{"id":19545,"date":"2024-09-12T13:15:56","date_gmt":"2024-09-12T11:15:56","guid":{"rendered":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/?post_type=publikation&#038;p=19545"},"modified":"2024-11-25T16:32:18","modified_gmt":"2024-11-25T15:32:18","slug":"der-kuehle-glanz-des-charismas-ein-aktueller-literaturbericht","status":"publish","type":"publikation","link":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/vorgaenge\/vorg-160\/publikation\/der-kuehle-glanz-des-charismas-ein-aktueller-literaturbericht\/","title":{"rendered":"Der k\u00fchle Glanz des Charismas: Ein aktueller Literaturbericht"},"content":{"rendered":"<p>Wenn ein Begriff facettenreich und vieldeutig ist, dann ist ein Sammelband der beliebte pragmatische Weg, sich der Sache in \u201edichten Beschreibungen\u201c zu n\u00e4hern. Am Anfang dieses Literaturberichts stehen deshalb zwei B\u00e4nde dieser Gattung. Und siehe da, die St\u00e4rken dieses Konzepts \u00fcberwiegen die Schw\u00e4chen deutlich:<\/p>\n<p><em>Wilfried Nippel<\/em> (Hg.): Virtuosen der Macht. Herrschaft und Charisma von Perikles bis Mao, C.H. Beck: M\u00fcnchen 2000, 320 S., ISBN 3-406-46045-3; 24,90 Euro<\/p>\n<p>Nach einer profunden Einleitung des Herausgebers, der den Stand der Weber-Exegese in Sachen Charisma nachzeichnet, folgen f\u00fcnfzehn Fallstudien, in denen \u201eWebers Kategorien als Interpretationsangebote genommen werden\u201c. So untersucht Hans-Ulrich Thamer die pers\u00f6nlichen Qualit\u00e4ten Napoleons, w\u00e4hrend Ludolf Herbst nach der Inszenierungskunst und der Struktur der Anh\u00e4ngerschaft bei Hitler fragt und Dietmar Rothermund am Beispiel Gandhis die Kommunikation zwischen F\u00fchrer und Anh\u00e4ngerschaft analysiert. Behandelt werden nach diesem System die \u00fcblichen Charisma-Verd\u00e4chtigen von Caesar \u00fcber Lincoln bis Per\u00f3n und Mao; bei den Autoren handelt es sich durchgehend um ausgewiesene Fachleute in ihrem Feld.<\/p>\n<p>Churchill, Lady Di, Stalin und John Wayne auf das Cover zu bringen, zeugt von Chuzpe. Doch damit nicht genug. Der zweite Sammelband:<\/p>\n<p><em>Walter Jacobs<\/em> (Hg.): Charisma. Revolution\u00e4re Macht im individuellen und kollektiven Erleben, Chronos: Z\u00fcrich 1999, 232 S., ISBN 3-905313-36-7; 19,50 Euro<\/p>\n<p>vermag auch so gegens\u00e4tzliche Autoren wie den Heidelberger Soziologen M. Rainer Lepsius und einen Chefredakteur der Schweizer Boulevardpostille <em>Gl\u00fcckspost<\/em>\u00a0zwischen zwei Buchdeckeln zu vereinen, letzterer als Experte f\u00fcr die \u201ePrinzessin des Herzens\u201c und deren Wirkung zwischen Charisma und medialem Mythos. Lepsius steuert einen schon 1993 erschienenen und mittlerweile klassisch gewordenen Aufsatz zur charismatischen Herrschaft im F\u00fchrerstaat Hitlers bei. Die \u00fcbrigen sechs Autoren bedienen die ganze Spannbreite zwischen religi\u00f6ser Erscheinungsform, filmischen Wirkungen (John Wayne) und den sowjetischen Herrschaftsvarianten.<\/p>\n<p>Im Kontext der Charisma-Forschung eigentlich ein paradoxer Befund: die Politiker von heute seien weniger charismatisch als die vergangener Tage, gleichzeitig nehme aber die Personalisierung der Politik (Stichwort: <em>Candidate-Voting<\/em>) unaufhaltsam zu. Klarheit in diese Gemengelage bringt jetzt:<\/p>\n<p><em>Frank Brettschneider<\/em>: Spitzenkandidaten und Wahlerfolg. Personalisierung &#8211; Kompetenz &#8211; Parteien. Ein internationaler Vergleich, Westdeutscher Verlag: Wiesbaden 2002, 256 S., ISBN 3-531-13722-0; Euro 29,90<\/p>\n<p>Brettschneider kommt das Verdienst zu, die These von der zunehmenden Kandidatenorientierung der W\u00e4hler zu Lasten der (Partei-)Programme endlich einer empirischen Pr\u00fcfung unterzogen zu haben. Dazu nutzt er die Resultate der insgesamt 32 nationalen Wahlen in den USA, Gro\u00dfbritannien und Deutschland von 1960 bis 2000 f\u00fcr eine Langzeitanalyse. Sein Fazit: \u201eDie [\u2026] Personalisierungsbehauptung, wonach Kandidatenorientierungen in den letzten Jahrzehnten f\u00fcr das W\u00e4hlerverhalten wichtiger geworden sind, ist falsch. In keinem der drei untersuchten L\u00e4nder gibt es seit 1960 einen entsprechenden Trend. Allerdings variiert das Ausma\u00df des ,Candidate-Voting&#8216; von Wahl zu Wahl und es unterscheidet sich von Land zu Land.\u201c (207)<\/p>\n<p>In der Mediengesellschaft l\u00e4sst sich pers\u00f6nliches Charisma von inszeniertem Starkult nur noch schwer trennen. Den vielf\u00e4ltigen Verbindungslinien zwischen beiden geht das folgende B\u00e4ndchen nach:<\/p>\n<p><em>J\u00fcrg H\u00e4usermann<\/em> (Hg.): Inszeniertes Charisma. Medien und Pers\u00f6nlichkeit, Max Niemeyer Verlag: T\u00fcbingen 2001, 161 S., ISBN 3-484-34050-9; 44 Euro<\/p>\n<p>\u201eInszeniertes Charisma\u201c, schreibt der Herausgeber, \u201edas ist Charisma in einem sekund\u00e4ren Sinn\u201c. Denn Charisma operiert dann nicht mehr als Wirkungsmacht entfaltende Eigenschaft einer Person, sondern als quasi implementiertes Ph\u00e4nomen, das nur so lange zum Tragen kommt, wie die k\u00fcnstlich hergestellten und sorgsam konstruierten Bedingungen dies erlauben. Zwischen der Person und den ihr zugeschriebenen Eigenschaften besteht keine zureichende Deckung mehr. Genau diesen Inszenierungsstrategien gehen die Autoren nach: Hartmut Gabler schreibt \u00fcber \u201eCharismatische Pers\u00f6nlichkeiten im Sport\u201c, Ute Bechdolf \u00fcber \u201eMarlene, Marilyn und Madonna als Heldinnen der Popkultur\u201c und Hans Norbert Janowski \u00fcber die Rolle der Person bei der medialen Charismazuschreibung. Letztendlich wirft das Buch aber mehr Fragen auf, als es beantworten kann, denn die \u201eAnnahme, es gebe in der Wirkung einer Pers\u00f6nlichkeit einen Kern, der sich nicht inszenieren lasse, scheint an mehreren Stellen durch\u201c. (9)<\/p>\n<p>Auf die Suche nach neuartigen Charismaformen als gegenw\u00e4rtigem Zeitgeistph\u00e4nomen macht sich:<\/p>\n<p><em>Malte Lenze<\/em>: Postmodernes Charisma, Marken und Stars statt Religion und Vernunft, Deutscher Universit\u00e4ts-Verlag: Wiesbaden 2002, 217 S., ISBN 3-8244-4495-X; 29,90 Euro<\/p>\n<p>Das Buch ist durchweg anregend: Der Actionfilm <em>Terminator<\/em> und sein Star Arnold Schwarzenegger als moderner Charismatiker findet sich hier ebenso wie die Fetischisierung der Lebenswelt am Beispiel des Fernsehers. Der Leser ist Zeuge eines Parforceritts durch alle Spielarten moderner Medientheorie, bei dem selbst Weber schwindlig geworden w\u00e4re. Weiterf\u00fchrend sind in jedem Fall die Analysen Lenzes zur medialen Inszenierung von Charisma: Es geht dabei um das Wechselverh\u00e4ltnis von Sinnstiftung und Sinnsuche.<\/p>\n<p>Auch in ganz anderen Bereichen wird dem Charisma nachgesp\u00fcrt: Ein durchherrschter Raum wie ein Unternehmen mit starken Vertikalstrukturen ist ein dankbares Objekt f\u00fcr eine Untersuchung von Machtbeziehungen. In einer betriebswirtschaftlichen Dissertation widmet sich:<\/p>\n<p><em>Holger Daners<\/em>: Charisma in Organisationen. Die Perpetuierung charismatischer F\u00fchrung, Shaker: Aachen 1999, 281 S., ISBN 3-8265-5750-6; 47 Euro<\/p>\n<p>charismatischer F\u00fchrung in Unternehmen und Organisationen. Biographien von Unternehmerlegenden wie Lee Iacocca oder Jack Welch werden auch hierzulande gerne gelesen &#8211; doch aus ihnen erf\u00e4hrt man kaum etwas \u00fcber die Binnenstrukturen innerbetrieblicher Herrschaft. Der Autor vermag es, Webersche Kategorien zu \u00fcbertragen, von den Motivationswirkungen und der Effektivit\u00e4t charismatischer F\u00fchrung zu sprechen &#8211; wenngleich er allzuoft in blo\u00dfer Literaturzusammenstellung stecken bleibt. Und es bleibt unklar, weshalb ein auf Rationalit\u00e4t und B\u00fcrokratie beruhendes System wie ein Unternehmen mit einer charismatischen F\u00fchrung erfolgreicher sein sollte. Was f\u00fcr Krisenzeiten richtig sein kann, ist in allt\u00e4glicher Prosperit\u00e4t oft ineffektiv.<\/p>\n<p>Die politische Rede ist quasi die K\u00f6nigsdisziplin des Charismatikers, mit der er seine Anh\u00e4nger mobilisiert und seine Gegner bedroht bzw. zu \u00fcberzeugen versucht, ob auf der Aktion\u00e4rsversammlung, im Parlament oder auf einer Demonstration.<\/p>\n<p>F\u00fcr eine Wiederbelebung der klassischen \u201erepublikanischen Rede\u201c, die nicht nur \u00fcberzeugen und gut ankommen, sondern zur wirklichen Kl\u00e4rung der Dinge beitragen will, pl\u00e4diert in einem leidenschaftlichen Essay<\/p>\n<p><em>Uwe P\u00f6rksen<\/em>: Die politische Zunge. Eine kurze Kritik der \u00f6ffentlichen Rede, Klett-Cotta: Stuttgart 2002, 200 S., ISBN 3-608-94055-3; 16 Euro<\/p>\n<p>Folgt man den Thesen des emeritierten Freiburger Literaturwissenschaftlers, ist mit dem Niedergang der politischen Rede und ihrer Ersetzung durch Darstellungskunst auch ein Niedergang des Politischen an sich erfolgt. Gr\u00fcnde daf\u00fcr sieht P\u00f6rksen viele: den zunehmenden Einfluss von Medien, Technik und Naturwissenschaft auf die Politik, den Verlust an Gestaltungsfreiheit, aber auch das Aufkommen eines neuen Politikertypus. Doch P\u00f6rksen gibt die Rede nicht verloren. Sp\u00e4testens in periodisch wiederkehrenden Krisen oder Umbruchszeiten erlebe sie eine Renaissance. Und w\u00e4hrend man darauf wartet, kann man sich an P\u00f6rksens gl\u00e4nzend geschriebenen Analysen und Handreichungen f\u00fcr die \u201ewahre\u201c republikanische Rede freuen.<\/p>\n<p>Die gesprochene Geschichte Westdeutschlands &#8211; so k\u00f6nnte man die erste Auflage der \u201eReden, die die Republik bewegten\u201c auch nennen. Mit seiner Redensammlung deutscher<br \/>\nPolitiker bot Herausgeber Horst Ferdinand 1988 einen \u00dcberblick zu den wichtigsten Stationen der Nachkriegsgeschichte. Nun also die zweite, erweiterte Ausgabe, die bis zum Jahr 1999 reicht:<\/p>\n<p><em>Horst Ferdinand<\/em>: Reden, die die Republik bewegten, Leske + Budrich: Opladen 2002, 662 S., ISBN 3-8100-3338-3; 18 Euro.<\/p>\n<p>Die Denkm\u00e4ler sind alle noch dabei: Erhard (Wohlstand), Strauss (Verteidigung), Brandt (Ostpolitik) und so weiter. Das ist interessant, oft lustig, aber im Grunde bekannt. Spannender ist es da, zu sehen, welches Konzentrat der (vielen, vielen) Worte, die dem Volk in den Jahren 1989 bis 1999 um die Ohren flogen, vom Herausgeber das Pr\u00e4dikat \u201erepublikbewegend\u201c erhielten. Peter Glotz&#8216; Pl\u00e4doyer f\u00fcr Bonn als Regierungssitz etwa, insbesondere: Beifall und Zwischenrufe. Da wird sich manch einer \u00e4rgern.<\/p>\n<p>Gleich zwei B\u00e4nde widmen sich der wichtigsten Rede eines deutschen Bundeskanzlers, der gro\u00dfen Regierungserkl\u00e4rung:<\/p>\n<p><em>Karl-Rudolf Korte<\/em> (Hg.): &#8222;Das Wort hat der Herr Bundeskanzler.&#8220; Eine Analyse der gro\u00dfen Regierungserkl\u00e4rungen von Adenauer bis Schr\u00f6der, Westdeutscher Verlag: Wiesbaden 2002, 479 S., ISBN 3-531-13695-X; 34,90 Euro<\/p>\n<p>und<\/p>\n<p><em>Klaus St\u00fcwe<\/em> (Hg.): Die gro\u00dfen Regierungserkl\u00e4rungen der deutschen Bundeskanzler von Adenauer bis Schr\u00f6der, Leske+Budrich: Opladen 2002, 408 S., ISBN 3-8100-32204; 34,90 Euro.<\/p>\n<p>S\u00e4mtliche in der Bundesrepublik abgegebenen Regierungserkl\u00e4rungen sind in beiden B\u00e4nden dokumentiert. Allerdings werden diese in dem Band von St\u00fcwe nur durch eine 24-seitige, recht allgemein gehaltene Einf\u00fchrung sowie maximal halbseitige Kurzbiografien eingerahmt, w\u00e4hrend in dem von Korte herausgegebenen Buch zahlreiche quantitative und qualitative Analysen zur Regierungserkl\u00e4rung als solcher und den einzelnen Reden zu finden sind. Interessant ist vor allem die Studie von Antje Schwarze und Antje Walther \u00fcber die Aufgaben und Arbeitsmethoden der Redenschreiber im Bundeskanzleramt. Allerdings bleiben die meisten Einzelanalysen zu sehr innerhalb des starren vorgegebenen methodischen Rahmens, als dass sie erkl\u00e4ren k\u00f6nnten, was etwa Willy Brandts Regierungserkl\u00e4rung von 1969 zu einer Besonderheit deutscher Parlamentsgeschichte macht.<\/p>\n<p>Allen bekannt sind: Die Fliege und die Havanna. Vielen bekannt sind: die Verve f\u00fcr Empire und Freiheit. Dass die \u201ebritische Bulldogge\u201c auch ein literarisches Leben f\u00fchrte, wissen hierzulande indes Wenige. Klaus K\u00f6rner hat nun eine Auswahl der von 1946 bis 1950 erschienenen siebenb\u00e4ndigen deutschen \u00dcbersetzung der Kriegsreden des Winston Churchill vorgenommen:<\/p>\n<p><em>Klaus K\u00f6rner<\/em> (Hg.): Winston S. Churchill. Reden in Zeiten des Krieges. Europa Verlag: Hamburg 2002, 319 S., ISBN-Nr. 3-203-76021-5; 24,90 Euro.<\/p>\n<p>Kriegsreden? <em>Well<\/em>, w\u00e4hrend der Brite seine B\u00fccher diktierte, schrieb er seine Reden stets vorher nieder. Wenn nicht der eigentliche Kern, so sind sie doch zweifelsohne ein fester Bestandteil seines literarischen Werks. Die Lekt\u00fcre lohnt nicht wegen des Pathos, sondern vor allem wegen der Scharfsinnigkeit und des historischen Weitblicks.<\/p>\n<p>H\u00e4ufig wird Churchills Gegenspieler, Adolf Hitler, als Typus des Charismatikers schlechthin beschrieben. Eine buchlange Deutung des Aufstiegs von Hitler aus der Weberschen Charisma-Terminologie heraus hat aber bislang nur ein Autor unternommen, dessen Studie jetzt zum Gl\u00fcck in einer aktualisierten Neuauflage vorliegt:<\/p>\n<p><em>Ian Kershaw<\/em>: Hitlers Macht. Das Profil der NS-Herrschaft, Deutscher Taschenbuch Verlag: M\u00fcnchen 2001, 267 S., ISBN 3-423-30757-9; 10 Euro.<\/p>\n<p>Die aus dem Jahre 1992 stammende Erstfassung war noch eine Vorstudie des Autors zu seiner gro\u00dfen Hitler-Biografie, nun in der \u00fcberarbeiteten Fassung ist das B\u00e4ndchen eher als Erg\u00e4nzung zu verstehen. Im Zentrum steht die Frage, wie es zur Ausbildung von Hitlers Charisma kam und wie dies zur Machterlangung und -erhaltung der Nationalsozialisten eingesetzt werden konnte. Dabei l\u00e4uft das Buch keinen Moment Gefahr, die sozialen und mentalen Gro\u00dfstrukturen, in die Hitlers Aufstieg eingebettet war, aus den Augen zu verlieren. Es geht nicht darum, wie Hitler mittels seines Charismas Geschichte machen konnte, sondern darum, wie sein Charisma zu einem bestimmten historischen Moment zur Entfaltung kam und Wirkungsmacht zeigte.<\/p>\n<p>Noch zwei weitere B\u00fccher k\u00f6nnen &#8211; wenn auch nicht unter der Charisma-Fragestellung verfasst &#8211; zur Erhellung des Ph\u00e4nomens Hitlers aus einer neuen Perspektive beitragen:<\/p>\n<p><em>Ian Kershaw<\/em>: Der Hitler-Mythos. F\u00fchrerkult und Volksmeinung, Deutsche Verlagsanstalt: Stuttgart 1999, 396 S., ISBN 3-421-05285-9; 21 Euro.<\/p>\n<p>Auch hier handelt es sich um die Neuauflage eines Klassikers. Denn so wie Kommunikationsforschung ohne Wirkungsanalysen nicht denkbar ist, kann auch Charisma nicht ohne den Resonanzboden der Rezeption des F\u00fchrers durch seine Anh\u00e4nger und Gegner erforscht werden. Und Kershaws gro\u00dfe Studie aus dem Umfeld des ber\u00fchmten Bayern-Projekts von Martin Broszat und Peter H\u00fcttenberger ist nach wie vor die elaborierteste Arbeit \u00fcber die Decodierung des Hitler-Mythos&#8216; in einem deutschen Teilstaat. Einen ganz anderen Weg geht:<\/p>\n<p><em>Barbara Zehnpfennig<\/em>: Hitlers <em>Mein Kampf<\/em>. Eine Interpretation, Wilhelm Fink Verlag: M\u00fcnchen 2002 (2. Aufl.), 348 S., ISBN 3-7705-35333-2, 25,20 Euro<\/p>\n<p>Hier geht es nicht um die Au\u00dfenbetrachtung oder Rezeption Hitlers, sondern um die Innenanalyse auf Grundlage von Hitlers ber\u00fcchtigter Bekenntnisschrift, die halb Programm und halb Autobiografie ist. Mit dem Ansatz, <em>Mein Kampf<\/em> als ernst zu nehmende Quelle f\u00fcr die Hitler-Forschung fruchtbar zu machen, werden auch Aussagen \u00fcber Hitlers<br \/>\n\u201echarismatische Selbstwahrnehmung\u201c und seine Vorstellungen vom politischen F\u00fchrer m\u00f6glich: So wird deutlich, dass Hitler sich seiner Ausstrahlung wohl bewusst war, an ihrer st\u00e4ndigen Sch\u00e4rfung arbeitete und \u00fcber deren Einsatz intensiv nachdachte.<\/p>\n<p>Auf drei Fallbeispiele von Charisma will sich:<\/p>\n<p><em>Georg Eickhoff<\/em>: Das Charisma der Caudillos: C\u00e1rdenas, Franco, P\u00e9ron, Vervuert: Frankfurt\/Main 1999, 320 S., ISBN 3-89354-873-4; 28,80 Euro<\/p>\n<p>konzentrieren. So ist ein gut lesbares Buch entstanden, mit Sinn f\u00fcr pittoreske Szenerien, in denen die Wirkung der Caudillos in den iberoamerikanisch-katholischen L\u00e4ndern im Zeitalter des Weltb\u00fcrgerkriegs deutlich wird. Manches Mal hat man allerdings den Eindruck, dass der Autor selbst den auratischen Wirkungen der Caudillos erliegt und mit seiner schwelgerischen Sprache \u00fcber die Str\u00e4nge schl\u00e4gt; die sezierende Herrschaftsanalyse ist seine Sache leider nicht. Gerade im Kapitel \u00fcber Rolle und Funktion Evita Perons f\u00fcr das charismatische Regime ihres Mannes w\u00fcnschte man sich, mehr als blo\u00dfe dramatisierende Form der Nacherz\u00e4hlung ihres Schicksals. Was die Caudillos von ihren Pendants Hitler oder Mussolini unterschied, bleibt unklar.<\/p>\n<p>Einen Person gab es in Deutschland nach 1945 zum Gl\u00fcck nicht. Das deutsche Regierungssystem ist gerade unter Rot-Gr\u00fcn immer mehr zu einer Ministerpr\u00e4sidentendom\u00e4ne geworden, allen Warnungen z.B. von Wilhelm Hennis zum Trotz. Die Wechsel von Lafontaine, Schr\u00f6der, Klimmt, Eichel und jetzt Stolpe und Clement ins Bundeskabinett sprechen eine deutliche Sprache. Grund genug, sich diesem Amt einmal politikwissenschaftlich zu n\u00e4hern:<\/p>\n<p><em>Herbert Schneider<\/em>: Ministerpr\u00e4sidenten. Profil eines politischen Amtes im deutschen F\u00f6deralismus, Leske+Budrich: Opladen 2001, 434 S., ISBN 3-8100-3030-9; 36,90 Euro.<\/p>\n<p>Das Buch bietet umfassende Informationen in systematischer und historischer Perspektive, mit einer F\u00fclle von Beispielen und statistischem Material. Die Unterschiede im Amtsverst\u00e4ndnis, variierend mit den einzelnen L\u00e4nderverfassungen geraten in den Blick, die soziale Herkunft, Karrierewege, die Organisation der Staatskanzleien und die l\u00e4nder\u00fcbergreifende Zusammenarbeit. Auch drei\u00dfig Seiten allein \u00fcber das Selbstverst\u00e4ndnis der Ministerpr\u00e4sidenten (u.a. als Landesvater, Manager und Kommunikator) gibt es. Implizit wird ein ganzes Forschungsfeld politischer Karrieren in Deutschland abgesteckt: politisches Charisma diesseits der nationalen Politik.<\/p>\n<p>Die \u201eGeschichte eines Landes im Spiegel der Biographien seiner Kanzler\u201c erz\u00e4hlen &#8211; dieser Aufgabe stellen sich zwei nicht sonderlich \u201estrukturstarke\u201c Historiker:<\/p>\n<p><em>Arnulf Baring\/Gregor Sch\u00f6llgen<\/em>: Kanzler, Krisen, Koalitionen, Siedler Verlag: Berlin 2002, 318 S., ISBN 3-88680-762-2; 24,90 Euro<\/p>\n<p>Als Begleitbuch zu einer RTL-Fernsehreihe geschrieben, entspricht der Band dem Geschmack eines breiten Publikums. Geschichte wird in Geschichtchen erz\u00e4hlt, allenfalls in der Au\u00dfenpolitik kommt es mal zu systematischeren \u00dcberlegungen. Nun darf man nicht den Ma\u00dfstab einer Habilitationsschrift anlegen. Doch die Einsicht, dass sich die personelle \u201eInnenausstattung der Macht\u201c (Peter Glotz) und eben auch das Charisma im Politischen nicht ohne Sinn f\u00fcr das \u00dcberpers\u00f6nliche, mithin gesellschaftliche Strukturen, beschreiben und vermitteln lassen, ignorieren beide Autoren souver\u00e4n. Dar\u00fcber verm\u00f6gen auch die gute Lesbarkeit, brillante Portr\u00e4ts und die intime Kenntnis deutscher Nachkriegsgeschichte, die beide Autoren demonstrieren, nicht auf Dauer hinwegzutr\u00f6sten.<\/p>\n<p>Wenn einem deutschen Politiker dieser Zeit charismatische F\u00e4higkeiten nachgesagt werden, so ist das Willy Brandt (vgl. auch den Beitrag von Wolther von Kieseritzky in diesem Heft). Zehn Jahre nach seinem Tod hat er in Peter Merseburger den sicher f\u00fcr lange Zeit definitiven Biografen gefunden:<\/p>\n<p><em>Peter Merseburger<\/em>: Willy Brandt 1913-1992. Vision\u00e4r und Realist, Deutsche Verlags-Anstalt: M\u00fcnchen 2002, 927 S., ISBN 3-421-05328-6; 32 Euro<\/p>\n<p>Gewiss kann man dar\u00fcber streiten, ob jede Randepisode in Brandts Vita so breit h\u00e4tte reflektiert werden m\u00fcssen, wie das bei Merseburger fast durchweg der Fall ist. Die drei Jahre Arbeit des Autors, verbunden mit umfangreichen Archivstudien, haben sich jedenfalls gelohnt: Das Leben des Emigranten und Triumphators der \u201eWilly-Wahlen\u201c 1972 wird allumfassend dargestellt. Auch der Charismatiker Brandt wird hier den Nachgeborenen erkl\u00e4rlich: Brandt eignete sich in seiner \u201einspirativen Verschwommenheit\u201c (Timothy Garton Ash) ideal zur Projektionsfl\u00e4che f\u00fcr Sehns\u00fcchte und W\u00fcnsche, sei es beim Kniefall in Warschau, sei es mit der legend\u00e4ren Geste im <em>Erfurter Hof<\/em> oder noch einmal kurz nach dem Mauerfall 1989 f\u00fcr viele DDR-B\u00fcrger.<\/p>\n<p>\u00dcber Brandts momentanen Amtsnachfolger l\u00e4sst sich gleiches kaum sagen, allen Flut-und sonstigen Katastrophen zum Trotz. Gleichwohl werden ihm oft mediencharismatische F\u00e4higkeiten zugeschrieben. Nun haben gleich zwei Kenner der politischen Szenerie Biographien verfasst; beide wurden zum Teil heftig kritisiert. Der Spiegel-Redakteur:<\/p>\n<p><em>J\u00fcrgen Hogrefe<\/em>: Gerhard Schr\u00f6der. Ein Portr\u00e4t, Siedler: Berlin 2002, 223 S., ISBN 388680-757-6; 19,90 Euro<\/p>\n<p>macht keinen Hehl aus seiner Bewunderung f\u00fcr das Hannoveraner<em> political animal<\/em>. Entstanden ist ein Portr\u00e4t, das von einer F\u00fclle von Anekdoten seiner Interviewpartner und selbst beobachteter Details lebt. Das liest sich schnell und locker-flockig, doch wer mehr dar\u00fcber wissen m\u00f6chte, warum Schr\u00f6der und nicht man selber im Kanzleramt sitzt, der bleibt nach der Lekt\u00fcre ratlos. Das Ganze ist eben auch im Falle Schr\u00f6der mehr als die Summe seiner Teile, doch um dieses zu erfassen, br\u00e4uchte es mehr Abstand, den Hogrefe nicht hat. So jagt eine Begebenheit die n\u00e4chste, und sei sie noch so unwichtig: denn fast immer ist der Autor dabei. Auch der Charisma-Abschnitt (127ff.) entt\u00e4uscht, denn au\u00dfer der knappen Feststellung, dass Schr\u00f6der \u201ees\u201c nicht hat (begleitet von mittlerweile erm\u00fcdenden Beschreibungen, wie sich der Kanzler durch irgend einen Journalistenpulk zu k\u00e4mpfen hat) findet sich da nichts.<\/p>\n<p>Reinhard Urschel, Redakteur der <em>Hannoverschen Allgemeinen<\/em>, spielt dagegen seinen Heimvorteil aus: In der weitaus umfangreicheren Biographie:<\/p>\n<p><em>Reinhard Urschel<\/em>: Gerhard Schr\u00f6der. Eine Biographie, Deutsche Verlags-Anstalt: M\u00fcnchen 2002, 399 S., ISBN 3-421-05508-4; 22 Euro<\/p>\n<p>findet der Leser all das, was er \u00fcber das legend\u00e4re Hannoveraner Umfeld des Kanzlers und dessen dortigen Werdegang wissen m\u00f6chte. Des Autors intime Kenntnis dieses Milieus gereicht dem Buch oft zum Vorteil: Schr\u00f6ders soziale Beziehungen, die \u00e4u\u00dfere Struktur seiner Existenz wird sichtbar. Nat\u00fcrlich sind Urschels pers\u00f6nliche Erinnerungen an Moderatorin X, die irgendwann mal etwas Falsches in die Kamera sagte, v\u00f6llig unwichtig und dokumentieren allenfalls das aufger\u00e4umte Korrespondenten-Archiv mit eigenen Artikeln sowie Eitelkeit. Jedoch vermag der vorgebildete Leser sich aus dem von analytischer Sch\u00e4rfe nicht gerade angekr\u00e4nkelten Text ein genaueres Bild vom Kanzler zusammenzusetzen.<\/p>\n<p>Schr\u00f6der zum dritten: Eine Studie des Kanzlers, die Spa\u00df macht, hat ein junger M\u00fcnsteraner Politikwissenschaftler vorgelegt (vgl. auch den Beitrag des Autors in diesem Heft):<\/p>\n<p><em>Werner Dieball<\/em>: Gerhard Schr\u00f6der. K\u00f6rpersprache. Wahrheit oder L\u00fcge? Prewest: Bonn 2002, 206 S., ISBN 3-9808302-0-9; 17,90 Euro<\/p>\n<p>In einer unorthodoxen Mischung aus sozialpsychologischen und kommunikationswissenschaftlichen Ans\u00e4tzen rekonstruiert Dieball eine f\u00fcr jedermann ersichtliche Seite des \u201eMedienkanzlers\u201c: seine K\u00f6rpersprache und all das, was seine Gestik und Mimik uns verr\u00e4t. Im ersten, allgemeinen Teil erf\u00e4hrt man alles \u00fcber Funktionsweisen und Mechanismen der K\u00f6rpersprache, im zweiten wird deren Beeinflussung durch die Medien thematisiert und danach, im Hauptteil, der k\u00f6rpersprachliche Werdegang des Politikers Schr\u00f6der von seinen Juso-Zeiten 1978 bis heute anhand von Filmausschnitten (Reden, Auftritte, Fernsehdiskussionen usw.) analysiert. Treffende Fotos untermauern die Beschreibungen &#8211; was wohl der Kanzler zu dieser Art der \u201eAusforschung\u201c sagen w\u00fcrde?<\/p>\n<p>Dass der lange Lauf zu sich selbst f\u00fcr den derzeitigen Au\u00dfenminister noch nicht zu Ende ist, meinen die beiden Berliner Journalisten:<\/p>\n<p><em>Matthias Geis\/Bernd Ulrich<\/em>: Der Unvollendete. Das Leben des Joschka Fischer, Alexander Fest: Berlin 2002, 252 S., ISBN 3-8286-0175-8; 24,90 Euro<\/p>\n<p>Aus der Vielzahl entt\u00e4uschender biographischer Arbeiten zu Fischer (vgl. <em>vorg\u00e4nge<\/em> 157 \u201eRot\/Gr\u00fcn eine Bilanz\u201c: 115f.) ragt dieses opulent bebilderte Buch \u00fcber einen, von dem man fast alles wei\u00df und der doch ein R\u00e4tsel bleibt, sprachlich und analytisch heraus. Chronologisch in der Anlage, liegen die St\u00e4rken des Buches vor allem in der Darstellung der Sponti-Zeit des Gr\u00fcnen sowie seiner Rolle in den gr\u00fcnen Wirrnissen der 1980er Jahre. Schw\u00e4cher werden die Regierungsjahre seit 1998 durchdrungen; der fehlende Draufblick macht sich bemerkbar. Die angestrebte &#8218;K\u00fchle&#8216; im Blick auf den Gegenstand (12) erreichen die Autoren auf keiner Seite: die N\u00e4he des Objekts zwanzigj\u00e4hriger Beobachtung ist immer pr\u00e4sent. Gleichwohl ist das Buch eine eminent kluge Beobachtung desjenigen, der \u201esich und andere von fast allem \u00fcberzeugen und f\u00fcr fast alles begeistern kann. Und f\u00fcr dessen Gegenteil.\u201c (233)<\/p>\n<p>Zum Schluss zwei \u00e4sthetische Ann\u00e4herungen: Was Macht mit den Gesichtern von Politikern anrichten kann und wie sie sich \u00fcber die Jahre in Gesichtsz\u00fcge einbrennen kann (um dann freilich vielfach unter dicken Speckw\u00fclsten zu verschwinden), dass zeigt der \u00fcppig aufgemachte Fotoband:<\/p>\n<p><em>Herlinde Koelbl<\/em>: Spuren der Macht. Die Verwandlung des Menschen durch das Amt. Eine Langzeitstudie, Knesebeck Verlag: M\u00fcnchen 2000, 400 S. mit 120 Fotografien, ISBN 3-89660-135-0; 29,90 Euro<\/p>\n<p>Die Autorin hat \u00fcber acht Jahre hinweg Spitzenpolitiker (unter ihnen Angela Merkel, Joschka Fischer und Gerhard Schr\u00f6der), Wirtschaftsf\u00fchrer und einen hochkar\u00e4tigen Journalisten (Frank Schirrmacher) einmal im Jahr interviewt und fotografiert. Herausgekommen sind dabei intime Einblicke in den Narzissmus und das unbedingte Machtstreben, aber auch in die Verletzlichkeit der deutschen Politiker-Seele oder &#8211; wie Joschka Fischer sagt: \u201ePolitiker sind die Menschen mit den schmalen Lippen, weil sie so viel runterschlucken.\u201c\u00a0Im Langzeitverlauf dokumentieren die Bilder den Verschlei\u00df des politischen F\u00fchrungspersonals &#8211; das Schwinden des Leuchtens aus den Augen, das langsame Senken der Mundwinkel, das Erschlaffen der K\u00f6rper &#8211; aber auch gewonnenes Selbstbewusstsein, Selbstzufriedenheit und, zumindest bei einigen, die Entstehung charismatischer Wirkungen.<\/p>\n<p>Fotografien dominieren auch den Band von:<\/p>\n<p><em>Gabriele Kahnert<\/em>: B\u00fchnen der Macht. Bilder aus Bonn, Hamburger Edition: Hamburg 1999, 79 S., ISBN 3-930908-55-7; 18 Euro<\/p>\n<p>Erstaunlich rasch ist Bonn seit dem Regierungsumzug aus dem Bildged\u00e4chtnis der Deutschen verschwunden. Fosters Reichstagskuppel hat Wasserwerk und Behnisch-Bau erfolgreich verdr\u00e4ngt. Umso wichtiger ist dieser Fotoband, 1998 enstanden, der dem Ort, an dem f\u00fcnfzig Jahre lang bundesdeutsche Politik gemacht, inszeniert und durchlitten wurde, ein kleines, feines Denkmal setzt. Menschenleer werden Kanzleramt (Helmut Schmidts \u201eKreissparkasse\u201c), Ministerien und Parlamentsgeb\u00e4ude au\u00dfen und innen gezeigt, Blumenrabatten und Kanzlersessel. Passenderweise gilt das letzte Foto dem ARD-Studio, aus dem der <em>Bericht aus Bonn<\/em> kam. Beim Betrachter stellt sich Melancholie und auch schon Fremdheit beim Blick auf diese vergangene Epoche ein. Es k\u00f6nnte sein, dass sich in diesen Bildern die Erkl\u00e4rung findet, warum in der zivilen Bonner Republik kaum Raum f\u00fcr Charisma war. Soll man dies bedauern?<\/p>\n","protected":false},"featured_media":0,"template":"","categories":[],"tags":[3812,3758,3781,3547,3784,3815,3813,3780,3814,3811,791,667,3516,3786],"autoren":[3810],"publikationen":[1210],"class_list":["post-19545","publikation","type-publikation","status-publish","hentry","tag-adolf-hitler","tag-bundeskanzler","tag-charisma","tag-gerhard-schroeder","tag-herrschaft","tag-joschka-fischer","tag-konrad-adenauer","tag-macht","tag-ministerpraesident","tag-partei","tag-rezension","tag-vorgaenge-artikel","tag-wahlkampf","tag-willy-brandt","autoren-thymian-bussemer-alexander-cammann-felix-serrao","publikationen-vorg-160"],"acf":[],"yoast_head":"<!-- This site is optimized with the Yoast SEO plugin v28.5 - https:\/\/yoast.com\/product\/yoast-seo-wordpress\/ -->\n<title>Der k\u00fchle Glanz des Charismas: Ein aktueller Literaturbericht - Humanistische Union<\/title>\n<meta name=\"robots\" content=\"index, follow, max-snippet:-1, max-image-preview:large, max-video-preview:-1\" \/>\n<link rel=\"canonical\" href=\"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/vorgaenge\/vorg-160\/publikation\/der-kuehle-glanz-des-charismas-ein-aktueller-literaturbericht\/\" \/>\n<meta property=\"og:locale\" content=\"de_DE\" \/>\n<meta property=\"og:type\" content=\"article\" \/>\n<meta property=\"og:title\" content=\"Der k\u00fchle Glanz des Charismas: Ein aktueller Literaturbericht - Humanistische Union\" \/>\n<meta property=\"og:description\" content=\"Wenn ein Begriff facettenreich und vieldeutig ist, dann ist ein Sammelband der beliebte pragmatische Weg, sich der Sache in \u201edichten Beschreibungen\u201c zu n\u00e4hern. 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