{"id":19540,"date":"2024-09-11T11:52:11","date_gmt":"2024-09-11T09:52:11","guid":{"rendered":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/?post_type=publikation&#038;p=19540"},"modified":"2024-11-25T16:31:23","modified_gmt":"2024-11-25T15:31:23","slug":"krise-charisma-und-fuehrungskraft-zum-verhaeltnis-von-persoenlichkeit-regierungssystem-und-politischem-wandel-am-beispiel-margaret-thatchers","status":"publish","type":"publikation","link":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/vorgaenge\/vorg-160\/publikation\/krise-charisma-und-fuehrungskraft-zum-verhaeltnis-von-persoenlichkeit-regierungssystem-und-politischem-wandel-am-beispiel-margaret-thatchers\/","title":{"rendered":"Krise, Charisma und F\u00fchrungskraft: Zum Verh\u00e4ltnis von Pers\u00f6nlichkeit, Regierungssystem und politischem Wandel am Beispiel Margaret Thatchers"},"content":{"rendered":"<p>Die <em>Times<\/em> hatte es schon drei Tage vor der Wahl gewusst: \u201eCharismatic Schr\u00f6der turns tide in his favour\u201c, \u00fcberschrieb sie am 19. September 2002 ihre Analyse des deutschen Bundestagswahlkampfes. Diesem Diktum schlossen sich nach der Wahl unz\u00e4hlige Kommentatoren an. Der \u00fcberraschende Endspurt der deutschen Sozialdemokraten wurde vom publizistischen Mainstream nicht nur mit der ostdeutschen Flutwelle und dem Appell an pazifistische Emotionen erkl\u00e4rt, sondern auch auf den Gegensatz zwischen dem ausstrahlungsstarken Amtsinhaber und seinem \u00fcberraschend blassen Herausforderer zur\u00fcckgef\u00fchrt. Die Umfragen, die meist die Union weit vor den Sozialdemokraten, stets aber den SPD-Kanzler vor dem CSU-Kandidaten gesehen hatten, scheinen diese Lesart zu belegen.<\/p>\n<p>Keine Frage: Der Kanzler war in diesem Wahlkampf pr\u00e4senter, agiler und vielfach auch schlagfertiger als sein Herausforderer. Aber Charisma? Ergeben Schr\u00f6ders unbestreitbare Qualit\u00e4ten &#8211; pers\u00f6nlicher Charme, telegenes Auftreten und ein sicherer machtpolitischer Instinkt &#8211; in ihrer Addition tats\u00e4chlich so etwas wie Charisma? Dies f\u00fchrt zu einer grunds\u00e4tzlichen Frage: Was kann der klassische Begriff Max Webers unter den Bedingungen einer modernen Demokratie \u00fcberhaupt noch bedeuten?<\/p>\n<p>Vielleicht hilft es, zur Beantwortung dieser Fragen einmal nicht beim \u00dcbervater Weber nachzuschlagen, sondern \u00fcber den \u00c4rmelkanal auf das Mutterland des Parlamentarismus zu blicken. Eine solche Exkursion in Sachen Charisma soll hier im Folgenden unternommen werden.<\/p>\n<h3 class=\"\"><span id=\"konsensuale-und-konfrontative-fuehrungsstile\">Konsensuale und konfron&shy;ta&shy;tive F&uuml;hrungs&shy;stile<\/span><\/h3>\n<p>Im Jahre 1974 ver\u00f6ffentlichte der britische Politikwissenschaftler Dennis Kavanagh eine Studie mit dem Titel <em>Crisis, Charisma and British Political Leadership<\/em>. Kavanaghs These: Gro\u00dfbritannien sei ein Land, das nur in Krisensituationen starke politische F\u00fchrer akzeptiere, sich in normalen Zeiten aber durch eine herzliche Abneigung gegen dynamische F\u00fchrungsfiguren auszeichne. Kavanagh f\u00fchrte dies auf vier Gr\u00fcnde zur\u00fcck: Erstens fehlten dem britischen Premierminister jene Insignien der Macht, die etwa die Aura des amerikanischen Pr\u00e4sidenten konstituieren und die in Gro\u00dfbritannien dem Monarchen vorbehalten blieben. Zweitens komme der Premier aus den Reihen der Unterhausabgeordneten, habe sein politisches Geschick daher stets auf dem parlamentarischen Parkett und nirgendwo sonst unter Beweis gestellt. Wer au\u00dferhalb des Parlaments politisches Talent entfalte, sei im britischen System chancenlos. Drittens gebe es auf den britischen Inseln keine Tradition heroischer, charismatischer oder schlicht populistischer F\u00fchrergestalten wie etwa in Frankreich oder den Vereinigten Staaten. Das schwach entwickelte Staatsbewusstsein und die emanzipierte B\u00fcrgergesellschaft Gro\u00dfbritanniens g\u00e4ben einen denkbar schlechten N\u00e4hrboden f\u00fcr \u201egro\u00dfe M\u00e4nner\u201c ab. Viertens schlie\u00dflich sorge die relative Abgeschlossenheit der politischen Klasse und ein gut entwickeltes Patronagesystem daf\u00fcr, dass nur Politiker an die Spitze gelangen k\u00f6nnten, die sich vollkommen den Spielregeln des Establishments angepasst h\u00e4tten. Vertrauensw\u00fcrdigkeit, Sicherheit, Verl\u00e4sslichkeit und Selbstbeherrschung seien die Tugenden, \u00fcber die verf\u00fcgen m\u00fcsse, wer in diesem System aufsteigen wolle. Au\u00dfenseiter und Quereinsteiger h\u00e4tten kaum eine Chance.<\/p>\n<p>Folgt man Kavanaghs Einsch\u00e4tzung, h\u00e4tte Margaret Thatcher eigentlich keine Chance gehabt, in Friedenszeiten an die Spitze der britischen Regierung vorzur\u00fccken. Sie wurde im Februar 1975 an die Spitze der Tory-Partei gew\u00e4hlt &#8211; ein Jahr, nach dem Erscheinen von Kavanaghs Thesen. Und sie tat alles, um sich als Ausnahme-Politikerin, als Star unter Durchschnittstalenten zu profilieren, als \u201eTigerin umgeben von Hamstern\u201c, wie einer ihrer Minister einmal selbstironisch bemerkte (vgl. Hennessy 2000: 403). Schon in ihrer ersten Ansprache als Parteif\u00fchrerin erkl\u00e4rte sie, die vielen Tory-Anh\u00e4nger, die ihr in den vergangenen Tagen geschrieben h\u00e4tten, w\u00e4ren immer wieder auf zwei zentrale Anforderungen an die Parteif\u00fchrung zur\u00fcckgekommen: einen entschiedeneren F\u00fchrungsstil und eine st\u00e4rkere Betonung konservativer Prinzipien. Die neue Tory-Chefin war entschlossen, diesem Bed\u00fcrfnis zu entsprechen. Einer ihrer Berater bezeichnete die Kombination von F\u00fchrungsbereitschaft, Willenskraft und \u00dcberzeugungsst\u00e4rke im R\u00fcckblick als das Geheimnis ihres Erfolges. \u201eSie stand f\u00fcr Energie, Mut und Willenskraft. Sie war eine Naturgewalt. In einer Welt, die vielen allzu kompliziert geworden war, wurde sie oft f\u00fcr ihre schiere \u00dcberzeugungsst\u00e4rke bewundert &#8211; ganz egal, wovon sie im Einzelnen \u00fcberzeugt war. Sie befriedigte ein weit verbreitetes Bed\u00fcrfnis nach F\u00fchrung, dessen Wurzel wohl eine Sehnsucht nach vergangenen Eindeutigkeiten und britischer Gr\u00f6\u00dfe war.\u201c(Craddock 1997: 20).<\/p>\n<p>Thatcher entwickelte schon kurz nach ihrer Wahl sehr konkrete Vorstellungen davon, wie das Land zu f\u00fchren sei. Bereits bei ihrem ersten Nordamerika-Besuch im September 1975 beschrieb sie, was sie unter politischer F\u00fchrung verstand: Politik sei nicht nur die Kunst des M\u00f6glichen. Wer dies sage, laufe Gefahr, f\u00fcr unm\u00f6glich zu halten, was m\u00f6glich, ja erstrebenswert sei, wenn man nur \u00fcber mehr Mut oder tiefere Einsicht verf\u00fcge. Es sei vielmehr Aufgabe der Politiker, der \u00f6ffentlichen Meinung um zwei oder drei Jahre voraus zu sein, Gefahren vorauszusehen, vor ihnen zu warnen und Gegenma\u00dfnahmen zu ergreifen. Sie war \u00fcberzeugt, dass Willensst\u00e4rke alles entscheide und Geschichte letztendlich von gro\u00dfen historischen Pers\u00f6nlichkeiten gemacht werde. In einer Rede in Z\u00fcrich erkl\u00e4rte Thatcher, sie glaube nicht, dass der Lauf der Welt vorgeschrieben und unver\u00e4nderlich sei: \u201eGeschichte wird von Menschen gemacht.\u201c [1] Die Aufgabe eines politischen F\u00fchrers bestehe darin, die gro\u00dfen Str\u00f6mungen der Zeit zu erkennen und sie f\u00fcr die eigenen Ziele zu nutzen. Zu politischer F\u00fchrung geh\u00f6re die Bereitschaft anzuecken, den Streit zu suchen und f\u00fcr seine \u00dcberzeugungen zu k\u00e4mpfen. \u201eIch w\u00e4re mein Geld nicht wert\u201c, behauptete Thatcher, \u201ewenn ich nicht Widerspruch und Kritik ausl\u00f6ste. Jeder, der im Leben etwas erreicht, zieht Kritik auf sich. Wenn das Ziel nur lautet &#8218;Bitte liebt mich und kritisiert mich nicht!&#8216;, wird man \u00fcberhaupt nichts erreichen.\u201c<\/p>\n<p>Die Aufgabe von Politikern sei nicht, es jedem recht zu machen, sondern allen Gerechtigkeit widerfahren zu lassen. Der Unterschied ist klein, aber fein: Wer es anderen recht machen will, ben\u00f6tigt keinen eigenen Standpunkt. Wer dagegen anderen Gerechtigkeit widerfahren lassen will, muss genau wissen, was er selbst unter Gerechtigkeit, unter Gut und B\u00f6se versteht. Thatcher war nicht gr\u00fcblerisch veranlagt. Ihre \u00dcberzeugungen bildeten den sicheren, unverr\u00fcckbaren Boden, auf dem sie sich bewegte. Tiefsch\u00fcrfende Selbstpr\u00fcfungen waren ihr fremd. Ein langj\u00e4hriger Mitarbeiter berichtete, sie sei der einzige Mensch, den er niemals sagen geh\u00f6rt habe \u201eIch frage mich, ob \u2026\u201c. Sie kenne keinen Zweifel, habe auf alles eine Antwort parat.<\/p>\n<p>Thatcher war bereit, ihre moralischen Grunds\u00e4tze nicht nur darzulegen, sondern auch f\u00fcr sie zu k\u00e4mpfen. Einer ihrer Vorg\u00e4nger, Harold Macmillan, hatte einmal gesagt, die Leute sollten sich an Bisch\u00f6fe halten, wenn sie moralische F\u00fchrung suchten. Thatcher war vom Gegenteil \u00fcberzeugt: Die F\u00fchrung in der geistigen und moralischen Auseinandersetzung geh\u00f6rte f\u00fcr sie zu den wichtigsten Aufgaben eines Politikers. Seine Funktion bestehe darin, die B\u00fcrger davon zu \u00fcberzeugen, dass eine Handlungsweise kl\u00fcger sei als eine andere: \u201eMan kann Leute nur \u00fcberzeugen, wenn man ein bisschen missionarisch veranlagt ist.\u201c<\/p>\n<h3 class=\"\"><span id=\"thatcher-und-churchill\">Thatcher und Churchill<\/span><\/h3>\n<p>Mit diesem Verst\u00e4ndnis von den F\u00fchrungsaufgaben eines Politikers unterschied Thatcher sich grundlegend vom Normaltypus des britischen Politikers, wie ihn Kavanagh in seiner Studie beschrieben hatte. Es ist bezeichnend, dass sie sich unter ihren Vorg\u00e4ngern keinen geringeren als Winston Churchill zur Leitfigur erkor &#8211; den gro\u00dfen Au\u00dfenseiter unter den konservativen Parteif\u00fchrern des zwanzigsten Jahrhunderts. Er war nicht nur der mythenumrankte F\u00fchrer im Krieg, der Gro\u00dfbritannien zur <em>finest hour<\/em>, dem Sieg \u00fcber Hitler, gef\u00fchrt hatte. Sie sah in ihm auch &#8211; zu Unrecht, wie man inzwischen wei\u00df &#8211; den entschlossenen K\u00e4mpfer f\u00fcr marktwirtschaftliche Reformen. Ganz bewusst stilisierte sich Thatcher als Nachfolgerin des 1965 verstorbenen Premiers, den sie vertraulich \u201eWinston\u201c zu nennen pflegte. An der Wand ihres B\u00fcros im Unterhaus hing sein Portr\u00e4t, das sp\u00e4ter gemeinsam mit ihr nach 10 Downing Street umzog. Einmal bezeichnete sie ihn \u00f6ffentlich als \u201emeinen Helden\u201c, wenn sie auch im gleichen Atemzug kritisierte, Churchill sei gegen das Frauenwahlrecht gewesen. Immer wieder lie\u00df sie in ihre Ansprachen Churchill-Zitate oder Anspielungen auf seine ber\u00fchmten Reden einflie\u00dfen. So spielte sie gern auf Churchills ber\u00fchmte Durchhalte-Parole aus dem Jahr 1940 an, in der dieser verk\u00fcndet hatte, Gro\u00dfbritannien werde niemals kapitulieren. Man werde in Frankreich k\u00e4mpfen, auf den Meeren, auf den Str\u00e4nden und Landungsbr\u00fccken, auf den Feldern und Stra\u00dfen und auf den H\u00fcgeln. \u201eWe shall never surrender.\u201c In Thatchers leicht abgewandelter Fassung lautete die Losung: \u201eWir werden den Sozialismus bek\u00e4mpfen, wo immer wir ihn finden &#8211; in der Hauptstadt und in den Grafschaften, auf Orts- und auf Kreisebene.\u201c<\/p>\n<p>Es erscheint viel versprechend, vor dem Hintergrund von Thatchers bewusster Identifizierung mit Churchill noch einmal auf Kavanaghs Studie zur\u00fcckzukommen: Der Politologe sah in Churchill das typische Beispiel des charismatischen F\u00fchrers, der sich von anderen Politikern vor allem in vier Punkten unterscheide: Erstens k\u00f6nne er in Gro\u00dfbritannien nur in einer Krisensituation an die Spitze gelangen. Zweitens gelinge es ihm, direkt an das Volk zu appellieren, eine besondere Beziehung zwischen F\u00fchrer und Gefolgschaft herzustellen. Drittens zeichne er sich durch ungew\u00f6hnliche pers\u00f6nliche Eigenschaften aus: etwa durch das Bewusstsein seiner Einzigartigkeit, seiner besonderen Mission und seiner \u00dcberzeugung, das Schicksal der Nation zu verk\u00f6rpern. Viertens schlie\u00dflich pflege er einen revolution\u00e4ren F\u00fchrungsstil, der sich zum Beispiel in der Verachtung b\u00fcrokratischer Regierungsmethoden, einem besonderen Aktionismus oder ausgefallenen Arbeitsgewohnheiten ausdr\u00fccken k\u00f6nne (Kavanagh 1974: 11-22). Alle vier Punkte aus Kavanaghs Schema treffen auch auf Thatchers politischen Stil zu.<\/p>\n<p>Sie wurde zwar nicht wie Churchill im Krieg an die Spitze eines bedrohten Landes gerufen, sondern in Friedenszeiten an die Spitze einer demoralisierten Partei. Dennoch verdankte sie, wie er, ihren unerwarteten Aufstieg einer Situation, die von immer mehr Menschen als zunehmend krisenhaft wahrgenommen wurde. Beide Politiker hatte das weit verbreitete Bewusstsein, dass es so wie bisher nicht weitergehen k\u00f6nne, dass ein radikaler Wechsel n\u00f6tig sei, an die Spitze der Tory-Partei getragen. Wie Churchill stammte Thatcher zwar aus den Reihen der konservativen Unterhausabgeordneten, war aber nicht mit Hilfe des Partei-Establishments, sondern gegen dessen Willen zum h\u00f6chsten Amt aufgestiegen. (Darin und in der Entschlossenheit, ja Skrupellosigkeit, mit der sie ihre Chance nutzte, \u00e4hnelte Thatchers Aufstieg \u00fcbrigens Angela Merkels Sturmlauf an die CDU-Parteispitze.)<\/p>\n<p>Thatcher liebte wie Churchill den direkten Appell an ihre Mitb\u00fcrger. Ihre Reden waren voll von Aufforderungen zum Handeln, deren Sprache bewusst Churchills Rhetorik nachempfunden war. Sie pflegte den Mythos der gro\u00dfen Staatsfrau &#8211; darin Jeanne d&#8217;Arc nicht un\u00e4hnlich -, die vom Schicksal dazu auserw\u00e4hlt worden sei, das Land und die Welt in gr\u00f6\u00dfter Bedr\u00e4ngnis zu retten. Thatcher war dabei beileibe nicht die einzige, die dem Churchill-Kult huldigte. Mit ihrer Begeisterung f\u00fcr den Regierungschef der Kriegszeit hatte es jedoch eine besondere Bewandtnis. Sie glaubte wie er an eine besondere, historische Berufung des britischen Volkes zur Freiheit und sah sich selbst in einer vergleichbaren Rolle wie ihr Held im Jahr 1940: das Land wachzur\u00fctteln, an seine historische Mission zu erinnern und in den Kampf zu f\u00fchren. Thatcher war \u00fcberzeugt, zu einer schicksalhaften Aufgabe bestimmt zu sein. In ihren Erinnerungen zitierte sie den britischen Staatsmann Chatham, Premierminister von 1766 bis 1768, mit den Worten: \u201eIch wei\u00df, da\u00df ich dieses Land retten kann, und dass nur ich dazu in der Lage bin.\u201c (Thatcher 1993, 22).<\/p>\n<p>Was Kavanagh \u201erevolution\u00e4ren F\u00fchrungsstil\u201c nennt, unterschied sich im Falle Thatchers wesentlich von demjenigen Churchills. Das beginnt bei der durch enorme Disziplin gepr\u00e4gten Arbeitsweise der Tochter eines methodistischen Kleinb\u00fcrgers, die im krassen Gegensatz zu den eher k\u00fcnstlerisch-exzentrischen Gewohnheiten des Aristokraten Churchill stand, und endet mit den Aufgaben einer Parteichefin und Premierministerin in den siebziger und achtziger Jahren, die nur schwerlich mit der Arbeit eines partei\u00fcbergreifenden Kriegskabinetts des Zweiten Weltkrieges zu vergleichen sind. Dennoch gibt es auch hier eine Anzahl von Parallelen. Thatcher wie Churchill misstrauten der Ministerialb\u00fcrokratie, auch wenn beide gezwungen waren, mit ihr zu kooperieren. Das Misstrauen beruhte \u00fcbrigens durchaus auf Gegenseitigkeit. Thatchers Reformdrang stie\u00df in Whitehall auf wenig Gegenliebe, bestand doch eine der wichtigsten Aufgaben der B\u00fcrokratie darin, f\u00fcr Kontinuit\u00e4t zu sorgen und drastische Ver\u00e4nderungen m\u00f6glichst abzufedern. Anh\u00e4nger des Status quo horchten skeptisch auf, wenn Thatcher verk\u00fcndete, es gebe Augenblicke, in denen die Notwendigkeit zu handeln wichtiger sei als alles andere. Doch gerade diesen Drang zur Tat bewunderten die Anh\u00e4nger der Politikerin. Was ihn dazu bewogen habe, f\u00fcr sie zu arbeiten, bekannte einer ihrer engen Mitarbeiter, \u201ewar ihr absolutes Engagement, ihr Drang wirklich etwas zu ver\u00e4ndern, selbst wenn das f\u00fcr sie als Politikerin gro\u00dfe Risiken mit sich brachte\u201c.<\/p>\n<h3 class=\"\"><span id=\"die-eiserne-lady-und-der-brioni-kanzler\">Die Eiserne Lady und der Brioni-&shy;Kanzler<\/span><\/h3>\n<p>Kehren wir zur\u00fcck zur eingangs gestellten Fragen nach Schr\u00f6der (Amts-)Charisma. Auf den ersten Blick scheint die britische Ex-Premierministerin einiges mit dem amtierenden deutschen Regierungschef gemeinsam zu haben. Schr\u00f6der hat bewiesen, dass er wie Thatcher willens ist, die populistische Karte zu spielen. Kein Bundeskanzler vor ihm hat dies \u00e4hnlich skrupellos getan. Weder Thatcher noch Schr\u00f6der hat auch die Au\u00dfenseiterrollen, die sie beide in ihren Parteien urspr\u00fcnglich einnahmen, beim Aufstieg an die Regierungsspitze geschadet. Im Gegenteil: Beide haben bewusst Tabus gebrochen, gegen den Verhaltenskodex ihrer Partei versto\u00dfen und mit der Frontstellung gegen das Partei-Establishment geschickt vom verbreiteten Unmut der B\u00fcrger \u00fcber die Parteien profitiert.<\/p>\n<p>Vergleichbar ist auch die wirtschaftliche Krisensituation, die beide Politiker miteinander verbindet. Gern verweisen britische Zeitungen darauf, dass nicht mehr &#8211; wie in den siebziger Jahren &#8211; Gro\u00dfbritannien der \u201ekranke Mann Europas\u201c sei, sondern Deutschland. Die Krisensymptome, so kann man allenthalben h\u00f6ren und lesen, seien in beiden F\u00e4llen die gleichen: niedriges Wachstum, Streiks und ein inflexibler Arbeitsmarkt. Vor drei\u00dfig Jahren stapelten sich in britischen Buchl\u00e4den Publikationen mit apokalyptischen Titeln wie \u201eThe Death of British Democracy\u201c, \u201eThe Future That Doesn&#8217;t Work\u201c, \u201eWhat&#8217;s Wrong With Britain?\u201c oder \u201eIs Britain Dying?\u201c. Heute haben in Deutschland B\u00fccher und Aufs\u00e4tze mit \u00e4hnlichen \u00dcberschriften Konjunktur: \u201eDie deformierte Gesellschaft\u201c, \u201eSind die Deutschen noch zu retten?\u201c, \u201eScheitert Deutschland?\u201c, \u201eDer deutsche Niedergang\u201c.<\/p>\n<p>Es erscheint m\u00f6glich, dass die Bundesrepublik gegenw\u00e4rtig jene Erosion der Nachkriegsordnung durchl\u00e4uft, die Gro\u00dfbritannien bereits in den siebziger Jahren durchmachte. Schon 1996 hat der G\u00f6ttinger Politikwissenschaftler Peter L\u00f6sche beschrieben, wie das gesellschaftliche Organisations- und Regulationsmodell der sechziger und siebziger Jahre, das noch bis in die achtziger Jahre hinein seine Schuldigkeit getan habe, zum Auslaufmodell geraten sei: \u201eSeine wesentlichen Elemente waren der entwickelte Sozialstaat, St\u00e4rkung der Massenkaufkraft, \u00f6ffentliche Arbeitsbeschaffungsma\u00dfnahmen, starke Massengewerkschaften und ausgebaute Mitbestimmung. Das war das sozialdemokratische, keynesianische Politikmodell in der Bundesrepublik. Dies ist heute au\u00dfer Betrieb, ohne dass klar w\u00e4re, wie ein modifiziertes oder neues Modell aussehen k\u00f6nnte, ob es ein solches \u00fcberhaupt geben kann.\u201c (L\u00f6sche 1996: 25)<\/p>\n<p>Hier enden allerdings die Parallelen, die sich zwischen Thatcher und Schr\u00f6der ziehen lassen. Gro\u00dfbritannien erlebte zum Jahreswechsel 1978\/79 den \u201eWinter des Missvergn\u00fcgens\u201c, der Thatchers Tories an die Macht brachte und ihrer marktradikalen Reformpolitik zum Durchbruch verhalf. In Deutschland hingegen hat die rot-gr\u00fcne Regierung in den zur\u00fcckliegenden vier Jahren zwar auf gesellschaftspolitischem Gebiet wichtige Ver\u00e4nderungen eingeleitet. Entscheidende Strukturreformen stehen jedoch noch aus. Die Reform der Sozialversicherungssysteme oder die Flexibilisierung des Arbeitsmarktes etwa werden weiterhin schmerzlich vermisst.<\/p>\n<p>Wie auch immer man sich zu den politischen Zielen Thatchers stellt: Unverkennbar ist, dass ihre Regierungszeit zu einer gesellschaftlichen, politischen und \u00f6konomischen Mobilisierung Gro\u00dfbritanniens beigetragen hat (und sei es durch den Widerstand gegen einzelne Regierungsprojekte). Einen vergleichbaren \u201eRuck\u201c, der durchs Land geht, konnte Schr\u00f6der nicht evozieren. Die Gr\u00fcnde hierf\u00fcr liegen auf der Hand: Der Brioni-Kanzler ist keine Eiserne Lady, und die Bundesrepublik ist keine Westminsterdemokratie.<\/p>\n<p>Thatcher gelang es, den \u00dcberdru\u00df an der alten Ordnung zu b\u00fcndeln und f\u00fcr ihre Ziele zu nutzen. Ihr Image in der \u00d6ffentlichkeit richtete sie ganz auf den von ihr verfochtenen Spar- und Umstrukturierungsprozess aus. Vor ihrem Aufstieg an die Parteispitze war sie eine aus einfachen Verh\u00e4ltnissen stammende Tory-Dame mit Hut, Handtasche und Ehrgeiz gewesen, die einen reichen Ehemann geheiratet hatte und in der Politik Karriere machen wollte. Danach entwarf sie sich eine neue Identit\u00e4t. Jetzt pr\u00e4sentierte sie sich als \u201eEiserne Lady\u201c, die im Kramladen ihres Vaters die Gesetze des Marktes verinnerlicht hatte und mithilfe der dort erlernten Tugenden den Niedergang ihres Landes umzukehren gedachte. Doch w\u00e4re es falsch zu glauben, Thatcher habe als Parteif\u00fchrerin nur ein Image zur Schau getragen. Tats\u00e4chlich glaubte sie an die Eigenschaften, die zu verk\u00f6rpern sie sich vorgenommen hatte: Individualismus, harte Arbeit, Leistungswille, Wettbewerb, Eigenverantwortung, Patriotismus und Familiensinn &#8211; in ihren Augen waren das Tugenden, ohne die sich ihre Nation nie aus der Krise befreien w\u00fcrde.<\/p>\n<p>Erst Thatchers unverr\u00fcckbare, oft engstirnige \u00dcberzeugung gab diesen disparaten Elementen Zusammenhalt. Ihr F\u00fchrungswille, ihr aggressiver Populismus, ihr missionarischer Eifer &#8211; das waren die Element, die dem Thatcherismus seine Durchschlagskraft verliehen. Die Politikerin inszenierte ihre politischen Projekte als Kreuzz\u00fcge, bei denen sie an der Spitze der Kr\u00e4fte des Lichts gegen die M\u00e4chte der Finsternis zu Felde zog. So pr\u00e4sentierte sie sich nacheinander als Jeanne d&#8217;Arc des Falklandkrieges, als Drachent\u00f6terin der Gewerkschaften, als Nemesis des Weltkommunismus, vor allem aber als streitbare Marktmissionarin, die f\u00fcr den Abbau staatlicher Interventionen und Subventionen focht, sei es in Gro\u00dfbritannien oder in der Europ\u00e4ischen Gemeinschaft.<\/p>\n<p>In Schr\u00f6ders Fall liegen die Dinge anders. Der Kanzler hat zwar durch den zweiten Wahlsieg an Statur gewonnen. Er hat, wie der Parteienforscher Franz Walter k\u00fcrzlich feststellte, \u201emit seiner instinktsicheren H\u00e4rte, seiner skrupellosen Wendigkeit und machiavellistischen Verwegenheit [\u2026] die SPD an die Macht getrimmt und dort gehalten wie einst nur Herbert Wehner\u201c (Walter 2002: 6). Doch wozu Schr\u00f6der die Macht nutzen will, bleibt verschwommen. Anders als Thatcher im Jahr 1979 ist er nicht unter dem Banner \u201eIt is Time for a Change\u201c in den Wahlkampf gezogen. Schon das 1998er-Motto, nicht alles anders, aber vieles besser machen zu wollen als der Vorg\u00e4nger, signalisierte den Deutschen ein beruhigendes \u201eWeiter so\u201c. Vier Jahre sp\u00e4ter hat sich daran nichts wesentliches ge\u00e4ndert.<\/p>\n<p>Hinzu kommt, dass Schr\u00f6der sorgf\u00e4ltig darauf bedacht bleibt, alle m\u00f6glicherweise unpopul\u00e4ren Aspekte der Regierungspolitik gerade nicht mit seiner Person zu verbinden. F\u00fcr den Kurs der Haushaltskonsolidierung war Sparkommissar Hans Eichel zust\u00e4ndig. Bei der Reform des Arbeitsmarktes wurde zun\u00e4chst Peter Hartz vorgeschickt, jetzt f\u00e4llt sie in die Kompetenz Wolfgang Clements. Dem Kanzler bleiben die staatsm\u00e4nnische Miene, der Brioni-Anzug und kubanische Zigarren sowie dann und wann eine populistische Hauruck-Aktion wie die \u201eGreenCard\u201c oder die (gescheiterte) Rettung des Holzmann-Konzerns. Das hat taktische Vorteile: Der Kanzler kann Kurskorrekturen vornehmen, ohne selbst in die Schusslinie zu geraten. Bei Fehlschl\u00e4gen sind andere schuld, der Erfolg hat viele V\u00e4ter. Eine derartige Aufgabenteilung hat jedoch einen entscheidenden strategischen Nachteil. Das Verst\u00e4ndnis f\u00fcr gr\u00f6\u00dfere Zusammenh\u00e4nge, f\u00fcr langfristig notwendige Richtungsentscheidungen ist den B\u00fcrgern auf diese Weise kaum zu vermitteln. Der Kanzler sei \u201eein begnadeter Situationist\u201c, hat Walter bemerkt, \u201eeinen Begr\u00fcndungsbogen \u00fcber seine pointilistische Politik spannen oder Sinnperspektiven dar\u00fcber w\u00f6lben kann er hingegen nicht\u201c (Walter 2002: 11).<\/p>\n<h3 class=\"\"><span id=\"die-bundesrepublik-und-die-westminsterdemokratie\">Die Bundes&shy;re&shy;pu&shy;blik und die Westmins&shy;ter&shy;de&shy;mo&shy;kratie<\/span><\/h3>\n<p>Dieses Manko an politisch einsetzbarem Charisma allein den pers\u00f6nlichen Vorlieben und Schw\u00e4chen des Kanzlers anzukreiden, w\u00e4re allerdings unfair. In vieler Hinsicht ist die Malaise im politischen System der Bundesrepublik angelegt, das sich in zentralen Punkten von jenem des Vereinigten K\u00f6nigreichs unterscheidet. Sicherlich hat Kavanagh recht, wenn er feststellt, Gro\u00dfbritannien verf\u00fcge \u00fcber keine Tradition heroischer F\u00fchrungsgestalten. Charismatische Herrschaft ist nicht der Regelfall in der Westminsterdemokratie. Dennoch erm\u00f6glicht das politische System des Landes, das ohne geschriebene Verfassung auskommt, in Krisensituationen den Aufstieg charismatischer Au\u00dfenseiter an die Regierungsspitze. Und was mindestens ebenso wichtig ist: Es verf\u00fcgt \u00fcber genug Beharrungskraft, um nach \u00fcberstandener Krise die Ausnahmeerscheinungen wieder los zu werden.<\/p>\n<p>Im R\u00fcckblick weisen der Abgang Churchills und Thatchers erstaunliche Parallelen auf. Beide wurden auf dem H\u00f6hepunkt ihres internationalen Erfolges abrupt von der gro\u00dfen B\u00fchne abberufen. Churchill verlor die Unterhauswahlen vom Sommer 1945 und musste noch w\u00e4hrend der Potsdamer Konferenz seinem Nachfolger Platz machen. So wie er seinen Sieg \u00fcber NS-Deutschland nicht auskosten konnte, war es Thatcher nicht verg\u00f6nnt, ihren Triumph am Ende des Kalten Krieges zu genie\u00dfen. Eine Revolte innerhalb der Unterhausfraktion sorgte daf\u00fcr, dass sie im November 1990 jene KSZE-Konferenz in Paris vorzeitig verlassen musste, auf der der westliche Sieg im Ost-West-Konflikt besiegelt werden sollte. Sowohl Churchill als auch Thatcher wurden von Politikern abgel\u00f6st, die alles andere als charismatisch waren. Von Churchills Nachfolger, dem Labour-Politiker Clement Attlee, hie\u00df es, er habe das politische Charisma einer W\u00fcstenspringmaus (Hennessy 2000: 148). Und John Major galt als derart farblos, dass er in britischen Medien bald nur noch als \u201eMann in grau\u201c tituliert wurde.<\/p>\n<p>Das politische System der Bundesrepublik funktioniert anders. Es wurde als Reaktion auf die katastrophalen Folgen der Diktatur Adolf Hitlers konzipiert. Sein oberstes Konstruktionsprinzip ist die Verhinderung charismatischer Herrschaft. Die schwache Stellung des Bundespr\u00e4sidenten, die starke Position der L\u00e4nder, der Bundesrat als Gegengewicht zum Bundestag, das Verh\u00e4ltniswahlrecht, in dem die Zweitstimme f\u00fcr die Partei wichtiger ist als die Erststimme f\u00fcr den Direktkandidaten &#8211; all das ist nicht zuletzt auf den Wunsch der Verfassungsv\u00e4ter und -m\u00fctter zur\u00fcckzuf\u00fchren, eine Wiederholung des F\u00fchrerstaates zu verhindern.<\/p>\n<p>Das Ziel wurde erreicht. Was noch aussteht, ist der Beweis, dass das Modell Deutschland in Krisensituationen aus sich selbst heraus zu tief greifenden Reformen f\u00e4hig ist. Derartige Ver\u00e4nderungen k\u00f6nnen nicht wie in Gro\u00dfbritannien auf dem Wege von Parteienstreit und Konflikt durchgefochten, sie m\u00fcssen vom Konsens aller, zumindest der gro\u00dfen Parteien getragen werden. Jenseits des Kanals reichen in der Regel deutlich weniger als f\u00fcnfzig Prozent der W\u00e4hlerstimmen aus, um einem Premierminister das Instrumentarium zu weit reichendem Wandel in die Hand zu geben. In der Bundesrepublik bedarf es aufgrund der Blockadem\u00f6glichkeiten des Bundesrates dagegen der \u00dcbereinstimmung, des Ausgleichs und des Konsenses.<\/p>\n<p>Wohin es f\u00fchrt, wenn diese Grundkonstellation au\u00dfer acht gelassen wird, zeigt das Beispiel desjenigen deutschen Politikers, der Thatcher am n\u00e4chsten kam: Franz Josef Strauss. Viele Briten hielten ihn f\u00fcr die bayrische Ausgabe der Eisernen Lady. Und in der Tat wirkt Strauss&#8216; ber\u00fchmt-ber\u00fcchtigte Sonthofener Rede vom November 1974 im R\u00fcckblick wie eine Vorwegnahme des Thatcher-Kurses. Als Spitzenkandidat der Union f\u00fchrte Strauss 1980 einen \u00e4hnlich polarisierenden Wahlkampf wie Thatcher ein Jahr zuvor. Sein Wahlergebnis war mit 44,5 Prozent sogar um 0,6 Prozent besser als das von Thatcher. Doch aufgrund des britischen Mehrheitswahlrechts hatte diese eine klare Regierungsmehrheit errungen, w\u00e4hrend Strauss dem deutschen Verh\u00e4ltniswahlrecht gem\u00e4\u00df eine absolute Mehrheit deutlich verfehlte. Weil die FDP mit ihm nicht koalieren wollte, war Strau\u00df gescheitert.<\/p>\n<p>Helmut Kohl zog die Lehre aus dem Misserfolg des Rivalen. Er akzeptierte das Verh\u00e4ltniswahlrecht und bezog die Eigenarten des deutschen F\u00f6deralismus in seine politische Strategie ein. Jene Kompromiss- und Konsenssuche, die Thatcher und Strauss ablehnten, war f\u00fcr ihn die Grundbedingung des Erfolges. Dass auf diese Weise keine radikalen Reformen durchzusetzen waren, hielt er f\u00fcr einen Vorteil, nicht f\u00fcr einen Mangel. Aus Gerhard Schr\u00f6ders Perspektive d\u00fcrfte das heute ein wenig anders aussehen. Es wird zu den gro\u00dfen Herausforderungen seiner zweiten Amtszeit geh\u00f6ren, nicht nur die Macht zu sichern, sondern wirklichen Wandel einzuleiten und den B\u00fcrgern die Notwendigkeit tief greifender Ver\u00e4nderungen verst\u00e4ndlich zu machen. Das britische Beispiel lehrt, dass dabei eine geh\u00f6rige Portion Charisma vonn\u00f6ten ist.<\/p>\n<h3 class=\"\"><span id=\"anmerkungen\">Anmerkungen<\/span><\/h3>\n<p>1 Alle Zitate stammen, soweit nicht anders ausgewiesen, aus Geppert 2002.<\/p>\n<h3 class=\"\"><span id=\"literatur\">Literatur<\/span><\/h3>\n<p><em>Percy Cradock<\/em> 1997: In Pursuit of British Interest. Reflections an Foreign Policy under Margaret Thatcher and John Major, London<\/p>\n<p><em>Dominik Geppert<\/em> 2002: Thatchers konservative Revolution. Der Richtungswandel der britischen Tories 1975-1979, M\u00fcnchen<\/p>\n<p><em>Peter Hennessy<\/em> 2000: The Prime Minister. The Office and its Holders since 1945, London Dennis Kavanagh 1974: Crisis, Charisma and British Political Leadership, London, Beverly Hills<\/p>\n<p><em>Peter L\u00f6sche<\/em> 1996: Die SPD nach Mannheim. Strukturprobleme und aktuelle Entwicklungen; in: <em>Aus Politik und Zeitgeschichte<\/em> 6\/1996, S. 20-28<\/p>\n<p><em>Margaret Thatcher<\/em> 1993: Downing Street No. 10, D\u00fcsseldorf u. a.<\/p>\n<p><em>Franz Walter<\/em> 2002: Mut, Verwegenheit und k\u00fchner Reformismus, in: <em>Berliner Republik<\/em> 5\/2002, S. 6-12<\/p>\n","protected":false},"featured_media":0,"template":"","categories":[],"tags":[3781,3023,663,3791,3790,3789,3300,681,3788,667],"autoren":[3787],"publikationen":[1210],"class_list":["post-19540","publikation","type-publikation","status-publish","hentry","tag-charisma","tag-demokratie","tag-europa","tag-grossbritannien","tag-konservatismus","tag-margaret-thatcher","tag-neoliberalismus","tag-rechtspolitik","tag-regierungssystem","tag-vorgaenge-artikel","autoren-dominik-geppert","publikationen-vorg-160"],"acf":[],"yoast_head":"<!-- This site is optimized with the Yoast SEO plugin v28.5 - https:\/\/yoast.com\/product\/yoast-seo-wordpress\/ -->\n<title>Krise, Charisma und F\u00fchrungskraft: Zum Verh\u00e4ltnis von Pers\u00f6nlichkeit, Regierungssystem und politischem Wandel am Beispiel Margaret Thatchers - Humanistische Union<\/title>\n<meta name=\"robots\" content=\"index, follow, max-snippet:-1, max-image-preview:large, max-video-preview:-1\" \/>\n<link rel=\"canonical\" href=\"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/vorgaenge\/vorg-160\/publikation\/krise-charisma-und-fuehrungskraft-zum-verhaeltnis-von-persoenlichkeit-regierungssystem-und-politischem-wandel-am-beispiel-margaret-thatchers\/\" \/>\n<meta property=\"og:locale\" content=\"de_DE\" \/>\n<meta property=\"og:type\" content=\"article\" \/>\n<meta property=\"og:title\" content=\"Krise, Charisma und F\u00fchrungskraft: Zum Verh\u00e4ltnis von Pers\u00f6nlichkeit, Regierungssystem und politischem Wandel am Beispiel Margaret Thatchers - Humanistische Union\" \/>\n<meta property=\"og:description\" content=\"Die Times hatte es schon drei Tage vor der Wahl gewusst: \u201eCharismatic Schr\u00f6der turns tide in his favour\u201c, \u00fcberschrieb sie am 19. 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