{"id":18193,"date":"2022-09-14T20:49:35","date_gmt":"2022-09-14T18:49:35","guid":{"rendered":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/?post_type=publikation&#038;p=18193"},"modified":"2022-11-01T15:13:33","modified_gmt":"2022-11-01T14:13:33","slug":"whatever-it-takes-die-ezb-ringt-mit-ihrer-rolle-beim-klima-und-umweltschutz","status":"publish","type":"publikation","link":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/vorgaenge\/236-vorgaenge\/publikation\/whatever-it-takes-die-ezb-ringt-mit-ihrer-rolle-beim-klima-und-umweltschutz\/","title":{"rendered":"\u201eWhatever it takes?\u201c Die EZB ringt mit ihrer Rolle beim Klima- und Umweltschutz"},"content":{"rendered":"<p><em>Klimawandel und Umweltsch\u00e4den sind zunehmend global sp\u00fcrbar. Ihre Auswirkungen k\u00f6nnten in naher Zukunft ganze Regionen f\u00fcr den Menschen lebensfeindlich machen. Um die nahende Katastrophe abzuwenden, kommt vor allem der Wirtschaft eine besondere Verantwortung zu: Von ihrem Umbau h\u00e4ngt ma\u00dfgeblich ab, ob wir die Erderw\u00e4rmung stoppen k\u00f6nnen. Da Notenbanken eine besondere Rolle f\u00fcr die Finanzm\u00e4rkte und die Wirtschaft spielen, stellt sich auch die Frage, ob die Europ\u00e4ischen Zentralbank mehr f\u00fcr Klima- und Umweltschutz tun sollte.<\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Eine Finanz- und Wirtschaftskrise ersch\u00fctterte gerade die Welt, als vor 14 Jahren einige Bauern aus dem S\u00fcdosten Nigerias vor ein niederl\u00e4ndisches Gericht zogen, um Royal Dutch Shell zu verklagen. Sie machten den niederl\u00e4ndisch-britischen \u00d6lkonzern f\u00fcr schwere Umweltsch\u00e4den verantwortlich. Das empfindliche \u00d6kosystem des Nigerdeltas hat schlie\u00dflich durch die \u00d6lindustrie und die vielen Lecks in ihren Pipelines stark gelitten: Ackerland ist verseucht, Trinkwasser verschmutzt. Auf den unz\u00e4hligen und weitverzweigten Wasserl\u00e4ufen des Nigerdeltas schwimmt bis heute das \u00d6l. Nach jahrelangem juristischen Hin und Her bekamen drei der Bauern im Januar 2021 schlie\u00dflich Recht zugesprochen: Ein Berufungsgericht in Den Haag verurteilte Shell zu Entsch\u00e4digungszahlungen an Eric Dooh, Chief Fidelis Oguru und den Nachkommen von Alali Efanga. <a href=\"#_edn1\" name=\"_ednref1\"><strong>[i]<\/strong><\/a><\/p>\n<p>Die Bauern wurden \u00fcber die Jahre von der niederl\u00e4ndischen Organisation Milieudefensie unterst\u00fctzt. Diese reichte nun mit Partnerorganisationen eine weitere Klage gegen den \u00d6lkonzern ein: Shell verhindere die Umsetzung des Pariser Klimaschutzabkommens, m\u00fcsse seine Emissionen bis 2050 auf null heruntersetzen. \u00dcberraschenderweise gab das niederl\u00e4ndische Gericht den Umweltsch\u00fctzern weitgehend recht und verurteilte Shell dazu, seine Emissionen bis 2030 um 45% zu reduzieren.<a href=\"#_edn2\" name=\"_ednref2\"><strong>[ii]<\/strong><\/a><\/p>\n<p>In Nigeria bedrohen die Aktivit\u00e4ten Shells und anderer \u00d6lkonzerne sowie ihr sorgloser Umgang mit der Umwelt die Lebensgrundlagen der Bev\u00f6lkerung. Alle gro\u00dfen Player der \u00d6lindustrie sind vor Ort, viele davon in Kontroversen um Umweltverschmutzung und Menschenrechtsverletzungen involviert: Chevron, Exxon-Mobil, Agip, Total und Shell geh\u00f6ren dazu. Schon lange beuten sie den \u00d6lreichtum des Landes aus, was der Bev\u00f6lkerung hingegen wenig gebracht hat. Wie so oft in Afrika kontrastiert hier der Ressourcenreichtum mit der Armut der Bev\u00f6lkerung, denn die Gewinne flie\u00dfen ins Ausland oder verschwinden in einem Geflecht von Korruption.<\/p>\n<p>Das westafrikanische Land ist zudem bereits stark vom Klimawandel betroffen. Der gr\u00f6\u00dfte Erd\u00f6lexporteur Afrikas verzeichnet selbst einen hohen CO<sub>2<\/sub>-Aussto\u00df und ist durch seine geografische Lage bereits von den globalen Folgen des Klimawandels betroffen. Wetterextreme wie starke Hitze und D\u00fcrre sowie Starkregen und Sturmfluten h\u00e4ufen sich immer mehr. Das verringert die Ertr\u00e4ge der Landwirtschaft und gef\u00e4hrdet die Ern\u00e4hrungssicherheit, was sich wiederum auf die fragile Sicherheitslage im Land und in der Region auswirkt. Der Anstieg des Meeresspiegels bedroht die K\u00fcstenmetropole und Megastadt Lagos mit ihren \u00fcber 14 Millionen Einwohner*innen. Bis 2050 k\u00f6nnten ganze Stadtteile von Lagos im Meer versunken sein.<a href=\"#_edn3\" name=\"_ednref3\"><strong>[iii]<\/strong><\/a> Einer der wichtigsten Wirtschaftsfaktoren des Landes, die Fischerei, leidet, denn die Fischbest\u00e4nde nehmen ab. Durch die Erw\u00e4rmung des Ozeans und die \u00d6lverschmutzungen weichen diese nach Norden in k\u00fchlere und saubere Gew\u00e4sser aus.<\/p>\n<p>Multinationale Rohstoffunternehmen leisten hierzu ihren Beitrag. \u00dcber ihre umweltsch\u00e4dlichen und energieintensiven F\u00f6rdermethoden schaden sie nicht nur direkt der Umwelt in Nigeria, sondern f\u00f6rdern dort auch im gro\u00dfen Stil die fossilen Brennstoffe zu Tage, die schlie\u00dflich f\u00fcr einen hohen CO<sub>2<\/sub>-Aussto\u00df sorgen und damit den Klimawandel anheizen. Neben dem \u00d6l sind das vor allem Kohle und Erdgas.<\/p>\n<h3 class=\"\"><span id=\"klimawandel-und-wirtschaft\">Klimawandel und Wirtschaft<\/span><\/h3>\n<p>Nigeria ist nur ein Beispiel, denn eigentlich sp\u00fcren wir bereits \u00fcberall die Folgen des Klimawandels. F\u00fcr ihn sind eine ganze Reihe von Faktoren verantwortlich. Hauptverursacher aber \u2013 da ist sich die Wissenschaft trotz des St\u00f6rfeuers von Klimawandelleugnern und -skeptikern einig \u2013 sind wir Menschen mit unserem zerst\u00f6rerischen Lebensstil, der zu stark von \u00d6l und Kohle abh\u00e4ngig ist. Klimadaten zeigen eindeutig, dass die Erderw\u00e4rmung seit der Industrialisierung kontinuierlich zunahm.<a href=\"#_edn4\" name=\"_ednref4\"><strong>[iv]<\/strong><\/a> Das Verbrennen fossiler Rohstoffe und die Abholzung von W\u00e4ldern f\u00fchrt messbar zu starken Ver\u00e4nderungen im globalen Klima.<\/p>\n<p>\u00d6lunternehmen wie Shell oder Exxon haben lange ihre Rolle beim Klimawandel geleugnet, obwohl sie dar\u00fcber fr\u00fch Bescheid wussten. Bereits in den 1950er und 1960er Jahren haben diese Firmen eigene Forschungen betrieben, die zu dem Schluss kamen, dass die globalen Temperaturen aufgrund des Verbrennens fossiler Brennstoffe bis zum Jahr 2000 signifikant ansteigen w\u00fcrden. Diese Ergebnisse wurden jedoch unter Verschluss gehalten, gef\u00e4hrdeten sie doch das eigene Gesch\u00e4ftsmodell.<a href=\"#_edn5\" name=\"_ednref5\"><strong>[v]<\/strong><\/a> Nun bremsen sie jetzt die dringend notwendige Transformation unserer Wirtschaft aus.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3 class=\"\"><span id=\"krisenmanager-ezb\">Krisen&shy;ma&shy;nager EZB<\/span><\/h3>\n<p>Mit dem Klimawandel hatte Wim Duisenberg wenig zu tun, als er 1998 den Chefposten der neu gegr\u00fcndeten Europ\u00e4ischen Zentralbank (EZB) in Frankfurt am Main \u00fcbernahm. Ein Jahr zuvor hatte sich die Staatengemeinschaft \u00fcber das wegweisende Kyoto-Protokoll erstmals verbindliche Zielwerte f\u00fcr den Aussto\u00df von Treibhausgasen gesetzt. Die EZB hingegen war gegr\u00fcndet worden, um die Preisstabilit\u00e4t im Euroraum zu gew\u00e4hrleisten. Sie soll die Banken beaufsichtigen, damit diese bei Turbulenzen auf den Finanzm\u00e4rkten nicht in Schieflage geraten. Ziel der EZB ist es, das Wirtschaftswachstum im Euroraum zu sichern \u2013 ein auf den ersten Blick ganz anderes Terrain als Klima- und Umweltschutz.<\/p>\n<p>Bei ihrem ersten eigenen Stresstest w\u00e4hrend der Finanzkrise 2007\/2008 reagierte die EZB mit einer expansiven Geldpolitik. Sie erh\u00f6hte die im Umlauf befindliche Geldmenge, um ein Zusammenbrechen der M\u00e4rkte zu verhindern. Die Wirkung dieses Instruments sowie die Frage, ob dies mit dem Mandat der EZB in Einklang steht, war damals schon umstritten.<a href=\"#_edn6\" name=\"_ednref6\"><strong>[vi]<\/strong><\/a> In der Eurokrise machte ihr damaliger Pr\u00e4sident Mario Draghi unmissverst\u00e4ndlich klar, dass die EZB alles unternehmen werde, um den Euro zu retten. Sein ber\u00fchmter gewordener Ausspruch \u201eWhatever it takes\u201c wurde als Garantie daf\u00fcr angesehen, dass die EZB f\u00fcr die Schulden der Eurostaaten haften w\u00fcrde, indem sie Staatsanleihen der Krisenl\u00e4nder notfalls selbst aufkauft. Allein die Ank\u00fcndigung half: Die Zinsen der Anleihen der Krisenl\u00e4nder sanken und wurden so attraktiver, ohne dass die EZB tats\u00e4chlich aktiv werden musste. Allerdings f\u00fchrte dies wieder zu heftigen Auseinandersetzungen unter \u00d6konom*innen und Expert*innen: Viele sahen das Mandat der Bank \u00fcberschritten. Draghi hatte ihrer Meinung nach \u2013 wenn auch nur rhetorisch, aber mit enormer psychologischer Wirkung \u2013 in den Markt eingegriffen und damit das oberste Gebot der Bank \u2013 die Marktneutralit\u00e4t \u2013 verletzt.<\/p>\n<p>Die Auseinandersetzungen um die Marktneutralit\u00e4t dauern bis heute an. Umstritten ist heute unter \u00d6konom*innen vor allem das geldpolitische Instrument der \u201equantitativen Lockerung\u201c (quantitative easing). Dieses Instrument wendet die EZB an, um das Bankensystem mit Liquidit\u00e4t zu versorgen, haupts\u00e4chlich durch den Ankauf von Staatsanleihen. Durch Erh\u00f6hung der im Umlauf befindlichen Geldmenge soll die Wirtschaft angekurbelt und die Deflation im Zaum gehalten werden. Das f\u00fchrt vor allem immer wieder zu Kritik aus Deutschland, wo man &#8211; historisch bedingt &#8211; nichts so sehr f\u00fcrchtet wie den gegenteiligen Effekt, n\u00e4mlich Inflation.<\/p>\n<p>Im Sinne des quantitative easing kaufte die EZB ab 2015 \u00fcber das Expanded asset-purchase programme (EAPP) Verm\u00f6genswerte auf, um die Inflation nahe 2% zu heben. Notwendig wurde dies, weil der Spielraum f\u00fcr Zinssenkungen aufgebraucht war. Das Preisniveau knapp unter 2% zu halten entspricht den Kriterien f\u00fcr \u201ePreisstabilit\u00e4t\u201c. 2016 weitete die EZB diese Ank\u00e4ufe schlie\u00dflich \u00fcber das Public Sector Purchase Programme (PSPP) und das Corporate Sector Purchase Programme (CSPP) aus. Erstmals kaufte sie hier nun auch Anleihen von solchen Unternehmen auf, die nicht aus dem Finanzsektor stammen.<a href=\"#_edn7\" name=\"_ednref7\"><strong>[vii]<\/strong><\/a><\/p>\n<p>\u00dcber das CSPP erwarb die EZB Unternehmensanleihen mit einem Volumen in H\u00f6he von 242 Milliarden Euro, was nicht nur die Kritik von Anh\u00e4ngern der Marktneutralit\u00e4t hervorrief. Greenpeace dokumentierte in einer im Oktober 2020 erschienenen Studie, dass die EZB \u00fcber dieses Programm auch viele Anleihen von klimasch\u00e4dlichen Unternehmen erworben hat \u2013 darunter Anleihen von Shell, dem \u00d6lkonzern, der in Nigeria f\u00fcr massive Umweltsch\u00e4den gemacht wird.<a href=\"#_edn8\" name=\"_ednref8\"><strong>[viii]<\/strong><\/a> Viele weitere \u00d6l-, Kohle und Erdgasunternehmen sowie Unternehmen mit hohem Energieverbrauch befinden sich derzeit im Bestand der EZB. Die Gesch\u00e4fte dieser Unternehmen stehen jedoch nicht in Einklang mit internationalen Klimaschutzzielen. Muss das die EZB k\u00fcmmern?<\/p>\n<h3 class=\"\"><span id=\"was-haben-klima-und-umweltschaeden-mit-der-ezb-zu-tun\">Was haben Klima- und Umwelt&shy;sch&auml;den mit der EZB zu tun?<\/span><\/h3>\n<p>Frankfurt am Main und der moderne Neubau der EZB-Zentrale liegen in bequemer Distanz zu den Regionen, die vom Klimawandel bereits stark betroffen sind oder es sehr bald sein werden. Die deutschen K\u00fcsten, wo sich der Anstieg des Meeresspiegels vor allem an der Nordseek\u00fcste bemerkbar machen wird.<a href=\"#_edn9\" name=\"_ednref9\"><strong>[ix]<\/strong><\/a> Doch auch in der Mitte Deutschlands, wo Frankfurt liegt, sind die Folgen des Klimawandels sp\u00fcrbar: Extremsommer<a href=\"#_edn10\" name=\"_ednref10\"><strong>[x]<\/strong><\/a>, langanhaltende Trockenheit<a href=\"#_edn11\" name=\"_ednref11\"><strong>[xi]<\/strong><\/a>, das Sterben der W\u00e4lder<a href=\"#_edn12\" name=\"_ednref12\"><strong>[xii]<\/strong><\/a>. Forscher haben k\u00fcrzlich in einer Studie auf den Zusammenhang zwischen Klimawandel und Extremwetterereignissen hingewiesen. Demnach sind ungew\u00f6hnlich starke Regenf\u00e4lle durch den Klimawandel wahrscheinlicher geworden und f\u00fchrten zur Flutkatastrophe in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz im Juli 2021.<a href=\"#_edn13\" name=\"_ednref13\"><strong>[xiii]<\/strong><\/a><\/p>\n<p>All das ist sicherlich den Zentralbankern im Euroraum nicht entgangen. Die Frage ist nur, ob sie ihre Aufgaben im Angesicht einer sich versch\u00e4rfenden Krise neu interpretieren und anpassen werden.<\/p>\n<p>Auf der politischen Weltb\u00fchne zeigen sich Staatenlenker bereits seit l\u00e4ngerem alarmiert, wenn es um Klima und Umwelt geht. Zahlreiche Abkommen zu Umweltthemen existieren schon. Viele z\u00e4he Konferenzen und Verhandlungen f\u00fchrten 2015 schlie\u00dflich zum Pariser Klimaabkommen, dem insgesamt 190 Vertragsparteien angeh\u00f6ren und das 2016 in Kraft getreten ist. Durch das Abkommen soll die Erderw\u00e4rmung auf unter 2 Grad bzw. durch weitere Ma\u00dfnahmen auf 1,5 Grad begrenzt werden. Artikel 2c des Abkommens bezieht sogar Finanzstr\u00f6me mit ein, die emissionsarm und damit klimagerecht ausgestaltet werden sollen.<a href=\"#_edn14\" name=\"_ednref14\"><strong>[xiv]<\/strong><\/a><\/p>\n<p>Greenpeace kritisiert seit langem, dass die EZB vereinbarte Klimaschutzziele ignoriert und sich nicht an den Anstrengungen gegen den Klimawandel beteiligt, diese sogar durch seine Programme ausbremst. Die EZB halte zwar auch so genannte Green Bonds \u2013 also Anleihen bzw. Wertpapiere von Staaten oder Unternehmen, die \u00f6kologische Projekte finanzieren \u2013 ihr Fokus liegt aber nun mal stark auf klimasch\u00e4dlichen Unternehmen: 63 % der \u00fcber CSPP und PEPP investierten 242 Milliarden Euro steckten Ende Juli 2020 in Unternehmen, die mit fossilen Brennstoffen arbeiten oder sehr energieintensiv sind. Die EZB macht dadurch diese Unternehmensanleihen attraktiver und kurbelt die Nachfrage an. Eigentlich ein direkter Eingriff ins Marktgeschehen, den die EZB dadurch scheinbar aufhebt, indem ihr Ankaufprogramm die Struktur des gesamten Anleihenmarktes widerspiegelt.<\/p>\n<p>Greenpeace argumentiert jedoch dagegen: Das Prinzip, welches die EZB im Sinne ihrer allseits propagierten Marktneutralit\u00e4t anwendet, bildet den Markt nicht korrekt ab, sondern verzerrt; verl\u00e4sst sie sich doch auf die Ratingagenturen, die die Kreditw\u00fcrdigkeit der Unternehmen einstufen, allerdings ohne Klimarisiken in ihre Ratings mit einzubeziehen. Das ist fragw\u00fcrdig, denn wirtschaftliche Aktivit\u00e4ten dieser Unternehmen sind durch den Klimawandel gef\u00e4hrdet, sei es durch Naturkatastrophen wie z.B. Tropenst\u00fcrme und D\u00fcrreperioden, oder durch politische Regulierung. Indem die EZB das Prinzip der vermeintlichen Marktneutralit\u00e4t aufrechterh\u00e4lt, verhindert sie laut Greenpeace den notwendigen Umbau von Wirtschaft und Gesellschaft. Die EZB reproduziert also das, was Greenpeace market failure nennt.<\/p>\n<h3 class=\"\"><span id=\"mandatsauslegungen\">Mandatsauslegungen<\/span><\/h3>\n<p>Nun ist kaum jemand so erprobt im Krisenmanagement wie Christine Lagarde. Die derzeitige Pr\u00e4sidentin der EZB hat den Internationalen W\u00e4hrungsfonds durch die Finanzkrise gelenkt. Lagarde ist bekannt daf\u00fcr, Klima- und Umweltschutz zumindest rhetorisch ernst zu nehmen. Bei ihrem Amtsantritt in 2019 verk\u00fcndete sie, die gesamte Geldpolitik der Bank auf den Pr\u00fcfstand und deren Ausrichtung in \u00dcbereinstimmung mit Klima- und Umweltschutzzielen zu stellen. Inzwischen hat sie einen Neun-Punkte-Plan vorgelegt und will die EZB bis 2024 \u201egr\u00fcner\u201c machen.<a href=\"#_edn15\" name=\"_ednref15\"><strong>[xv]<\/strong><\/a><\/p>\n<p>So erscheint sie zun\u00e4chst fortschrittlicher als Mario Draghi, der sich zu Klima und Umwelt kaum \u00e4u\u00dferte. Lagarde hatte bereits vorher angek\u00fcndigt zu pr\u00fcfen, ob das umstrittene Anleihenprogramm der Bank \u201egr\u00fcner\u201c und im Sinne des Klimaschutzes ausgerichtet werden kann. Dies f\u00fchrte erwartungsgem\u00e4\u00df zu hitzigen Diskussionen, viele \u00d6konom*innen sprachen sich dagegen aus. Auch Bundesbankpr\u00e4sident Jens Weidmann pochte zun\u00e4chst weiter auf die Marktneutralit\u00e4t, die Geldpolitik solle \u201enicht zur Verfolgung klimapolitischer Ziele eingesetzt werden\u201c.<a href=\"#_edn16\" name=\"_ednref16\"><strong>[xvi]<\/strong><\/a> Immerhin scheint Weidmann die Wichtigkeit des Handelns bewusst zu sein. Er betonte, dass alle Institutionen mehr tun m\u00fcssen, allerdings innerhalb ihres Mandats. Dazu schlug er vor, die Laufzeiten und die Menge von Unternehmensanleihen zu begrenzen, um Klimarisiken abzufedern, allerdings nur, wenn sich keine andere L\u00f6sung finden l\u00e4sst.<a href=\"#_edn17\" name=\"_ednref17\"><strong>[xvii]<\/strong><\/a><\/p>\n<p>NGOs wie Greenpeace und zahlreiche Wissenschaftler*innen hatten vorher Druck auf die EZB ausge\u00fcbt. In zwei offenen Briefen forderten Organisationen der Zivilgesellschaft sie auf zu handeln: Sie verlangten von der Bank, solche Unternehmen, die fossile Brennstoffe f\u00f6rdern, nicht weiter zu finanzieren.<a href=\"#_edn18\" name=\"_ednref18\"><strong>[xviii]<\/strong><\/a> Die neuen Beschl\u00fcsse sehen die Klimaaktivist*innen vom Koala-Kollektiv kritisch: Zwar sei dies ein \u201eMeilenstein\u201c, die Entscheidung komme aber zu sp\u00e4t, die Ma\u00dfnahmen greifen zu kurz und gehen nicht weit genug.<a href=\"#_edn19\" name=\"_ednref19\"><strong>[xix]<\/strong><\/a><\/p>\n<h3 class=\"\"><span id=\"warum-sollte-die-ezb-mehr-tun\">Warum sollte die EZB mehr tun?<\/span><\/h3>\n<p>Es mag gute \u00f6konomische Gr\u00fcnde geben, die Rolle der EZB zu begrenzen. Doch ebenso gibt es gute Gr\u00fcnde dagegen. Sie in den Markt eingreifen zu lassen und ihn in Richtung Nachhaltigkeit zu orientieren, auch gerade hinsichtlich der Risiken f\u00fcr das Finanzsystem, k\u00f6nnte ein sinnvolles Instrument f\u00fcr Klima- und Umweltschutz sein. Wie so oft in der \u00d6konomie bewegen wir uns hier bei Bef\u00fcrwortern und Gegnern einer \u201egr\u00fcnen\u201c Geldpolitik in ideologisch abgegrenzten und umk\u00e4mpften Diskursr\u00e4umen. Was immer man von den verschiedenen Positionen der \u00d6konom*innen h\u00e4lt \u2013 seien es Anh\u00e4nger des Wirtschaftsliberalismus, der sozialen Marktwirtschaft oder von Postwachstumstheorien \u2013 man sollte bedenken, dass es hier nicht um Naturwissenschaft, sondern um den Versuch geht, das Verhalten von Menschen auf komplexen M\u00e4rkten zu verstehen oder vorherzusagen. Die vielseitigen, teilweise kontr\u00e4ren Theorien und Prognosen m\u00fcssen sich in der Realit\u00e4t erst im Nachhinein erweisen, was also mindestens einer kritischen Vorabpr\u00fcfung bedarf. Das bedeutet nat\u00fcrlich auch, die Positionen der Gegner ernst zu nehmen. Allerdings sollte bedacht werden, dass die Marktneutralit\u00e4t den Blick verengt und m\u00f6gliche Folgen wie den Klimawandel nicht eingepreist oder besser: \u00fcberhaupt nicht vorhergesehen hat. Da wir nun aber dieses Wissen haben und \u00fcber viel bessere Prognosemodelle und -methoden verf\u00fcgen, sollte die Ausrede, der Markt regele alles von selbst, nicht mehr gelten; gerade wo er gezeigt hat, dass er es mit Blick auf den Klimawandel scheinbar nicht kann.<\/p>\n<p>Auch in der Corona-Pandemie setzte die EZB den Hebel eines Notfallankaufprogramms an, um die wirtschaftlichen Disruptionen abzufedern. Daf\u00fcr kaufte sie \u00fcber das Pandemic Emergency Purchase Programme Anleihen \u00f6ffentlicher und privater Schuldner auf, um die Wirtschaft wieder anzukurbeln.<a href=\"#_edn20\" name=\"_ednref20\"><strong>[xx]<\/strong><\/a> In wie weit auch dieses Programm das Mandat \u00fcberschreitet, ist nat\u00fcrlich wie zu erwarten umstritten. Aber es kommt noch ein weiteres Problem hinzu: Die EZB unterst\u00fctzt dabei eigentlich marode Unternehmen, die momentan alleine auf dem Markt keine Chance h\u00e4tten und angesichts kommender Krisen wieder ins Straucheln kommen d\u00fcrften.<\/p>\n<p>Wieder ist es Greenpeace, das Argumente liefert, und zwar am Beispiel der gr\u00f6\u00dften deutschen Fluggesellschaft. Die Lufthansa, deren Gesch\u00e4ftsmodell klar allen internationalen Klimazielen zuwiderl\u00e4uft, profitierte von einer der zahlreichen Ausnahmeregelungen der EZB: Trotz Ausfallrisiken und Unterschreitung der Mindestrating-Anforderung behielt die EZB die Fluggesellschaft in ihrem Portfolio und akzeptierte deren Anleihen als Sicherheit. Laut Greenpeace ein klarer Versto\u00df gegen das viel beschworene Prinzip der Marktneutralit\u00e4t. Lufthansa konnte so im Februar 2021 neue Anleihen mit einem Volumen von 1,6 Mrd. Euro platzieren.<a href=\"#_edn21\" name=\"_ednref21\"><strong>[xxi]<\/strong><\/a> Von Bef\u00fcrwortern der EZB-Ausnahmeregelung wurde darauf verwiesen, dass es vielen Unternehmen der Luftfahrtbranche wie der Lufthansa vor der Coronakrise noch gut ging. Erst w\u00e4hrend der Pandemie ist der Flugverkehr eingebrochen. Das stimmt zwar, allerdings kritisiert Greenpeace, dass Unternehmen wie Lufthansa aus \u00f6kologischen und daher auch marktrelevanten Gr\u00fcnden in der Zukunft st\u00e4rker hinterfragt werden m\u00fcssen und dass es fraglich ist, ob sich der Flugverkehr wieder auf Vorkrisenniveau stabilisieren werde.<a href=\"#_edn22\" name=\"_ednref22\"><strong>[xxii]<\/strong><\/a> Es w\u00e4re in der Tat w\u00fcnschenswert, wenn auch nach der Coronakrise mehr Videokonferenzen als Gesch\u00e4ftsreisen stattfinden, und die Politik einen Rahmen schafft, um Verkehrsstr\u00f6me klimagerecht zu gestalten.<\/p>\n<h3 class=\"\"><span id=\"the-new-normal-permanenter-ausnahmenzustand\">&bdquo;The new normal&ldquo;: Permanenter Ausnah&shy;men&shy;zu&shy;stand<\/span><\/h3>\n<p>Ende 2019, kurz bevor Corona mit ultimativer Wucht in unser Bewusstsein trat, waren die Nachrichten voll mit den Buschbr\u00e4nden in Australien. Voraus gegangen war eine mehrj\u00e4hrige D\u00fcrre, bedingt durch extreme Hitze und Trockenheit. 2019 war f\u00fcr Australien das hei\u00dfeste Jahr seit Beginn der Wetteraufzeichnungen.<a href=\"#_edn23\" name=\"_ednref23\"><strong>[xxiii]<\/strong><\/a><\/p>\n<p>Auch diese Katastrophe wurde durch den Klimawandel beg\u00fcnstigt und in ihrem Verlauf versch\u00e4rft. Warum ging uns diese Katastrophe so nah, wo doch der Klimawandel scheinbar ein so abstraktes Ph\u00e4nomen ist und es an Katastrophenmeldungen nicht mangelt? Vielleicht weil die Bilder von verbrennenden Koalas unertr\u00e4glich waren? Oder weil es hier keine fast schon normale Katastrophe in einer der Dauerkrisenregionen der Welt war? Allerdings h\u00e4ufen sich die Klimakatastrophen auch in der westlichen Welt seit Jahren, z.B. in den USA: Waldbr\u00e4nde w\u00fcten in Kalifornien, Hurrikane setzen New Orleans unter Wasser und \u00fcberfluten die New Yorker U-Bahn; oder die bereits erw\u00e4hnte Flutkatastrophe in Deutschland 2021. Es l\u00e4sst sich einfach nicht mehr wegschauen. Forscher wie Stefan Rahmstorf vom Potsdam-Institut f\u00fcr Klimafolgenforschung machen schon l\u00e4nger darauf aufmerksam, dass der Golfstrom so schwach ist wie seit 1.000 Jahren nicht mehr, was gro\u00dfe Auswirkungen auf Wetter und Klima hat.<a href=\"#_edn24\" name=\"_ednref24\"><strong>[xxiv]<\/strong><\/a> Nun warnen sie sogar vor dessen Kollaps.<a href=\"#_edn25\" name=\"_ednref25\"><strong>[xxv]<\/strong><\/a> Der Mensch wird die Folgen sprichw\u00f6rtlich ausbaden m\u00fcssen.<\/p>\n<p>Zudem gibt es Anzeichen daf\u00fcr, dass regionale Auswirkungen des Klimawandels die Entstehung und Ausbreitung von Pandemien verursachen oder beg\u00fcnstigen k\u00f6nnen. Durch Klimaver\u00e4nderungen ver\u00e4ndern sich die Bedingungen f\u00fcr Tierpopulationen. Diese m\u00fcssen sich den ver\u00e4nderten Bedingungen anpassen, indem sie beispielsweise in andere Gebiete ausweichen, wo sie wiederum auf andere Tiere treffen \u2013 eine potentielle Gefahr f\u00fcr die Neu- und Weiterentwicklung von Krankheitserregern.<a href=\"#_edn26\" name=\"_ednref26\"><strong>[xxvi]<\/strong><\/a><\/p>\n<p>Oberstes Ziel ist derzeit die direkte \u00dcberwindung der Corona-Pandemie, keine Frage. Doch wenn wir etwas aus Corona lernen m\u00fcssen, dann ist es, dass wir mehr Weitblick ben\u00f6tigen, um sich ank\u00fcndigende Krisen zu bew\u00e4ltigen. Klimaaktivist*innen fordern bereits ein \u00e4hnliches Verhalten und Krisenmanagement der Staaten mit Blick auf die Klimakrise. Im ersten Lockdown gingen die weltweiten CO<sub>2<\/sub>-Emissionen ja zun\u00e4chst auf Rekordniveau zur\u00fcck.<a href=\"#_edn27\" name=\"_ednref27\"><strong>[xxvii]<\/strong><\/a> Allerdings sind sie bereits schon wieder angestiegen und werden wieder st\u00e4rker zunehmen, wenn die Pandemie unter Kontrolle ist. Wir br\u00e4uchten st\u00e4ndige Lockdowns, um den Klimawandel zu begrenzen, was nat\u00fcrlich keiner will. Einige Erfahrungen lie\u00dfen sich jedoch aus der Pandemie \u00fcbertragen, z.B. Einschr\u00e4nkungen im Luftverkehr (sind innerdeutsche Fl\u00fcge wirklich notwendig?) oder Arbeiten im Home Office, wo es m\u00f6glich ist (um den Pendlerverkehr zu reduzieren).<\/p>\n<p>Die EZB befindet sich im Spannungsfeld zwischen Mandat und Krisenbew\u00e4ltigung. Die Entscheidungen \u00fcber diese Mandate waren und sind jedoch politische Entscheidungen, die demokratisch gew\u00e4hlte Repr\u00e4sentant*innen getroffen haben. Sie vertreten die Interessen der Bev\u00f6lkerungen, deren Lebensbedingungen sich durch die Klimakrise verschlechtern werden, wenn Klimaschutz jetzt nicht das vorrangigste Ziel aller gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Kr\u00e4fte wird. Bei Corona tappten wir im Dunkeln und wurden \u00fcberrascht, beim Klima allerdings ist klar: Wir wissen es! Wir kennen die Folgen. Wir wissen, was passieren wird, wenn wir unt\u00e4tig bleiben oder weiter so z\u00f6gerlich voranschleichen.<\/p>\n<p>Deshalb m\u00fcssen alle Bereiche unseres Lebens in Richtung Klimaschutz ausgerichtet werden. Das gilt f\u00fcr die Privatwirtschaft genauso wie f\u00fcr alle anderen Institutionen unserer Gesellschaft. Darunter fallen auch jene, die wirklich oder vermeintlich unabh\u00e4ngig vom Staat sind und die eigentlich anderen Aufgaben als Klima- und Umweltschutz nachgehen. Die EZB ist eine dieser Institutionen, der zudem \u00fcber den genannten Artikel 2c des Pariser Klimaabkommens eine Verpflichtung zukommt. Gerade in ihrer Schl\u00fcsselfunktion f\u00fcr die Wirtschaft und die Finanzm\u00e4rkte k\u00f6nnte sie hier Antreiber und Impulsgeber sein.<\/p>\n<p>In Nigeria, wo Shell die Lebensgrundlagen von Eric Dooh, Fidelis Oguru und Alal Efanga zerst\u00f6rt hat, gibt es mittlerweile eine aktive Szene von Klimaaktivist*innen. Sie f\u00fchlen sich der Fridays for Future-Bewegung zugeh\u00f6rig. \u201eThe nature of men is his environment\u201c, sagt eine ihrer Protagonistinnen, Adenike Oladosu.<a href=\"#_edn28\" name=\"_ednref28\"><strong>[xxviii]<\/strong><\/a> Sie hat recht: Klimawandel bedroht nicht nur die Umwelt des Menschen, sondern auch seine Existenz. Adaption und Resilienz sind wichtig, wichtiger ist die Bek\u00e4mpfung der Ursachen. Politische Entscheider*innen sollten der EZB die z\u00e4he und f\u00fcr den Umwelt- und Klimaschutz wahrscheinlich aussichtslose Diskussion um das Mandat abnehmen und ein neues, klima- und krisenschutzkonformes Mandat entwickeln. Sicherlich w\u00fcrden es die Aktivist*innen rund um Adenike Oladosu begr\u00fc\u00dfen, wenn aus Frankfurt ein neues \u201eWhatever it takes!\u201c ert\u00f6nte &#8211; diesmal aber f\u00fcr Klima- und Umweltschutz.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><em>Jan\u00a0Schulz\u00a0\u00a0 Jahrgang 1975, ist Ethnologe und arbeitet als Berater in der Entwicklungszusammenarbeit, vor allem zu Land Governance und Landkonflikten. Er hat langj\u00e4hrige NGO-Erfahrungen im Themenbereich Wirtschaft und Menschenrechte sowie Umwelt- und Klimaschutz.<\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3 class=\"\"><span id=\"anmerkungen\">Anmerkungen<\/span><\/h3>\n<p><a href=\"#_ednref1\" name=\"_edn1\">[i]<\/a>Milieudefensie (2021): Milieudefensie and Nigerian win landmark court case against Shell. <a href=\"https:\/\/en.milieudefensie.nl\/shell-in-nigeria\/milieudefensie-and-nigerian-win-landmark-court-case-against-shell\">https:\/\/en.milieudefensie.nl\/shell-in-nigeria\/milieudefensie-and-nigerian-win-landmark-court-case-against-shell<\/a><\/p>\n<p><a href=\"#_ednref2\" name=\"_edn2\">[ii]<\/a>Tagesschau.de (2021): Klimaklage gegen Shell: Ein Urteil wie ein \u201ePaukenschlag\u201c. tagesschau.de, <a href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/wirtschaft\/unternehmen\/klimaschutz-shell-prozess-101.html\">https:\/\/www.tagesschau.de\/wirtschaft\/unternehmen\/klimaschutz-shell-prozess-101.html<\/a><\/p>\n<p><a href=\"#_ednref3\" name=\"_edn3\">[iii]<\/a>Haider, H (2019): Climate Change in Nigeria: Impacts and Responses. Institute of Development Studies, <a href=\"https:\/\/opendocs.ids.ac.uk\/opendocs\/bitstream\/handle\/20.500.12413\/14761\/675_Climate _Change_in_Nigeria.pdf\">https:\/\/opendocs.ids.ac.uk\/opendocs\/bitstream\/handle\/20.500.12413\/14761\/675_Climate _Change_in_Nigeria.pdf?sequence=1&amp;isAllowed=y<\/a><\/p>\n<p><a href=\"#_ednref4\" name=\"_edn4\">[iv]<\/a>Heede, R. (2013): Tracing anthropogenic carbon dioxide and methane emissions to fossil fuel and cement producers, 1854\u20132010, <a href=\"https:\/\/link.springer.com\/article\/10.1007\/s10584-013-0986-y\">https:\/\/link.springer.com\/article\/10.1007\/s10584-013-0986-y<\/a><\/p>\n<p><a href=\"#_ednref5\" name=\"_edn5\">[v]<\/a>McGreal, Chris (2021): Big oil and gas kept a dirty secret for decades. Now they may pay the price, <a href=\"https:\/\/www.theguardian.com\/environment\/2021\/jun\/30\/climate-crimes-oil-and-gas-environment\">https:\/\/www.theguardian.com\/environment\/2021\/jun\/30\/climate-crimes-oil-and-gas-environment<\/a><\/p>\n<p><a href=\"#_ednref6\" name=\"_edn6\">[vi]<\/a>Schmidt, A. (2017): Die Wirtschafts- und Finanzkrise 2008\/09 \u2013 die erste Bew\u00e4hrungsprobe f\u00fcr die Europ\u00e4ische Wirtschafts- und W\u00e4hrungsunion. Institut f\u00fcr europ\u00e4ische Politik, <a href=\"http:\/\/iep-berlin.de\/wp-content\/uploads\/2017\/04\/Schmidt-Wirschaftskrise.pdf\">http:\/\/iep-berlin.de\/wp-content\/uploads\/2017\/04\/Schmidt-Wirschaftskrise.pdf<\/a><\/p>\n<p><a href=\"#_ednref7\" name=\"_edn7\">[vii]<\/a>S. <a href=\"https:\/\/www.bundesbank.de\/de\/aufgaben\/geldpolitik\/geldpolitische-wertpapierankaeufe\/asset-purchase-programme-app&#8211;830334.\" rel=\"nofollow noopener\">https:\/\/www.bundesbank.de\/de\/aufgaben\/geldpolitik\/geldpolitische-wertpapierankaeufe\/asset-purchase-programme-app&#8211;830334.<\/a> Das Bundesverfassungsgericht sah beim PSPP-Programm das Mandat der EZB \u00fcberschritten (s. BVerfG, Urteil des Zweiten Senats vom 5.5.2020 \u2013 2 BvR 859\/15): die Bank betreibe hier nicht Geld-, sondern bereits Wirtschaftspolitik; dazu und zum darauffolgenden Konflikt mit dem EuGH vgl. das Streitgespr\u00e4ch mit Fisahn, Herr und H\u00f6pner in diesem Heft.<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref8\" name=\"_edn8\">[viii]<\/a>Dafermos, Y., Gabor, D., Nikolaidi, M., Pawloff, A., van Lerven, F. (2020): Decarbonising is easy \u2013 Beyond Market Neutrality in the ECB\u00b4s Corporate QE. Greenpeace, <a href=\"https:\/\/www.greenpeace.de\/sites\/www.greenpeace.de\/files\/publications\/decarbonising_is_easy_-_beyond_market_neutrality_in_the_ecbs_corporate_qe.pdf\">https:\/\/www.greenpeace.de\/sites\/www.greenpeace.de\/files\/publications\/decarbonising_is_easy_-_beyond_market_neutrality_in_the_ecbs_corporate_qe.pdf<\/a><\/p>\n<p><a href=\"#_ednref9\" name=\"_edn9\">[ix]<\/a>Climate Central: Coastal Risk Screening Tool, <a href=\"https:\/\/coastal.climatecentral.org\/map\/7\/9.6353\/ 53.6314\/?theme=sea_level_rise&amp;map_type=coastal_dem_comparison&amp;basemap=roadmap&amp;contiguous=true&amp;elevation_model=best_available&amp;forecast_year=2050&amp;pathway=rcp45&amp;percentile=p50&amp;refresh=true&amp;return_level=return_level_1&amp;slr_model=kopp_2014\">https:\/\/coastal.climatecentral.org\/map\/7\/9.6353\/ 53.6314\/?theme=sea_level_rise&amp;map_type=coastal_dem_comparison&amp;basemap=roadmap&amp;contiguous=true&amp;elevation_model=best_available&amp;forecast_year=2050&amp;pathway=rcp45&amp;percentile=p50&amp;refresh=true&amp;return_level=return_level_1&amp;slr_model=kopp_2014<\/a><\/p>\n<p><a href=\"#_ednref10\" name=\"_edn10\">[x]<\/a>Deutscher Wetterdienst (2020): Aus extrem wurde normal: Sommer in Deutschland, der Schweiz und \u00d6sterreich immer hei\u00dfer, <a href=\"https:\/\/www.dwd.de\/DE\/presse\/pressemitteilungen\/DE\/2020\/ 20200702_dach_news.html\">https:\/\/www.dwd.de\/DE\/presse\/pressemitteilungen\/DE\/2020\/ 20200702_dach_news.html<\/a><\/p>\n<p><a href=\"#_ednref11\" name=\"_edn11\">[xi]<\/a>Helmholtz Zentrum f\u00fcr Umweltforschung, UFZ: D\u00fcrremonitor Deutschland, <a href=\"https:\/\/www.ufz.de\/ index.php?de=37937\">https:\/\/www.ufz.de\/ index.php?de=37937<\/a><\/p>\n<p><a href=\"#_ednref12\" name=\"_edn12\">[xii]<\/a>Bundesministerium f\u00fcr Ern\u00e4hrung und Landwirtschaft: Massive Sch\u00e4den \u2013 Einsatz f\u00fcr die W\u00e4lder, <a href=\"https:\/\/www.bmel.de\/DE\/themen\/wald\/wald-in-deutschland\/wald-trockenheit-klimawandel. html\">https:\/\/www.bmel.de\/DE\/themen\/wald\/wald-in-deutschland\/wald-trockenheit-klimawandel. html<\/a><\/p>\n<p><a href=\"#_ednref13\" name=\"_edn13\">[xiii]<\/a>World Weather Attribution Initiative (2021): Heavy rainfall which led to severe flooding in Western Europe made more likely by climate change. <a href=\"https:\/\/www.worldweatherattribution.org\/heavy-rainfall-which-led-to-severe-flooding-in-western-europe-made-more-likely-by-climate-change\/\">https:\/\/www.worldweatherattribution.org\/heavy-rainfall-which-led-to-severe-flooding-in-western-europe-made-more-likely-by-climate-change\/<\/a><\/p>\n<p><a href=\"#_ednref14\" name=\"_edn14\">[xiv]<\/a>Bundesministerium f\u00fcr Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit: \u00dcbereinkommen von Paris. <a href=\"https:\/\/www.bmu.de\/fileadmin\/Daten_BMU\/Download_PDF\/Klimaschutz\/paris_abkommen_bf.pd\">https:\/\/www.bmu.de\/fileadmin\/Daten_BMU\/Download_PDF\/Klimaschutz\/paris_abkommen_bf.pd<\/a>f<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref15\" name=\"_edn15\">[xv]<\/a>Europ\u00e4ische Zentralbank (2021): Annex: Detailed roadmap of climate change-related actions <a href=\"https:\/\/www.ecb.europa.eu\/press\/pr\/date\/2021\/html\/ecb.pr210708_1_annex~f84ab35968.en.pdf\">https:\/\/www.ecb.europa.eu\/press\/pr\/date\/2021\/html\/ecb.pr210708_1_annex~f84ab35968.en.pdf<\/a><\/p>\n<p><a href=\"#_ednref16\" name=\"_edn16\">[xvi]<\/a>Deutsche Bundesbank (2021): Weidmann: Alle sollten im Kampf gegen den Klimawandel mehr tun. <a href=\"https:\/\/www.bundesbank.de\/de\/aufgaben\/themen\/weidmann-alle-sollten-im-kampf-gegen-den-klimawandel-mehr-tun-856952\">https:\/\/www.bundesbank.de\/de\/aufgaben\/themen\/weidmann-alle-sollten-im-kampf-gegen-den-klimawandel-mehr-tun-856952<\/a><\/p>\n<p><a href=\"#_ednref17\" name=\"_edn17\">[xvii]<\/a>Wiwo.de (2021): Weidmann macht Vorschl\u00e4ge zur geldpolitischen Behandlung von Klimarisiken, <a href=\"https:\/\/www.wiwo.de\/anleihekaeufe-weidmann-macht-vorschlaege-zur-geldpolitischen-behandlung-von-klimarisiken\/27251342.html\">https:\/\/www.wiwo.de\/anleihekaeufe-weidmann-macht-vorschlaege-zur-geldpolitischen-behandlung-von-klimarisiken\/27251342.html<\/a><\/p>\n<p><a href=\"#_ednref18\" name=\"_edn18\">[xviii]<\/a>Open Letter to Christine Lagarde (2019): The ECB must act now on climate change. Positivemoney.eu, <a href=\"http:\/\/www.positivemoney.eu\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/Open-Letter-to-Christine-Lagarde-on-climate-change.pdf\">http:\/\/www.positivemoney.eu\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/Open-Letter-to-Christine-Lagarde-on-climate-change.pdf<\/a>; Offener Brief an die EZB (2021): 20 Organisationen verlangen Kurswechsel. Koalakollektiv.de, <a href=\"https:\/\/koalakollektiv.de\/offener-brief-ezb-klimakrise\/\">https:\/\/koalakollektiv.de\/offener-brief-ezb-klimakrise\/<\/a>.<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref19\" name=\"_edn19\">[xix]<\/a>Koala Kollektiv (2021): Ein Meilenstein mit Schwachstellen: Die neue Strategie der EZB, <a href=\"https:\/\/koalakollektiv.de\/ein-meilenstein-mit-schwachstellen-die-neue-strategie-der-ezb\/\">https:\/\/koalakollektiv.de\/ein-meilenstein-mit-schwachstellen-die-neue-strategie-der-ezb\/<\/a><\/p>\n<p><a href=\"#_ednref20\" name=\"_edn20\">[xx]<\/a>Bundesbank: Asset Purchase Programm, <a href=\"https:\/\/www.bundesbank.de\/de\/aufgaben\/geldpolitik\/ geldpolitische-wertpapierankaeufe\/pandemic-emergency-purchase-programme-pepp--830356\">https:\/\/www.bundesbank.de\/de\/aufgaben\/geldpolitik\/ geldpolitische-wertpapierankaeufe\/pandemic-emergency-purchase-programme-pepp&#8211;830356<\/a><\/p>\n<p><a href=\"#_ednref21\" name=\"_edn21\">[xxi]<\/a>Vargas, M., Pawloff, A. (2021): Der Kohlenstoff-Bias in Aktion \u2013 Wie die Lufthansa die Klimasch\u00e4dlichkeit der EZB-Politik offenlegt, <a href=\"https:\/\/www.greenpeace.de\/sites\/www.greenpeace.de\/files\/publications\/greenpeace-analyse_wie_der_fall_lufthansa_die_klimaschaedlichkeit_der_ezb-politik_offenlegt_0.pdf\">https:\/\/www.greenpeace.de\/sites\/www.greenpeace.de\/files\/publications\/greenpeace-analyse_wie_der_fall_lufthansa_die_klimaschaedlichkeit_der_ezb-politik_offenlegt_0.pdf<\/a><\/p>\n<p><a href=\"#_ednref22\" name=\"_edn22\">[xxii]<\/a>Siehe Anm. 19.<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref23\" name=\"_edn23\">[xxiii]<\/a>Von Eichhorn, C. (2020): Australien &#8211; Meteorologen melden trockenstes und hei\u00dfestes Jahr der Geschichte. Sueddeutsche.de, <a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/wissen\/australien-feuer-temperaturen-duerre-rekord-1.4750309\">https:\/\/www.sueddeutsche.de\/wissen\/australien-feuer-temperaturen-duerre-rekord-1.4750309<\/a><\/p>\n<p><a href=\"#_ednref24\" name=\"_edn24\">[xxiv]<\/a>Caesar, L., McCarthy, G.D., Thornalley, D.J.,R., Cahill, N., Rahmstorf, S. (2021): Current Atlantic Meridional Overturning Circulation weakest in last millenium. Nature.com.<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref25\" name=\"_edn25\">[xxv]<\/a>Boers, Niklas (2021): Observation-based early-warning signals for a collapse of the Atlantic Meridional Overturning Circulation. Nature.com, <a href=\"https:\/\/www.nature.com\/articles\/s41558-021-01097-4\">https:\/\/www.nature.com\/articles\/s41558-021-01097-4\u00a0\u00a0<\/a><\/p>\n<p><a href=\"#_ednref26\" name=\"_edn26\">[xxvi]<\/a>Beyer, R.M., Manica, A., Mora, C. (2021): Shifts in global bat diversity suggest a possible role of climate change in the emergence of SARS-CoV-1 and SARS-CoV-2. Science of the Total Environment,<a href=\"https:\/\/www.sciencedirect.com\/science\/article\/pii\/S0048969721004812?via%3Dihub\"> https:\/\/www.sciencedirect.com\/science\/article\/pii\/S0048969721004812?via%3Dihub<\/a><\/p>\n<p><a href=\"#_ednref27\" name=\"_edn27\">[xxvii]<\/a>International Energy Agency (2020): Global Energy Review \u2013 CO2 Emissions in 2020. iea.org,<a href=\"https:\/\/www.iea.org\/articles\/global-energy-review-co2-emissions-in-2020\"> https:\/\/www.iea.org\/articles\/global-energy-review-co2-emissions-in-2020<\/a><\/p>\n<p><a href=\"#_ednref28\" name=\"_edn28\">[xxviii]<\/a>Oladosu, A. (2020): Opening Speech at Elevate Festival 2020. Youtube.com, <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=1YkB1506u0o&amp;list=PL8bCVOFTRCj-VWsNb8PG64pXijIQQ3T5h&amp;index=6\">https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=1YkB1506u0o&amp;list=PL8bCVOFTRCj-VWsNb8PG64pXijIQQ3T5h&amp;index=6<\/a><\/p>\n","protected":false},"featured_media":0,"template":"","categories":[37],"tags":[],"autoren":[3000],"publikationen":[2996],"class_list":["post-18193","publikation","type-publikation","status-publish","hentry","category-europa-internationales","autoren-jan-schulz","publikationen-236-vorgaenge"],"acf":[],"yoast_head":"<!-- This site is optimized with the Yoast SEO plugin v28.5 - https:\/\/yoast.com\/product\/yoast-seo-wordpress\/ -->\n<title>\u201eWhatever it takes?\u201c Die EZB ringt mit ihrer Rolle beim Klima- und Umweltschutz - Humanistische Union<\/title>\n<meta name=\"robots\" content=\"index, follow, max-snippet:-1, max-image-preview:large, max-video-preview:-1\" \/>\n<link rel=\"canonical\" href=\"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/vorgaenge\/236-vorgaenge\/publikation\/whatever-it-takes-die-ezb-ringt-mit-ihrer-rolle-beim-klima-und-umweltschutz\/\" \/>\n<meta property=\"og:locale\" content=\"de_DE\" \/>\n<meta property=\"og:type\" content=\"article\" \/>\n<meta property=\"og:title\" content=\"\u201eWhatever it takes?\u201c Die EZB ringt mit ihrer Rolle beim Klima- und Umweltschutz - Humanistische Union\" \/>\n<meta property=\"og:description\" content=\"Klimawandel und Umweltsch\u00e4den sind zunehmend global sp\u00fcrbar. Ihre Auswirkungen k\u00f6nnten in naher Zukunft ganze Regionen f\u00fcr den Menschen lebensfeindlich machen. Um die nahende Katastrophe abzuwenden, kommt vor allem der Wirtschaft eine besondere Verantwortung zu: Von ihrem Umbau h\u00e4ngt ma\u00dfgeblich ab, ob wir die Erderw\u00e4rmung stoppen k\u00f6nnen. 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