{"id":19477,"date":"2024-08-21T12:34:29","date_gmt":"2024-08-21T10:34:29","guid":{"rendered":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/?post_type=publikation&#038;p=19477"},"modified":"2026-09-28T14:44:18","modified_gmt":"2026-09-28T12:44:18","slug":"energiebedarf-aus-oekologischer-perspektive-wie-die-energie-das-leben-bestimmt","status":"publish","type":"publikation","link":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/vorgaenge\/vorg-245\/publikation\/energiebedarf-aus-oekologischer-perspektive-wie-die-energie-das-leben-bestimmt\/","title":{"rendered":"Energiebedarf aus \u00f6kologischer Perspektive: Wie die Energie das Leben bestimmt"},"content":{"rendered":"<p class=\"v-teaser-western\"><em>Die Zukunft wird zeigen, ob es der Menschheit gelingt, ein Gleichgewicht zwischen dem Energieverbrauch und dem Erhalt der Lebensbedingungen zu finden. Werner Bergmann versucht in seinem Beitrag, auf die wesentlichen historisch-gesellschaftlichen Prozesse einzugehen, die mit der Energienutzung hervorgebracht wurden. Ausgehend vom Klimawandel geht er dabei auf die Ausformung des Wirtschaftslebens, die Energienutzung, die vorhandenen Strategien zur Problembew\u00e4ltigung und deren Grenzen ein. Dabei kommt er zum Ergebnis, dass der Riss zwischen Menschen und nichtmenschlicher Natur durch Gestaltung einer Kreislaufwirtschaft \u00fcberwunden werden k\u00f6nne.<\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p class=\"v-absatz-ohne-western\">Alles begann mit dem Feuer. Der pr\u00e4historische Mensch lernte, das Feuer zu z\u00e4hmen, zu nutzen und zu einem Teil der eigenen Gesellschaft zu machen. (Soentgen 2023). Feuer ist ein chemischer Prozess, der W\u00e4rme und Licht erzeugt, Energie wird verf\u00fcgbar. Die gezielte Nutzung der Energie erlaubte die Gestaltung der Lebenswelt und des Lebensraums \u2013 unabh\u00e4ngig von der \u00f6kologischen Ordnung. Die Nutzung und Beherrschung des Feuers beruhten zuerst auf der Verbrennung von nat\u00fcrlichen Stoffen wie Holz, Torf und Dung. Der gezielte Umgang und die kulturelle Nutzung des Feuers erm\u00f6glichten es den Menschen, eine \u00f6kologische Nische zu schaffen. Mit dem Verlassen der J\u00e4ger-und-Sammler-Situation entstanden die agrarischen Gesellschaften in einem Zeitraum von wenigen tausend Jahren. Sie beruhten auf einer Nutzung der Solarenergiestr\u00f6me, dabei wurden vor allem biologische Energiereserven (Pflanzen und Tiere) genutzt (Horn\/Bergthaller 2019: 156). Das Feuer spielte weiterhin eine zentrale Rolle: Es erm\u00f6glichte die Entwicklung keramischer Gef\u00e4\u00dfe und anderer Ger\u00e4tschaften f\u00fcr die Verbesserung und Aufbewahrung von Nahrung (Soentgen 2023: 56). Energie ist also die Voraussetzung von allem Leben auf Erden, sie erm\u00f6glicht Wachstum und Werden.<\/p>\n<p class=\"v-absatz-einzug-western\">Mit dem h\u00e4ufig behaupteten Wandel zum <i>Anthropoz\u00e4n<\/i> hat sich ein neuer verst\u00e4rkter Eingriff der Menschen in die Natur ergeben. Physikalische Klimamodelle erkl\u00e4ren, wie das Erdklima zu verstehen ist und warum die Menschen in einem angenehmen Temperaturbereich leben k\u00f6nnen. Ausgehend von der Sonneneinstrahlung werden die F\u00e4lle ungehinderter Abstrahlung mit dem Ergebnis globaler Temperatur -18\u00b0C, Treibhauseffekt ohne Konvektion + 35\u00b0C und Treibhauseffekt mit Konvektion +17\u00b0C betrachtet. Konvektion entsteht, wenn die aufgew\u00e4rmte Luft aufsteigt, sich in der Atmosph\u00e4re abk\u00fchlt und wieder herunterf\u00e4llt. So ergibt sich ein neues Gleichgewicht. Die Modellergebnisse belegen mit dem gegebenen Wert von +15\u00b0C ein Gleichgewicht vor Beginn der industriellen Revolution. Ab der Nutzung von Kohle, sp\u00e4ter Erdgas und \u00d6l, um zus\u00e4tzliche Energie zu verbrauchen, gelangen zus\u00e4tzliche Treibhausgase in die Erdatmosph\u00e4re und f\u00fchren letztlich zur beobachtenden Erderw\u00e4rmung.<\/p>\n<p class=\"v-absatz-einzug-western\">Energie ist die F\u00e4higkeit Arbeit zu verrichten, um zum Beispiel eine Bewegung zu bewirken oder in Form elektromagnetischer Strahlung in Erscheinung zu treten. Ausgangspunkt ist zuallererst Verbrennung, welche W\u00e4rme und Licht erzeugt. Wesentlich sind die physikalischen Eigenschaften der Energie beschrieben im ersten und zweiten Hauptsatz der Thermodynamik. Der erste Hauptsatz, der Energieerhaltungssatz, besagt, dass alle Energieformen miteinander verwandt sind und bei Umwandlung die Summe aller Energien in einem geschlossenen System konstant bleibt, erstmals definiert von J. R. Mayer (1840), Helmholtz (1847) und Clausius (1850) (vgl. Prigogine\/Stengers 1990: 116ff.)<a class=\"sdendnoteanc\" href=\"#sdendnote1sym\" name=\"sdendnote1anc\"><sup>i<\/sup><\/a>. Der zweite Hauptsatz formuliert Bedingungen der Umwandlung. Dieser Satz besagt, dass die Umwandlungen real und mit Energiedegradation verbunden sind. Dies f\u00fchrt zur Einf\u00fchrung der physikalischen Gr\u00f6\u00dfe <i>Entropie<\/i>. Damit wurde die Zeit mit einer bevorzugten Richtung ausgestattet. Die newtonsche Physik hat keinen Zeitbegriff, die Gesetze gelten gleich in Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. Die Entropie dagegen unterscheidet zwischen Vergangenheit und Zukunft. W\u00e4rme flie\u00dft nat\u00fcrlicherweise vom warmen zum kalten K\u00f6rper (Rovelli 2018: 25). Entropie bestimmt Gleichgewichtszust\u00e4nde von h\u00f6herer Entropie (weitgehend geordnet) zu neuem Gleichgewicht mit niedriger Entropie (zunehmend ungeordnet), vorgegeben durch die negative Definition des Zeitpfeils. Es ergibt sich ein Zeitablauf. Anders definiert wird hier die Energie in Form hoher W\u00e4rme nach Umwandlung durch Dissipation in niedrige W\u00e4rme ge\u00e4ndert. Die Nutzung niedriger W\u00e4rme ist begrenzt und physikalisch aufwendig. Das wird heute gesellschaftlich viel diskutiert bei der Umwandlung von niedriger Lufttemperatur in Heizungstemperatur mittels zus\u00e4tzlicher elektrischer Energie durch die W\u00e4rmepumpe.<\/p>\n<p class=\"v-absatz-einzug-western\">Dies f\u00fchrt zu Fragen zur Natur, zum biologischen Wachstum, zum Werden und zur \u00d6kologie. Wenn wachsende Unordnung bei niedriger Entropie gegeben ist, muss es Mechanismen und Prozesse geben, die die Entstehung neuer Strukturen erm\u00f6glichen. Mit Hinweis auf Boltzmann fragt Mayum (2001: 47), ob Leben \u2013 neben dem zweiten Hauptsatz der Thermodynamik \u2013 ein neues Gesetz ben\u00f6tigt. Wir kommen darauf sp\u00e4ter zur\u00fcck. Die Nutzung der Energie ist Segen und Fluch zugleich. Die Zukunft wird zeigen, ob es der Menschheit gelingt, ein Gleichgewicht zwischen dem Energieverbrauch und dem Erhalt der Lebensbedingungen zu finden.<\/p>\n<p class=\"v-absatz-einzug-western\">In den folgenden Abschnitten werde ich versuchen, auf die wesentlichen gesellschaftlichen Prozesse, die mit der Energienutzung hervorgebracht wurden, einzugehen. Ausgehend vom Klimawandel gehe ich auf die Ausformung des Wirtschaftslebens, die Energienutzung sowie auf die vorhandenen Strategien zur Problembew\u00e4ltigung und deren Grenzen ein. Die mit einer Energiewende verbundenen gesellschaftlichen Herausforderungen und m\u00f6glichen Antworten werde ich dabei auch anrei\u00dfen.<\/p>\n<h3 class=\"v-zwischen&uuml;berschrift-2-western \"><span id=\"energie-und-klima\">Energie und Klima<\/span><\/h3>\n<p class=\"v-absatz-ohne-western\">Ausgehend vom Energiebegriff und der von den Anh\u00e4nger*innen der Anthropoz\u00e4ns-Theorie gesehenen Wende, widmen wir uns der Entwicklung des Energieverbrauchs und seines Einflusses auf das Klima. Nachstehende Grafik (Abb. 1) fasst Details der Entwicklung zusammen.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"555\" height=\"292\" class=\"aligncenter size-full wp-image-19473\" src=\"https:\/\/www.humanistische-union.de\/wp-content\/uploads\/2024\/08\/Bergmann-1.png\" alt=\"\" srcset=\"https:\/\/www.humanistische-union.de\/wp-content\/uploads\/2024\/08\/Bergmann-1.png 555w, https:\/\/www.humanistische-union.de\/wp-content\/uploads\/2024\/08\/Bergmann-1-450x237.png 450w\" sizes=\"auto, (max-width: 555px) 100vw, 555px\" \/><\/p>\n<p class=\"v-absatz-ohne-western\"><i>Abb. 1: Energievebrauch 1960-2050.<\/i><\/p>\n<p class=\"v-absatz-einzug-western\">Die Kurve in Abbildung 1 zeigt den zunehmenden Energieverbrauch \u00fcber die Periode von 1960 bis 2020 sowie die Erwartungen bis 2050. Die Werte, hier in Petajoule (PJ) ausgedr\u00fcckt, zeigen eine Erh\u00f6hung des Energieverbrauchs ausgehend von circa 200 PJ auf etwa 600 PJ im Jahr 2020 auf; das ist eine Erh\u00f6hung um 400 PJ (Faktor 3) in einem Zeitraum von 60 Jahren. Die durchschnittliche Steigerungsrate von ungef\u00e4hr zwei Prozent in der betrachteten Periode ist durch die nach dem Zweiten Weltkrieg zus\u00e4tzlich verf\u00fcgbaren Energietr\u00e4ger \u00d6l und Gas erkl\u00e4rbar, bei gleichzeitig wachsender Weltbev\u00f6lkerung und zunehmenden Pro\u2013Kopf-Verbrauch. W\u00e4hrend die Steigerung des Verbrauchs im Zeitraum von 2010 bis 2019 + 1,4 Prozent pro Jahr betrug, waren die Werte f\u00fcr 2021 +4,9 Prozent und 2022 +2,1 Prozent. Die Szenarien erwarten im g\u00fcnstigen Fall eine ungebrochene Steigerung auf 750 PJ.<\/p>\n<h3 class=\"v-zwischen&uuml;berschrift-2-western \" align=\"left\"><span id=\"wirtschaftswachstum\">Wirtschaftswachstum<\/span><\/h3>\n<p class=\"v-absatz-ohne-western\">Die treibende Kraft des Energieverbrauchs ist wirtschaftliches Wachstum. Dieses wird zumeist mit dem Bruttoinlandsprodukt (BIP) gemessen. Es wird mit drei Methoden erhoben: (a) Entstehung nach Wirtschaftssektoren, (b) Verwendungen wie Konsum, Investitionen und Au\u00dfenbeitr\u00e4ge und (c) Verteilung an Arbeitnehmer*innen, Unternehmens- und Verm\u00f6genseinkommen, Abgaben minus Subventionen, Abschreibungen und Saldo der Prim\u00e4reinkommen der \u00fcbrigen Welt. Die Verteilung aus (c) ist allerdings kein Ma\u00df f\u00fcr Verm\u00f6gens- und Einkommensunterschiede in der Gesellschaft. F\u00fcr 2023 ergibt sich ein Betrag des BIP von 4121 Milliarden Euro f\u00fcr Deutschland.<\/p>\n<p class=\"v-absatz-einzug-western\">F\u00fcr den Zeitraum von 2020 bis 2023 ergibt sich bei einem BIP-Wachstum von 718 Milliarden Euro ein R\u00fcckgang von etwa 695 Terawattstunden (TWh) beim Energieverbrauch, das hei\u00dft: Trotz des BIP-Wachstums ist der Energieverbrauch in Deutschland gesunken. Dies d\u00fcrfte durch den R\u00fcckgang im produzierenden Bereich, insbesondere der energieintensiven Industrie, im Gewerbe und Einsparungen im privaten Bereich begr\u00fcndet sein. Weltweit hat der Energieverbrauch jedoch weiter zugenommen.<\/p>\n<p class=\"v-absatz-einzug-western\">Der politische Prozess orientiert sich weiterhin an der Ansicht, wirtschaftliches Wachstums sei ein Erfolg und die L\u00f6sung gesellschaftlicher Probleme. Bestimmend ist die Erfahrung des wirtschaftlichen Erfolges im globalen Norden nach dem Zweiten Weltkrieg: dem Zeitalter der gro\u00dfen Beschleunigung. Die hegemoniale \u00f6konomische Theorie basiert auf den Annahmen der Mikro\u00f6konomie und dem Primat der \u201ecustomer\u2019s choice\u201d-Nutzentheorie. Dies ist die Basis unserer Wirtschaftspolitik und ein Kern der neoliberalen Argumentation f\u00fcr optimales Wachstum. Ausgehend von einer grundlegenden Knappheit erl\u00e4utert die Theorie das optimierte Verhalten der Akteure \u2013 Haushalte, Unternehmen und Staat \u2013 beim Einsatz der Produktionsfaktoren. Eine Kritik an der Grundannahme des rationalen Verhaltens der Wirtschaftssubjekte ist vielf\u00e4ltig<a class=\"sdendnoteanc\" href=\"#sdendnote2sym\" name=\"sdendnote2anc\"><sup>ii<\/sup><\/a>. Die damit einhergehenden negativen Effekte f\u00fcr Umwelt und soziale Gesellschaften werden ignoriert<a class=\"sdendnoteanc\" href=\"#sdendnote3sym\" name=\"sdendnote3anc\"><sup>iii<\/sup><\/a>.<\/p>\n<h3 class=\"v-zwischen&uuml;berschrift-2-western \" align=\"left\"><span id=\"freiheit-autonomie-und-ueberfluss-im-kapitalismus\">Freiheit, Autonomie und &Uuml;berfluss im Kapita&shy;lismus<\/span><\/h3>\n<p class=\"v-absatz-ohne-western\">Die politischen und wirtschaftlichen \u00c4nderungen im 18. und 19. Jahrhundert haben mit der Gestaltung des modernen Privateigentumsrechts die Durchdringung aller Lebensbereiche durch die \u00d6konomie und den <i>homo oeconomicus<\/i> erm\u00f6glicht. Die Nutzung der Produktionsfaktoren Boden, Arbeit und Kapital unter Einsatz der neu verf\u00fcgbaren Energie durch Kohleverbrennung haben die wirtschaftliche Ordnung grundlegend ver\u00e4ndert. Die Grenzen des Feudalismus waren gesprengt. Die Entwicklung der Produktivkr\u00e4fte erm\u00f6glichte das Streben nach negativer Freiheit, \u00dcberfluss konnte produziert werden. Letztlich standen alle diese Entwicklungen unter dem Primat des Profits, der Freiheit des Kapitals. Die westlichen Staaten waren bereit, die private Codierung von G\u00fctern (Kapital) im Recht zu unterst\u00fctzen, nicht nur in Form von Eigentumsrechten, sondern den G\u00fctern Priorit\u00e4t, Best\u00e4ndigkeit, Konvertierbarkeit und Universalit\u00e4t zu gew\u00e4hrleisten (Pistor 2019). Damit erhielt das Kapital eine rechtliche Qualit\u00e4t, die es erlaubt, Verm\u00f6gen zu erschaffen und zu sch\u00fctzen. Das Versprechen von Autonomie sowie der damit verbundene \u00dcberfluss waren aber nicht gleich verteilt. Die sozialistische Bewegung war daher gepr\u00e4gt vom Bestreben, die Autonomie der Arbeit zu sichern und letztendlich das Privateigentum durch Kollektiveigentum zu ersetzen. Blicken wir heute auf den globalen Norden, scheinen formale Freiheit und \u00dcberfluss noch gegeben zu sein, allerdings begrenzt durch die Produktionsbedingungen und die damit verbundene Nutzung der menschlichen Arbeit. Gleichzeitig bleibt der Eingriff in die Natur dabei faktisch unbeachtet.<\/p>\n<h3 class=\"v-zwischen&uuml;berschrift-2-western \"><span id=\"das-verlorene-jahrhundert-der-oekologie\">Das verlorene Jahrhundert der &Ouml;kologie<\/span><\/h3>\n<p class=\"v-absatz-ohne-western\">Schon w\u00e4hrend der Zeit der industriellen Revolution haben einzelne Wissenschaftler f\u00fcr die \u00d6kologie kritische Punkte angesprochen, ohne allerdings relevante Wirkungen auf den Produktionsprozess zu bewirken. Justus Liebig etwa wies 1862 auf den Raubbau des Bodens (Agrikulturchemie) hin. Er wies auf das Gesetz des Ersatzes und Erhalt hin, eine nachhaltige Landwirtschaft m\u00fcsse das Zirkulieren der Bodenwirkstoffe garantieren. Karl Marx griff dies sp\u00e4ter auf und beschrieb es als den Riss zwischen Menschen und Natur (vgl. auch Saito 2023: 107ff.; Charbonnier 2022: 238ff.; Mayum 2001).<\/p>\n<p class=\"v-absatz-einzug-western\">Die biologische Vielfalt der Welt wird durch den Handel im gro\u00dfen Umfang nach wie vor genutzt. Die sch\u00e4digenden \u00f6kologischen Wirkungen der Sklavenwirtschaft und der Plantagenwirtschaft wurden im Dunkeln gelassen oder ausgeblendet. Energetisch betrachtet bedeutet die Nutzung billiger oder kostenfreier Arbeitskraft (in den USA und in den Kolonien Europas) die zus\u00e4tzliche Nutzung dieser menschlichen Energiereserven f\u00fcr die sich industrialisierenden Staaten.<\/p>\n<p class=\"v-absatz-einzug-western\">Die Entdeckung des Kohlenstoffdioxids erfolgte im 17. Jahrhundert, und Eunice Forte hat 1850 den Anstieg der Temperatur durch CO2 erkannt. Den nat\u00fcrliche Treibhauseffekt hat dann John Tyndall 1862 wissenschaftlich beschrieben. Die Erw\u00e4rmung der Erde durch Kohlenstoffdioxyd und seine Konzentration in der Erdatmosph\u00e4re hat Ende des 19. Jahrhunderts Svante Arrhenius erforscht. Dieser anthropogene Treibhauseffekt wurde zur damaligen Zeit eher als Grund zur Hoffnung gesehen. Man erwartete ein gleichm\u00e4\u00dfigeres Klima und h\u00f6here Ernteertr\u00e4ge insbesondere in k\u00e4lteren Teilen der Erde. Erste Bedenken hinsichtlich des Treibhauseffekts und seiner k\u00fcnftigen Bedeutung wurden Mitte des 20. Jahrhunderts ge\u00e4u\u00dfert (1941 durch Hermann Flohn). Diese Erkenntnisse konnten den wirtschaftlichen Prozess nicht beeinflussen.<\/p>\n<h3 class=\"v-zwischen&uuml;berschrift-2-western \"><span id=\"verteilung-des-energieverbrauchs-im-wirtschaftssystem\">Verteilung des Energie&shy;ver&shy;brauchs im Wirtschafts&shy;sys&shy;tem.<\/span><\/h3>\n<p class=\"v-absatz-ohne-western\">Abbildung 2 zeigt die Gesamtmenge der Energie im Jahr 2021 in Deutschland und den Weg, wie die Energie verwendet wird. Die Gesamtverluste ohne Verwendung betragen ein Drittel, sie sind ohne speziellen Nutzen und f\u00fchren zur allgemeinen Erderw\u00e4rmung. Aber auch die anderen zwei Drittel der Energie wandeln sich am Ende in W\u00e4rme. Ein Anteil der Energie wird in den Produkten (Stahl, Glas, Plastik etc.) gespeichert. Auf lange Sicht verfallen die Produkte und die in ihnen gespeicherte Energie wird als Abfallw\u00e4rme frei. Die Energie bleibt erhalten und wandelt im Produktions-und Konsumoptionsprozess nur ihre Form. Im nat\u00fcrlichen Prozess wandelt sich die Energie von einer mehr organisierten brauchbaren Form (hohe Entropie) zu einer ungeordneten und weniger nutzbaren Form (niedrige Entropie) um.<\/p>\n<p class=\"v-absatz-einzug-western\">Eine entscheidende Rolle bei der Erw\u00e4rmung spielen die freiwerdenden CO2-Emissionen bei der Verbrennung der fossilen Energien Kohle, \u00d6l und Gas. Die globale Erw\u00e4rmung betr\u00e4gt heute etwa 1,4 Prozent, aufgeteilt in einem Prozent im Ozean und 1,9 Prozent f\u00fcr das Land. Betrachtet man den Anstieg der CO2-Konzentration in der Atmosph\u00e4re von 277 Parts per Million (ppm) im Jahr 1750 auf 419 ppm im Jahr 2023, bildet die durch Verbrennung von Kohle, Gas, \u00d6l und Biomasse entstandene CO2-Menge die wirtschaftliche Entwicklung des Anthropoz\u00e4ns ab. Vergleicht man die Erderw\u00e4rmung mit den Quellen des CO2 (88 Prozent Fossil, zw\u00f6lf Prozent Biomasse) und Senken wie Land (31 Prozent), Ozeane (26 Prozent) und Atmosph\u00e4re (47 Prozent), kann man den Treibhauseffekt ermessen. Die Untersuchungen \u00fcber die weiteren Auswirkungen beschreiben verschiedene Szenarien. Die schon erreichten Werte der Erw\u00e4rmung lassen das Erreichen des Zwei-Grad-Ziels unwahrscheinlich wirken, wenn die Nettoemissionen erst 2050 angestrebt werden.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"692\" height=\"364\" class=\"aligncenter size-full wp-image-19474\" src=\"https:\/\/www.humanistische-union.de\/wp-content\/uploads\/2024\/08\/Bergmann-2.png\" alt=\"\" srcset=\"https:\/\/www.humanistische-union.de\/wp-content\/uploads\/2024\/08\/Bergmann-2.png 692w, https:\/\/www.humanistische-union.de\/wp-content\/uploads\/2024\/08\/Bergmann-2-600x316.png 600w, https:\/\/www.humanistische-union.de\/wp-content\/uploads\/2024\/08\/Bergmann-2-450x237.png 450w\" sizes=\"auto, (max-width: 692px) 100vw, 692px\" \/><\/p>\n<p class=\"v-absatz-ohne-western\"><i>Abb. 2: Energieverluste in Deutschland im Jahr 2021.<\/i><\/p>\n<p class=\"v-zwischen\u00fcberschrift-2-western\">Auswirkungen der unbegrenzten Nutzung der fossilen Energieressourcen<\/p>\n<p class=\"v-absatz-ohne-western\">Die wirtschaftliche Entwicklung (gemessen am BIP), der Energieverbrauch und die CO2-Emissionen verlaufen parallel. Auf die \u00f6konomisch entwickelten Staaten entfallen 60 Prozent, auf die sich entwickelnden Staaten 40 Prozent des BIP. Die regionalen Unterschiede sind deutlich: An der Spitze der Regionen liegen Asien (mit 35 Billionen US-Dollar), gefolgt von Nordamerika (27 Billionen US-Dollar), Europa (21 Billionen US-Dollar), Lateinamerika (5,8 Billionen US-Dollar) und Afrika (2,8 Billionen US-Dollar). Verteilt auf die L\u00e4nder ergibt sich der jeweilige Anteil: USA: 25,5 Prozent; China: 18,4 Prozent; Japan: 4,2 Prozent; Deutschland: 4,1 Prozent.<\/p>\n<p class=\"v-absatz-einzug-western\">Wie aus Abbildung 3 ersichtlich wird, steigen die CO2-Emissionen deutlich in Asien, geringf\u00fcgig in Afrika und S\u00fcdamerika. Entscheidend daf\u00fcr ist die Entwicklung in China, verursacht durch starke Verbrennung von Kohle. Die Ursachen der CO2-Erzeugung durch fossile Brennstoffe zeigt Abbildung 4.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"900\" height=\"473\" class=\"aligncenter size-full wp-image-19475\" src=\"https:\/\/www.humanistische-union.de\/wp-content\/uploads\/2024\/08\/Bergmann-3-e1724236292487.png\" alt=\"\" \/><\/p>\n<p class=\"v-absatz-ohne-western\"><i>Abb. 3: CO2-Aussto\u00df weltweit.<\/i><\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"800\" height=\"420\" class=\"aligncenter size-full wp-image-19476\" src=\"https:\/\/www.humanistische-union.de\/wp-content\/uploads\/2024\/08\/Bergmann-4-e1724236323173.png\" alt=\"\" \/><\/p>\n<p class=\"v-absatz-ohne-western\"><i>Abb. 4: Energieverbrauch weltweit.<\/i><\/p>\n<p class=\"v-absatz-einzug-western\">Die Auswirkungen des \u00f6konomischen Systems auf die \u00d6kologie sind gewaltig. Im neoliberalen Kapitalismus sind die wirtschaftlichen und politischen Entscheidungen getrieben von den Interessen der Kapitalgeber*innen und der Finanzindustrie \u2013 verbunden mit dem Ziel, kurz- und mittelfristig Profite zu erreichen. Dies wird begleitet von den nationalen Kapitalinteressen der starken Staaten. Ausgehend von der imperialistischen Entwicklung im 19. Jahrhundert beruht der Reichtum des globalen Nordens auf Ausbeutung von Boden, Natursch\u00e4tzen und Menschen (jeweils insbesondere des globalen S\u00fcdens).<\/p>\n<p class=\"v-absatz-einzug-western\">Die industrielle Revolution war im 19. Jahrhundert von zwei energetischen Erneuerungen indiziert: zum Ersten vom Ersatz des organischen Brennmaterials durch Kohle mit weit h\u00f6herem Energiegehalt pro Volumen; zum Zweiten vom \u00dcbergang von heimischer Wolle auf Baumwolle. Mit der Erfindung der Dampfmaschine ergab sich zudem eine Revolution des Transportwesens; der Transport von Rohmaterial und Endprodukten erleichterte sich enorm. Begleitet von deutlichen technischen Verbesserungen im Energieeinsatz (wie dem Siemens-Martin-Prozess f\u00fcr die Stahlerzeugung) wurden die Effizienz und der Wirkungsgrad in der Produktion stark und best\u00e4ndig erh\u00f6ht. Die Produktion von Wolle ist ein Prozess, der Land, Wiese und Tiere umfasst. Der Anbau von Baumwolle dagegen ben\u00f6tigt viel Land und viel mehr menschliche Arbeit. Die gro\u00dfe Verf\u00fcgbarkeit von Land und billigen Arbeitskr\u00e4ften wie Sklave*innen erm\u00f6glichten eine so menschenunw\u00fcrdige wie kosteng\u00fcnstige Produktion von Baumwolle und das Erzielen hoher Gewinne. Zusammengenommen erm\u00f6glichten diese Faktoren eine langanhaltende \u00dcbermacht der europ\u00e4ischen Kolonialstaaten. Eine besondere Bedeutung hatte diese Entwicklung in Amerika. Die nahezu unbegrenzte Verf\u00fcgbarkeit von Land erm\u00f6glichte die Ausweitung der Produktion \u2013 neben der Baumwolle \u2013 auf den Anbau von Tabak, Weizen und Mais. Auch die Erzeugung von Fleischprodukten konnte stark gesteigert werden. Dieser Export war zum Ende des Ersten Weltkrieges und danach ein wichtiger Teil des globalen Handels. Die Ausweitung der Produktion f\u00fchrte allerdings zu einer dramatischen Verschlechterung der Bodenqualit\u00e4t; der vern\u00fcnftige Erhalt der Fruchtbarkeit durch D\u00fcngung war zu zeitaufwendig. Neues, noch fruchtbares Land war leichter, schneller und kosteng\u00fcnstiger einzusetzen.<\/p>\n<p class=\"v-absatz-einzug-western\">Ein Prozess der wirtschaftlichen Beschleunigung ergab sich nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs durch die Verf\u00fcgbarkeit von Erd\u00f6l und Erdgas. Bezogen auf Gewicht und Volumen hat Erd\u00f6l einen Vorteil durch h\u00f6heren Energieinhalt verglichen mit Kohle. Dies erm\u00f6glichte die Entwicklung neuer Fahrzeuge f\u00fcr Mobilit\u00e4t, Transport und agrotechnische Bearbeitung. Die so verf\u00fcgbare Antriebsenergie l\u00e4sst sich in der gesamten Industrie nutzen. Erdgas gewinnt dagegen erhebliche Bedeutung in der Erzeugung von anorganischen D\u00fcngemitteln, insbesondere Ammoniak und synthetischen Pestiziden. Eine Erholung und Verbesserung des ausgelaugten Bodens wurde so erm\u00f6glicht. Zus\u00e4tzliche Produkte wie Plastik und Polyethylene kamen auf den Markt. Die Verbreitung der elektrischen Energie durch Ausbau des Stromnetzes erlaubte die Distribution von Energie in der Fl\u00e4che zu geringen Transportkosten. Neben der Industrie wurden auch die Privathaushalte durch neue Produkte \u2013 wie K\u00fchlschr\u00e4nke und Staubsauger \u2013 erleichtert. Die industrielle Produktion konnte effizienter ausgebaut werden. Sie kann zeitunabh\u00e4ngig organisiert werden, der Prozess kann in Serien erfolgen, aber auch zeit\u00fcberlappend angeordnet werden. Es bleibt allerdings ein wichtiger Unterschied zwischen Industrie und agrotechnischer Wirtschaft. Letztere ist abh\u00e4ngig vom Wetterverlauf. Das Wirtschaftswachstum ist stetig, und damit steigt parallel der Energieverbrauch. In der modernen Landwirtschaft wird Material und Energie von au\u00dfen zugef\u00fchrt, eine Zirkularit\u00e4t kann nicht erreicht werden. Abfall und viele verseuchte Substanzen verbleiben im Boden und in der Umwelt. Das Muster, neues Land zu nutzen, kann nicht grenzenlos weiter erfolgen. Wo es erfolgt, kommt es zum Abholzen von gro\u00dfen W\u00e4ldern \u2013 wie in Amazonien.<\/p>\n<p class=\"v-absatz-einzug-western\">Alle diese Entwicklungen f\u00fchren zur \u00f6kologischen Katastrophe. Die Belastung ist am gr\u00f6\u00dften im globalen S\u00fcden. Auch die Gewinnung von Rohmaterial, chemischen Grundstoffen und sonstigen ben\u00f6tigten Seltenen Erden verw\u00fcstet die Landschaft. Entwicklungsl\u00e4nder mit fortgeschrittenem \u00f6konomischem System m\u00fcssen den selbsterhaltenden Anbau aufgeben und zu Monokulturen wechseln, um im Wettbewerb bestehen zu k\u00f6nnen. Dagegen w\u00e4re der selbsterhaltende Anbau unbedingt erforderlich, auch um die Lebensweise von betroffenen indigenen V\u00f6lkern zu sichern. Dies w\u00fcrde auch das biosph\u00e4rische Gleichgewicht f\u00f6rdern.<a class=\"sdendnoteanc\" href=\"#sdendnote4sym\" name=\"sdendnote4anc\"><sup>iv<\/sup><\/a> Energetische \u00dcberlegungen k\u00f6nnten indizieren, auf welche Art und Weise der Wirkungsgrad f\u00fcr das sozio\u00f6konomische Gleichgewicht bestimmt werden kann. Alles Leben ist Gebrauch von Energie, es ist Energie- und Materialfluss. Die Maximierung der Produktion in der vorgegebenen Zeit ber\u00fccksichtigt nicht die daf\u00fcr erforderliche Energie. W\u00fcrde man aber den Zeitbedarf nicht beachten, begrenzt und minimiert man automatisch den ben\u00f6tigten Energieinput; man arbeitet mit h\u00f6herer Effizienz und besserem Wirkungsgrad.<\/p>\n<p class=\"v-absatz-einzug-western\">Die auf Wachstum konzentrierte neoliberale Wirtschaftspolitik ist getrieben durch Profiterwartungen und strebt die optimale Zeitnutzung an. Profiterwartungen werden an den B\u00f6rsen t\u00e4glich gemessen, Unternehmen m\u00fcssen viertelj\u00e4hrlich Status und Ziele darstellen. Zeit ist knapp. Umweltkosten werden weitgehend ignoriert.<\/p>\n<h3 class=\"v-zwischen&uuml;berschrift-2-western \"><span id=\"welthandel-und-oekologische-auswirkungen\">Welthandel und &ouml;kologische Auswir&shy;kungen<\/span><\/h3>\n<p class=\"v-absatz-ohne-western\">Eine weitere Sicherung der dominierenden Industriestruktur ergibt sich aus den Regeln des Allgemeinen Zoll- und Handelsabkommens (General Agreement on Tariffs and Trade = GATT) der Welthandelsorganisation. Die GATT-Regeln basieren auf dem Freihandelsdogma und definieren (1) Antidiskriminierung, (2) Gegenseitigkeit und (3) das generelle Verbot von nicht-tarifbasieren Handelsbeschr\u00e4nkungen. Hier k\u00f6nnte an die von Friedrich List in <i>Das Nationale System der politischen \u00d6konomie <\/i>von 1841 formulierte Beschr\u00e4nkung des Handels durch Entwicklungszoll als Schutz f\u00fcr sich entwickelnde L\u00e4nder als Ausnahme der liberalen Wirtschaftspolitik erinnert werden<a class=\"sdendnoteanc\" href=\"#sdendnote5sym\" name=\"sdendnote5anc\"><sup>v<\/sup><\/a>. Der gesteigerte Export in sich entwickelnde L\u00e4nder f\u00fchrt f\u00fcr diese zu schlechteren Handelsbedingungen und geringeren Erl\u00f6sen aus dem eigenen Export. Es f\u00f6rdert die Ausbeutung von Energiereserven f\u00fcr Rohstoffe und Nutzung des Bodens f\u00fcr Monokulturen. Die Abf\u00e4lle und der M\u00fcll verbleiben vor Ort. Der Abfall in der Produktion in den Industriestaaten wird weitgehend ungeregelt in die Umwelt entsorgt oder zunehmend in die Entwicklungsl\u00e4nder verbracht. Diese Zirkulation ist nicht nachhaltig und tr\u00e4gt zur Erw\u00e4rmung von Land und Wasser bei. Die R\u00fcckgewinnung der so gebundenen Energie mit niedriger Entropie ist limitiert. Sie ist abh\u00e4ngig von der Dichte und Qualit\u00e4t dieser Energieressourcen und von der Art und Menge der zus\u00e4tzlichen erforderlichen Energie. Die Solarenergie \u2013 daf\u00fcr reichlich verf\u00fcgbar \u2013 hat allerdings eine zu geringe Energieintensit\u00e4t, um eine schnelle Wiedergewinnung zu erreichen. Daf\u00fcr ist Raum und Zeit jenseits des Horizonts des menschlichen Lebens erforderlich. Abfall verbleibt in Land und Wasser. Betrachten wir die Erde \u2013 bezogen auf Land und Wasser \u2013 als geschlossenes System, spielen beide die entscheidende Rolle bei der Aufnahme des Abfalls. Steigende Produktion von anorganischen Waren, von haltbaren Materialien und gro\u00dfen Strukturen stehen dem biochemischen Prozess nicht zur Verf\u00fcgung, der Grundlage des Wachsens und Werdens in der Natur ist. Wir k\u00f6nnen\/m\u00fcssen annehmen, dass die lebenden Organismen das Level von Entropie\u00e4nderung zyklisch kontrollieren und balancieren.<\/p>\n<h3 class=\"v-zwischen&uuml;berschrift-2-western \"><span id=\"situation-der-deutschen-energiewende-und-oekologische-wirkung\">Situation der deutschen Energie&shy;wende und &ouml;kologische Wirkung<\/span><\/h3>\n<p class=\"v-absatz-ohne-western\">Das wirtschaftspolitische Ziel ist weiterhin am Wachstum orientiert. In Szenarien wird mittelfristig ein Wachstum von 0,7 Prozent erwartet. Offen ist, ob es dabei eine weitere Reduzierung des Prim\u00e4renergieverbrauchs geben wird.<\/p>\n<p class=\"v-absatz-einzug-western\">Der Verbrauch der Prim\u00e4renergie ist ausgehend von 4085 TWh im Jahr 1990 auf 2997 TWh im Jahr 2023 gesunken. Der Anteil von erneuerbaren Energien betrugt 2023 588 TWh oder 20 Prozent, die fossilen Energien entsprechen damit 80 Prozent. Die Ziele der Bundesrepublik konzentrieren sich auf Reduzierung der CO2-Emissionen. Ausgehend vom Jahr 1990 ist eine Minderung von 70 Prozent auf einen Wert von 673 Millionen Tonnen f\u00fcr das Jahr 2023 erreicht worden. Das Ziel f\u00fcr 2030 betr\u00e4gt 400 Millionen Tonnen CO2. Bis 2038 soll au\u00dferdem der Kohleausstieg erreicht werden. Ein wesentlicher Anteil der Reduzierung soll aus der Stromerzeugung kommen, die zur Zeit etwa 40 Prozent der Emissionen erzeugt. Gleichzeitig wird erwartet, dass die Stromerzeugung von 523 TWh auf 750 TWh bis 2030 erforderlich ansteigt<a class=\"sdendnoteanc\" href=\"#sdendnote6sym\" name=\"sdendnote6anc\"><sup>vi<\/sup><\/a>. Die erwartete Struktur\u00e4nderung wird bestimmt durch die h\u00f6here Stromerzeugung f\u00fcr W\u00e4rme durch W\u00e4rmepumpen zum Heizen und in der Mobilit\u00e4t f\u00fcr elektrische Fahrzeuge (Burger 2024). \u00d6kologisch bedeutsam sind die Auswirkungen durch den erh\u00f6hten Bedarf an Material f\u00fcr Solarenergieinstallationen, Windr\u00e4der und die Produktion des elektrischen Equipments f\u00fcr Heizen und Mobilit\u00e4t im Energiesektor. Es entsteht ein hoher Bedarf an Rohstoffen f\u00fcr Batterien und Seltenen Erden f\u00fcr elektrische und elektronische Komponenten. Die ben\u00f6tigen Ressourcen sind zum allergr\u00f6\u00dften Teil nicht in Europa, sondern befinden sich im globalen S\u00fcden. Die Problematik der Ausbeutung dieser Reserven ist bekannt. Ist der sogenannte Green Deal geeignet, einen Weg aus diesem Dilemma aufzuzeigen? Oder wiederholt sich die imperiale Ausbeutung der L\u00e4nder des globalen S\u00fcdens durch die Ausbeutung ihrer Reserven nur? Die Beispiele der Gewinnung von Natrium, Lithium, Kupfer und Bauxit f\u00fchren abermals zu hohen Umweltsch\u00e4den f\u00fcr Boden, Luft, W\u00e4lder und Wasser. Mit Hilfe billiger Arbeitskr\u00e4fte und der Verdr\u00e4ngung traditioneller Lebensweisen und indigener V\u00f6lker werden diese Ressourcen \u201egewonnen\u201c.<\/p>\n<h3 class=\"v-zwischen&uuml;berschrift-2-western \"><span id=\"kurzfristige-und-langfristige-erwaermung\">Kurzfris&shy;tige und langfris&shy;tige Erw&auml;rmung<\/span><\/h3>\n<p class=\"v-absatz-ohne-western\">Bei der Erderw\u00e4rmung haben wir es mit einem kurzfristig zu erwartenden Anstieg durch die Nutzung fossiler Energien und die dadurch entstehende CO2-Emission zu tun. Zus\u00e4tzlich l\u00e4sst die langfristige Betrachtung (basierend auf dem Energieerhaltungssatz) eine zus\u00e4tzliche Erw\u00e4rmung erwarten, betrachtet man den Planeten als geschlossenes System. Nur Solarenergie, Windenergie und Bioenergie sind energetisch betrachtet wirklich klimaneutral<a class=\"sdendnoteanc\" href=\"#sdendnote7sym\" name=\"sdendnote7anc\"><sup>vii<\/sup><\/a>. Der Nutzung dieser Ressourcen sind allerdings Beschr\u00e4nkungen gegeben. Die Intensit\u00e4t der Energie ist niedrig, und f\u00fcr die Gewinnung f\u00fcr die industrielle Nutzung werden gro\u00dfe Materialstrukturen ben\u00f6tigt. Es ist nicht ersichtlich, wie der moderne Produktionsprozess ohne hohe Energieintensit\u00e4t ablaufen k\u00f6nnte. Neben den fossilen Brennstoffen werden zwei Ressourcen wirtschaftlich und politisch betrachtet: die Atomenergie und die Nutzung von Wasserstoff.<\/p>\n<p class=\"v-absatz-einzug-western\">Kernkraftwerke sind vorhanden, tragen aber nur einen kleinen Teil zur weltweiten Prim\u00e4renergieerzeugung bei. Es gibt Forderungen und Pl\u00e4ne zum weiteren Ausbau \u2013 europ\u00e4isch und weltweit, selbst in Deutschland werden einzelne Stimmen Laut. Insgesamt scheinen die H\u00fcrden im Detail allerdings recht gro\u00df zu sein, um der Kernkraft Bedeutung zu verleihen. Die Nachteile und Probleme sind vielf\u00e4ltig und schwerwiegend. Der Bau von Kernkraftwerken ist mit hohen Kosten \u2013 oft nicht wirklich kontrollierbaren Kostensteigerungen \u2013 verbunden. Die Wirtschaftlichkeit ist fraglich, es bleibt eine Abh\u00e4ngigkeit bei der Beschaffung von Rohstoffen f\u00fcr die Brennelemente, die Kosten der langj\u00e4hrigen Behandlung des Atomm\u00fclls sind v\u00f6llig ungekl\u00e4rt und werden zuk\u00fcnftigen Generationen \u00fcberlassen. Es obliegt ausschlie\u00dflich Expert*innen, die Behandlung und Steuerung zu beschlie\u00dfen und durchzuf\u00fchren. Die Nutzung dieser \u201everriegelten Technologie\u201c monopolisiert das Angebot und f\u00fchrt zur Abh\u00e4ngigkeit ihrer Benutzer*innen. Eine demokratische Kontrolle erscheint schwierig<a class=\"sdendnoteanc\" href=\"#sdendnote8sym\" name=\"sdendnote8anc\"><sup>viii<\/sup><\/a>.<\/p>\n<p class=\"v-absatz-einzug-western\">Eine entscheidende Rolle in der deutschen Klimapolitik wird der Erzeugung und dem Einsatz von Wasserstoff zugemessen. Wasserstoff muss erzeugt werden. Quellen daf\u00fcr sind die heute benutzten fossilen Brennstoffe, die mittels Dampfreformierung bei gleichzeitiger Erzeugung von CO2 eingesetzt werden. Zu 95 Prozent wird der Wasserstoff f\u00fcr die stoffliche Versorgung in den Chemieprozessen, in der Stahlproduktion und in der Zementherstellung genutzt (Goebel 2022). Die andere Methode der Erzeugung ist die Elektrolyse, heute mit f\u00fcnf Prozent Anteil an der Wasserstoffproduktion beteiligt. Die Elektrolyse ist zentral f\u00fcr die zuk\u00fcnftige CO2-freie Gewinnung von Wasserstoff. F\u00fcr die Elektrolyse wird elektrischer Strom ben\u00f6tigt, und die damit verbundene CO2-Erzeugung h\u00e4ngt vom Strommix ab. Er sollte klimaneutral sein. Der Wirkungsgrad bei der Erzeugung betr\u00e4gt circa 70 Prozent. Neben der Nutzung als Brennstoff eignet sich Wasserstoff zur Speicherung von Energie. Die Transportbedingungen f\u00fcr Wasserstoff aber bringen einige Herausforderungen. Wasserstoff kann in Pipelines wie Erdgas von Erzeugenden zu Verbrauchenden oder in den Speicher gebracht werden. Wasserstoff kann auch verfl\u00fcssigt werden, vergleichbar mit der Erzeugung von LNG, dabei ergeben sich etwa 30 Prozent Verluste. Der Transport von fl\u00fcssigem Wasserstoff f\u00fchrt zu hohen Kosten. Im Vergleich zu \u00d6l hat Wasserstoff nur etwa ein Zehntel an Energie pro Kilogramm. Damit ergeben sich nur wenige sinnvolle Anwendungen f\u00fcr fl\u00fcssigen Wasserstoff. Weit entfernte Orte zur Erzeugung von Wasserstoff sind nur sinnvoll, wenn sie sich \u00fcber Pipelines anbinden lassen. Der Transport von fl\u00fcssigen H2 mit Schiffen w\u00e4re dreimal teurer als der Transport von LNG und damit \u00f6konomisch illusorisch. Der Einsatz von klimaneutralem Wasserstoff sollte zuerst dem Ersatz der fossilen Brennstoffe in der stofflichen Anwendung dienen. Zus\u00e4tzliche Mengen k\u00f6nnten sinnvoll zur Speicherung genutzt werden, um die Sicherheit der Stromversorgung zu gew\u00e4hrleisten. Das w\u00e4re eine sinnvolle Erg\u00e4nzung zur fluktuierenden Erzeugung durch Wind und Sonne. Der Nutzungsgrad \u00fcber Verdichtung zur Einspeicherung und dann R\u00fcckgewinnung zur elektrischen Nutzung mittels Brennstoffzellen kann mit 42 Prozent angenommen werden, mehr als die H\u00e4lfte w\u00e4re Verlust an die Umwelt (Goebel 2022). Wie aus dem Energieflusssystem ersichtlich wird, ist der Einsatz von H2 im Industriesektor am sinnvollsten, wobei die Wirtschaft sich auf wirklich notwendige Produktionen beziehen sollte. Der direkte Einsatz von elektrischer Energie ist beim Heizen mit der W\u00e4rmepumpe \u00fcberlegen, und in der Mobilit\u00e4t ist das Elektrofahrzeug \u00fcberlegen. Die aufgef\u00fchrten Wirkungsgrade zeigen hohe W\u00e4rmeverluste in die Umwelt beim Einsatz von Wasserstoff.<\/p>\n<p class=\"v-absatz-einzug-western\">Wie weit der Ausbau der erneuerbaren Energien bei gleichzeitigem Ersatz der fossilen Energietr\u00e4ger und moderatem Wirtschaftswachstum gelingen kann, bleibt offen. Wichtig w\u00e4re es, die Energieintensit\u00e4t des BIP zu reduzieren. Wir haben als Einflussgr\u00f6\u00dfen das Wirtschaftswachstum, die Strukturver\u00e4nderung in der Industrie und damit Ver\u00e4nderung im spezifischen Energieverbrauch, den Ausbau der Erneuerbaren Energien sowie den Ersatz fossiler Brennstoffe. Welche Anforderungen kommen auf die Gesellschaft zu, und wie k\u00f6nnen wir gemeinschaftliche L\u00f6sungen erreichen? Ohne Verringerung der Nachfrage nach G\u00fctern und Mobilit\u00e4t erscheinen die Ziele der deutschen Energiepolitik jedenfalls unerreichbar.<\/p>\n<h3 class=\"v-zwischen&uuml;berschrift-2-western \"><span id=\"der-politische-rahmen-und-die-gesellschaftliche-herausforderung\">Der politische Rahmen und die gesell&shy;schaft&shy;liche Heraus&shy;for&shy;de&shy;rung<\/span><\/h3>\n<p class=\"v-absatz-ohne-western\">Der globale Norden ist f\u00fcr ein Drittel aller Kohlenstoffemissionen verantwortlich. Es ist das erkl\u00e4rte politische Ziel dieser Staaten, den erreichten Wohlstand zu sichern. \u00c4nderungen in der Struktur von Konsum, Mobilit\u00e4t und der Industrie negieren sie weitgehend. Der damit verbundene Energiebedarf wird einfach vorausgesetzt.<\/p>\n<p class=\"v-absatz-einzug-western\">Der Widerspruch zwischen der modernen westlichen \u00d6konomie und den Erfordernissen traditioneller Wirtschaftsweisen der sich entwickelnden L\u00e4nder scheint sich nicht aufzul\u00f6sen, sondern sogar zu versch\u00e4rfen. Gleichzeitig ergibt sich in den westlichen L\u00e4ndern eine gesellschaftliche Spaltung, unter anderem bef\u00f6rdert durch ungleiche Verm\u00f6gensverteilung. Das Bewusstsein f\u00fcr den unfairen eigenen Lebensstil nimmt zu, jedoch ohne dass sich dies breit gesellschaftlich durch ver\u00e4nderte Lebens-und Wirtschaftsweisen zeigen w\u00fcrde. Wie k\u00f6nnen wir mit diesen Asymmetrien umgehen? Verf\u00fcgen wir \u00fcber ein Konzept f\u00fcr Autonomie und Freiheit, die dem der Mechanismus von Konsum und \u00dcberfluss fremd w\u00e4re<a class=\"sdendnoteanc\" href=\"#sdendnote9sym\" name=\"sdendnote9anc\"><sup>ix<\/sup><\/a>?<\/p>\n<p class=\"v-absatz-einzug-western\">Charbonnier (2022: 419ff.) schl\u00e4gt eine Bewegung der Symmetrie vor, wo Moderne und Vormoderne, das Nat\u00fcrliche und das Gesellschaftliche mit einer neuen Reflexivit\u00e4t einer \u00f6kologischen Wissenspolitik betrachtet werden. Vielleicht erlauben uns die Erkenntnisse der Anthropologie einen Ausgleich von Menschen- und Naturgeschichte sowie der Moderne. Einen radikaleren Ansatz verfolgt Stengers in ihrer Schrift <i>In Catastrophic Times<\/i> von 2009. Die Klimakrise zwinge der modernen Wissenschaft den neuen Weg auf, als Sprecherin der Natur der Vormoderne zu agieren. Der Klimawandel sprengt alle Schichten der herrschenden Reflexivit\u00e4t. Eine Selbstkritik und Korrektur der politischen Kategorien w\u00e4re erforderlich. Eine Transformation der Mittel, mit der die Gesellschaft f\u00fcr sich selbst sorgt, ist f\u00fcr sie unausweichlich. (Stengers 2015) Einen etwas anderen Ansatz verfolgt Stengers j\u00fcngst mit<i> Making Sense in Common<\/i>, wo sie das Zusammendenken von dem, was wir wissen und was uns schockt, zu einem Gemeinsamen zusammenbinden will (Stengers 2023: 101ff.).<\/p>\n<p class=\"v-absatz-einzug-western\">Welche Bedeutung und Herausforderungen sich durch diese Umw\u00e4lzungen aufdr\u00e4ngen, zeigt sich in einer starken Gegenbewegung wirtschaftlicher Eliten, die am Wachstumskurs festhalten wollen. Eine Korrumpierung des demokratischen Ideals ist die Folge, eine Versch\u00e4rfung des politischen Konservatismus unter Nutzung der Erwartungen der Bev\u00f6lkerung.<\/p>\n<p class=\"v-absatz-einzug-western\">Die Erwartung, der Einsatz f\u00fcr Klimaschutz f\u00fchre zu einer \u00dcberwindung des Kapitalismus, ist allzu optimistisch. Die an sozialistische Forderungen erinnernden Elemente, wie eine Befreiung mit Neubestimmung von Gebrauchswert, eine Verk\u00fcrzung der Arbeitszeit, umformatierte Arbeitsteilung, Vergesellschaftung der Produktionsmittel und Fokus auf systemrelevante Arbeiten zu erreichen, wirkt heute utopisch.<\/p>\n<p class=\"v-absatz-einzug-western\">Gesellschaftliche Verwerfungen werden aber zunehmen; Wege zum Aufbau eines neuen Gemeinsinns m\u00fcssen gefunden werden. In dem Tempo, wie der Energieverbrauch der Menschen zunimmt, nimmt auch die Destabilisierung des Weltklimas zu. Das Festhalten an der ausbeuterischen Lebensweise der reichen L\u00e4nder muss aufgegeben werden. Begreifen wir die Entwicklung der Entropie als Beschreibung eines Abstiegs von h\u00f6herer Ordnung zu einer zunehmenden Unordnung und zu Chaos, vielleicht zum \u201eHitzetod\u201d, so sollte dem der Weg der <i>Syntropie<\/i> (als der Weg des Aufstiegs) entgegengesetzt werden. Lebewesen k\u00f6nnen den Aufstieg gestalten. Der Riss zwischen Menschen und nichtmenschlicher Natur kann durch Gestaltung einer Kreislaufwirtschaft \u00fcberwunden werden, denn der Mensch ist Teil der Natur. Daf\u00fcr wird die Gesellschaft Raum und Zeit, die sie eigentlich nicht mehr hat, ben\u00f6tigen. Die Beschreibung der Entropie k\u00f6nnte als Metapher f\u00fcr die Weltgesellschaft gelten, heute gepr\u00e4gt durch ihre zunehmende Unordnung und Un\u00fcbersichtlichkeit. Ein wesentlicher Punkt w\u00e4re die Reduzierung der Arbeitszeit in den entwickelten Industrienationen, um eine neue Reflexion von W\u00fcnschen und M\u00f6glichkeiten zu erreichen und von der schier ungebremsten G\u00fcterproduktion Abschied zu nehmen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p class=\"v-autoreninfo-western\"><em><strong class=\"western\">Werner Bergmann<\/strong> ist Diplom-Ingenieur und \u00d6konom. Zudem ist er seit Oktober 2023 Mitglied des Bundesvorstands der Humanistischen Union und der Redaktion der <b>vor<\/b>g\u00e4nge. Neben seiner beruflichen Orientierung ist er vielf\u00e4ltig in lokale soziale Aktivit\u00e4ten eingebunden. Seine inhaltlichen Schwerpunkte sind Technologie-Entwicklung, Wirtschaftspolitik und Klimaschutz.<\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3 class=\"\"><span id=\"literatur\">Literatur<\/span><\/h3>\n<p align=\"justify\"><em>Burger, Bruno<\/em> 2024: Energy-Charts \u2013 Der Weg durch den Daten-Dschungel Regenerativer Energien, Vortrag an der Hochschule Karlsruhe vom 10.04.2024, <a href=\"https:\/\/energy-charts.info\/presentations\/2024-04-10_Hochschule_Karlsruhe.pdf\">https:\/\/energy-charts.info\/presentations\/2024-04-10_Hochschule_Karlsruhe.pdf<\/a>.<\/p>\n<p align=\"justify\"><em>Charbonnier, Pierre<\/em> 2022: \u00dcberfluss und Freiheit \u2013 Eine \u00f6kologische Geschichte der politischen Ideen, Frankfurt am Main.<\/p>\n<p align=\"justify\"><em>Goebel, Olaf<\/em> 2022: Was bringt Wasserstoff f\u00fcrs Klima? Vortrag an der LVHS Freckenhorst vom 28.01.2022, in: <em>Stadt.Klima.Wir!-Online<\/em> vom 31.01.2022, <a href=\"https:\/\/www.stadt-klima-wir.de\/28-01-2022-was-bringt-wasserstoff-fuers-klima\/\">https:\/\/www.stadt-klima-wir.de\/28-01-2022-was-bringt-wasserstoff-fuers-klima\/<\/a>.<\/p>\n<p align=\"justify\"><em>Horn, Eva\/Burgthaler, Hannes<\/em> 2019: Anthropoz\u00e4n zur Einf\u00fchrung, Hamburg.<\/p>\n<p align=\"justify\"><em>Mayum, Kuzo<\/em> 2001: The Origins of Ecological Economics. The Bioeconomics of Georgescu-Roegen, London.<\/p>\n<p align=\"justify\"><em>Pistor, Katharina <\/em>2019: Der Code des Kapitals. Wie das Recht Reichtum und Ungleichheit schafft, Berlin.<\/p>\n<p align=\"justify\"><em>Prigogine, Ilya\/Stengers, Isabelle<\/em> 1990: Dialog mit der Natur. Neue Wege des naturwissenschaftlichen Denkens, M\u00fcnchen.<\/p>\n<p align=\"justify\"><em>Rovelli, Carlo<\/em> 2018: Die Ordnung der Zeit, Reinbek.<\/p>\n<p align=\"justify\"><em>Saito, Kohe<\/em> 2023: Systemsturz. Der Sieg der Natur \u00fcber den Kapitalismus, M\u00fcnchen.<\/p>\n<p align=\"justify\"><em>Soentgen, Jens<\/em> 2024: Abschied vom Feuer. Der prometheische Pakt mit dem Feuer, Berlin.<\/p>\n<p align=\"justify\"><em>Stengers, Isabelle<\/em> 2015: In Catastrophic Times. Resisting the coming Barbarism. L\u00fcneburg.<\/p>\n<p align=\"justify\"><em>Stengers, Isabelle<\/em> 2023: Making Sense in Common. A reading of Whitehead in Times of Collapse, Minneapolis.<\/p>\n<h3 class=\"\"><span id=\"anmerkungen\">Anmerkungen<\/span><\/h3>\n<div id=\"sdendnote1\">\n<p class=\"sdendnote-western\"><a class=\"sdendnotesym\" href=\"#sdendnote1anc\" name=\"sdendnote1sym\">i <\/a>Das Prinzip der Energieerhaltung hatte auch in der Kultur Bedeutung, man sah friedvolle und kontrollierbare Aspekte der Natur dargestellt.<\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdendnote2\">\n<p class=\"sdendnote-western\"><a class=\"sdendnotesym\" href=\"#sdendnote2anc\" name=\"sdendnote2sym\">ii <\/a>Eine ausf\u00fchrliche Kritik der neoklassischen \u00d6konomie und des zugrundeliegenden Axioms und dessen Realit\u00e4t legt Mayum (2001: 7ff.) vor. Friedmans Argument, realistische Annahmen w\u00e4ren nicht bedeutend, solange man die Theorie benutzen kann f\u00fcr langfristige Aussagen, akzeptiert Mayum dabei nicht.<\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdendnote3\">\n<p class=\"sdendnote-western\"><a class=\"sdendnotesym\" href=\"#sdendnote3anc\" name=\"sdendnote3sym\">iii <\/a>Der Preis eines Produktes beinhaltet nur die Produktionskosten. Umweltsch\u00e4den oder auch soziale Kosten werden nicht abgebildet. Vgl. hierzu auch den Beitrag von Andreas Sanders in diesem Heft.<\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdendnote4\">\n<p class=\"sdendnote-western\"><a class=\"sdendnotesym\" href=\"#sdendnote4anc\" name=\"sdendnote4sym\">iv <\/a>Zum Verh\u00e4ltnis von indigenen V\u00f6lkern und Umweltschutz vgl. auch den Artikel von Yi Yi Prue in diesem Heft.<\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdendnote5\">\n<p class=\"sdendnote-western\"><a class=\"sdendnotesym\" href=\"#sdendnote5anc\" name=\"sdendnote5sym\">v <\/a>Friedrich List (1789-1846) gilt als einer der bedeutendsten deutschen Wirtschaftshistoriker. Er hat einen Liberalismus mit nationaler Pr\u00e4gung bef\u00fcrwortet und gilt als Vorl\u00e4ufer der historischen Schule der National\u00f6konomie. Wesentlich ist seine Orientierung an den Innovationsm\u00f6glichkeiten eines Staates, und er setzte sich f\u00fcr Schutzz\u00f6lle zum Schutz und der Entwicklung der heimischen Wirtschaft ein. Das wird heute wieder f\u00fcr Entwicklungsl\u00e4nder diskutiert.<\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdendnote6\">\n<p class=\"sdendnote-western\"><a class=\"sdendnotesym\" href=\"#sdendnote6anc\" name=\"sdendnote6sym\">vi<\/a>Der aktuelle Status der Stromerzeugung mit besonderer Betrachtung der erneuerbaren Energien ist auf der Webseite zu den Energiecharts des Fraunhofer Instituts nachzulesen. Es gibt dort in den Pr\u00e4sentationen auch eine kritische Einsch\u00e4tzung der politischen Diskussion.<\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdendnote7\">\n<p class=\"sdendnote-western\"><a class=\"sdendnotesym\" href=\"#sdendnote7anc\" name=\"sdendnote7sym\">vii <\/a>Vgl. zu den Begrenzungen den Beitrag von Niko Paech in diesem Heft.<\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdendnote8\">\n<p class=\"sdendnote-western\"><a class=\"sdendnotesym\" href=\"#sdendnote8anc\" name=\"sdendnote8sym\">viii <\/a>Die Urananreicherungsanlage URENCIO ist ein leuchtendes Beispiel f\u00fcr die Unbedachtheit, wie mit Atomm\u00fcll umgegangen wird. Im Natururan, gewonnen in Russland, wird dort durch Anreicherung die Konzentration erh\u00f6ht, der verbleibende abgereicherte Natururan verbleibt als M\u00fcll in Gronau. Das Angereicherte Uran geht zum Konzern Framatome beziehungsweise deren Tochterfirma Advanced Nuclear Fuels (ANF) nach Lingen. Framatome hat eine Kooperation mit dem russischen Staatskonzern Rosatom mit dem Ziel, die Fertigung f\u00fcr Brennelemente f\u00fcr Reaktoren russischer Bauart dort aufzunehmen. Dies ist ein Beispiel f\u00fcr \u201everriegelte Technologie\u201d, die der Demokratie entzogen wird.<\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdendnote9\">\n<p class=\"sdendnote-western\"><a class=\"sdendnotesym\" href=\"#sdendnote9anc\" name=\"sdendnote9sym\">ix <\/a>Zum alternativen Freiheitsverst\u00e4ndnis vgl. auch den Beitrag von Philip Dingeldey in diesem Heft.<\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"featured_media":0,"template":"","categories":[2973,2976],"tags":[3714,3713,3165,3164],"autoren":[3335],"publikationen":[3668],"class_list":["post-19477","publikation","type-publikation","status-publish","hentry","category-armut","category-klima","tag-energiepolitik","tag-energiewende","tag-klima","tag-klimawandel","autoren-werner-bergmann","publikationen-vorg-245"],"acf":[],"yoast_head":"<!-- This site is optimized with the Yoast SEO plugin v28.6 - https:\/\/yoast.com\/product\/yoast-seo-wordpress\/ -->\n<title>Energiebedarf aus \u00f6kologischer Perspektive: Wie die Energie das Leben bestimmt - Humanistische Union<\/title>\n<meta name=\"robots\" content=\"index, follow, max-snippet:-1, max-image-preview:large, max-video-preview:-1\" \/>\n<link rel=\"canonical\" href=\"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/vorgaenge\/vorg-245\/publikation\/energiebedarf-aus-oekologischer-perspektive-wie-die-energie-das-leben-bestimmt\/\" \/>\n<meta property=\"og:locale\" content=\"de_DE\" \/>\n<meta property=\"og:type\" content=\"article\" \/>\n<meta property=\"og:title\" content=\"Energiebedarf aus \u00f6kologischer Perspektive: Wie die Energie das Leben bestimmt - Humanistische Union\" \/>\n<meta property=\"og:description\" content=\"Die Zukunft wird zeigen, ob es der Menschheit gelingt, ein Gleichgewicht zwischen dem Energieverbrauch und dem Erhalt der Lebensbedingungen zu finden. 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