{"id":17951,"date":"2022-04-27T16:33:09","date_gmt":"2022-04-27T14:33:09","guid":{"rendered":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/publikation\/kinderrechte-und-kinderarmut-im-corona-kapitalismus-copy\/"},"modified":"2023-06-14T15:42:28","modified_gmt":"2023-06-14T13:42:28","slug":"kinderrechte-und-kinderarmut-im-corona-kapitalismus-copy","status":"publish","type":"publikation","link":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/vorgaenge\/235-vorgaenge\/publikation\/kinderrechte-und-kinderarmut-im-corona-kapitalismus-copy\/","title":{"rendered":"Kinderrechte und Kinderarmut im Corona-Kapitalismus"},"content":{"rendered":"<p class=\"v-teaser-western\"><em>Der folgende Beitrag besch\u00e4ftigt sich mit Folgen der Pandemie und des Krisenmanagements f\u00fcr Kinder und Jugendliche. Dabei geht er auf Ursachen und Anl\u00e4sse ein und benennt Alternativen sowie notwendige Schlussfolgerungen.<\/em><\/p>\n<p class=\"v-absatz-ohne-western\">Dass Corona und die Ma\u00dfnahmen dagegen nicht auf alle Alters- und Sozialgruppen gleich wirk(t)en, scheint inzwischen zur Binsenweisheit zu geh\u00f6ren (vgl. Bertelsmann 2020). Die Eignung, Erforderlichkeit und Angemessenheit der jeweiligen Ma\u00dfnahmen und Grundrechtsbeschr\u00e4nkungen muss in jedem Fall gegeben sein und der eingreifende Staat ist insoweit beweispflichtig. Gerade f\u00fcr Kinder und vor allem f\u00fcr Minderj\u00e4hrige in Armut bedeuteten Corona und der Lockdown enorme Einschr\u00e4nkungen ihrer zivilen, sozialen und kulturellen Rechte auf Schutz, F\u00f6rderung und Beteiligung \u2013 besonders in den Bereichen Kindeswohl, Gesundheit, Bildung (vgl. Spie\u00df 2020; Kinderkommission 2020; UNICEF\/Save the Children 2020; Holz\/Richter-Kornweitz 2020). Die Weltgesundheitsorganisation WHO und das UN-Kinderhilfswerk UNICEF haben unl\u00e4ngst noch einmal deutlich hervorgehoben, dass die \u201e<i>katastrophalen Schulschlie\u00dfungen<\/i>\u201c der ersten Pandemiewellen seit 2020 zu starken Beeintr\u00e4chtigungen der seelischen Gesundheit und der sozialen Entwicklung sehr vieler junger Menschen f\u00fchrten (vgl. UNICEF\/WHO 2021). So sehr diverse Auswirkungen global zu beobachten sind, gab es doch gewisse nationale Unterschiede, die sich auch aus verschiedenen Priorisierungen herleiten lassen.<\/p>\n<p class=\"v-absatz-einzug-western\">Es erscheint schon zweifelhaft, dass \u00fcber ein Jahr hinweg in der h\u00f6chsten politischen Runde des Landes nur Virolog(inn)en mit Physiker(inne)n \u00fcber die Gestaltung von Kitas, Schulen und Jugendhilfe diskutierten (vgl. Spiegel.de v. 18.1.2021), w\u00e4hrend Ministerpr\u00e4sidenten \u201e<i>Candy Crush<\/i>\u201c und andere Computerspiele auf dem Handy spielten (vgl. FR v. 26.1.2021). Wenn das nicht-verfassungsgem\u00e4\u00dfe Gremium der sog. Ministerpr\u00e4sident(inn)en-Konferenz mit der Bundeskanzlerin in Notverordnungsmanier ohne gesetzgeberische Befugnis und ohne parlamentarische Beteiligung alleine durch Verordnungen bei offensichtlich geistiger Abwesenheit mancher Teilnehmer zur m\u00e4chtigsten politischen Entscheidungsinstanz der Nation mutiert und die anwesenden Berater(innen) sich nur noch darin unterscheiden, ob sie den Regierungskurs unterst\u00fctzen oder sogar dessen Versch\u00e4rfung pr\u00e4ferieren, muss wenigstens ein gewisser Sachverstand hinsichtlich Kindeswohlvorrang-Pr\u00fcfung, Kinderrechten und der sonstigen Belange von Kindern, Jugendlichen und Familien gew\u00e4hrleistet werden. Deshalb m\u00fcsste mindestens die Familienministerin dabei sein und am besten auch Kinder\u00e4rzte, Kindheitswissenschaftlerinnen, Kinderpsychologinnen, P\u00e4dagogen, Sozialarbeiterinnen, Soziologen und Erzieherinnen. Andernfalls werden das Kindeswohl sowie die Interessen und Rechte von Kindern und Jugendlichen weiterhin str\u00e4flich vernachl\u00e4ssigt.<\/p>\n<p class=\"v-absatz-einzug-western\">Derweil unterstrich die Tatsache, dass die Bundesfamilienministerin w\u00e4hrend des ersten Lockdown im Fr\u00fchjahr 2020 nicht im Corona-Krisen-Kabinett sa\u00df und die Tatsache, dass z.B. im Bundesland Hessen das \u201eCorona-Kabinett\u201c in den ersten Monaten nur aus M\u00e4nnern bestand, die Einseitigkeit der ver\u00f6ffentlichten und exekutierten Meinungen und Verordnungen im Fr\u00fchjahr 2020. Es verwunderte dann auch nicht, dass z.B. Kinder- und Jugendhilfe, besonders der nicht-schulische Bereich der offenen Jugendarbeit, wochen- und z.T. monatelang nicht als \u201esystemrelevant\u201c angesehen und behandelt wurde. Dass das Amt der Bundesministerin f\u00fcr Familie, Senioren, Frauen und Jugend fast ein halbes Jahr vor den Bundestagswahlen quasi \u201enebenberuflich\u201c von der Bundesjustizministerin noch locker mitgemacht werden kann, zeigt schlie\u00dflich die regierungsamtliche Wertsch\u00e4tzung gegen\u00fcber den Politikfeldern, die der fr\u00fchere Bundeskanzler Gerhard Schr\u00f6der einst als das \u201eGed\u00f6ns\u201c bezeichnet hatte.<\/p>\n<h3 class=\"v-zwischen&uuml;berschrift-2-western\"><span id=\"prioritaeten\">Priorit&auml;ten<\/span><\/h3>\n<p class=\"v-absatz-ohne-western\">Dass gesellschaftspolitische Priorit\u00e4ten bez\u00fcglich Kindern und Jugendlichen bei der Pandemiebek\u00e4mpfung unterschiedlich gesetzt werden k\u00f6nnen, zeigen viele Beispiele europa- und weltweit. Die deutsche Priorit\u00e4t etwa, Bildung blockieren, Bundesliga, Bierg\u00e4rten, Baum\u00e4rkte \u00f6ffnen und Corona-Ignoranz in der Arbeitswelt durchhalten (s. Schlachth\u00f6fe und R\u00fcstungsindustrie), l\u00e4sst sich \u2013 bei aller sonstiger notwendiger Kritik \u2013 mit der franz\u00f6sischen Vorgehensweise kontrastieren. \u201e<i>Frankreich stellt Schulen und Kitas \u00fcber alles<\/i>\u201c, meldete etwa die Tageszeitung DIE WELT am 26. April 2021. Wie die S\u00fcddeutsche Zeitung einen Monat vorher unter der \u00dcberschrift: \u201e<i>Da kann man was lernen<\/i>\u201c berichtete, galt und gilt in Frankreich eine fast umgedrehte Priorisierung aller Ma\u00dfnahmen gegen Corona. W\u00e4hrend in Deutschland viele Schulkinder der Mittelstufe noch zu Pfingsten 2021 fast ein halbes Jahr nicht mehr in die Schule gehen durften (nicht einmal mit Wechselunterricht), blieben Kitas und Schulen in Frankreich im Winter\/Fr\u00fchjahr 2020\/2021 weitgehend ge\u00f6ffnet. Lieber wurden Ausgangssperren (f\u00fcr Erwachsene) versch\u00e4rft und Bars sowie Restaurants geschlossen. \u201e<i>Schulen auf, Schulen zu \u2013 nicht in Frankreich und der Schweiz. Dort bleiben sie auch im Lockdown weitgehend ge\u00f6ffnet. Masseninfektionen bleiben trotzdem weitgehend aus.<\/i>\u201c (S\u00fcddeutsche.de v. 23.3.2021).<\/p>\n<h3 class=\"v-zwischen&uuml;berschrift-2-western\"><span id=\"deutsche-verhaeltnisse-und-folgen\">Deutsche Verh&auml;lt&shy;nisse und Folgen<\/span><\/h3>\n<p class=\"v-absatz-ohne-western\">Es hat sich also inzwischen herumgesprochen, dass seit Beginn der Corona-Krise (auch) in Deutschland elementare Schutz-, F\u00fcrsorge- und Beteiligungsrechte von Kindern und Jugendlichen verletzt worden sind und verschiedene (unterlassene) Regierungs-Ma\u00dfnahmen zur Verst\u00e4rkung von Kinderarmut beigetragen haben. Das Kindeswohl wurde w\u00e4hrend der Pandemie durch Entscheidungen der politisch Verantwortlichen nicht vorrangig ber\u00fccksichtigt, wie in der seit 1992 als Bundesgesetz g\u00fcltigen UN-Kinderechtskonvention vorgeschrieben (Art. 3). Viele Studien und Stellungnahmen beweisen, dass eine (politisch mit zu verantwortende, strukturelle) Kindeswohlgef\u00e4hrdung im Sinne der UN-Kinderrechtskonvention und des SGB VIII vorliegt. \u201e<i>Ein aktueller Bericht des Robert-Koch-Instituts, der mehrere Studien des vergangenen Jahres zusammenfasst, zeigt: Die H\u00e4ufigkeit von Angstsymptomen unter Kindern und Jugendlichen ist nach dem ersten Lockdown im vergangenen Fr\u00fchjahr von 15 auf 24 Prozent gestiegen. Den Eindruck einer verminderten Lebensqualit\u00e4t haben mehr als 40 Prozent der Elf- bis 17-J\u00e4hrigen. Psychische Auff\u00e4lligkeiten bei 7- bis 17-J\u00e4hrigen sind von 18 Prozent auf etwa 31 Prozent gestiegen.<\/i>\u201c (Vorgrimler 2021, S. 2)<\/p>\n<p class=\"v-absatz-einzug-western\">Nach einer Studie des Bundesinstituts f\u00fcr Bev\u00f6lkerungsforschung habe sich hochgerechnet \u201e<i>infolge der Pandemie und der damit verbundenen Schulschlie\u00dfungen bei 1,7 Mio. 11- bis 17-J\u00e4hrigen die gesundheitsbezogene Lebensqualit\u00e4t erheblich verschlechtert<\/i>\u201c (Bundesinstituts f\u00fcr Bev\u00f6lkerungsforschung 2021, S. 72). Ferner ermittelte das Bundesinstitut \u201e<i>477.000 Jugendliche im Alter von 16 bis 19 Jahren mit Depressivit\u00e4tssymptomatik<\/i>\u201c und erl\u00e4uterte: \u201e<i>Unsere Analysen des deutschen Familienpanels pairfam weisen darauf hin, dass etwa 25 % der Jugendlichen eine klinisch relevante Symptomatik von Depressivit\u00e4t im Mai\/Juni 2020 nach dem ersten Lockdown aufweisen. (\u2026) Im Jahr vor der Pandemie betraf das lediglich 10 % der Jugendlichen. Besonders gef\u00e4hrdet f\u00fcr psychische Probleme sind weibliche Jugendliche, hier hat sich die subjektive Depressivit\u00e4tssymptomatik von 13 auf 35 % fast verdreifacht. Auch Jugendliche mit Migrationshintergrund sind besonders betroffen. Hochgerechnet w\u00fcrde der Anstieg der Depressivit\u00e4tssymptomatik 477.000 Jugendlichen im Alter von 16 bis 19 Jahren entsprechen.<\/i>\u201c (ebd.) Wie indes die Leiterin der Monitoring-Stelle zur UN-Kinderrechtskonvention beim Deutschen Institut f\u00fcr Menschenrechte, Claudia Kittel, hervorhebt, ist das Kinderrecht auf Gesundheit gem\u00e4\u00df den Vorgaben der UN-Kinderrechtskonvention ein ganzheitliches Konzept. \u201e<i>Es definiert Gesundheit nicht nur als Abwesenheit von Krankheit und schlie\u00dft auch andere f\u00fcr Kinder relevante Aspekte mit ein. Dazu z\u00e4hlen unter anderem auch Spiel und Freizeit sowie Kontakte zu anderen Kindern. Dieser ganzheitliche Ansatz darf bei den aktuellen Diskussionen um den Schutz der Gesundheit von Kindern nicht \u00fcbersehen werden<\/i>\u201c (Deutsches Institut f\u00fcr Menschenrechte 2020).<\/p>\n<p class=\"v-absatz-einzug-western\">So stellte die Kinderhilfsorganisation UNICEF in ihrem Report \u201e<i>Eine verlorene Covid 19-Generation verhindern<\/i>\u201c am 19. November 2020 fest, dass seit Beginn der Covid-Krise vor allem die Unterbrechung lebensnotwendiger Gesundheitsversorgung und sozialer Dienste die schwerste Bedrohung f\u00fcr Kinder darstellen. \u201e<i>UNICEF-Daten aus 140 L\u00e4ndern zeigen: Rund ein Drittel der L\u00e4nder verzeichneten einen R\u00fcckgang der Zahl der Kinder, die mit medizinischen Ma\u00dfnahmen wie Routineimpfungen, ambulanter Behandlung von ansteckenden Infektionskrankheiten sowie durch Betreuungsangebote vor, w\u00e4hrend und nach der Geburt erreicht werden. (\u2026) In 135 L\u00e4ndern werden 40 Prozent weniger Kinder und Frauen durch Ern\u00e4hrungshilfen und entsprechende Beratung erreicht. Ende Oktober erhielten immer noch 265 Millionen M\u00e4dchen und Jungen keine Schulspeisungen. \u00dcber 250 Millionen Kleinkinder unter f\u00fcnf Jahren bekommen keine lebenswichtigen Vitamin-A-Tabletten. 65 L\u00e4nder berichten von einem R\u00fcckgang von Hausbesuchen durch Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeiter im Vergleich zum Vorjahr.<\/i>\u201c<\/p>\n<p class=\"v-absatz-einzug-western\">Weitere alarmierende Fakten werden vom UNICEF-Bericht hervorgehoben: \u201e<i>Im November 2020 sind 572 Millionen M\u00e4dchen und Jungen von landesweiten Schulschlie\u00dfungen betroffen \u2013 das sind 33 Prozent aller Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler weltweit. Durch die Unterbrechung lebenswichtiger Dienstleistungen und zunehmender Mangelern\u00e4hrung k\u00f6nnten in den kommenden zw\u00f6lf Monaten zwei Millionen Kinder zus\u00e4tzlich sterben und die Zahl der To<\/i><i>t<\/i><i>geburten um 200.000 zunehmen. In 2020 werden zus\u00e4tzlich sechs bis sieben Millionen Kinder unter f\u00fcnf Jahren an Auszehrung oder akuter Mangelern\u00e4hrung leiden, eine Zunahme um 14 Prozent. Vor allem in den L\u00e4ndern Afrikas s\u00fcdlich der Sahara und in S\u00fcdasien werden hierdurch jeden Monat 10.000 Kinder zus\u00e4tzlich sterben. Weltweit sind bis Mitte des Jahres sch\u00e4tzungsweise 150 Millionen Kinder zus\u00e4tzlich in mehrdimensionale Armut gerutscht \u2013 ohne Zugang zu Bildung, Gesundheitsversorgung, Nahrung, sauberem Wasser und sanit\u00e4ren Einrichtungen.<\/i>\u201c (UNICEF 2020) Das Kinderhilfswerk geht ferner davon aus, dass \u201e<i>die weltweite Zahl der Kinder, die gar keine Schule besuchen, nochmals um 24 Millionen ansteigen wird<\/i>\u201c (UNICEF v. 12.1.2021), w\u00e4hrend zus\u00e4tzlich 10 Millionen M\u00e4dchen von Kinderheirat bedroht seien (UNICEF.de v. 8.3.2021).<\/p>\n<p class=\"v-absatz-einzug-western\">Auch in der reichen Bundesrepublik Deutschland wurde f\u00fcr Millionen Kinder und Jugendliche im Rechtskreis des sog. Bildungs- und Teilhabepakets ab Mitte M\u00e4rz und ab Mitte Dezember 2020 von heute auf morgen das kostenlose Mittagessen in Kitas, Schulen und Jugendclubs eingestellt. Auch hier waren hunderttausende von Sch\u00fcler\/innen mangels digitaler Mittel (wie z.B. Zugang zu einem internetf\u00e4higen Computer in der Wohnung) vom sog. Homeschooling ausgeschlossen und einige Lehrer\/innen klagten dar\u00fcber, dass sie mit manchen Schulkindern keinerlei Kontakt herstellen konnten w\u00e4hrend des gesamten ersten Lockdowns im Fr\u00fchjahr 2020 (vgl. Klundt 2020, S. 9). Wie Anne Ratzki schreibt, waren besonders Kinder aus armen Familien und Migrant*innen benachteiligt, \u201e<i>deren Eltern nicht helfen konnten, deren Wohnungen zu eng waren und denen Endger\u00e4te fehlten. Bis zu 40% der Sch\u00fcler*innen waren f\u00fcr Lehrkr\u00e4fte \u00fcber Wochen nicht erreichbar.<\/i>\u201c (Ratzki 2021, S. 16)<\/p>\n<p class=\"v-absatz-einzug-western\">Auch die Monitoringstelle zur UN-Kinderrechtskonvention beim Deutschen Institut f\u00fcr Menschenrechte bem\u00e4ngelt anl\u00e4sslich der Corona Pandemie \u201e<i>R\u00fcckschritte bei der Verwirklichung der Kinderrechte in Deutschland<\/i>\u201c (Monitoringstelle 2020, S. 1): \u201e<i>Die R\u00fcckschritte zeigten sich insbesondere in der anf\u00e4nglichen Nichtbeachtung der Ansichten von Kindern und Jugendlichen durch Bund, L\u00e4nder und Kommunen. Gleichzeitig wurden schon bestehende Defizite hinsichtlich des Gewaltschutzes von Kindern, der Bek\u00e4mpfung von Kinderarmut sowie des Zugangs zu Bildung f\u00fcr alle Kinder verst\u00e4rkt sichtbar<\/i>\u201c (ebd.). Nach Ansicht der Monitoringstelle sollten die w\u00e4hrend der Corona-Pandemie gemachten Erfahrungen baldm\u00f6glichst ausgewertet werden, um mit der Verwirklichung der Kinderrechte in Deutschland wieder voranzukommen. Dazu geh\u00f6re auch \u201e<i>ein gezielter Aus- und Aufbau von Interessenvertretungen von Kindern auf Ebene des Bundes, der L\u00e4nder und der Kommunen, damit ihre Meinungen nicht erneut ungeh\u00f6rt bleiben<\/i>\u201c (ebd.).<\/p>\n<p class=\"v-absatz-einzug-western\">Daf\u00fcr, dass die Kinder und Jugendlichen offenbar eher nachrangig betrachtet wurden und werden, spricht jedoch die Aussage des Bayerischen Ministerpr\u00e4sidenten Marcus S\u00f6der (CSU), welcher am 27. Oktober 2020 sagte: \u201e<i>Schule und Kita hat ja den Sinn und Zweck, die Wirtschaft am Laufen zu lassen<\/i>\u201c (GEW Bayern 2020, S. 1). Der sichtbare instrumentelle Charakter, den die genannten Bildungseinrichtungen in den Augen des Landesregierungschefs scheinbar einnehmen, wird deutlich. Von Bildung oder Kinderrechten, geschweige denn Kindeswohl ist dabei leider keine Rede. Eine solche Herangehensweise erh\u00f6ht die Gefahr, Kindeswohlgef\u00e4hrdung \u2013 wenn \u00fcberhaupt \u2013 viel zu sp\u00e4t zur Kenntnis zu nehmen, ja wom\u00f6glich sogar zu beg\u00fcnstigen.<\/p>\n<p class=\"v-absatz-einzug-western\">Sogar der 16. Kinder- und Jugendbericht der Bundesregierung vom Herbst 2020 kommt zu dem Ergebnis, dass die \u201e<i>Anti-Corona-Ma\u00dfnahmen (\u2026) neben der Versch\u00e4rfung ungleicher Bildungschancen und einem Digitalisierungsschub mit ambivalenten Folgen, (\u2026) zu der Frage nach Mitwirkungsm\u00f6glichkeiten f\u00fcr junge Menschen in Krisensituationen (f\u00fchren)<\/i>\u201c (siehe BMFSFJ 2020, S. 522). Und der Report fragt weiter: \u201e<i>Wer vertritt eigentlich die Rechte der Kinder und jungen Menschen, wenn die Politik solche weitreichenden Entscheidungen wie einen Lockdown trifft? Die angedeuteten Konsequenzen in den einzelnen Bildungsr\u00e4umen verdeutlichen, dass die Bedarfe der Kinder und Jugendlichen in der Krise stark in den Hintergrund getreten sind. F\u00fcr die jungen Menschen waren \u2013 mit Ausnahme einiger lokaler Beispiele \u2013 praktisch kaum Mitwirkungsm\u00f6glichkeiten an den sie betreffenden Entscheidungen m\u00f6glich. Gerade in den jeweiligen Institutionen h\u00e4tte man Kinder und Jugendliche st\u00e4rker einbinden k\u00f6nnen und m\u00fcssen, um L\u00f6sungen vor Ort gemeinsam zu erarbeiten. Das war vielleicht in der Akutsituation zu Beginn nicht immer und in vollem Umfang m\u00f6glich, aber je mehr Informationen \u00fcber das Infektionsgeschehen vorliegen, desto eher erscheint es sinnvoll, differenziert vorzugehen.<\/i>\u201c (ebd.).<\/p>\n<p class=\"v-absatz-einzug-western\">Die offensichtlich prek\u00e4re Lage der Kinderrechte In Deutschland ergab sich f\u00fcr den Pr\u00e4sidenten des Deutschen Kinderschutzbundes Heinz Hilgers, da in der Coronakrise schon fr\u00fch zu beobachten war, \u201e<i>dass die ersten Fitness- und Nagelstudios aufmachten, ehe sich in den Schulen und Kitas etwas tat. Die Rechte von Kindern auf Bildung, auf Spielen, auf Freundschaft, auf freie Entfaltung ihrer Pers\u00f6nlichkeit und auf Schutz \u2013 weil soziale Kontrolle ein wichtiger Schutz f\u00fcr Kinder ist \u2013 alle diese Rechte werden bis heute sehr viel mehr eingeschr\u00e4nkt als zum Beispiel das Recht auf Gewerbefreiheit. Oder sogar das Recht auf Feiern<\/i>\u201c (vgl. Hilgers 2020). Daraus schlie\u00dft Hilgers: \u201e<i>Unsere Gesellschaft hat die Kinderrechte nach wie vor nicht anerkannt, \u00fcbrigens auch deren Beteiligungsrecht. Umfragen unter Kindern und Jugendlichen zeigen: Sie haben den Eindruck, dass sie \u00fcberhaupt nicht gefragt werden. Ihre Rechte werden nicht ernst genommen. Und ich sage das deutlich: Das gilt leider auch f\u00fcr die Rechte vieler M\u00fctter, die in der Krise benachteiligt wurden und ihren Beruf nur noch teilweise aus\u00fcben konnten. Da hat ein gesellschaftlicher R\u00fcckschritt stattgefunden, sowohl was die Rechte der Kinder als auch die Rechte der Frauen angeht<\/i>\u201c (ebd.).<\/p>\n<p class=\"v-absatz-einzug-western\">Entsprechend hatte auch das \u201eFactsheet\u201c der Bertelsmann-Stiftung zu \u201e<i>Kinderarmut in Deutschland<\/i>\u201c von 2020 ein weiteres Mal nachgewiesen, dass sich die Entwicklungen im Bereich Kinderarmut gerade mit der Corona-Krise noch einmal versch\u00e4rft haben (vgl. Bertelsmann-Stiftung 2020, S.\u00a01). So wachse mehr als jedes f\u00fcnfte Kind in Deutschland in Armut auf, was immerhin 2,8 Mio. Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren betreffe. Die Kinder- und Jugendarmut verharre seit Jahren auf diesem hohen Niveau. Trotz langer guter wirtschaftlicher Entwicklung seien die Zahlen kaum zur\u00fcckgegangen. Kinderarmut sei seit Jahren ein ungel\u00f6stes strukturelles Problem in Deutschland. \u201e<i>Die Corona-Krise wird die Situation f\u00fcr arme Kinder und ihre Familien weiter versch\u00e4rfen. Es ist mit einem deutlichen Anstieg der Armutszahlen zu rechnen. Aufwachsen in Armut begrenzt, besch\u00e4mt und bestimmt das Leben von Kindern und Jugendlichen \u2013 heute und mit Blick auf ihre Zukunft. Das hat auch f\u00fcr die Gesellschaft erhebliche negative Folgen<\/i>\u201c (Bertelsmann-Stiftung 2020, S.\u00a01). Die Vermeidung von Kinderarmut m\u00fcsse gerade jetzt politisch Priorit\u00e4t haben. Sie erfordert, so die Autorinnen des Bertelsmann-Factsheet, neue sozial- und familienpolitische Konzepte, wozu Strukturen f\u00fcr eine konsequente Beteiligung von Kindern und Jugendlichen und eine Absicherung ihrer finanziellen Bedarfe geh\u00f6ren (vgl. ebd.).<\/p>\n<h3 class=\"v-zwischen&uuml;berschrift-2-western\"><span id=\"zusammenhaenge-und-ursachen\">Zusam&shy;men&shy;h&auml;nge und Ursachen<\/span><\/h3>\n<p class=\"v-absatz-ohne-western\">Die Ungleichheitsprozesse im Pandemieverlauf lassen sich dem K\u00f6lner Politikwissenschaftler Christoph Butterwegge zufolge je nach Ebenen pr\u00e4zise analysieren. Er unterscheidet erstens einen gesundheitlich oder pandemiebedingten Polarisierungsprozess, zweitens einen \u00f6konomisch oder rezessionsbedingten Polarisierungsprozess und zum Dritten einen verteilungspolitisch oder subventionsbedingten Polarisierungsprozess. So differieren im ersten Bereich \u201e<i>Infektions-, Morbidit\u00e4ts- und Mortalit\u00e4tsrisiken der einzelnen Bev\u00f6lkerungsschichten (\u2026) zum Teil ganz erheblich, sind mit Abstand am h\u00f6chsten bei armen und am niedrigsten bei reichen Personen<\/i>\u201c. Zweitens verteilen sich die wirtschaftlichen Kollateralsch\u00e4den der Pandemie und der Infektionsschutzma\u00dfnahmen des Staates (zweimaliger bundesweiter Lockdown) \u201e<i>nicht gleichm\u00e4\u00dfig \u00fcber alle Bewohner:innen der Bundesrepublik. Vielmehr gibt es Gewinner:innen und Verlierer: innen, sowohl in der Wirtschaft (Differenzierung zwischen einzelnen Branchen) als auch in der Gesamtgesellschaft (Polarisierung zwischen verschiedenen Klassen und Schichten).<\/i>\u201c Schlie\u00dflich weisen laut Butterwegge im dritten Untersuchungsfeld \u201e<i>die bisherigen Hilfsma\u00dfnahmen, Finanzspritzen und Rettungsschirme des Staates eine verteilungspolitische Schieflage auf, wodurch die sozio\u00f6konomische Ungleichheit w\u00e4chst, statt abgemildert zu werden.<\/i>\u201c (Butterwegge 2021, S. 13)<\/p>\n<p class=\"v-absatz-einzug-western\">\u00c4hnliche Entwicklungen lassen sich auch im Kindes- und Jugendalter vorfinden. Zweifellos haben auch Corona und die Ma\u00dfnahmen dagegen unterschiedliche Auswirkungen auf unterschiedliche Gruppen von Kindern und Jugendlichen und werden von diesen auch unterschiedlich wahrgenommen. Weiterhin gilt, dass jene, die zuhause verschiedenste M\u00f6glichkeiten der F\u00f6rderung haben \u2013 ein gro\u00dfes Haus, einen gro\u00dfen Garten, Pool, Akademikereltern, die wegen Homeoffice zuhause helfen oder Nachhilfe finanzieren k\u00f6nnen, oder sonstige M\u00f6glichkeiten der Bildung und Bet\u00e4tigung \u2013 ganz anders von Kontaktbeschr\u00e4nkungen, Homeschooling und sonstigen Ma\u00dfnahmen betroffen sind als sozial benachteiligte Kinder \u2013 in einer kleinen Gro\u00dfstadtwohnung, ohne Garten, mit wenig M\u00f6glichkeiten sich sonst zu besch\u00e4ftigen und ohne passende digitale Ausstattung sowie F\u00f6rderung. F\u00fcr letztere bedeutet ein Lockdown oft nochmal eine verst\u00e4rkte Exklusion und f\u00fcr sie sind auch jetzt noch verschiedenste Ma\u00dfnahmen wesentlich gravierender als f\u00fcr die Kinder, die sich entsprechend nicht in Armutsn\u00e4he befinden.<\/p>\n<p class=\"v-absatz-einzug-western\">Derweil werden in vielen \u00c4u\u00dferungen von Politik, Wissenschaft und Medien immer noch \u00fcberwiegend Ursachen und Anl\u00e4sse von (Kinder-)Armut und von Corona(Ma\u00dfnahme)-Folgen durcheinandergebracht bzw. auch w\u00e4hrend der Pandemie miteinander verwechselt. So erscheinen oft Armutsanl\u00e4sse (wie Scheidung, Alleinerziehenden-Status, Migrationshintergrund oder sogar Arbeitslosigkeit) in verschiedensten Darstellungen aus Politik, Medien und Wissenschaft als Problemursachen. Dadurch werden die wirklich zugrundeliegenden Wurzeln im vorhandenen Wirtschafts- und Sozialsystem ausgeblendet und mit diesen vertauscht. Dabei kann eine sozial gerechte Familien- und Sozialpolitik und eine gute Bildungs-, Betreuungs- und Arbeitsmarktpolitik auch f\u00fcr Kinder von arbeitslosen, alleinerziehenden oder migrantischen Eltern ein armutsfreies Leben erm\u00f6glichen. Mit Abstrichen k\u00f6nnte dies selbst f\u00fcr die Corona-Pandemie gelten, welche weniger zur Ursache, denn zum Anlass von versch\u00e4rften Verarmungsprozessen landes- und weltweit ger\u00e4t. Auch hier sollte die Pandemie nicht zu vorschnell allein verantwortlich gemacht werden, sondern die darunter liegenden sozio-\u00f6konomischen sowie bildungs- und gesundheits-systemischen Ursachen sind zu beachten, auch wenn sie allzu oft in Medien, Politik und Wissenschaft von der Epidemie drohen \u00fcberstrahlt zu werden. Genauso problematisch wie die einseitige Kennzeichnung von Kindern als \u201eArmutsrisiko\u201c oder gar \u201eArmutsursache\u201c, hat sich in der Corona-Krise die weitgehend wissenschaftlich unbewiesene Beschreibung und Behandlung von Kindern als reine \u201eViren-Schleudern\u201c erwiesen (vgl. D\u00f6rh\u00f6fer 2020).<\/p>\n<p class=\"v-absatz-einzug-western\">Auch die gegenw\u00e4rtigen Regierungsma\u00dfnahmen verbleiben trotz aller Investitionspakete weiterhin im Rahmen einer neoliberalen Organisation sozialer Ungleichheit zugunsten weniger und zu Ungunsten sehr vieler Menschen. Wenn z.B. Millionen von Menschen bis zum Anfang des Jahres 2021 immer noch keine von der Bundesregierung versprochenen F\u00f6rdermittel und Hilfspakete erhalten haben, aber unterdessen gro\u00dfe Konzerne bereits mit Milliarden von Euros unterst\u00fctzt wurden, so dr\u00fcckt dies eine ebensolche Schieflage aus. Wenn zudem staatlich gef\u00f6rderte Gro\u00dfunternehmen zehntausende von Besch\u00e4ftigten in von der Solidargemeinschaft mitfinanzierte Kurzarbeit schicken, aber zugleich Milliarden an Dividenden an ihre Gro\u00dfaktion\u00e4re <i>de facto<\/i> von den Steuer- bzw. Beitragszahler(inne)n finanzieren lassen, deutet sich das gleiche neoliberale Muster der Privatisierung von Gewinnen und Sozialisierung von Verlusten an. Wenn zudem die Bundesregierung zum Beispiel die Bedingungen in Kitas und Schulen (Bel\u00fcftungsm\u00e4ngel und t\u00e4glich volle Schulbusse, w\u00e4hrend Reisebusse ungenutzt herumstehen) sowie au\u00dferschulischen Bildungseinrichtungen (z.B. der offenen Jugendarbeit) nicht deutlich verbessert, wenn sie in Krankenh\u00e4usern und Pflegeheimen, im \u00f6ffentlichen Personenverkehr und in der Fleischindustrie keine deutliche Korrektur erwirkt, aber zugleich tagt\u00e4glich alleine an die private Verantwortung der B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrger appelliert, um die Corona-Krise zu bew\u00e4ltigen, so wird fortlaufend nach dem neoliberalen Prinzip der Privatisierung aller sozialer und gesundheitlicher Risiken geredet, gehandelt und verordnet. Dass sich ausgerechnet der Bundesgesundheitsminister an seine eigenen Appelle an \u201eCharakter\u201c und \u201eVerantwortung\u201c f\u00fcr Infektionsschutz am wenigsten hielt (z.B. beim Treffen mit anonymen Parteispendern), passt dazu. Dem gelernten Bankkaufmann und Pharmalobbyisten Jens Spahn war noch vor kurzem Aufr\u00fcstung wichtiger als Soziales: \u201e<i>Etwas weniger die Sozialleistungen erh\u00f6hen in dem einen oder anderen Jahr \u2013 und mal etwas mehr auf Verteidigungsausgaben schauen<\/i>\u201c (BILD v. 21.2.2017); Tafeln und Hartz IV seien keine Hinweise auf Armut, denn damit habe \u201e<i>jeder das, was er zum Leben braucht<\/i>\u201c (Focus.de v. 12.3.2018). 2019 wurde die Schlie\u00dfung der H\u00e4lfte aller Krankenh\u00e4user von einer Bertelsmann-Studie gefordert. Der f\u00fcr die SPD als Gesundheitsexperte fungierende Karl Lauterbach sagte dazu: \u201e<i>Wir haben schlicht zu viele Krankenh\u00e4user<\/i>\u201c (Main Post v. 16.6.2019). \u201e<i>Ende Februar (2020) noch hatte Gesundheitsminister Jens Spahn mehr Mut bei Krankenhausschlie\u00dfungen empfohlen.<\/i>\u201c (ZEIT v. 7.4.2020) Die auch von Spahn unterst\u00fctzten Fallpauschalen und der Marktwettbewerb im Gesundheitssystem f\u00fchrten derweil dazu, dass seit 1991 in der BRD \u00fcber 500 Krankenh\u00e4user geschlossen wurden. W\u00e4hrend der Pandemie 2020 machten \u00fcber 20 Krankenh\u00e4user dicht. Weitere 600 Krankenh\u00e4user sind insolvenzgef\u00e4hrdet. \u00dcber 50.000 Besch\u00e4ftigte fehlen in der Pflege (vgl. Rast 2021, S. 1). \u201e<i>Seit vor mehr als 25 Jahren die Fallverg\u00fctung eingef\u00fchrt worden ist, mussten bundesweit rund ein Viertel aller Kinderkliniken und Kinderabteilungen aufgegeben werden, 40 Prozent der kinderklinischen Betten wurden abgebaut. Zeitaufwand und Zuwendung, eine Selbstverst\u00e4ndlichkeit besonders in der Kindermedizin, kennt das Fallpauschalensystem nicht. Es kennt, wie der Name schon sagt, nur den Fall<\/i>\u201c, schreibt der ehemalige Chirurg der Klinik in Frankfurt-H\u00f6chst, Bernd Hontschik (Hontschik 2021, S. 47). Von diesen gesundheitspolitischen Grundlagen las, h\u00f6rte und sah man in den letzten anderthalb Jahren leider so gut wie nichts in den gro\u00dfen meinungsbildenden Medien.<\/p>\n<p class=\"v-zwischen\u00fcberschrift-2-western\">Gegenma\u00dfnahmen<\/p>\n<p class=\"v-absatz-ohne-western\">Sinnvolle Ma\u00dfnahmen best\u00fcnden zun\u00e4chst einmal darin, eine ehrliche Bestandsaufnahme dessen vorzunehmen, wie sich Deutschland in der Corona-Krise entwickelt hat. Viele Millionen Menschen wurden in Kurzarbeit geschickt. Durch das wegfallende Einkommen entstehen tendenziell Armutslagen und soziale Polarisierung. Durch Corona-Ma\u00dfnahmen werden die Bildungsungleichheiten noch zunehmen. Hinzu kommt, dass die in der Regel etwa 20 Prozent h\u00f6heren Einkommen der M\u00e4nner wieder deutlicher an Bedeutung gewinnen und die Re-Traditionalisierung geschlechtlicher Arbeitsteilung beg\u00fcnstigen; gerade wenn die Kinder nun wieder zuhause bleiben m\u00fcssen. Eine Re-Privatisierung sozialer Risiken wird bef\u00f6rdert, wonach jeder seines eigenen gesundheitlichen, famili\u00e4ren und gesellschaftlichen Gl\u00fcckes Schmied sei. Dies sind eindeutige Hinweise auf einen gesellschaftlichen R\u00fcckschritt im neoliberalen Zeitalter.<\/p>\n<p class=\"v-absatz-einzug-western\">Neben einer gr\u00fcndlichen und kritischen Analyse des hegemonialen Diskurses in Medien, Politik und Wissenschaft, sollten an Kinderperspektiven ankn\u00fcpfende Alternativen und Gegenstrategien Konzepte der Armutsbek\u00e4mpfung, der Partizipation junger Menschen und der F\u00f6rderung sozialer Infrastruktur vereinen, die den gesellschaftspolitischen Kontext einer sehr reichen Gesellschaft nicht aus den Augen verlieren (vgl. Klundt 2020, S. 15f.). Bei der Beratung zu sinnvollen und solidarischen Ma\u00dfnahmen m\u00fcssen die Perspektiven und die Partizipation der Kinder in den Vordergrund r\u00fccken. Daran ankn\u00fcpfend gilt es, Konzepte zur Armutsbek\u00e4mpfung zu entwickeln. Wichtig ist die F\u00f6rderung sozialer Infrastruktur, das hei\u00dft zum Beispiel von Vereinen und Jugendclubs, mit denen Kinder und Jugendliche sich besser einbringen k\u00f6nnen. Konkret hei\u00dft das erstens, dringend Ma\u00dfnahmen gegen Armut und zur sozialen Absicherung der Kinder und Familien zu ergreifen. Zweitens m\u00fcssen die kinderrechtlichen Prinzipien des Kindeswohlvorrangs, des Schutzes, der F\u00f6rderung und vor allem der Beteiligung von Kindern, Jugendlichen und Jugendverb\u00e4nden (wieder) aufgebaut beziehungsweise umgesetzt werden. Damit verbunden sind, drittens, Ma\u00dfnahmen f\u00fcr einen pandemiegerechten Ausbau der sozialen Infrastruktur im Wohnumfeld \u2013 vor allem mittels Jugendhilfe und offener Arbeit.<\/p>\n<p class=\"v-absatz-einzug-western\">Dass zudem nach den katastrophalen Folgen der Lockdowns im globalen S\u00fcden mit furchtbaren Anstiegen von Hunger und absoluter Armut, von M\u00fctter- und Kindersterblichkeit in vielfacher Millionenh\u00f6he dringend \u00fcber Schuldenerl\u00e4sse f\u00fcr die \u00e4rmsten L\u00e4nder der Welt nachgedacht werden muss, damit das Krankheits-Virus nicht immer st\u00e4rker zum weltweiten Hunger-Virus f\u00fcr Milliarden Menschen mutiert, steht f\u00fcr die politisch Verantwortlichen, einen Gro\u00dfteil der Publizistik sowie der etablierten Wissenschaftler\/innen offensichtlich nicht auf der Priorit\u00e4tenliste. Indessen f\u00fchrt der sog. Schuldenreport 2021 von 148 Staaten 132 als kritisch verschuldet auf (vgl. Rehbein\/Schilder 2021, S. 10).<\/p>\n<h3 class=\"v-zwischen&uuml;berschrift-2-western\"><span id=\"krisengewinne-ermoeglichen-krisenbewaeltigung\">Krisen&shy;ge&shy;winne erm&ouml;glichen Krisen&shy;be&shy;w&auml;l&shy;ti&shy;gung<\/span><\/h3>\n<p class=\"v-absatz-ohne-western\">Die L\u00f6sung dieser Probleme wird jedoch nicht an fehlendem Geld scheitern: Die Entwicklungs-NGO \u201eOxfam\u201c erl\u00e4utert in ihrem Bericht zum \u201eUngleichheits-Virus\u201c vom 25.1.2021, wie stark die soziale Spaltung weltweit von der Corona-Krise vorangetrieben wurde: \u201e<i>Das Verm\u00f6gen der (im Dezember 2020) zehn reichsten M\u00e4nner der Welt ist seit Februar 2019 \u2013 trotz der Pandemie \u2013 um fast eine halbe Billion US-Dollar auf 1,12 Billionen US-Dollar gestiegen. Dieser Gewinn w\u00e4re mehr als ausreichend, um die ganze Weltbev\u00f6lkerung gegen Covid-19 zu impfen und sicherzustellen, dass niemand durch die Pandemie in die Armut gest\u00fcrzt wird.<\/i>\u201c (Oxfam 2021, S. 4) Zugleich weist Oxfam darauf hin, dass auch in Deutschland veritable Krisen-Gewinnler zu verzeichnen sind. \u201e<i>Einige der gr\u00f6\u00dften Konzerne der Welt sch\u00fctteten auch in Zeiten der Krise Milliardengewinne an die Aktion\u00e4r*innen aus. Dazu geh\u00f6ren auch deutsche Konzerne. So wurden 2020 an Aktion\u00e4r*innen von BMW, darunter einige der reichsten Menschen Deutschlands, \u00fcber 1,6 Milliarden Euro an Dividenden ausgezahlt. Davon kam rund die H\u00e4lfte den Hauptaktion\u00e4r*innen Susanne Klatten und Stefan Quandt zugute, w\u00e4hrend im Fr\u00fchjahr 2020 20.000 Mitarbeiter*innen Kurzarbeitergeld bezogen. Die Hauptlast der Krise tragen vor allem kleine und mittlere Unternehmen (KMU) sowie Arbeiter*innen \u2013 und hierbei \u00fcberproportional Frauen mit niedrigen L\u00f6hnen.<\/i>\u201c (Oxfam 2021, S. 4f.) Dass indes viele Multimilliard\u00e4re lieber f\u00fcr viele hundert Millionen Dollar und gravierende Umweltverschmutzung Kurztrips in den Weltraum veranstalten, als ihrem eigenen Personal den Toilettengang oder gar Betriebsr\u00e4te und Gewerkschaften zu erlauben, zeigt nur wie Recht Albert Einstein schon 1949 hatte, als er die Notwendigkeit eines Post-Kapitalismus begr\u00fcndete.<\/p>\n<p class=\"v-absatz-einzug-western\">Zum weiteren Nachweis der Tatsache, dass Geld genug vorhanden ist, kann man sich auch anschauen, was das Deutsche Institut f\u00fcr Wirtschaftsforschung zur sozialen (Verm\u00f6gens-) Ungleichheit in seinem Wochenbericht vom 3. Februar 2021 anhand der Erbschaften in Deutschland verdeutlicht hat. Demnach hat sich in den vergangenen 20 Jahren \u201e<i>das Nettoverm\u00f6gen der privaten Haushalte in Deutschland auf 13,8 Billionen Euro mehr als verdoppelt. Davon k\u00f6nnten nach Sch\u00e4tzungen des DIW Berlin jedes Jahr bis zu 400 Milliarden Euro vererbt oder verschenkt werden<\/i>\u201c (Grabka u.a.\/DIW 2021, S. 64). Diese intergenerationale Verm\u00f6gensweitergabe ohne marktwirtschaftlichen Leistungsanspruch verteilt sich nur sehr schicht- bzw. klassenspezifisch auf die Erb(inn)engeneration. \u201e<i>Gegen\u00fcber dem Jahr 2001 haben sich die Erbschaften und Schenkungen im Durchschnitt real um etwa 20 Prozent erh\u00f6ht. Intergenerationale Transfers sind ungleich verteilt: So flie\u00dft die H\u00e4lfte aller Erbschafts- und Schenkungssummen an die reichsten zehn Prozent der Beg\u00fcnstigten. Erbschaften und Schenkungen erh\u00f6hen damit die absolute Ungleichheit.<\/i>\u201c (ebd.)<\/p>\n<p class=\"v-autoreninfo-western\" align=\"justify\"><strong class=\"western\">Michael Klundt<\/strong> Jahrgang 1973, seit 2010 Professor f\u00fcr Kinderpolitik im Fachbereich Angewandte Humanwissenschaften der Hochschule Magdeburg-Stendal und dort seit 2016 Leitung des Master-Studiengangs \u201eKindheitswissenschaften und Kinderrechte\u201c; Mitglied im Beirat der Zeitschrift f\u00fcr Soziale Arbeit \u201eSozial Extra\u201c und im Beirat des \u201eBundes demokratischer Wissenschaftler\/innen\u201c (BdWi). Zu seinen Forschungsschwerpunkten z\u00e4hlen Kinderrechte, (Kinder-)Armut und Reichtum, Kinder-, Jugend-, Familien- und Sozialpolitik sowie Geschichtspolitik. Letzte Ver\u00f6ffentlichungen: Gestohlenes Leben. Kinderarmut in Deutschland. K\u00f6ln: PapyRossa (2019); Krisengerechte Kinder statt kindergerechtem Krisenmanagement? Eine Studie zu Auswirkungen der Corona-Krise auf die Lebensbedingungen junger Menschen. Berlin 2020; Studien vergleichender Kinderpolitik-Wissenschaft. Kinderrechte und Kinderarmut in Corona-Zeiten. Beltz Juventa Basel\/Weinheim (2022).<\/p>\n<p>Kontakt: michael.klundt@h2.de.<\/p>\n<h3 class=\"v-zwischen&uuml;berschrift-2-western\"><span id=\"literatur\">Literatur<\/span><\/h3>\n<p class=\"v-literaturverzeichnis-western\">Bertelsmann Stiftung (Hg.) (2020): Factsheet Kinderarmut in Deutschland. (Antje Funcke\/Sarah Menne). G\u00fctersloh.<\/p>\n<p class=\"v-literaturverzeichnis-western\">Bundesinstitut f\u00fcr Bev\u00f6lkerungsforschung (2021): Belastungen von Kindern, Jugendlichen und Eltern in der Corona-Pandemie. Wiesbaden.<\/p>\n<p class=\"v-literaturverzeichnis-western\">Bundesministerium f\u00fcr Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) (2020): 16. Kinder- und Jugendbericht \u2013 F\u00f6rderung demokratischer Bildung im Kindes- und Jugendalter und Stellungnahme der Bundesregierung, Berlin.<\/p>\n<p class=\"v-literaturverzeichnis-western\">Butterwegge, Christoph (2021): Das neuartige Virus trifft auf die alten Verteilungsmechanismen: Warum die COVID-19-Pandemie zu mehr sozialer Ungleichheit f\u00fchrt, in: ZBW \u2013 Leibniz-Informationszentrum Wirtschaft. Wirtschaftsdienst Nr. 101 (2021), S. 11-14.<\/p>\n<p class=\"v-literaturverzeichnis-western\">Deutsches Institut f\u00fcr Menschenrechte (2020): Corona-Pandemie\/Kinder m\u00fcssen bei der Entwicklung staatlicher Ma\u00dfnahmen geh\u00f6rt werden\/Internationaler Kindertag am 1. Juni 2020. Pressemitteilung v. 29.05.2020, Berlin.<\/p>\n<p class=\"v-literaturverzeichnis-western\">D\u00f6rh\u00f6fer, Pamela (2020): Wie infekti\u00f6s Kinder sind, in: <i>Frankfurter Rundschau<\/i> v. 7.5.2020.<\/p>\n<p class=\"v-literaturverzeichnis-western\">Frankfurter Rundschau (2020b): Psychische Folgen f\u00fcr Kinder, in: <i>Frankfurter Rundschau<\/i> v. 11.\/12.7.2020, S. 3.<\/p>\n<p class=\"v-literaturverzeichnis-western\">GEW Bayern (2020): Staatsregierung proklamiert: Bildung wird zur Nebensache \u2013 es geht nur noch um Betreuung! GEW \u00fcbt scharfe Kritik. Pressemitteilung Nr. 55\/2020 v. 28.10.2020.<\/p>\n<p class=\"v-literaturverzeichnis-western\">Hilgers, Heinz (2020): \u201eF\u00fcr die Kinder in unserem Land wird gute Bildung zum Lotteriespiel\u201c. Heinz Hilgers, Pr\u00e4sident des Deutschen Kinderschutzbundes, im Interview von Silke Fokken, in: <i>SPIEGEL.de<\/i> v. 24.08.2020.<\/p>\n<p class=\"v-literaturverzeichnis-western\">Holz, Gerda\/Richter-Kornweitz, Antje (2020): Corona-Chronik. Gruppenbild ohne (arme) Kinder. Eine Streitschrift. Frankfurt a.M.\/Hannover.<\/p>\n<p class=\"v-literaturverzeichnis-western\">Hontschik, Bernd (2021): Ware F\u00fcrsorge. Kein Herz f\u00fcr Kinder, in: <i>Frankfurter Rundschau<\/i> v. 27.\/28.2.2021, S. 47.<\/p>\n<p class=\"v-literaturverzeichnis-western\">Kinderkommission des Deutschen Bundestages (2020): Bed\u00fcrfnisse und Rechte von Kindern in der Corona-Pandemie nicht aus dem Blick verlieren. Pressemitteilung v. 7.5.2020 (Berlin).<\/p>\n<p class=\"v-literaturverzeichnis-western\">Klundt, Michael (2020): Krisengerechte Kinder statt kindergerechtem Krisenmanagement? Eine Studie zu Auswirkungen der Corona-Krise auf die Lebensbedingungen junger Menschen. Berlin. Verf\u00fcgbar unter: <span style=\"color: #000080;\"><span lang=\"zxx\"><span style=\"color: #000000;\"><a href=\"https:\/\/www.linksfraktion.de\/fileadmin\/\" rel=\"nofollow noopener\">https:\/\/www.linksfraktion.de\/fileadmin\/<\/a> user_upload\/200608_Studie_Corona_Kinderland.pdf<\/span><\/span><\/span><span style=\"color: #000080;\"><span lang=\"zxx\">.<\/span><\/span><\/p>\n<p class=\"v-literaturverzeichnis-western\">Oxfam (2021): Das Ungleichheits-Virus. London. Verf\u00fcgbar unter: <a href=\"https:\/\/www.oxfam.\" rel=\"nofollow noopener\">https:\/\/www.oxfam.<\/a> de\/system\/files\/documents\/oxfam_factsheet_ungleichheitsvirus_deutsch.pdf<\/p>\n<p class=\"v-literaturverzeichnis-western\">Rast, Oliver (2021): Globale Gesundheitspolitik. Rette sich, wer kann, in: <i>junge Welt<\/i> v. 08.04.2021.<\/p>\n<p class=\"v-literaturverzeichnis-western\">Ratzki, Anne (2021): Schule nach Corona, in: <i>forum der GEW K\u00f6ln\/Rhein-Berg-Kreis<\/i> 1\/2021, S. 16-17.<\/p>\n<p class=\"v-literaturverzeichnis-western\">Rehbein, Kristina\/Schilder, Klaus (2021): Finanzminister unter Zugzwang. Die G20 m\u00fcssen armen Staaten die Schulden erlassen. Sonst werden viele zahlungsunf\u00e4hig, in: <i>F<\/i><i>rankfurter Rundschau<\/i> v. 25.2.2021, S. 10.<\/p>\n<p class=\"v-literaturverzeichnis-western\">Spie\u00df, C. Katharina (2020): Zum Schaden einer ganzen Generation. Es gibt auch Geld f\u00fcr die Kinder im Konjunkturpaket der Regierung. Aber Kita und Schule kommen zu kurz, in: <i>Frankfurter Rundschau<\/i> v. 6.\/7.6.2020.<\/p>\n<p class=\"v-literaturverzeichnis-western\">UNICEF\/Save the Children (2020): COVID-19: Bis zu 86 Millionen Kinder zus\u00e4tzlich k\u00f6nnten in Folge der Pandemie bis Jahresende in Armut abrutschen. Pressemitteilung v. 28.5.2020 (K\u00f6ln\/Berlin).<\/p>\n<p class=\"v-literaturverzeichnis-western\">UNICEF (2020): Eine verlorene Covid-19 Generation verhindern. New York\/K\u00f6ln v. 19.11.2020.<\/p>\n<p class=\"v-literaturverzeichnis-western\">UNICEF\/WHO (2021): Schulen offen halten und sicherer machen. Kopenhagen\/Genf\/K\u00f6ln v. 30.8.2021; verf\u00fcgbar unter: <span style=\"color: #000080;\"><span lang=\"zxx\"><span style=\"color: #000000;\"><a href=\"https:\/\/www.unicef.de\/informieren\/aktuelles\/\" rel=\"nofollow noopener\">https:\/\/www.unicef.de\/informieren\/aktuelles\/<\/a><\/span><\/span><\/span><u> <\/u><span style=\"color: #000080;\"><span lang=\"zxx\"><span style=\"color: #000000;\">presse\/2021\/schulen-offen-halten\/247356.<\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p class=\"v-literaturverzeichnis-western\">Vorgrimler, Sophie (2021): Endlosschleife aus Langeweile und Einsamkeit. Wer mit Kindern und Jugendlichen arbeitet, sieht klare Zeichen f\u00fcr eine gestiegene psychische Belastung der jungen Menschen, in: <i>Frankfurter Rundschau<\/i> v. 13.\/14.2.2021, S. 2.<\/p>\n","protected":false},"featured_media":0,"template":"","categories":[2949],"tags":[],"autoren":[2187],"publikationen":[2986],"class_list":["post-17951","publikation","type-publikation","status-publish","hentry","category-corona","autoren-michael-klundt","publikationen-235-vorgaenge"],"acf":[],"yoast_head":"<!-- This site is optimized with the Yoast SEO plugin v28.6 - https:\/\/yoast.com\/product\/yoast-seo-wordpress\/ -->\n<title>Kinderrechte und Kinderarmut im Corona-Kapitalismus - Humanistische Union<\/title>\n<meta name=\"robots\" content=\"index, follow, max-snippet:-1, max-image-preview:large, max-video-preview:-1\" \/>\n<link rel=\"canonical\" href=\"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/vorgaenge\/235-vorgaenge\/publikation\/kinderrechte-und-kinderarmut-im-corona-kapitalismus-copy\/\" \/>\n<meta property=\"og:locale\" content=\"de_DE\" \/>\n<meta property=\"og:type\" content=\"article\" \/>\n<meta property=\"og:title\" content=\"Kinderrechte und Kinderarmut im Corona-Kapitalismus - Humanistische Union\" \/>\n<meta property=\"og:description\" content=\"Der folgende Beitrag besch\u00e4ftigt sich mit Folgen der Pandemie und des Krisenmanagements f\u00fcr Kinder und Jugendliche. 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