{"id":19234,"date":"2024-03-25T16:41:51","date_gmt":"2024-03-25T15:41:51","guid":{"rendered":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/?post_type=publikation&#038;p=19234"},"modified":"2026-03-20T14:58:13","modified_gmt":"2026-03-20T13:58:13","slug":"kriminalisierung-drogenkonsumierender-menschen-in-deutschland-wie-weiter-2","status":"publish","type":"publikation","link":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/vorgaenge\/vorg-243\/publikation\/kriminalisierung-drogenkonsumierender-menschen-in-deutschland-wie-weiter-2\/","title":{"rendered":"Kriminalisierung drogenkonsumierender Menschen in Deutschland: Wie weiter?"},"content":{"rendered":"<p class=\"v-teaser-western\"><em>Drogenkonsum wird nach wie vor kriminalisiert. Zugleich werden Inhaftierte manchmal auch zu Drogenkonsumierenden. Heino St\u00f6ver zeichnet quantitativ nach, wie sich die Inhaftierung und Kriminalisierung von Drogenkonsum ver\u00e4ndert hat und erkl\u00e4rt, dass beim Thema Drogen kein Erfahrungsaustausch, keine Informationsvermittlung und keine Begleitung stattfindet. Daher argumentiert er f\u00fcr eine Entkriminalisierung. Neue Formen der Pr\u00e4vention, Therapie und Schadensminderung in der Drogenpolitik\/-hilfe w\u00fcrden n\u00e4mlich erst m\u00f6glich, wenn die Repression einer konstruktiven Regulation weicht und ein gesundheitspolitischer Ansatz mit akzeptanz-\/problemorientiertem Schwerpunkt zum Tragen komme. Ziel dieser Arbeit w\u00e4re eine Regulierung aller illegaler Substanzen, das hei\u00dft ein Abbau repressiver Strukturen zugunsten gesundheitlicher Unterst\u00fctzungen und Hilfen.<\/em><\/p>\n<h3 class=\"v-zwischen&uuml;berschrift-2-western \"><span id=\"kriminalisierung-von-drogenkonsumierenden\">Krimi&shy;na&shy;li&shy;sie&shy;rung von Drogen&shy;kon&shy;su&shy;mie&shy;renden<\/span><\/h3>\n<p class=\"v-absatz-ohne-western\">Die Kriminalisierung, das hei\u00dft die Strafverfolgung, die gerichtliche Befassung, Verurteilung und Inhaftierung muss als ein langandauernder Prozess verstanden werden, der viele Konsumierende illegaler psychoaktiver Substanzen im Laufe ihrer Konsumphase betrifft. Dabei verl\u00e4uft der Kriminalisierungsprozess bei den Konsumierenden verschiedener psychoaktiver Substanzen sehr unterschiedlich. Bei den Konsumierenden des bisher noch illegalen Cannabis f\u00fchrt die polizeiliche Auff\u00e4lligkeit in der Regel \u2013 bei geringen Mengen zum Eigenbedarf und Erstt\u00e4terschaft \u2013 zu einer Einstellung des Verfahrens. Verbunden damit sind aber neben den strafrechtlichen auch oftmals zivilrechtliche Konsequenzen (zum Beispiel Beratungsauflagen oder F\u00fchrerscheinentzug), und die Folgen f\u00fcr das soziale Nahfeld der Betroffenen sind oft erheblich (Ausgrenzung, Stigmatisierung und Diskriminierung). Anders verh\u00e4lt es sich bei den \u2013 oft abh\u00e4ngig \u2013 Konsumierenden von Opioiden (vor allem Heroin) und Kokain\/Crack, die polizeilich auff\u00e4llig geworden sind, wenn es um den Besitz bestimmter Mengen beziehungsweise sogenannte Beschaffungskriminalit\u00e4t geht. Es konnte gezeigt werden, dass die Zahlen zu Hafterfahrungen in dieser Gruppe bei \u00fcber 80 Prozent liegen und zwar im Durchschnitt mit vier bis f\u00fcnf Haftaufenthalten \u00fcber insgesamt mehrere Jahre (Robert Koch-Institut 2016; siehe Tab. 1).<\/p>\n<table width=\"100%\" cellspacing=\"0\" cellpadding=\"0\">\n<tbody>\n<tr valign=\"top\">\n<td width=\"25%\">\n<p class=\"v-absatz-ohne-western\"><b>Studie<\/b><\/p>\n<\/td>\n<td width=\"25%\">\n<p class=\"v-absatz-ohne-western\"><b>Jemals inhaftiert<\/b><\/p>\n<\/td>\n<td width=\"25%\">\n<p class=\"v-absatz-ohne-western\"><b>Gesamt Haftjahre<\/b><\/p>\n<\/td>\n<td width=\"25%\">\n<p class=\"v-absatz-ohne-western\"><b>Anzahl Haftaufenthalte<\/b><\/p>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr valign=\"top\">\n<td width=\"25%\">\n<p class=\"v-absatz-ohne-western\" align=\"justify\">DRUCK-Studie Frankfurt am Main<\/p>\n<\/td>\n<td width=\"25%\">\n<p class=\"v-absatz-ohne-western\">84% der Befragten<\/p>\n<\/td>\n<td width=\"25%\">\n<p class=\"v-absatz-ohne-western\">\u00d8 5,3 Jahre<\/p>\n<\/td>\n<td width=\"25%\">\n<p class=\"v-absatz-ohne-western\">\u00d8 5,4<\/p>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr valign=\"top\">\n<td width=\"25%\">\n<p class=\"v-absatz-ohne-western\" align=\"justify\">MoSyD Szenestudie Ffm 2020<\/p>\n<\/td>\n<td width=\"25%\">\n<p class=\"v-absatz-ohne-western\">88% der Befragten<\/p>\n<\/td>\n<td width=\"25%\">\n<p class=\"v-absatz-ohne-western\">\u00d8 5,1 Jahre<\/p>\n<\/td>\n<td width=\"25%\">\n<p class=\"v-absatz-ohne-western\">\u00d8 4,8<\/p>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr valign=\"top\">\n<td width=\"25%\">\n<p class=\"v-absatz-ohne-western\" align=\"justify\">Studie des ISFF im Rhein-Main-Gebiet<\/p>\n<\/td>\n<td width=\"25%\">\n<p class=\"v-absatz-ohne-western\">88% der Befragten<\/p>\n<\/td>\n<td width=\"25%\">\n<p class=\"v-absatz-ohne-western\">\u00d8 4,0 Jahre<\/p>\n<\/td>\n<td width=\"25%\">\n<p class=\"v-absatz-ohne-western\">Nicht erhoben<\/p>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p class=\"v-absatz-ohne-western\"><i>Tab. 1: Daten zu Hafterfahrungen Drogenabh\u00e4ngiger: MoSyD-Szenestudie 2020, DRUCK-Studie des RKI und Studie des ISFF zu \u00e4lteren Drogenabh\u00e4ngigen im Rhein-Main-Gebiet<\/i><\/p>\n<p class=\"v-absatz-einzug-western\">Auch wenn die Zahl der aufgrund von Delikten im Zusammenhang mit dem Bet\u00e4ubungsmittelgesetz Verurteilten bei nur etwa 15 Prozent aller Gefangenen liegt, gehen Expert*innen davon aus, dass wesentlich mehr Gefangene opioiderfahren oder -abh\u00e4ngig sind \u2013 n\u00e4mlich etwa doppelt so viele (St\u00f6ver 2021a). Die Inhaftierung von Menschen mit einer Opioidgebrauchsst\u00f6rung stellt f\u00fcr diese Personen gesundheitliche und soziale Herausforderungen dar, sowohl w\u00e4hrend der Inhaftierung als auch an den Schnittstellen der \u00dcberg\u00e4nge vom Leben in Freiheit ins Gef\u00e4ngnis und wieder in Freiheit. Im Folgenden werden die Konsumierenden differenziert dargestellt und deren strafrechtliche Erscheinung sowie die medizinischen und psychosozialen Implikationen der Strafverfolgung und Inhaftierung n\u00e4her untersucht.<\/p>\n<h3 class=\"v-zwischen&uuml;berschrift-2-western \"><span id=\"drogenbezogene-delikte-und-substanzkonsum-im-erwachsenenstrafvollzug\">Drogen&shy;be&shy;zo&shy;gene Delikte und Substanz&shy;konsum im Erwach&shy;se&shy;nen&shy;straf&shy;vollzug<\/span><\/h3>\n<p class=\"v-absatz-ohne-western\">Der Prozess der Kriminalisierung der Konsumierenden illegaler psychoaktiver Substanzen hat in Deutschland ein hohes Ausma\u00df angenommen. Die Zahl der polizeilich festgestellten Rauschgiftdelikte steigt seit vielen Jahren kontinuierlich an und belief sich 2021 auf 361.048 Rauschgiftdelikte (Bundeskriminalamt 2022). Allein Cannabis-bezogene Delikte stiegen von 50.277 im Jahr 1993 auf 214.100 im Jahr 2021. Obwohl mit dem Bet\u00e4ubungsmittelgesetz (BtMG) in erster Linie der Handel und Schmuggel verfolgt und bestraft werden sollten, lag der Anteil der sogenannten konsumnahen Delikte (allgemeine Verst\u00f6\u00dfe gem\u00e4\u00df \u00a729 BtMG in der Regel im Mengenbereich zum Eigenbedarf) nie unterhalb von 60 Prozent. Ab dem Jahr 2004 \u00fcberschreitet er regelhaft die 70-Prozent-Marke und erreichte 2020 den neuen historischen H\u00f6chstwert von 79 Prozent. Im Jahr 2021 wurden insgesamt 280.204 und somit geringf\u00fcgig weniger konsumnahe Rauschgiftdelikte als im Vorjahr verzeichnet (2020: 287.592; -2,6 Prozent). Rund zwei Drittel aller Delikte betrafen Cannabis. Bei Cannabis-bezogenen Delikten allein lag der Anteil konsumnaher Delikte im BKA-Berichtsjahr 2020 bei 83,8 Prozent (188.465 Delikte). Das sind mehr als 51 Prozent aller Rauschgiftdelikte (vgl. auch Cous-to\/St\u00f6ver 2020: 120ff.). Die Zahl der Tatverd\u00e4chtigen wegen Versto\u00dfes gegen das BtMG lag 2021 bei 280.840 Personen; circa ein Drittel davon waren Jugendliche und Heranwachsende.<\/p>\n<p class=\"v-absatz-einzug-western\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"645\" height=\"349\" class=\"aligncenter size-full wp-image-19235\" src=\"https:\/\/www.humanistische-union.de\/wp-content\/uploads\/2024\/03\/Abb.1_Feest_Stoever.jpg\" alt=\"\" srcset=\"https:\/\/www.humanistische-union.de\/wp-content\/uploads\/2024\/03\/Abb.1_Feest_Stoever.jpg 645w, https:\/\/www.humanistische-union.de\/wp-content\/uploads\/2024\/03\/Abb.1_Feest_Stoever-600x325.jpg 600w, https:\/\/www.humanistische-union.de\/wp-content\/uploads\/2024\/03\/Abb.1_Feest_Stoever-450x243.jpg 450w\" sizes=\"auto, (max-width: 645px) 100vw, 645px\" \/><\/p>\n<p class=\"v-absatz-ohne-western\"><i>Abb. 1: Bet\u00e4ubungsmitteldelikte in Deutschland insgesamt und Delikte bezogen nur auf Cannabis (Cousto\/St\u00f6ver 2020: 120).<\/i><\/p>\n<p class=\"v-absatz-einzug-western\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"607\" height=\"278\" class=\"aligncenter size-full wp-image-19236\" src=\"https:\/\/www.humanistische-union.de\/wp-content\/uploads\/2024\/03\/Abb.2_Feest_Stoever.jpg\" alt=\"\" srcset=\"https:\/\/www.humanistische-union.de\/wp-content\/uploads\/2024\/03\/Abb.2_Feest_Stoever.jpg 607w, https:\/\/www.humanistische-union.de\/wp-content\/uploads\/2024\/03\/Abb.2_Feest_Stoever-600x275.jpg 600w, https:\/\/www.humanistische-union.de\/wp-content\/uploads\/2024\/03\/Abb.2_Feest_Stoever-450x206.jpg 450w\" sizes=\"auto, (max-width: 607px) 100vw, 607px\" \/><\/p>\n<p class=\"v-absatz-ohne-western\"><i>Abb. 2: Anteile der diversen Cannabisdelikte in Prozent aller Cannabisdelikte (Cousto 2021).<\/i><\/p>\n<p class=\"v-absatz-einzug-western\">Die Repression gegen Drogenkonsumierende hat in den vergangenen Jahren ein Rekordniveau erreicht. Im Jahre 2019 betrug die Zahl der Delikte, die im Zusammenhang mit Cannabis standen, 221.866 F\u00e4lle. Darunter entfielen auf sogenannte konsumnahe Delikte (Mengen zum Eigenbedarf) im Zusammenhang mit Cannabis und seinen Zubereitungen 186.367 Strafanzeigen (vgl. Abb. 1 und 2).<\/p>\n<p class=\"v-absatz-einzug-western\">Die h\u00e4ufigsten Formen der Verurteilungen nach dem BtMG sind Geldstrafen, Freiheitsstrafen auf Bew\u00e4hrung und Freiheitsstrafen ohne Bew\u00e4hrung. Hinzu kommen die Sanktionen im Jugendstrafrecht. Im Jahr 2021 wurden von den 58.677 nach dem BtMG (nach allgemeinem Strafrecht) verurteilen Personen 14.607 zu einer Freiheitsstrafe und 44.070 zu einer Geldstrafe verurteilt (Statistisches Bundesamt 2022a).<\/p>\n<p class=\"v-absatz-einzug-western\">Im Jahr 2021 wurden 67.188 Personen aufgrund eines BtMG-Versto\u00dfes (nach allgemeinem Strafrecht und Jugendstrafrecht) verurteilt (Statistisches Bundesamt 2022a). Zum Stichtag 31. M\u00e4rz 2022 befanden sich insgesamt 6.187 Personen, das hei\u00dft 14,6 Prozent aller Gefangenen, wegen eines BtMG-Versto\u00dfes in Einrichtungen des Freiheitsentzugs (42.492 Strafgefangene und Sicherheitsverwahrte insgesamt) (Statistisches Bundesamt 2022b). Unklar ist, ob es sich dabei um Konsumierende, Abh\u00e4ngige oder Handelnde handelt. Man geht aber davon aus, dass ein erheblicher Teil, der wegen BtMG-Verst\u00f6\u00dfen Inhaftierten selbst Drogen konsumiert respektive davon abh\u00e4ngig ist und dar\u00fcber hinaus weitere Drogenkonsumierende beispielsweise wegen Beschaffungskriminalit\u00e4t verurteilt wurden, die in den Statistiken unter anderen Kategorien als BtMG-Verst\u00f6\u00dfen aufgelistet werden (Jakob et al. 2013; St\u00f6ver 2012). Zudem sind vermutlich auch einige \u201eunauff\u00e4llige\u201c Drogenkonsumierende inhaftiert, das hei\u00dft Personen, die noch nie wegen ihres Drogenkonsums polizeilich auff\u00e4llig geworden sind und auch solche, die erst in Haft beginnen Drogen zu konsumieren (Thane 2015).<\/p>\n<p class=\"v-absatz-einzug-western\">Hellmann (2014) zeigt in ihrer Untersuchung auf, dass Drogendelikte der Anlass f\u00fcr die gegenw\u00e4rtige Haftstrafe bei 19,5 Prozent der M\u00e4nner, 26,2 Prozent der Frauen und 15,4 Prozent der Jugendlichen war. Die erste bundeseinheitliche Erhebung zur stoffgebundenen Suchtproblematik im Justizvollzug (Stichtag: 31. M\u00e4rz 2018 unter der Beteiligung von zw\u00f6lf Bundesl\u00e4ndern) zeigt auf, dass zum Zeitpunkt des Haftantritts 27 Prozent der 41.896 erfassten Gefangenen eine Abh\u00e4ngigkeit und 17 Prozent einen sch\u00e4dlichen Gebrauch von psychotropen Substanzen (nach den Kriterien der WHO ICD-10) aufweisen (Drogenbeauftragte der Bundesregierung 2019). Ein erheblicher Teil der Gefangenen setzt seinen Drogenkonsum auch in Haft fort (Moazen et al. 2020). Allen voran die \u201eDRUCK\u201c-Studie des Robert Koch-Instituts (2016) zeigt die Kontexte der Kriminalisierung von Drogenkonsumierenden detailliert auf: Von den mehr als 2.000 in Freiheit befragten Drogenabh\u00e4ngigen waren 81 Prozent bereits zuvor inhaftiert. Die mediane Gesamthaftzeit betrug drei Jahre und sechs Monate. 30 Prozent der Befragten haben in Haft Drogen injiziert, elf Prozent haben in Haft mit dem intraven\u00f6sen Drogenkonsum begonnen (Robert Koch-Institut 2016: 71).<\/p>\n<p class=\"v-absatz-einzug-western\">Gegenw\u00e4rtig muss man bei etwa 42.492 (31. M\u00e4rz 2022) Strafgefangenen und Sicherungsverwahrten (Statistisches Bundesamt 2022b) und etwa 30 Prozent Opioiderfahrenen also von circa 12.700 Menschen ausgehen (ohne Ma\u00dfregelvollzugsanstalten, Polizeiarrest) \u2013 im Verlaufe eines Jahres von etwa doppelt so vielen. Etwa jeder Vierzehnte der allgemein angenommenen Gesamtzahl von mindestens 166.000 Opioidabh\u00e4ngigen (Kraus et al 2019) ist somit gegenw\u00e4rtig inhaftiert. Bei ungef\u00e4hr 11.000 zur Verf\u00fcgung stehenden Therapiepl\u00e4tzen befinden sich somit etwa genauso viele Drogenkonsumierende im Gef\u00e4ngnis wie in Therapieeinrichtungen (St\u00f6ver 2012). Weitere Studien in Europa zeigen, dass bis zu 60 Prozent der intraven\u00f6s Drogenkonsumierenden auch nach einer Inhaftierung weiterhin Drogen konsumieren (St\u00f6ver et al. 2008).<\/p>\n<p class=\"v-absatz-einzug-western\">Insgesamt muss davon ausgegangen werden, dass es sich bei drogenbezogenen Delikten im Wesentlichen um Kurzstrafen handelt, zu einem erheblichen Teil auch um Ersatzfreiheitsstrafen, weil sie die Geldstrafe nicht zahlen k\u00f6nnen (vgl. mit \u00e4hnlichen Daten: B\u00f6gelein et al. 2014; H\u00f6\u00dfelbarth et al. 2011; Neubacher\/B\u00f6gelein 2021)<a class=\"sdendnoteanc\" href=\"#sdendnote1sym\" name=\"sdendnote1anc\"><sup>i<\/sup><\/a>. Durch die K\u00fcrze der Strafen bergen die \u00dcberg\u00e4nge von der Freiheit in die Haft und von der Haft in die Freiheit zur\u00fcck erhebliche gesundheitliche und soziale Risiken, insbesondere was fatale \u00dcberdosierungen, Infektionsrisiken unmittelbar nach Inhaftierung und Haftentlassung anbelangt (WHO 2014; St\u00f6ver\/Michels 2022), aber auch den Wohnungs-\/Arbeitsplatzverlust und den Wiedereintritt in die gesetzliche Krankenversicherung (St\u00f6ver 2021b). Der Strafvollzug \u2013 das zeigen diese Daten \u2013 wird zu einer Durchgangsstation, zu einem wesentlichen Teil der Biographie f\u00fcr die meisten Drogenkonsument*innen, der massiven Dreht\u00fcreffekten unterliegt.<\/p>\n<p class=\"v-absatz-einzug-western\">Dies geschieht vor dem Hintergrund ohnehin hoher Vorstrafenbelastung der meisten Gefangenen. Dem Statistischem Bundesamt (2022b) zufolge waren von den 42.492 Insassen (am 31. M\u00e4rz 2022) 29.085 vorbestraft. Gef\u00e4ngnisse sind seit jeher H\u00e4user der Armen und Kranken: Soziale und gesundheitliche Auff\u00e4lligkeiten finden sich hier \u00fcberproportional h\u00e4ufig wieder: Wohnungslosigkeit, niedriger Bildungsgrad, sowie psychische St\u00f6rungen einschlie\u00dflich Drogenabh\u00e4ngigkeiten und Infektionskrankheiten sind bei den Gefangenen stark verbreitet.<\/p>\n<h3 class=\"v-zwischen&uuml;berschrift-2-western \"><span id=\"das-beispiel-entkriminalisierung-des-besitzes-von-cannabisprodukten\">Das Beispiel Entkri&shy;mi&shy;na&shy;li&shy;sie&shy;rung des Besitzes von Canna&shy;bis&shy;pro&shy;dukten<\/span><\/h3>\n<p class=\"v-absatz-ohne-western\">Grunds\u00e4tzlich hatten sich die Regierungsparteien im Koalitionsvertrag 2021 darauf geeinigt, die kontrollierte Abgabe von Cannabis an Erwachsene zu Genusszwecken in lizenzierten Gesch\u00e4ften zu erm\u00f6glichen. Dieses Gesetzesvorhaben ist allerdings in zwei S\u00e4ulen unterteilt worden (BMG 2023 a). Der Gesetzentwurf zur Cannabislegalisierung (\u201aS\u00e4ule 1\u2018; DS 20\/8763) wurde am 18. Oktober 2023 in den Bundestag eingebracht (BMG 2023 b). Der urspr\u00fcngliche Plan, Cannabis auch in lizenzierten Fachgesch\u00e4ften zum Verkauf anzubieten (S\u00e4ule 2), wird zun\u00e4chst nicht umgesetzt.<\/p>\n<p class=\"v-absatz-einzug-western\">Die Koalitionsfraktionen haben sich Ende November 2023 auf eine abschlie\u00dfende Fassung des Gesetzes \u00fcber die Legalisierung von Cannabis verst\u00e4ndigt. Das Gesetz soll am 1. April 2024 in Kraft treten. Zum Schutz von Konsument*innen soll die Qualit\u00e4t von Cannabis kontrolliert und die Weitergabe verunreinigter Substanzen verhindert werden. Der Besitz von bis zu 50 Gramm aus dem privaten Eigenanbau durch Erwachsene sowie der gemeinschaftliche, nichtgewerbliche Eigenanbau in Anbauvereinigungen (\u201eCannabis Social Clubs\u201c) soll erlaubt sein. Die Strafbarkeit soll dabei im privaten Raum erst ab 60 Gramm greifen, im \u00f6ffentlichen ab 30 Gramm. Darunter gilt der Besitz als Ordnungswidrigkeit (BMG 2023 c).<\/p>\n<h3 class=\"v-zwischen&uuml;berschrift-2-western \"><span id=\"zusammenfassung-und-ausblick\">Zusam&shy;men&shy;fas&shy;sung und Ausblick<\/span><\/h3>\n<p class=\"v-absatz-ohne-western\">Neue Formen der Pr\u00e4vention, Therapie und Schadensminderung in der Drogenpolitik\/-hilfe werden erst m\u00f6glich, wenn die Repression einer konstruktiven Regulation weicht und im Gegensatz zum heute g\u00fcltigen Abstinenzdogma ein vornehmlich gesundheitspolitischer Ansatz mit akzeptanz-\/problemorientiertem Schwerpunkt zum Tragen kommt. Ziel dieser Arbeit w\u00e4re eine Regulierung aller illegaler Substanzen, das hei\u00dft ein Abbau repressiver Strukturen zugunsten gesundheitlicher Unterst\u00fctzungen und Hilfen.<\/p>\n<p class=\"v-absatz-einzug-western\">Durch eine Umverteilung der Mittel aus der Repression in die Pr\u00e4vention, Beratung und Therapie w\u00e4re deren Finanzierung in ganz neuen Gr\u00f6\u00dfenordnungen m\u00f6glich. Die Deutsche Hauptstelle f\u00fcr Suchtfragen (DHS) fordert eine massive Erh\u00f6hung der Ausgaben von circa 30 Millionen Euro derzeit auf eine Milliarde Euro pro Jahr. Dies entspricht einem Viertel der Ausgaben f\u00fcr die Repression im Bereich illegaler Drogen.<\/p>\n<p class=\"v-absatz-einzug-western\">Durch das Drogenverbot und das Abstinenzdogma entstehen eine Tabuisierung sowie eine Moralisierung drogenkonsumbedingter gesundheitlicher St\u00f6rungen. Konsumierende, insbesondere die vulnerable Gruppe der Jugendlichen, sind gezwungen, ihren Drogengebrauch zu leugnen und zu verheimlichen. Bei drogenbezogenen Problemen (\u00dcberdosierungen, Abh\u00e4ngigkeit, Psychosen, HBV\/HCV- und HIV-Infektionen, Selbst- oder Fremdverletzungen im Rausch) wird Hilfe h\u00e4ufig nicht in Anspruch genommen. Im Gegensatz zu Themen wie Sexualit\u00e4t oder Gewalt finden beim Thema Drogen kein Erfahrungsaustausch, keine Informationsvermittlung und keine Begleitung durch Eltern, Lehrkr\u00e4fte oder Peers statt. So entsteht auch eine L\u00fccke zwischen Pr\u00e4vention, Beratung\/Unterst\u00fctzung und Therapie. Dieser Problemkomplex k\u00f6nnte durch einen regulierenden statt ausgrenzenden rechtlichen Umgangs mit Drogen beziehungsweise Drogenkonsumierenden aufgel\u00f6st werden.<\/p>\n<p class=\"v-absatz-einzug-western\">Die Entkriminalisierung der Konsumierenden aller Drogen ist ein l\u00e4ngst \u00fcberf\u00e4lliger erster Schritt. Parallel hierzu k\u00f6nnen Erprobungen durchgef\u00fchrt werden: Cannabis als Medizin (Michels\/St\u00f6ver 2019), niedrigschwellige Heroinbehandlung f\u00fcr Abh\u00e4ngige, Entkriminalisierung des Besitzes kleiner Mengen Cannabis zum Eigenbedarf \u2013 geerntet in Anbauvereinigungen, wie sie 2023 mit dem Gesetz zur Legalisierung von der Bundesregierung beschlossen werden soll. Eine wissenschaftliche Fundierung der Drogenpolitik ist dringend gefordert, begleitet von einem Beirat, einer Enquetekommission oder einer neu besetzten Drogen- und Suchtkommission der zuk\u00fcnftigen Bundesregierung.<\/p>\n<p class=\"v-absatz-einzug-western\">Beim vorgelegten Gesetzesentwurf zur Entkriminalisierung des Besitzes kleiner Mengen Cannabis handelt es sich aber bei weitem nicht um die im Koalitionsvertrag der (Ampel-)Regierung angek\u00fcndigte und noch 2022 geplante vollst\u00e4ndige Legalisierung im Sinne einer umfassenden Zug\u00e4nglichkeit von qualit\u00e4tsgepr\u00fcftem Cannabis f\u00fcr Erwachsene. Der vorliegende Gesetzentwurf \u201eatmet\u201c zu gro\u00dfen Teilen den Geist des repressiven Bet\u00e4ubungsmittelgesetzes, die restriktive Auslegung des Drogenrechts durch die beteiligten Ministerien, detailversessene Regelungen und hohen b\u00fcrokratischen Schranken f\u00fchren im Ergebnis eher zu einem \u201eBtMG Light\u201c als zu einer progressiv-pragmatischen Neuregulierung.<\/p>\n<p class=\"v-absatz-einzug-western\">Hinzu kommt, dass die bisherige Regulierungsdebatte im Wesentlichen auf Cannabis fokussiert. Aber auch andere Substanzen m\u00fcssen reguliert und damit dem Schwarzmarkt entrissen werden; beispielsweise MDMA (Schildower Kreis 2020), das nach Cannabis und Amphetamin die drittmeist genutzte illegale Droge unter den 15- bis 34-J\u00e4hrigen in Deutschland ist. Seit Ende der 1980er findet die Droge in erster Linie Verbreitung in (Techno-)Partykontexten. Ecstasy kann auf dem Schwarzmarkt in sehr hohen Wirkstoffkonzentrationen angeboten werden, aber auch gef\u00e4hrliche Beimengungen beinhalten. Gerade in den vergangenen Jahren ist der durchschnittliche Wirkstoffgehalt deutlich gestiegen. Die Schwankungen sind erheblich, bis hin zu Tabletten mit deutlich mehr als 300 Milligramm MDMA (bei 60 bis 120 Milligramm als \u00fcblicher Einzeldosis) (EMCDDA\/Europol 2016). Bei einer vern\u00fcnftigen Regulierung k\u00f6nnten somit die Risiken des Konsums deutlich verringert werden. Der Verkauf von MDMA kann in staatlichen oder zumindest lizensierten und kontrollierten Gesch\u00e4ften erfolgen, die sich in der N\u00e4he von relevanten Clubs oder Partybezirken befinden. Die Anzahl der Gesch\u00e4fte sollte stark begrenzt sein.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p class=\"v-autoreninfo-western\"><em><strong class=\"western\">Prof. Dr. Heino St\u00f6ver<\/strong> ist Sozialwissenschaftler und Hochschullehrer an der Fakult\u00e4t Soziale Arbeit und Gesundheit an der Frankfurt University of Applied Sciences und dort seit dem 1. September 2009 Gesch\u00e4ftsf\u00fchrender Direktor des Instituts f\u00fcr Suchtforschung Frankfurt (ISFF). Seine Arbeitsschwerpunkte sind Drogenhilfeangebote\/-strukturen, Drogenpolitik, Gender-\/M\u00e4nnerspezifischer Drogenkonsum, Evaluationen der Wirksamkeit von Hilfeangeboten innerhalb des Justizvollzugs, der Arbeit gesundheitlich-sozialer Institutionen, neue Interventionskonzepte, Methodenentwicklung und Planung von bedarfsgerechten Gesundheitsversorgungsstrategien und Praxisentwicklung.<\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3 class=\"\"><span id=\"literatur\">Literatur<\/span><\/h3>\n<p align=\"justify\">BMG \u2013 Bundesministerium f\u00fcr Gesundheit 2023a: Zwei-S\u00e4ulen-Modell zu Cannabis, abrufbar unter <a href=\"http:\/\/www.bundesregierung.de\/breg-de\/aktuelles\/cannabis-politik-2183814\">www.bundesregierung.de\/breg-de\/aktuelles\/cannabis-politik-2183814<\/a>.<\/p>\n<p align=\"justify\">BMG \u2013 Bundesministerium f\u00fcr Gesundheit 2023b: Referentenentwurf des Bundesministeriums f\u00fcr Gesundheit Entwurf eines Gesetzes zum kontrollierten Umgang mit Cannabis und zur \u00c4nderung weiterer Vorschriften, abrufbar unter <a href=\"http:\/\/www.bundesgesundheitsministerium.de\/fileadmin\/Dateien\/3_Downloads\/Gesetze_und_Verordnungen\/GuV\/C\/Cannabisgesetz-CanG_RefE.pdf\">www.bundesgesundheitsministerium.de\/fileadmin\/Dateien\/3_Downloads\/Gesetze_und_Verordnungen\/GuV\/C\/Cannabisgesetz-CanG_RefE.pdf<\/a>.<\/p>\n<p align=\"justify\">BMG \u2013 Bundesministerium f\u00fcr Gesundheit 2023c: Gesetzentwurf der Bundesregierung. Entwurf eines Gesetzes zum kontrollierten Umgang mit Cannabis und zur \u00c4nderung weiterer Vorschriften, abrufbar unter <a href=\"http:\/\/www.bundesgesundheitsministerium.de\/fileadmin\/Dateien\/3_Downloads\/C\/Cannabis\/Gesetzentwurf_Cannabis_Kabinett.pdf\">www.bundesgesundheitsministerium.de\/fileadmin\/Dateien\/3_Downloads\/C\/Cannabis\/Gesetzentwurf_Cannabis_Kabinett.pdf<\/a>.<\/p>\n<p align=\"justify\">B\u00f6gelein, Nicole et al. 2014: Wie kann die Vermeidung von Ersatzfreiheitsstrafen gelingen? Zur Lebenssituation der Verurteilten und zur Zusammenarbeit staatlicher und nichtstaatlicher Organisationen, in: Bew\u00e4hrungshilfe, Jg. 61, H. 3, S. 282-294.<\/p>\n<p align=\"justify\">Bundeskriminalamt 2022: Rauschgiftkriminalit\u00e4t. Bundeslagebild 2021, abrufbar unter file:\/\/\/\/\/fsa\/share\/home\/uas0015310\/Downloads\/2021RauschgiftBundeslagebild-1.pdf.<\/p>\n<p align=\"justify\">Cousto, Hans 2021: Fahndungsziel Kiffer. 50 Jahre War on Drugs und 50 Jahre BtMG mit stetig steigender Repression in Deutschland, in: Taz-Blog vom 22.04.2021, abrufbar unter <a href=\"https:\/\/blogs.taz.de\/drogerie\/2021\/04\/22\/fahndungsziel-kiffer-2\/\">https:\/\/blogs.taz.de\/drogerie\/2021\/04\/22\/fahndungsziel-kiffer-2\/<\/a>.<\/p>\n<p align=\"justify\">Cousto, Hans\/St\u00f6ver, Heino 2020: Repression und kein Ende?! Erneute W\u00fcrdigung der polizeilichen Zahlen zur Kriminalisierung von Drogengebraucher_innen, in: akzept e.V.\/Deutsche Aidshilfe e.V. (Hrsg.): 7. Alternativer Drogen- und Suchtbericht, Lengerich, S. 120-133.<\/p>\n<p align=\"justify\">Die Drogenbeauftragte der Bundesregierung 2019: Drogen- und Suchtbericht 2019, abrufbar unter <a href=\"http:\/\/www.bundesgesundheitsministerium.de\/fileadmin\/Dateien\/5_Publikationen\/Drogen_und_Sucht\/Berichte\/Broschuere\/Drogen-_und_Suchtbericht_2019_barr.pdf\">www.bundesgesundheitsministerium.de\/fileadmin\/Dateien\/5_Publikationen\/Drogen_und_Sucht\/Berichte\/Broschuere\/Drogen-_und_Suchtbericht_2019_barr.pdf<\/a>.<\/p>\n<p align=\"justify\">EMCDDA \u2013 European Monitoring Centre for Drugs and Drug Addiction\/Europol 2016: EU drug markets report. In-depth analysis: 2016, abrufbar unter <a href=\"https:\/\/doi.org\/10.2810\/219411\">https:\/\/doi.org\/10.2810\/219411<\/a>.<\/p>\n<p align=\"justify\">Hellmann, Deborah 2014: Repr\u00e4sentativbefragung zu Viktimisierungserfahrungen in Deutschland. Forschungsbericht 122, abrufbar unter <a href=\"https:\/\/kfn.de\/wp-content\/uploads\/Forschungsberichte\/FB_122.pdf\">https:\/\/kfn.de\/wp-content\/uploads\/Forschungsberichte\/FB_122.pdf<\/a>.<\/p>\n<p align=\"justify\">H\u00f6\u00dfelbarth, Susann et al. 2011: Lebensweisen und Gesundheitsf\u00f6rderung von \u00e4lteren Drogenabh\u00e4ngigen im Rhein-Main-Gebie, in: 12. Interdisziplin\u00e4rer Kongress f\u00fcr Suchtmedizin, M\u00fcnchen.<\/p>\n<p align=\"justify\">Jakob, Lisa et al. 2013: Suchtbezogene Gesundheitsversorgung von Inhaftierten in Deutschland \u2013 Eine Bestandsaufnahme, in: Sucht, Jg. 59, H. 1, S. 39-50.<\/p>\n<p align=\"justify\">Kraus, Ludwig et al. 2019: Estimation of the number of people with opioid addiction in Germany, in: Deutsches \u00c4rzteblatt International, Jg. 116, S. 137-143.<\/p>\n<p align=\"justify\">Michels, Ingo Ilja\/St\u00f6ver, Heino 2019: Cannabis als Medizin in Deutschland. Gesetzesgenese, historischer Hintergrund und aktuelle Herausforderungen der Verschreibungspolitik und \u2013praxis, in: rausch \u2013 Wiener Zeitschrift f\u00fcr Suchttherapie, Jg. 8, H. 3, S. 104-114.<\/p>\n<p align=\"justify\">Moazen, Babak et al. 2020: Availability, Accessibility, and Coverage of Needle and Syringe Programs in Prisons in the European Union, in: Epidemiologic Reviews, Jg. 42, H. 1, S. 19-26.<\/p>\n<p align=\"justify\">Neubacher, Frank\/B\u00f6gelein, Nicole 2021: Kriminalit\u00e4t der Armen \u2013 Kriminalisierung von Armut? In: Monatsschrift f\u00fcr Kriminologie und Strafrechtsreform, Jg. 104, H. 2, S. 107-123.<\/p>\n<p align=\"justify\">Robert Koch-Institut 2016: Drogen und chronische Infektionskrankheiten in Deutschland \u2013DRUCK-Studie, Berlin.<\/p>\n<p align=\"justify\">Schildower Kreis 2020: Regulierungsvorschl\u00e4ge am Beispiel von MDMA und Cannabis: Entw\u00fcrfe vom 1. Antiprohibitionistischen Kongress \u201eVom Schaden der Prohibition\u201c, in: akzept e.V.\/Deutsche Aidshilfe e.V. (Hrsg.): 7. Alternativer Drogen- und Suchtbericht, Lengerich, S. 134-140.<\/p>\n<p align=\"justify\">Statistisches Bundesamt 2022a: Fachserie 10, Reihe 3, abrufbar unter <a href=\"http:\/\/www.destatis.de\/DE\/Themen\/Staat\/Justiz-Rechtspflege\/Publikationen\/Downloads-Strafverfolgung-Strafvollzug\/strafverfolgung-2100300217004.pdf?__blob=publicationFile\">www.destatis.de\/DE\/Themen\/Staat\/Justiz-Rechtspflege\/Publikationen\/Downloads-Strafverfolgung-Strafvollzug\/strafverfolgung-2100300217004.pdf?__blob=publicationFile<\/a>.<\/p>\n<p align=\"justify\">Statistisches Bundesamt 2022b: Fachserie 10, Reihe 4.1, abrufbar unter <a href=\"http:\/\/www.destatis.de\/DE\/Themen\/Staat\/Justiz-Rechtspflege\/Publikationen\/Downloads-Strafverfolgung-Strafvollzug\/strafvollzug-2100410227004.html\">www.destatis.de\/DE\/Themen\/Staat\/Justiz-Rechtspflege\/Publikationen\/Downloads-Strafverfolgung-Strafvollzug\/strafvollzug-2100410227004.html<\/a>.<\/p>\n<p align=\"justify\">St\u00f6ver, Heino 2012: Drogenabh\u00e4ngige in Haft \u2013 Epidemiologie, Pr\u00e4vention und Behandlung in Totalen Institutionen, in: Suchttherapie, Jg. 13, H. 2, 74-80.<\/p>\n<p align=\"justify\">St\u00f6ver, Heino 2021a: Drogenabh\u00e4ngige in Haft, in: Feest, Johannes et al. (Hrsg.): Drogenabh\u00e4ngige in Haft Alternativkommentar zum Strafvollzugsgesetz, K\u00f6ln, S. 1233-1263.<\/p>\n<p align=\"justify\">St\u00f6ver, Heino 2021b: Aktueller Umgang mit Drogengebrauchenden bei Haftentlassung, in: Jamin, Daniela\/St\u00f6ver, Heino (Hrsg.): Zwischen Haft und Freiheit. Bedarfe und M\u00f6glichkeiten einer guten Entlassungsvorbereitung von Drogengebrauchenden, Baden-Baden, S. 11-40.<\/p>\n<p align=\"justify\">St\u00f6ver, Heino\/Michels, Ingo Ilja 2022: Vermeidung drogeninduzierter Mortalit\u00e4t nach Haftentlassung, in: Das Gesundheitswesen, Jg. 84, S. 1113-1118.<\/p>\n<p align=\"justify\">St\u00f6ver, Heino et al. 2008: Final Report on Prevention, Treatment, and Harm Reduction Services in Prison, on Reintegration Services on Release from Prison and Methods to Monitor\/Analyse Drug use among Prisoners. European Commission, Directorate \u2013 General for health and Consumers. Drug policy and harm reduction. SANCO\/2006\/C4\/02, abrufbar unter <a href=\"http:\/\/ec.europa.eu\/health\/ph_determinants\/life_style\/drug\/documents\/drug_frep1.pdf\">http:\/\/ec.europa.eu\/health\/ph_determinants\/life_style\/drug\/documents\/drug_frep1.pdf<\/a>.<\/p>\n<p align=\"justify\">Thane, Katja 2015: Strukturelle Defizite in der Gesundheitsversorgung in Haft. Das Beispiel DrogenkonsumentInnen; Dissertation, Universit\u00e4t Bremen, Bremen.<\/p>\n<p align=\"justify\">WHO \u2013 World Health Organization 2014: Preventing overdose deaths in the criminal-justice system, abrufbar unter <a href=\"https:\/\/apps.who.int\/iris\/bitstream\/handle\/10665\/326483\/9789289042048-eng.pdf\">https:\/\/apps.who.int\/iris\/bitstream\/handle\/10665\/326483\/9789289042048-eng.pdf<\/a>.<\/p>\n<h3 class=\"v-zwischen&uuml;berschrift-2-western \"><span id=\"anmerkungen\">Anmerkungen:<\/span><\/h3>\n<div id=\"sdendnote1\">\n<p class=\"sdendnote-western\"><a class=\"sdendnotesym\" href=\"#sdendnote1anc\" name=\"sdendnote1sym\">i <\/a>Zur Ersatzfreiheitsstrafe vgl. auch den Beitrag von Nicole B\u00f6gelein in diesem Heft.<\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"featured_media":0,"template":"","categories":[47,2957],"tags":[3402,3400,3442,3403,3439,3440,3441,3404,667],"autoren":[2962],"publikationen":[3419],"class_list":["post-19234","publikation","type-publikation","status-publish","hentry","category-lebensweisen-pluralismus","category-strafvollzug","tag-cang","tag-cannabis","tag-cannabis-gesetz","tag-drogen","tag-drogenkonsum","tag-drogenmissbrauch","tag-entkriminalisierung","tag-legalisierung","tag-vorgaenge-artikel","autoren-heino-stoever","publikationen-vorg-243"],"acf":[],"yoast_head":"<!-- This site is optimized with the Yoast SEO plugin v28.5 - https:\/\/yoast.com\/product\/yoast-seo-wordpress\/ -->\n<title>Kriminalisierung drogenkonsumierender Menschen in Deutschland: Wie weiter? - Humanistische Union<\/title>\n<meta name=\"robots\" content=\"index, follow, max-snippet:-1, max-image-preview:large, max-video-preview:-1\" \/>\n<link rel=\"canonical\" href=\"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/vorgaenge\/vorg-243\/publikation\/kriminalisierung-drogenkonsumierender-menschen-in-deutschland-wie-weiter-2\/\" \/>\n<meta property=\"og:locale\" content=\"de_DE\" \/>\n<meta property=\"og:type\" content=\"article\" \/>\n<meta property=\"og:title\" content=\"Kriminalisierung drogenkonsumierender Menschen in Deutschland: Wie weiter? - Humanistische Union\" \/>\n<meta property=\"og:description\" content=\"Drogenkonsum wird nach wie vor kriminalisiert. 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