{"id":19019,"date":"2002-09-11T10:18:55","date_gmt":"2002-09-11T08:18:55","guid":{"rendered":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/?post_type=publikation&#038;p=19019"},"modified":"2023-12-13T14:15:59","modified_gmt":"2023-12-13T13:15:59","slug":"ein-pazifist-zu-unrecht-vergessen-zum-75-jahrestag-der-friedensnobelpreis-verleihung-an-ludwig-quidde","status":"publish","type":"publikation","link":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/vorgaenge\/vorg-159\/publikation\/ein-pazifist-zu-unrecht-vergessen-zum-75-jahrestag-der-friedensnobelpreis-verleihung-an-ludwig-quidde\/","title":{"rendered":"Ein Pazifist, zu Unrecht vergessen: Zum 75. Jahrestag der Friedensnobelpreis-Verleihung an Ludwig Quidde"},"content":{"rendered":"<p>Am 10. Dezember 1927 wurde Ludwig Quidde der Friedensnobelpreis verliehen; er erhielt ihn zusammen mit dem franz\u00f6sischen P\u00e4dagogen und Pazifisten Ferdinand Buisson als Anerkennung f\u00fcr seinen Beitrag zur friedlichen Auss\u00f6hnung zwischen Deutschland und Frankreich. Im Jahr zuvor war der Preis den beiden Au\u00dfenministern Gustav Stresemann und Aristide Briand f\u00fcr ihre Verdienste um den Vertrag von Locarno verliehen worden. Ein deutliches Zeichen der Bedeutung, die man in den zwanziger Jahren des letzten Jahrhunderts den deutsch-franz\u00f6sischen Beziehungen f\u00fcr den Frieden in Europa, ja, f\u00fcr den Weltfrieden beima\u00df. Heute, da Deutsche und Franzosen als gute Nachbarn zusammenleben, k\u00f6nnen wir diese Bedeutung kaum noch nachvollziehen. Und kaum jemand erinnert sich an Ludwig Quidde, einen von vier deutschen Friedensnobelpreistr\u00e4gern, seit 1901 diese Auszeichnung gestiftet wurde. Gustav Stresemann war der erste, danach erhielten ihn 1927 Quidde, 1936 der von den Nazis zu Tode geschundene Carl von Ossietzky und 1971 Willy Brandt. Gerade angesichts der deutschen Geschichte sollte ein Mann der Erinnerung wert sein, der Jahrzehnte seines Lebens, alle F\u00e4hrnisse und R\u00fcckschl\u00e4ge nicht achtend, unerm\u00fcdlich f\u00fcr die Demokratie, den Frieden und die Verst\u00e4ndigung zwischen den Nationen gek\u00e4mpft hat.<\/p>\n<p>Wer also war Ludwig Quidde? Dreierlei hat sein Leben bestimmt: zum einen die Historische Wissenschaft, dann die Politik und schlie\u00dflich der Pazifismus. Quidde wurde am 23. M\u00e4rz 1858 in Bremen geboren. Er wuchs in einer gro\u00dfb\u00fcrgerlichen Kaufmannsfamilie auf und genoss eine humanistische &#8222;Erziehung in Freiheit zur Freiheit&#8220;. Die politische Atmosph\u00e4re in seiner Familie und seinem Freundeskreis war von republikanischem, antipreu\u00dfischem Denken gepr\u00e4gt. Schon vor dem Abitur kam der Spross selbstbewusst denkender und handelnder B\u00fcrger mit einem liberal-demokratischen Weltbild in Ber\u00fchrung, das ein Leben lang Grundlage seines Handelns bleiben sollte.<\/p>\n<h3 class=\"\"><span id=\"der-historiker\">Der Historiker<\/span><\/h3>\n<p>1877 begann Quidde sein Studium in Stra\u00dfburg; er belegte Geschichte, National\u00f6konomie und Philosophie. Sein akademischer Lehrer war der Nationalliberale und sp\u00e4tere Bismarck-Kritiker Hermann Baumgarten. Vor allem die Vorbehalte Baumgartens gegen\u00fcber der undemokratischen Entwicklung des Kaiserreiches und dem konservativen Wissenschaftsbetrieb haben Quiddes kritische Haltung bef\u00f6rdert. 1878 ging er auf Anraten seines Lehrers nach G\u00f6ttingen, um sein Studium bei dem Medi\u00e4visten Julius Weizs\u00e4kker fortzusetzen. Dort wurde sein Interesse an der Geschichte des sp\u00e4ten Mittelalters geweckt; 1881 promovierte Quidde mit einer Dissertation \u00fcber K\u00f6nig Sigmund (1368-1437). Weizs\u00e4cker beteiligte ihn daraufhin an der von ihm verantworteten Edition der sp\u00e4tmittelalterlichen Reichstagsakten. Daneben arbeitete der junge Wissenschaftler an einer Reihe anderer Projekte. Bis 1885 erschienen drei wichtige Untersuchungen, unter anderem zur \u201eGeschichte des Rheinischen Landfriedensbundes von 1259&#8243;, die sp\u00e4ter seine pazifistischen Ideen beeinflussen sollte.<\/p>\n<p>Quidde verstand historische Forschung auch als politische Arbeit. Die Wirtschafts- und Verfassungsgeschichte war f\u00fcr ihn vor allem von politischen Entscheidungen und Entwicklungen abh\u00e4ngig und nur in diesem Rahmen zu verstehen. Damit geh\u00f6rte er zu einer Gruppe von Historikern, die sich von der traditionellen beschreibenden Darstellung geschichtlicher Ereignisse l\u00f6ste und kritische Untersuchungen zu den politischen Bedingungen historischer Entwicklung anstellte. Folgerichtig wurde vor allem die Monarchie kritisch betrachtet, was dem seinerzeit \u00fcblichen, unterw\u00fcrfigen Untertanen-Habitus der historischen Wissenschaft keineswegs entsprach.<\/p>\n<p>Quidde hatte die Vorarbeiten f\u00fcr seine Habilitation und f\u00fcr eine Reihe anderer Forschungen bereits geleistet, als er 1885 seine wissenschaftlichen Pl\u00e4ne vorerst zur\u00fcckstellte. Der Grund lag in seiner T\u00e4tigkeit f\u00fcr die Edition der Reichstagsakten, die zu einer vertraglichen Bindung an die Historische Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, der Tr\u00e4gerin des Editionsprojektes, f\u00fchrte, und die ihm kaum noch Zeit f\u00fcr andere Arbeiten lie\u00df. Endg\u00fcltig gab er die Universit\u00e4ts-Karriere zugunsten der publizistischen Verpflichtungen auf, als im gleichen Jahr sein Vater starb und ihm ein gro\u00dfes Verm\u00f6gen vererbte. Im Zuge seiner Editionst\u00e4tigkeit wurde er 1887 au\u00dferordentliches Mitglied der Historischen Kommission und 1889, nach Weizs\u00e4ckers Tod, \u00fcbernahm er mit 31 Jahren die Gesamtleitung f\u00fcr die \u201e\u00c4ltere Reihe&#8220;. Nun gr\u00fcndete er auch eine eigene Zeitschrift, die &#8222;<em>Deutsche Zeitschrift f\u00fcr Geschichtswissenschaft<\/em>&#8222;, die bis heute vor allem wegen ihrer methodologischen Beitr\u00e4ge, ihres gl\u00e4nzenden Rezensionsteiles und ihrer internationalen Ausrichtung in Fachkreisen hohe Anerkennung findet. Bald hie\u00df sie nur noch \u201eQuiddes Zeitschrift&#8220;, und sie betonte ihre Alleinstellung vor allem, wie der Historiker Reinhard R\u00fcrup schreibt, durch ihr \u201elinksliberales Gepr\u00e4ge&#8220; und durch ihr Verst\u00e4ndnis von objektiver Geschichtswissenschaft, die dem \u201eFortschritt im Sinne der demokratisch-liberalen Ideen&#8220; verpflichtet sei.<\/p>\n<p>1890 wurde Quidde aufgrund seines Ansehens, das er inzwischen unter Historikern genoss, die Leitung des Preu\u00dfischen Historischen Instituts in Rom \u00fcbertragen und vom Preu\u00dfischen Kultusminister der Professoren-Titel verliehen. Seine Editionen und seine Zeitschrift f\u00fchrte er weiter, was einen enormen Arbeitsaufwand und h\u00e4ufiges, anstrengendes Reisen bedeutete. Aus diesen Gr\u00fcnden bat er schon 1892 um seine Entlassung als Institutsleiter; im gleichen Jahr wurde er zum au\u00dferordentlichen Mitglied der Historischen Klasse der Bayerischen Akademie der Wissenschaften gew\u00e4hlt. In der Folgezeit engagierte er sich neben seinen beiden wichtigsten Projekten auch bei der Vorbereitung und Durchf\u00fchrung des ersten deutschen Historikerkongresses und bei der Gr\u00fcndung des Deutschen Historikerverbandes. Er wandte sich in diesem Zusammenhang entschieden gegen die preu\u00dfischen Bestrebungen, den Geschichtsunterricht st\u00e4rker den Zielen des monarchischen Staates zu verpflichten und ihn zugleich als Waffe gegen die Ausbreitung sozialistischer Ideen zu benutzen. Auf dem Historikerkongress 1893 in M\u00fcnchen gelang es ihm, eine Schluss-Resolution durchzusetzen, die alle politischen Auflagen f\u00fcr den Geschichtsunterricht entschieden zur\u00fcckwies.<\/p>\n<p>Bei der Vorbereitung des Historikertages von 1894 in Leipzig engagierte Quidde sich wieder gegen die \u00fcbliche devote Haltung der Wissenschaftler gegen\u00fcber Krone und Regierung. Er spottete \u00fcber Huldigungsschreiben und Byzantinismus in den Kongress-Beitr\u00e4gen und wandte sich vor allem gegen die unterw\u00fcrfige Bismarck-Verehrung der historischen Zunft. Jedoch waren seine M\u00f6glichkeiten um 1894\/95, als er noch einmal die Entwicklung der Historikertage zu beeinflussen versuchte, wegen der \u201eCaligulaAff\u00e4re&#8220; nur noch gering. Nahezu alle seine Fachkollegen behandelten ihn wie einen Auss\u00e4tzigen, Quiddes viel versprechende Karriere als Historiker endete abrupt und endg\u00fcltig. Was war geschehen?<\/p>\n<p>Schon fr\u00fcher waren Quidde gelegentlich Parallelen zwischen dem vermutlich geisteskranken r\u00f6mischen Kaiser Caligula (12-41 n.Chr.) und Wilhelm II. aufgefallen. N\u00e4her befasste er sich damit, als er in Rom erfuhr, dass der deutsche Kaiser besonders vertrauten Personen ein Konterfei ihrer Majest\u00e4t zu schenken beliebte, auf dem die Parole des Caligula \u201eoderint dum metuant&#8220; (\u201eM\u00f6gen sie mich hassen, solange sie mich nur f\u00fcrchten&#8220;) zu lesen war. Quidde begann nun mit der Formulierung einer Polemik, die \u2014wissenschaftlich abgesichert \u2014 nichts als den schizophrenen Charakter und die gr\u00f6\u00dfenwahnsinnigen Untaten des Caligula darzustellen schien, f\u00fcr jedermann erkennbar aber auf den eitlen Byzantinismus Wilhelms II. und seiner Umgebung zielte. 1894 ver\u00f6ffentlichte er seinen kurzen Text unter dem Titel \u201eCaligula \u2014 eine Studie \u00fcber r\u00f6mischen C\u00e4sarenwahnsinn&#8220; in der Monatsschrift \u201eDie Gesellschaft&#8220; und gleichzeitig als Broschur. Binnen kurzer Zeit erlebte sie mehr als drei\u00dfig Auflagen. In den 1890er Jahren lasen mehr als eine Million Menschen die Satire, \u00fcber die auch ausl\u00e4ndische Zeitungen lebhaft berichteten.<\/p>\n<p>Das Publikum rezipierte die Schrift nahezu ausschlie\u00dflich als heftigen Angriff auf den Kaiser, w\u00e4hrend sie doch mindestens in gleichem Ma\u00dfe eine fundamentale Kritik am Geist (oder Ungeist) der deutschen Gesellschaft, vor allem der oberen Schichten, darstellte. Der \u201eC\u00e4sarenwahnsinn&#8220; kommt nicht von ungef\u00e4hr, denn: \u201eDer spezifische C\u00e4sarenwahnsinn ist das Produkt von Zust\u00e4nden, die nur gedeihen k\u00f6nnen bei der moralischen Degeneration monarchisch gesinnter V\u00f6lker oder doch der h\u00f6her stehenden Klassen, aus denen sich die n\u00e4here Umgebung der Herrscher zusammensetzt. [&#8230;]<\/p>\n<p>Kommt dann noch hinzu, da\u00df nicht nur die h\u00f6fische Umgebung, sondern auch die Masse des Volkes korrumpiert ist [&#8230;]: so ist es ja wirklich zu verwundern, wenn ein so absoluter Monarch bei gesunden Sinnen bleibt.&#8220; Die Quiddesche Untersuchung diagnostizierte einen ernsten Krankheitszustand der deutschen Gesellschaft aufgrund von Untertanen-Gesinnung und mangelnder Zivilcourage. Das dynastische System, so k\u00f6nnte man Quiddes Botschaft zusammenfassen, wird den Forderungen der Zeit und dem Anspruch der Menschen, sich die angemessene Staatsform f\u00fcr die Organisation ihrer Interessen selbst zu schaffen, nicht mehr gerecht; deshalb muss es ver\u00e4ndert werden, nicht mit revolution\u00e4ren Mitteln, wohl aber durch das politische Engagement all jener B\u00fcrger, denen es um die Verwirklichung von Recht und Freiheit geht.<\/p>\n<p>Quidde hatte mit diesen Feststellungen den Nerv der Zeit getroffen. Seine Schrift f\u00fchrte zu einer Welle vaterl\u00e4ndischer Emp\u00f6rung vor allem bei den Berufskollegen. Man verstie\u00df und \u00e4chtete ihn. Die Edition der Reichstagsakten wurde ihm vor\u00fcbergehend entzogen, seine Zeitschrift gab der Verlag etappenweise in andere H\u00e4nde, sie wurde 1898 in \u201e<em>Historische Vierteljahresschrift<\/em>&#8220; umbenannt, der Name Quidde aus dem Impressum getilgt. Friedrich Meinecke schrieb von einem \u201eMachwerk&#8220;, das der \u201eCaligula&#8220; darstelle, der \u201eEhrenname des Gelehrten&#8220; sei Quidde deshalb abzusprechen.<\/p>\n<p>Auch die Justiz interessierte sich f\u00fcr den Fall Quidde. Der Staatsanwalt ermittelte gegen den frechen Nestbeschmutzer; da aber im \u201eCaligula&#8220; nicht ein einziges Mal von Wilhelm II. die Rede war, konnte man seinem Autor juristisch nichts anhaben. Erst zwei Jahre sp\u00e4ter kam es aufgrund eines geringf\u00fcgigeren Anlasses zur Verurteilung wegen Majest\u00e4tsbeleidigung. Quidde musste f\u00fcr drei Monate ins Gef\u00e4ngnis Stadelheim. Am 10. Oktober 1896, dem Tag seiner Entlassung, reiste Quidde nach Ulm, um dort eine Parteitagsrede mit den Worten zu beginnen: \u201eIch komme, wie Sie wissen, aus dem Gef\u00e4ngnis, wegen einer Majest\u00e4tsbeleidigung, die ich<em> nicht<\/em> begangen habe. Das schmerzt mich, wenn ich daran denke, eine wie sch\u00f6ne Majest\u00e4tsbeleidigung man f\u00fcr drei Monate Gef\u00e4ngnis schon h\u00e4tte ver\u00fcben k\u00f6nnen.&#8220;<\/p>\n<p>Als Historiker ist Quidde fortan nicht mehr hervorgetreten, was freilich nicht bedeutet, dass er seine Arbeiten zur Geschichte ganz und gar einstellte. 1923 hielt er Vorlesungen zur deutschen Verfassungsgeschichte in der von Friedrich Naumann gegr\u00fcndeten und von Ernst J\u00e4ckh geleiteten \u201e<em>Deutschen Hochschule f\u00fcr Politik<\/em>&#8220; in Berlin; 1930 ver\u00f6ffentlichte er eine Vortragsreihe, die er f\u00fcr die Carnegie-Stiftung in Paris bei der Akademie f\u00fcr internationales Recht gehalten hatte: \u201eHistoire de la paix publique en Allemagne au moyen-age&#8220;.<\/p>\n<h3 class=\"\"><span id=\"der-politiker\">Der Politiker<\/span><\/h3>\n<p>Da ihm das wissenschaftliche Bet\u00e4tigungsfeld nach der Caligula-Krise verschlossen war, galt Quiddes Arbeit fortan der Politik. Schon als Student hatte er sich politisch engagiert. Sein Stra\u00dfburger Lehrer Hermann Baumgarten war ein wichtiger Vordenker der Nationalliberalen; in G\u00f6ttingen wurde Quidde aktiv gegen den an der Universit\u00e4t grassierenden Antisemitismus. Heinrich von Treitschke hatte 1880 die so genannte Antisemitenpetition der Professoren initiiert, die den insbesondere im Finanzwesen stark engagierten Juden einen gewichtigen Teil der Schuld an der Wirtschaftskrise der 1870er Jahre zuschreiben wollte. Dieser Petition sollte eine studentische Unterschriftenliste angef\u00fcgt werden. Quidde stellte sich nachdr\u00fccklich gegen die antisemitischen Bestrebungen. Er organisierte eine Protestversammlung und verfasste eine Kampfschrift mit dem Titel \u201eDie Antisemitenagitation und die deutsche Studentenschaft&#8220;. Sie erschien 1881 in zwei Auflagen und bezichtigte die Antisemiten, von den wahren Gr\u00fcnden der Krise, n\u00e4mlich den allgemeinen gesellschaftlichen und \u00f6konomischen Problemen des feudalen Systems, ablenken zu wollen. Quiddes Engagement erregte Aufsehen und blieb nicht folgenlos, national und antisemitisch gesinnte Studenten machten publizistisch Front gegen ihn, sogar einer Duellforderung musste er sich stellen. Der Zweikampf endete gl\u00fccklicherweise unblutig.<\/p>\n<p>In den n\u00e4chsten Jahren widmete Quidde sich ausschlie\u00dflich seinen wissenschaftlichen Interessen; erst 1893 schloss er sich der \u201e<em>Deutschen Volkspartei<\/em>&#8220; an, einer Vereinigung s\u00fcddeutscher Demokraten, die strikt republikanisch und antipreu\u00dfisch orientiert war. Im gleichen Jahr erschien anonym seine Analyse des \u201eMilitarismus im heutigen Deutschen Reich&#8220;, in der Quidde schonungslos eines der Grund\u00fcbel im Staate anprangerte: den milit\u00e4rischen Untertanen-Geist, der alle Bereiche des \u00f6ffentlichen, ja, des privaten Lebens infiziert habe. Er nannte seinen Text eine \u201eAnklageschrift&#8220;, Reinhard R\u00fcrup bezeichnete ihn als \u201eeine der gl\u00e4nzendsten zeitgen\u00f6ssischen Analysen des Militarismus, bestechend in der Argumentation, scharf und zupackend in der Form \u2014 eine Analyse, wie sie von einem deutschen Historiker dieser Jahre kaum zu erwarten war.&#8220; Quidde sah im Militarismus den gr\u00f6\u00dften Widersacher individueller Freiheit und den \u201eGegner aller St\u00e4nde, die ihre Selbst\u00e4ndigkeit behaupten wollen, [&#8230;] Gegner der b\u00fcrgerlichen Gesellschaft&#8220;; er bezeichnete ihn als eine \u201ekulturfeindliche Macht&#8220;. Er bef\u00f6rdere einen blinden Nationalismus und werde so zum Hemmnis f\u00fcr internationale Verst\u00e4ndigung und Zusammenarbeit. Mit der Kritik am Militarismus hatte Quidde sein zentrales Thema gefunden. Zwar trat es zun\u00e4chst noch hinter tagesaktuelle Erfordernisse der regionalen politischen Arbeit zur\u00fcck, sp\u00e4ter aber, im Zuge des immer umfangreicher werdenden Engagements f\u00fcr den Pazifismus, r\u00fcckte es mehr und mehr in den Vordergrund.<\/p>\n<p>Nach seinem Beitritt zur \u201e<em>Deutschen Volkspartei<\/em>&#8220; gr\u00fcndete Quidde im Jahre 1894 eine eigene demokratische Tageszeitung f\u00fcr Oberbayern, die <em>M\u00fcnchener Freie Presse<\/em>, die unter seiner Herausgeberschaft bis 1900 erschien. Er nutzte sie als Plattform f\u00fcr die Verbreitung seiner politischen Ansichten, sei es zur Agitation gegen die um sich greifende Bismarck-Verehrung oder die Todesstrafe; immer aber ging es ihm um den Kampf f\u00fcr eine demokratische politische Kultur. Drei Tage nach dem Tod Bismarcks am 30. Juli 1898 schrieb Quidde: An seiner Politik hafte \u201eein moralischer Niedergang unseres Volkstums, eine Verw\u00fcstung unseres \u00f6ffentlichen Lebens, eine Erziehung zur Knechtseligkeit und zur Anbetung der hohlen G\u00f6tzen von \u00e4u\u00dferer Macht, Gewalt und Erfolg. Ohne innere F\u00fchlung mit wahrhaft idealen Bestrebungen, kulturfeindlich in seinem innersten Wesen, hat dieser Mann uns wohl politische Macht verschaffen k\u00f6nnen, aber unserer Kulturentwicklung schaden m\u00fcssen.&#8220;<\/p>\n<p>Quidde bet\u00e4tigte sich bald \u00fcber M\u00fcnchen hinaus f\u00fcr die Ziele der \u201e<em>Deutschen Volkspartei<\/em>&#8220; und war wesentlich beteiligt sowohl an der Gr\u00fcndung eines eigenen Landesverbandes als auch an der Formulierung eines politischen Programms. 1896 wurde Quidde zum Landesvorsitzenden der Partei gew\u00e4hlt. Das Programm der bayerischen \u201e<em>Deutschen Volkspartei<\/em>&#8220; von 1895 trug seine Handschrift. Es handelte sich um ein demokratisches, f\u00f6derales, den sozialen und internationalen Ausgleich forderndes, nationalstaatliches Manifest. Damit ebneten die Deutschen Demokraten in der Konsequenz den Weg f\u00fcr die Zusammenarbeit mit linksliberalen und sozialistischen Partnern zum Zwecke der Verwirklichung demokratischer Strukturen in Deutschland und Europa. Folgerichtig hat Quidde bis zum Ende der Weimarer Republik die Auffassung vertreten, dass eine wirkliche Demokratisierung von Staat und Gesellschaft nur gemeinsam mit den demokratischen Sozialisten zu erreichen sei. Diese Position war im Kreis der liberalen, freisinnigen und demokratischen Parteien durchaus umstritten, was bis zum Beginn der drei\u00dfiger Jahre in Deutschland zu immer neuen Auseinandersetzungen und Abspaltungen f\u00fchrte.<\/p>\n<p>Vorerst gelang es Quidde nicht, sich f\u00fcr seine inhaltlichen Ziele auch als Volksvertreter zu engagieren. Die Bewerbung um eine Landtagskandidatur 1899 scheiterte, 1903 lehnte er ein Angebot Conrad Hau\u00dfmanns ab, statt seiner in W\u00fcrttemberg f\u00fcr den Reichstag zu kandidieren. Erst 1907 wurde er in den Bayerischen Landtag gew\u00e4hlt, dem er bis 1918 angeh\u00f6rte. Von 1902 bis 1911 wirkte er als Mitglied des M\u00fcnchener Gemeindekollegiums in der Kommunalpolitik.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend des Krieges stand Quidde stets auf der Seite derjenigen, die einen Verst\u00e4ndigungsfrieden anstrebten, fand mit seiner Position aber erst Geh\u00f6r, als die Kapitulation nicht mehr zu vermeiden war. 1918 war er zun\u00e4chst Vizepr\u00e4sident des Provisorischen Nationalrates in Bayern und wurde dann f\u00fcr die neu gegr\u00fcndete \u201eDeutsche Demokratische Partei&#8220; (DDP) in die Verfassunggebende Nationalversammlung der Weimarer Republik gew\u00e4hlt. Mit seinen linksliberalen Forderungen geh\u00f6rte er freilich meist zur Minderheit; so konnte er sich zum Beispiel mit seinem Pl\u00e4doyer gegen die Todesstrafe nicht durchsetzen. Auch innerhalb der Partei fand er keine Mehrheiten f\u00fcr viele seiner pazifistischen und humanistischen Positionen; zwar hatte seine Stimme durchaus Gewicht, aber zu politischer Wirksamkeit gelangte er nur selten. So war es konsequent, dass er keine Ber\u00fccksichtigung bei der Listenaufstellung f\u00fcr die Reichstagswahlen fand. Dennoch blieb er auch auf Reichsebene aktiv, obwohl man gelegentlich gar seinen Parteiausschluss betrieb.<\/p>\n<p>Quidde verlie\u00df die Partei mit anderen prominenten Linksliberalen zusammen erst 1930, als sich die DDP in einer Art Verzweiflungsakt mit dem national gesinnten \u201eJungdeutschen Orden&#8220; zur \u201eDeutschen Staatspartei&#8220; zusammenschloss, um den rapiden Stimmenschwund bei den letzten Wahlen zu stoppen. Freilich gelang dies ebenso wenig wie der neuen \u201eRadikaldemokratischen Partei&#8220;, der Quidde sich angeschlossen hatte, Erfolg beschieden war. Nun r\u00e4chte sich, dass der deutsche Liberalismus nach dem Krieg zu keiner einheitlichen Linie gefunden hatte, die liberalen Parteien wurden marginalisiert. Viele demokratische Politiker mussten sich der nationalsozialistischen Verfolgung durch Flucht ins Ausland entziehen; Ludwig Quidde ging im M\u00e4rz 1933 ins Exil nach Genf.<\/p>\n<h3 class=\"\"><span id=\"der-pazifist\">Der Pazifist<\/span><\/h3>\n<p>Als 1892 in Berlin die \u201eDeutsche Friedensgesellschaft&#8220; gegr\u00fcndet wurde, war Ludwig Quidde daran noch v\u00f6llig unbeteiligt. Doch schon im Jahr darauf konnte ihn Karl M\u00fchling, der Schriftf\u00fchrer der Gesellschaft, f\u00fcr die Arbeit der Pazifisten gewinnen. Quiddes demokratischer \u00dcberzeugung war von Anfang an auch das Engagement f\u00fcr ein friedliches Zusammenleben der Menschen eigen. Kants Schrift \u201eZum ewigen Frieden&#8220; f\u00fchrte er h\u00e4ufiger als die Leitschnur seiner pazifistischen \u00dcberzeugungen an. Insofern lag es nahe, dass er bald f\u00fcr die Friedensgesellschaft aktiv wurde und diese Aktivit\u00e4t mit seiner parteipolitischen Arbeit zu verkn\u00fcpfen suchte. 1894 gr\u00fcndete Quidde in M\u00fcnchen eine Ortsgruppe der Friedensgesellschaft, die sp\u00e4ter in die \u201eM\u00fcnchner Friedensvereinigung&#8220; \u00fcberging; bis 1933 war er ihr Vorsitzender.<\/p>\n<p>Quidde war keineswegs ein schw\u00e4rmerischer Friedensfreund; im Gegenteil: ihm ging es um rationale Arbeit zur Verhinderung von Krieg und Gewalt. Wichtigstes Instrument hierzu war f\u00fcr ihn die Schaffung internationaler Institutionen wie eines Weltschiedsgerichtshofes und die Ausgestaltung eines internationalen Kriegsrechtes im Rahmen einer bindenden Verpflichtung aller Staaten auf das V\u00f6lkerrecht. Daneben bed\u00fcrfe es der effektiven Vermittlung zwischen den Staaten bei Interessenkonflikten, um kriegerischen Auseinandersetzungen vorzubeugen. Quidde trug die Anliegen der Pazifisten auf internationalen Kongressen und auf Regierungskonferenzen vor, die Vorschl\u00e4ge f\u00fcr Abr\u00fcstungsvertr\u00e4ge und Strategien zur Friedenssicherung entwickeln sollten. Die Haager Konferenz von 1899, die ein Abkommen zur friedlichen Beilegung internationaler Streitigkeiten verabschiedete, war eine solche Zusammenkunft, von der Quidde sich nachhaltige Wirkungen f\u00fcr den Frieden erhoffte. Wir wissen heute, dass diese Hoffnung zun\u00e4chst eine Illusion bleiben musste.<\/p>\n<p>Indessen engagierte Quidde sich mehr und mehr in den pazifistischen Organisationen. Seit 1901 war er deutscher Vertreter im \u201eInternationalen Friedensb\u00fcro&#8220; in Bern, dessen Leitung er sp\u00e4ter \u00fcbernahm. Auf den Weltfriedenskongressen f\u00fchrte er die deutsche Delegation an, und seit 1907 beteiligte er sich auch an der Arbeit der \u201eInterparlamentarischen Union&#8220;, des Zusammenschlusses der pazifistischen Parlamentarier aller L\u00e4nder. 1907 organisierte er in M\u00fcnchen den ersten pazifistischen Weltkongress auf deutschem Boden. Im Fr\u00fchjahr 1914 wurde er dann, eher der Not als der Neigung gehorchend, zum Vorsitzenden der \u201eDeutschen Friedensgesellschaft&#8220; gew\u00e4hlt. Hervorzuheben ist aus seinen vielf\u00e4ltigen Arbeiten in dieser Zeit der \u201eEntwurf zu einem internationalen Vertrag \u00fcber R\u00fcstungsstillstand&#8220;, den der Weltfriedenskongress und die 18. Interparlamentarische Konferenz 1913 in Den Haag berieten und der zu einem Vorbild f\u00fcr sp\u00e4tere Vertr\u00e4ge wurde.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend der Katastrophe des Ersten Weltkrieges k\u00e4mpfte Quidde trotz aller Widerst\u00e4nde beharrlich f\u00fcr die Propagierung eines gerechten Friedens. Im Jahre 1915 trat er als Verfasser einer Denkschrift gegen die deutschen Kriegszielforderungen hervor. Sein hartn\u00e4ckiger Einsatz gegen den Krieg und die Ziele eines Siegfriedens trug ihm 1918 die Ausweisung aus Berlin und den Entzug des Passes ein; seine Agitationsarbeit setzte er indes von M\u00fcnchen aus fort.<\/p>\n<p>Nach dem Krieg gr\u00fcndete sich die Friedensbewegung in Deutschland praktisch neu. Neben der \u201eDeutschen Friedensgesellschaft&#8220; etablierten sich Organisationen mit ganz unterschiedlichem Hintergrund und unterschiedlichen Zielen. Einen besonderen Zuwachs erhielten die Pazifisten durch den Sinneswandel der Sozialisten, die sich bisher selbst als Friedensbewegung verstanden wissen wollten und spezielle Pazifisten-Organisationen deshalb ablehnten. Nunmehr aber arbeiteten sie in der Friedensbewegung mit, was allerdings zur Folge hatte, dass eine ideologische Gruppe entstand, die den Frieden durch die Errichtung sozialistischer oder kommunistischer Herrschaft herstellen wollte. 1921 gr\u00fcndete sich eine Dachorganisation aller Pazifisten-Verb\u00e4nde, das &#8222;Deutsche Friedenskartell&#8220;; Quidde wurde ihr Vorsitzender. Seine unerm\u00fcdliche publizistische Arbeit gegen den wieder um sich greifenden milit\u00e4rischen Ungeist in Deutschland, speziell gegen die friedensvertragswidrigen Vorg\u00e4nge um die so genannte \u201eSchwarze Reichswehr&#8220;, f\u00fchrte 1924 zu seiner zweiten Inhaftierung in Stadelheim wegen des Verdachtes auf Landesverrat. Aufgrund internationaler Proteste lie\u00df man ihn allerdings bald wieder frei.<\/p>\n<p>Innerhalb der pazifistischen Bewegung war Ludwig Quidde so etwas wie der ruhende, ausgleichende Pol. Seiner Autorit\u00e4t und Integrit\u00e4t war es zu verdanken, dass bis zum Ende der 1920er Jahre ein Bruch der Friedensbewegung vermieden werden konnte. Vor allem seine Anstrengungen, die deutsch-franz\u00f6sischen Beziehungen zu verbessern, wurden weltweit anerkannt. In den internationalen pazifistischen Organisationen, in denen er mitwirkte, bem\u00fchte Quidde sich gemeinsam mit Gesinnungsfreunden aus Frankreich um eine Auss\u00f6hnung beider Staaten und um eine Verst\u00e4ndigung auf der Basis zeitgerechter Anpassung des Versailler Vertrages. Das f\u00fchrte 1927 zur Verleihung des Friedensnobelpreises an ihn und Ferdinand Buisson. L\u00e4ngst hatte Quidde eine solche Ehrung verdient, indessen veranlasste sie die politische Rechte in Deutschland, die jeglicher \u201eErf\u00fcllungs- und Revisionspolitik&#8220; des Versailler Vertrages den Kampf angesagt hatte, zu einer verleumderischen Schm\u00e4h-Kampagne.<\/p>\n<p>Quidde hatte in den letzten Jahren der Weimarer Republik nicht mehr die Kraft, die immer heftiger werdenden Konflikte innerhalb des Friedenskartells auszugleichen und sich gleichzeitig der politischen Angriffe von rechts zu erwehren. 1929 legte er den Vorsitz der Friedensgesellschaft nieder, sein Nachfolger als gesch\u00e4ftsf\u00fchrender Vorsitzender wurde einer seiner Widersacher aus der ideologischen Gruppe radikaler Pazifisten, Fritz K\u00fcster. 1930 trat Quidde gar zusammen mit Hellmut von Gerlach und vielen anderen aus. Zwar unternahm er 1932 noch einmal die Gr\u00fcndung eines \u201eDeutschen Friedensbundes&#8220;, aber dieser Versuch war angesichts der politischen Verh\u00e4ltnisse von vornherein zum Scheitern verurteilt.<\/p>\n<p>Nach der \u201eMachtergreifung&#8220; Hitlers ging Quidde in die Emigration nach Genf. Er war praktisch mittellos, sein Verm\u00f6gen durch die Weimarer Inflation entwertet; anfangs lebte er im wesentlichen von einer schmalen Rente, die ihm die Nobel-Stiftung aussetzte, sp\u00e4ter von Zuwendungen pazifistischer Freunde und kleineren publizistischen Arbeiten, aber auch von den Eink\u00fcnften als Korrektor bei einer Druckerei und aus gelegentlichen Gartenarbeit. 1936 votierte er f\u00fcr die Verleihung des Friedennobelpreises an den inhaftierten Carl von Ossietzky, nicht ohne anzumerken, da\u00df auch Fritz K\u00fcster den Preis verdient h\u00e4tte. 1938, zu seinem achtzigsten Geburtstag, wurde in der von seinem langj\u00e4hrigen Mitstreiter Hans Wehberg herausgegebenen \u201eFriedenswarte&#8220; eine Reihe von W\u00fcrdigungen seiner Person und seines Engagements aus der Feder internationaler Pers\u00f6nlichkeiten ver\u00f6ffentlicht. Quidde arbeitete zu der Zeit an einer Darstellung \u00fcber den Pazifismus im Ersten Weltkrieg, die erst 1979 aus dem Nachla\u00df herausgegeben werden konnte. Am 5. M\u00e4rz 1941 starb Ludwig Quidde in Genf.<\/p>\n<p>Karl Holl, der Herausgeber von Quiddes Geschichte des Pazifismus im Ersten Weltkrieg, kennzeichnet den Friedensnobelpreistr\u00e4ger wie folgt: \u201eLudwig Quidde ist von einem bestimmten Punkt seines Lebens an Au\u00dfenseiter gewesen, er hat sich vorgezeichneten Bahnen wenig angepasst, festen Kategorien politischer und sozialer Art kaum eingef\u00fcgt, so da\u00df f\u00fcr keine politische Gruppierung Anlass bestand, ihn ganz f\u00fcr sich zu reklamieren, so da\u00df auch keine Quidde-Legende, sei es im positiven, sei es im negativen Sinne, entstehen konnte, die seine emotionale Vereinnahmung gesichert h\u00e4tte.&#8220; Auch sein ausgesprochen rationales und pragmatisches Engagement, die Ablehnung jeglichen Extremismus und jeglicher ideologischen Dogmatik, die Distanz zu aller Schw\u00e4rmerei oder Schwarzmalerei, lassen ihn als Kult-Figur oder als politisches Idol ungeeignet erscheinen. Andererseits ist kaum jemand sonst zu seiner Zeit konsequenter und glaubw\u00fcrdiger f\u00fcr Demokratie, Recht und Humanit\u00e4t eingetreten. Mag ihm das Charisma des popul\u00e4ren Politikers gefehlt haben, an Grundsatztreue und an Mut, f\u00fcr seine Ideale zu k\u00e4mpfen, fehlte es ihm nicht. Was er in einem simplen Satz \u00fcber den Pazifismus sagte, kann als Motto f\u00fcr sein ganzes Leben gelten: \u201eDer Pazifismus will eine neue Welt aufbauen, erf\u00fcllt von der Idee des Rechtes, getragen von den solidarischen Interessen der Menschheit.&#8220;<\/p>\n<p>Heute gibt es erfreulicherweise wieder Bestrebungen, auf das Wirken Quiddes aufmerksam zu machen. In Nordrhein-Westfalen bietet das \u201eLudwig-Quidde-Forum&#8220; politische Veranstaltungen an. Anfang 2002 wurde in Bremen von einem Nachfahren Quiddes die gemeinn\u00fctzige \u201eLudwig-Quidde-Stiftung&#8220; gegr\u00fcndet, die mithilfe eines \u201eLudwig-Quidde-Preises&#8220; das Ged\u00e4chtnis an den Nobelpreistr\u00e4ger wach halten will. Auch seine \u201eCaligula&#8220;-Schrift ist neuerdings in der Edition Temmen wieder greifbar.<\/p>\n","protected":false},"featured_media":0,"template":"","categories":[],"tags":[],"autoren":[3326],"publikationen":[1211],"class_list":["post-19019","publikation","type-publikation","status-publish","hentry","autoren-karl-heinz-hense","publikationen-vorg-159"],"acf":[],"yoast_head":"<!-- This site is optimized with the Yoast SEO plugin v28.5 - https:\/\/yoast.com\/product\/yoast-seo-wordpress\/ -->\n<title>Ein Pazifist, zu Unrecht vergessen: Zum 75. 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