu weiterer Verengung (und Dramatisierung) der Berichterstattung. Die Katze bei\u00dft sich in den Schwanz \u2013 und alles, was nicht mit Corona zu tun hat, findet somit zumindest zeitweise medial kaum noch statt.<\/p>\n<p class=\"v-absatz-einzug-western\">Historiker, aber auch weitere Medienforscher werden mit Inhaltsanalysen zu kl\u00e4ren haben, was die Regierungen und ihre Politikberater mit den \u201ealternativlosen\u201c und \u2013 wie sich l\u00e4ngst mutma\u00dfen l\u00e4sst \u2013 unverh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfigen Lockdowns ausgel\u00f6st haben. Mit \u201eSchuld\u201c gewesen k\u00f6nnten eben auch die Medien sein an dem, was sich wom\u00f6glich noch zur gr\u00f6\u00dften Wirtschaftskrise seit den 30er Jahren und zu einer verheerenden Mittelstands-Vernichtung, insbesondere in der Gastronomie, der Touristik und im Kulturbetrieb auswachsen wird. Die \u201eMedienmacher\u201c verfielen jedenfalls dem menschlichen Herdentrieb \u2013 und sie erzeugten mit ihrer \u00fcberzogenen Berichterstattung mit gro\u00dfer Wahrscheinlichkeit erst das Angstklima, das politischen Handlungsbedarf entstehen und die Lockdowns gegen\u00fcber gezielteren und weicheren Alternativen der Pandemie-Eind\u00e4mmung unausweichlich werden lie\u00df. Was im \u00dcbrigen \u201eungestraft\u201c nat\u00fcrlich nur ein alter, wei\u00dfer Mann ohne weitere Karriereambitionen sagen darf \u2013 und auch der l\u00e4uft Gefahr, entweder totgeschwiegen oder in der AfD-Ecke verschubladisiert zu werden.<\/p>\n<h3 class=\"v-zwischen&uuml;berschrift-2-western\"><span id=\"forschungsfragen-und-erste-antworten-zur-corona-berichterstattung\">Forschungs&shy;fragen und erste Antworten zur Corona-&shy;Be&shy;richt&shy;er&shy;stat&shy;tung<\/span><\/h3>\n<p class=\"v-absatz-ohne-western\">Wir sollten weiteren Forschungsergebnissen nicht vorgreifen. Indes h\u00e4ngen diese auch davon ab, dass rechtzeitig die \u201erichtigen\u201c Forschungsfragen gestellt werden. Deshalb habe ich bereits im April 2020 einen Fragenkatalog zur Informationsqualit\u00e4t der Corona-Berichterstattung formuliert. Er wurde nach meinem Kenntnisstand von der Medienforschung bisher teilweise, aber insgesamt unzureichend beantwortet. Hier ein Auszug \u2013 im Anschluss jeweils nach bestem Wissen erg\u00e4nzt um den Stand der Beantwortung im April 2021.<sup id=\"cite-ref-1\" class=\"reference\"><a href=\"#cite-note-1\">[2]<\/a><\/sup><\/p>\n<ol>\n<li>\n<p class=\"v-absatz-ohne-kursiv-western\"><b>Panikmache<\/b>: Haben die Medien mit ihrer Corona-Berichterstattung mehr Angst gesch\u00fcrt als n\u00f6tig? Warum werden wir tagt\u00e4glich mit Zahlen von Infizierten und Todesopfern bombardiert, obschon den Wissenschaftlern die entscheidenden Daten zur Einordnung der Gef\u00e4hrlichkeit des Virus (z.B. Dunkelziffer der Infizierten, Verlauf von Ansteckungsketten, Grad der Durchseuchung) weithin fehlen?<\/p>\n<\/li>\n<\/ol>\n<p class=\"v-absatz-ohne-western\">Aus heutiger Sicht ist die schiere, bereits skizzierte Quantit\u00e4t der Berichterstattung in eine neue Qualit\u00e4t umgeschlagen. Gerade weil die Redaktionen in kaum nachvollziehbaren Akten der Selbstgleichrichtung Corona-Berichterstattung im \u00dcberma\u00df betreiben und damit tagt\u00e4glich ein \u00fcberdimensioniertes \u201enewshole\u201c zu f\u00fcllen haben, wurden und werden wir weiterhin t\u00e4glich neu mit wenig aussagekr\u00e4ftigen Zahlen und Statistiken von Infizierten, verf\u00fcgbaren Intensiv-Betten und Verstorbenen bombardiert. Diese Daten werden nicht angemessen eingeordnet, w\u00e4hrend wir vergleichsweise wenig \u00fcber Ansteckungsrigsiken mehr oder weniger gef\u00e4hrdeter Gruppen, Schwere der Infektionen, Genesene und \u00dcbersterblichkeit erfahren haben und erfahren. Weil der mediale Platz, der f\u00fcr Covid19 \u201ereserviert\u201c ist, so riesig ist, erfahren wir unentwegt letztlich unn\u00f6tige Details, was bei der Impfstoffbeschaffung und bei der Impfkampagne schiefl\u00e4uft, was an unsinnigen Regeln und Schikanen ausgeheckt, aber auch an absurden Regelverst\u00f6\u00dfen zu verzeichnen ist \u2013 was in der Summe eigentlich nur Politikverdrossenheit vertiefen kann.<\/p>\n<ol start=\"2\">\n<li>\n<p class=\"v-absatz-ohne-kursiv-western\"><b>Quellenvielfalt und Quellenpr\u00fcfung:<\/b> Fehlen auch in gr\u00f6sseren Redaktionen Wissenschafts- und Medienjournalisten, die angemessen f\u00fcr Quellenvielfalt sorgen sowie einordnen und kontextualisieren k\u00f6nnen, was ihnen Virologen, Epidemiologen und Presseabteilungen zuliefern und wie die Medien mit diesen Informationen umgehen? Warum waren es immer dieselben Experten, die vor die Kamera geholt wurden?<\/p>\n<\/li>\n<\/ol>\n<p class=\"v-absatz-ohne-western\">Es gibt weiterhin keine Studien zur personellen Ausstattung von Leitmedien-Redaktionen mit Wissenschafts- und Medienjournalisten. Es ist aber kein Geheimnis, dass \u00fcber Jahre hinweg Wissenschafts- und Medienredaktionen eher reduziert als ausgebaut wurden. In den meisten Redaktionen finden sich weit mehr Sport- und Politikjournalisten, obschon die Wissenschaften nicht erst unter Pandemiebedingungen eine \u201eLebensbestimmungsmacht\u201c (Wilhelm Hennis) geworden sind, und auch die Medien in unserer Gesellschaft so viel Einfluss haben, dass sie dringend kompetenter und kontinuierlicher journalistischer Beobachtung bed\u00fcrften. Wenn indes in den Redaktionen Wissenschafts- und Medienredakteure fehlen, die Experten im Wissenschaftsbetrieb identifizieren k\u00f6nnen und zumindest einen \u00dcberblick \u00fcber die Eigendynamiken wissenschaftlicher und medialer Entwicklungen behalten, ist es sehr wahrscheinlich, dass man im Bedarfsfall auf einen kleinen, medienaffinen Kreis von Experten zur\u00fcckgreift, deren Hauptqualifikation m\u00f6glicherweise darin besteht, dass sie druck- und sendereife 1.30-Statements liefern. Diese Situation wird nicht besser, wenn inzwischen in einer Redaktion wie dem <i>stern<\/i> sogar die Politik- und Wirtschaftsressorts verschmolzen werden.<\/p>\n<ol start=\"3\">\n<li>\n<p class=\"v-absatz-ohne-kursiv-western\"><b>Transparenz der Berichterstattungs-Bedingungen:<\/b> War der Journalismus hinreichend auf die Pandemie vorbereitet? Wo und wann wurde die Bev\u00f6lkerung \u00fcber Defizite der Berichterstattung in \u00e4hnlicher Weise informiert, wie wir \u00fcber den Zustand der Krankenh\u00e4user und \u00fcber fehlende Schutzmasken informiert wurden? Warum erfahren wir so wenig \u00fcber die Bedingungen, unter denen Medien berichten \u2013 insbesondere, wenn Public Relations als Quellen genutzt werden oder wenn &#8211; wie wochenlang bei der Corona-Entwicklung in Wuhan &#8211; Regierungspropaganda autorit\u00e4rer Regime weiterverbreitet wird?<\/p>\n<\/li>\n<\/ol>\n<p class=\"v-absatz-ohne-western\">Es ist kein Geheimnis mehr, dass sich PR-Experten inzwischen in einer mehrfachen \u00dcbermacht gegen\u00fcber Journalisten befinden \u2013 nur berichten Journalisten so gut wie nie \u00fcber die Abh\u00e4ngigkeiten, die daraus bei der Nachrichtengebung und Informationsverarbeitung entstehen. Medienforscher haben obendrein herausgefunden, dass ausgerechnet Journalistinnen und Journalisten diesen Einfluss der PR-Seite nicht wahrhaben wollen (Koch et al. 2017), und dass die Recherchekapazit\u00e4t des Journalismus dramatisch ab-, dagegen seine PR-Abh\u00e4ngigkeit ebenso dramatisch zugenommen hat (vgl. Lloyd\/Toogood 2014).<\/p>\n<p class=\"v-absatz-einzug-western\">Die Kommunikationsabteilungen von Ministerien, Parlamenten, Verb\u00e4nden, Unternehmen und Non-Profit-Organisationen, welche die Redaktionen mit ihren Verlautbarungen f\u00fcttern, nehmen mehr Einfluss denn je auf die Berichterstattung. Denn welcher Journalist hat unter den heutigen Arbeitsbedingungen schon Zeit und Muse, zu einer Medienmitteilung die fehlende andere H\u00e4lfte der \u201eganzen Wahrheit\u201c in m\u00fchseliger Kleinarbeit herauszufinden? Welche Redaktion gibt indes zu, dass sie keinen Wissenschaftsjournalisten an Bord hat, der die Statements von Virologen und Epidemiologen kritisch einordnen und bewerten k\u00f6nnte? Und dass es auch an Medienjournalisten fehlt, die mitverfolgen k\u00f6nnten, wo Medien Honigspuren auf den Leim gehen, die Dritte f\u00fcr sie legen? Oder eben auch Schreckensszenarien weiterverbreiten, damit wir im Zweifel \u201efreiwillig\u201c um unserer Gesundheit willen auf unsere Grundrechte verzichten?<\/p>\n<p class=\"v-absatz-einzug-western\">Weil es an gut ausgebildeten Wissenschaftsjournalisten allerorten mangelt, kommt es oftmals \u2013 zu Lasten des Publikums \u2013 zu einer aufmerksamkeitsheischenden und auch angsterzeugenden Allianz zwischen Wissenschaftlern, die sich, gelegentlich durchaus auch assistiert von Kommunikationsverantwortlichen im Forschungsbetrieb, mit zugespitzten Aussagen und unvollst\u00e4ndigen oder nicht vom <i>Peer <\/i><i>R<\/i><i>e<\/i><i>v<\/i><i>iew <\/i>gedeckten Erkenntnissen ins \u00f6ffentliche Rampenlicht dr\u00e4ngen. Ein j\u00fcngster Fall ist eine Studie zu den Langzeitfolgen von Covid 19 des Z\u00fcrcher Epidemiologen Milo Puhan, die auf nicht repr\u00e4sentativen Daten aufbaute und so die Gesundheitssch\u00e4den der Pandemie vermutlich dramatisierte (Frei 2021). Ein weiteres Beispiel war die durchaus angsterregende These des Nanophysikers Roland Wiesendanger, das Corona-Virus sei einem chinesischen Labor entsprungen (vgl. Russ-Mohl 2021). Hier hatte eine Panne in der universit\u00e4ren Wissenschaftskommunikation der \u201eStudie\u201c Wiesendangers zur Herkunft des Covid19-Virus, die dieser als Fachfremder ohne <i>Peer Review<\/i> erstellt hatte, zu mehr Aufmerksamkeit verholfen, als ihr geb\u00fchren mochte.<\/p>\n<p class=\"v-absatz-einzug-western\">Obendrein haben viele Journalisten vermutlich noch nicht einmal bemerkt, wie subtil ihre Berichterstattung von China aus \u201eferngesteuert\u201c wird: Sie haben nicht nur die Propaganda \u00fcber das Corona-Management, \u00fcber die Abriegelung und die Lockdowns ganzer Millionenst\u00e4dte weiterverbreitet \u2013 unter Einschluss von Krankenh\u00e4usern, die angeblich in wenigen Wochen hochgezogen wurden. Sie haben damit, entsprechend den chinesischen Vorgaben, wohl auch Erwartungen geweckt, wie in Europa Pandemie-Management aussehen sollte. Zumindest Angela Merkel, aber auch Markus S\u00f6der sowie Christian Drosten und Karl Lauterbach sind als Verfechter harter Lockdowns wohl eher bei Xi Jinping als beim schwedischen Ministerpr\u00e4sidenten Stefan L\u00f6fven in die Schule gegangen. Und nur bei wenigen Medien ist \u00fcberhaupt genauer zu erfahren, wie die chinesische Regierung ausl\u00e4ndische Journalisten drangsaliert \u2013 und dass zum Beispiel k\u00fcrzlich ein BBC-Korrespondent fliehen musste (B\u00f6ge 2021).<\/p>\n<ol start=\"4\">\n<li>\n<p class=\"v-absatz-ohne-kursiv-western\"><b>Grenzen internationaler Vergleiche:<\/b> Warum vergleichen Journalisten weiterhin international Corona-Tote und -Infizierte \u2013 obschon bekannt ist, dass die Zahlen auf unterschiedliche Weise erhoben werden und damit Vergleiche wenig aussagekr\u00e4ftig sind? Weshalb wurde von vielen Medien besonders \u00fcber Schweden so oft einseitig berichtet?<sup id=\"cite-ref-2\" class=\"reference\"><a href=\"#cite-note-2\">[3]<\/a><\/sup>W\u00e4re nicht mehr konstruktiver Journalismus gefragt gewesen?<\/p>\n<\/li>\n<\/ol>\n<p class=\"v-absatz-ohne-western\">Weiterhin sind Zweifel an internationalen Statistik-Vergleichen berechtigt und n\u00f6tig. Leider werden h\u00e4ufig immer noch wenig aussagekr\u00e4ftige Statistiken verglichen \u2013 etwa zu Infizierten, ohne dass wir etwas \u00fcber die Zahl der durchgef\u00fchrten Tests oder die Schwere der Infektionen erfahren, oder zu Verstorbenen, ohne dass gekl\u00e4rt w\u00e4re, ob sie am oder mit dem Corona-Virus verstorben sind.<\/p>\n<p class=\"v-absatz-einzug-western\">Unter dem Vergleichbarkeits-Vorbehalt stehen auch die Statistiken des <i>Coronavirus Resource Center der Johns Hopkins Universit\u00e4t<\/i>, aber auch die Erkenntnisse, die <i>Our World in Data<\/i> international vergleichend zur Corona-Berichterstattung sammeln und sehr gut aufbereiten. Interessante Vergleichs-Statistiken sind hier insbesondere die Corona-Toten pro Million Einwohner und die \u00dcbersterblichkeit. Beide Datens\u00e4tze lassen beim internationalen Vergleich keinerlei verl\u00e4ssliche Schl\u00fcsse \u00fcber die Wirksamkeit von Lockdowns zu \u2013 aber offensichtlich mangelt es in den Redaktionen an statistischem <i>Know how<\/i> und an Recherchekapazit\u00e4t, um selbst solch sehr gut erschlossene Datensammlungen angemessen zu w\u00fcrdigen.<\/p>\n<p class=\"v-absatz-einzug-western\">Andererseits ist es hochproblematisch, wie viele Medien die Corona-Bek\u00e4mpfung als \u201e<i>Horse race<\/i>\u201c inszenieren \u2013 und damit durch internationale Vergleiche heimische Akteure unter Druck setzen. Wobei Angela Merkel und Ursula von der Leyen zun\u00e4chst Gl\u00fcck hatten, dass ausgerechnet die von den Medien dauergeschm\u00e4hten Populisten Trump, Johnson und Netanyahu bei der Beschaffung von Impfstoff so viel erfolgreicher \u201egedealt\u201c haben als die Bundesregierung und die Br\u00fcsseler Eurokraten. So gab es lange Bei\u00dfhemmung, Doch dieses Gl\u00fcck war angesichts des Ausma\u00dfes des Impfstoffbeschaffungs-Desasters dann doch nicht von Dauer. Die Tatsache, dass im Zoo von San Diego bereits Gorillas geimpft wurden, als in Deutschland im M\u00e4rz 2021 noch immer 90 Prozent der Bev\u00f6lkerung auf ihren Impftermin warteten, h\u00e4tte fraglos mehr Medienaufmerksamkeit verdient.<\/p>\n<ol start=\"5\">\n<li>\n<p class=\"v-absatz-ohne-kursiv-western\"><b>Wirkungsmacht von Bildern versus Risiko-Statistiken:<\/b> Wussten Corona-Berichterstatter um die \u00dcbermacht von Bildern (Beispiel: Leichentransporte mit italienischen Armeefahrzeugen in Bergamo) im Vergleich zur begrenzten Macht von Statistiken und Zahlen, welche h\u00e4tten helfen k\u00f6nnen, Risiken realistisch einzuordnen, zu bewerten und mediale \u00dcbertreibungen (wie z.B. zuvor bereits bei SARS, BSE etc.) zu relativieren?<\/p>\n<\/li>\n<\/ol>\n<p class=\"v-absatz-ohne-western\">Sie wussten und wissen das sehr wohl. Aber diese Macht der Bilder zu relativieren und zu erkl\u00e4ren, statt sie auszuspielen, w\u00e4re wohl im Blick auf Clicks und Quoten \u201egesch\u00e4ftssch\u00e4digend\u201c gewesen. Leider ist bei vielen kommerziellen Medien Angst- und Panikmache seit eh und je Teil des Gesch\u00e4ftsmodells. Noch trauriger ist, dass ihnen ARD und ZDF dabei nacheifern.<\/p>\n<p class=\"v-absatz-einzug-western\">Weitaus weniger eindrucksvoll, aber als Indikatoren brauchbarer, um die Dynamik der Pandemie zu verstehen, sind Daten zur \u00dcbersterblichkeit sowie Statistiken, welche die Verstorbenen in Bezug setzen zur jeweiligen Bev\u00f6lkerungs-Grundgesamtheit. Wer solche Daten in Abst\u00e4nden von ein paar Wochen genauer studiert, gewinnt allerdings schnell den Eindruck, dass oftmals der Zufall im Spiel ist, wenn Superspreader w\u00fcten und neue Infektions-Hotspots entstehen. Die Politik vermag offensichtlich die Ausbreitung des Virus nur sehr bedingt zu kontrollieren, mit ihren Eind\u00e4mmungsma\u00dfnahmen verursacht sie aber riesige Kollateralsch\u00e4den. Die Journalisten unterscheiden in ihrer Berichterstattung dann aber noch nicht einmal zwischen Sch\u00e4den, welche das Virus anrichtet, und solchen, die Folgen der Lockdowns sind, sondern schieben \u2013 mutma\u00dflich ferngesteuert durch entsprechende Medienmitteilungen aus den PR-K\u00fcchen \u2013 alles der Pandemie in die Schuhe. Was Jens Spahn, Angela Merkel und Olaf Scholz gut aussehen und vermutlich insgeheim jubeln l\u00e4sst, weil sie bisher kaum f\u00fcr die Kollateralsch\u00e4den der Lockdowns haftbar gemacht wurden, sondern \u201enur\u201c f\u00fcr das Desaster bei der Impfstoff-Beschaffung und -verteilung.<\/p>\n<ol start=\"6\">\n<li>\n<p class=\"v-absatz-ohne-kursiv-western\"><b>Kontextualisierung von Rettungsprogrammen:<\/b> Weshalb wurde und wird so selten versucht, die F\u00f6rdersummen, mit denen die Regierungen um sich werfen, durch Vergleiche zu veranschaulichen &#8211; wo doch menschliches Vorstellungsverm\u00f6gen von Milliarden und Billionen Euro begrenzt ist?<\/p>\n<\/li>\n<\/ol>\n<p class=\"v-absatz-ohne-western\">Vermutlich gab und gibt es auch hier so etwas wie eine falsch verstandene Loyalit\u00e4t vieler Medienverantwortlicher gegen\u00fcber der Regierung \u2013 zumal ja noch nicht einmal die \u201e<i>Fridays for Future<\/i>\u201c-Bewegung gegen Rettungsmilliarden f\u00fcr Lufthansa, TUI und Karstadt vernehmlich protestiert hat. Viele Journalistinnen und Journalisten tun sich auch, wie die meisten Normalmenschen, mit dem Rechnen schwer, wenn mehr als sechs Nullen vor dem Komma stehen, und wenn obendrein Prozentrechnen mit Zins und Zinseszins gefragt w\u00e4re: Haben wir uns wom\u00f6glich alle einlullen lassen von den aberwitzigen Geldsummen, die ja letztlich Steuergelder sind, mit denen Olaf Scholz und Angela Merkel, aber auch die EU und die Notenbanken um sich werfen? Ich kann mich kaum an Versuche erinnern, diese Summen zu veranschaulichen. Mangelware sind auch Beitr\u00e4ge, die allgemeinverst\u00e4ndlich die Folgen von Null- oder Negativzinsen darstellen.<\/p>\n<ol start=\"7\">\n<li>\n<p class=\"v-absatz-ohne-kursiv-western\"><b>Herdentrieb:<\/b> Wie l\u00e4sst sich die Selbstgleichrichtung der Corona-Berichterstattung in den Leitmedien bis zum Shutdown und in dessen Initialphase erkl\u00e4ren? Welche Rolle spielen im Kontext der Corona-Berichterstattung, bei der es immerhin um Leben und Tod geht, Erkenntnisse der Verhaltens\u00f6konomie und der Sozialpsychologie zum Herdenverhalten von Menschen?<\/p>\n<\/li>\n<\/ol>\n<p class=\"v-absatz-ohne-western\">Leider spielen solche Erkenntnisse weiterhin keine Rolle \u2013 auch weil Journalistinnen und Journalisten sie nicht wahrhaben wollen. Stichworte sind selektive Wahrnehmung und Best\u00e4tigungsfehler (<i>Confirmation Bias<\/i>), Kontrollillusion (<i>Illusion of control<\/i>), Vernachl\u00e4ssigung von Wahrscheinlichkeiten (<i>Neglect of probability<\/i>), Verf\u00fcgbarkeitsheuristiken (<i>Availabilty Bias<\/i>) (dazu: auf die Corona-Berichterstattung bezogen: Russ-Mohl 2020; mit Bezug zum Journalismus: Wilczek 2016 und 2020; zuvor ohne Bezug zum Journalismus, zusammenfassend: Dobelli 2011; grundlegend: Ariely 2008 und 2013; Thaler 2015).<\/p>\n<p class=\"v-absatz-einzug-western\">Genauso wichtig wie das Wissen um diese Denk- und Entscheidungsfehler ist die Einsicht, wie Unsicherheit unser Denken beeinflusst und wie sehr wir in solchen Situationen dazu neigen, uns Gruppendruck zu f\u00fcgen und von anderen in unserer Wahrnehmung und in unseren Entscheidungen beeinflussen zu lassen. Gerade im Journalismus haben es die Macher h\u00e4ufig mit solchen Situationen zu tun, und deshalb ist die Wahrscheinlichkeit von Herdenverhalten und \u201eGroupthink\u201c (Janis 1972) auch besonders gro\u00df.<\/p>\n<p class=\"v-absatz-einzug-western\">Einen klugen Einblick in den Alltag einer \u00f6ffentlich-rechtlichen Nachrichtenredaktion hat k\u00fcrzlich ein Insider gew\u00e4hrt, der allerdings anonym bleiben wollte, um seinen Job nicht zu gef\u00e4hrden (Arnold 2021). Ganz einfach ist es in einem zunehmend polarisierten Mediensystem leider nicht, die Leitmedien-Herde in eine andere Richtung zu bewegen. Zumal in der anderen Richtung sich jenseits des tiefen Grabens, der inzwischen auch unser Land teilt, neben Bild und Welt vor allem Publikationen wie <i>Tichys Einblick<\/i>, <i>Achgut<\/i>, die <i>J<\/i><i>unge Freiheit<\/i> positioniert haben \u2013 \u201eSchmuddelkinder\u201c, mit denen sich nicht einlassen sollte, wer im etablierten Mediensystem, nicht zuletzt im \u00f6ffentlich-rechtlichen Rundfunk, weiterhin mit Auftr\u00e4gen und Einladungen bedacht werden m\u00f6chte. Es sind allerdings auch die Medien, auf die man andererseits zunehmend ausweichen muss, wenn man sich mit bestimmten medienkritischen Aussagen \u00fcberhaupt Geh\u00f6r verschaffen m\u00f6chte (vgl. z.B. das Interview von Hans-Mathias Kepplinger in der <i>Jungen Freiheit<\/i> \u2013 Schwarz 2021)<\/p>\n<ol start=\"8\">\n<li>\n<p class=\"v-absatz-ohne-kursiv-western\"><b>Journalismus als Fr\u00fchwarnsystem:<\/b> Haben wirklich &#8222;nur&#8220; die Regierungen und ihre Geheimdienste die Relevanz von Corona lange untersch\u00e4tzt, oder haben die Medien selbst das Thema zun\u00e4chst verschlafen? Konnten sich Auslandskorrespondenten in China w\u00e4hrend des Lockdowns von Wuhan in den deutschen Medien angemessen und rechtzeitig Aufmerksamkeit verschaffen? Weshalb wurde nicht bereits vor und w\u00e4hrend des Karnevals 2020 mehr von den Medien gewarnt?<\/p>\n<\/li>\n<\/ol>\n<p class=\"v-absatz-ohne-western\">Wahrscheinlich w\u00e4re ein Journalismus, der sich selbst als \u201eFr\u00fchwarnsystem\u201c konzipiert, hoffnungslos \u00fcberfordert. Gleichwohl w\u00fcrde ein Ausbau der Auslands- und Wissenschaftsberichterstattung helfen, an diesem neuralgischen Punkt den Journalismus deutlich zu verbessern \u2013 wobei insbesondere die \u00f6ffentlich-rechtlichen Anstalten \u00fcber die Ressourcen gebieten w\u00fcrden, die all dies erm\u00f6glichten, wenn man nur wollte \u2026<\/p>\n<p class=\"v-absatz-einzug-western\">Betr\u00fcblich ist auch der Verfall der Interview- und Recherchekultur, zumal beim finanziell gut ausgestatteten \u00f6ffentlich-rechtlichen Rundfunk. Wenn eine Talkmasterin wie Anne Will, von der jeder Fernsehzuschauer aus besseren Zeiten wei\u00df, dass sie kritische Nachfragen zu stellen vermag, in ihrer Sonntagabend-Sendung der Bundeskanzlerin zu einem Solo-Auftritt<sup id=\"cite-ref-3\" class=\"reference\"><a href=\"#cite-note-3\">[4]<\/a><\/sup> verhilft, dann d\u00fcrfen Zuschauer und Beitragszahler eigentlich schon erwarten, dass das staatliche Corona-Missmanagement kritisch beleuchtet wird \u2013 und die Moderatorin nicht nur Stichworte liefert, als sei sie Merkels Regierungssprecherin. Stattdessen durfte die Kanzlerin ihre Sicht auf die Unvermeidbarkeit eines weiter versch\u00e4rften Lockdowns verbreiten und fand bei den Medien allzu willige Helfershelfer, die \u2013 wie etwa der Berliner Kurier tags darauf \u2013 \u00fcber die ganze Titelseite neuerlich \u201e<i>Angst vor der Super-Mutante<\/i>\u201c verbreiteten.<\/p>\n<h3 class=\"v-zwischen&uuml;berschrift-2-western\"><span id=\"corona-und-die-medienforschung\">Corona und die Medien&shy;for&shy;schung<\/span><\/h3>\n<p class=\"v-absatz-ohne-western\">Corona-monomane Berichterstattung ist eine Spielart von Desinformation \u2013 und zwar obendrein eine, die Angst und Schrecken erzeugt. Als Corona alle anderen Themen aus der Medienberichterstattung verdr\u00e4ngte, h\u00e4tte allein schon diese Thematisierungs-Einseitigkeit Medien- und Journalismusforscher als kritische Stimmen auf den Plan rufen m\u00fcssen. F\u00fcr sie gab es indes kaum eine Chance, sich Geh\u00f6r zu verschaffen. Es gelang in Deutschland allenfalls einer Handvoll Medienforschern an die breitere \u00d6ffentlichkeit durchzudringen.<\/p>\n<p class=\"v-absatz-einzug-western\">Wer eine Pandemie eind\u00e4mmen will, kommt an den Erkenntnissen von Virologen und Epidemiologen nicht vorbei. Wer \u201eInfodemien\u201c vermeiden und den Journalismus st\u00e4rken m\u00f6chte, braucht aktuelle Erkenntnisse der Medienforschung. Es g\u00e4lte, diese ernst zu nehmen \u2013 statt Medienforscher-Bashing zu betreiben, wie es in j\u00fcngster Zeit ausgerechnet die <i>FAZ<\/i> mehrfach im Kontext des Diskurses um die Corona-Berichterstattung getan hat (D\u2019Inka 2020; Hanfeld 2020).<\/p>\n<h4 class=\"v-zwischen&uuml;berschrift-2-western\"><span id=\"was-heisst-das-fuer-die-politik\">Was hei&szlig;t das f&uuml;r die Politik?<\/span><\/h4>\n<p class=\"v-absatz-ohne-western\">Der Journalismus unterliegt in der Aufmerksamkeits\u00f6konomie der Zyklizit\u00e4t, und diese Zyklen sollten auch Politiker und Politikberater kennen und in ihr R\u00e4sonnement mit einbeziehen. Analytisch und idealtypisch unterscheiden lassen sich in aller Regel mehrere Phasen eines Aufmerksamkeitszyklus (Luhmann 1971; Downs 1972, ausf\u00fchrlicher: Russ-Mohl 1981, 16\u00a0ff. und 1993) \u2013 und damit einhergehend auch unterschiedliche Auspr\u00e4gungen von Journalismus-Versagen.<\/p>\n<ul>\n<li>\n<p class=\"v-absatz-ohne-western\">In der <i>Latenzphase<\/i> entwickelt sich ein Problem, das meist zu sp\u00e4t erkannt wird: Im konkreten Fall brach im fernen Wuhan eine Corona-Epidemie aus. Wer von den Medien sich eine Fr\u00fchwarnfunktion erhoffte, wurde entt\u00e4uscht. Die meisten Nachrichtenmedien waren \u201e<i>off-guard<\/i>\u201c und sch\u00e4tzten den Pandemie-Ausbruch falsch ein: entweder w\u00fcrde das Virus auf China begrenzt bleiben, oder es w\u00e4re weniger gef\u00e4hrlich als eine Grippe (Quandt\/Boberg 2021 m.w.N.). Wer bereits in dieser Phase Covid19 ernst nahm, wurde dagegen ausgelacht (vgl. als Beleg ein Video des Bayerischen Rundfunks, S\u00fcss 2020).<\/p>\n<\/li>\n<li>\n<p class=\"v-absatz-ohne-western\">In der <i>Aufschwungphase<\/i> wird die mediale Aufmerksamkeitsschwelle (Eccles et al. 2007) durchbrochen; immer mehr Medien fokussieren auf das Thema. Weil steigende Nachfrage zu bedienen ist und sich die Redaktionen intensiv gegenseitig beobachten, schaukelt sich Corona schnell hoch und erlangt im \u00f6ffentlichen Diskurs Dominanz. Dabei m\u00fcndet die mediale Konkurrenz um Aufmerksamkeit oft auch in einen Dramatisierungs-\u00dcberbietungs-Wettbewerb \u2013 wobei bisherige Untersuchungen zu Corona, die das nicht best\u00e4tigen (Quandt et al. 2020; Quandt\/Boberg 2020) vielleicht ja auch deshalb zu kurz greifen, weil sie der schieren Quantit\u00e4t und damit dem \u00dcberma\u00df der Corona-Berichterstattung kaum Aufmerksamkeit zollten. Jedenfalls setzt sich in dieser Phase eine \u201e<i>herrschende Sichtweise<\/i>\u201c durch, die im Fall von Covid19 stark von den Regierungen und ihren wissenschaftlichen Beratern bestimmt wurde. Irritierende Nachrichten und Fakten wurden vom Mainstream lange ausgeblendet. Im Fall von Corona absorbierte das Thema mit nie dagewesener Wucht die mediale Aufmerksamkeit und blieb \u00fcber viele Monate in der Medienarena \u2013 inzwischen \u00fcber ein Jahr hinweg und mithin ungew\u00f6hnlich lange.<\/p>\n<\/li>\n<li>\n<p class=\"v-absatz-ohne-western\">Schlie\u00dflich wurden erste Gipfelpunkte erreicht: die Berichterstattung zum Thema selbst wurde breiter, facettenreicher: Spekulationen und \u00dcbertreibungen werden in solchen <i>Umschwungphasen<\/i> schrittweise korrigiert. Damit verliert das Drama allm\u00e4hlich an <i>Drive<\/i>, zumal sich ein Teil des Publikums inzwischen \u00fcberinformiert (<i>overnewsed<\/i>) f\u00fchlt und sich abzuwenden beginnt. Im Fall von Corona hielten die Redaktionen jetzt nicht mehr immer denselben Virologen, Epidemiologen und Regierungsvertretern die Mikrophone unter die Nase. Sie gew\u00e4hrten auch anderen \u2013 Medizinern, aber auch Verfassungsrechtlern, Finanzexperten, Mittelst\u00e4ndlern, Politologen, Medienforschern und Psychologen \u2013 die M\u00f6glichkeit, zu einem differenzierteren Bild dessen beizutragen, was die Pandemie und die Lockdowns an Folgen verursachen. Im Fall von Corona folgten dieser Umschwungphase nach dem Sommer 2020 allerdings neue Corona-Wellen und damit auch erneuter Alarmismus.<\/p>\n<\/li>\n<li>\n<p class=\"v-absatz-ohne-western\">Zu guter Letzt flacht in der <i>Abschwungphase<\/i> eines typischen Zyklus die Berichterstattungsdichte ab, und das Thema verschwindet allm\u00e4hlich aus der Medienagenda. Im Fall von Corona wurde diese einsetzende Abschwungphase im Herbst 2020 allerdings j\u00e4h von der zweiten Infektionswelle unterbrochen, so dass anders als bei \u201enormalen\u201c Medienhypes bislang statt eines Dromedarbuckels derzeit der Doppelh\u00f6cker eines Kamels den Verlauf pr\u00e4gt.<\/p>\n<\/li>\n<\/ul>\n<p class=\"v-absatz-ohne-western\">Der Corona-Aufmerksamkeitszyklus hat somit auch Facetten, die weitere Forscheraufmerksamkeit verdienen, weil sie neu waren und sind, zum Beispiel seine Intensit\u00e4t und seine Dauer. Keiner von uns kann sich nach 1945 an ein Thema erinnern, das mit vergleichbarer Wucht und vergleichbar lange die Medienagenda beherrscht hat.<\/p>\n<h3 class=\"v-zwischen&uuml;berschrift-2-western\"><span id=\"vorschlaege-zur-verbesserung-der-corona-berichterstattung\">Vorschl&auml;ge zur Verbes&shy;se&shy;rung der Corona-&shy;Be&shy;richt&shy;er&shy;stat&shy;tung<\/span><\/h3>\n<p class=\"v-absatz-ohne-western\"><span lang=\"de-DE\">Wie l\u00e4sst sich die Corona-Berichterstattung verbessern? Es ist stets heikel, als Medienforscher und -beobachter das Rad neu erfinden zu wollen, aber ein paar Vorschl\u00e4ge lie<\/span><span lang=\"de-DE\">\u00df<\/span><span lang=\"de-DE\">en sich ohne allzu viel Aufhebens im redaktionellen Alltag umsetzen. Sie sind auch deshalb n\u00f6tig, weil sonst ja wohlfeil argumentiert werden k\u00f6nnte, der Elfenbeinturm-Wissenschaftler bleibe konkrete Empfehlungen schuldig. <\/span><\/p>\n<p class=\"v-zwischen\u00fcberschrift-2-western\">Tipps f\u00fcr den redaktionellen Alltag<\/p>\n<p class=\"v-absatz-ohne-western\">Beginnen wir damit, was jede Redaktion leisten k\u00f6nnte:<\/p>\n<ul>\n<li>\n<p class=\"v-absatz-ohne-western\">Ziemlich absurd, aber im Blick auf Panikmache \u00e4u\u00dferst effektiv, ist das tagt\u00e4gliche Starren auf Infizierten-Statistiken. Wenn mehr getestet wird, steigen nat\u00fcrlich die Fallzahlen \u2013 aber was letztlich z\u00e4hlen sollte, sind nicht die erfassten Infektionen, sondern die Zahl der schweren F\u00e4lle. W\u00fcrden nur diese von den Medien aufgegriffen, w\u00e4re die medial generierte Dramatik l\u00e4ngst in sich zusammengeklappt. Es w\u00fcrde dann auch nicht mehr unentwegt politischer Handlungsbedarf signalisiert, den alle drei Seiten in der Politik, die Scharfmacher, die moderaten \u00d6ffnungsbef\u00fcrworter ebenso wie die unbelehrbaren Coronaleugner unentwegt aufmerksamkeits\u00f6konomisch zur Profilierung nutzen, was wiederum die Berichterstattungsmaschinerie \u00f6lt. Besser heute als morgen sollten Journalistinnen und Journalisten sich also bei jeder Corona-News fragen, ob sie f\u00fcrs eigene Publikum relevant ist. Wenn nein \u2013 wie zum Beispiel die Zahl der Neuinfektionen, die einfach wenig aussagekr\u00e4ftig ist, solange nichts \u00fcber die Schwere der Infektionen bekannt ist -, schrumpft schon auf diese Weise die Corona-Berichterstattung drastisch. Wenn ja, sollte die Meldung kontextualisiert, also angemessen eingeordnet werden.<\/p>\n<\/li>\n<li>\n<p class=\"v-absatz-ohne-western\">Wann immer \u00fcber Sch\u00e4den der Pandemie berichtet wird, ist zu differenzieren, ob diese direkt dem Virus zur Last gelegt werden k\u00f6nnen \u2013 oder ob sie durch Lockdowns und andere Regulierungsma\u00dfnahmen der Pandemie entstanden sind. Das wird nicht immer gelingen, aber \u201edas Virus\u201c ist zweifelsfrei nicht an allen unsinnigen Vorschriften schuld, die sich Regierende und B\u00fcrokraten von der Bundeskanzlerin abw\u00e4rts bis zum lokalen Ordnungsamt als lebensfremde Schikanen einfallen lassen, um m\u00fcndige B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrger zu bevormunden und zu infantilisieren.<\/p>\n<\/li>\n<li>\n<p class=\"v-absatz-ohne-western\">Journalisten m\u00fcssen lernen, mit Echtzeitmessung von Resonanz und Nachfrage angemessen umzugehen: Auch gro\u00dfes Publikumsinteresse an einem Thema rechtfertigt nicht, alle anderen wichtigen Themen stiefm\u00fctterlich zu vernachl\u00e4ssigen \u2013 seien das andauernde Massenproteste in Belarus oder in Russland, sei es die Klimakrise oder die Verfolgung der Uiguren in China, seien es die Folgen des Berliner Mietendeckels oder die Schicksale von Obdachlosen, von Behinderten oder anderen Minderheiten, die auch ohne Pandemie krass benachteiligt sind.<\/p>\n<\/li>\n<li>\n<p class=\"v-absatz-ohne-western\">Medien sollten bewusster mit PR und Propaganda umgehen, stets die Herkunft von Nachrichten bekanntgeben und, wo n\u00f6tig, Quellenkritik betreiben. Dazu w\u00fcrde auch geh\u00f6ren, eigene Kompetenzgrenzen in der Auslandsberichterstattung freim\u00fctig einzugestehen \u2013 bei einem von Zensur kontrollierten, autorit\u00e4r regierten Riesenland wie China ebenso wie bei einem kleinen, demokratischen Nachbarstaat wie Schweden, wo schlichtweg die eigenen Ressourcen f\u00fcr eine angemessene W\u00fcrdigung nicht ausreichen.<\/p>\n<\/li>\n<li>\n<p class=\"v-absatz-ohne-western\">Journalistinnen und Journalisten sollten Nachrichten, wenn sie faktisch zutreffen und hohen Nachrichtenwert haben, nicht herunterspielen, nur weil sie nicht in ihr Weltbild passen und nicht den eigenen \u201eConfirmation bias\u201c best\u00e4tigen. Was in der Silvesternacht 2015 passiert ist, hat sich soeben wiederholt: Dass knappe Intensivbetten \u2013 immerhin Ausl\u00f6ser von Lockdowns, welche uns unserer Grundrechte berauben, Millionen von Existenzen gef\u00e4hrden und Milliarden und Abermilliarden an Steuergeldern verschlingen \u2013 weit \u00fcberproportional von Mitb\u00fcrgerinnen und Mitb\u00fcrgern mit Migrationshintergrund belegt sind, ist solch eine Top News, die \u2013 in diesem Fall wohl gerade wegen ihrer Sprengkraft, weil eben manchmal \u201e<i>nicht sein kann, was nicht sein darf\u201c<\/i> \u2013 nicht gen\u00fcgend Aufmerksamkeit erhielt (Schuppelius 2021). Diese Nachricht spricht nun einmal leider B\u00e4nde nicht nur \u00fcber die Corona-Kommunikationspolitik, die offenbar bestimmte Bev\u00f6lkerungsgruppen zu wenig erreicht, sondern auch insgesamt \u00fcber unzureichende Integrationsanstrengungen. Es sind mitten in Deutschland Parallelwelten entstanden, in denen vermutlich Putins und Erdogans Propagandasender, aber auch Islamisten und arabische Antisemiten mehr Resonanz erzielen, als deutsche Regierungen und deutschsprachige Medien. Das ist brisanter Berichterstattungsstoff, den Leitmedien, zumal \u00f6ffentlich-rechtliche Anbieter, nicht <i>Tichys Einblick<\/i> und <i>Achgut<\/i> \u00fcberlassen d\u00fcrfen, wenn sie Glaubw\u00fcrdigkeit beanspruchen m\u00f6chten.<\/p>\n<\/li>\n<li>\n<p class=\"v-absatz-ohne-western\">Leitmedien sollten Corona-Verschw\u00f6rungstheoretikern sowie Rechts- und Linkspopulisten weniger Platz gew\u00e4hren, aber auch nicht alle \u201eQuerdenker\u201c und Gegner von bevormundenden Regulierungen in dieselbe Schublade stecken. Au\u00dferdem sollten sie auf Gegenseitigkeit fragw\u00fcrdiger, \u00fcberfl\u00fcssiger oder fehlerhafter Berichterstattung von Mainstream-Medien mehr Aufmerksamkeit zollen \u2013 und vielleicht endlich auch selbst eine Fehlerkultur entwickeln, um eigenes Versagen zu korrigieren.<\/p>\n<\/li>\n<li>\n<p class=\"v-absatz-ohne-western\">Sie sollten weniger Gewissheiten kommunizieren und mehr Zweifel zulassen \u2013 auch und gerade, wenn es um wissenschaftliche Erkenntnisse geht. Wenn sich Regierende oder Aktivisten, von der Bundeskanzlerin bis hin zu Greta Thunberg, auf Wissenschaftler und \u201e<i>die Wissenschaft<\/i>\u201c berufen, unternehmen sie meist den Versuch, Forscher zu instrumentalisieren. Dieses Spiel sollten Journalisten durchschauen, nicht mitbetreiben und auch dann skeptisch bleiben, wenn sie es mit begnadeten, sendungsbewussten Wissenschaftlern und Wissenschaftskommunikatoren wie Christian Drosten zu tun haben.<\/p>\n<\/li>\n<li>\n<p class=\"v-absatz-ohne-western\">Die hohe journalistische Kunst best\u00fcnde sodann darin, Wissenschaftler-Aussagen angemessen einzuordnen. Der Mainzer Medienforscher Hans Mathias Kepplinger schl\u00e4gt vor,<sup id=\"cite-ref-4\" class=\"reference\"><a href=\"#cite-note-4\">[5]<\/a><\/sup><br \/>\nWissenschaftsjournalisten sollten darauf achten, wie Aussagen von Forschern, im konkreten Fall von Epidemiologen und Virologen zur Corona-Pandemie, zu klassifizieren sind:<\/p>\n<\/li>\n<\/ul>\n<ul>\n<li style=\"list-style-type: none;\">\n<ul>\n<li>\n<p class=\"v-absatz-ohne-western\">Substantielle Aussage auf der Basis eigener Forschung<\/p>\n<\/li>\n<li>\n<p class=\"v-absatz-ohne-western\">Substantielle Aussage auf der Basis angelesener Forschung<\/p>\n<\/li>\n<li>\n<p class=\"v-absatz-ohne-western\">Substantielle Aussage ohne erkennbare Basis<\/p>\n<\/li>\n<li>\n<p class=\"v-absatz-ohne-western\">Trivialit\u00e4ten, die jeder Zeitungsleser kennt und sagen kann, etwa der Art \u201edie dritte Welle kommt\u201c. Wann bitte, wie gro\u00df?<\/p>\n<\/li>\n<li>\n<p class=\"v-absatz-ohne-western\">Moralische Ermahnungen, Wertungen, Ermutigungen usw.<\/p>\n<\/li>\n<\/ul>\n<\/li>\n<\/ul>\n<p class=\"v-absatz-ohne-western\">Gegebenenfalls k\u00f6nnten Journalisten nachfragen, wenn das unklar ist. \u201e<i>Mancher Lautsprecher w\u00e4re dann schnell als Hei\u00dfluftgebl\u00e4se erkannt<\/i>\u201c, so Kepplinger. An die eigenen Fachkollegen aus der Medienforschung gewandt, schl\u00e4gt er vor, die publizierten Aussagen nach solch einem Schema inhaltsanalytisch zu untersuchen, um festzustellen, inwieweit Forscher \u2013 insbesondere dann, wenn sie prominent geworden sind \u2013 ihre Kompetenzgrenzen einhalten oder eben mehr oder minder h\u00e4ufig \u00fcberschreiten.<\/p>\n<ul>\n<li>\n<p class=\"v-absatz-ohne-western\">Gerade wenn es um Leben und Tod geht, sollte Sicherheit vor Schnelligkeit rangieren. Berichterstatter, die vom Forschungsbetrieb und seinen Usancen keine Ahnung haben, k\u00f6nnten bei der Berichterstattung \u00fcber heikle Forschungs-Ergebnisse und deren Einordnung vielleicht gestandenen Wissenschaftsjournalisten den Vortritt lassen.<\/p>\n<\/li>\n<li>\n<p class=\"v-absatz-ohne-western\">Einzufordern ist mehr konstruktiver Journalismus, der Erfolge im Corona-Management angemessen w\u00fcrdigt. Das ist weiterhin Mangelware \u2013 sonst h\u00e4tten T\u00fcbingen, B\u00f6blingen und Rostock, aber auch L\u00e4nder wie Finnland, S\u00fcdkorea, Taiwan und die Schweiz, wo immerhin die Schulen seit Mai 2020 durchgehend offen waren, in den Medien mehr Aufmerksamkeit erzielt (vgl. auch Gerhards\/Z\u00fcrn 2021).<\/p>\n<\/li>\n<li>\n<p class=\"v-absatz-ohne-western\">\u201e<i>Humor ist, wenn man trotzdem lacht<\/i>\u201c. W\u00fcnschenswert w\u00e4re \u2013 last not least \u2013 mehr \u201e<i>sense of humour<\/i>\u201c, und zwar trotz oder wegen der ernsten Lage.<\/p>\n<\/li>\n<\/ul>\n<p class=\"v-absatz-ohne-western\">Als sich im April 2021 nach einem Jahr Lockdown-Verzweiflung 52 teils prominente Schauspieler aus der Deckung wagten und sich in kurzen, frechen Youtube-Videos mit der Rolle der Medien und der Regierungen bei der Corona-Bek\u00e4mpfung auseinandersetzten, spuckten Kommentatoren linksliberaler oder liberaler, jedenfalls einstmals kulturaffiner Bl\u00e4tter wie der <i>Spiegel<\/i> (o.V. 2021), der <i>Tagesspiegel<\/i> (Leber 2021), der <i>FAZ <\/i>(Hanfeld 2021), aber auch der Branchendienst <i>\u00dcbermedien<\/i> Gift und Galle und verschubladisierten mehrheitlich die K\u00fcnstler in der AfD-Ecke. Hanfeld etwa bescheinigte vom hohen <i>FAZ<\/i>-Ross herab den K\u00fcnstlern \u201eFlachsinn\u201c und warf ihnen vor, ihre Aktion sei \u201e<i>so unterkomplex wie unzutreffend, dass man es nicht witzig finden kann<\/i>\u201c \u2013 was freilich viele, die nicht selbst im Glashaus sitzen und tagt\u00e4glich mit Steinen werfen, anders gesehen haben d\u00fcrften.<\/p>\n<p class=\"v-absatz-einzug-western\"><span lang=\"de-DE\">Als Mediennutzer hatte man unweigerlich den Eindruck, die Leitmedien-Autoren seien inzwischen selbst Opfer eines Corona-Kollers geworden, so bierernst machten sie sich \u00fcber die nonkonformistischen Kritiker aus der Kulturszene her. Und einige der kritisierten Akteure \u2013 wie Heike Makatsch \u2013 schlugen gleich die Rolle r\u00fcckw\u00e4rts. Wobei dahingestellt bleiben mag, ob sie auf diese Weise zum unfreiwilligen Lebendbeweis von illiberaler <\/span><span lang=\"de-DE\"><i>Cancel Culture<\/i><\/span><span lang=\"de-DE\"> wurden, oder \u2013 was von ganz besonders zynischem Raffinement zeugen w\u00fcrde \u2013 gleich doppelt die aufmerksamkeits\u00f6konomische Pr\u00e4mie der Aktion kassieren wollten.<\/span><\/p>\n<h3 class=\"v-zwischen&uuml;berschrift-2-western\"><span id=\"was-chefredaktionen-und-medienmanager-veranlassen-sollten\"><a name=\"_Hlk70112909\"><\/a> Was Chefre&shy;dak&shy;ti&shy;onen und Medien&shy;ma&shy;nager veranlassen sollten<\/span><\/h3>\n<p class=\"v-absatz-ohne-western\">Wichtig w\u00e4re auch, dass Chefredaktionen und Medienmanager, die f\u00fcr die Ressourcenverteilung im Medienbetrieb zust\u00e4ndig sind,<\/p>\n<ul>\n<li>\n<p class=\"v-absatz-ohne-western\">die eigenen Grenzen konzedieren und im Interesse der eigenen Glaubw\u00fcrdigkeit vermehrt kommunizieren, wie Redaktionen arbeiten und Medien in der Aufmerksamkeits\u00f6konomie funktionieren;<\/p>\n<\/li>\n<li>\n<p class=\"v-absatz-ohne-western\">den Wissenschafts- und Medienjournalismus pflegen \u2013 und in den Redaktionen diese Ressorts aufwerten oder wiedereinf\u00fchren. Wobei davon auszugehen ist, dass das Interesse an solchen Themenfeldern beim Publikum vorhanden ist, sich notfalls auch wecken lie\u00dfe \u2013 und ein besseres Verst\u00e4ndnis des Medienbetriebs und journalistischer Praxis ja vielleicht sogar die Zahlungsbereitschaft f\u00fcr \u201eQualit\u00e4tsjournalismus\u201c steigern k\u00f6nnte;<\/p>\n<\/li>\n<li>\n<p class=\"v-absatz-ohne-western\">dem Faktencheck sowie Berichtigungen mehr Aufmerksamkeit zollen. Es ist ja einerseits absurd, dass genuine journalistische Aufgaben wie eben die Fakten\u00fcberpr\u00fcfung aus den Redaktionen an eigene \u201eFaktenchecker\u201c (selbst bei der ARD!) ausgelagert werden, und andererseits es viel zu wenig Ombudsleute gibt, die Beschwerden \u00fcber die Berichterstattung nachsp\u00fcren: Beim Impfstoff von Astra-Zeneca erwarten die Medien, dass die zust\u00e4ndigen Gremien nach millionenfacher Verimpfung fast ohne Nebeneffekte dennoch den wenigen F\u00e4llen massiver Nebenwirkungen nachgehen. Wo sind entsprechende Medienberichte oder Kontrollgremien, wenn es um das Immunisieren gegen Infantilisierung, Verdummung, <i>Fake News<\/i> und von Massenmedien weiter verbreiteten Unfug geht? Redaktionen m\u00f6gen sich in den Schockstarre-Monaten von Februar bis April 2020 von ihrer Kernaufgabe, der \u201e<i>Routinisierung des Unerwarteten<\/i>\u201c, \u00fcberrollt und \u00fcberfordert gef\u00fchlt haben \u2013 geschenkt. Aber seither sollten fehlende Kontrollschlaufen in Redaktionskonferenzen und ungekl\u00e4rte Verantwortung f\u00fcr Berichterstattungsm\u00e4ngel eigentlich genauso wenig akzeptabel sein wie Regulierungsschikanen oder Fehler bei der Impfstoffbeschaffung und -verteilung.<\/p>\n<\/li>\n<li>\n<p class=\"v-absatz-ohne-western\">Nicht zuletzt g\u00e4lte es, jene Wissenschaft, die sich mit dem eigenen journalistischen Metier befasst, endlich ernst zu nehmen: Wer eine Pandemie eind\u00e4mmen will, kommt an den Erkenntnissen von Virologen und Epidemiologen nicht vorbei. Wer \u201eInfodemien\u201c vermeiden und den Journalismus verbessern m\u00f6chte, sollte sich regelm\u00e4\u00dfig schlau machen, was es an neuen kommunikationswissenschaftlichen Erkenntnissen gibt und wie sich diese nutzen lassen \u2013 statt Medienforscher-Bashing zu betreiben.<\/p>\n<\/li>\n<\/ul>\n<p class=\"v-absatz-ohne-western\">Wohl fast alle von uns haben Angst bekommen, angesteckt zu werden. \u00dcber Ansteckungsrisiken war gleichwohl zu wenig zu erfahren (vgl. dazu grundlegend: Nida-R\u00fcmelin\/Weidenfeld 2021). Dagegen wurde das Impfrisiko mit dem Astra-Zeneca-Impfstoff so medial dramatisiert, dass die Impfkampagne ernsthaft gef\u00e4hrdet wurde \u2013 unter Vernachl\u00e4ssigung der tats\u00e4chlichen Gef\u00e4hrdungsrisiken, die sich, soweit wir das bisher wissen k\u00f6nnen, nur minimal von den anderen Impfstoffen unterscheiden.<\/p>\n<p class=\"v-absatz-einzug-western\">Ansonsten gilt fraglos das Pr\u00e4ventionsparadox: Wir werden nie erfahren, wie die Pandemie ohne Lockdowns bei uns verlaufen w\u00e4re. H\u00e4tten indes einige Medien schon vor Jahren mit ihren k\u00fchnen Bedrohungsszenarien recht behalten, g\u00e4be es kein Covid19-Infektionsrisiko mehr: Die Deutschen w\u00e4ren dann n\u00e4mlich ebenso wie die Schweizer und \u00d6sterreicher bereits wegen Rinderwahn oder sp\u00e4testens an SARS ausgestorben. Die wenigen \u00dcberlebenden, darunter vor allem \u201eCovidioten\u201c, die bei Demos keine Abstandsregeln wahrten, w\u00e4ren inzwischen ebenfalls Corona-Opfer; und alle Schweden, die monatelang keine Masken zu tragen brauchten, sowieso.<\/p>\n<p class=\"v-absatz-einzug-western\">Es fehlt offenkundig an Demut vor der Unberechenbarkeit des Virus, es dominiert Selbst\u00fcbersch\u00e4tzung bei Regierenden und Medienleuten, und es mangelt an Bereitschaft, Fehler einzugestehen. Die Medienvertreter m\u00f6gen es nicht so gemeint haben, sie verbreiten jedoch unabl\u00e4ssig dieses merkw\u00fcrdige Narrativ, das Virus lie\u00dfe sich durch harte und h\u00e4rtere Lockdowns \u201ekontrollieren\u201c \u2013 und zwar ohne dass dadurch Kollateralsch\u00e4den entstehen, die weitaus gr\u00f6\u00dfer sind als alles Elend, welches das Virus selbst anzurichten vermag.<\/p>\n<p class=\"v-absatz-einzug-western\">Kritik an der Corona-Berichterstattung gibt es tr\u00f6pfchenweise, aber die Leitmedien verhindern, dass man damit an die breitere \u00d6ffentlichkeit durchdringt. Selbst hochangesehene Journalisten-Kollegen wie Jakob Augstein, Claus Kleber oder Gabor Steingart gelingt das nur gerade so weit, dass Journalisten gegen\u00fcber Corona-Querdenkern und sp\u00e4ter einmal gegen\u00fcber Historikern argumentieren k\u00f6nnen, es habe auch kritische Stimmen zur Corona-Berichterstattung gegeben.<\/p>\n<p class=\"v-absatz-einzug-western\">Es fehlt aber eben auch ein \u201e<i>Jahresbericht zum Status des Journalismus und des Nachrichtenwesens\u201c<\/i> bzw. ein \u201e<i>Jahrbuch Qualit\u00e4t der Medien<\/i>\u201c, wie es sie seit mehr als zehn Jahren sowohl in den USA als auch in der Schweiz gibt. Wir ben\u00f6tigen auch in Deutschland und \u00d6sterreich dringend eine vergleichbare kontinuierliche Analyse, um wenigstens die Qualit\u00e4tsverluste des Journalismus zu dokumentieren. Unabh\u00e4ngiger, hochwertiger, recherchierender Journalismus ist und bleibt f\u00fcr eine Demokratie systemrelevant, selbst wenn er aufmerksamkeits\u00f6konomisch deformiert ist und obendrein finanziell ausblutet. F\u00fcr die Pressefreiheit und damit auch f\u00fcr die Qualit\u00e4t der Nachrichten drohen die Corona-Lockdowns mit all ihren inzwischen zumindest teilweise absehbaren, nachfolgenden wirtschaftlichen, gesellschaftlichen und kulturellen Kollateralsch\u00e4den zu einem Tsunami zu werden. Er baut sich erst allm\u00e4hlich auf, wird aber vermutlich in unseren freiheitlichen Gesellschaften l\u00e4nger und verheerender w\u00fcten als das Covid19-Virus.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p class=\"v-autoreninfo-western\"><strong class=\"western\">Stephan Russ-Mohl<\/strong> Jahrgang 1950, ist ein deutscher Medienwissenschaftler. Er war von 1985 bis 2001 Publizistik-Professor an der Freien Universit\u00e4t Berlin und von 2002 bis 2018 Professor f\u00fcr Kommunikationswissenschaft an der Universit\u00e4t Lugano.<\/p>\n<h3 class=\"v-zwischen&uuml;berschrift-2-western\"><\/h3>\n<div id=\"sdfootnote1\">\n<p class=\"sdfootnote-western\"><a class=\"sdfootnotesym\" href=\"#sdfootnote1anc\" name=\"sdfootnote1sym\">*<\/a> <em>Bei dem Text handelt es sich um eine leicht gek\u00fcrzte Fassung eines Beitrags des Autors aus Roland Schatz (Hrsg.): Bericht zur Lage der Informationsqualit\u00e4t in Deutschland. Analysen und Vorschl\u00e4ge f\u00fcr die Zeit nach Corona. Z\u00fcrich: InnoVati o Verlag<\/em>.<\/p>\n<\/div>\n<h4><span id=\"anmerkungen\">Anmerkungen<\/span><\/h4>\n<ol class=\"references\">\n<li id=\"cite-note-0\"><span class=\"cite-backlink\"><a href=\"#cite-ref-0\">\u2191<\/a><\/span><span class=\"reference-text\">S. <a target=\"_blank\"href=\"https:\/\/www.ifem.de\/aktuelles\/jahr-2020\/corona-newsmonitor\" rel=\"nofollow\">https:\/\/www.ifem.de\/aktuelles\/jahr-2020\/corona-newsmonitor<\/a>.<\/span><\/li>\n<li id=\"cite-note-1\"><span class=\"cite-backlink\"><a href=\"#cite-ref-1\">\u2191<\/a><\/span><span class=\"reference-text\">Kein auch nur n\u00e4herungsweiser Anspruch auf Vollst\u00e4ndigkeit. Es gibt es mit grosser Wahrscheinlichkeit angesichts der un\u00fcberschaubaren Publikationsf\u00fclle wissenschaftliche Studien, die ich nicht auf dem Radar habe.<\/span><\/li>\n<li id=\"cite-note-2\"><span class=\"cite-backlink\"><a href=\"#cite-ref-2\">\u2191<\/a><\/span><span class=\"reference-text\">Vgl. exemplarisch sogar die New York Times (Goodman 2020) sowie als Antwort Karlsten 2020.<\/span><\/li>\n<li id=\"cite-note-3\"><span class=\"cite-backlink\"><a href=\"#cite-ref-3\">\u2191<\/a><\/span><span class=\"reference-text\">Anne Will, ARD am 28.3.2021.<\/span><\/li>\n<li id=\"cite-note-4\"><span class=\"cite-backlink\"><a href=\"#cite-ref-4\">\u2191<\/a><\/span><span class=\"reference-text\">E-Mail an den Verfasser.<\/span><\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"featured_media":0,"template":"","categories":[2949],"tags":[],"autoren":[2990],"publikationen":[2986],"class_list":["post-17916","publikation","type-publikation","status-publish","hentry","category-corona","autoren-stephan-russ-mohl","publikationen-235-vorgaenge"],"acf":[],"yoast_head":"<!-- This site is optimized with the Yoast SEO plugin v28.5 - https:\/\/yoast.com\/product\/yoast-seo-wordpress\/ -->\n<title>St\u00e4rken und Schw\u00e4chen der Berichterstattung \u00fcber Corona* - Humanistische Union<\/title>\n<meta name=\"robots\" content=\"index, follow, max-snippet:-1, max-image-preview:large, max-video-preview:-1\" \/>\n<link rel=\"canonical\" href=\"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/vorgaenge\/235-vorgaenge\/publikation\/staerken-und-schwaechen-der-berichterstattung-ueber-corona\/\" \/>\n<meta property=\"og:locale\" content=\"de_DE\" \/>\n<meta property=\"og:type\" content=\"article\" \/>\n<meta property=\"og:title\" content=\"St\u00e4rken und Schw\u00e4chen der Berichterstattung \u00fcber Corona* - Humanistische Union\" \/>\n<meta property=\"og:description\" content=\"Der journalistischen Berichterstattung und Kommentierung kommt gerade in Krisenzeiten eine wichtige Kontrollfunktion zu. 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